Murks und Co.
Murks durch und durch
Ich hatte mir vorher schon eine Schwacke Fahrzeugbewertung ausgedruckt und außerdem lag auch noch ein TÜV-Gutachten vor, bevor ich das Angebot von WKDA mal getestet habe. Und darüber gab es in meinem Fall auch kein Quäntchen Positives zu berichten. Meiner Ansicht nach ist das unseriös hoch drei!
Einstiegsbewertung
Es ging schon damit los, dass mein Fahrzeug nicht im Katalog war (Audi A3 Sportback läuft unter Kombi). Aber bei WKDA konnte man nur zwischen Limousine und Cabriolet wählen, Kombi gab’s gar nicht. Auch die Variante TDIe gab es nicht. Also habe ich mal mit Limousine gerechnet, obwohl der ja eigentlich preiswerter ist. Und es wurde ein voraussichtlicher Preis von 9.176 Euro angezeigt. (Ohne Sonderausstattung und ohne Berücksichtigung von Schäden – und…wie gesagt…das preislich geringere Modell als Limousine).
Terminvereinbarung
Der Termin wurde bestätigt mit einer email, in der es hieß: ..“Vielen Dank für Ihre Terminbuchung …ihr Termin findet statt am ….“ (das war mit einer Woche Vorlauf). Einen Tag vor dem Termin kam ein Anruf, dass dieser nicht stattfinden könne, da der Tag überbucht sei. Also musste um eine Woche verschoben werden. (Offensichtlich bekommt man eine einfache, verbindliche Terminbuchung online nicht hin, suggeriert der Kundschaft aber, dass der Temin bestätigt und fix ist.)
Vor-Ort-Termin
Der Termin war dann der Hammer. Ich wurde begrüßt mit den Worten „da kommt ja das Cabrio“. „Nee“ sag ich – „nix Cabrio, sondern Sportback“. Und dann wurde ich erstmal runtergemacht, dass ich die falschen Daten eingegeben hätte. Da wäre ja von Cabrio, 2 Türen und nur 125000 Laufleistung die Rede gewesen. Anhand meines Zettels von WKDA konnte ich beweisen, dass dem nicht so war, allerdings hat das den werten Herrn nicht interessiert. Das wäre dann wohl der erste Fehler bei einer Abfrage der WKDA-Plattform, die ihm unterkommen wäre usw. Offenbar hat er darauf spekuliert, dass ich als Frau davon nicht genug Ahnung habe. Hat er sich leider getäuscht, der werte Herr. Da dieses Gemeckere dann auch die ganze Zeit fortgeführt wurde, ist mir irgendwann der Kragen geplatzt und ich habe ihm gesagt, wäre ja kein Problem, wenn ich gleich wieder zuhause wäre, würde ich die Abfrage mit seinen Behauptungen einfach noch mal machen und dann mal gucken, was raus käme. Und …. was glaubt man wohl……mit Cabrio, 2 Türen und Laufleistung bis 125.000 km kam doch glatt ein viel höherer Preis raus, nämlich 9.753 Euro. Und auf meinem Zettel stand 9.176 Euro. So schnell kann man dann Lügner überführen, nicht wahr, der werte Herr WKDA-Bewerter.
Die Probefahrt verlief unkritisch, die Bewertung dann in der Halle zum größten Teil ebenfalls. Er hat alles fotografiert und die Daten aus der Zulassungsbescheinigung aufgenommen. Auf meinen Hinweis, dass ich eine Kopie der Rechnung mitgebracht hätte, auf der die Sonderausstattung aufgeführt wäre, hat er dann nur gesagt, das würde im alles mit der Fahrzeugidentifikationsnummer übermittelt, ihn würde nur das später hinzugekaufte Zubehör interessieren. Direkt im nächsten Satz fragt er aber, ob das Auto denn ein Navi hätte. Auf meine mittlerweile spitze Antwort, dass müsse er dann doch schon sehen können, hatte er doch behauptet alles über die FIN angezeigt zu bekommen, war er dann weniger erfreut. Dann hat er mir die Ausstattung auf seinem Tablet für ein paar Sekunden unter die Nase gehalten, damit ich sehen könne, ob alles drin sei. Konnte man aber nicht, weil er nicht gescrollt hat und die Zeit auch zu knapp war. Optimistischerweise war ich da ja noch der Meinung, dass ich das dann hinterher im Gutachten alles zu sehen bekäme. Er sprach denn von einem Wert von 8.190 Euro, das seine Software ausgeben würde. Und jetzt müsse er noch die Schäden aufnehmen. Hatte ich aber nur einen – nämlich einen Parkrempler von einem freundlichen Dritten, der sich aus dem Staub gemacht hat. Lt. Kostenvoranschlag der Lackierwerkstatt ein Aufwand von ca. 300-500 Euro. Sonst keine Schäden in oder am Fahrzeug. Damit war die Bewertung dann auch zu Ende, Halleluja!
Kaufangebot
Einige Stunden später am selben Tag kann dann das Kaufangebot per email. Gerade einmal 5.143 Euro wollten sie zahlen. Und nun stelle ich mal die Zahlen von Schwacke daneben: Händler-VK 8.150 Euro, Händler-EK 6.500 Euro, bei beiden Summen minus Reparatur Parkrempler macht etwa Händler-EK von 6.000 – 6.200 Euro, wobei bei der Bewertung der 2. Satz Reifen mit Felgen nicht drin war.
Das glorreiche Angebot von WKDA war also um 1000 Euro zu niedrig angesetzt, es wich sogar um rund 3500 Euro von dem ursprünglichen Angebot ab (ohne Lackschaden).
Und das Angebot war völlig intransparent. Man hätte ja wohl erwarten können, dass sie einem wenigstens ein detaillierte Aufzeichnung mitschicken, was sie alles bewertet haben, sprich ob denn auch alles an Zubehör erfasst ist. Aber nein….nur eine einzige Summe ohne jedwede Erläuterung.
Verkauf
Den Verkauf habe ich dann privat durchgeführt. Die Lackschäden wurden beseitigt für die o.g. Summe und das Auto hat dann innerhalb von 4 Wochen für 8.700 Euro einen Käufer gefunden. Ich hätte bei WKDA also einen Verlust von ca. 3150 Euro gemacht (VK Euro 8700 - 400 Euro Lackierung = 8.300 Euro versus 5143 von WKDA = ca. 3157 Euro Unterschied).
Fazit
Für mich stellt sich das so dar:
- Ich bin mit einem Super-Angebot in die Werkstatt gelockt worden (da hat man ja schon irgendwie mit gerechnet).
- Dann wurde versucht, an meiner ursprünglichen Eingabe zu manipulieren und mir einzureden, ich hätte ja die falschen Daten eingegeben, um sich dann unauffällig von dem angebotenen Preis entfernen zu können.
- Bei der Bewertung wird vorenthalten, ob auch alle Bestandteile des KFZ aufgenommen werden.
- Beim Kauf-Angebot liegt WKDA um rund 15-20 % unter dem Händlereinkaufspreis.
Und was lernt man daraus?
WKDA bringt keinen Mehrwert sondern Verlust. Die meisten Händler in der Nähe bieten bessere Preise. Hast du ein gut gepflegtes Auto mit Werkstatthistorie, bekommst du es privat besser verkauft als bei WKDA oder beim Händler.