Finanzmanager Allokationsanalyse unbrauchbar
Ich vergebe 2 Sterne. Allem was kostenlos ist, schaut man nicht ins Maul, da ist ExtraETF als zunächst kostenlose Website sicher nicht schlecht. Das bewerte ich hier aber nicht. Mir geht es um den Finanzmanager, der als Tool, auch für "Profis" beworben wird. Ich bin sicher kein Profianleger, aber bereits bei mir ist das Ding so problematisch, dass ich nach Test von einem Kauf absehe. Die Dividendenübersicht ist nett, hat man bei einer 2-stellingen Anzahl Aktien und ETFs aber auch anderweitig im Griff, den Profitabilitätsbetrachtungen traue ich nicht, da, schaut man sich die importieren Buchungen (bei mir Flatex, TR, Scalable und ING) an, hinten und vorne nicht stimmen und ggf. manuell korrigiert werden müssen, aber der Hauptgrund, weshalb ich mir das Tool kaufen würde, ist leider eine dilettantische Möchtegern-Umsetzung: die Allokationsübersicht. Hier soll aufgezeigt werden, welche Aktien man z.B. auch über ETFs im Portfolio hat, auch um Überschneidungen und Klumpen zu erkennen. Allerdings werden hier nur die Top 10 des jeweiligen ETF betrachtet. Beim MSCI World mit 1.409 enthaltenen Werten also auch nur 10. Auf Platz 11 liegt derzeit Berkshire mit 0,89%. Beim Global Titans Index liegt auf Platz 11 Tesla mit 2,77%. Habe ich jetzt also 200.000 € im MSCI World und 50.000 im Global Titans, dann besitze ich einen Gegenwert von 1.780 € Berkshire und 1.385 € Tesla. Die tauchen aber nirgends auf. Geht das bei ein paar ETFs so, vor allem bei ETFs mit wenigen Werten (Faktor-ETFs, Branchen-ETFs etc.) kann so schnell mal ein Bestand von 10.000 einer Aktie komplett untergehen, aber genau da liegt doch der nutzen einer Allokationsanalyse. Dafür werden 10 Aktien aus einem Philippinen-ETF, in den ich 5.000 € angelegt habe gezeigt. Der stärkste Wert mit 650, der schwächste aus den Top 10 mit 185 Euro Gegenwert. Die sind "nice to have", brauche ich in einer Gesamtbetrachtung aber nicht wirklich, da sie 0,0x% meines Portfolios ausmachen.
Schade, denn was der Finanzmanager kann, können andere, teils kostenlose Tools genauso gut oder besser, aber die Allokationsanalyse können die wenigsten.
Auf der Roadmap ist zu sehen, dass das seit Jahren thematisiert wird, es scheint den Anbieter aber nicht zu jucken. Lapidar heißt es, der Anbieter, der die Daten zur Verfügung stellt, bietet eben nur die ersten 10. Da ich selbst Unternehmer bin, wäre meine Entscheidung dann: Anbieter wechseln oder Anbieter dazu bringen, mehr zu liefern. Wo ist das Problem? Die Daten gibt es (TR hat die z.B.).
Nächstes Problem sind die synthetischen ETFs, das verstehe ich einigermaßen, weil hier auch die Anbieter oft nicht die besten Informationen zur Verfügung stellen, und dafür kann man einen "ähnlichen" ETF verknüpfen, aber FTSE Vietnam gibt es am deutschen Markt nur als einen einzigen synthetischen ETF, und da ich hier 5-stellig investiert bin, ist das reichlich blöd, hier keine einzige Aktie in die Analyse einbeziehen zu können.
Ich werde das Produkt jedenfalls nicht kaufen und bleibe dementsprechend auch bei den kostenlosen Angeboten dem direkten Konkurrenten mit dem "J..." treu.
2. Dezember 2024
Bewertung ohne vorherige Einladung