Unterjubeln eines nie abgeschlossenen Abos
Bis dato dachte ich, ich sei ein Einzelfall – aber die Berichte lassen nur den Schluss zu, dass es wohl System beim Handelsblatt hat, seine Kunden über den Tisch zu ziehen. Habe als Student ein Abo abgeschlossen, was dann ohne Zustimmung während laufender Bescheinigung auf Verzehnfachung der Kosten umgestellt worden ist. Wenn man dann mal jemanden im Kundensupport erreicht, wird da von „war wohl unser Fehler...ändere ich...muss nur noch Rücksprache halten" gestammelt. Und weil dann nichts anderes passiert, als weiter Forderungen mit ansteigenden Mahngebühren von ihrem Inkassounternehmen Troy zu erhalten, fasst man dann nochmal nach. Da heißt es dann „nur schriftlich". Macht man ja alles für das Handelsblatt gerne nochmal und doppelt und dreifach :-( Aber als Antwort kommt dann per Mail ein rotziges Abwälzen „Schuld liegt bei Ihnen, nicht bei uns!" Nochmal: Das normale Abo hatte ich nie (!) abgeschlossen - ein entsprechender Vertrag ist mangels übereinstimmender Willenserklärungen (§§ 145 ff. BGB) also überhaupt nie zustande gekommen! All' das bringt das Handelsblatt nicht zum Umdenken; das Inkasso-Unternehmen beauftragte dann den praktischerweise im Haus sitzenden Rechtsanwalt, die Daumenschrauben weiter anzuziehen. Da ich den Vertrag über das Vollkosten-Abo nachweislich nicht abgeschlossen habe, werden wir uns wohl vor Gericht sehen und sie nachweisen müssen, wo ich etwas anderes als mein Studentenabo abgeschlossen habe (dass sie fälschlicherweise zu der Umstellung auf Vollzahler einst noch nicht mal eine Info-Mail gesendet hatten, habe ich schriftlich von denen). Als Kunde werden die mich nie wiedersehen und wann immer ich Einfluss geltend machen kann, ob Produkte des Handelsblatt-Verlags (also auch Wirtschaftswoche) bezogen werden sollten, werde ich von meinen Erfahrungen berichten, das ist klar. Was ich mich aber frage: Was denken eigentlich die Journalisten und Mitarbeitenden (außerhalb des Kundenservices und des Abo-Vertriebs), wenn die diese Berichte hier lesen? Da arbeitest du mit Herzblut für deinen Arbeitgeber und deine Leserschaft... und dann wird alles durch dieses desaströse Geschäftsgebahren kaputt gemacht. Und am Ende wird es Entlassungen geben „weil wir immer weniger Leser finden, die bereit sind, für hochwertige Inhalte zu bezahlen". Was völlig falsch ist! Die Wahrheit ist, dass die offensichtlichen Scammer fast noch „ehrlicher" sind mit ihrem Phishing, als eine solcher Traditionsverlag, dem man ja einen Vertrauensvorschuss gewährt. Ist die Geschäftsführung des Handelsblatts eigentlich dauerhaft urlaubend - oder wie ist zu erklären, dass man anscheinend keine Notwendigkeit sieht, das Geschäftsgebahren zu ändern? Rätselhaft.