DE1808229B2 - Wasserverdfinnbare Überzugsmittel für Elektrobeschichtung - Google Patents
Wasserverdfinnbare Überzugsmittel für ElektrobeschichtungInfo
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Description
In der österreichischen Patentschrift Nr. 244910
werden für die Elektrobeschichtung anodisch geschalteter leitender Gegenstände wasserverdünnbare Bindemittel
beschrieben, die durch Adduktbildung aus einem trocknenden öl und Maleinsäureanhydrid, anschließender
Copolymerisation mit Vinyltoluol und Umsetzung des Reaktionsproduktes mit einem nicht
wärmereaktiven Phenolharz sowie nachfolgender Hydrolyse der Anhydridgruppen und mindestens teilweiser
Neutralisierung mit Alkanolaminen und Diaminen hergestellt werden.
Die Copolymerisation mit Vinyltoluol soll die Empfindlichkeit des abgeschiedenen Films gegen
Wasser herabsetzen und den elektrischen Widerstand des Badserhöhen. Die Umsetzung mit dem nicht wärmereaktiven
Phenolharz dient zur Streckung und weiteren Molekulargewichtserhöhung des Polycarbonsäureharzes,
wodurch eine Erhöhung der Filmhärte erreicht werden soll. Als Amine, die zur Neutralisation
der Carboxylgruppen und damit zur Überführung des Polycarbonsäureharzes in eine wasserlösliche
Form dienen, werden Hydroxyamine, Polyamine und Monoamine verwendet, die aufgrund der Reaktionsbedingungen bei der Neutralisation auch bei der elektrophoretischen
Beschichtung im Film verbleiben und als Vernetzungskomponenten beim Härten des Films
bei erhöhten Temperaturen dienen. Diese letztere Tatsache wird in der auf die gleiche Priorität zurückgehenden
französischen Patentschrift Nr. 1356236 oder der analogen südafrikanischen Patentschrift Nr.
62/3314 besonders hervorgehoben.
In der FR-PS 1299180 sind wasserverdünnbare
Bindemittel auf der Basis von Additionsverbindungen von ungesättigten Carbonsäuren und modifizierten,
trocknenden bzw. halbtrocknenden ölen bekannt, wobei die Modifizierung auf chemischem Wege erfolgt,
z. B. durch Copolymerisation mit Styrol, Methylstyrol
oder Vinyltoluol. Eine thermische Polymerisation wird hierbei ausgeschlossen und es geht aus
diesem Stand der Technik hervor, daß die Adduktbildung von ungesättigter. Carbonsäuren mit thermisch
polymerisierten Estern ungünstig ist.
Weiter beschreibt die GB-PS 1049025 öllösliche
Ester, die an Form einer Lösung in nicht mit Wasser mischbaren Lösungsmitteln als öllösliche Phase in
wäßrigen Emulsionen vorliegen, deren wäßrige Phase ein Salz aus dem thermischen Reaktionsprodukt einer
aliphatischen α, /3-ungesättigten Carbonsäure mit dem Polyester einer solchen Fettsäure und einem Polyol
enthält. Derartige Emulsionen sind zur Herstellung von Elektrotauchlacken empfohlen, wobei jedoch
die Reaktionsprodukte als Emulgatoren, aber nicht unbedingt als Alleinbindemittel für Elektrotauchlacke
vorgesehen sind. Diese können auch keinen hohen Anforderungen an Bindemittel für diesen
Zweck entsprechen, da eine Vernetzung wegen des Fehlens ausreichender reaktiver Moicküliciic nicht
optimal erscheint.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß in bestimmter Weise thermisch polynierisierte Bindemittel
in Elektrotauchlacken hervorragende Eigenschaften ergeben, die aus dem Stand der Technik nicht ableitbar
waren.
Das erfindungsgemäße Überzugsmittel für die Elektrobeschichtung bestehend aus Wasser, einem
mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittel sowie einem Bindemittel auf der Basis von Ammonium-
und/oder Aminseifen von Addukten von trocknenden und/oder halbtrocknenden Fettsäureestern
oder Mischestern aus diesen Fettsäuren mit Harzsäuren und gegebenenfalls üblichen Pigmenten und Füllstoffen
ist dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel durch
(A) Vorpolymerisieren eines hydroxylfreien trocknenden und/oder halbtrocknenden Fettsäureesters
oder Mischester aus diesen Fettsäuren und Harzsäuren mit Polyolen bei 150 bis 300° C, gegebenenfalls
in Gegenwart von peroxidischen Polymerisationsinitiatoren, bis auf den 3- bis 30fachen Wert der Ausgangsviskosität und
(B) Umsetzen von 75 bis 90 Gew.-% des nach (A) hergestellten Reaktionsprodukts mit 10 bis
25 Gew.-% einer a, /3-ungesättigten Dicarbonsäure
oder deren Anhydrid bei 160 bis 200° C bis zu einem Gehalt von unter 0,05 % der eingesetzten
Dicarbonsäure und
(C) Neutralisieren des erhaltenen Adduktes in an
sieb bekannter Weise mit Ammoniak und/oder Aminen erhalten worden ist.
Die erfindungsgemäßen Überzugsmittel zeichnen sich außer durch einfache Herstellungsweise durch
ausgezeichnete Stabilität, sowohl in konzentrierter, als auch in verdünnter Form, selbst bei Temperaturbeanspruchung,
aus. Ein weiterer Vorteil ist die ausgezeichnete Streukraft des Bindemittels.
Zu weiteren Vorteilen der erfindungsgemäßen Überzugsmittel gehört der ausgezeichnete Verlauf der Filme beim Einbrennen, der durch den überwiegenden Anteil an langkettigen Fettsäureestern bedingt ist, sowie auch die gute Pigmentbenetzung, die es erlaubt, den Anteil an billigen Pigmenten und Verschnittmitteln wesentlich zu erhöhen, die andernfalls nicht oder nur in geringen Mengen verwendet werden können, da sie zu Störungen beim Betrieb der Elektrophoresebäder führen.
Zu weiteren Vorteilen der erfindungsgemäßen Überzugsmittel gehört der ausgezeichnete Verlauf der Filme beim Einbrennen, der durch den überwiegenden Anteil an langkettigen Fettsäureestern bedingt ist, sowie auch die gute Pigmentbenetzung, die es erlaubt, den Anteil an billigen Pigmenten und Verschnittmitteln wesentlich zu erhöhen, die andernfalls nicht oder nur in geringen Mengen verwendet werden können, da sie zu Störungen beim Betrieb der Elektrophoresebäder führen.
Die erhaltenen Überzüge zeichnen sich insbesondere durch Gleichmäßigkeit der Beschichtung, gute
Haftfestigkeit, Härte und Elastizität sowie durch hervorragende Korrosionsfestigkeit aus. Die ausgezeichnete
Wasserlöslichkeit der erfindungsgemäßen Produkte erlaubt das Arbeiten bei pH-Werten im Bereich
von 6,0-8,0, vorzugsweise 6,5-7,5 (gemessen in einer 10%igen Lösung des Harzes in destilliertem Wasser).
Besonders die Möglichkeit, bei pH-Werten unter 7,0 zu arbeiten, vermindert beim Dauerl>etrieb von
Lackieranlagen die Gefahr einer alkalischen Verseifung der Estergruppierung und dadurch einen teilweisen
Abbau des Makromoleküls.
Die hervorragende Korrosionsfestigkeit von Filmen aus den erfirsdungsgemäßen Überzugsmitteln beruht,
wie sich durch Vergleichsversuche mit dem Stand der Technik eindeutig beweisen läßt (siehe Beispiel
7), auf einem bei der notwendigen Molekülgröße erreichbaren Maximum an Doppelbindungen in den
ungesättigten Fettsäureestern, die offenbar beim Beschichtungsvorgang an der Anode durch sich bildenden
atomaren Sauerstoff einer Hydroperoxydierung, Epoxydierung oder Hydroxylierung unterliegen, womit
zusätzliche Vernetzungsmöglichkeiten über die Carboxylgruppen geschaffen werden. Bei den bisherigen
Bindemitteln wurden gerade diese reaktionsfähigen Stellen durch Copolymerisation und Streckung
dieser Reaktionsmöglichkeit entzogen. Bei einer eventuellen Verseifung der Filme, wie sie ;t. B. bei alkalischer
Beanspruchung erfolgt, werden somit auch keine Bruchstücke mit relativ niedrigem Molekulargewicht
freigelegt, wie dies bei einer Verknüpfung von Produkten mit niedrigem Molekulargewicht, z. B. mit
Alkanolaminen und Polyaminen, eintritt.
Als wassertolerante Lösungsmittel 2 können verwendet werden: Ketone, wie Aceton, Methyläthylketon;
tertiäre Alkohole, wie tert.-ButanoI, tert.-Pentanol,
Diacetonalkohol; Äther, wie Tetrahydrofuran, Dioxan und Dialkoxyderivate der Glykole, z. B. Diäthylenglykoldiäthyläther,
etc. Außerdem sind auch Dimethylsulfoxyd und Dimethylformamid verwendbar.
In untergeordneten Mengen können auch sekundäre Alkohole, wie Isopropanol, sek. Butanol, 1-Butoxypropanol-2,
Dipropylenglykol, Cyclohexanol, verwendet werden. Als Fettsäureester zur Herstellung
des Kondensationsprodukts in 3 eignen sich die hydroxylfreien Ester von Polyolen (wie Äthylenglykol,
Propylenglykol, 2,2-Dimethylpropandiol-l,3, Glyzerin, Trimethyloläthan, Pentaerythrit, gegebenenfalls
hydroxylgruppenhaltige Polymerisate) mit konjugierte oder isolierte Doppelbindungen tragenden geradkettigen
oder verzweigten Monocarbonsäuren mit 8-24 Kohlenstoffatomen. Bevorzugt werden die natürlichen
trocknenden oder halbtrocknenden öle, wie > Leinöl, Sojaöl, Holzöl, Sonnenblumenöl, Saffloweröl,
Baumwollsaatöl, Oiticiacaöl, Perillaöl sowie deren iyomerisierte Veredlungsprodukte. Besonders bevorzugt
werden Gemische dieser genannten öle mit dehydratisiertem Rizinusöl.
ι« Weiters sind verwendbar hydroxylfreie Mischester
der genannten Monocarbonsäuren mit 8-24 Kohlenstoffatomen mit Harzsäuren des Kolophoniums oder
Tallöls, wobei diese in Mengen bis zu 30%, bezogen auf die Gesamtmenge an Carbonsäure, eingesetzt
r> werden können.
Eine anteilige Verwendung von gesättigten Monocarbonsäuren bis zu maximal 20% ist möglich.
Für die Herstellung der Mischester können auch untergeordnete Mengen von nicht dienophilen Dicar-
Jd bonsäuren, wie die isomeren Phthalsäuren, Adipinsäure,
dimere Fettsäuren, etc. verwendet werden.
Als a„ /3-äthylenisch ungesättigte Dicarbonsäure
wird bevorzugt Maleinsäure bzw. Maleinsäureanhydrid sowie Fumarsäure und Itaconsäure verwendet.
j> Als Stückstoffbasen zur Bildung der Seifen eignen
sich neben Ammoniak vor allem tertiäre und sekundäre Alkylamine wie Trimethylamin, Triäüiylamin,
Diäthylamin, Diisopropylamin, Dibutylamin, Morpholin, N-Methylmorpholin und Piperidin. Bevorzugt
«ι werden die tertiären Alkylamine.
Sofern die Fettsäureester, die zum Aufbau der Komponente 3 dienen, nicht natürliche Triglyceride
sind, erfolgt ihre Herstellung in bekannter Weise, wobei ein Gehalt an freien Hydroxylgruppen im Endpro-
r. dukt entsprechend einer Hydroxylzahl von unter 8 als
hydroxyllxei im Sinne der Erfindung verstanden werden soll.
Die Vorpolymerisation der hydroxylfreien Fettsäureester bzw. Mischester auf den 3- bis 30fachen, vor-
4(1 zugsweise 3- bis 1 Ofachen Wert der Anfangsviskosität
erfolgt bei Temperaturen zwischen 150-300° C, gegebenenfalls
unter Mitverwendung von peroxydischen Initiatoren, x. B. Di-tert. Butylperoxyd, Di-Benzoylperoxyd.
Die angestrebte Viskosität soll um so höher
π sein, je geringer die Menge der im weiteren eingesetzten dienophilen Komponente ist.
Es ist unter Umständen von Vorteil, die bei der Polymerisation gegebenenfalls auftretenden sauren
Spaltproclukte vor der Umsetzung mit der dienophilen
,ο Komponente durch Veresterung mit einem der genannten
Polyole in den hochmolekularen Verband zurückzuführen.
Die Umsetzung mit der dienophilen Komponente erfolgt in bekannter Weise bei 160-220° C, wobei im
,--, Reaktionsprodukt ein Gehalt an freier, nicht reagierter
dienophiler Komponente unter 0,05% der eingesetzten Menge angestrebt wird.
Bei der vorzugsweisen Verwendung von Maleinsäureanhydrid als dienophile Komponente hat es sich
mi als vorteilhaft erwiesen, die Anhydridgruppen im Anschluß
an die Adduktbiidung möglichst quantitativ zu hydrolisieren. Die Hydrolyse erfolgt mit der etwa
l,5fachen stöchiometrischen Menge Wasser, gegebenenfalls unter Mitverwendung eines tertiären Alkyl-
h-, amins, bei Temperaturen zwischen 30 und 100° C.
Die Hydrolyse kann in An- oder Abwesenheit eines geeigneten Lösungsmittels erfolgen.
Die Neutralisation erfolgt im Anschluß daran bei
Temperaturen zwischen 20—50° C bis zur Erzielung
einer für die Anwendung ausreichenden Wasserlöslichkeit. Der Zusatz weiterer wassertoleranter Lösungsmittel
richtet sich nach den Erfordernissen der Praxis.
Das Aufbringen der erfindungsgemäßen Überzugsmittel durch Elektrophorese erfolgt nach den
üblichen Methoden, in pigmentierter oder unpigmentierter Forin in einer Konzentration von 5—25 % Harzfestkörper.
Es können alle für die Elektrophorese üblichen Pigmente und Füllstoffe verwendet werden.
Eine Mischung von 200 g Leinöl und 200 g dehydratisiertem Rizinusöl mit einer Ausgangsviskosität
von 90 cP/20" C wird unter Schutzgas auf 280° C erhitzt
und bei dieser Temperatur gehalten, bis eine Viskosität von 500 cP/20° Cerreichtist.Eei200° Csetzt
man 100 g Maleinsäureanhydrid zu und hält die Temperatur,
bis der Gehalt an freiem Maleinsäureanhydrid unter 0,05% gefallen ist. Man setzt 20 g Holzöl
zu und hält eine Stunde bei 180° C. Nach Kühlen auf 100° C, verdünnt man mit 100 g Diacetonalkohol und
hydrolisiert bei 90° C mit 27 g Wasser und 40 g Triäthylamin. Mit weiterem Diacetonalkohol verdünnt
man auf 75% Festkörpergehalt.
Zur Untersuchung des elektrophoretischen Beschichtungsverhaltens
des erzeugten Überzugsmittels werden 270 g 75 %iges Harz mit 66 g Eisenoxydrot auf einem Dreiwalzenstuhl gerieben, mit 18 g Triäthylamin
neutralisiert und mit destilliertem Wasser auf 2000 g Gesamtgewicht verdünnt. Mit weiterem
Triäthylamin wird das Bad auf einen pH-Wert von 6.8 eingestellt. Das Lackbad wird in einem 2 1 fassenden
zylindrischen Metallbehälter von 15 cm Durchmesser gefüllt, der als Kathode geschaltet ist. Über
eine Gleichstromquelle als Anode geschaltet, taucht ein phosphatisiertes Stahlblech von 200 cm2 Oberfläche
in das Lackbad ein. Bei 160 V scheidet sich innerhalb
einer Minute ein zäher Film ab, der nach Spülen mit Wasser und halbstündiger Härtung bei 180° C
eine Dicke von 20 μ hat. Der Film ist hart, elastisch und von ausgezeichneter Beständigkeit gegen Salznebel.
Das Harz hat ein elektrochemisches Äquivalentgewicht von weniger als 500 (bestimmt nach der Methode
der österreichischen Patentschrift Nr. 244910,
Seite 3, Zeile 46ff.).
Für den Dauerbetrieb von Elektrotauchbädern wird das Bindemittel in der 75 %igen Anlösung bzw.
eine daraus hergestellte Farbpaste, ohne oder nur mit geringerer weiterer Zugabe von Triäthylamin als
Nachgabematerial eingesetzt.
In manchen Fällen hat sich der Zusatz von Antioxydantien, z. B. auf Basis phenolischer Substanzen,
als vorteilhaft erwiesen.
Bei der Beschichtung von Nichteisenmetallen beschleunigt ein Zusatz von Schwermetallionen, z. B.
Fe", Fe"1, Co", Pb", Mn", die Härtung beim Einbrennvorgang.
Eine Mischung aus 300 g dehydratisiertem Rizinusöl, 60 g Leinöl, 90 g Kolophonium und 11 g Glyzerin
wird bei 250° C bis auf eine Säurezahl unter 3 verestert. Die Viskosität des Mischesters beträgt
300 cP/20°C. Er wird bei 265 ° C polymerisiert, bis die Viskosität 1000 cP/20° C betragt. Bei 200° C
werden 100 g Maleinsäureanhydrid zugesetzt und das Reaktionsgemisch so lange bei 200° C gehalten, bis
der Gehalt an freiem Maleinsäureanhydrid unter
> 0,05 % gefallen ist. Das Kondensationsprodukt wird
bei 100° C mit 110 g Diacetonalkohol verdünnt und bei 90° C mit 27 g Wasser und 5 g Triäthylamin
2 Stunden hydrolisiert. Mit weiterem Diacetonalkohol
wird auf 75% Harzgehalt verdünnt.
ι« 270 g der 75%igen Harzlösung werden mit 66 g Eisenoxydrot auf einem Dreiwalzenstuhl gerieben,
mit 23 g Triäthylamin neutralisiert und mit deionisiertem Wasser auf ein Gesamtgewicht von 2000 g verdünnt.
Der pH-Wert der Lösung wird mittels Trij äthylamin auf 7,5 eingestellt. Die weitere Anwendung
erfolgt wie in Beispiel 1 beschrieben.
Zum Nachweis des technischen Fortschritts gegen-
-'" über dem Stande der Technik wird eine Mischung von
300 g dehydratisiertem Rizinusöl, 60 g Leinöl, 90 g Kolophonium und 11 g Glyzerin auf eine Säurezahl
unter 3 bei 250° C verestert. Die Viskosität des Mischesters beträgt 300 cP/20° C. Bei 200° C wer-
r> den 100 g Maleinsäureanhydrid zugesetzt. Bei dieser
Temperatur wird das Reaktionsprodukt so lange gehalten, bis der Gehalt an freiem Maleinsäureanhydrid
unter 0,05% gesunken ist. Bei 160° C werden innerhalb
von 2 Stunden 120 g Vinyltoluol in Mischung mit
in 3 g Di-tert. Butylperoxyd zugegeben, und die Reaktion
durch Erhitzen auf 180° C vervollständigt. Das Reaktionsprodukt wird bei 100° C in 135 g Diacetonalkohol
gelöst und bei 90° C mit 27 g Wasser und 5 g Triäthylamin während 2 Stunden hydrolisiert. Mit
i-, weiterem Diacetonalkohol wird auf 75 % Harzgehalt
verdünnt. Die weitere Verarbeitung und Anwendung erfolgt wie in Beispie! ! beschrieben.
Im Beispiel 7 wird dieses Produkt mit den erfindungsgemäßen Überzugsmitteln verglichen.
Eine Mischung von 300 g Sojaöl und 200 g dehydratisiertem Rizinusöl, die eine Viskosität von 90 cP/
20° C hat, wird bei 220° C unter Zugabe von jeweils
4) 0,5 Di-tert. Butylperoxyd in Abständen von 2 Stunden
so lange gehalten, bis die Viskosität 500 cP/20° C beträgt. Bei 200° C werden 100 g Maleinsäureanhydrid
zugesetzt und die Temperatur gehalten, bis der Gehalt an freiem Maleinsäureanhydrid unter 0,05 %
-,Ii gefallen ist. Bei 80° C wird das Harz mit 120 g tert.
Butanol verdünnt und mit 27-g Wasser und 30 g Triäthylamin 2 Stunden lang hydrolisiert. Die weitere
Verarbeitung und Anwendung erfolgt wie in Beispiel 1 beschrieben.
90 g Leinöl, 90 g dehydratisiertes Rizinusöl, 60 g dehydratisierte Rizinusölfettsäure und 60 g Kolophonium
werden mit 13 g Pentaerythrit bei 265-270° C
bü verestert, bis die Säurezahl unter 10 sinkt. Die Viskosität
des Mischesters beträgt 100-110 cP/20° C. Bei
280-285 ° C wird dieser Mischester vorpolymerisiert, b;s eine Viskosität von 350-400 cP/20° C erreicht
wird. Bei 180° C gibt man 100 g Maleinsäureanhydrid
bi zu und hält 190-195° C, bis 85-90% des eingesetzten
Maleinsäureanhydrids gebunden sind. Man fügt 50 g Holzöl zu und hält 1-2 Stunden 190-195° C, bis der
Anteil an freiem Maleinsäureanhydrid unter 0,05%
gesunken ist. 450 g dieses Addukts werden mit eimer
Mischung aus 27 g Wasser und 1 g Triäthylamin versetzt und so hinge unter Rühren auf 95-1000C gehalten, bis im Iiifrarotspektrum keine freien Anhydridgruppen mehr erkennbar sind. Dann wird mit 63 g r>
Diacetonalkohol gelöst und mit 40-45 g Diäthylarnin der pH-Wert auf 6,9-7,1 (gemessen in 10%iger wäßriger Lösung) eingestellt.
Zur Hersteilung eines pigmentierten Überzugsmittels werden 240 g Harzlösung 5), 83%ig, mit 70 g
Eisenoxydrot: auf einer Dreiwalze angerieben. In diese Paste wird ein Gemisch von 100 g Wasser und 20 g
Diethylamin eingerührt und 1660 g Wasser gut verteilt. Der pH-Wert wird mit Diäthylamin auf 7,0 eingestellt. Die Elektrobeschichtung erfolgt analog Bei- ι ">
spiel 1, der Film wird jedoch 30' bei 160° C eingebrannt. Er ist glänzend und hart, sehr elastisch
und weist eine gute Haftfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen chemische und mechanische Beanspruchung auf.
Durch Schwermetallsalze, z. B. Fe-Oxalat, ist es in
vielen Fällen möglich, die Einbrenntemperatur für elektrophoretisch aufgetragene Filme ohne wesentliche Verminderung der Härte zu senken. Die Schwermetallionen können auch durch entsprechende Fig- 2>
mentierung eingebracht werden.
Ein Gemisch von 920 g Leinölfettsäure, 220 g dehydratisierter Rizinusölfettsäure und 138 g Pentaery-
thrit wird bei 245-250 ° C bis auf eine Säurezahl unter 7 verestert. !Die Viskosität des Mischesters beträgt
90-110cP/2U° C. Der Ester wird bei 280-285° C bis
zu einer Viskosität von 280-350 cP/20° C vorpolymerisiert. An 500 g dieses Esters werden bei 200° C r>
100 g Maleinsäureanhydrid adduziert, bis der Gehalt an freiem Maleinsäureanhydrid auf 0,05 % gesunken
ist. Man kühlt auf 90° C und setzt ein Gemisch von 25 g Wasser und 1 g Triäthylamin zu und hält
1-2 Stunden bei 95-100° C, bis im Infrarotspektrum keine freien Anhydridgruppen mehr nachweisbar
sind. Dann verdünnt man mit 94 g Diacetonalkohol. Man neutralisiert mit 55-60 g Diäthylamin bis zu einem pH-Wert von 7,0-7,2 (gemessen in 10%iger Lösung).
Die weitere Verarbeitung und Anwendung erfolgt analog Beispiel 5.
Vergleich der Produkte aus den Beispielen 1—3 mit dem Stand der Technik (Beispiel 1 der österr. Patentschrift Nr. 244910):
| I | II | III | IV | V | |
| Ela | Härte | Salz | Be | Um | |
| stizi | sprüh | schich | griff | ||
| tät | test | tung | |||
| ASTM | |||||
| B117-61 | |||||
| Bsp. 1 | 1 | 2 | 3 | 1 | 18 |
| Bsp. 2 | 2 | 2 | 3 | 3 | 17 |
| Bsp. 3 | 3 | 2 | 10 | 3 | 17 |
| Bsp. 1 | 3,5-4 | 2 | totale | 2 | 8 |
| ÖP 244910 | Ablösung |
Bewertungsschema für I, II und IV: 1-5 (1 bester Wert)
Salzsprühtest nach ASTM B 117-61: Korrosionsangriff in mm nach 170 Stunden.
Umgriff:
Ein Kunststoffzylinder von 6 cm Durchmesser und 1 1 Inhalt mit einer scheibenförmigen Kathode desselben Durchmessers an der Basis wird mit dem zu untersuchenden Material gefüllt. Als Anode geschaltet,
taucht ein Bandblechstreifen von 5 cm Breite in das Probematerial ein. Das Ende des Streifens ist 2 cm
von der Kathode entfernt. Die elektrischen Bedingungen für die Abscheidung werden so gewählt, daß
sich am unteren Ende des Blechstreifens eine Schichtdicke von 20 μ ergibt. Entlang des Streifens nimmt
die Schichtdicke mit zunehmender Entfernung von der Kathode ab. Man mißt die Strecke zwischen 20 μ
und 10 μ in cm. Je langer diese Strecke ist, desto besser
ist der Umgriff des Uberzugsmittels.
Claims (3)
1. Überzugsmittel für die Elektrobeschichtung, bestehend aus Wasser, einem mit Wasser mischbaren
organischen Lösungsmittel sowie einem Bindemittel auf der Basis von Ammonium- und/
oder Aminseifen von Addukten von trocknenden und/oder halbtrocknenden Fettsäureestern oder
Mischestern aus diesen Fettsäuren mit Harzsäuren und gegebenenfalls üblichen Pigmenten und Füllstoffen,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel durch
(A) Vorpolymerisieren eines hydroxylfreien trocknenden und/oder halbtrocknenden
Fettsäureesters oder Mischester aus diesen Fettsäuren und Harzsäuren mit Polyolen bei
150 bis 300° C, gegebenenfalls in Gegenwart von peroxidischen Polymerisationsinitiatoren,
bis auf den 3- bis 30fachen Wert der Ausgangsviskosität und
(B) Umsetzen von 75 bis 90 Gew.-% des nach (A) hergestellten Reaktionsprodukts mit 10
bis 25 Gew.-% einer α, ^-ungesättigten Dicarbonsäure
oder deren Anhydrid bei 160 bis 220° C bis zu einem Gehalt von unter 0,05 %
der eingesetzten Dicarbonsäure und
(C) Neutralisieren des erhaltenen Addukts in an sich bekannter Weise mit Ammoniak und/
oder Aminen erhalten worden ist.
2. Überzugsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Stufe (B) 80 bis 85 Gew.-%
des nach (A) hergestellten Reaktionsprodukts mit 15 bis 20 Gew.-% der Dicarbonsäure oder deren
Anhydrid umgesetzt worden sind.
3. Überzugsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel durch
(A) Vorpolymerisieren einer Mischung von 25 bis 50 Gew.-% dehydratisiertem Rizinusöl und
50 bis 75Gew.-% Leinöl auf 400 bis 1000cP/20°C und
(B) Umsetzen von 80 bis 85 Gew.-% dieser Mischung mit 15 bis 20 Gew.-% Maleinsäureanhydrid
erhalten worden ist.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1808229A1 DE1808229A1 (de) | 1969-07-10 |
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| DE1808229C3 DE1808229C3 (de) | 1979-11-29 |
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ID=3622099
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| JP (1) | JPS498924B1 (de) |
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