DE1266618B - Verfahren zur Regelung fuer das Feinmahlen von Mahlgut unterschiedlicher Mahlbarkeit bei konstanter Aufgabenmenge - Google Patents
Verfahren zur Regelung fuer das Feinmahlen von Mahlgut unterschiedlicher Mahlbarkeit bei konstanter AufgabenmengeInfo
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Description
- Verfahren zur Regelung für das Feinmahlen von Mahlgut unterschiedlicher Mahlbarkeit bei konstanter Aufgabenmenge Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung für das Feinmahlen von Mahlgut unterschiedlicher Mahlbarkeit, wobei das Mahlgut zunächst einer Schnelläufermühle, z. B. einer Schlägermühle, zugeführt wird und danach eine Rohrmühle passiert, während die Austräge beider Mahlaggregate einem Sichter zugeführt werden, welcher die Grieße direkt an die Rohrmühle abgibt.
- Es ist ein Verfahren bekanntgeworden, bei dem das Mahlgut in einer Mühle zerkleinert wird, z. B. in einer Trommelmühle mit autogener Vermahlung. Das Regeln des Feinheitsgrades des Mahlproduktes soll dabei in Abhängigkeit von den physikalischen Eigenschaften des Mahlgutes, das im wesentlichen in gleichbleibender Menge und Stückgröße zugeführt wird, in dem Sinn gesteuert werden, daß bei gröber werdendem Mahlprodukt die Drehzahl verringert und bei feiner werdendem Mahlprodukt erhöht wird. Die Feinheit des Mahlproduktes soll hierbei aus der Belastung des Antriebsmotors eines der Mühle nachgeschalteten Klassierers bestimmt werden.
- Nun ist es aber bekanntlich sehr schwierig, die Mahlleistung einer Rohr oder auch einer Trommelmühle zu regeln, da eine solche Regelung zu träge arbeitet, um ein Vollaufen der Mühle rechtzeitig zu verhindern. Bevor nämlich der Sichter ein Zuviel oder Zuwenig an Feinkorn anzeigt, kann durch die Aufgabe mehr Mahlgut zugeflossen sein, als die Mühle normalerweise verarbeiten kann. Nach dem bekanntgewordenen Verfahren soll die Mühle, wenn sie härteres Gut erhält, mit verringerter Drehzahl arbeiten. Durch die verminderte Drehzahl wird zwangläufig aber die Mahlleistung herabgesetzt, und da das Mahlgut in gleichbleibender Menge und Stückgröße weiterhin zugeführt werden soll, so kann dieses, wenn die Zuführung härteren Gutes über eine längere Zeiteinheit geschieht, auch zu einem Volllaufen der Mühle führen.
- Nach einem anderen Verfahren ist es bekannt, Mühlen mit umlaufenden Schlagwerkzeugen so zu steuern, daß die Drehzahl der Mühle abhängig ist von der Art des Aufgabegutes, und zwar in dem Sinn, daß bei Aufgabe eines Gutes höherer Bruchfestigkeit die Drehzahl erhöht wird. Dieser Leistungsänderung sind jedoch durch erhöhten Verschleiß Grenzen gesetzt. Prinzipiell ist es aber möglich, mit einer Schnelläufermühle Mahlgut stark unterschiedlicher Beschaffenheit auf Rohrmühlenfeinheit zu mahlen.
- Um diese Schwierigkeiten zu umgehen, sind zahlreiche Entwicklungen bekanntgeworden. Eine besteht darin, bei einer Schlagmühle-Rohrmühle-Kombination die Beschickung der Schlagmühle in Abhängigkeit von der Mahlbarkeit des Materials zu steuern, d. h. bei Auftreten von schwermahlbarem Gut weniger aufzugeben, wobei die Mahlbarkeit aus Meßwerten der Schlagmühle bestimmt wird. Der Austrag der Schlagmühle ist dann gleich der jeweiligen optimalen Beschickungsmenge der Rohrmühle. Im allgemeinen arbeiten jedoch die Aggregate derartiger Mühlenkombinationen unabhängig voneinander, wobei die Schlagmühle einen Vorrat schafft und ein Bunker dazwischengeschaltet ist.
- Bei einer weiteren Schlagmühle-Rohrmühle-Kombination hat man den Mahlstufen eine Sichtstufe nachgeschaltet. Wird hierbei der vom Sichter abgegebene Feinanteil geringer, so erhöht sich der an die Rohrmühle abgegebene Grobkomanteil. Rohrmühlen sind aber bekanntlich während des Betriebes nicht leistungsveränderlich. Durch eine Änderung der Drehzahl von Rohrmühlen fällt die Leistung zwangläufig ab, da Rohrmühlen auf ihre optimale Mahlleistung durch Auswahl des Rohrdurchmessers, der Drehzahl, der Art und Menge der Kugelfüllung, Ausbildung der Panzerung usw. ausgelegt sind. Es ist nur möglich, eine Leistungsänderung durch Steuerung der Materialzufuhr zu erreichen.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, konstante Mengen an Mahlgut dem Mahlsystem zuzuführen und die gleichen Mengen kontinuierlich als Feinmahlgut gleichmäßiger Körnung zu gewinnen, und zwar unter weitgehender Schonung der Schlägermühle und optimaler Ausnutzung der Rohrmühlenleistung.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß bei gleichbleibender Aufgabenmenge die Menge des aus der Klassierstufe ausgetragenen Feingutes auf die Mahlleistung der Vormahlstufe in dem Sinn einwirkt, daß bei Abnehmen der Feingutmenge die Mahlleistung erhöht und bei zunehmender Feingutmenge vermindert wird.
- Der Fertiggutaustrag des Sichters wird stets dann absinken, wenn Anteile schwer mahlbaren Gutes das Mühlensystem durchlaufen. Parallel mit der Verringerung des Fertiggutaustrags wird eine Erhöhung des Anteils der Grieße stattfinden, die der Rohrmühle zugeführt werden. Erhöht man nun erfindungsgemäß die Mahlleistung der Schlägermühle, z. B. durch Erhöhung der Schlagfolge pro Zeiteinheit, so wird der Anteil der Grieße aus dem Sichter zurückgehen und der Feinanteil sich dem Sollwert nähern. Sobald die Schlägermühle durch die Beschickung leicht mahlbares Gut erhält, wird der Feinanteil den Sollwert überschreiten, daraufhin wird die Mahlleistung der Schlägermühle verringert.
- Durch die nur zeitweise starke Beanspruchung der Schlägermühle kann der Verschleiß in erträglichen Grenzen gehalten werden.
- Die Steuerung der Schlägermühle erfolgt in Abhängigkeit vom Feingutaustrag durch an sich bekannte Regeleinrichtungen, die volumetrische oder gravimetrische Meßwerte berücksichtigen können. Der Regeleingriff selbst kann, wie erwähnt, durch Erhöhung der Schlagfolge und unter Umständen durch Verstellung der Mahlroste erfolgen.
- Die Anpassung der Schnelläufermühle an das unterschiedliche Mahlgut erfolgt sehr rasch, da das Material sowohl die Schlagmühle als auch den Sichter sehr schnell passiert.
- Die Erfindung ist an Hand einer schematischen Darstellung erläutert. Sie zeigt eine Schlägermühle 1 und eine Rohrmühle 2. Der Schlägermühle wird das Mahlgut aus einem Bunker 3 über eine Zuteilvorrichtung 4 zugeführt und fließt in zerkleinerter Form einem Höhenförderer, z. B. einem Becherwerk 5, zu, welches das Gut an einen Sichter 6 weitergibt, über den das Fertiggut durch den Feingutaustrag 7" über eine Bandwaage 10 abgeführt wird, während der Grobanteil über eine Zuführung 8 an die Rohrmühle 2 weitergegeben wird, die ihr Mahlgut an den Höhenförderer 5 abgibt. Das Gewicht des Feingutaustrages wird an einen Regler 9 gemeldet, welcher die Feinmahlleistung der Schlägermühle 1 entsprechend steuert.
Claims (2)
- Patentansprüche: 1. Verfahren zur Regelung eines aus Vormahlung und Feinmahlung bestehenden Mahlprozesses, insbesondere für Mahlgut unterschiedlicher Mahlbarkeit, bei dem die Vormahlstufe und die Feinmahlstufe derart hintereinandergeschaltet sind, daß ihre Ausläufe einer gemeinsamen Klassierstufe zugeführt werden und der hier ausgeschiedene Grießanteil der Feinmahlstufe zuläuft, dadurch gekennzeichnet; daß bei gleichbleibender Aufgabemenge die Menge des aus der Klassierstufe ausgetragenen Feingutes als Regelgröße dient, die auf die Mahlleistung der Vormahlstufe in dem Sinn einwirkt, daß bei abnehmender Feingutmenge die Mahlleistung erhöht und bei zunehmender Feingutmenge vermindert wird.
- 2. Anlage zur Durchführung des Regelverfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus .einer Schlägermühle und einer nachgeschalteten Rohrmühle, deren Ausläufe mit einem gemeinsamen Sichter verbunden sind, dessen Grießauslauf in die Rohrmühle mündet, dadurch gekennzeichnet, daß der Feingutauslauf (7) des Sichters (6) mit einer Bandwaage (10) versehen ist, die über einen Regler (9) mit einer Verstelleinrichtung für die Rotordrehzahl der Schlägermühle (1) verbunden ist. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 1151719; deutsche Auslegeschriften Nr.1161111, 1088 327; deutsches Gebrauchsmuster Nr. 1746 304.
Priority Applications (9)
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