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Naßmahlverfahren für MahIgut mit vorzugsweise kristallinem Aufbau
Die Erfindung bezieht sich auf ein Naßmahlverfahren fü# Mahlgut mit vorzugsweise
kristallinem Aufbau, z. B. Erz, bei dem das zu vermahlende Rohgut, eine wäßrige
Trübe teilweise gemahlenen Gutes sowie Frischwasser einer rotierenden Mahltrommel
mit stufenlos steuerbarer Drehzahl für autogene Ver-Mahlung zugeleitet werden und
aus der Trommel eine wäßrige Trübe abgeleitet wird, deren Dichte durch Steuerung
des Frischwasseranteils auf dem 0,5- bis 0,7fachen Wert der Dichte des Rohgutes
gehalten wird, wobei aus der Trübe die nicht fertiggemahlene Grobgutfraktion abgetrennt
und der Mahltrommel erneut zugeleitet und das fertiggemahlene Gut der weiteren Verarbeitung
zugeführt wird. Autogene Vermahlung bezieht sich in diesem Zusammenhang insbesondere
auf solche Zerkleinerungsverfahr en, bei de.nen das Gut, das aus einem beliebigen
Gemisch aus gröberen und feineren Stücken besteht, vor seiner Vermahlung keiner
oder nur einer geringen Vorzerkleinerung'unterworfein wird, so daß das Zerkleinern
auf die erwünschte Korngröße hauptsächlich in einer Mahlkammer erfolgt, in der das
Gut ohne Anwesenheit fremder Mahlkörper als Brech- und Mahlkörper wirkt und sich
dadurch selbst bricht und zermahlt.
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Um das Mahl- und Klassiersystem im Gleichgewicht zu halten und Unregelmäßigkeiten
in bezug ätii. die Trübendichte und die zirkulierende Belastung des Systems automatisch
weitgehend auszugleichen, war es bei derartigen Verfahren bereits,bekannt, die einzelnen
Verfahrensgrößen abzutasten, zu registrieren und miteinander zu vergleichen, wodurch
übei Verstellorgane die Verfahrensbedingungen verändert werden konnten, wie z. B.
der Wasserzulauf zur Mahltrommel, die Menge der nach dem ersten Klassiervorgang
der Mahltrommel erneut zugeleiteten Grobgutfraktion usw. Um das Mahl-- und Klassiersystem
bei den bekannten Verfahren jedoch im Gleichgewicht halten zu können und Unregelmäßigkeiten
ausgleichen zu können,-was es Voraussetzung, daß z. B. das-zugeführte Erz stets
im wesentlichen die gleichen Mahleigenschaften aufwies.
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Änderten sich jedoch beispielsweise die Größenverteilung, die Dichte
oder Sprödigkeit des zugeführten Rohgutes, so beeinflußte dies infolge der veränderten
Mahleigenschaften die zirkulierende Belastung des Mahlsystems für längere Zeit so
empfindlich, daß die vorerwähnten Regeleingriffe keinen Ausgleich mehr zu schaffen
vermochten.
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Es ist Zweck der Erfindung, diesem Nachteil abzuhelfen und ein Verfahren
zu schaffen, bei dem eine Anpassung des Mahlsystems an die erwähnten Mahleigenschaften
möglich ist. Dies geschieht entsprechend der Erfindung dadurch, daß die Menge des
fertiggemahlenen oder teilweise gemahlenen, aus der Mahltrömmel in der Trübe abgeleiteten
Feststoffes durch Steuerung der Mahltrommeldrehzahl a f e nem konstanten
und der Menge des zugespeisten Rohgutes entsprechenden Wert gehalten wird, wobei
die Drehzahl bei zunehmender Feststoffmenge erhöht und bei abnehmender Feststoffmenge
verringert wird.
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Die Erfindung bezieht. sich weiterhin auf eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens, die in bekannter Weise aus einer drehbaren Mahltrommel mit vorgeschalteter
Transportvorrichtung zum Zuführen des zu mahlenden Rohguts und einer Frischwasserzuleitung
mit Steuerventil sowie aus mindestens einem nachgeschalteten Klassierer zum Abscheiden
und Ableiten fertiges Mahlgut enthaltender und zum Rückführen teilweise gemahlenes
Gut enthaltender Trübe zur Mahltrommel besteht, wobei dem ersten K'Iassierer eine
Vorrichtung zum Messen der Dichte der aus der Trommel abgeleiteten Trübe vorgeschaltet
ist, die über das Steuerventil den Frischwasseranteil in der Weise steuert, daß
die Trübendichte das 0,5- bis 0,7fache der Dichte des der Trommel zugeführten
Rohgutes beträgt. Gemäß der Erfindung ist die Vorrichtung gekennzeichnet durch Meß-
und Auswertungsvorrichtungen zum Bestimmen der aus der Mahltrommel pro Zeiteinheit
in der Trübe abgeleiteten
Feststoffmenge sowie durch ein Vergleichsorgan,
das die abgeleitete Feststoffmenge mit, der Menge des der Trommel zugeführten Rohgutes
vergleicht und auf einen Regler einwirkt, durch den die Drehzahl der Mahltrommel
in der Weise steuerbar ist, daß die aus der Txdiümel- abgeleitete Mahlgutmenge der
zugeführten Rohgutmenge entspricht.
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Neben den bekännten Regejungsmaßnahmen, die in erster Linie daräe.
abzielten, in der Zusammen
setzung des endgül#gen Produktes Wirkungen durch
geringe Änderungen vor allem in der zirkulierenden Gutmenge sowie in der Wassermenge
auszugleichen und diesen Wirkungen entgegenzuwirken, wird nach der Erfindung somit
' noch die Drehzahl der Mühle, zweckmäßig durch auf der zirkulierenden Gutmenge
basierenden Impulse gesteuert werden -kann, als ein regelndes Moment eiiigesetzt,
um auch bei sehr kräftigen Schwankungen der Mahleigenschaften des Erzes eine vorbestimmte
Si-ebanalyse des Mahlproduktes zu ermöglichen.
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Die neue Vorrichtung ist weiterhin dadurch gekennzeichnet, daß der
Mahltrommel als Klassierer zwei Hydrozyklone in der Weise nachgeschaltet sind, daß
die im ersten Hydrozyklon abgetrennte Feingutfraktion dem Eingang des zweiten Hydrozyklons
zugeleitet wird, wobei dem Feingutauslaß des zweiten Hydrozyklons ein T endichtemesser
nachgeschaltet ist, der über eine Regelvorrichtung auf das Stellventil einer vor
dem zweiten Hydrozyklon mündenden Frischwasserleitung einwirkt.
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Diese Klassierung.i - n zwei Stufen in Zyklonen hat gegenüber
der Klassierung in entweder einer Stufe in Zyklonen oder anderen» Klassiervorrichtungen
oder in zwei Stufen in anderen Apparaten oder in solchen in Kombinationen mit Zyklonen
große Vorteile. Die Vorteile liegen darin, daß die Charge von der Mühle zunächst
dem ersten Hydrozyklön zugeleitet wird, um eine ausgesprochen grobe Fraktion abzutrennen,
die zur Mühle zurückgeleitet wird, während die endgültige Feinabscheidung fertig
gemahlenen Gutes im zweiten Zyklon nach einem automatisch angepaßten Wasserzusatz
erfolgt, der von der gewünschten Dichte der fertiggemahlenen Charge abhängig ist.
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Das neue Verfahren wird an Hand der Zeichnung näher erläutert, die
eine Vorrichtung zum einstufigen Mahlen von bleihaltigem Sandsteinerz dargestellt,.
das ein spezifisches Gewicht von 2,8 und eine einzusetzende größte Stückgröße
von etwa 400 mm hat und ein Mahlprodukt ergibt, von welchem 80% durch ein
Sieb mit 0,074 rnni Maschenweite passieren, wobei die fertiggemahlene Erztrübe eine
Verdünnung von 1,5 Gewichtsteile Wasser auf. 1 Gewichtsteil Erz hat,
was einer Dichte von 1,33 entspricht.
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Durch ein Förderband 24 wird einer Mühle 1 von einem Lagerbehälter
25 entweder Erz, das in ver-'schiedenen Fraktionen abgesiebt und dann in
einem gewissen Verhältnis wieder vereinigt worden ist, oder ungesiebtes Erz mit
einer annähernd konstanten Zuführgeschwindigkeit, z. B. 20 t/h, zugeführt, wobei
diese Geschwindigkeit auf einen gewünschten Wert eingestellt und an einer Wiegevorrichtung
26 registriert wird. Das Erz hat dabei nur ein geringes Vorbrechen zum Zerkleinern
größerer klumpenförmiger Stücke erfahren. Die Mühle 1 wird übei Getriebekästen
12 und Zahnradantriebe 11, die mit einem Zahnkranz 10 im Eingriff
stehen, durch Antrieb von Motoren 13 zum Drehen gebracht.- Die Drehzahl der
Mühle ist dabei so eingestellt, daß sie der Stückgröße des - einlaufenden-
Erzes sowie dem erwünschten Vermahlungsgrad angepaßt ist, was in dem beschriebenen
Falle einer Drehzahl von 70% der kritischen Drehzahl entspricht, wobei unter kritischer
Drehzahl die Drehzahl zu verstehen ist, mit -der sich die Mahltrommel drehen darf,
'ohne daß das Mahlgut der Trommel infolge der Zentrifugalkrafi ihrer Drehung folgt.
Falls die Mühle auf Betrieb unterhalb der kritischen Drehzahl eingestellt ist, liegt
die Drehzahl gewöhnlich im Bereich zwischen 50 bis 100% der kritischen Drehzahl,
während, wenn die Mühle oberhalb der kritischen Drehzahl zwecks Verminderung der
Mantelabnutzung arbeiten soll, die Drehzahl auf einen Wert zwischen 100 bis.
1509/o der kritischen Drehzahl eingestellt wird.
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Von dem Förderband 24 fällt das Erz durch einen Zuführtrichter
23 über einen an der Zuführseite befindlichen hohlen Achszapfen
5 in die Mahlkammer '. Gleichzeitig wird Wasser durch eine Leitung
92 in steuerbaren Mengen mittels eines Steuerventiles 46 zugeführt. Weiterhin
wird dem Zuführtrichter 23 aus weiter unten beschriebenen Hydrozyklonen 42
und 64 abgeschiedenes, nicht fertiggemahlenes Gut in Form einer Wassersuspension
zugeführt. Auf Grund der Dr ' ehung der Mahltrommel wird das Erz umgewälzt
und bricht, verschleißt und zermahlt sich selbst. Gleichzeitig erfolgt
- eine kontinuierliche Ableitung von Gut durch einen. an der Abführseite
befindlichen hohlen Achszapfen 6, von wo aus das aus Gut und Wasser bestehende
Gemisch in einen trichterförmigen Sammelkasten 27 gelangt. Durch eine Leitung
28
fließt das Gut anschließend zu einem trichterförinigen Zuführteil
29 einer Mammutpumpe, von der- es durch ein Steigrohr 37 in einen
Sammeltrichter 40 gefördert wird.
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Aus dem Sammeltrichter 40 gelangt das Gut über eine Druckleitung 41
zu dem Hydrozyklon 42, wo eine Scheidung zwischen gröberem und feinerem Gut stattfindet"
wobei die Grobgutfraktion durch ein Steuerventil 51 an der kegeligen Spitze
des Hydrozyklons 42 abgeleitet wird und anschließend in den Zuführtrichter
23 fällt, während die Feingutfraktion durch den Auslaß 54 an der Spitze des
Hydrozyklons 42 abgeleitet und noch einer weiteren Klassierung unterworfen wird.
Der Hydrozyklon 42 ist derart ausgestaltet, daß er hauptsächlich alles Gut mit einer
Korngröße von >l mm als grobe Fraktion und mit einer Trübendichte, die höher
ist als bei der von der Mühle abgeführten Trübe, abscheiden kann, während Gut mit
einer Korngröße von <l nun durch die Auslaßöffnung 54 ausströmt.
Ein in der Druckleitung 41 angeordneter Trübendichtemesser 43 mißt kontinuierlich
die Dichte der durch die Druckleitung 41 passierenden Trübe. Der gemessene Wert
der Trübendichte wird von einem Registrierinstrument 44 kontinuierlich registriert.
Dieses Registriergerät 44 des Trübendichtemessers 43 ist an einen Regler 45 angeschlossen,
der mit einem in einer Wasserleitung 92
angeordneten Steuerventil 46 in Verbindung
steht, wodurch die Zufuhr von Frischwasser zur Mühle angepaßt wird. An dem Regler
45 wird ein gewünschter Sollwert der Dichte der von der Mühle abgeleiteten Trübe
eingestellt, wobei dieser Sollwert in bekännter Weise zwischen dem 0,5- bis
0,7fachen der Dichte des Erzes liegt.
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In dem beschriebenen Beispiel, das das Mahlen von Bleierz- einer Dichte
von 2,8 betrifft, ist es am vorteilhaftesten, bei der Trübe eine Dichte zu
erstreben,
die der 0,63fachen Dichte des Erzes, d. h,
1,75, entspricht.
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Falls die - der Mühle zugeführte Wassermenge im Verhältnis
zur Gutmenge abnimmt, nimmt der Anteil festen Guts in der von der -Mühle
abgeleiteten -Suspension zu, was eine Steigerung der Suspensionsdichte mit sich
bringt. Diese Steigerung der Dichte wird unmittelbar vom Registrierinstrument 44
registriert, das über den Regler 45 Impulse zum zunehmenden öffnen- des Steuerventils
46 abgibt, wodurch die Wasserzufuhr zunimmt und die Dichte der von der Mühle abgeführten
Suspension in Richtung gegen den Sollwert abnimmt- bis- dieser erreicht ist. Sollte
der Wasserzusatz im Verhältnis zur Gutmenge statt dessen zugenommen haben, so wird
die Dichte der von der Mühle abgeleiteten Suspension abnehmen, was in entsprechender
Weise erfaßt wird und den vorerwähnten Regelungsverlauf verursacht: Diese Eigenschaft
des Mahlsystems ist äußerst bedeutungsvoll, da schon kurzdauernde Änderungen der
Dichte der Suspension die Mahlfähigkeit der Mühle. ungünstig beeinflussen.
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In die Druckleitung 41 ist weiterhin ein Mengenmeßorgan 47 eingeschaltet,
das mit einem die durchfließende Menge registrierenden Registriergerät 48 in Verbindung
steht. Die Werte des Registriergerätes 48 und des Registrierinstrumentes 44 werderr
einem Berechnungsorgan 49 zugeleitet, das die Menge des pro Zeiteinheit durch die
Druckleitung 41 laufenden festen Gutes berechnet und registriert. Ein an das Berechnungsorgan
49 gekuppelter Regler 50 kann das Regulierventil 51 des Hydrozyklons
42 einstellen. Dieser Regelungseingriff bedeutet, daß das Steuerventil
51 einen Durchgang freigibt, der zu der durch die Leitung 41 zum Hydrozyklon
pro Zeiteinheit zugeführten Menge von Trockengut in einem bestimmten Verhältnis
steht, und zwar im vorliegenden Fall in solcher Weise, daß das Steuerventil
51 geöffnet wird, wenn die Gutmenge zunimmt, während es geschlossen wird,
wenn die Gutmenge abnimmt. Hierdurch erhält man eine kontinuierliche Einstellung
des erwünschten Abscheidungsgrades im Hydrozyklon 42, unabhängig von Schwankungen
der einlaufenden Gutmenge.
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Der im Berechnungs- und Registrierorgan 49 aufgenommene Wert der von
der Mühle abgeleiteten Gutmenge wird weiterhin für die Anpassung der Drehzahl der
Mühle ausgenutzt, wie weiter unten näher beschrieben wird.
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Die von Teilchen mit einer Komgröße von > 1 mm hauptsächlich
befreite Suspension wird durch die Auslaßöffnung 54 kontinuierlich abgeleitet und
gelangt durch eine Rohrleitung 55 zu einem Pumpentrog 56. Von hier
aus wird die Suspension von einer in ihrer Drehzahl einstellbaren Pumpe
58
angesaugt. Über Steuereinrichtungen 60, 61, 62 wird die Drehzahl
des Antriebmotors 59 der Pumpe derart gesteuert, daß die Zuführung zum Pumpentrog
56
und die Ableitung durch die Pumpe 58 praktisch stets im Gleichgewicht
sind.
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Die Pumpe 58 fördert die in den Pumpentrog 56
gelangende
Suspension durch eine Druckleitung 63
zu einem zweiten Hydrozyklon 64. In
die Druckleitung 63 sind ein Mengenmeßorgan 67 und ein Trübendichtemesser
65 eingeschaltet, deren Signale einem Berechnungsorgan 69 zugeleitet
werden, das die durch die Druckleitung 63 pro Zeiteinheit laufende Menge
festen Gutes berechnet und registriert, Ein an das Berechnungsorgan 69 angeschlossener
Regler 70 kann die Öffnung des Steuerventils 71 des Hydrozyklons 64
einstellen. Diese Regelungsmaßnahme bedeutet, daß die Öffnung des Steuerventils
71
stets dazu gebracht wird, eine Größe einzunehmen, die zu der durch die
Leitung 63 dem Hydrozyklon 64 pro Zeiteinheit zugeführten Menge von Trockengut
in einem bestimmten Verhältnis steht. Die Wirkungsweise des Hydrozyklons 64 ist
dabei so, daß sein Abscheidungsgrad und damit die Korngröße der von seinem Feingutauslaß
72 abgeleiteten Feingutfraktion einen vorbestimmten Wert erhalten, unabhängig
von Schwankungen der ihm zugeführten Gutmenge. Weiterhin wird durch sein Steuerventil
71 eine grobe Fraktion mit einer Dichte abgeleitet, die höher ist als diejenige
der von der, Mühle abgeleiteten Suspension. . Das fertiggemahlene Gut verläßt
in der gewünschten Korngröße den Hydrozyklon 64 durch den Fei&-gutauslaß
72 und wird durch eine Rohrleitung 73 aus dem Mahlsystem abgeleitet.
Für den nachfolgenden Prozeß, z. B. Schwinunaufbereitung, ist es erforderlich, daß
das Verhältnis zwischen Wasser und Gut in der Trübe, das eine Funktion der Dichte
der letzteren ist, in engen Grenzen gehalten wird. Zur Erfüllung dieser Forderung
wird in einem Trübendichtemesser 74, der an der Rohrleitung 73 angebracht
ist, die Dichte der vom Hydrozyklon 64 austretenden Suspension- von fertiggemahlenem
Erz kontinuierlich gemessen und in einem Registrierinstrument 75 registriert.
An einem zu diesem Registrierinstrument 75
C Grehörenden Regler 76 wird der
gewünschte Sollwert der Dichte der Suspension eingestellt, in diesem Fall
1,33. Mit diesen Vorrichtungen wird die Trübendichte in dem abgeleiteten,
fertiggemahlenen Produkt kontinuierlich gemessen, wobei eine Abweichung vom Sollwert
eine Steuermaßnahme bewirkt. Der Regler 76 ist an ein Steuerventil
77 für Wasser an einer Wasserleitung 78, die in den Pumpentrog
56 mündet, gekuppelt. Wenn die vom Hydrozyklon 64 durch die Feingutauslaßöffnung
72 abgeleitete, fertiggemahlene Fraktion in solcher Weise eine Änderung unterworfen
wird, daß die Gutmenge im Verhältnis zur Was.-sermenge zunimmt, nimmt die Dichte
der Suspension zu, was von dem Trübendichtemesser 74 unmittelbar erfaßt und in-dem
Registrierinstrument 75 registriert sowie auf den Regler 76 übertragen
wird, der das Steuerventil 77 zu größerer Öffnung veranlaßt, so daß der Wasserzusatz
zum Pumpentrog 56 zunimmt. Dies erfolgt, bis der von dem Trübendichtemesser
74 gemessene Wert mit dem Sollwert des Reglers 76 zusammenfällt. Der Regelungsverlauf
ist umgekehrt, wenn die vom Hydrozyklon 64 durch die Feingutauslaßöffnung
72 abgeleitete feinkörnige, fertiggemahlene Fraktion einen niedrigeren Gutanteil
im Verhältnis zu Wasser als im Normalfall erhält.
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An der Mündung der Leitung 73 passiert die Suspension aus fertiggemahlenen
Teilchen und Wasser einen Probenehmer 79, der eine kleine Probe des fertiggemahlenen
Erzes herausnimmt. Diese Probe kann kontinuierlich abgesiebt werden, wobei Änderungen
in der Zusammensetzung der Siebanalyse registriert und zur Anpassung der Drehzahl
der Mühle ausgenutzt werden.
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Beim Mahlen eines gewissen Erztypes mit konstanter Zuführung neuen
Erzes - zu der sich mit einer bestimmten Drehzahl drehenden Mühle wird das
Mahl-und Klassiersystem im Gleichgewicht automatisch arbeiten. In der Mühle wird
nämlich eine breckende
und mahlende Charge von ganz oder teilweise
zerteilten Stücken einer gewissen Zusammensetzung ausgebildet, was dem aus der Mühle
heraustretenden Gut eine gewisse Korngrößenverteilung gibt, solange die Dichte der
von der Mühle abgeleiteten Suspension innerhalb des gegebenen Bereiches gehalten
wird. Wenn sich aber die Mahleigenschaften des Erzes ändern, z. B. dadurch, daß
diese bei der Zuführung eine andere Größenverteilung, Dichte, Sprödigkeit usw. aufweist,
wird sich dies in einer. Änderung der zirkulierenden Belastung zu erkennen geben.
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Das Berechnungsorgan 52 ermittelt kontinuierlich den Ouotienten
zwischen von der Mühle abgeleiteter Menge an festem Gut und der Menge des der Mühle
zugeführten neuen Erzes (zirkulierende Belastung) aus den von dem Berechnungsorgan
49 des Trübendichtemessers 43 sowie von dein Meßwertumformer in der Wiegevorrichtung
26 einlaufenden Signalen. Bei Gleichgewicht im System weist dieses Berechnungsorgan
52 im vorliegenden Fall einen Wert der zirkulierenden Belastung aus, der
z. B. die zehnfache Menge des per Zeiteinheit zugeführten Erzes darstellt. Eine
Zunahme der von der Mühle abgeleiteten Gutmenge- wird unmittelbar gemessen und in
dem Berechnungsorgan 49 registriert. Dies bedeutet für den Anfang, daß der Regler
50 die öffnung des Steuerventils 51 des -Hydrozyklons 42 umstellt,
wodurch eine der Zunahme entsprechende größere Gutmenge zur Mühle 1 zurückgeführt
wird. Wenn die Zunahme, sehr plötzlich erfolgt, kann das Steuerventil
51 nicht immer die gesamte vermehrte Gutmenge ableiten, sondern ein
- gewisser Teil davon wird auch dem Hydrozyklon 64 zugeführt, dessen öffnung
am Steuerventil 71 dabei auf die gleiche Weise vergrößert wird, wodurch die
Zusammensetzung des von dem Hydrozyklon 64 abgeleiteten, fertiggemahlenen Produkts
die vorbestimmte verbleibt. Wenn aber die Zunahme langdauernd ist, z. B. auf Grund
von geänderten Mahlbedingungen in der Mühle 1, wird die von der Mühle
1 abgeleitete Gutmenge allmählich zunehmen, je nachdem eine zunehmende
Gutmenge von den Hydrozyklonen 42 und 64 zurückgeführt wird, was darauf hindeutet,
daß 'die Mahlbedingungen der Mühle 1 geändert worden sind, in diesem Fall
in eine niedrigere Mahlleistung. Es ist möglich,- einer solchen Änderung dadurch
entgegenzuwirken, daß die ZufÜhrung neuen Erzes zur Mühle 1 vermindert wird.
Eine solche Verminderung führt jedoch auch eine Verminderung des von dem System
gelieferten fertiglgemahlenen Erzes mit sich, und da der dem Mahlen nachfolgende
Prozeß zu seiner wirtschaftlichsten Durchführung eine konstante Erzz ' ufuhr
fordert, ist diese Regelungsmaßnahine weniger geeignet. Statt dessen können Auskünfte
über Veränderungen der von der Mühle abgeführten Gutmenge verwendet werden, um die
Drehzahl der Mühle anzupassen. Von dem Berechnungsorgan 52 wird nämlich ein
Signal abgegeben, das dem Regler 53 in dem Ward-Leonard-System für den Motor
oder die Motoren 13 zugeleitet wird, die die Mühle 1 antreiben und
die Drehzahl der Mühle umstellen.
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Wenn die zirkulierende Belastung, die in dem Berechnungsorgan
52 registriert wird, im Verhältnis zu dem eingestellten Sollwert zunimmt,
wird von dem Regler 53 ein Impuls zum Antriebsmotor 13 zur Umstellung
der Drehzahl der Mühle -gemäß einem vorbestimmten Programm abgegeben. In dem vorliegenden
Beispiel bedeutet dieses Programm eine Abnahme der Drehzahl der Mühle, wenn die
zirkulierende Belastung zunimmt, und eine Zunahme der Drehzahl, wenn die-zirkulierende
Belastung abnimmt, was unter anderem eine gewisse Zeitverzögerung beinhaltet, wodurch
nur langdauernde, aber nicht kurzdauernde Veränderungen der zirkulierenden Belastung
registriert werden, sowie auch, daß die Drehzahlanpassung in mehreren, geringeren,
zeitlich aufgeteilten Stufen durchgeführt wird. Dies veranlaßt das Entstehen einer
Charge, die leistungsfähiger feinmahlen kann, was seinerseits eine abnehmende zirkulierende
Belastung ergibt, wobei sich diese dem Sollwert des Systems nähert und automatisch
auf diesen zurückgeregelt wird. Das Verhältnis ist das umgekehrte, wenn die zirkulierende
Belastung abnimmt, woraus hervorgeht, daß das Mahlen die Neigung hat, feiner
als erwünscht zu werden. Bei gleichmäßiger Zuführung von Erz wird dies durch eine
programmgemäße
Erhöhung der Drehzahl mittels. des Reglers 53 und des
Antriebsmotors 13 kompensiert..
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Beim Klassieren in Hydrozyklonen in zwei Stufen werden auch besondere
Vorteile erzielt. Dadurch, daß die von der Mühle abgeleitete Suspension einem Hydrozyklon
unterworfen - wird, jedenfalls einem Primärklassieren in der gröbsten Fraktion,
wird eine sehr. betriebssichere und -einfache Vorrichtung des Klassierens erhalten.
Es ist bereits bekannt, Zyklone zum Klassieren feinkörnigen Materials zu verwenden.
Es ist nun mit gutem Erfolg gelungen, auch Klassieren solchen Materials durchzuführen,
das gemäß früher-er Auffassung nur in mechanischen Klassierapparaten klassiert werden
konnte. Im vorliegenden Fall müßte ein mechanischer- Kla:ssierapparat eine Abmessung
von 4 - 10 in erhalten, der nun durch einen Hydrozyklon mit einem Durchmesser
von 600 mm -ersetzt wird. Beim Feinmahlen ist es zweckmäßig, daß eine Nachklassierung
in einem weiteren, etwas kleineren Zyklon folgt, nachdem die gröbste Fraktion entfernt
und zur Mühle zurückgeführt worden ist. Diese Suspension ist dann von groben Teilchen.
ganz'befreit, die auf eine rotierende Gutpumpe abnutzend einwirken könnten, weshalb
das Pumpen zur zweiten Hydrozyklonstufe vorteilhafterweise mit Hilfe einer solchen
durchgeführt wird. Die Feinklassierung in dem zweiten Hydrozyklon fordert in der
Regel einen höheren Einlaßdruck zum Hydrozyklon in der zweiten Stufe als in der
ersten. Wenn die ganze Klassierarbeit in einem Hydrozyklon vollzogen werden sollte,
würde für diesen ein Einlaßdruck erforderlich semi, der- genauso groß wie für den
zweiten Zyklon ist5 was zur Folge hat, daß die ganze Trübenmenge mit einer höheren
Dichte und mit sehr grobem Gut mit höherem Druck gepumpt werden müßte, was beim
Pumpen die Wirtschaftlichkeit herabsetzen würde. Gemä3 der Erfindung ist also das
Pumpen zu den einzelnen Hydrozyklonstufen so angepaßt worden, daß dieser Teil der
Anlage den höchsten Betriebswirkungsgrad erhält.
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Wenn man das Erz nicht ebenso fein wie für die Schwimmaufbereitungerforderlichzumahlenwünscht,
was beispielsweise bei Eisenerzaufbereitung der Fall ist, kann es zweckmäßig sein,
die Klassierung in einer einzigen Stufe im Hydrozyklon 42 vorzunehmen. Hierbei ist
es zweckmäßig, zur Regelung der Verdünnung oder der Dichte der fertiggemahlenen
Trübe,-die durch die obere Auslaßöffnung 54 des Hydrozyklons 42 herausgeleitet wird,
die Suspension in einem Mischbottich mit einer veränderlichen Wassermenge
zu
mischen, die von einem Trübendichtemesser gesteuert wird, der ebenfalls in derselben
Weise, wie bereits beschrieben, automatisch regelbar gemacht werden kann. Es ist
aber auch möglich, diese Regelung der Wassermenge in der Mammutpumpe vorzunehmen,
wenn besondere Maßnahmen ergriffen werden, um die zugesetzte Menge Frischwasser
zu messen, was dann zweckmäßig in dem Zuführtrichter 29
der Mammutpumpe erfolgt.
Wenn die zugesetzte Menge Frischwasser gemessen und registriert wird, kann die Einwirkung
derselben auf die Dichte der in der Rohrleitung 41 gemessen Suspension mit Hilfe
eines besonderen Berechnungsorgans kompensiert werden. Die Meßinstrumente 44, 48
und 49, die die Gutmenge von der Mühle messen, registrieren und kontrollieren, werden
jedoch nicht von einem Wasserzusatz in der Mammutpumpe 29 beeinflußt.
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Wenn es sich um Mahlen auf eine besondere grobe Korngröße des fertiggemahlenen
Produkts handelt, können andere Abscheider als Hydrozyklone, z. B. Siebe, bevorzugt
werden. In diesem Fall wird die Regelung gemäß der Erfindung auf ein kontinuierliches
Messen der Dichte beim Pumpen des Materials sowie Messen der zirkulierenden Gutmenge
vereinfacht, wobei der Betrieb der Mühle in entsprechender Weise angepaßt wird.
In diesem Fall werden zweckmäßig die den Hydrozyklonen entsprechenden Kontrollsiebe
so vorgesehen, daß das auf den Sieben abgeschiedene grobe, nicht fertiggemahlene
Gut durch Eigengewicht zum Zuführtrichter 23 zurückgeführt werden kann.
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Das neue Verfahren zum Naßmahlen von Erz läßt sich am zweckmäßigsten
in Gattermühlen durchführen. Unter Umständen sind jedoch auch Mühlen des Durchströmungstyps
zu verwenden, und zwar in solchen Fällen, wenn ein feineres Mahlgut von den Mühlen
abgezogen werden soll.