Finger weg!!!
Hatte schon im Oktober 2020 „Proffes Newcomer“ abonniert.
Michael Proffe versprach dank Einsatz von Optionsscheinen sehr hohe Renditen und war auch öfters auf „Der Aktionär“ zu sehen.
Seine Trendfolger-Aktien hatte ich damals ohnehin größtenteils selbst im Depot. Ich war neugierig, wollte sehen, welche Art Optionsscheine er wann kauft und wann wieder verkauft.
Gekauft wurden im Oktober 2020 von Proffe die Aktien von Apple, Microsoft, Facebook, Activision Blizzard, Visa und lang laufende Optionsscheine auf Activision, Amazon, Microsoft, Facebook, Apple. Drei der Optionsscheine liefen dann bis Juli 2021 ins Plus und davon wurden direkt nach Verkauf vom Erlös neue Optionsscheine dieser Unternehmen gekauft (zu Höchstkursen). Vier davon liefen danach stark ins Minus, einer davon unrettbar über 90 % im Minus. Mich irritierte, dass Proffe keinerlei Risikomanagement betrieb, keine rechtzeitige „Schadensbegrenzung“. Auch wurden keine günstigen Einstiegsmomente in Optionsscheine gewählt, keine Rücksetzer abgepasst. Es wurden nach Verkauf stur zu Höchstkursen einfach neue Optionsscheine der gleichen Unternehmen gekauft. Und es wurden grundsätzlich nur Call-Optionsscheine, niemals Put-Optionsscheine bei geänderter Marktlage gekauft.
Reine Wetten auf Bullen-Markt.
Während dieses „Proffe-Newcomer“-Jahres hatte ich parallel zur „Proffe-Strategie“ meine eigenen Aktien-Käufe und -Verkäufe laufen und im gleichen Zeitraum mit weitaus weniger Risiko und ohne Optionsscheine eine wesentlich bessere Performance als Proffe erzielt und auch den S&P-500 gut geschlagen. Auch Activision Blizzard hatte ich – entgegen Proffes Newcomer – rechtzeitig noch mit gutem Gewinn verkauft aufgrund geänderter Unternehmenssituation.
Zwischenzeitlich beobachtete ich, welche Optionsschein-Pakete er so anpries. Alles, was gut gelaufen war, vermarktete er dann auffällig, während er Misserfolge totschwieg (z. B. ein Gaming-Optionsscheinpaket, das offensichtlich hohe Verluste eingefahren haben muss, denn sämtliche Gaming-Aktien waren genau nach seinem Kauf stark abgeschmiert). Mir war aufgefallen, dass er dieses Gaming-Optionsscheinpaket dann einfach totschwieg. Das erschien mir unseriös.
Mitte 2021 bewarb er dann den „Optionsschein Trader“-Börsenbrief (jährliche Gebühr stattliche 4.500 Eur). Startsumme 30.000 Eur. Um Einblick zu bekommen, hatte ich mir diesen kostenfrei für 14 Tage zustellen lassen. Denn von 30.000 Eur in ca. 5 Jahren auf 1 Mio. klang verlockend.
Es wurden da vorwiegend hoch riskante Knock Outs gekauft. Und das in einer bereits „heißgelaufenen“ Marktphase bei bereits stark überbewerteten Aktien. Ich war erschrocken, dass Proffe offenbar keinerlei Risikomanagement vornahm und ausschließlich auf Bullenmarkt setzte. Die Nummer war mir viel zu heiß und auch die Gebühren empfand ich als unverschämt hoch.
Als die Kurse der Aktien, die Proffe im Optionsschein Trader hatte, dann Anfang 2022 stark einbrachen, konnte ich mir vorstellen, wie dieses Depot nun aussehen mußte und es tat mir sehr leid für all die Geschädigten, die dort mit hohen Summen investiert waren.
Regelrecht geschockt war ich, dass Proffe keinerlei Schadensbegrenzung vornahm und fallende Märkte offenbar gar nicht beherrscht, so dass seine Kunden „ins Messer“ liefen.
Für ihn selbst ja nicht so schlimm, da er durch die exorbitant hohen Gebühren in jedem Fall sehr gut verdient.
Von Proffe`s Börsen-Briefen würde ich dringend abraten, wenn Sie nicht Totalverlust erleben wollen.
(Meine Bewertung von 2021, die hier ein paar Jahre online war, wurde offenbar ohne Information und Begründung gelöscht!)
6. Juni 2025
Bewertung ohne vorherige Einladung