Reservierung, Ablauf und Eindrücke – unser Fazit
Nach der kostenpflichtigen Reservierung haben wir uns entschieden, von einer weiteren Zusammenarbeit Abstand zu nehmen.
Bereits kurz nach der Reservierung entstand bei uns der Eindruck, dass wir unter zeitlichen Druck gesetzt wurden. Uns wurde nahegelegt, kurzfristig einen Notartermin wahrzunehmen, obwohl aus unserer Sicht noch mehrere Punkte ungeklärt waren. Einige Zusagen wurden lediglich informell (per WhatsApp) kommuniziert und fanden sich im Vertragsentwurf nicht wieder. Zudem hatten wir den Eindruck, dass interne Absprachen nicht vollständig weitergegeben wurden, was zu Missverständnissen führte.
Da wir zu diesem Zeitpunkt weiterhin eine ernsthafte Kaufabsicht hatten, baten wir um einen Wechsel der Projektleitung. Auch danach kam es aus unserer Sicht zu Verzögerungen und Unklarheiten. Unter anderem sollten wir den Vertrag weiterhin unterschreiben, obwohl uns ein geänderter Grundriss zunächst nicht vorlag. Erst nach mehreren Hinweisen erhielten wir diesen.
Im weiteren Verlauf hatten wir zunehmend den Eindruck, dass das Gesamtangebot für uns wirtschaftlich nicht stimmig war. Einige Sonderwünsche erschienen uns deutlich über dem marktüblichen Preisniveau, während bestimmte Ausstattungsmerkmale unseres Erachtens nicht dem Standard entsprachen, den wir bei einem Neubau erwartet hätten. Beispiele hierfür waren aus unserer Sicht einfache Fensterverriegelungen, fehlende abschließbare Fenstergriffe oder nicht vorhandene elektrische Rollläden. Für die Nachrüstung elektrischer Rollläden wurde uns ein Preis genannt, den wir persönlich als sehr hoch empfanden. Auch bei einzelnen Sanitärobjekten stellten wir für uns relevante Preisunterschiede fest.
Auf Grundlage unserer persönlichen Anforderungen an Sicherheits‑ und Wohnkomfort erschien uns die Doppelhaushälfte insgesamt nicht passend.
Zusätzlich hat uns das Verhalten des ersten Verkäufers irritiert. Die Beratung zur KfW‑Förderung empfanden wir als unzureichend. Auf unsere Nachfrage erhielten wir die Rückmeldung, wir hätten nicht danach gefragt. Wir hätten uns hier bereits im ersten Termin eine proaktivere Begleitung des Prozesses gewünscht.
Auch die Kommunikation des ersten Projektleiters empfanden wir als wenig hilfreich. Rückfragen unsererseits wurden mehrfach mit dem Hinweis beantwortet, dies sei bereits gesagt worden, was für uns nicht zur Klärung beigetragen hat.
Aufgrund der genannten Eindrücke haben wir uns gegen eine weitere Zusammenarbeit entschieden und die volle Reservierungsgebühr zurückgefordert und auch erhalten.
Uns ist bewusst, dass es unterschiedliche Auffassungen zur Zulässigkeit von Reservierungsgebühren gibt. Nach unserem Verständnis können solche Vereinbarungen rechtlich problematisch sein, wenn sie Käufer unangemessen binden oder faktisch Druck erzeugen. Dies hängt jedoch stets vom Einzelfall ab.
Unser persönliches Fazit: Für uns war die Zusammenarbeit nicht passend.
Wir empfehlen anderen Interessenten, sämtliche Unterlagen, Zusagen und Vertragsentwürfe frühzeitig durch eine unabhängige fachkundige Stelle prüfen zu lassen.