Optoelektronische Messvorrichtung zur Messung einer Intensi tät einer elektromagnetischen Strahlung
Die Erfindung betrifft eine optoelektronische Messvorrichtung zur Messung der Intensität einer auf die Messvorrichtung treffenden elektromagnetischen Strahlung sowie ein zugehöri ges Verfahren.
Eine solche optoelektronische Messvorrichtung kann mehrere Detektoren umfassen, deren Detektorsignale ausgewertet wer den. Insbesondere können die Detektorsignale zweier Detekto ren voneinander abgezogen werden, um ein Differenzsignal zu erzeugen. Dadurch kann beispielsweise ein in beiden Detektor signalen vorhandener konstanter Messfehler (auch Offset ge nannt) eliminiert werden.
Es stellt sich die Aufgabe, eine optoelektronische Messvor richtung zur Intensitätsmessung einer auf die optoelektroni sche Messvorrichtung treffenden elektromagnetischen Strahlung sowie ein entsprechendes Verfahren zur Messung einer Intensi tät einer elektromagnetischen Strahlung bereitzustellen.
Eine solche umfasst einen ersten Detektor, der die elektro magnetische Strahlung erfasst und ein davon abhängiges erstes Detektorsignal bereitstellt, und einen zweiten Detektor, der ebenfalls die elektromagnetische Strahlung erfasst und ein davon abhängiges zweites Detektorsignal bereitstellt . Die Messvorrichtung umfasst überdies einen Signaldifferenzierer, der das zweite Detektorsignals von dem ersten Detektorsignal subtrahiert und dadurch ein Differenzsignal erzeugt. In einem Strahlengang vor dem zweiten Detektor ist ein Spektralfilter angeordnet, der die elektromagnetische Strahlung vor Detekti on durch den zweiten Detektor filtert.
Ein entsprechendes Messverfahren umfasst dementsprechend den Schritt des Erfassens S1 der elektromagnetischen Strahlung mittels eines ersten Detektors unter Bereitstellung eines von der Intensität der elektromagnetischen Strahlung abhängigen
ersten Detektorsignals, des Erfassens S2 der elektromagneti schen Strahlung mittels eines zweiten Detektors unter Bereit stellung eines von der Intensität der elektromagnetischen Strahlung abhängigen zweiten Detektorsignals, wobei die elektromagnetische Strahlung vor Detektion durch den zweiten Detektor mittels eines Spektralfilters gefiltert wird, und des Erzeugens S3 eines Differenzsignals zwischen erstem De tektorsignal und zweiten Detektorsignal durch Subtraktion des zweiten Detektorsignals von dem ersten Detektorsignal.
Dadurch kann einerseits ein in beiden Detektorsignalen vor handener konstanter Messfehler (auch Offset genannt) elimi niert werden. Beispielsweise können Detektoren (z.B. umfas send oder bestehend aus einer Silizium-Photodiode) Detektor signale mir einem temperaturabhängigen Offset, auch Dun kelstrom genannt, ausgeben, der durch die zuvor beschriebene Subtraktion eliminiert werden kann.
Gleichzeitig wird durch den Spektralfilter eine spektrale Empfindlichkeit der Messvorrichtung beeinflusst. Detektoren haben einen sensitiven Spektralbereich. Dies ist der Wellen längenbereich, in dem Strahlung detektiert wird. Ein Detektor kann eine wellenlängenabhängige Empfindlichkeit, auch spekt rale Empfindlichkeit genannt, haben, so dass unterschiedliche Wellenlängen gleicher Intensität unterschiedlich starke De tektorsignale, z.B. Spannungen oder Ströme, generieren.
Wenn beispielsweise die elektromagnetische Strahlung in einem Spektralbereich, den der Spektralfilter in seiner Intensität stark reduziert, von hoher Intensität ist, kann ein hohes erstes Detektorsignal bereitgestellt werden und ein kleines davon zu subtrahierendes zweites Detektorsignal, woraus ein hohes Differenzsignal resultiert. Wenn hingegen die elektro magnetische Strahlung in einem Spektralbereich, den der
Spektralfilter in seiner Intensität kaum reduziert, von hoher Intensität ist, kann ein hohes erstes Detektorsignal bereit gestellt werden und ein ebenso hohes davon zu subtrahierendes zweites Detektorsignal. Daraus wiederum resultiert ein nied-
riges Differenzsignal. Im Ergebnis kann also auf Grund einer geringen Absorption des Spektralfilters in einem bestimmten Spektralbereich die spektrale Empfindlichkeit des Differenz signals für die elektromagnetische Strahlung in genau diesem Spektralbereich gering sein, wohingegen durch eine hohe Ab sorption des Spektralfilters in einem anderen Spektralbereich die spektrale Empfindlichkeit des Differenzsignals für die elektromagnetische Strahlung in genau diesem anderen Spekt ralbereich hoch ist.
Die optoelektronische Messvorrichtung umfasst vorzugsweise einen Signalausgang, an dem das zuvor beschriebene Differenz signal ausgegeben wird. Dies kann in dem Verfahrensschritt S3 erfolgen .
Vorzugsweise hat der erste Detektor zumindest in einem Teil von dessen sensitivem Spektralbereich eine im Vergleich zu dem zweiten Detektor gleichartige spektrale Empfindlichkeit. Beispielsweise kann der erste Detektor zumindest in einem Teil von dessen sensitivem Spektralbereich bis auf Ferti gungstoleranzen eine im Vergleich zu dem zweiten Detektor identische spektrale Empfindlichkeit aufweisen.
Idealerweise ist der erste Detektor baugleich zu dem zweiten Detektor. Insbesondere können die beiden Detektoren vom sel ben Typ sein und sich nur durch Fertigungstoleranzen unter scheiden .
Eine bis auf Fertigungstoleranzen identische spektrale Emp findlichkeit des ersten und zweiten Detektors kann beispiels weise auch bei Detektoren von unterschiedlichem Typ dadurch erzielt werden, dass zumindest einer der Detektoren eine elektronische Schaltung aufweist, die eine zu der des anderen Detektors identische spektrale Empfindlichkeit bereitstellt, beispielsweise, indem sie das entsprechende Detektorsignal wellenlängenabhängig oder wellenlängenunabhängig anhebt oder reduziert .
Im Falle einer identischen spektralen Empfindlichkeit beider Detektoren erzeugt eine elektromagnetische Strahlung von ei nem Spektralbereich, in dem der Spektralfilter nicht filtert, erste und zweite Detektorsignale von gleicher Höhe, so dass das resultierende Messsignal bis auf Messfehler Null ist. Elektromagnetische Strahlung eines Spektralbereichs, den der Spektralfilter in seiner Intensität reduziert, erzeugt hinge gen ein erstes Detektorsignal, dass größer ist als das zweite Detektorsignal, so dass ein positives Differenzsignal resul tiert. Dementsprechend kann durch den Spektralbereich, den der Spektralfilter in seiner Intensität reduziert, die spekt rale Empfindlichkeit des Differenzsignals für die Eingangs strahlung festgelegt werden.
Vorzugsweise ist der Spektralfilter nicht in dem Strahlengang vor dem ersten Detektor angeordnet. Dann wird die elektromag netische Strahlung vor Detektion durch den ersten Detektor nicht durch den Spektralfilter gefiltert.
Der erste Detektor oder der zweite Detektor oder idealerweise sowohl der erste als auch der zweite Detektor können eine Si liziumphotodiode umfassen oder daraus bestehen.
Die spektrale Empfindlichkeit von Siliziumphotodioden ist nicht an die spektrale Empfindlichkeit des menschlichen Auges angepasst. Eine derartige Anpassung kann durch den zuvor be schriebenen Spektralfilter erfolgen.
Spektralfilter besitzen eine wellenlängenabhängige Intensi- tätsschwächung, im Folgenden spektrale Intensitätsschwächung genannt. Die spektrale Empfindlichkeit des zweiten Detektors in Kombination mit dem Spektralfilter für eine bestimmte Wel lenlänge ist dementsprechend gleich der spektralen Empfind lichkeit des zweiten Detektors ohne den Spektralfilter für diese Wellenlänge multipliziert mit dem Faktor Eins minus der spektralen Intensitätsschwächung des Spektralfilters für die se Wellenlänge.
Der Spektralfilter ist bevorzugt in einem grünen Spektralbe reich zu mindestens 50 % oder zu mindestens 75 % oder sogar zu mindestens 90 % intensitätsschwächend, das bedeutet, bei einer Wellenlänge in einem grünen Spektralbereich beträgt die spektrale Intensitätsschwächung des Spektralfilters mindes tens 50 % oder mindestens 75 % oder sogar mindestens 90 %. Beispielsweise kann der Spektralfilter in einem Spektralbe reich von einschließlich 530 nm bis einschließlich 580 nm zu mindestens 50 % oder zu mindestens 75 % oder sogar zu mindes tens 90 % intensitätsschwächend sein, das bedeutet, bei jeder Wellenlänge des genannten Spektralbereichs beträgt die spekt rale Intensitätsschwächung des Spektralfilters mindestens 50 % oder mindestens 75 % oder sogar mindestens 90 %.
Überdies kann der Spektralfilter in einem Spektralbereich von einschließlich 200 nm bis einschließlich 450 nm zu höchstens 30 % oder höchstens 20 % oder höchstens 10 % intensitäts schwächend sein, das bedeutet, bei jeder Wellenlänge des ge nannten Spektralbereichs beträgt die spektrale Intensitäts schwächung des Spektralfilters höchstens 30 % oder höchstens 20 % oder höchstens 10 %.
Überdies kann der Spektralfilter in einem Spektralbereich von einschließlich 670 nm bis einschließlich 1200 nm zu höchstens 30 % oder höchstens 20 % oder höchstens 10 % intensitäts schwächend sein, das bedeutet, bei jeder Wellenlänge des ge nannten Spektralbereichs beträgt die spektrale Intensitäts schwächung des Spektralfilters höchstens 30 % oder höchstens 20 % oder höchstens 10 %.
Bevorzugt weist die spektrale Intensitätsschwächung in einem Wellenlängenbereich von einschließlich 550 nm bis einschließ lich 560 nm ein Maximum auf. Bei dem Maximum kann es sich be zogen auf den Spektralbereich von einschließlich 530 nm bis einschließlich 580 nm oder bevorzugt einschließlich 200 nm bis einschließlich 1200 nm um ein globales Maximum handeln.
Dadurch kann beispielsweise eine Anpassung an die spektrale Empfindlichkeit des menschlichen Auges erfolgen.
Die Norm CIE 018.2-1983 beschreibt die spektrale Empfindlich keit des menschlichen Auges. Vorzugsweise wird unter Beach tung der spektralen Empfindlichkeit des ersten und des zwei ten Detektors ein Spektralfilter verwendet, dessen spektrale Intensitätsschwächung so ist, dass die mittlere quadratische Abweichung zwischen einer auf eins normierten spektralen Emp findlichkeit des Differenzsignals für die elektromagnetische Strahlung und der (gemäß CIE 018.2-1983 zwischen Null und 1 variierenden) spektralen Empfindlichkeit des menschlichen Au ges gemäß CIE 018.2-1983 kleiner ist als die mittlere quadra tische Abweichung zwischen der auf eins normierten spektralen Empfindlichkeit des ersten Detektorsignals für die elektro magnetische Strahlung und der spektralen Empfindlichkeit des menschlichen Auges gemäß CIE 018.2-1983 und/oder kleiner ist als die mittlere quadratische Abweichung zwischen der auf eins normierten spektralen Empfindlichkeit des zweiten Detek torsignals für die elektromagnetische Strahlung und der spektralen Empfindlichkeit des menschlichen Auges gemäß CIE 018.2-1983.
Bei dem Spektralfilter kann es sich um einen Mehrschichten interferenzfilter handeln. Dieser kann mehreren dielektri schen und/oder metallischen Schichten umfassen. Überdies kann es sich um einen Bulk-Filter handeln, d.h. einen Filter, bei dem ein Filtermaterial in einem Spritzgussmaterial oder in einem Vergussmaterial eingebettet ist. Ein derartiger Bulk- Filter zeigt vorteilhafterweise eine wesentlich geringere Winkelabhängigkeit als ein Mehrschichten-Interferenzfilter .
Der Spektralfilter kann besonders bevorzugt ein aufgeschleu dertes Filtermaterial umfassen oder daraus bestehen. Ein sol cher Filter zeigt ebenfalls vorteilhafterweise eine wesent lich geringere Winkelabhängigkeit als ein Mehrschichten interferenzfilter. Aufgeschleuderte Filtermaterialien lassen sich einfach auf ein Siliziumsubstrat bzw. auf eine Silizi-
umphotodiode aufschleudern und zeigen eine geringe Abhängig keit vom Einfallswinkel der elektromagnetischen Strahlung.
Durch die Anbringung des Spektralfilters in einem Strahlen gang vor dem zweiten Detektor kann unter Verwendung eines einfachen Spektralfilters (insbesondere eines aufgeschleuder ten Filtermaterials) eine spektrale Empfindlichkeit des Dif ferenzsignals erzeugt werden, die andernfalls (z.B. Verwen dung von nur einem Detektor und Anbringung des Spektralfil ters in einem Strahlengang vor diesem Detektor) nur mit kom plexeren Filtersystemen ermöglicht werden würde. Insbesondere kann mittels eines Kerbfilters (im Englischen Notch-Filter genannt) mit dem nur Frequenzen innerhalb eines bestimmten Spektralbereichs ausgefiltert werden, eine genau in diesem Spektralbereich hohe spektrale Empfindlichkeit des Differenz signals bewirken.
Der Spektralfilter (insbesondere ein Bulk-Filter oder ein aufgeschleuderter Spektralfilter) kann ein Filtermaterial ausgewählt aus folgender Gruppe von Filtermaterialien umfas sen oder daraus bestehen:
Farbstoff „Procion® Red MX-5B", der kommerziell von der Firma Sigma Aldrich® erhältlich ist und die chemische Formel Ci9Hi0Cl2N6Na2O7S2 besitzt;
eine chemische Verbindung vom Typ Maleimid, insbesondere der kommerziell erhältliche Farbstoff QXL ® 570 C2 Ma leimid;
Kristallviolett;
ein Cyanin-Farbstoff, insbesondere Cy3;
Gold-Nanopartikel ;
kolloidale Quantenpunkte.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist der Spektralfilter nur ein Filtermaterial, auch Farbstoff ge nannt, auf, z.B. nur ein Cy3 Filtermaterial oder nur den Farbstoff „Procion® Red MX-5B".
Der Spektralfilter kann überdies ein Fluoreszenzlöschungsmit- tel umfassen, das eine Fluoreszenz eines Filtermaterials un terdrückt .
Wie zuvor beschrieben, ist sowohl der erste Detektor als auch der zweite Detektor angeordnet, die elektromagnetische Strah lung zu erfassen, wobei allerdings der Spektralfilter in dem Strahlengang vor dem zweiten Detektor angeordnet ist.
Zu diesem Zweck können beispielsweise der erste Detektor und der zweite Detektor derart relativ zueinander angeordnet sein, dass ein Abstand zwischen einer Detektionsfläche des ersten Detektors und einer Detektionsfläche des zweiten De tektors kleiner oder gleich 2 cm, bevorzugt kleiner oder gleich 5 mm und besonders bevorzugt kleiner oder gleich 1 mm oder sogar kleiner oder gleich 100 gm ist. Als Detektionsflä che wird dabei eine Fläche des jeweiligen Detektors bezeich net, wobei der Detektor eingerichtet ist, die auf die Detek tionsfläche auftreffende elektromagnetische Strahlung zu de- tektieren und ein davon abhängiges, beispielsweise von der Strahlungsintensität abhängiges, Detektorsignal bereitzustel len und eingerichtet ist, ein außerhalb der Detektionsfläche auf den Detektor auftreffende elektromagnetische Strahlung nicht zu detektieren.
Alternativ oder zusätzlich können der erste Detektor und der zweite Detektor derart relativ zueinander angeordnet und aus gestaltet sein, dass sich alle Punkte der ersten und der zweiten Detektionsfläche in einem Abstand kleiner oder gleich 1,5 cm oder vorzugsweise kleiner oder gleich 3 mm oder beson ders bevorzugt kleiner oder gleich 500 gm zueinander befin den .
Alternativ oder zusätzlich können der erste Detektor und der zweite Detektor derart relativ zueinander angeordnet sein, dass eine Hauptdetektionsrichtung des ersten Detektors und eine Hauptdetektionsrichtung des zweiten Detektors in einem Winkel von höchstens 45 Grad oder bevorzugt höchstens 30 Grad
oder besonders bevorzugt höchstens 15 Grad zu einander ste hen. Als Hauptdetektionsrichtung wird dabei eine Richtung be zeichnet, in der der Detektor eine maximale Detektionseffizi enz für die elektromagnetische Strahlung hat.
Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform sind der erste Detektor und der zweite Detektor derart relativ zuei nander angeordnet, dass ein Abstand zwischen einer Detekti onsfläche des ersten Detektors und einer Detektionsfläche des zweiten Detektors kleiner oder gleich 2 cm, bevorzugt kleiner oder gleich 5 mm und besonders bevorzugt kleiner oder gleich 1 mm oder sogar kleiner oder gleich 100 gm ist und Hauptde tektionsrichtung des ersten Detektors und eine Hauptdetekti onsrichtung des zweiten Detektors in einem Winkel von höchs tens 30 Grad zu einander stehen.
Gemäß einer ebenfalls besonders vorteilhaften Ausführungsform sind der erste Detektor und der zweite Detektor derart rela tiv zueinander angeordnet und ausgestaltet, dass sich alle Punkte der ersten und der zweiten Detektionsfläche in einem Abstand kleiner oder gleich 1,5 cm oder besser kleiner oder gleich 3 mm oder besser kleiner oder gleich 500 gm zueinander befinden, und derart relativ zueinander angeordnet, dass eine Hauptdetektionsrichtung des ersten Detektors und eine Haupt detektionsrichtung des zweiten Detektors in einem Winkel von höchstens 30 Grad zu einander stehen.
Alternativ oder zusätzlich zu einen oder mehreren der zuvor beschriebenen Möglichkeiten, die Detektoren derart anzuord nen, dass beide Detektoren die elektromagnetische Strahlung erfassen, kann die optoelektronische Messvorrichtung auch ein optisches Strahlungsverteilungsmittel umfassen, das einge richtet und angeordnet ist, die auf die optoelektronische Messvorrichtung treffende elektromagnetischen Strahlung auf den ersten Detektor und den zweiten Detektor zu verteilen. Insbesondere kann das Strahlungsverteilungsmittel in einem Strahlengang vor dem ersten und dem zweiten Detektor angeord net sein. Das Strahlungsverteilungsmittel kann beispielsweise
einen Lichtleiter umfassen, der die elektromagnetische Strah lung zu dem ersten und dem zweiten Detektor leitet. Alterna tiv oder zusätzlich kann das Strahlungsverteilungsmittel ein Streuelement umfassen, das in einem Strahlengang vor dem ers ten und dem zweiten Detektor angeordnet ist.
Die Erfindung betrifft überdies eine Anzeigevorrichtung um fassend die zuvor beschriebene optoelektronische Messvorrich tung, wobei die optoelektronische Messvorrichtung beispiels weise zur Erfassung einer Umgebungshelligkeit angeordnet ist. Die Anzeigevorrichtung umfasst vorzugsweise eine Steuerein richtung, die eingerichtet ist, eine Anzeigehelligkeit eines Anzeigeelements der Anzeigevorrichtung in Abhängigkeit von dem Differenzsignal zu steuern. Dabei kann es sich um die An zeigevorrichtung eines Telefons, Tablets oder eines Smartpho- nes oder eines Kraftfahrzeuges handeln. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung eingerichtet sein, die Anzeigehellig keit mit wachsendem Differenzsignal zu erhöhen, damit das An zeigeelement bei wachsender Umgebungshelligkeit heller wird.
Die Erfindung betrifft überdies ein Kraftfahrzeug umfassend die zuvor beschriebene optoelektronische Messvorrichtung, wo bei die optoelektronische Messvorrichtung beispielsweise zur Erfassung einer Umgebungshelligkeit angeordnet ist. Das
Kraftfahrzeug umfasst vorzugsweise eine Steuereinrichtung, die eingerichtet ist, eine Helligkeit in Abhängigkeit von dem Differenzsignal zu steuern. Dabei kann es sich um eine Anzei gehelligkeit einer Anzeigeeinrichtung des Kraftfahrzeugs han deln. Alternativ oder zusätzlich kann die Steuereinrichtung eingerichtet sein, einen Scheinwerfer oder eine Positions leuchte des Kraftfahrzeugs in Abhängigkeit von dem Differenz signal zu steuern. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung eingerichtet sein, den Scheinwerfer oder die Positionsleuchte bei hohem Differenzsignal abzuschalten, damit der Scheinwer fer bzw. die Positionsleuchte bei hoher Umgebungshelligkeit nicht leuchtet.
Verschiedene Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Lö sung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen näher erläu tert .
Es zeigen schematisch:
Figur 1: eine optoelektronische Messvorrichtung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
Figur 2: eine optoelektronische Messvorrichtung gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
Figur 3: Abstand und Ausrichtung der Detektoren der opto
elektronische Messvorrichtung gemäß dem zweiten Aus- führungsbeispiel ,
Figur 4: eine optoelektronische Messvorrichtung gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel,
Figur 5a bis 5e: spektrale Empfindlichkeiten im Zusammenhang mit der optoelektronische Messvorrichtung gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel,
Figur 6: ein Messverfahren,
Figur 7 : eine Anzeigeeinrichtung und
Figur 8: ein Kraftfahrzeug.
Die optoelektronische Messvorrichtung 1 gemäß dem in Figur 1 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel umfasst einen ersten Detektor 10 und einen zweiten Detektor 20. Diese sind beide eingerichtet, eine elektromagnetische Strahlung L zu erfassen und dabei jeweils ein strahlungsintensitätsabhängiges Detek torsignal auszugeben. Dabei wird das erste Detektorsignal des ersten Detektors 10 via einer ersten Datenleitung 13 zu einem Signaldifferenzierer 30 übertragen und ein zweites Detektor signal des zweiten Detektors 20 wird via einer zweiten Daten leitung 23 zu dem Signaldifferenzierer 30 übertragen. Alter nativ dazu können die Detektorsignale auch beispielsweise per Funk oder mittels Lichtsignalen übertragen werden. Der Sig naldifferenzierer 30 erzeugt durch Subtraktion des zweiten Detektorsignals von dem ersten Detektorsignal ein Differenz signal. Beide Detektoren 10, 20 erfassen, wie erwähnt, die elektromagnetische Strahlung L, allerdings ist in einem
Strahlengang S vor dem zweiten Detektor 20 ein Spektralfilter 24 angeordnet, so dass die elektromagnetische Strahlung vor der Detektion durch den zweiten Detektor 20 mittels des Spektralfilters 24 gefiltert wird. Im vorliegenden Ausfüh rungsbeispiel ist der Spektralfilter 24 nicht in Strahlengang vor dem ersten Detektor 10 angeordnet, so dass im vorliegen den Ausführungsbeispiel die elektromagnetische Strahlung S vor Detektion durch den ersten Detektor 10 nicht durch den Spektralfilter 24 gefiltert wird.
Die in Figur 2 dargestellte optoelektronische Messvorrichtung 1 gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel ist analog zu der des ersten Ausführungsbeispiels aufgebaut, umfasst jedoch weitere Bestandteile. Sie umfasst zusätzlich einen Signalaus gang 31, an dem das Differenzsignal ausgegeben wird und abge griffen werden kann. Dies kann elektrisch leitend oder per Funk oder optisch mittels Lichtsignalen erfolgen. An den Sig nalausgang 31 ist eine Steuereinrichtung 3 angeschlossen, die das Differenzsignal geeignet verarbeitet und nicht Bestand teil der Messvorrichtung 1 ist. Bei der Steuereinrichtung 3 kann es sich beispielsweise um eine Schnittstelle eines Per sonal Computers handeln, mittels der das Differenzsignal aus gewertet wird.
Bei der in Figur 2 dargestellten Messvorrichtung 1 ist über dies ein Strahlungsverteilungsmittel 40 im Strahlengang S vor dem ersten Detektor 10 und dem zweiten Detektor 20 angeord net. Dabei handelt es sich um eine Streuscheibe, die die ein fallende elektromagnetische Strahlung L diffus streut, so dass sowohl der erste Detektor 10 als auch der zweite Detek tor 20 die elektromagnetische Strahlung L erfassen.
An Stelle oder zusätzlich zu der Streuscheibe könnte bei spielsweise auch ein Lichtleiter verwendet werden, um die elektromagnetische Strahlung L zu dem ersten und dem zweiten Detektor 10, 20 zu leiten.
In Figur 3 sind der Abstand und die Ausrichtung der beiden Detektoren 10, 20 des zweiten Ausführungsbeispiels zueinander schematisch dargestellt. Ein Abstand d der Detektionsflächen 11, 21 der beiden Detektoren beträgt lediglich 1 mm und die Detektionsflächen 11, 21 sind gleichzeitig so klein, dass al le Punkte der ersten und der zweiten Detektionsflächen 11, 21 in einem Abstand r kleiner oder gleich 3 mm zueinander befin den, so dass sowohl der erste Detektor 10 als auch der zweite Detektor 20 die elektromagnetische Strahlung L erfassen.
Überdies sind der erste Detektor und der zweite Detektor der art relativ zueinander angeordnet, dass eine Hauptdetektions richtung 12 des ersten Detektors 10 und eine Hauptdetektions richtung 22 des zweiten Detektors 20 - bis auf Fertigungsto- leranzen - parallel sind, so dass sowohl der erste Detektor 10 als auch der zweite Detektor 20 die elektromagnetische Strahlung L erfassen.
Die in Figur 4 dargestellte optoelektronische Messvorrichtung 1 gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel ist analog zu der optoelektronischen Messvorrichtung 1 gemäß dem zweiten Aus führungsbeispiel aufgebaut. Der erste Detektor 10 besteht vorliegend aus einer Siliziumphotodiode 10a und der zweite Detektor 20 besteht aus einer dazu baugleichen Siliziumphoto diode 20a. Der Signaldifferenzierer 30 umfasst einen Operati onsverstärker 132, der mit Hilfe des Widerstandes 133 derart geschaltet ist, dass er eine am Ausgang 31 anliegende Span nung so regelt, dass dadurch die Differenzspannung an seinen beiden Eingängen (in Figur 4 mit + und - beschriftet) auf null geregelt wird. Das Strahlungsverteilungsmittel 40 ist bei dem dritten Ausführungsbeispiel einer optoelektronische Messvorrichtung 1 nicht dargestellt, es kann jedoch vorhanden sein. Überdies können die Siliziumphotodioden 10a, 10b wie im Zusammenhang mit Figur 3 beschrieben angeordnet sein.
In Figur 5a ist die spektrale Empfindlichkeit gi (l) der ers ten Siliziumphotodiode 10a des dritten Ausführungsbeispiels auf eins normiert dargestellt. Die dazu baugleiche zweite Si liziumphotodiode 10b weist grundsätzlich dieselbe spektrale
Empfindlichkeit auf. Allerdings ist ihr der Spektralfilter 24 vorgeschaltet, der eine wellenlängenabhängige Intensitäts schwächung, auch spektrale Intensitätsschwächung a (l) ge nannt, der elektromagnetischen Strahlung L hervorruft. Vor liegend handelt es sich dabei um einen Spektralfilter 24 be stehend aus dem kommerziell erhältlichen Filtermaterial QXL ® 570 C2 Maleimid. Die in der Figur 5a ebenfalls auf eins nor miert dargestellte spektrale Empfindlichkeit g2 (l) der zwei ten Siliziumphotodiode 20a in Kombination mit dem Spektral filter 24 ist daher gleich einer spektralen Empfindlichkeit der zweiten Siliziumphotodiode 20a ohne Spektralfilter 24 multipliziert mit dem Faktor 1 - a (l) . Die zuvor genannte spektrale Empfindlichkeit der zweiten Siliziumphotodiode 20a ohne Spektralfilter ist in Figur 5a nicht direkt dargestellt, sie entspricht allerdings auf Grund der Baugleichheit der beiden Siliziumphotodiode 10a, 20a der dargestellten spektra len Empfindlichkeit gi (l) der ersten Siliziumphotodiode 10a. Die spektrale Empfindlichkeit g3 (l) = gi (l) - g2 (l) des durch Subtraktion des zweiten Detektorsignals von dem ersten Detek torsignal gewonnenen und am Signalausgang 31 ausgegebenen Differenzsignals ist ebenfalls in Figur 5a auf eins normiert dargestellt. Sie ist für Wellenlängen um 555 nm herum, das heißt in einem Bereich, in dem der Spektralfilter stark oder sogar zu 100 Prozent die Intensität der elektromagnetischen Strahlung L schwächt, besonders hoch.
In den Figuren 5b, 5c, 5d und 5e sind in Bezugnahme auf das Ausführungsbeispiel 3 der Figur 4 entsprechende spektrale Empfindlichkeiten gi (l) , g2 (l) und g3 (l) für andere Filterma terialien gezeigt, jeweils in Kombination mit den Siliziump hotodioden 10a, 20a von Ausführungsbeispiel 3. Es betreffen:
Figur 5a: wie erwähnt einen Spektralfilter bestehend aus dem kommerziell erhältlichen Filtermaterial QXL ® 570
C2 Maleimid;
Figur 5b: einen Spektralfilter bestehend aus einem Farbstoff vom Typ Kristallviolett,
Figur 5c: einen Spektralfilter bestehend aus in einer Matrix eingebettete Nanopartikeln aus Gold mit einem ty pischen Durchmesser von 80 nm,
Figur 5d: einen Spektralfilter bestehend aus einem Cyanin farbstoff vom Typ Cy3 und
Figur 5e: einen Spektralfilter bestehend aus dem kommerziell erhältlichen Filtermaterial Procion® Red MX-5B.
Die zuvor genannten Filtermaterialien können insbesondere auf einen Filterträger oder auf die zweite Siliziumphotodiode 20a aufgeschleudert sein.
Allen in den Figuren 5a bis 5e gezeigten auf eins normierten spektralen Empfindlichkeiten g3 (l) der Differenzsignale äh neln der ebenfalls gezeigten auf eins normierten spektralen Empfindlichkeit V (l) des menschlichen Auges gemäß der Norm CIE 018.2 - 1983 stärker als die auf eins normierte spektrale Empfindlichkeit gi (l) einer Siliziumphotodiode. Insbesondere ist die mittlere quadratische Abweichung zwischen einer auf eins normierten spektralen Empfindlichkeit g3 (l) des Diffe renzsignals und der auf eins normierten spektralen Empfind lichkeit V (l) des menschlichen Auges gemäß CIE 018.2-1983 kleiner als die mittlere quadratische Abweichung zwischen der auf eins normierten spektralen Empfindlichkeit des ersten De tektorsignals gi (l) und der auf eins normierten spektralen Empfindlichkeit V (l) des menschlichen Auges gemäß CIE 018.2- 1983.
In Figur 6 ist ein für die zuvor beschriebenen Ausführungs beispiele der optoelektronischen Messvorrichtung geeignetes Verfahren zur Messung der Intensität der elektromagnetischen Strahlung (L) dargestellt.
Es umfasst den Schritt SO: „Start".
Es umfasst überdies den Schritt Sl: „Erfassen der elektromag netischen Strahlung L mittels des ersten Detektors 10, 10a".
Dabei wird ein von der Intensität der elektromagnetischen Strahlung abhängiges erstes Detektorsignal bereitgestellt.
Es umfasst überdies den Schritt S2 : „Erfassen der elektromag netischen Strahlung L mittels des zweiten Detektors 20, 20a, wobei die elektromagnetische Strahlung L vor Detektion durch den zweiten Detektor 20 mittels des Spektralfilters 24 gefil tert wird". Dabei wird ein von der Intensität der elektromag netischen Strahlung abhängiges zweites Detektorsignal bereit gestellt.
Es umfasst überdies den Schritt S3: „Erzeugen des Differenz signals". Dabei wird das zweite Detektorsignal von dem ersten Detektorsignal mittels des Signaldifferenzierers 30 subtra hiert. Überdies kann dabei das resultierende Differenzsignal via des Signalausgangs 31 ausgegeben werden.
Es umfasst überdies den Schritt SE : „Ende".
Wie zuvor beschrieben, kann es sich bei der Steuereinrichtung 3 um eine Schnittstelle eines Personal Computers handeln, mittels der z.B. das Differenzsignal in einem Messlabor aus gewertet wird. Überdies kann die zuvor beschriebene Messvor richtung 1 mit gemäß den zuvor beschriebenen Ausführungsbei spielen auch beispielsweise in einer Anzeigevorrichtung 200 eingesetzt werden. Eine derartige Anzeigeeinrichtung 200 ist beispielhaft in Figur 7 dargestellt. Sie umfasst ein Anzei geelement 201 in Form eines Displays sowie eine Messvorrich tung 1 gemäß einem der zuvor beschriebenen Ausführungsbei spielen 1 bis 3. Letztere ist zur Erfassung einer Umgebungs helligkeit angeordnet. Die Anzeigevorrichtung 200 umfasst überdies eine Steuereinrichtung 3, die in Abhängigkeit von dem Differenzsignal die Anzeigehelligkeit eines Anzeigeele ments 201 mit wachsender Umgebungshelligkeit erhöht, so dass das Anzeigeelements 201 bei einer hellen Umgebung gut lesbar ist und bei einer dunklen Umgebung nicht blendet. Dabei ist vorliegend die spektrale Empfindlichkeit der Messvorrichtung
3 durch den Spektralfilter 24 an die Empfindlichkeitskurve des menschlichen Auges angepasst.
Die Anzeigevorrichtung 200 kann beispielsweise Bestandteil eines Telefons, Tablets, eines Smartphones oder eines Kraft fahrzeuges 210 sein.
Ein derartiges Kraftfahrzeug ist in Figur 8 dargestellt. Da bei ist die Messvorrichtung 1 im Bereich der Windschutzschei- be angeordnet, um hier eine Umgebungshelligkeit, insbesondere die Stärke einer Sonneneinstrahlung zu erfassen. Das Display 201 ist für den Fahrer sichtbar angeordnet und die Steuerein richtung 3 befindet sich im Motorraum. Vorliegend ist die Steuereinrichtung nicht nur eingerichtet, die Anzeigehellig- keit wie zuvor im Zusammenhang mit Figur 6 beschrieben zu steuern. Vielmehr werden überdies auch die Scheinwerfer 211 und die Positionsleuchten 212 des Kraftfahrzeugs 210 in Ab hängigkeit von dem Differenzsignal gesteuert, so dass bei ho her Umgebungshelligkeit die Scheinwerfer 211 und die Positi- onsleuchten 212 abgeschaltet werden und bei geringer Umge bungshelligkeit eingeschaltet werden.
Bezugs zeichenliste
I Optoelektronische Messvorrichtung
3 Steuereinrichtung
10 Erster Detektor
10a Siliziumphotodiode zweiter Detektor
II Detektionsfläche erster Detektor
12 Hauptdetektionsrichtung erster Detektor
13 Erste Datenleitung
20 Zweiter Detektor
20a Siliziumphotodiode zweiter Detektor
21 Detektionsfläche zweiter Detektor
22 Hauptdetektionsrichtung zweiter Detektor
23 Zweite Datenleitung
24 Spektralfilter
30 Signaldifferenzierer
31 Signalausgang
40 Strahlungsverteilungsmittel
132 Operationsverstärker
133 Widerstand
200 Anzeigevorrichtung
201 Anzeigeelement
210 Kraftfahrzeug
211 Scheinwerfer
212 Positionsleuchte
S Strahlengang
L Elektromagnetische Strahlung
gi (l) Spektrale Empfindlichkeit erstes Detektorsignal g2 (l) Spektrale Empfindlichkeit zweites Detektorsignal g3 (l) Spektrale Empfindlichkeit drittes Detektorsignal V (l) spektrale Empfindlichkeit des menschlichen Auges