Fahrgeschäft
Die Erfindung betrifft ein Fahrgeschaft mit einem Gestell, einem auf dem Gestell angeordneten Stützelemeπt und mindestens einem entlang des Stützelemβntes zwischen einer oberen und einer unteren Endlage höhenveränderlichβn Fahrgasttr gerstruktur.
Fahrgeschäftθ mit höhenveränderlichen Fahrgastträgern sind bekannt wie z. B. aus der EP 848 973. Ein solches Fahrgeschäft hat jedoch die Eigenschaft, nur Auf- und Abwärtsbewegungen vollziehen zu können. Karussellartige Fahrgeschäfte sind außerdem bekannt. Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen jedoch, dass die Anforderungen bezüglich der Attraktivität von Fahrgeschäftβn immer mehr ansteigen.
Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Fahrgeschäft der eingangs genannten Art derart zu verändern, dass sich ein neuartiges Fahrgefühl beim Fahrgast einstellt, wodurch die Attraktivität des Fahrgeschäfts erhöht wird.
Die Aufgabe wird bei einem Fahrgeschäft der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass ein Stützelemβnt dabei in einem Bereich der unteren Endlage der höhenveränderlichen Fahrgaststruktur um eine vorgesehene Schwenkachse beidseitig reziprok verschwenkbar angeordnet ist. Fahrgeschäfte mit mehreren Freiheitsgraden, hinsichtlich der Bewegung der Fahrgasttr gerstruktur. weisen grundsätzlich eine höhere Attraktivität gegenüber Fahrgeschäften mit nur einem Freiheitsgrad auf. Im vorliegenden Fall wird die Attraktion dadurch gesteigert, dass eine Fahrgasttragerstruktur an einem vorzugsweise turmförmigen Stützelement in eine obere Endlage verfahren wird und dann das Stützelement eine Schwenkbβweguπg durchführt. Diese Schwenkbewegung wird durch eine Art auf dem Kopf stehende Schaukelkoπstruktion realisiert, denn das aufrecht stehende Stützelement ist im unteren Bereich schwenkbar gelagert, so dass diese mit ihrer Spitze hin und her schaukelt.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verläuft die Schwenkachse im wesentlichen horizontal.
Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung beinhaltet eine Fahrgasttragerstruktur, die am Stützelement entlang eines geradlinigen Hubwegeβ höhenveränderlich geführt ist. wobei der Hubweg im wesentlichen rechtwinklig zur Schwenkachse verläuft.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Fahrgasttragerstruktur außerdem am Stützelement um eine erste Drehachse drehbar gelagert.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung verläuft die erste Drehachse im wesentlichen koaxial oder parallel zum Hubweg.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verläuft die erste Drehachse im wesentlichen rechtwinklig zur Schwenkachse.
Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung beinhaltet ein Fundament, auf dem das Gestell um eine zweite Drehachse drehbar gelagert ist.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung verläuft die zweite Drehachse im wesentlichen rechtwinklig, vorzugsweise vertikal, zur Schweπkachse. Durch diese Anordnung lässt sich gleichzeitig eine Schwenk- und eine Drehbewegung realisieren
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Fahrgasttragerstruktur mehrere, vorzugsweise um das Stützelβment herum verteilt angeordnete, radiale Arme auf, an deren Enden Fahrgastträger angeordnet sind. An diese Fahrgastträger sind ein oder mehrere Sitze montiert, wobei die Blickrichtung der Fahrgäste nach außen zeigt.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind die radialen Arme der Fahrgasttragerstruktur im wesentlichen rechtwinklig zur ersten Drehachse ausgerichtet und/oder um die erste Drehachse verteilt angeordnet.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Fahrgastträger an den Armen fixiert.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist das Fahrgeschaft eine Antriebseinrichtung zum reziproken Verschwenken des Stützelements um die Schwenkachse und eine Steuereinheit auf. Die Steuereinheit aktiviert die Antriebseinrichtung erst dann, wenn sich die Fahrgastträgestruktur im wesentlichen in der oberen Endlage oder zumindest in einem Abschnitt benachbart zur oberen Endlage am Stützelement befindet. Durch diese Ausgestaltung wird eine maximale Auslenkbewegung der Fahrgasttragerstruktur erreicht, da dort der Bewegungsradius am größten ist.
Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 ein Fahrgeschäft in Vorderansicht;
Figur 2 das Fahrgeschäft gemäß Figur 1 in Draufsicht;
Figur 3 das Fah geschäft gemäß Figur 1, wobei das Geste« entlang der gestrichelten Linie A - A nach Figur 2 geschnitten ist;
Figur 4 eine teilweise geschnittene, ausschnittsweise Ansicht eines unteren Abschnittes des Fahrgβschäftes gemäß Figur 1 ;
Figur 5 eine teilweise geschnittene, ausschnittsweise Ansicht des oberen Abschnittes eines Turmes und der Fahrgasttragerstruktur des Fahrgeschäftes gemäß Figur 1 ;
Figur 6 a das Fahrgeschäft gemäß Figur 1 in Vorderansicht, wobei sich die Fahrgasttragerstruktur in der unteren Endlage an einem Turm befindet;
Figur 6 b das Fahrgeschäft gemäß Figur 1 in Vorderansicht, wobei sich die Fahrgasttragerstruktur in der oberen Endlage an dem Turm befindet;
Figur 6 c das Fahrgeschäft gemäß Figur 1 in Vorderansicht, wobei sich der Turm In einer ersten Schwenk- Drohstellung befindet; und
Figur 6 d das Fahrgeschäft gemäß Figur 1 in Vorderansicht, wobei sich der Turm in einer zweiten Schwenk- Drohstellung befindet.
In den Figuren ist ein Fahrgeschäft 1 mit einem Fundament 3, welches im wesentlichen aus (in den Figuren nicht näher bezeichneten) horizontalen Auslegern aufgebaut ist und mittels (in den Figuren ebenfalls nicht näher
bezeichneten) Stützen auf einem Untergrund steht, abgebildet. Auf dem Fundament 3 ist ein um eine vertikale Drehachse 5a drehbar gelagerter Lagerbock 5 angebracht (siehe insbesondere Figur 3). Der Lagerbock 5 besteht aus zwei beabstandeten Laschen 9. Für die Rotation des Lagerbockes 5 um die Drehachse 5a sind Elektromotoren 29 vorgesehen, wie die Figuren 3 und 4 erkennen lassen. Auf der Ausgangswelle dieser Elektromotoren 29 sitzt ein Reibrad 30. Die Reibräder 30, die um eine vertikale Drehachse rotierend gelagert sind, befinden sich in Reibeingriff mit dem Umfang einer Scheibe 32. die um die Drehachse 5a drehbar gelagert ist und den Lagerbock 5 trägt (vgl. Figur 4).
Die Drehachse 5 a verläuft vertikal durch die Mitte der beiden beabstandeten Laβcheπ 9 des Lagerbocks 5. Ein Turm 7 ist zwischen den Laschen 9 schwenkbar gelagert. Eine Schwβnkachse 9a verläuft dabei horizontal in Blickrichtung von Figur 3 durch die Befestigungspunkte, in denen der Turm 7 mit den Laschen 9 verbunden ist. Am unteren Ende des Turms 7 ist ein im wesentlichen kreissegmβntähnlicheβ Gewicht 11 angeordnet. Jeweils an einer Seite des Gewichtes 11 ist über die ganze Kreissegmentlänge eine Zahnung 10 ausgebildet. Über einen Antrieb 34, von dem ein Zahnkranz 36 angetrieben wird, welcher in die Zahnung 10 greift, kann der Turm 7 in eine beidseitig reziproke Schweπkbe egung versetzt werden (siehe hierzu auch Figur 4).
Am Turm 7 Ist eine höhenveränderliche Fahrgasttragerstruktur 27 angeordnet. An der Fahrgasttragerstruktur 27 sind vorzugsweise sechs seitlich abstehende Arme 28 starr angebracht, an denen jeweils ein Fahrgastträger 17 hängt. Dabei sind die Fahrgastträger 17 an den starren Armen 28 jeweils um eine Schwenkachse 18 angeordnet, die rechtwinkelig zur Mittelachse 7a des Turmes 7 verläuft, so dass die Fahrgastträger 17 in radialer Richtung nach außen hochschwenken können (siehe hierzu insbesondere Figur 5). Ferner sind die Fahrgastträger 17 so ausgerichtet, dass die darin aufgenommenen Fahrgäste nach außen sitzen.
Wie ferner insbesondere Figur 5 erkennen lässt, sind an der Fahrgast- trägerstruktur 27 Elektromotoren 40 befestigt, durch die die
Fahrgastträgerstruktur 27 in Rotation um die Mittelachse 7a des Turmes 7 versetzt wird. Hierzu ist auf der Ausgangswelle der Elektromotoren 40 im dargestellten Ausführungsbβispiel ein Reibrad 42 angeordnet. Die Reibräder 42 befinden sich in Reibeingriff mit einer zylindrischen Lauffläche 44, die an einem Schlitten 46 ausgebildet ist, welcher am Turm 7 höhenveränderiich geführt ist, wie Figur 5 erkennen lässt. Somit bildet die Mittelachse 7a des Turmes 7 gleichzeitig auch die Rotationsachse für die Rotation der Fahrgasttragerstruktur 27, wobei in der vertikalen Stellung des Turmes 7 gemäß Figuren 1 und 3 die Mittelachse 7a des Turmes 7 mit der Drehachse 5a zusammenfällt (vgl. Figur 3).
Demnach dient der Schlitten 48 zur drehbaren Lagerung der Fahrgasttragerstruktur 27. Der Schlitten 46 ist entlang des Turmes 7 in Richtung dessen Mittelachse 7a zwischen einer unteren und einer oberen Endlage vβrfahrbar. Hierzu ist am Schlitten 46 ein Elektromotor 48 befestigt, der über ein Winkelgetriebe 50 ein Zahnrad 52 antreibt, das sich in Eingriff mit einer Zahnstange 54 befindet, die in Längsrichtung des Turmes 7 verläuft, wie insbesondere die Figuren 4 und 5 erkennen lassen. An der Spitze des Turmes 7 sind zwei Umlenkrollen 54 gelagert (vgl. Figuren 3 und 5), die zur Ümlenkung von Seil- oder Kettenzügeπ 56 (Figur 4) dienen, deren eine Enden am Schlitten 46 und deren andere Enden an einem innerhalb des Turmes 7 höhenveränderiich geführten Gegengewicht 58 (Figur 4) befestigt sind.
In Figur 3 ist außerdem erkennbar, dass an der einen Seite treppenför ige Aufbauten 19, die zum Einstleg in das Fahrgeschaft dienen, Bodenflächen 21 und 23 und eine senkrechte Wand 25, welche eine Begrenzung an der hinteren Seite des Fanrgeschafts 1 darstellt. In Gitterkonstruktion ausgebildet und über dem Fundament 3 angeordnet sind.
Sofern eine transportable Ausführungen des Fahrgeschäfts für z. B. Jahrmärkte gewünscht ist. können alle Teile lösbar miteinander verbunden sein.
Die Figuren 4a - d zeigen einen bevorzugten Bewegungsabiauf des Fahrgeschäfts.
In Figur 4a ist das Fahrgeschäft 1 mit der Fahrgasttragerstruktur 27 in der unteren Endlage zu sehen. In dieser Position können die Fahrgäste einsteigen.
Figur 4b zeigt eine Fahφosition, in der die Fahrgasttragerstruktur 27 bereits in die obere Endlage verfahren ist. In einer bevorzugten Fahrweise bewegt sich die Fahrgasttragerstruktur 27 von der unteren in die obere Endlage rotierend nach oben.
Figur 4c und 4d läset eine erste und eine zweite Schwenk- Drohstellung des Turms 7 erkennen. Insbesondere kann die Rotationsbewegung der Fahrgasttragerstruktur 27 in der oberen Entlage um die Achse 7 a auch während der Schwenkbewegung des Turms 7 um die Schwenkachse 9 a und der Drehbewegung um die Drehachse 5 a beibehalten werden.