DE977066C - Verfahren zur Herstellung von Elektroden fuer Akkumulatoren, insbesondere Silber-Zink-Akkumulatoren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Elektroden fuer Akkumulatoren, insbesondere Silber-Zink-AkkumulatorenInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 28. JANUAR 1965
Y 64 VIb j 21 b
Die Erfindung bezieht sich auf Elektroden für elektrische Elemente, vornehmlich (wenn auch nicht
ausschließlich) auf Silberelektroden, die den positiven Satz einer alkalischen Batterie bzw. eines
alkalischen Akkumulators bilden, während der negative Satz aus einer oder mehreren Elektroden
aus einem Material besteht, das elektronegativer als Silber ist, z. B. aus Zink oder Kadmium.
Es sind Elektroden mit wirksamen Teilen aus gesintertem Metallpulver, ζ. Β. Silber, bekannt,
welche die Form einer verhältnismäßig dünnen Platte haben, die zusammen mit einer oder mehreren
ähnlich geformten negativen Elektroden in einem Gehäuse untergebracht sind. Die Platten
liegen dabei unter Druck halbdurchlässigen Membranen an, die ihrerseits Elektroden entgegengesetzter
Polarität voneinander absondern. Die gesinterten Platten sind genügend porös, um leicht
vom Elektrolyt durchdrungen zu werden, außerdem stark genug, um beträchtlichen Drücken standzuhalten.
Bei der Herstellung gesinterter Platten besteht die Schwierigkeit, daß das komprimierte Metallpulver
beim Erhitzen auf Sintertemperatur Volumenänderungen erfährt. Das Verhalten von Silberpulver
in dieser Hinsicht ist verschieden und unberechenbar, da einmal beträchtliches Schrumpfen,
ein anderes Mal wiederum merkliche Ausdehnung auftritt. Es ist indes festgestellt worden,
daß die Volumenänderung im allgemeinen um so
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größer ist, je geringer die Teilchengröße des Ausgangsmaterials ist. Infolgedessen kommt es gerade
bei feinkörnigem Silber, das an sich wegen seiner großen wirksamen Oberfläche als Elektrodenmaterial
besonders geeignet ist, vor, daß man von dessen Verwendung in gesinterten Platten absehen
muß, da die Platten während des Sinterns zu häufig springen und da sich die für die Volumenänderung
nötigen Toleranzen der Preßform nur ίο schwer abschätzen lassen.
Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Vermeidung der beschriebenen Schwierigkeiten zu
schaffen.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, bei der Herstellung von Elektroden für Akkumulatoren,
insbesondere für Silber-Zink-Akkumulatoren, durch Druck- und gegebenenfalls Wärmebehandlung einer
elektrochemisch wirksamen Pulvermasse, insbesondere eines Silberpulvers, so zu verfahren, daß
ao die Pulvermasse vor der Druckbehandlung so weit erhitzt wird, daß sie sich zu gröberen Teilen vereinigt,
die nach dem Abkühlen wieder zerkleinert werden. Es hat sich dabei als besonders vorteilhaft
erwiesen, die Pulvermasse auf eine Temperatur zu erhitzen, die etwas unterhalb der Sintertemperatur
liegt, Silberpulver also z. B. auf einer Temperatur von etwa 400 bis 6oo° C zu erhitzen.
Die durch Erhitzen zusammengeballte und nach dem Abkühlen auf den gewünschten Feinheitsgrad
zerkleinerte Masse wird dann in eine Form gepreßt, um den Elektrodenkörper, gewöhnlich
plattenförmige Elektrodenkörper, zu bilden. Wird der so hergestellte Preßling gesintert, so ergeben
sich nur unwesentliche Volumenänderungen. Aber auch die Verwendung der nach Vorerhitzen der
Pulvermasse hergestellten Preßkörper ohne nachfolgendes Sintern bietet Vorteile, die sich aus den
in der Zeichnung dargestellten Diagrammen ergeben.
In der Zeichnung zeigt
In der Zeichnung zeigt
Fig. ι ein Diagramm, das die Beseitigung eines Durchhanges in der Spannungskurve durch die
Vorerwärmung einer positiven Elektrode veranschaulicht,
Fig. 2 ein Diagramm zur Veranschaulichung der Wirkung der Vorerwärmung von Silberpulver auf
das Speichervermögen eines Akkumulators, dessen positive Elektroden aus diesem Pulver ohne
Sintern hergestellt worden sind, Fig. 3 ein Diagramm ähnlich dem von Fig. 2,
aber für einen Akkumulator, dessen positive Elektroden gesintert sind, und
Fig. 4 in schematischer Darstellung einen Akkumulator, der sowohl gesinterte wie ungesinterte
Elektroden in sich vereinigt.
In Fig. ι ist in strichpunktierten Linien (Kurve F0) die zeitliche Änderung der Klemmenspannung
eines alkalischen- Akkumulators in den Anfangsstadien einer Entladung mit maximaler
Soll-Belastung aufgetragen, wobei die positiven Elektroden des Akkumulators aus gepreßtem, ungesintertem,
nicht vorerwärmtem Silberpulver bestehen. Man erkennt, daß die Klemmenspannung innerhalb etwa 2 Sekunden von ihrer Ruhespannung
von 1,85 Volt auf ungefähr 1 Volt absinkt und erst dann langsam auf einen Wert von 1,3 Volt
ansteigt, auf dem sie dann bis nahe dem Ende des Entladungsvorganges verharrt. Die vier weiteren
Kurven F1 bis F4 zeigen, welche Wirkung die Vorerhitzung
bei verschiedenen Temperaturen auf die Arbeitsweise des Akkumulators hat. So stellen die
Kurven V1 und V2 Vorerhitzungstemperaturen von
400 bzw. 4500 C dar, wobei der Durchhang immer schwächer wird; bei einer Vorerhitzungstemperatur
von 5500 C, wie durch Kurve F3 veranschaulicht,
verschwindet der Durchhang vollständig, während Vorerhitzung auf 6oo° C den Durchhang in ein
gleichmäßiges Abfallen verwandelt, wie F4 zeigt.
In Fig. 2 ist für einen Silber-Zink-Akkumulator
der oben beschriebenen Art die Kapazität in Abhängigkeit von der Temperatur aufgetragen, auf
die man das Pulver vor der Druckbehandlung erhitzt. Die daraus hergestellten Platten sind jedoch
nicht gesintert. Zwei sich hierbei ergebende Kurven sind voll ausgezogen, wobei die stark gezeichnete
für eine Erhitzungsdauer von 15 Minuten, die schwach gezeichnete für eine Erhitzungsdauer von
30 Minuten gilt. Zu Vergleichszwecken ist noch strichpunktiert der Durchschnitt der Kapazitäten
für Akkumulatoren mit ungesinterten, aus Pulver ohne Vorerwärmung hergestellten Elektroden eingezeichnet.
Es ergibt sich bei einer Erhitzungsdauer von 15 Minuten eine deutliche Erhöhung der
Kapazität im Bereich zwischen 500 und 6oo° C, wobei das Maximum bei etwa 5500 C liegt. Wird
die Wärmebehandlung auf 30 Minuten verlängert, so verschiebt sich dieses Maximum nach den
niedrigeren Temperaturen hin. Die besten Ergebnisse lassen sich somit durch eine Wärmebehandlung
erzielen, deren Dauer zwischen einigen Minuten und etwa 1 Stunde liegt, während eine
Erhitzung von wesentlich längerer Dauer nicht zu empfehlen ist, da das Silber sich dann nur noch
schlecht verarbeiten läßt. Im allgemeinen variiert natürlich die Mindestdauer mit der Größe der Ofenladung,
da genügend Zeit verstreichen muß, um das ganze Pulver auf die gewünschte Temperatur zu
bringen.
Fig. 3 zeigt die Kapazität eines Vergleichsakkumulators mit gesinterten Elektroden und da-
neben zwei Kurven, die sich auf Elektroden aus gesintertem und vorerhitztem Pulver beziehen,
wobei sich eine Wirkung ergibt, die den gemäß Fig. 2 für ungesinterte Platten geltenden Ergebnissen
entspricht. Allerdings liegt die durchschnittliehe Kapazität eines Akkumulators mit gesinterten
Platten schon etwas über der eines Akkumulators mit ungesinterten Platten, so daß in dem in Fig. 3
dargestellten Fall die durch die erfindungsgemäße Vorerhitzung erzielte Verbesserung nicht ganz so iao
deutlich ist wie in Fig. 2; es läßt sich jedoch auch in diesem Fall ein klar erkenntliches Maximum
feststellen.
Fig. 4 zeigt einen Behälter 10 aus Isolierstoff, der mit einem alkalischen Elektrolyt 11 gefüllt ist.
Eine Gruppe von negativen Elektroden 12, die mit
positiven Elektroden 13α, 13 b, 13c abwechseln, ist
in diesen Elektrolyt getaucht und im Behälter 10 festgehalten. Eine Hülle 14 aus halbdurchlässigem
Material, z. ß. Zellulosehydratfolie, umgibt jede der negativen Elektroden 12; ähnliche Hüllen
können selbstverständlich auch an den positiven Elektroden vorgesehen werden, sind jedoch nicht
dargestellt. Die Leiter 15 und 16 erstrecken sich von den entsprechenden Elektroden nach zugehörigen,
nicht dargestellten Klemmen.
Die negativen Elektroden 12 bestehen im wesentlichen
aus gepulvertem Zinkoxyd, das sich beim späteren Aufladen des Akkumulators in metallisches
Zink verwandelt. Die positiven Elektroden 13 0,, 13 b, 13 c bestehen in der Hauptsache aus Silber,
das während des Aufladevorganges oxydiert wird. Die Elektrode 13 a ist aus vorerhitztem Silberpulver
gepreßt, ist jedoch nicht gesintert, wie zu Fig. 2 erläutert; Elektrode 13 b ist gesintert und
kann auf die im Zusammenhang mit Fig. 3 beschriebene Weise vorerhitztes Silberpulver enthalten,
braucht es aber nicht. Elektrode 13 c besteht aus nicht vorerhitztem Silberpulver und ist nicht
gesintert, sondern nur gepreßt. Das Verhalten dieser Elektroden ist durch die Kurve V0 der Fig. 1
dargestellt.
Da die Spannungskurve einer gesinterten Elektrode, gleichgültig ob diese nun aus Pulver besteht,
das vorerhitzt ist oder nicht, ziemlich ähnlich der Kurve V1 (Fig. 1) verläuft, die sich auf ungesinterte
Elektroden aus bei verhältnismäßig hohen Temperaturen wärmebehandeltem Pulver bezieht,
läßt sich durch entsprechende Zusammenstellung von gesinterten und ungesinterten Platten miteinander
bzw. mit ungesinterten Platten aus vorerhitztem Pulver ' eine fast völlig horizontale
Spannungskurve erzielen. Ganz allgemein gesagt, läßt sich durch die Kombination verschiedener
Elektroden, die zum Teil aus bei verhältnismäßig hohen Temperaturen vorbehandeltem Pulver, zum
Teil aus bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen oder überhaupt nicht vorbehandeltem
Pulver bestehen, eine Vielfalt von gegebenenfalls günstigen Spannungs- und Kapazitätskennlinien
erzielen, wobei die in Fig. 4 gezeigte Gruppierung natürlich nur einen Sonderfall als Beispiel aus
vielen anderen Möglichkeiten darstellt.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Elektroden für Akkumulatoren, insbesondere Silber-Zink-Akkumulatoren,
durch Druck- und gegebenenfalls Wärmebehandlung einer elektrochemisch wirksamen Pulvermasse, insbesondere eines
Silberpulvers, dadurch gekennzeichnet, daß die Pulvermasse vor der Druckbehandlung so weit
erhitzt wird, daß sie sich zu gröberen Teilen vereinigt, die nach dem Abkühlen wieder zerkleinert
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Pulvermasse auf eine Temperatur vorerhitzt wird, die etwas unterhalb der Sintertemperatur liegt, z. B. Silberpulver
auf 400 bis 6oo° C.
3. Verfahren zur Herstellung eines Elektrodenblockes
aus Elektroden gemäß Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß Elektroden,
deren elektrochemisch wirksame Pulvermassen vorerhitzt sind, mit solchen Elektroden
zusammengefaßt werden, deren Pulvermassen nicht vorerhitzt sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 564 254, 626 083; deutsche Patentanmeldung V 2767 VI a/40 b (bekanntgemacht am 11. 10. 1951);
Deutsche Patentschriften Nr. 564 254, 626 083; deutsche Patentanmeldung V 2767 VI a/40 b (bekanntgemacht am 11. 10. 1951);
Kieffer-Hotop, »Sinter-Eisen und Sinter-Metall«, 1948, S. 97 bis 99.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
® 609 660/175 10.56 (409 787/1 1.65)
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