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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Rifalazil zur
Behandlung bakterieller Infektionen, wobei Rifalazil einmal oder
zweimal wöchentlich
verabreicht wird. Besonders betrifft die Erfindung die Verwendung
von Rifalazil zur Behandlung von Infektionen, die durch Chlamydia
pneumoniae hervorgerufen werden, und Infektionen, die durch Helicobacter
pylori hervorgerufen werden, wobei Rifalazil einmal oder zweimal wöchentlich
an einen Patienten verabreicht werden soll, der an der bakteriellen
Infektion leidet. Unter diesem Dosisregime ist die Behandlung schnell,
wirksam und beseitigt unerwünschte
Sekundärsymptome,
die bei täglichen
Dosen von 1–50
mg Rifalazil beobachtet werden.
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Bakterielle
Infektionen, die durch Mycobacterium-Spezies verursacht werden,
und ähnliche
Infektionen, die durch Chlamydia pneumoniae oder H. pylori verursacht
werden, rufen in den Vereinigten Staaten und weltweit schwere Gesundheitsprobleme
hervor. Zum Beispiel ist die Tuberkulose, die durch Mycobacterium
tuberculosis verursacht wird, mit über einer Milliarde infizierten
Personen weltweit eine der gravierendsten Infektionserkrankungen
außerhalb
der entwickelten Länder.
Die weltweite Infektionsrate führt
jährlich
zu acht Millionen Fällen
aktiver Tuberkulose und zu über
zwei Millionen Toten pro Jahr. In den Vereinigten Staaten wurde 1994
von 26.000 neuen Fällen
aktiver Tuberkulose berichtet. Die Anzahl der aktiven Fälle in den
Vereinigten Staaten ist aufgrund des Anstiegs von Patienten mit
AIDS und des Anstiegs der Immigration aus Entwicklungsländern hoch.
Darüber
hinaus wird von einem Anstieg multiresistenter Tuberkulose und disseminierten
Mehrfachinfektionen mit Mycobacterium avium berichtet.
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Zudem
gibt es einen Anstieg in übertragbaren
chlamydialen Erkrankungen, die durch Chlamydia pneumoniae, unbewegliche,
obligat intrazelluläre
Bakterien, hervorgerufen werden. Chlamydia pneumoniae verursacht
Atemwegsinfektionen wie Pneumonie, Bronchitis, Pharyngitis und Sinusitis
und steht mit etwa 10 % der Gesamtheit erworbener Pneumonien in
Zusammenhang. Die Infektionen mit Chlamydia pneumoniae sind geographisch
breit gestreut. Studien auf das Vorhandensein von Antikörpern haben
gezeigt, dass eine große
Anzahl von Personen sich zu irgendeinem Zeitpunkt mit Chlamydia
pneumoniae infiziert hat.
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Infektionen
mit Helicobacter pylori sind Infektionen des Gastrointestinaltrakts.
H. pylori ist ein gramnegativer Mikroorganismus, der im menschlichen
Magen und Darm lebt und eng mit akuter Gastritis und der Entwicklung
einer Entzündung
der Schleimhaut verknüpft
ist. Akute Gastritis geht mit Oberbauchschmerzen, Übelkeit
und Erbrechen einher. Der Organismus ist schwer zu behandeln, verzögerte Rezidive
sind häufig
und die Behandlung schließt
mehrfache antibiotische Regime ein.
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Es
wäre deshalb
von großem
Vorteil, die Verwendung neuer Antibiotikatypen zur Behandlung der
vorstehend beschriebenen Erkrankungen bereitzustellen, die fähig sind,
die Bakterien oder Organismen, die diese Erkrankungen verursachen,
wirksam zu behandeln und/oder auszurotten, ohne die Notwendigkeit,
komplexe antibiotische Behandlungen oder Regime anzuwenden, die
zu unerwünschten
Sekundärsymptomen
und Nebenwirkungen führen.
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Es
ist deshalb eine Aufgabe dieser Erfindung, die Verwendung eines
relativ neuen Antibiotikums, Rifalazil, das zur Klasse der Ansamycine
genannten Antibiotika gehört,
zur Behandlung von Infektionen mit Chlamydia pneumoniae und H. pylori
durch Verabreichung einmal oder zweimal wöchentlich bereitzustellen.
Rifalazil weist die gleiche oder bessere Wirksamkeit als entweder
Rifabutin oder Rifampin, den anderen beiden Antibiotika derselben
Klasse, auf und hemmt das Wachstum von Mycobacterium tuberculosis,
Mycobacterium-avium-Spezies,
Chlamydia pneumoniae und H. pylori, wenn es nur einmal wöchentlich
oder zweimal wöchentlich
in Dosen von 1 bis 50 mg verabreicht wird. Früher wurde Rifalazil auf täglicher
Basis verabreicht und aufgrund der schweren sekundären Nebenwirkungen
wurde es als Arzneistoff zur Behandlung von Tuberkulose und anderen
Infektionen abgesetzt. Das neu entdeckte Regime einmal wöchentlich
oder zweimal wöchentlich
weist dieselbe Wirksamkeit wie die tägliche Verabreichung auf und
eliminiert oder verringert die Nebenwirkungen dennoch.
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Die
Verbindung Rifalazil ist in dem U.S.-Patent 4,983,602 beschrieben
worden, worin seine antibakterielle Wirksamkeit offenbart wurde.
Die in vitro und in Tiermodellen mit Mäusen beschriebenen Dosierungen entsprechen
einer Dosis von 10 mg bis 10 g/Tag für Erwachsene. Jedoch, wenn
in klinischen Tests diese Antibiotikadosen täglich verabreicht wurden, traten
viele Nebenwirkungen auf und die Behandlung mit Rifalazil wurde
abgesetzt. Brooks et al., Antimicrobial Agents and Chemotherapy,
Nov. 1998, S. 3047–3048,
betrifft eine Therapie einmal wöchentlich
mit Kombinationen von Isoniazid plus einem Rifamycin, das im Modell
der Infektion durch niedrig dosiertes Aerosol an der Maus gegen
zwei Stämme
von Mycobacterium tuberculosis getestet wurde.
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Sato
et al., Kekkaku Bd. 73, Nr. 8: 501–506, 1998, betrifft Wirkungen
eines zur Hälfte
herunter regulierten sekretorischen Leukozytenprotease-Inhibitors
und der traditionellen chinesischen Medikamente Yokuinin und Mao-Bushi-Saishin-To
auf die therapeutischen Wirkungskräfte von Benzoxazinorifamycin
KRM-1648 gegen in Mäusen
ausgelöste
Mehrfachinfektionen mit Mycobacterium avium.
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R & D Focus Drug
News (9. Jun. 1997) betrifft die Phase II Versuche zur Ermittlung
der Dosis, die von Patho Genesis mit KRM 1648 geplant sind.
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Hirata
et al., Antimicrobial Agents and Chemotherapy, Okt. 1995, S. 2295–2303, betrifft
die Wirksamkeit von Benzoxazinorifamycin, KRM-1648, gegen Mycobacterium
tuberculosis in vitro und in vivo.
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Alle
Patente, Patentanmeldungen und -veröffentlichungen, die hierin
zitiert werden, sind hiermit durch Bezugnahme aufgenommen.
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Eine
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung von Rifalazil zur
Herstellung eines oralen Medikaments zur Behandlung von bakteriellen
Infektionen im Menschen durch einmal oder zweimal wöchentliche
Verabreichung.
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Eine
andere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung von Rifalazil zur
Behandlung von Infektionen mit Chlamydia pneumoniae durch einmal
oder zweimal wöchentliche
Verabreichung.
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Noch
eine andere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung von Rifalazil zur Behandlung
von Infektionen mit Helicobacter pylori durch einmal oder zweimal
wöchentliche
Verabreichung.
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1 veranschaulicht
die Abnahme der Anzahl weißer
Blutzellen unter einem täglichen
Dosierungsregime, das in einem klinischen Test an menschlichen Freiwilligen
angewendet wurde, wobei die tägliche
Dosis Rifalazil 5 oder 25 mg betrug, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe,
die ein Placebo erhielt.
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2 veranschaulicht
die Abnahme der Anzahl weißer
Blutzellen unter einem täglichen
Dosierungsregime, das in einem klinischen Test an menschlichen Freiwilligen
angewendet wurde, wobei die tägliche
Dosis Rifalazil 25 mg betrug.
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3 veranschaulicht
die Abnahme der Anzahl weißer
Blutzellen unter einem täglichen
Dosierungsregime, das in einem klinischen Test an menschlichen Freiwilligen
angewendet wurde, wobei die tägliche
Dosis Rifalazil 5 mg betrug.
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4 veranschaulicht
Veränderungen
der absoluten Neutrophilenzahl unter einem täglichen Dosierungsregime, das
in einem klinischen Test an menschlichen Freiwilligen angewendet
wurde, wobei die tägliche Dosis
5 oder 25 mg betrug, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die ein
Placebo ohne Rifalazil erhielt.
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5 veranschaulicht
die Abnahme der absoluten Neutrophilenzahl unter einem täglichen
Dosierungsregime, das in einem klinischen Test an menschlichen Freiwilligen
verwendet wurde, wobei die tägliche Dosis
Rifalazil 25 mg betrug.
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6 veranschaulicht
die Abnahme der absoluten Neutrophilenzahl unter einem täglichen
Dosierungsregime, das in einem klinischen Test an menschlichen Freiwilligen
angewendet wurde, wobei die tägliche Dosis
Rifalazil 5 mg betrug.
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7 veranschaulicht
Veränderungen
der Anzahl der Blutplättchen
nach 20-tägiger
Verabreichung von 5 und 25 mg Rifalazil an gesunde Freiwillige in
einem klinischen Test, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die
ein Placebo erhielt.
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8 veranschaulicht
Veränderungen
in den weißen
Blutzellen nach der Verabreichung einer einmal wöchentlichen Dosis von 25 oder
50 mg für
fünf Wochen
an gesunde Freiwillige in einem klinischen Test, im Vergleich zu
einer Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt.
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9 veranschaulicht
Veränderungen
der absoluten Neutrophilenzahl nach Verabreichung einer einmal wöchentlichen
Dosis von 25 oder 50 mg für
fünf Wochen
an gesunde Freiwillige in einem klinischen Test, im Vergleich zu
einer Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt.
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10 veranschaulicht
Veränderungen
in der Anzahl der Blutplättchen
nach Verabreichung einer einmal wöchentlichen Dosis von 25 oder
50 mg für
fünf Wochen
an gesunde Freiwillige in einem klinischen Test, im Vergleich zu
einer Kontrollgruppe, die nur ein Placebo erhielt.
"Rifalazil" bedeutet 3'-Hydroxy-5'-(4-isobutyl-1-piperazinyl)benzoxasinorifamycin,
auch als KRM-1648 bekannt.
"ANC" bedeutet absolute
Neutrophilenzahl.
"ARS" bedeutet Nebenwirkungen.
"AUC0-24" bedeutet Bereich
unter der Konzentration-Zeit-Kurve von 0 bis 24 Stunden.
"AUC0-∞" bedeutet AUC von
0 Stunden bis Unendlich.
"AZT" bedeutet Azidodeoxythymidin.
"BID" bedeutet zweimal
täglich.
"BIW" bedeutet zweimal
wöchentlich.
"BUN" bedeutet Blutharnstoffstickstoff.
"CFUs" bedeutet koloniebildende
Einheiten.
"Cmax" bedeutet
maximale Konzentration.
"CL/F" bedeutet Clearance
(unkorrigiert für
Bioverfügbarkeit).
"COSTART" bedeutet Coding
Symbols for Thesaurus of Adverse Reaction Terms (Codierungssymbole
für die Wortsammlung
von Nebenwirkungs-Begriffen).
"CUM" bedeutet
Kubikmikrometer.
"CYP" bedeutet Zytochrom
P450.
"ddC" bedeutet Dideoxyctidin.
"EBA" bedeutet frühe bakterizide
Wirksamkeit.
"EKG" bedeutet Elektrokardiogramm.
"EMB" bedeutet Ethambutol.
"G6PD" bedeutet 5-Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase.
"GGT" bedeutet Gamma-Glutamyltranspeptidase.
"IND" bedeutet neuer Arzneistoff
der experimentellen Forschung.
"INH" bedeutet
Isoniazid.
"IP" bedeutet intraperitoneal.
"IRB" bedeutet Institutional
Review Board (institutionelle Prüfungskommission).
"IV" oder "i.v." bedeutet intravenöse Verabreichung.
"Ke" bedeutet Endgeschwindigkeitskonstante.
"Ka" bedeutet Absorptionsgeschwindigkeitskonstante.
"K/CU MM" bedeutet Tausend
pro Kubikmillimeter.
"LDH" bedeutet Lactatdehydrogenase.
"LEV" bedeutet Loxacin-Spiegel.
"M/CU MM" Million pro Kubikmillimeter.
"MAC" bedeutet Mycobacterium-avium-Komplex.
"MBC" bedeutet minimale
bakterizide Konzentration.
"MIC" bedeutet minimale
Hemmkonzentration.
"MTB" bedeutet Mycobacterium
tuberculosis.
"Mycobacterium-avium-Komplex" bedeutet Mycobacterium
avium, Mycobacterium intracellulare, Mycobacterium marinum, Mycobacterium
kansasii und Mycobacterium scrofulaceum.
"NADPH" bedeutet Nicotinamidadenindinucleotidhydrogenphosphat.
"PT" bedeutet Prothrombinzeit.
"PTT" bedeutet partielle
Thromboplastinzeit.
"PZA" bedeutet Pyrazinamid.
"RBT" bedeutet Rifabutin.
"Rif" oder "RMP" bedeutet Rifampin.
"QID" bedeutet einmal
täglich.
"QIW" bedeutet einmal
wöchentlich.
"SD" bedeutet Standardabweichung.
"SGOT (AST)" bedeutet Glutamat-Oxalacetat-Transaminase
(Aspartat-Transferase).
"SGPT
(ALT)" bedeutet
Serum-Glutamat-Pyruvat-Transaminase (Alanin-Transferase).
"TB" bedeutet Tuberkulose.
"Tmax" bedeutet Zeit bis
zur maximalen Konzentration.
"t1/2" bedeutet terminale
Halbwertzeit.
"t1/2 abs" bedeutet Absorbtionshalbwertzeit.
"UUG" bedeutet Mikro-Mikrogramm.
"Vbeta/F" bedeutet mit der
terminalen Phase verbundenes Volumen (unkorrigiert für Bioverfügbarkeit).
"VSS/F" bedeutet Verteilungsvolumen
im steady state (unkorrigiert für
Bioverfügbarkeit)
"WBC" bedeutet weiße Blutzelle.
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Die
vorliegende Erfindung basiert auf den Befunden und dem Nachweis
in vitro, in vivo und in klinischen Tests, dass einmal wöchentliche
und zweimal wöchentliche
Dosen von 1–100,
bevorzugt 1–50
mg Rifalazil eine bakterielle Infektion ohne Nebenwirkungen und
ohne unerwünschte
Sekundärsymptome,
die bei der täglichen
Verabreichung dieses Arzneistoffs beobachtet werden, wirksam behandeln.
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Obwohl
entdeckt worden war, dass Rifalazil gegen Mycobacterium-Spezies
wirksam ist, wurde es niemals als therapeutisches Mittel zur Behandlung
von mycobakteriellen Erkrankungen verwendet, da Rifalazil bei dem
täglichen
Dosis-Regime, das man für
seine wirksame antibakterielle Aktivität als notwendig erachtete, schwere
Nebenwirkungen und Sekundärsymptome
verursachte. Die Nebenwirkungen schlossen grippeähnliche Symptome mit schwerem
Kopfschmerz, Unwohlsein, Fieber, Rückenschmerz, Myalgie, Schüttelfrost, Schwindel, Übelkeit,
Erbrechen, Körperschmerz
und Schwäche
ein. Zudem führte
die tägliche
Verabreichung von Rifalazil zu Veränderungen der Blutzellenzahl,
insbesondere zur Abnahme der Anzahl der weißen Blutzellen (Leukopenie),
der absoluten Neutrophilenzahl und der Blutplättchenzahl ebenso wie zu einem
verringerten Bluthämoglobin.
Aus diesen Gründen
wurden klinische Studien, die eine tägliche Dosierung von Rifalazil
umfassten, beendet.
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Es
wurde nun gefunden und es ist ein Gegenstand dieser Erfindung, dass
Rifalazil unter einem einmal wöchentlichen
oder höchstens
zweimal wöchentlichen
Dosierungsregime bei der Ausrottung von Chlamydia pneumoniae und
Helicobacter pylori und zur Behandlung von durch Chlamydia pneumoniae
verursachter Psittakose, Lymphogranuloma venereum, Trachom, Einschlusskonjunktivitis
und durch H. pylori verursachte Gastritis wirksam ist.
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I. In-vitro- und in-vivo-Studien
an Tiermodellen
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Rifalazil
und seine verwandten Arzneistoffe Rifampin und Rifabutin, die alle
zu der Gruppe gehören, die
zusammen als Rifamycine beschrieben wird, sind bekannt dafür, dass
sie antimikrobielle Wirksamkeit gegen Mycobacterium-Spezies in in-vitro-
und in-vivo-Tiermodellen
zeigen.
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A. Physikalische, chemische
und pharmazeutische Eigenschaften von Rifalazil
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Rifalazil
ist 3'-Hydroxy-5'-(4-isobutyl-1-piperazinyl)benzoxasinorifamycin
der chemischen Struktur
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Rifalazil
ist ein Mitglied der Rifamycine, einer komplexen Gruppe von Antibiotika,
die ursprünglich
aus Nocardia mediterranei, das antimikrobielle Wirksamkeit gegen
Mycobacterium spp. zeigt, isoliert wurden. Die Rifamycine gehören zur
Klasse der Ansamycine genannten Antibiotika, die macrocyclische
Lactambrücken über nicht
benachbarte (ansa-) Positionen eines aromatischen Systems enthalten.
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Rifalazil
ist ein unpolares Molekül,
das stabil und in Wasser im Wesentlichen unlöslich ist. Es ist bekannt,
dass die zwei chemisch verwandten Arzneistoff-Substanzen Rifampin
und Rifabutin ähnliche
biologische Wirksamkeit aufweisen.
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Die
Rifalazil-Synthese ist in U.S.-Patent 4,983,602 offenbart, das hierin
durch Bezugnahme in seiner Vollständigkeit aufgenommen ist. Seine
bekannte in-vitro- und in-vivo-Wirksamkeit ist in Recent Res. Devel. Antimicrob.
Agents Chemother., 2: 37 (1997) beschrieben, was hierin durch Bezugnahme
aufgenommen ist. Obwohl diese Studien die antibakterielle Wirksamkeit
von Rifalazil in vivo ebenso wie in vitro bestätigen, basiert diese Wirksamkeit
auf der täglichen
Verabreichung von 2,5 und 5 mg des Arzneistoffs an Mäuse, die
mit M. tuberculosis infiziert waren, was in etwa einer 175 oder
350 mg Rifalazil-Dosis/Tag/Mensch von 70 kg entspricht.
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Zudem
waren in-vivo-Studien durchgeführt
worden, wobei die therapeutisch wirksamen Dosen von Rifalazil und
Rifampin in verschiedenen Intervallen gegeben wurden. Wenn die Dosis
von 10 mg/kg (entspricht 700 mg/Mensch von 70 kg) sechsmal wöchentlich
verabreicht wurde, um eine Infektion mit M. tuberculosis, die in
Mäusen
ausgelöst
worden war, zu behandeln, wurden keine Schäden in der Lunge beobachtet
und eine derartige Behandlung führte
zu einer etwa 80%igen Verringerung des log CFU in den Lungen. Die
zweimal wöchentliche
oder einmal wöchentliche
Verabreichung führte
zu einer etwa 35%igen Verringerung der Bakterien und die einmal
wöchentliche
Verabreichung dieser sehr hohen Dosierungen führte zu einer etwa 42%igen
Verringerung der CFU. Jedoch waren die verwendeten und dokumentierten
Dosen extrem und unphysiologisch hoch. Für Menschen ist eine tägliche Dosis
von Rifalazil über
300 mg unphysiologisch und sogar 50 mg Rifalazil, täglich an
Menschen verabreicht, verursachen schwere Nebenwirkungen.
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B. Nicht klinische Studien
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Rifalazil
wurde extensiv in vitro und in vivo an Tiermodellen getestet und
mit anderen Ansamycinen, Rifampin und Rifabutin, verglichen. Das
Folgende ist eine kurze Beschreibung und Zusammenfassung dieser Studien.
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1. Wirkmechanismus
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In-vitro-Studien
zeigen, dass Rifalazil auf bakterielle, DNA-abhängige RNA-Polymerase wirkt
und das Wachstum von aeroben und anaeroben grampositiven Bakterien
hemmt. Jedoch ist Rifalazil relativ unwirksam gegenüber gramnegativen
Bakterien. Dieses Wirkungsspektrum ist dem von Rifampin und Rifabutin,
zwei verwandten Arzneistoffen, ähnlich.
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Rifalazil
ist ein potenter Inhibitor von vielen Mycobacterium spp., einschließlich dem
M. tuberculosis- (MTB) und M. avium-Komplex (MAC), Chlamydia pneumoniae
und H. pylori. Die minimalen Hemmkonzentrationen (MICs) von Rifampin
für MTB
liegen im Bereich von < 0,002
bis 4,0 μg/ml,
in Abhängigkeit
vom Resistenzgrad gegenüber
Rifampin. Wenn Seite an Seite gegen die gleichen Stämme getestet
wird, ist die Wirksamkeit von Rifalazil in vitro beständig größer als
entweder die von Rifabutin oder Rifampin. Die minimalen bakteriziden
Konzentrationen (MBCs) sind typischerweise 2- bis 4-fach höher als
die MICs.
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Die
Wirksamkeit von Rifalazil ist in vivo in Makrophagen und in Tiermodellen
untersucht worden. Rifalazil akkumuliert in menschlichen Makrophagen
leicht und ist in Konzentrationen bakterizid, die den MBCs, die in
vitro ermittelt wurden, äquivalent
sind. In Tiermodellen der MTB-Infektion war Rifalazil das am stärksten wirksame
Einzelmittel gegen Organismen in der Milz und in den Lungen, obwohl
die Kombination von Rifalazil und Isoniazid (INH) oder Rifalazil
und Pyrazinamid (PZA) stärker
wirksam gegen Organismen in der Lunge war, als jeder Arzneistoff
allein (Antimicrobial Agents Chemotherapy, 40: 298 (1996)).
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Die
therapeutischen Wirkungen von Rifalazil sind auch langanhaltend.
Zum Beispiel verringerte Rifalazil in Mäusen, die mit M. intracellulare
infiziert worden waren, die Anzahl der koloniebildenden Einheiten (CFUs)
in Organen nach vier und acht Wochen Behandlung signifikant und
erreichte dies in einem größeren Ausmaß als Rifabutin
oder Rifampin. In einem Modell der M.-avium-Infektion am Kaninchen
verringerte Rifalazil auch die bakterielle Last auf die Organe im
Vergleich zu den Kontrollen. Die Behandlung der MTB-Infektion in
Mäusen
mit Rifalazil und INH für
12 Wochen sterilisierte Lungen und Milz der infizierten Tiere vollständig und
unterband das erneute Wachstum der Organismen für 6 Monate nach der Behandlung.
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In
Langzeitstudien mit Hunden und Ratten betrug der Spiegel, bei dem
keine nachteiligen Wirkungen beobachtet wurden, 1000 mg/kg. Die
absolute Bioverfügbarkeit
von 14C-Rifalazil in Ratten bei einer Dosis
von 3 mg/kg betrug 30 bis 40 %, war jedoch bei höheren Dosen verringert. Rifalazil
wurde aus dem Blut langsam beseitigt (mittlere Halbwertzeit 12,5
h) mit einer mittleren systemischen Clearance (CL/F) von 0,184 1/h/kg
in männlichen
Ratten und 0,217 1/h/kg in weiblichen Ratten. Es wurde ein signifikantes
Aufteilen der mit dem Arzneistoff in Zusammenhang stehenden Radioaktivität auf die
Blutbestandteile, die sich bildeten, beobachtet. Die Hauptroute
der Beseitigung schien der Lebermetabolismus zu sein, wobei sich
der Großteil
(84 %) der Radioaktivität
in den Faezes wiederfand. Der Urin enthielt eine geringe Menge (5,5
%) der Radioaktivität.
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2. Antibakterielle
Wirksamkeit von Rifalazil in vitro
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Die
antimikrobielle Wirksamkeit von Rifalazil wurde in vitro gegen eine
Vielzahl von Bakterienspezies gemessen. In-vitro-Studien zeigen,
dass Rifalazil das bakterielle Wachstum von aeroben und anaeroben
grampositiven Bakterien hemmt, dass es jedoch relativ unwirksam
gegen gramnegative Bakterien ist. Rifalazil hemmt das Wachstum vieler
Mycobacterium spp. (Antimicrobial Agents Chemotherapy, 35: 542 (1991)),
insbesondere die langsamer wachsenden Mycobakterien wie M. tuberculosis,
M. avium und M. intracellulare. Basierend auf MIC
90-Vergleichen war Rifalazil,
wie aus Tabelle 1 ersichtlich, stärker wirksam als Rifampin. Tabelle
1 MIC
90 und Rifampin gegen Mycobacterium spp.
- ✼ MIC bestimmt durch Agar-Verdünnungsverfahren.
- † RMP,
Rifampin
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Die
in-vitro-Wirksamkeit von Rifalazil gegen M. tuberculosis ist durch
Messen der minimalen Hemmkonzentration (MIC) für eine Vielzahl von klinischen
Isolaten und Referenzstämmen
bestimmt worden. Die Ergebnisse dieser Studien sind in Tabelle 2
zusammengefasst. Tabelle
2 Zusammenfassung
der in-vitro-Suszeptibilitätsstudien
für Rifalazil
- 1 rifr,
Rifampin-resistent; rif3, Rifampin-sensitiv.
- Ref. 1: Antimicrobial Agents, Chemotherapy, 39: 2295 (1995);
Ref. 2–5:
Antimicrobial Agents, Chemotherapy, 39: 440 (1995), Ref. 7 und 8:
Antimicrobial Agents, Chemotherapy, 35: 542 (1991).
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Wie
aus Tabelle 2 ersichtlich, ist Rifalazil stärker wirksam als 25 Rifampin,
basierend auf MIC90-Vergleichen, jedoch
sind die Spektren seiner antibakteriellen Wirksamkeit zu Rifampin ähnlich.
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Die
in-vitro-Wirksamkeit von Rifalazil gegen M. tuberculosis ist durch
Messen der minimalen Hemmkonzentration (MIC) für eine Vielzahl von klinischen
Isolaten und Referenzstämmen
bestimmt worden. Die Ergebnisse dieser Studien sind in Tabelle 3
zusammengefasst.
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Die
Studien, die in Antimicrobial Agents, Chemotherapy, 39: 2295 (1995)
beschrieben wurden, bestimmten MICs von Rifalazil gegen dreißig klinische
Isolate und zwei Stammkulturen (H37Rv und Kurono) von M. tuberculosis
(Tabelle 3). Tabelle
3 MIC
von Rifalazil, Rifabutin und Rifampin
- 1 Die MICs wurden
durch das BACTEC-Verfahren bestimmt.
- 2 Es wurden dreißig Stämme getestet.
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Tabelle
3 zeigt die minimalen Hemmkonzentrationen (MICs) von Rifalazil,
Rifabutin und Rifampin für klinische
Isolate und zwei Referenzstämme
von Mycobacterium tuberculosis. Wie aus Tabelle 3 ersichtlich, weist
Rifalazil eine mehr als 64-fach größere Wirksamkeit als Rifampin
und eine 4-fach größere Wirksamkeit als
Rifabutin auf, basierend auf Vergleichen der MIC50 und
MIC90. Diese erhöhte Wirksamkeit von Rifalazil
wurde auch bei den Referenzstämmen
beobachtet. Eine Untersuchung der einzelnen MICs der dreißig Isolate zeigt,
dass Rifalazil in allen dreißig
Isolaten stärker
wirksam als Rifampin und in achtundzwanzig Isolaten stärker wirksam
als Rifabutin war.
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Die
MIC und NBC von Rifalazil gegen extrazelluläres M. tuberculosis und M.
tuberculosis in humanen Makrophagen unter Verwendung der Stämme H37Rv,
Erdman und Atencio wurden in Antimicrobial Agents, Chemotherapy,
409: 1482 (1996) beschrieben. Extrazelluläre und intrazelluläre Bakterien
wurden variierenden Konzentrationen von Rifalazil für 7 oder
8 Tage ausgesetzt, die Makrophagen wurden, wo anwendbar, lysiert, dann
wurden die CFUs durch Ausplattieren auf Agar bestimmt. Die MIC wurde
als die niedrigste Konzentration von Rifalazil definiert, die mehr
als 99 % des Wachstums nach dem Zeitraum der Arzneistoff-Inkubation
hemmte. Die MBC wurde als die niedrigste Konzentration von Rifalazil
definiert, bei der mehr als 99 % der Bakterien nach dem Zeitraum
der Arzneistoff-Inkubation abgetötet
wurden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die MIC und MBC von
Rifalazil sowohl für
intrazelluläre
als auch extrazelluläre
Bakterien mindestens 10-fach niedriger sind als die von Rifampin
(Tabelle 4). Tabelle
4 Minimale
Hemmkonzentration (MIC) und minimale bakterizide Konzentration (MBC)
von Rifalazil und Rifampin (RMP) gegen Mycobacterium-tuberculosis-Stämme.

- Antimicrobial Agent, Chemother., 40: 1482
(1996).
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3. Antibakterielle
Wirksamkeit von Rifalazil in vivo
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Die
therapeutische Wirkung von Rifalazil wurde durch Messung der makroskopischen
Lungenschäden,
der bakteriellen Belastung und der Überlebenszeit von Mäusen, die
mit M. tuberculosis infiziert und anschließend mit Rifalazil oder Rifampin
für acht
Wochen behandelt worden waren, untersucht (Antimicrobial Agents,
Chemotherapy, 39: 2295 (1995)). In jedem dieser Tests übertraf
Rifalazil Rifampin bei der Behandlung der Erkrankung.
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Die
Wirksamkeit von Rifalazil allein und in Kombination mit anderen
Arzneistoffen in Mäusen,
die mit dem Rifampin-sensitiven M. tuberculosis-Stamm Erdman infiziert
worden waren (MICrif = 0,06 kg/ml), wurde untersucht
und die Ergebnisse sind in Antimicrobial Agents Chemotherapy, 38:
2245 (1994) beschrieben. Die Behandlung wurde eine Woche nach der
Infektion begonnen und der Arzneistoff wurde fünfmal pro Woche für vier Wochen
verabreicht. Die Kontrollmäuse
wurden beim Start der Behandlung (frühe Kontrollen) und vier Wochen
später
(späte
Kontrollen) getötet.
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Anfängliche
Experimente verglichen die Fähigkeit
von Rifalazil, Rifabutin oder Rifampin (alle bei 20 mg/kg), die
bakterielle Belastung in Lunge und Milz der infizierten Mäuse im Vergleich
zu den unbehandelten Mäusen
zu verringern. Rifalazil verringerte die bakterielle Belastung in
einem signifikant größeren Ausmaß als die
anderen beiden Arzneistoffe (P < 0,01).
Zwischen Rifabutin und Rifampin wurden keine signifikanten Unterschiede
beobachtet (P > 0,05).
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Weitere
Experimente untersuchten die Fähigkeit
von Rifalazil (20 mg/kg) allein und in Kombination mit INH (Isoniazid,
mg/kg), PZA (Pyrazinamid, 150 mg/kg), EMB (Ethambutol, 125 mg/kg)
oder LEV (Loxacin-Spiegel, 200 mg/kg) die bakterielle Belastung
in Lunge und Milz der infizierten Mäuse zu verringern.
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Die
Behandlung mit allen Arzneistoffen verringerte die CFUs in der Milz
im Vergleich zu den Kontrollgruppen signifikant, außer bei
PZA. PZA verringerte die CFUs im Vergleich zu den Kontrollgruppen
nicht signifikant. Rifalazil war das am stärksten wirksame Einzelmittel
gegen Organismen in der Milz. Nur die Kombination von Rifalazil
plus PZA war stärker
wirksam als Rifalazil allein.
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In
der Lunge verringerte die Behandlung mit Rifalazil oder INH die
Anzahl der Zellen in der Lunge im Vergleich zu den frühen Kontrollen.
Im Vergleich zu den späten
Kontrollen verringerte die Behandlung mit Rifalazil, INH, EMB oder
LEV die Anzahl der Zellen in der Lunge. Rifalazil war das am stärksten wirksame
Einzelmittel. Die Kombinationen von Rifalazil plus INH oder Rifalazil
plus PZA waren stärker
gegen Organismen in der Lunge wirksam als die Behandlung mit Rifalazil
allein.
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In
einer anschließenden
Studie wurde der Behandlungszeitraum von 4 Wochen auf 12 Wochen
ausgedehnt und das erneute Wachstum von Organismen in Milz und Lunge
wurde für
24 Wochen nach der Behandlung gemessen. Die Kombination von Rifalazil
(20 mg/kg) und INH (25 mg/kg) war beim Verringern der Anzahl der
CFUs in Milz und Lunge von Mäusen
signifikant stärker
wirksam im Vergleich zu Rifalazil allein (20 mg/kg), INH allein
(25 mg/kg), Rifampin allein (20 mg/kg) und der Kombination von Rifampin
und INH (20 mg/kg beziehungsweise 25 mg/kg).
-
4. In-vitro- und in-vivo-Wirksamkeit
gegenüber
anderen Bakterien
-
Die
Wirksamkeit von Rifalazil wurde auch an anderen Bakterien und Organismen
getestet. Rifalazil zeigt eine starke antibakterielle Wirksamkeit
gegen Chlamydia pneumoniae und gegen Helicobacter pylori.
-
Ein
Testen der Sensibilität
wurde in Zellkulturen gegen den Chlamydia-pneumoniae-Stamm TW-1
83 unter Verwendung von Rifalazil, Clanthromycin oder Azithromycin
durchgeführt.
In diesen Studien war Rifalazil 300-fach stärker potent als Clanthromycin
und 1500-fach stärker
potent als Erythromycin. Das in-vivo-Testen von Rifalazil verwendete
ein Maus-Modell, wobei mit dem Chlamydia-pneumoniae-Stamm AR-39
infiziert wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass Chlamydia pneumoniae
in den Lungen eines Tieres fünf
Tage nach der Beendigung der Rifalazil-Behandlung durch intraperitoneale
Injektion von Rifalazil mit 1 mg/kg QID für drei Tage nicht nachweisbar
war. Alle Kontrolltiere blieben infiziert.
-
Die
bakterizide Wirksamkeit von Rifalazil wurde ebenfalls in vitro gegen
fünfundzwanzig
Stämme
von Helicobacter pylori bewertet. In diesen Studien zeigte Rifalazil
stärker
potente antimikrobielle Wirksamkeit gegen Helicobacter pylori als
Amoxicillin und Rifampin. Studien zur Abtötungszeit, beschrieben in Abstract,
4th Japan-Korea International Symposium on Microbiology, Takashimaya,
Japan, 22.–23.
Oktober (1998) offenbarten, dass die CFUs nach 24 Stunden in der
Mediumbrühe,
die 0,04 mg/ml Rifalazil enthielt, um mehr als 4,5 log geringer
als die Kontrollgruppe bei null Stunden war, was die potente bakterizide
Wirksamkeit von Rifalazil deutlich macht. Unter den gleichen Bedingungen
erzeugten 0,31 mg/ml Amoxicillin nur 1 log Abnahme in den CFU/ml
nach 24 Stunden.
-
Die
vorstehend beschriebenen Ergebnisse zeigen, dass Rifalazil sehr
gute antibakterielle Wirksamkeit aufweist und als Arzneistoff zur
Behandlung von bakteriellen Infektionen, die durch Chlamydia pneumoniae und
Helicobacter pylori verursacht werden, die bessere Wahl ist.
-
5. Pharmakologie
von Rifalazil
-
Es
wurden pharmakologische Studien an Mäusen, Ratten und Hunden vorgenommen,
und an isoliertem Meerschwein-Krummdarm. Die vorklinischen pharmakologischen
Daten zeigten, dass Rifalazil keine wesentlichen pharmakologischen
Wirkungen auf das zentrale/autonome Nervensystem, das Atemwegssystem, das
kardiovaskuläre
System, das Verdauungssystem oder die Nieren aufweist.
-
Rifalazil
weist nach oraler Verabreichung von 100, 300 oder 1000 mg/kg eine
geringe Wirkung auf die klinischen Anzeichen oder das allgemeine
Verhalten von Mäusen
auf. Rifalazil weist keine Wirkung auf die spontane lokomotorische
Aktivität
von Mäusen
bei 100 und 300 mg/kg auf. Bei 1000 mg/kg verursacht Rifalazil einen
Anstieg in der spontanen lokomotorischen Aktivität für eine Stunde.
-
6. Pharmakokinetik
von Rifalazil
-
Es
wurden pharmakokinetische Parameter nach Einzel- und Mehrfachdosen
in Ratten und Hunden bestimmt. Die Dosen für Ratten und Hunde basierten
auf solchen, die in Einzel- und Mehrfachdosen-Toxikologie-Studien
verwendet wurden. Zusätzlich
wurden Absorption, Verteilung, Metabolismus und Elimination von Rifalazil
an Ratten und Hunden studiert. Diese Studien bestätigten frühere Feststellungen,
dass es zwischen den Spezies Unterschiede gegenüber der Sensibilität und der
Reaktion auf die Behandlung mit Rifalazil gibt.
-
Die
vorklinischen pharmakokinetischen Daten von Ratten und Hunden zeigten,
dass das Verschwinden von Rifalazil und/oder Metaboliten aus dem
Vollblut langsam ist und dass signifikante Vollblutkonzentrationen
nach wiederholter oraler Verabreichung erreicht werden können. Unter
wiederholter Dosierung wurde ein leichter Anstieg in den Cmax- und AUC-Werten von Rifalazil in Ratten
und Hunden beobachtet. Ein derartiger Anstieg stimmte mit der Arzneistoffakkumulation überein.
In Studien sowohl zu Einzel- als auch Mehrfachdosen trat ein signifikanter
Metabolismus von Rifalazil durch Deacetylierung sowohl in Hunden
als auch in Ratten und durch Hydroxylierung nur in Hunden auf. Zusätzlich wurde
eine signifikante Akkumulation beider Metaboliten nach wiederholter
Rifalazil-Dosierung in Hunden beobachtet.
-
7. Toxikologie
von Rifalazil
-
Es
wurden Toxikologie-Studien zu oralen Einzeldosen und Mehrfachdosen
an Mäusen,
Ratten und Hunden durchgeführt.
Zusätzlich
wurden, um die systemische Exposition zu maximieren, Studien zu
intravenösen
(IV) und intraperitonealen (IP) Einzeldosen an Ratten und Mäusen durchgeführt. Die
vierwöchigen
und 13-wöchigen
oralen Studien an Hunden und Ratten und die 26-wöchigen oralen Studien an Ratten
beinhalteten klinische Standardmessungen und physische und pathologische
Bewertungen.
-
Unter
den Bedingungen dieser Studien wurde Rifalazil in den Tiermodellen
nach der oralen Verabreichung einer Einzeldosis oder von Mehrfachdosen
relativ gut vertragen. Hämatologische
Veränderungen
wurden nach oraler Mehrfachdosen-Verabreichung bei Dosen von > 30 mg/kg sowohl in
Ratten als auch in Hunden bemerkt. Von einer leichten Gewichtszunahme
der Leber in Hunden bei 1000 mg/kg abgesehen, gab es keinen Hinweis
auf signifikante systemische Veränderungen
am Zielorgan nach vier Wochen täglicher
Dosierung von Hunden und Ratten mit Dosen, die das annähernd 100-fache
der höchsten
geplanten klinischen Dosis auf der Basis von mg/kg betrugen.
-
In
der 26-wöchigen
Studie wurde eine dosisbezogene lymphozytäre Depletion in der Milz von
Ratten beobachtet, denen > 30
mg/kg/Tag verabreicht worden waren. Ein geringeres absolutes und
relatives Gewicht der Milz in diesen Tieren korrelierte mit diesem
offensichtlichen Verlust an Lymphozyten. Die lymphoide Depletion
in der Milz der behandelten Tiere und die verringerte Anzahl von
Lymphozyten im peripheren Blut zeigen, dass Rifalazil bei einer
bestimmten Konzentration Nebenwirkungen verursacht. Jedoch gab es
keinen Hinweis darauf, dass die Tiere in dieser Studie immunosupprimiert
waren, da keine opportunistische Infektion beobachtet wurde.
-
Die
13-wöchige
Studie der täglichen
oralen Verabreichung von Rifalazil an Hunde zeigte, dass der "Spiegel, bei dem
eine nachteilige Wirkung nicht beobachtbar ist", bei 300 mg/kg für Hunde anzusetzen ist. Die geringen
Lymphozytenzahlen kehrten sich während
vier Wochen nach der Behandlung nicht um, und deshalb sind die Langzeitfolgen
dieser Wirkung in Hunden unbekannt.
-
Diese
und andere Befunde in Mäusen
zeigen, dass es einen klaren Unterschied der Spezies bezüglich der
Nebenwirkungsreaktion zwischen Tieren und Menschen gibt. Während in
Mäusen,
Ratten und Hunden Rifalazil-Dosierungen über 300 mg/kg in Langzeitstudien
gut vertragen wurden, war eine derartige Toleranz bei menschlichen
Freiwilligen nicht zu finden. Die Dosis von 300 mg/Tag verursachte
schwere Nebenwirkungen und das tägliche
Dosieren konnte auf diesem Niveau nicht fortgesetzt werden. Die
Dosen von 25, 50 und 100 mg/Tag verursachten bei den menschlichen
Freiwilligen ebenfalls schwere Nebenwirkungen.
-
Die
Unterschiede zwischen den Spezies Tier und Mensch sind deshalb gut
dokumentiert und zeigen, dass die experimentellen Ergebnisse, die
für Labortiere
erhalten wurden, nicht für
den Menschen extrapoliert werden können.
-
II. Klinische Studien
-
Die
klinischen Studien wurden sowohl an gesunden Freiwilligen als auch
an Patienten mit diagnostizierter Tuberkulose durchgeführt.
-
A. Sicherheit, Pharmakokinetik
und Toxizität
von Rifalazil an gesunden Freiwilligen
-
1. Klinisches Studiendesign
-
Es
sind insgesamt vier klinische Tests durchgeführt worden, um die Wirkungen
von Rifalazil auf Menschen zu studieren. Zwei klinische Phase 1
Einzeldosis-Tests (001) und (002) testeten die Sicherheit und Pharmakokinetik
von Rifalazil an normalen, gesunden, nüchternen Personen. In dem 001-Test
wurde eine Einzeldosis Rifalazil von 300 mg an sechs Personen verabreicht.
In dem 002-Test wurde eine Einzeldosis von 30 mg oder 100 mg an
jeweils acht Personen verabreicht. Die Ergebnisse dieser Studien
zeigten eine wesentlich höhere
Häufigkeit
von Nebenwirkungen bei der 300 mg Dosis im Vergleich zu der 30 mg
oder 100 mg Dosis.
-
Der
dritte (003) und vierte (004) klinische Phase 1 Test waren Mehrfachdosen-Studien.
Da Hinweise aus den Tierstudien eine erhöhte Bioverfügbarkeit zeigten, wenn Rifalazil
mit Nahrung verabreicht wurde, wurde das Design der klinischen Tests
ferner darauf ausgerichtet, die Sicherheit und Pharmakokinetik von
Rifalazil in normalen, gesunden Personen, die Nahrung aufgenommen
hatten, zu bewerten.
-
Der
dritte Test (003) war eine randomisierte, aufsteigende, doppelblinde,
placebokontrollierte Mehrfachdosen-Studie, wobei die Personen während der
14 aufeinander folgenden Tage der Arzneistoff-Verabreichung in Dosierungen
von 0, 5 und 25 mg/Tag und für
weitere 14 Tage ohne Medikation beobachtet wurden. Alle Personen
erhielten die Dosis innerhalb von 30 Minuten nach dem Verzehr eines
standardisierten Frühstücks. Die
Personen wurden in zwei Gruppen eingeteilt. In Gruppe 1 wurden acht
Personen für
eine tägliche Dosis
von 25 mg Rifalazil randomisiert und vier Personen wurden für ein Placebo
randomisiert. Einige Tage nach der Dosierung begannen zahlreiche
Nebenwirkungen unter der 25 mg Dosis aufzutreten und es wurde offensichtlich,
dass eine tägliche
Dosis von 25 mg nicht sicher war. Infolgedessen wurde nach Durchsicht
der Sicherheitsdaten das Studienprotokoll geändert, um mit einer niedrigeren
Dosis von 5 mg in Gruppe 2 fortzufahren. Gruppe 2 bestand aus acht
für eine
tägliche
Dosis von 5 mg Rifalazil randomisierten Personen und vier für ein Placebo
randomisierten Personen.
-
Der
vierte Test (004) war ebenfalls eine randomisierte, aufsteigende,
doppelblinde, placebokontrollierte Mehrfachdosen-Studie. In diesem
Test wurden wöchentliche
Dosen eines Placebos oder von Rifalazil (25 mg oder 50 mg) an die
Person für
insgesamt 4 Wochen verabreicht. Alle Personen erhielten die Dosis
innerhalb von 30 Minuten nach dem Verzehr eines standardisierten
Frühstücks und
wurden für
weitere 14 Tage nach der letzten Dosis überwacht. Vier Personen wurden
für das
Placebo randomisiert, sechs Personen für 25 mg Rifalazil und acht
Personen für
50 mg Rifalazil.
-
Sowohl
die dritte als auch die vierte Phase-1-Studie umfassten einen 14-tägigen Zeitraum
ohne Medikation nach der letzten Dosis, um die Anzahl und Schwere
der Nebenwirkungen und die Zeit bis zur Auflösung zu beobachten. Die Sicherheit
wurde durch physische Untersuchung, Überwachung der Vitalanzeichen und
der Herzfunktion, Messung der klinischen Laborwerte in Blut, Serum
und Urin und durch Dokumentieren der Nebenwirkungen bewertet. Die
systemischen Arzneistoffspiegel wurden in jeder Dosisgruppe gemessen.
-
2. Nebenwirkungen, die
nach der Verabreichung von Rifalazil an gesunden Personen beobachtet
wurden
-
Man
ist der Ansicht, dass die meisten der Nebenwirkungen in allen vier
Phase-1-Studien mit dem Arzneistoff der Studie in Zusammenhang stehen.
Die häufigste
Nebenwirkung in allen Studien war Kopfschmerz. Andere häufig berichtete
Nebenwirkungen, die gemeinhin "grippeähnliche" Symptome umfassten,
schlossen Fieber, Rückenschmerz,
Schüttelfrost,
Schwindel, Übelkeit,
Erbrechen, Körperschmerz
und Schwäche
ein. Diese "grippeähnlichen" Symptome sind auch
für zwei
andere verwandte Rifamycine, Rifampin und Rifabutin, beschrieben
worden.
-
Die
Vitalanzeichen und physischen Beurteilungen lagen innerhalb der
normalen Parameter und veränderten
sich während
keiner der Studien. Alle EKG-Befunde wurden als klinisch nicht signifikant
codiert und waren normal, nahe normal oder grenzwertig normal.
-
3. Einzeldosis-Studie – Klinische
Tests 001 und 002
-
Im
ersten (001) und zweiten (002) klinischen Test wurden Nebenwirkungen,
eine Veränderung
in den Laborparametern und der Pharmakokinetik von Rifalazil an
gesunden Freiwilligen, die Dosierungen von 30 mg, 100 mg und 300
mg Rifalazil erhielten, beobachtet.
-
Die
Ergebnisse sind aus Tabelle 5 ersichtlich, die eine vergleichende
Zusammenfassung der Anzahl der Personen zeigt, von denen einheitliche
Nebenwirkungen berichtet wurden, die in den klinischen Tests 001 und
002 beobachtet wurden. Wie aus Tabelle 5 ersichtlich berichtete
eine wesentlich größere Anzahl
von Personen von Nebenwirkungen unter der 300 mg Dosis im Vergleich
zu den 30 und 100 mg Dosen. Tabelle
5 Nebenwirkungen
in gesunden Freiwilligen
- 1KÖRPER: der
Körper
als Ganzes; CV: kardiovaskuläres
System; DIG: Verdauungssystem; NER: Nervensystem; RES: respiratorisches
System; HAUT: Haut und Appendices; SS: spezielle Sinne.
-
Wenn
die erhaltenen Nebenwirkungen auf ihre Schwere hin bewertet wurden,
d. h. milde Nebenwirkungen, mittelschwere Reaktionen und schwere
Reaktionen, wurde festgestellt, wie aus Tabelle 6 ersichtlich, dass
sowohl Anzahl als auch Schwere der Nebenwirkungen, die mit dem Arzneistoff
in Zusammenhang stehen, mit der Dosis ansteigen. Ungeachtet der
Dosis lösten
sich alle Nebenwirkungen innerhalb von zwei Wochen nach dem Weglassen
des Arzneistoffs. Tabelle
6 Anzahl
und Schwere der mit dem Arzneistoff in Zusammenhang stehenden Nebenwirkungen
in den klinischen Tests 001 und 002
-
Wie
aus Tabelle 6 ersichtlich führte
die 300 mg Dosis von Rifalazil zu einundvierzig milden, acht mittelschweren
und vier schweren Nebenwirkungen. Im Gegensatz dazu führten das
Placebo, die 30 oder 100 mg Dosis zu zwei, vier beziehungsweise
fünf milden
Nebenwirkungen und zu null, null beziehungsweise zwei mittelschweren
Nebenwirkungen. Keine schweren Nebenwirkungen wurden für das Placebo
und für
die 30 als auch für
die 100 mg Dosis Gruppen beobachtet.
-
In
den klinischen Tests 001 und 002 wurden alle Patienten Labortests
unterzogen, wobei Hämatologie, Serumchemie
und Urinanalyse vor dem Dosieren, während des Dosierens und mindestens
14 Tage nach dem Ende der Arzneistoff-Verabreichung untersucht wurden.
-
In
diesen zwei Tests waren die Anzahl der weißen Blutzellen (WBC), die absolute
Neutrophilenzahl (ANC), die Blutplättchenzahl und das Bluthämoglobin
auf eine dosisabhängige
Weise verringert. Diese Parameter kehrten innerhalb von 14 Tagen
der letzten Verabreichung von Rifalazil in den Normalbereich zurück, und
es wurde festgestellt, dass sie den Wirkungen ähnlich sind, die durch andere
Rifamycine erzeugt werden.
-
Die
Pharmakokinetik von Rifalazil im Vollblut war in diesen zwei klinischen
Tests der Pharmakokinetik von Rifalazil im Plasma ähnlich.
Im Gegensatz zu Daten, die in Tierstudien gewonnen wurden, zeigen
menschliche Personen ein höheres
(1,6 : 1) Plasma-zu-Blut-Verhältnis. Deshalb
fokussierten spätere
pharmakokinetische Analysen auf die Rifalazil-Konzentrationen im Plasma. Tabelle 7
fasst nichtkompartimentierte Parameter zusammen, die von Plasmakonzentrationen
in nüchternen
Personen nach der Verabreichung von Einzeldosen von 30 mg, 100 mg
oder 300 mg Rifalazil in diesen Studien abgeleitet wurden. Tabelle
7 Vergleich
nichtkompartimentierter pharmakokinetischer Parameter abgeleitet
von Plasmakonzentrationen in den Einzeldosis-Studien 001 und 002
-
4. Mehrfachdosen-Studie – Klinische
Tests 003 und 004
-
Im
dritten (003) und vierten (004) klinischen Test wurden Nebenwirkungen,
Veränderungen
in den Laborparametern und die Pharmakokinetik von Rifalazil beobachtet.
-
Eine
vergleichende Zusammenfassung der Anzahl von Personen, die über einheitliche
Nebenwirkungen, die in den klinischen Tests 003 und 004 beobachtet
wurden, berichteten, erscheint in Tabelle 8. Tabelle
8 Nebenwirkungen
in Einzeldosen- und Mehrfachdosen-Tests
- 1KÖRPER: der
Körper
als Ganzes; CV: kardiovaskuläres
System; DIG: Verdauungssystem; MS: Muskel-Skelett-System; NER: Nervensystem;
RES: respiratorisches System; HAUT: Haut und Appendices; SS: spezielle Sinne.
-
Wie
aus Tabelle 8 ersichtlich berichteten mehr Personen von Nebenwirkungen
unter Regimen höherer Dosis
und/oder kürzeren
Dosierungsintervallen. Es traten auch häufigere Episoden der einzelnen
Nebenwirkungen unter den Regimen höherer Dosis auf.
-
Tabelle
9 stellt die am häufigsten
gemeldeten Nebenwirkungen dar, von denen ≥ 8-mal in jeder Studie für die Tests
003 und 004 berichtet wurde. Alle diese Nebenwirkungen werden als "grippeähnliche
Symptome" angesehen. Tabelle
9 In
den klinischen Tests 003 und 004 beobachtete Nebenwirkungen
- 1 Definiert als > 8 Berichte/Ereignis
in jeder Studie.
- 2 Schmerzbegriffe wurden nicht in einer
Gruppe zusammengefasst, um Differenzierung zu ermöglichen.
-
Wie
in Tabelle 9 gezeigt, waren sowohl für die tägliche klinische Mehrfachdosen-Studie
003 als auch für
die einmal wöchentliche
klinische Mehrfachdosen-Studie 004 Nebenwirkungen dosisabhängig mit
höchster Häufigkeit
von Fieber, Kopfschmerz und Rückenschmerz,
die in dem klinischen Test 003 beobachtet wurde, in dem der Arzneistoff
täglich
verabreicht wurde. Wenn die Mehrfachdosen von Rifalazil 25 mg/wöchentlich
verabreicht wurden, nahm die Anzahl der Nebenwirkungen unter dem
gleichen Dosierungsregime (25 mg) von dreizehn auf acht für Fieber,
von neunzehn auf elf für
Kopfschmerz und von vierzehn auf fünf für Rückenschmerz wesentlich ab.
-
Diese
Ergebnisse zeigen klar, dass eine einmal wöchentliche Dosierung von Rifalazil
eine viel geringere Häufigkeit
von Nebenwirkungen aufweist.
-
In
den Tabellen 8 und 9 wird der klinische Test 003 mit dem klinischen
Test 004 in Hinblick auf die Nebenwirkungen, die mit der täglichen
Dosierung von Rifalazil in Zusammenhang stehen, verglichen. In den
Tabelle 10 und 11 werden die Anzahl der Arzneistoff-bedingten Nebenwirkungen
und die Schwere dieser Reaktionen, die mit der täglichen Dosierung in Zusammenhang
stehen, gezeigt, wobei jede Person und jede Dosis des klinischen
Tests 003 einander gegenüber
gestellt werden. Tabelle
10 Anzahl
der Nebenwirkungen im klinischen Test 003
-
Wie
aus Tabelle 10 ersichtlich, erfuhren die Personen unter einer täglichen
Dosierung mit 25 mg Rifalazil insgesamt einhundertzwölf Nebenwirkungen,
während
bei einer täglichen
Dosis von 5 mg 8 Personen insgesamt zweiundfünfzig Nebenwirkungen erfuhren.
Die Placebogruppen erfuhren nur jeweils eine Nebenwirkung. Diese
Studie zeigt klar, dass Mehrfach-Dosierungen von Rifalazil dosisabhängig sind
und dass sogar eine relativ kleine Dosierung von 5 mg Rifalazil
täglich
eine wesentliche Zunahme von Nebenwirkungen verursacht, im Vergleich
zu einem Placebo.
-
Tabelle
11 zeigt Anzahl und Schwere der dosisbedingten Nebenwirkungen, die
in dem klinischen Test 003 beobachtet wurden. Tabelle
11 Schwere
der Nebenwirkungen im klinischen Test 003
-
Wie
aus Tabelle 11 ersichtlich, war die Schwere der Nebenwirkungen ebenfalls
dosisabhängig.
Wenn die Dosierung von 25 oder 5 mg Rifalazil täglich verabreicht wurde, wurden
einhundertzwei und sechsundvierzig milde Nebenwirkungen und zehn
und sechs mittelschwere Nebenwirkungen beobachtet. Unter der höheren Dosierung
von 25 mg/Tag betrug die Anzahl der Nebenwirkungen mehr als das
Doppelte für
milde Reaktionen und fast das Doppelte für die mittelschweren Reaktionen.
-
Wie
aus den Tabellen 10 und 11 ersichtlich, berichteten in Gruppe 2
(5 mg/Tag) alle acht Personen, die den Arzneistoff erhielten, im
Vergleich zu einer der vier Placebo-Personen von mindestens einer
Nebenwirkung. An Tag 7 fuhren fünf
Personen fort, Rifalazil einzunehmen, während drei Personen aufgrund
der Nebenwirkungen aus der Studie ausstiegen. An Tag 10 erhielt
nur noch eine Person den Arzneistoff. Die Dosierung wurde nach Tag
11 vom Versuchsleiter vor Ort ausgesetzt. Es wurde festgestellt,
dass die tägliche
Verabreichung von Rifalazil für
die Personen mithin unzumutbar ist und dass eine derartige tägliche Verabreichung
abgebrochen werden muss.
-
Die
meisten der im klinischen Test 003 beobachteten Nebenwirkungen wurden
als mild eingestuft, mit der Ausnahme von 16 Ereignissen (16/166
oder 9,6 %), die als mittelschwer bewertet wurden, wie aus Tabelle 11
ersichtlich. Zehn dieser mittelschweren Ereignisse traten bei zwei
Personen in Gruppe 1 (25 mg/Tag) auf. Sieben der acht Personen,
die den Arzneistoff erhielten, brachen die Studie aufgrund der "grippeähnlichen Symptome", die sie erfuhren,
ab. Fünf
dieser Personen wiesen auch eine gleichzeitige, klinisch signifikante
Abnahme in der Anzahl der weißen
Blutzellen (WBC) auf.
-
In
Gruppe 2 (5 mg/Tag) berichteten alle acht Personen, die den Arzneistoff
erhielten, von mindestens einer Nebenwirkung im Vergleich zu einer
Person von den vieren, die Placebos erhielten (Tabelle 10). Die
Gesamtzahl der berichteten Nebenwirkungen betrug die Hälfte der
Häufigkeit
in Gruppe 1. Zudem betrug die Anzahl der einzelnen Nebenwirkungen,
die pro Patient erfahren wurden, etwa die Hälfte der Anzahl in Gruppe 2 gegenüber Gruppe
1. Fünf
der acht Personen, die Rifalazil erhielten, schlossen die Studie
ab. Drei Personen stiegen aufgrund von Nebenwirkungen aus. Ein Person
erfuhr die Hälfte
aller der für
Gruppe 2 aufgezeichneten Nebenwirkungen (26/52, siehe Tabelle 10).
Diese Person erfuhr auch alle der sechs Nebenwirkungen, die innerhalb
der Gruppe 2 (Tabelle 11) als mittelschwer in der Schwere eingestuft
wurden. Obwohl drei der acht Personen, die Rifalazil erhielten,
von milden, "grippeähnlichen" Symptomen berichteten,
brach nur eine dieser Personen die Studie vorzeitig ab. Alle drei
Personen, welche die "grippeähnlichen" Symptome erfuhren,
wiesen eine gleichzeitige, klinisch signifikante Abnahme der WBC
ab.
-
Im
klinischen Test 004 werden besonders die Nebenwirkungen, die mit
der wöchentlichen
Dosierung von Rifalazil in Zusammenhang stehen, in den Tabellen
8 und 9 aufgelistet und mit den Testergebnissen von 003 verglichen.
Die Tabellen 12 und 13 zeigen die Anzahl und die Schwere der Arzneistoff-bedingten
Nebenwirkungen, die mit der einmal wöchentlichen Verabreichung von
Rifalazil in Zusammenhang stehen, gegenüber jeder Person und jeder
Dosis im klinischen Test 004. Tabelle
12 Anzahl
der Nebenwirkungen im klinischen Test 004
-
Wie
aus Tabelle 12 ersichtlich stand die Anzahl der Nebenwirkungen,
die nach einer einwöchigen
Verabreichung von Rifalazil an gesunde Freiwillige beobachtet wurde,
in direktem Zusammenhang mit der Dosierung des verabreichten Rifalazils.
Wenn die Dosierung 25 mg/Woche betrug, gab es sechsundvierzig Nebenwirkungen.
Wenn die Dosierung 50 mg/Woche betrug, gab es einhundertundfünfzehn Nebenwirkungen,
fast 2,5-mal mehr.
-
Tabelle
13 zeigt die Anzahl und Schwere der Arzneistoff-bedingten Nebenwirkungen,
die im klinischen Test 004 beobachtet wurden. Tabelle
13 Schwere
der Nebenwirkungen im klinischen Test 004
-
Die
Details der Nebenwirkungen, die mit der wöchentlichen Dosierung von Rifalazil
in Zusammenhang stehen, erscheinen in den Tabellen 8, 9, 12 und
13. Alle achtzehn Personen schlossen den klinischen Test 004 ab.
Es wurde von weniger einzigartigen Nebenwirkungen pro Person aus
der 25 mg Gruppe berichtet, im Gegensatz zur 50 mg Gruppe. Auch
hier erscheint wieder ein Hinweis auf die Dosisbedingtheit der Nebenwirkungen.
Von mehr als doppelt so vielen Nebenwirkungen wurde von Personen
in der 50 mg Gruppe berichtet, im Vergleich zur 25 mg Gruppe (Tabelle
12). Sieben Nebenwirkungen wurden von denen berichtet, die ein Placebo
erhielten. Ein Patient in der 25 mg Gruppe berichtete von keinerlei
Nebenwirkungen. Die Anhäufung
der berichteten Nebenwirkungen blieb anderen Studien ähnlich.
Wie aus Tabelle 13 ersichtlich, wurden die meisten Nebenwirkungen
(140/168, 83 %) in der Schwere als mild klassifiziert. Nur sechs
Nebenwirkungen wurden in der 25 mg Gruppe als mittelschwer eingestuft,
im Vergleich zu 21 mittelschweren Nebenwirkungen und einer schweren
Nebenwirkung in der 50 mg Gruppe. Eine Person in der 50 mg Gruppe
erfuhr 30 Nebenwirkungen, wovon 20 als mild, 9 als mittelschwer
und eine als schwer eingeteilt wurden.
-
Das
Labortest-Regime für
die Tests 003 und 004 war das gleiche wie für die Tests 001 und 002.
-
Anormale
Laborwerte wurden zu verschiedenen Zeiten sowohl während des
Tests 003 als auch des Tests 004 bei drei hämatologischen Parametern beobachtet:
der Anzahl der Blutplättchen,
der Anzahl der weißen
Blutzellen (WBC) und der absoluten Neutrophilenzahl (ANC). Die Serumchemie-Daten
offenbarten geringere Anormalitäten
in Serumglucose und Leberfunktionstests (SGOT, SGPT, GGT und LDH),
die nach erster Betrachtung nicht als klinisch relevant angesehen
wurden. Mit Ausnahme von erhöhten
Leberfunktionstests bei zwei Personen, die im klinischen Test 003
ein Placebo erhielten, blieben alle anderen Labormessungen innerhalb
der normalen, gängigen
Bereiche. Im klinischen Test 003 brachen alle Personen in der Gruppe
1, die 25 mg Rifalazil/Tag erhielten, die Studie vorzeitig ab.
-
Das
Einsetzen und die Magnitude der Abnahme in den hämotologischen Parametern scheint
mit dieser Dosis in Zusammenhang zu stehen. Um die Abnahme und die
anschließende
Erholung dieser Parameter besser zu visualisieren, wurden die Daten
graphisch dargestellt, um die Personen mit ihrer letzten Dosis abzugleichen.
Die aus den klinischen Tests 001 und 002 erhaltenen Ergebnisse werden
in den 1–7 gezeigt.
-
Die 1 zeigt
die mittleren, graphisch dargestellten Werte der Anzahl weißer Blutzellen
(WBC) von gesunden Freiwilligen, die Dosierungen von 0 mg, 5 mg
und 25 mg Rifalazil täglich
verabreicht erhielten. Der normale Bereich der Anzahl weißer Blutzellen,
der in 1 als "L"- und "H"-Linien
dargestellt ist, liegt zwischen 4,5 und 11 K/CU MM. Wie aus 1 ersichtlich,
erscheint das Einsetzen der Abnahme der mittleren Konzentration
der WBCs in beiden Gruppen etwa vier Tage nach Beginn der Dosis
an Tag -8, wobei der Tiefpunkt etwa 1 bis 2 Tage nach der letzten
Dosierung erreicht wird. Die WBC-Anzahl sinkt beträchtlich
unter den normalen Bereich von 4,5 K/CU MM.
-
2 zeigt
die individuelle Anzahl weißer
Blutzellen in gesunden Freiwilligen (Gruppe 1), die 25 mg Rifalazil
täglich
für 14
Tage erhielten. Wie aus 2 ersichtlich, erfuhren die
Personen in Gruppe 1 einen größeren Abfall
in der Anzahl der WBC, jedoch wies nur eine Person eine WBC-Anzahl
auf, die unter 2,0 × 103/mm3 fiel, welches
der Schwellenwert ist, bei dem ein unsicherer Spiegel erreicht wird.
-
3 zeigt
die individuelle Anzahl weißer
Blutzellen in gesunden Freiwilligen (Gruppe 2), die 5 mg Rifalazil
täglich
für 14
Tage erhielten. Wie aus 3 ersichtlich, erfuhren die
Personen in Gruppe 2 geringere Abnahmen in der WBC-Anzahl, was mit
den Befunden übereinstimmt,
dass die Anzahl und Schwere der Nebenwirkungen dosisabhängig ist.
-
4 zeigt
die durchschnittliche Neutrophilenzahl in vierundzwanzig gesunden
Freiwilligen nach der Verabreichung von 0 mg, 5 mg und 25 mg Rifalazil
täglich
für 14
Tage. Wie aus 4 ersichtlich, haben die Ergebnisse
der Zählung
der absoluten Neutrophilenzahlen weniger konsistente Muster gezeigt,
was es schwer macht, den tatsächlichen
Tiefpunkt für
jede Gruppe zu ermitteln.
-
5 und 6 zeigen
individuelle absolute Neutrophilenzahlen aus Gruppe 1, die 25 mg
Rifalazil täglich
für 14
Tage erhielt, beziehungsweise aus Gruppe 2, die 5 mg Rifalazil täglich für 14 Tage
erhielt. Vier Personen aus Gruppe 1, wie aus 5 ersichtlich,
die 25 mg Rifalazil erhielten, und 3 Personen aus Gruppe 2, wie
aus 6 ersichtlich, die 5 mg Rifalazil erhielten, erfuhren
ANC-Werte < 2,0 × 103/mm3, jedoch fiel
kein ANC-Wert einer der einzelnen Personen unter < 1,0 × 103/mm3.
-
Die
Blutplättchenzahl,
in 7 gezeigt, zeigte geringe Veränderungen bezüglich des
Placebos, wobei weniger Veränderungen
in der Gruppe auftraten, die 5 mg Rifalazil erhielt, gegenüber der
Gruppe, die 25 mg erhielt. Alle hämatologischen Parameter kehrten
innerhalb von 14 nach der Verabreichung der letzten Dosis auf Normal
zurück.
-
Die
in dem klinischen Test 004 erhaltenen Ergebnisse, in dem gesunde
Freiwilligen nur eine Dosis pro Woche für vier Wochen erhielten, sind
aus den 8–10 ersichtlich.
In Übereinstimmung
mit früheren
Beobachtungen in den klinischen Versuchen 001 und 002 hatte diese
Studie insgesamt Veränderungen
der hämatologischen
Parameter mit geringerer Magnitude zur Folge, im Vergleich mit dem
klinischen täglichen
Mehrfachdosen-Test 003.
-
8 zeigt
die Werte der weißen
Blutzellen für
die einmal wöchentliche
Dosierung von 0 mg (Kontrolle), 25 mg und 50 mg Rifalazil für vier Wochen.
Die hämatologischen
Parameter der Personen wurden für
weitere zwei Wochen bis zu Tag 36 verfolgt.
-
Wenn
die aus 8 ersichtlichen Ergebnisse (einmal
wöchentliche
Verabreichung von 50 und 25 mg Rifalazil) mit den aus 1 ersichtlichen
Ergebnissen (einmal tägliche
Verabreichung von 5 und 25 mg Rifalazil) verglichen werden, sind
die Unterschiede in den WBC-Zahlen leicht zu bemerken. In 1 zeigt
sowohl die 50er als auch die 25er Dosierung eine kontinuierliche
Abnahme in der WBC-Zahl auf etwa 2,0 K/CUMM. In 8 andererseits
bleiben die WBC-Zahlen
im Großen
und Ganzen innerhalb des normalen Bereichs zwischen 4,5 und 11,0
K/CUMM.
-
9 zeigt
die mittlere absolute Neutrophilenzahl für die einmal wöchentliche
Dosierung von 0 mg (Kontrolle), 25 mg und 50 mg Rifalazil, verabreicht
für vier
Wochen. Wie vorstehend wird die ANC der Personen bis Tag 36 verfolgt.
Drei Personen in der 25 mg Gruppe und vier Personen in der 50 mg
Gruppe zeigten Abnahmen der ANC auf unter 2,0 × 103/mm3 (Daten nicht gezeigt). Jedoch erfuhr keine
Person einen Abfall der ANC unter 1,0 × 103/mm3, der als unsicher angesehen wird.
-
10 zeigt
die mittleren Blutplättchen-Werte
für die
einmal wöchentliche
Dosierung von 0 mg (Kontrolle), 25 mg und 50 mg Rifalazil für vier Wochen
mit Nachkontrolle bis Tag 36. Wie aus 10 ersichtlich, waren
die einmal wöchentlichen
Dosierungen von Rifalazil für
die Blutplättchen
ohne Bedeutung, ohne irgendwelche Veränderungen außerhalb
des normalen Bereichs von 150–450
K/CUMM.
-
Alle
hämatologischen
Parameter kehrten 14 Tage nach der Verabreichung der letzten Dosis
auf Normal zurück.
-
Die
mit den klinischen Tests verbundenen pharmakokinetischen Analysen
schlossen die Messung der Konzentrationen von Rifalazil im Plasma
und/oder Vollblut der Personen, die an den vier Phase-1-Studien
teilnahmen, unter Verwendung von Hochleistungs-Flüssigchromatographie
ein. Die meisten in diesen Studien abgeleiteten pharmakokinetischen
Parameter spiegeln die verschiedenen Dosierungspläne und -bedingungen, wie
nüchterne
Personen oder Personen, die Nahrung aufgenommen haben, wider und
sind deshalb nicht direkt zwischen den Studien vergleichbar.
-
Die
Ergebnisse sind in Tabelle 7 für
die klinischen Tests 001 und 002, in Tabelle 14 für den klinischen Test
003 und in Tabelle 15 für
den klinischen Test 004 gezeigt. Verschiedene pharmakokinetische
Muster wurden immer wieder beobachtet. Es scheint, dass Rifalazil
langsam absorbiert, weit verteilt und über einen mehrphasigen Prozess
langsam eliminiert wird. Es wurden Schwankungen zwischen den Patienten
aufgezeigt.
-
Aufgrund
der im Urin gemessenen extrem geringen Spiegel von Rifalazil scheint
die Elimination von Rifalazil nicht-renal zu sein und geschieht
möglicherweise über die
Fäkalroute.
Zudem wurden geringe Spiegel oxidativer Metaboliten von Rifalazil
im Plasma gefunden. Dies weist ferner darauf hin, dass der Arzneistoff
in den Faezes entweder in unveränderter
Form oder als Konjugate des Stamm-Arzneistoffs ausgeschieden wird.
-
Es
wurden Versuche unternommen, die Pharmakokinetik der Mehrfachdosen
unter Verwendung eines linearen 3-Kompartiment-Modells und eines
3-Kompartiment-Modells, das Enzyminduktion beinhaltet, zu analysieren.
Jedoch charakterisiert kein Mehrfachkompartiment-Modell die pharmakokinetischen Parameter
in allen Personen exakt. Die tägliche
Dosierung und die damit in Zusammenhang stehenden frühen Beendigungen aufgrund
der Nebenwirkungen, Unterschiede in der Bioverfügbarkeit aufgrund eines Nahrungseffekts
und die nicht durchgängige
Dosisverabreichung komplizieren diese Analysen noch mehr. Deshalb
wurden nur nicht-kompartimentelle pharmakokinetische Parameter für die klinischen
Tests 003 und 004 abgeleitet. Tabelle
14 Pharmakokinetische
Parameter im klinischen Test 003
- 1 Die nichtkompartimentelle
Steady-state-Pharmakokinetik konnte in Gruppe 1 aufgrund der frühen Beendigungen
und der fehlenden Dosen nicht bewertet werden.
-
Tabelle
14 zeigt nichtkompartimentelle Pharmakokinetik-Parameter, die von
der täglichen
Dosierung bis zu 14 Tagen im klinischen Test 003 abgeleitet sind.
-
Für den klinischen
Test 004 wurde die pharmakokinetische Analyse dieser Mehrfachdosen-Studie auf einen
Vergleich der nichtkompartimentellen Parameter, die aus den Daten
der ersten Dosis (Tag 1) gegenüber der
vierten (letzten) Dosis (Tag 22) erhalten wurden, beschränkt. Aufgrund
der umfangreichen Probenentnahme nach der vierten Dosis brachte
diese Studie die vollständigsten
Daten über
die abschließende
Elimination von Rifalazil, das in einem Mehrfachdosen-Regime gegeben
wurde, hervor. Die Ergebnisse sind in Tabelle 15 gezeigt. Tabelle
15 Pharmakokinetische
Parameter im klinischen Test 004
-
Wie
in Tabelle 15 gezeigt, zeigen die Cmax-
und die AUC-Werte Zuwächse
proportional zur Dosis. Der Cmax-Wert der
vierten Dosis (Tag 22) betrug etwa 44 ng/ml in der 25 mg Dosis-Gruppe und etwa 79
ng/ml in der 50 mg Gruppe. Die Veränderung zwischen den Werten
an Tag 1 und Tag 22 war statistisch nicht signifikant. Die offensichtliche
mittlere Halbwertzeit betrug annähernd
61 Stunden nach der 25 mg Dosis und etwa 110 Stunden nach der 50
mg Dosis, obwohl der Bereich ziemlich variabel war (29,5 bis 106,8
Stunden beziehungsweise 65,9 bis 148 Stunden). Der AUC(0-24) erhöhte sich
an Tag 22 um annähernd
17 % für
die 25 mg Dosis und um 27 % für
die 50 mg Dosis, bezogen auf die AUC-Werte von Tag 1. Ähnliche
nichtkompartimentelle pharmakokinetische Parameter wurden nach 25
mg Dosen sowohl im klinischen Versuch 003 als auch 004 gezeigt.
-
4. Zusammenfassung und
Schlussfolgerungen aus den klinischen Phase-I-Tests 001–004
-
Die
vier klinischen Phase-I-Tests haben die Sicherheitsprofile und die
Pharmakokinetik an gesunden, männlichen
Personen nach der Verabreichung von Rifalazil in Einzeldosen (300
mg, 100 mg, 30 mg), täglichen Dosen
(25 mg, 5 mg), verabreicht für
14 Tage, und wöchentlichen
Dosen (50 mg, 25 mg), verabreicht für vier Wochen, untersucht.
Die Ergebnisse zeigten eine klare dosisbedingte Häufigkeit
in Anzahl und Schwere der Nebenwirkungen. Die vorherrschenden Nebenwirkungen
umfassten "grippeähnliche" Symptome, von denen bekannt
ist, dass sie auch unter Rifampin und Rifabutin, anderen Mitteln
der gleichen pharmakologischen Klasse, auftreten. Die Symptome sind
im Allgemeinen mild und führten
unter niedrigen und weniger häufigen
Dosierungsregimen selten zum Absetzen des Arzneistoffs. Unter dem täglichen
Dosierungsregime jedoch wurden die Symptome ausgeprägter und
mehrere Patienten brachen die Studie ab.
-
Die
Veränderungen
in den hämatologischen
Parametern schienen ebenfalls dosisbedingt zu sein. Obwohl Abnahmen
der WBC- und ANC-Werte auf geringere Werte als die der Normalbereiche
auftraten, kehrten diese innerhalb von zwei Wochen nach Dosierungsbeendigung
auf normale Spiegel zurück.
Die Vergrößerung der
Dosierungsintervalle durch Veränderung
der Verabreichung von einmal täglich
auf einmal wöchentlich
verringerte sowohl die Anzahl als auch die Schwere der Nebenwirkungen
und auch die Abnahmen der hämatologischen
Parameter. Hinsichtlich der Häufigkeit
und Schwere brachte eine Dosis von 25 mg oder 50 mg, gesunden Personen
wöchentlich
gegeben, ein erträgliches
Sicherheitsprofil hervor.
-
Die
pharmakokinetische Analyse hat klar gezeigt, dass die Verabreichung
von Nahrung mit Rifalazil die Absorption verzögerte und die Cmax-
und AUC-Werte auf eine Weise proportional zur Dosis erhöhte. Die mittlere
terminale Halbwertzeit, die bei der 25 mg Dosis beobachtet wurde,
betrug etwa 61 Stunden. Die Akkumulation von Rifalazil unter entweder
25 mg oder 50 mg Dosen, gesunden Personen einmal wöchentlich über 4 Wochen
gegeben, schien minimal zu sein.
-
Nach
der Verabreichung einer Dosis von 25 mg betrug der mittlere erreichte
Cmax-Wert etwa 44 ng/ml, was das 2- bis
3-fache der MIC90 des rifampinsensitiven
Mycobacterium tuberculosis (15,6 ng/ml) ist. Darüber hinaus wird erwartet, dass,
aufgrund der Aufteilung von Rifalazil in die Makrophagen, therapeutisch
nützliche Konzentrationen
von Rifalazil in Makrophagen länger
fortbestehen als im Plasma. Deshalb können Plasmakonzentrationen,
die während
des Dosierungsintervalls unter die MIC90 fallen,
in der Behandlung der Erkrankung klinisch unbedeutend sein, da der
Arzneistoff in den Makrophagen eingelagert sein kann.
-
Klinischer Referenztest
-
B. Wirksamkeit der Rifalazil-Behandlung
in TB-Patienten – klinischer
Test 005
-
Nach
den Studien, die an gesunden Freiwilligen durchgeführt worden
waren, wurde der klinische Referenztest 005 zur Behandlung von Tuberkulosepatienten
mit Isoniazid (INH) allein, täglich verabreicht,
oder Isoniazid kombiniert mit Rifampin, beide täglich verabreicht, oder Isoniazid,
täglich
verabreicht mit entweder 10 mg oder 25 mg Rifalazil wöchentlich
verabreicht, begonnen.
-
Die
Dosierungen von Isoniazid und Rifampin wurden auf das Körpergewicht
der Patienten eingestellt. Wenn das Körpergewicht des Patienten weniger
als 35 kg betrug, wurde Isoniazid in 10 mg/kg/Dosis mit einer Maximaldosis
von 300 mg verabreicht, und Rifampin wurde in 10 mg/kg/Dosis mit
einer Maximaldosis von 450 mg/Dosis verabreicht. Wenn das Körpergewicht
des Patienten zwischen 35 und 45 kg lag, wurde Isoniazid in 300
mg/Dosis und Rifampin in 450 mg/Dosis verabreicht. Wenn das Körpergewicht
des Patienten größer als 45
kg war, wurde Isoniazid in 600 mg/Dosis verabreicht.
-
In
diesen Studien wurden die folgenden Tests durchgeführt und
in den Tabellen 16–21
dargestellt. Die Veränderung
im Log10 der koloniebildenden Einheiten
(CFU) pro ml Sputum von mikrobiologisch auswertbaren Patienten wird
in Tabelle 16 gezeigt. WBC, ANC und Blutplättchenzahl der mit INH behandelten
Patienten werden in Tabelle 17 gezeigt. WBC, ANC und Blutplättchenzahl
der mit INH und Rifampin behandelten Patienten werden in Tabelle
18 gezeigt. WBC, ANC und Blutplättchenzahl
der mit INH täglich
und 10/25 mg Rifalazil wöchentlich
behandelten Patienten werden in den Tabellen 19 beziehungsweise
20 gezeigt. Die Rifalazilkonzentration der mit INH und 10 oder 25
mg Rifalazil behandelten Patienten wird in Tabelle 21 gezeigt. Die
endgültige Diagnose
und Bewertung der Behandlungswirksamkeit erfordern die direkte Untersuchung
des Sputums auf Vorhandensein von M. tuberculosis. Das Ausmaß der M.
tuberculosis-Infektion wird durch die Anzahl von Bakterien bestimmt,
die fähig
sind, Kolonien zu bilden, und wird in koloniebildenden Einheiten
ausgedrückt.
Wenn die Anzahl der koloniebildenden Einheiten (CFU) hoch ist, ist
die Infektion ungehindert. Wenn die CFU abnehmen, nimmt die Anzahl
der aktiven M. tuberculosis-Bakterien ab. Die CFU, typischerweise
in Log10 ausgedrückt, haben deshalb einen wichtigen
diagnostischen und die Behandlung bewertenden Wert.
-
Eine
Herausforderung beim Bewerten der Wirksamkeit neuer diagnostischer
Verfahren und einer neuen Behandlung für Tuberkulose ist das lange
Zeitintervall, das erforderlich ist, um Abnahmen in den CFU-Spiegeln
und beobachtbare klinische Verbesserungen zu messen. Es muss gesagt
werden, dass die Behandlung von Tuberkulose von langer Dauer ist
(typischerweise mindestens 6 Monate) und als Konsequenz daraus ist es
nur nach mehreren Monaten Therapie möglich, festzustellen, ob ein
klinischer Nutzen erreicht worden ist. Deshalb sind die klinischen
Studien dazu bestimmt worden, die frühe bakterizide Wirksamkeit
(EBA) der neuen Tuberkulosetherapien zu bewerten. Die EBA einer
Therapie kann definiert werden als die Wirksamkeit, die während der
Anfangsphase (z. B. den ersten 1–2 Wochen) der Behandlung beobachtet
wird. Klinische Studien, die EBA-Analysen beinhalten, basieren auf
der Behauptung, dass die EBA ein guter Index für den letztendlichen therapeutischen
Nutzen, der mehrere Monate später
beobachtet wird, darstellt.
-
Tabelle
16, welche die Sputum-Grundline an Tag 15 in Log10 CFU/ml
des Sputums der mikrobiologisch auswertbaren Patienten zeigt, vergleicht
die Verringerung der koloniebildenden Einheiten (CFU) für die vier verschiedenen
Patientengruppen über
die ersten zwei Wochen der Therapie. Die vier Patientengruppen wurden
wie folgt behandelt: Gruppe 1 erhielt INH täglich für 14 Tage, Gruppe 2 erhielt
INH täglich
plus Rifampin täglich
für 14
Tage und Gruppe 3 erhielt INH täglich
für 14
Tage plus Rifalazil einmal pro Woche (10 mg an Tag 1 und Tag 8) über 14 Tage
und Gruppe 4 erhielt INH täglich
für 14
Tage plus Rifalazil einmal pro Woche (25 mg an Tag 1 und Tag 8) über 14 Tage.
Die Dosierungen von Isoniazid und Rifampin waren vom Gewicht des Patienten
abhängig
und waren wie vorstehend. Die Anzahl der Patienten in jeder Studiengruppe
wird als der Wert N dargestellt.
-
Die
Anzahl der Patienten in den Gruppen 1–4 betrug sechs, vier, sechs
beziehungsweise sechs. Die mittlere Veränderung in den Sputum-CFUs
nach diesen Behandlungen wird ebenfalls gezeigt. Die Veränderung
in den CFUs ist am größten für die Gruppen
2 und 4, die eine tägliche
Behandlung mit INH in Kombination mit Rifampin, täglich verabreicht
(Gruppe 2) oder INH, täglich
verabreicht in Kombination mit Rifalazil, verabreicht einmal wöchentlich
in Dosierungen von 25 mg (Gruppe 4), erhielten. Diese Daten zeigen,
dass Rifalazil, verabreicht wöchentlich
oder zweimal wöchentlich
in relativ sehr geringen Dosierungen von 10 oder 25 mg, ein wirksamer
Ersatz für
Rifampin (600 mg/Tag täglich
verabreicht) in der Routinetherapie für Tuberkulose ist. Tabelle
16 Veränderung
der Sputum-Grundlinie zu Tag 15 in Log
10 CFU/ml
Sputum von mikrobiologisch auswertbaren Patienten
-
Diese
Ergebnisse zeigen klar, dass die Verabreichung von INH-Rifalazil
einmal wöchentlich
in 10 oder insbesondere 25 mg Dosen eine ebenso wirksame Behandlung
für Tuberkulose
ist, wie die Behandlung mit INH-Rifampin täglich.
-
Die
vier Tabellen 17–20
zeigen hämatologische
Daten, die nach den Gruppen 1–4
getrennt sind. Die Gruppenbehandlung entspricht den aus Tabelle
16 ersichtlichen. Diese Daten stellen Sicherheitsinformationen bezüglich der
Nebenwirkungen bereit, da hämatologische
Störungen
als häufigste
klinisch relevante Nebenwirkungen angesehen werden, die mit der
Behandlung mit rifamycinartigen Arzneistoffen in Zusammenhang stehen.
Insbesondere wird der ANC-Wert als sehr aussagefähiger Sicherheitsindex angesehen,
da er sich direkt auf die Fähigkeit
des Patienten, die Infektion zu bekämpfen, bezieht.
-
Wie
aus den Tabellen 17–20
ersichtlich, nahm im oberen Abschnitt die Anzahl der weißen Blutzellen nach
den Grundlinien-Werten in allen Gruppen während der Behandlung leicht
ab, erreichten jedoch keine kritisch niedrigen Werte. Die einmal
wöchentliche
Behandlung mit 10 mg Rifalazil kombiniert mit 400 mg oder weniger
INH, täglich
verabreicht, führte
zu keiner Abnahme der WBC.
-
In
einem Vergleich der ANC-Werte für
die Gruppen 1, 2, 3 und 4 (Tabellen 17–20) wurde ein Abfall der ANC
nach den Grundlinien-Werten für
die Gruppen 2–4
beobachtet. Ein geringer ANC-Wert stellt jedoch kein großes Problem
dar, solange er nicht unter 1,0 K/CU MM fällt. Dieser Spiegel wurde nur
von einem Patienten in Gruppe 3 erreicht, der mit INH plus Rifalazil
10 mg behandelt wurde, der Patient wies jedoch einen geringen ANC-Ausgangswert
auf.
-
Die
Blutplättchen-Spiegel
wurden durch keine Behandlung beeinträchtigt und stellten deshalb
kein Sicherheitsproblem dar.
-
Die
wichtige Erkenntnis, die aus den hämatologischen Daten abgeleitet
wurde, ist, dass Rifalazil keinen größeren Grad an hämatologischen
Störungen
(Sicherheitsproblemen) verursacht als Rifampin, das routinemäßig für die Behandlung
von TB verwendet wird. Rifalazil ist deshalb ebenso sicher wie Rifampin
und in geringeren und weniger häufigen
Dosierungen ebenso wirksam. Tabelle
17 WBC,
ANC und Blutplättchenzahl
(K/CU MM) – INH
Tabelle
18 WBC,
ANC und Blutplättchenzahl
(K/CU MM)INH + RMP
Tabelle
19 WBC
ANC und Blutplättchenzahl
(K/CU MM) – INH
+ 10 mg Rifalazil
Tabelle
20 WBC,
ANC und Blutplättchenzahl
(K/CU MM) INH + 25 mg Rifalazil
-
Tabelle
21 fasst die Daten der Plasmakonzentration von Rifalazil zusammen,
die in Patienten gemessen wurden, die Rifalazil an Stunde Null erhielten.
Die Daten werden in zwei Gruppen getrennt und werden als INH + 10
mg Rifalazil (Gruppe 3) und INH + 25 mg Rifalazil (Gruppe 4) bezeichnet.
Die Konzentration von Rifalazil im Plasma wird in ng/ml dargestellt
und als Zeitverlauf (Stunden und Tage) gezeigt, wobei die Werte
zu verschiedenen Zeiten über
die zwei Wochen der Studie bestimmt wurden. Tabelle
21 Rifalazil-Konzentration
im Plasma (ng/ml)
-
Die
beobachteten Plasmaspiegel von Rifalazil waren ähnlich denen, die in normalen
Freiwilligen beobachtet wurden. Tabelle 21 zeigt, dass die Plasmakonzentration
von Rifalazil vom Wert Null auf 9,7 ng/ml für 10 mg Rifalazil und auf 15,93
ng/ml in drei Stunden zunimmt, wobei eine maximale Konzentration
des Arzneistoffs im Plasma sechs Stunden nach der Arzneistoffverabreichung
(12,68 ng/ml für
10 mg Rifalazil und 28,47 ng/ml für 25 mg Rifalazil) gezeigt
wird. Die Arzneistoffkonzentration im Plasma nimmt langsam ab, jedoch
gibt es nach 72 Stunden (3 Tage) noch eine messbare Arzneistoffmenge
im Plasma. Es wurde festgestellt, dass nach der zweiten Verabreichung
an Tag 8 die Arzneistoffkonzentration in beiden Gruppen höher ist
als nach der ersten Verabreichung.
-
Die
mit TB-Patienten erhaltenen Daten zeigen, dass Rifalazil einmal
oder zweimal wöchentlich
verabreicht für
die Behandlung von Tuberkulose wirksam ist und weniger Nebenwirkungen
aufweist, als andere gegenwärtig
zur Verfügung
stehende Behandlungen. Zudem veranschaulichen diese Daten wieder
einmal den überraschenden
Unterschied zwischen menschlichen und tierischen pharmakokinetischen
Daten.
-
C. Vergleich der Rifalazil-Behandlung
mit Rifampin und Rifabutin
-
Wenn ähnliche
Studien mit zwei anderen, gegenwärtig
von der FDA zugelassenen Rifamycinen, Rifampin und Rifabutin, unternommen
wurden, wurden die folgenden Nebenwirkungen unter der typischen
täglichen
Dosis von Rifampin und Rifabutin beobachtet.
-
Die
typische tägliche
Dosis von Rifampin, > 600
mg täglich
gegeben, führte
zu den folgenden Nebenwirkungen, einschließlich "grippeähnlicher" Symptome wie Fieber, Kopfschmerz, Schüttelfrost,
Unwohlsein, und anderen Reaktionen, die vorstehend unter den hämatopoetischen
Reaktionen wie Leukopenie, Thrombozytopenie, akute hämolytische
Anämie
aufgelistet sind und zu kutanen, gastrointestinalen (GI) und hepatischen
Reaktionen, Kurzatmigkeit, Schock und Nierenversagen.
-
Die
GI-Reaktionen schlossen Sodbrennen, Oberbauchschmerzen, Anorexie, Übelkeit,
Erbrechen, Blähungen,
Krämpfe,
Diarrhoe, Mund- und Zungengeschwüre,
pseudomembranöse
Kolitis, Pankreatitis ein und wurden von 1 % bis 2 % der Personen
erfahren.
-
Hepatische
Reaktionen schlossen asymptomatische Erhöhungen der Leberenzyme (bis
zu 14 %) und Hepatitis (< 1
%) ein. Andere Reaktionen wie schockähnliches Syndrom mit hepatischer
Beteiligung kamen vor, jedoch selten. Anormale Leberfunktionstests,
transiente Anormalitäten
in Leberfunktionstests wie Erhöhungen
in Serumbilirubin, BSP, alkalischer Phosphatase, Serumtransaminase,
wurden ebenfalls beobachtet.
-
Dermatologische
Reaktionen schlossen Rash, der bei 1 % bis 5 % der Personen beobachtet
wurde, Pruritus, Urtikaria, pemphigusartige Reaktion, Erröten ein.
-
CNS-Reaktionen
schlossen Kopfschmerz, Schläfrigkeit,
Müdigkeit,
Schwindel, Konzentrationsstörung,
mentale Verwirrung, generalisiertes Taubheitsgefühl, Verhaltensveränderungen
und selten auch Augenmuskelerkrankung ein.
-
Hämatologische
Reaktionen schlossen Eosinophilie, transiente Leukopenie, hämolytische
Anämie, verringertes
Hämoglobin,
Hämolyse
und Thrombozytopenie ein.
-
Muskel-Skelett-Reaktionen
schlossen Ataxie, Muskelschwäche,
Schmerz in den Extremitäten,
Osteomalazie und Myopathie ein.
-
Ophthalmologische
Reaktionen schlossen Sehstörungen
und exsudative Konjunktivitis ein.
-
Renale
Reaktionen schlossen Hämoglobinurie,
Hämaturie,
Niereninsuffizienz und akutes Nierenversagen ein.
-
Verschiedene
andere Nebenwirkungen, die mit Rifampin in Zusammenhang stehen,
schlossen Menstruationsstörungen,
Fieber, Erhöhung
in BUN und erhöhte
Serum-Harnsäure,
mögliche
Immunosuppression, vereinzelte Berichte von anormalem Wachstum von
Lungentumoren, verringerte 25-Hydroxycholecalciferol-Spiegel, Ödeme an
Gesicht und Extremitäten,
Kurzatmigkeit, keuchende Atmung, Verringerung des Blutdrucks und
Schock ein.
-
Rifabutin
(150–300
mg Einzeldosis) verursacht ebenfalls Nebenwirkungen, obwohl es im
Allgemeinen besser vertragen wird als Rifampin. Ein Abbrechen der
Therapie aufgrund von einem Nebenwirkungs-Ereignis war bei 16 %
der Patienten, die Rifabutin erhielten, vs. 8 % unter Placebo erforderlich.
Die Hauptgründe
für den
Abbruch waren rasch auftretende Nebenwirkungen, welche grippeähnliche
Symptome, Hepatitis, Hämolyse,
Arthralgie, Myositis, Druck in der Brust oder Brustschmerz mit Atemnot,
Hautverfärbung
(< 1 %), Krampfanfall,
Parästhesie,
Aphasie, Verwirrung und nicht spezifische T-Wellen-Veränderungen
im EKG eingeschlossen. Wenn Rifabutin in Dosen von 1050 bis 2400
mg/Tag verabreicht wurde, traten generalisierte Arthralgie und Uveitis
auf. Diese Erfahrungen klangen ab, wenn Rifabutin abgesetzt wurde.
-
Das
Auftreten einer Neutropenie bei Patienten, die mit Rifabutin behandelt
wurden, war signifikant größer als
bei Patienten, die mit einem Placebo behandelt wurden. Obwohl eine Thrombozytopenie
unter mit Rifabutin behandelten Patienten nicht signifikant häufiger vorkam,
ging Rifabutin in seltenen Fällen
klar mit einer Thrombozytopenie einher. Ein Patient entwickelte
eine thrombotische thrombozytopenische Purpura, die Rifabutin zugeschrieben
wurde.
-
Sowohl
Rifampin als auch Rifabutin sind von der FDA zugelassene Arzneistoffe
für die
Behandlung von Tuberkulose. Hinsichtlich der hohen Dosierungen,
die erforderlich sind, um M. tuberculosis zu supprimieren, und hinsichtlich
der schweren und zahlreichen Nebenwirkungen, die mit der Verabreichung
dieser Arzneistoffe in Zusammenhang stehen, gibt es einen klaren
Bedarf an neuen Arzneistoffen und ihrer Verwendung zur Behandlung
von Tuberkulose.
-
Es
ist gezeigt worden, dass Rifalazil antibakterielle Wirksamkeit gegen
Mycobacterium tuberculosis, Mycobacterium avium, Chlamydia pneumoniae,
H. pylori und andere Bakterien aufweist. Trotz der Nebenwirkungen,
die in den klinischen Tests 001–004
beschrieben wurden, ist die neue Verwendung von Rifalazil wie hierin
beschrieben für
die Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von Tuberkulose,
wobei Rifalazil einmal oder zweimal wöchentlich zu verabreichen ist,
eine Anwendung der Wahl. Wie hierin beschrieben senkt es die CFU
in TB-Patienten, wenn es in gut verträglichen Dosen (10 und 25 mg/Dosis)
einmal oder zweimal wöchentlich
für 4–62 Wochen
verabreicht wird. Bei diesen Dosierungen sind die Nebenwirkungen
höchstens mild
oder nicht zu beobachten.
-
Sowohl
die Tierstudien als auch die Studien an menschlichen Freiwilligen
weisen darauf hin, dass Rifalazil weniger Nebenwirkungen aufweist
als Rifampin und Rifabutin und dass es höhere antibakterielle Wirksamkeit,
insbesondere gegen Mycobacterium tuberculosis, Mycobacterium avium,
Chlamydia pneumoniae und H. pylori aufweist.
-
III. Verabreichung und
Formulierung
-
Das
Arzneistoffprodukt wird systemisch oder parenteral, d. h. oral,
intravenös,
durch ein Aerosol, durch Suppositorien oder in einer anderen, verträglichen
pharmazeutischen Form verabreicht.
-
Rifalazil
kann als Einzelarzneistoff mit verschiedenen pharmazeutisch verträglichen
Zusatzstoffen und Exzipienten formuliert und verabreicht werden
oder in Kombination mit anderen Arzneistoffen wie Isoniazid, Ethambutol,
Streptomycin, Pyrazinamid, Capreomycin, Ethionamid, Cycloserin,
Kanamycin, Tobramycin oder Amikacin, mit anderen Rifamycinen, das
heißt,
es kann auch mit Rifampin oder Rifabutin, mit anderen antibakteriellen
Mitteln, Analgetika, Antitussiva etc. kombiniert werden. Die verschiedenen
Verhältnisse
dieser Arzneistoffe zueinander werden von der beabsichtigten Verwendung,
den Symptomen der Patienten und der Schwere der Erkrankung abhängen. Die
verschiedenen Kombinationen und Verhältnisse der Arzneistoffe zueinander liegen
im Ermessen des Pharmazeuten, der Rifalazil oder die Kombination
von Rifalazil mit anderen Arzneistoffen formuliert.
-
Typischerweise
wird das Arzneistoffprodukt Rifalazil, Mannit, USP; Hydroxypropylcellulose,
NF; kolloidales Siliciumdioxid, NF; Magnesiumstearat, NF; Polysorbat
80 NF; und Wasser in Anteilen, die den Materialfluss in Kapsel-Füllvorrichtungen
ermöglichen,
enthalten. Zum Beispiel wird Rifalazil in dunkelblau-opaken Schnappverschluss-Hartgelatinekapseln
Nr. 3 oder als Tabletten, injizierbare Lösungen, Suppositorien etc.
zubereitet werden.
-
Für die vorstehend
beschriebenen klinischen Studien sind Rifalazil-Kapseln in mehreren
unterschiedlichen Stärken
von 5 mg, 25 mg, 50 mg und 100 mg zubereitet worden. Der Arzneistoff
in den Kapseln von 5 mg und 50 mg Stärke wurde mit zusätzlichem
Mannit (Placebo) gemischt, so dass die Kapseln im Gewicht äquivalent
waren und deshalb, entsprechend verpackt und etikettiert, von den
100 mg und Placebokapseln nicht zu unterscheiden waren. Der Arzneistoff
wurde bei Raumtemperatur gelagert.
-
BEISPIEL 1
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Klinisches Studiendesign – Gesunde
Freiwillige
-
Dieses
Beispiel beschreibt das Design, das für die vorstehend beschriebenen
Studien verwendet wurde. Dieses Design ist typisch. Die Dosierungen
und das Regime der Arzneistoffverabreichung wurden dem Ziel der
Studie entsprechend geändert.
-
Studiendesign
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Die
Personen in dem offenen, nicht-kontrollierten (open-label-) Test
erhielten eine Einzeldosis oder Mehrfachdosen einer 5, 25, 50 oder
300 mg Dosis Rifalazil. Die Studie war eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte,
intermittierende Dosisstudie, deren Design dazu diente, ein maximal
sicheres Dosierungsregime zu bestimmen.
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Die
Personenpopulation wurde in zwei Behandlungsgruppen aufgeteilt,
wobei jede aus sechs Personen bestand. Die Personen in jeder Gruppe
waren randomisiert, so dass sie entweder ein Placebo oder Rifalazil
einmal wöchentlich
für 4 Wochen
mit einer zweiwöchigen
Nachlaufperiode erhielten. Die zwei Behandlungsgruppen wurden für mindestens
zwei Wochen getrennt, um ausreichend Zeit für die Prüfung der Sicherheitsdaten einzuräumen. Die
Personen in allen Gruppen erhielten den Arzneistoff oder das Placebo
innerhalb von 30 Minuten nach dem Verzehr eines Standard-Frühstücks mit
60 % Fettgehalt.
-
Die
Personen in der Behandlungsgruppe 1 wurden randomisiert, um entweder
eine 25 mg Dosis (n = 6), eine 50 mg Dosis (n = 6) oder ein Placebo
(n = 6) einmal wöchentlich
(q.w.) für
insgesamt vier Wochen zu erhalten.
-
Randomisierung und Verblindung
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Die
Personen wurden zufällig
zu und innerhalb einer Behandlungsgruppe zugeordnet. Alle Studien waren
blind oder doppelblind.
-
Patientenauswahl
-
Die
Studie wurde mit gesunden erwachsenen Freiwilligen durchgeführt, die
aus der Gesamtheit der Bevölkerung
rekrutiert wurden.
-
Dosisauswahl
-
Die
Dosisauswahl für
diese Studie basierte auf dem Sicherheitsprofil von Rifalazil, das
aus drei früheren
Sicherheits- und pharmakokinetischen (PK) Studien erhalten worden
war. Die Ergebnisse dieser Studien zeigten an, dass die Häufigkeit
von Nebenwirkungen nach der täglichen
Dosierung größer war
als nach einer Einzeldosis und dass die Nebenwirkungen nach der
täglichen
Dosierung stärker
prolongiert waren. Darüber hinaus
schien es einen Trend zur Dosisabhängigkeit in der Häufigkeit
der Nebenwirkungen zu geben. Eine einzelne 300 mg Dosis erzeugte
mehr Nebenwirkungen als entweder die 30 mg oder die 100 mg Einzeldosis. Ähnlich wurden
etwa zweimal mehr Nebenwirkungen für die Dosisgruppe 25 mg täglich (Test
003) als für
die Dosisgruppe 5 mg täglich
aufgezeichnet und die Nebenwirkungen waren stärker prolongiert als nach einer
Einzeldosis.
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Arzneistoff-Formulierung
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Rifalazil
und das entsprechende Placebo wurden in dunkelblau-opaken Schnappverschluss-Hartgelatinekapseln
Nr. 3 hergestellt. Die Rifalazil-Kapseln wurden in vier verschiedenen
Stärken
von 5 mg, 25 mg, 50 mg und 100 mg hergestellt. Das Rifalazil in
den Kapseln von 5 mg, 25 mg und 50 mg Stärke ist mit zusätzlichem
Mannit (Placebo) gemischt worden, so dass die Kapseln im Gewicht äquivalent
waren und deshalb von dem Placebo nicht zu unterscheiden.
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Dosierung
und Verabreichung
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Alle
Kapseln wurden oral mit Wasser verabreicht. Die Compliance wurde
durch visuelle Überprüfung der
Dosierung und der Mundhöhle
nach der Verabreichung bewertet.
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Beispiel 2
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Klinisches
Studiendesign für
Tuberkulosepatienten
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Dieses
Beispiel beschreibt das Design, das für die klinischen Studien verwendet
wurde, die an Tuberkulosepatienten durchgeführt wurden.
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Die
gesamten klinischen Studien und Bedingungen waren den in Beispiel
1 beschriebenen ähnlich. Aufgrund
ethischer Betrachtungen gab es keine Placebo-Patienten (Kontrolle)
in dieser Studie. Alle Patienten wurden entweder mit 400 mg Isoniazid
täglich,
was eine typische und von der FDA zugelassene TB-Behandlung ist,
oder mit 400 mg Isoniazid in Kombination mit 600 mg Rifampin täglich, was
ebenfalls eine typische und von der FDA zugelassene TB-Behandlung
ist, oder mit 400 mg Isoniazid täglich
und 10 mg Rifalazil einmal wöchentlich,
oder mit 400 Isoniazid täglich
und 25 mg Rifalazil einmal wöchentlich
behandelt. Die beiden letzten Regime waren experimentell und wurden
unter IND-Erlaubnis der FDA durchgeführt.
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Die
Ergebnisse des klinischen Tests 005 an Tuberkulosepatienten sind
vorstehend in Abschnitt II.B. beschrieben.