DE3207992C1 - Verwendung einer Bewässerungsventileinrichtung für Topfpflanzen - Google Patents
Verwendung einer Bewässerungsventileinrichtung für TopfpflanzenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung einer Bewässerungsventileinrichtung für Topfpflanzen, mit
einem länglichen Quellkörper, der ein Ventil in Abhängigkeit von seinem Feuchtigkeitsgehalt steuert,
unter dem Einfluß des durch das Ventil hindurchgetretenen Wassers steht und von einem Ventilkörper
gehaltert ist.
Eine bekannte Bewässerungsventileinrichtung dieser Art ist in der DE-OS 27 39 650 beschrieben. Diese wird
mittels einer Einsteckspitze in die Erde eingesteckt, so daß der Quellkörper in Abhängigkeit von der
Einstecktiefe mehr oder weniger weit direkt mit der Erde in Berührung tritt. Der Quellkörper ist damit der
Erdfeuchtigkeit ausgesetzt, so daß er beim Austrocknen der Erde schrumpft und das Ventil öffnet, so daß eine
Bewässerung stattfindet. Das in die Erde eindringende Wasser gelangt zum Teil wiederum an den Quellkörper,
so daß dieser quillt und das Ventil schließt. Durch Variation der Einstecktiefe kann das Maß der
Beeinflussung des Bewässerungszyklus durch die atmosphärischen Bedingungen verändert und damit eine
Bewässerung erreicht werden, die dem Wasserbedarf der Pflanzen optimal angepaßt ist.
Bei nicht korrekter Justierung der bekannten Bewässerungsventileinrichtung und bei extremer Sonneneinstrahlung
kann der Fall eintreten, daß die Erde im Pflanzentopf derart austrocknet, daß das durch die
Bewässerungsventileinrichtung zugeführte Wasser zwar nach unten dringt, sich in der Erde jedoch nicht
seitlich ausbreitet und aus diesem Grunde den ins Erdreich eingesteckten Quellkörper zunächst nicht
erreicht. Dies beruht darauf, daß sehr trockene Erde nur langsam Wasser aufnimmt, so daß sich das zugeführte
Wasser nicht von der einen bestimmten Abstand an der Bewässerungsventileinrichtung aufweisenden Tropfstelle
über das Erdreich direkt zum Quellkörper ausbreitet, sondern zunächst nach unten strömt und sich im
Untersetzer des Pflanzentopfs aufstaut. Dann kann der Fall eintreten, daß zuviel Wasser in den Untersetzer
gelangen und aus demselben austreten kann.
Ferner zeigt die US-PS 41 21 608 eine in gleicher Weise eingesetzte Bewässerungsventileinrichtung der
eingangs genannten Art, deren in der Topferde steckender Quellkörper die Wasserzufuhr zur Pflanze in
Abhängigkeit vom Feuchtigkeitsgehalt der Erde steuert. Hier ergibt sich ebenfalls das vorstehend erörterte
Problem.
Bei einer weiteren bekannten Bewässerungsventileinrichtung gemäß der DE-AS 11 91 163 ist der Quellkörper
unter dem· Pflanzentopf angeordnet und steht über einen Saugschwamm mit der Topferde in Verbindung,
der durch die Wasseraustrittsöffnung im Pflanzentopfboden hindurch in das Erdreich ragt. Die von dem
Quellkörper gesteuerte Wasserzufuhr erfolgt zur Erdoberfläche. Diese Art der Bewässerung vermeidet
zwar die Möglichkeit eines Ansammeins einer größeren Wassermenge im Untersetzer, sie führt jedoch zu einer
außerordentlich trägen Regelung und einer hohen Wassersättigung des Erdreichs.
Schließlich ist in der DE-OS 26 32 540 eine gattungsfremde Bewässerungsventileinrichtung beschrieben, die
ohne Quellkörper arbeitet. Die Wasserzufuhr in den
ίο Pflanzentopf erfolgt über ein elektromagnetisch steuerbares
Tropfventil, das von einem im Untersetzer des Pflanzentopfs angeordneten elektrischen Wasserschalter
gesteuert wird. Auf diese Weise wird praktisch der Wasserspiegel im Untersetzer konstant geregelt,
wodurch die Pflanzenerde stets wassergesättigt gehalten wird. Dies ist für den Pflanzenwuchs ungünstig, da
die Pflanze an Sauerstoffmangel leidet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bewässerungsventileinrichtung der eingangs genannten
Art derart einzusetzen, daß die Gefahr eines Austretens von Wasser aus dem Topfuntersetzer ausgeschlossen
und eine optimale Bewässerung gewährleistet ist.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Bewässerungsventileinrichtung zur
Begrenzung des Spiegels des durch das Ventil unmittelbar in den Untersetzer eingespeisten Wassers
im Untersetzer verwendet wird.
Das Ventil wird also zum Einspeisen von Wasser in den Untersetzer eines Pflanzentopfs und zur Begrenzung
des Wasserspiegels in demselben verwendet. Damit ist das Prinzip, das Wasser der Erde direkt
zuzuführen und die Erdfeuchtigkeit direkt durch den Quellkörper zu erfassen, aufgegeben und durch das
Prinzip ersetzt, unter Ausnützung der Saugspannung in der Erde Wasser aus dem Untersetzer anzusaugen und
die Wasserzufuhr in den Untersetzer zu steuern. Auf diese Weise wird einerseits erreicht, daß der Wasserspiegel
im Untersetzer einen Maximalwert nicht überschreiten kann, so daß die Gefahr eines Auslaufens
von zugeführtem Wasser aus dem Untersetzer sicher auszuschließen ist. Andererseits läßt sich die Bewässerungsventileinrichtung
ohne weiteres so justieren, daß die Erde nicht stets vollständig mit Wasser gesättigt ist,
was dazu führen würde, daß die Pflanzen an Sauerstoffmangel leiden, sondern daß das Austrocknen
des Quellkörpers bis zur erneuten Wasserzufuhr länger andauert als die Aufnahme der beim Schließen des
Ventils im Untersetzer angestauten Wassermenge, so daß eine Saugspannung in der Topferde entsteht, die bei
erneutem Öffnen des Ventils Wasser aus dem Untersetzer ansaugt. Vorzugsweise wird durch Justieren
des Ventils eine Saugspannung bis zu 2 mWS aufrechterhalten, was sich äußerst günstig auf die
Sauerstoffversorgung der Erde auswirkt.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemäß verwendeten Bewässerungsventileinrichtung;
Fig.2 eine Seitenansicht der Einrichtung gemäß
F i g. 3 den Schnitt IH-III in F i g. 1;
F i g. 4 ein Bewässerungssystem aus erfindungsgemäß verwendeten Bewässerungsventileinrichtungen für drei
Topfpflanzen; und
Fig.5 ein Diagramm über die Arbeitsweise bei der
erfindungsgemäßen Verwendung einer Bewässerungsven tileinrich tung.
Du Bewässerungsventileinrichtung 1 besitzt einen Ventükörper 2, der einen Quellkörper 3 und einen
Quetschschlauch 4 haltert. Der Quellkörper 3 hat die Form eines Holzzylinders bzw. eines Röhrchens und ist
auf den stiftartigen Ventilkörper 2 aufgesteckt, so daß er
diesen mit Spiel umschließt und seine zylindrische Außenfläche freiliegt. Er ist auf einem Flansch 8 des
Ventilkörpers 2 abgestützt. Am gemäß der Zeichnung oberen Ende des Quellkörpers 3 ist eine Druckscheibe 5
auf denselben aufgesetzt, die ein Lager für den Quetschschlauch 4 darstellt. Dieser ist durch ein den
Ventilkörper 2 in Querrichtung durchdringendes Langloch 9 hindurchgeführt und liegt somit zwischen der
Druckscheibe 5 und einer oberhalb des Quetschschlauchs 4 auf den Ventilkörper 2 aufgesetzten Buchse
6. Diese Buchse wirkt als Widerlager und läßt sich mit
Hilfe einer auf das obere, als Gewindeende ausgebildete Ende des Ventilkörpers 2 aufgeschraubten Gewindekappe
7 in Längsrichtung des Ventilkörpers 2 verschieben, so daß der Quetschschlauch 4 mehr oder
weniger stark gequetscht wird.
Die Fig; 1 bis 3 zeigen ferner eine Halteeinrichtung
in Form eines Ständers 10, aus Federmaterialwie Metall- oder Kunststoffdraht mit einer oben liegenden
Klemmöse 11 und zwei einseitig auskragenden Füßen 13, mit denen der Ständer in dem Untersetzer 12 steht.
Auf den Füßen 13 steht der Pflanzentopf 14 und fixiert
die Bewässerungsventileinrichtung. Die Klemmöse 11 'umschließt den Quellkörper 3 höhenverstellbar, so daß
sich der untere Rand des Quellkörpers auf einen gewünschten, der Größe des Pflanzentopfs angepaßten
Abstand B zum Boden des Untersetzers einstellen läßt. Der Abstand B bestimmt die Wassermenge, die im
Untersetzer angestaut wird und die noch kapillar von der Erde der Topfpflanzen aufgenommen wird,
nachdem das Ventil die Wasserzufuhr unterbrochen hat. Der Quellkörper 3, der vorteilhaft aus Holz,
insbesondere Fichtenholz, besteht und dessen Längsachse zweckmäßig tangential zu den Jahresringen
Nachdem jede der Bewässerungsventileinrichtungen in der vorstehend beschriebenen Weise justiert und der
Abstand B und entsprechend der Topf- und der Untersetzergröße jeweils eingestellt worden ist, bewirkt
das Austrocknen des Quellkörpers unter dem Einfluß der Umgebungsluft ein Schrumpfen desselben,
wodurch das Ventil öffnet und Wasser in den Untersetzer 12 eingespeist wird. Der Wasserspiegel im
Untersetzer steigt so lange an, bis er das untere Ende
to des Quellkörpers erreicht, so daß dieser wieder durchfeuchtet wird und durch Quellung den Quetschschlauch
4, d. h. das Ventil schließt, so daß die Wasserzufuhr unterbunden wird. Das im Untersetzer 12
befindliche Wasser wird von der Erde 15 im Pflanzentopf 14 wie von einem Schwamm aufgesaugt
und von der Pflanze verbraucht, so daß der Wasserspiegel das untere Ende des Quellkörpers 3 wieder freigibt
und dieser auszutrocknen beginnt. Nach einiger Zeit öffnet dann das Ventil wieder für einen weiteren
Bewässerungszyklus. Während der Trocknungszeit des Quellkörpers begründet der Wasserverbrauch der
Topfpflanze einen Saugdruck von bis zu 2 mWS innerhalb der Erde, der sich vorteilhaft auf die
Sauerstoffversorgung der Erde und somit auf das
Wachstum der Pflanze auswirkt. Da nach dem Öffnen des Ventils das aus dem Tropfende des Quetschschlauchs
austretende Wasser zunächst von der Erde aufgenommen wird und dann einige Millimeter Wasser
im Untersetzer 12 aufgestaut werden, die von der Erde
anschließend bis zur Sättigung derselben aufgesaugt werden, spendet die Bewässerungsventileinrichtung 1
das Wasser genau in dem Maße, wie die Pflanze Wasser verbraucht hat.
Als Material für den Ventilkörper eignet sich
Kunststoff. Selbstverständlich kann die Konstruktion des Ventilkörpers von dem beschriebenen Ausführungsbeispiel abweichen. Beispielsweise kann der Quellkörper
ohne zentrale Bohrung ausgeführt sein, wobei der Ventilkörper mit Rippen ausgeführt ist, die den
verläuft, wird zunächst gewässert, so daß er seine ty Quellkörper von außen haltern, ohne ihn abzudecken.
maximale. Länge annimmt. Sodann wird der Quetschschlauch
4 an einen Wasserbehälter angeschlossen und die Gewindekappe 7 so weit auf- bzw. zugedreht, daß
gerade kein Wasser mehr aus dem Tropfende 4' des Quetschschlauchs tropft. Diese Einstellung ist optimal,
weil die Einrichtung so auf den geringsten Wasserbedarf anspricht.
Ein Beispiel für ein mit mehreren der beschriebenen
Bewässerungsventileinrichtungen 1 arbeitendes Bewässerungssystem ist in F i g. 4 gezeigt. Ein Wassergefäß 16
dient der Bewässerung dreier Topfpflanzen 17. Die Pflanzentöpfe 14 sind jeweils in einem eigenen
Untersetzer 12 untergebracht, wobei jeder Untersetzer 12 mit einer der beschriebenen Bewässerungsventileinrichtungen
1 bestückt ist, und zwar in der Weise, daß der Pflanzentopf 14 auf die auf den Boden des Untersetzers
12 aufgelegten Füße 13 des Ständers 10 aufgesetzt wird, so daß die Bewässerungsventileinrichtung 1 sicher
derart festgelegt ist, daß die Außenfläche des Quellkörpers
3 freiliegt und dessen unteres Ende einige Millimeter über dem Boden des Untersetzers 12 steht.
Während das freie kurze Tropfende 4' des Quetschschlauchs 4 in das Innere des Untersetzers 12 weist,
führt das andere Ende des Quetschschlauchs 4 direkt Anstatt auf einen Quetschschlauch kann der Quellkörper
auch auf ein Tellerventil einwirken, das der Ventilkörper oberhalb des Quellkörpers ausbildet. Als
Halteeinrichtung kann jedes Gebilde dienen, welches zwischen dem Untersetzerboden und der Unterseite des
Pflanzentopfs angeordnet oder am Untersetzerrand befestigt werden kann. Insbesondere kann es sich um
eine aus Flachmaterial bestehende Haltelasche handeln, die am unteren Ende des Ventilkörpers angespritzt und
entsprechend dem gewünschten Abstand B abgebogen ist, so daß sie zwischen Pflanzentopf und Untersetzer
fixierbar ist.
Das Wasser wird der Erde durch Öffnungen im Boden der Pflanzentöpfe 14 zugeführt. Im allgemeinen ist der
Abstand, zwischen Pflanzentopfboden und Untersetzer so gering, daß die Adhäsion des Wassers genügt, diesen
Spalt zu überbrücken und bis zur Erde zu gelangen. Bei größeren Zwischenräumen genügt es, etwas Erde
zwischen Pflanzentopfboden und Untersetzer zu geben, um den Kontakt zwischen dem Wasser und der Erde des
Pflanzentopfes herzustellen, oder den Abstand B größer
einzustellen als den Abstand zwischen dem Untersetzerboden und der Topferde.
Die Bewässerung setzt dann ein, wenn der QuellKör-
über den Zuleitungsschlauch 18 in das Wassergefäß 16 65 ? per der Bewässerungsventileinrichtung so weit getrock-
(F ig. 4 links) oder in einen Verteilerschlauch 19, der net ist, daß er sich verkürzt.
seinerseits in das Wassergefäß 16 hineinreicht (Fig.4 Aus dem Diagramm der Fig.5 der Bewässerung
rechts). einer Topf pflanze mit der beschriebenen Bewässerungen
ventileinrichtung ist das Verhältnis der Wassermenge
zur Bewässerungszeit bzw. die Zeitdauer der kapillaren Wasseraufnahme zu erkennen: Die Bewässerung
erstreckt sich hier auf etwa 1,5 Stunden und beträgt 130 cm3 Wasser. Die langsam einsetzende Bewässerung
wird zunächst vollkommen kapillar von der Topfpflanze aufgenommen. Nach etwa 80 Minuten ist jedoch die
Tropfmenge je Minute größer, als die Wassermenge, die von der Topfpflanze je Minute aufgesaugt werden kann,
d. h. nun beginnt sich Wasser im Untersetzer anzustauen. Nach weiteren 10 Minuten erreicht das Wasser den
unteren Rand des Quellkörpers, so daß dieser zu quellen beginnt und nach etwa einer Minute die Wasserzufuhr
beendet. Die im Untersetzer angestaute Wassermenge von 30 cm3 wird noch kapillar nach einer weiteren
halben Stunde aufgesaugt.
Aus dem Diagramm ist zu erkennen, daß die kapillare Wasseraufnahme einer Topfpflanze länger dauert als
die Bewässerungszeit beträgt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, im Untersetzer eine Wassermenge
anzustauen, die erst nach Abschluß der Wasserspende durch die Bewässerungsventileinrichtung aufgesaugt
wird. Die Wassermenge, die anzustauen ist, ist für große
ίο Töpfe größer als für kleine, weshalb die Bewässerungsventileinrichtung
in der Höhe verstellbar anzuordnen ist, da bei gegebenem Untersetzerdurchmesser sich die
anzustauende Wassermenge nur mit der Höhe des Wassers im Untersetzer regeln läßt.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Verwendung einer Bewässerungsventileinrichtung für Topfpflanzen, mit einem länglichen Quellkörper, der ein Ventil in Abhängigkeit von seinem Feuchtigkeitsgehalt steuert, unter dem Einfluß des durch das Ventil hindurchgetretenen Wassers steht und von einem Ventilkörper gehaltert ist, zur Begrenzung des Spiegels des durch das Ventil unmittelbar in den Untersetzer eingespeisten Wassers im Untersetzer.
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