DE2735139C2 - Verbrennungsofen für Abfälle - Google Patents
Verbrennungsofen für AbfälleInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Verbrennungsofen für Abfälle mit einem Schacht zur Aufnahme der
Abfälle, in den Frischluftzuführungen münden, mit einem im unteren Endbereich des Schachtes angeordneten Brennraum, mit den Schacht umschließenden
Ableitungen für die Rauchgase, mit zumindest einem im Boden des Brennraumes mitlig angeordneten Ablauf für
Schmelze und mit einer die Abfälle in einer Abfallsäule zum Brennraum führenden Leiteinrichtung, wobei die
Abfallsäule im Schacht vom unteren Rand der Leiteinrichtung ausgehend bis zum Ablauf für die
Schmelze im Boden des Brennraurnes in eine freie Schüttung auslauft, die den Brennraum seitlich begrenzt,
in den über die Leiteinrichtung Frischluftleitungen münden.
In der österreichischen Patentschrift 2 49 239 wird ein
Verbrennungsofen dieser Art beschrieben, bei dem das Abfallmaterial in einem Ringschacht getrocknet und
dem Brennraum zugeführt wird. Das Abfallrnaterial
wird im Brennraum innerhalb einer verhältnismäßig schmalen Gutschicht an der Oberfläche der Schüttung
unter Zufuhr von Brennstoff geschmolzen. Dies bringt jedoch Probleme insbesondere bei heterogenem Abfallmaterial mit sich, beispielsweise bei unterschiedlich
konzentriert im Abfall enthaltenen Kunststoffanteilen. Ein gleichmäßiges Abschmelzen des Abfallmaterials
läßt sich. bei heterogener Zusammensetzung nur schwierig erreichen.
Ein anderer Verbrennungsofen mit einem Schacht zur Aufnahme der Abfälle ist aus der britischen Patentschrift 13 65 126 bekannt Bei diesem Verbrennungsofen
ist die die Abfälle zum Brennraum führende Leiteinrichtung als Rostelement ausgebildet, durch das von unten
in die Abfallsäule Frischluft eingeleitet wird, die zusammen mit in der Abfallsäule gebildetem Abgas und
ίο zusammen mit weiterer in die Abfallsäule eingeleiteten
Frischluft nach oben durch die Abfallsäule gesaugt wird. Die am oberen Ende des Schachtes abströmenden Gase
werden gesonderten Einrichtungen zur Aufbereitung zugeleitet und erst dann zur Verbrennung der Abfälle
genutzt
Diese Ausbildung des bekannten Verbrennungsofens ermöglicht es jedoch nicht, die Verbrennung der Abfälle
so zu steuern, daß die im Abfallmaterial enthaltene Wärmeenergie zur Verbrennung von Abfällen üblicher
Zusammensetzung und zum Schmelzen der Schlacke hinreicht Vielmehr ist es bei der bekannten Einrichtung
erforderlich, zusätzlich in der Wandung des Brennraums angeordnete Brenner zu verwenden, durch die Fremdbrennstoff in den Brennraum eingeleitet wird, um so die
für das Schmelzen der Schlacke erforderliche Temperatur erreichen zu können.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Verbrennungsofen mit einem Brennraum zum Schmelzen des
Abfallmaterials zu schaffen, bei dem auch heterogen
zusammengesetztes Abfallmaterial mit einem Heizwert
von etwa 12 5üOkJ/kg unter Ausnutzung von beim
Trocknen, Vergasen und Entgasen des Abfallmaterials bildbaren Brenngasen im Brennraum ohne zusätzliche
Energiezufuhr in einfacher Weise gleichmäßig schmelz
bar ist. Der Verbrennungsvorgang soll leicht und dabei
sicher zu regeln sein.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird bei einem Verbrennungsofen der Eingangs bezeichneten Art gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die
Leiteinrichtung als im unteren Teil des Schachtes über dem Brennraum angeordneter, die Abfallsaule einschnürender Staukörper ausgebildet ist. daß zwischen dem
unteren Rand des Staukörpers und der Schachtinnenwand Öffnungen für den Durchgang der Abfälle
verbleiben, daß die Frischluftzuführungen oberhalb des Bereiches der öffnungen münden und daß der Schacht
oben gasdicht verschlossen ist. wobei das beim Trocknen, Entgasen und unter Zufuhr von Frischluft
beim Vergasen der Abfälle in der Abfallsäulc gebildete
Brenngas in den Brennraum nach unten abgezogen
wird.
Bei dem Verbrennungsofen gemäß der Erfindung werden die Abfälle im oberen Teil des zentralen
Schachtes zunächst unter Luftabschluß erhitzt, was eine
Trocknung und Entgasung der Abfälle und somit eine
thermische Zersetzung der Abfälle zur Folge hat. Dadurch, daß die Abgase nach unten abgezogen
werden, werden auch die bei der Trocknung und Entgasung gebildeten Schwelgase in Richtung des im
Schacht ansteigenden Temperaturgradienten weitergeleitet. Das hat zur Folge, daß die Schwelgäse in der
steigenden Hitze zu kurzkettigen Kohlenwasserstoffmolekülen aufgecrackt werden, die sodann im nachfolgenden Verbrennungsschritt leicht und vollständig —
6> ohne teerhaltige Rückstände zu hinterlassen —
verbrannt werden.
Durch die oberhalb des Bereiches der Öffnungen zwischen dem unteren Rand des .Staukörpers und der
Schachtinnenwand in den zentralen Schacht mündenden
Frischluftzuführungen wird den Abfällen Frischluft im unterstöchiometrischen Verhältnis zugeführt, wobei
gegebenenfalls — falls das Abfallmaterial nicht genügend Feuchtigkeit enthält oder ein besonders schwer
brennbares Abfallmaterial vorliegt — der Frischluft Wasserdampf oder Wasser zugegeben wird, um so die
zur Erzeugung von brennbaren Gasen erwünschte Wassergasreaktion herbeizuführen. Da die entstehenden
Gase dabei nach unten durch die öffnungen hindurch abgezogen werden, bildet sich im Bereich
zwischen den Frischluftzuführungen oberhalb der Öffnungen und der Leiteinrichtung ein Glutbett aus, in
dem sowohl der exotherme Prozeß der Verbrennung als auch — durch den exothermen Prozeß verstärkt — der
endotherme Prozeß der Entgasung, insbesondere aber der der Vergasung des Abfallmaterials, ablaufen.
Dadurch wird einerseits eine Volumenreduzierung und Versprödung des Abfallmaterials erzielt, was den
Durchgang des Materials durch die öffnungen am unteren Rand des Staukörpers erleichtert Andererseits
wird durch die im Glutbett ablaufenden Vcvgänge eine Verkokung des Abfallmaterials erzielt und das Material
somit in eine homogene Form überführt
Die brennenden Abgase treten, da sie nach unten abgezogen werden, durch das langsam nach unten
gelangende verkokte Abfallmaterial in den Brennraum unterhalb des Staukörpers ein und vermischen sich im
Brennraum mit der im nahstöchiometrischen Mengenverhältnis über Frischluftleitungen in der Leiteinrich- jo
tung in den Brennraum einströmenden Frischluft. Dabei werden insbesondere an der Oberfläche des dia
Schüttung bildenden Abfallmaterials, an der die brennbaren Gase mit der Frischluft in Kontakt treten.
Temperaturen im Bereich von etwa 15000C erzielt, die zum Schmelzen der nichtbrennbaren Verbrennungsrückstände führen. Die nach unten abfließende Schmelze
gelangt dabei durch die im Schachtboden befindliche öffnung in eine Brennkammer und von dieser durch den
Ablauf w einen für die Aufnahme der Schmelze vorgesehenen Behälter.
Zur Nachverbrennung der in die Brennkammer durch die im Schachtboden befindliche Öffnung gelangenden
Abgase wird im Bereich dieser Öffnung Frischluft in die Brennkammer eingeleitet, wobei außer der Nachverbrennung
der Gase zugleich -fine Abkühlung der Rauchgase erzielt wird.
Für den Fall, daß schwerverbrennbare Abfälle verbrannt werden sollen, kann es von Vorteil sein, die
Frischluftzuführungen zusätzlich an eine Brenngaszufuhr
anzuschließen, um zur besseren Steuerung des Verbremungsvorganger zusätzlich zu der Möglichkeit,
die Menge der im unterstöchiometrischen und der im nahstöchiometrischen Mengenverhältnis zugegebenen
Frischluft zu verandern, Brenngas einzuspeisen.
Eine vorteilhafte V/eiterausgestaltung des Verbrennungsofens
gemäß der Erfindung besteht darin, daß der Staukörper als ein auf einer Achse gelagertes und um
die Achse schwenkbares Element ausgebildet ist. Durch die Bewegung des Elementes ist es möglich, auf das im
Bereich des GiutbettOs befindliche vefsprödete Abfällmaterial
einzuwirken und eine Zerkleinerung dieses Materials zu erreichen, so daß die Ausbildung einer den
Brennraum umschließenden lückenlosen Schüttung gewährleistet ist. b5
Ausführangsbeispiele des Verbrennungsofens gemäß der Erfindung sind ;n der Zeichnung schematisch
dargestellt und werden im folgenden näher erläutert. Es
F i g. 1 einen Verbrennungsofen für Abfälle in RundbbUweise,
Fig.2 einen Verbrennungsofen für Abfälle in Rechteckbauweise,
Fig.3 einen Querschnitt durch den Verbrennungsofen
gemäß F i g. 2 längs der Linie A/B.
Wie aus F i g. 1 ersichtlich ist, ist zur Aufnahme der
Abfälle ein zylinderförmiger zentraler Schacht 1 vorgesehen, dessen unterer Teil aus einer konisch
ausgebildeten Ofenmuffel besteht, an deren tiefster Stelle eine zentrale öffnung 2 vorgesehen ist. Die
Ofenmuffel, an die sich eine Brennkammer 3 nach unten anschließt, ist auf mehreren Stützen 4 gelagert, von
denen in der F i g. 1 jedoch nur eine dargestellt ist. Die
Brennkammer 3 steht mit Ableitungen 5 für die Rauchgase in Verbindung, die als ringförmige Kammer,
den zentralen Schacht umschließend, ausgebildet sind.
In den Schacht 1 ragt von oben ein zentral geführtes
Rohr 6 hinein, das sich in seinem unteren Ende zu einem konischen Teil 7 erweitert Dieses Teil 7 dient zum
Stauen des im oberen und mittleren Veil des zentralen Schachtes befindlichen Abfallmaterials und wird als
Staukörper bezeichnet Der Staukörper schnürt die Abfallsäule ein. Infolge der Rundbauweise des Verbrennungsofens
ist dabei die zwischen dem Staukörper 7 und der Schachtinnenwand verbleibende öffnung 8 als
ringförmige öffnung ausgebildet. Von dieser öffnung aus läuft das Abfallmaterial in einer nach innen
gerichteten Schüttung aus, die einen Brennraum 9 seitlich umschließt. Im Staukörper 7 ist ein Kegel 10 so
angebracht, daß er mit dem Staukörper 7 an dessen unteren Ende öffnungen zur Zufuhr von Frischluft
bildet, die durch das als Frischluftleitung dienende Rohr 6 in den Brennraum 9 einführbar ist. Zur Zufuhr von
Frischluft in die AbfaKsäule oberhalb des Bereichs der ringförmigen Öffnung 8 sind Frischluftzuführungen 11
entlang der Schachtinnenwand sowie eine das Rohr 6 koaxial umschließende Frischluftzuführung 12 vorgesehen.
Die Frischluftzuführungen 11 und 12 sind — wie in der Zeichnung jedoch nicht dargestellt ist — an eine
externe Brenngaszuführung oder auch an eine wasserdampfzuführende Leitung anschließbar. Die Frischluftzuführung
12 isl ferner um ihre Rohrachse als Drehachse rotierbar gelagert und mittels eines Antriebs
13 drehbar. Die Frischluftzuführung 12 dient zugleich als Teil der Leiteinrichtung für die zum Brennraum 9 zu
führenden Abfälle. An ihr sind in den Schacht reichende stabförmige Teile 14 angebracht, die beim Drehen der
Frischluftzuführung 12 das in der Abfallsäule befindliche Material in Bewegung versetzen und dabei umschichten.
Während des Betriebes des Verbrennungsofens wird Abfallmaterial über eine Beschickungsbox 15 in den
zentralen Schacht etwa bis zu einer Höhe, die der in der Zeichnung angegebenen Markierung entspricht eingefüllt.
Im oberen und mittleren Teil des Schachtes 1 werden die Abfälle durch die von den Ableitungen 5 aus
den Rauchgasen in die Abfallsäule eindringende Wärme getrocknet und entgast. Nach Zufuhr von Frischluft
durch die Frischluftzuführungen 11 und 12 findet in dem
Bereich direkt oberhalb des Staukörper 7 eine Volumenverminderung des Abfallmaterials durch Ver
gasung und eine Zerkleinerung infolge von Versprödung des Materials statt. Im Brennraum 9, in dem eine
Temperatur im Pereich von etwa 15000C erzielt wird,
verbrennt das Abfallmaterial endgültig und die nichtbrennbaren Rückstände werden geschmolzen. Die aus
der Öffnung 2 im Boden des Schachtes in die
Brennkammer 3 austretenden Gase werden nachverbrannt, wobei weitere Frischluft über eine in der Stütze
4 und der Ofenmuffel verlaufende Leitung 16 zugeführt wird. Während die Schmelze durch die öffnung 2 und
einen Ablauf 17 im Boden der Brennkammer 3 in einen Behälter 18 gelangt, strömen die Rauchgase durch die
Ableitungen 5 über Filter 19 zur Abgasleitung 20, wobei
in den Rauchgasen schwebend mitgeführte Feststoffanteile an den Filtern abgelagert und hier durch den in den
heißen Gasen noch vorhandenen Sauerstoff ausgebrannt werden. Die Filter können daher beispielsweise
aus Keramik-Lochplatten mit in Richtung der ankommenden Abgase angeordneten Matten aus keramischen
Fasern bestehen.
In F i g. 2 ist eine Variante des Verbrennungsofens gemäß der Erfindung dargestellt. Diese Variante
unterscheidet sich — abgesehen von der rechteckigen Grundform — von der in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsform des Verbrennungsofens in erster Linie darin, daß der Staukörper als ein die Abfallsäule zu zwei
sich gegenüberstehenden Schachtinnenwänden hin einschnürendes Element 21 ausgebildet ist. Dieses
Element 21 ist — wie aus Fig. 3 ersichtlich ist — um
eine Achse 22 um etwa 15" schwenkbar gelagert und weist senkrecht zur Achse 22 einen dreieckig geformten
Querschnitt auf. Durch eine Bewegung des Elements 21 wird ein hinreichender Zufluß von Abfallmaterial zur
Schüttung gewährleistet. Für die Zufuhr von Frischluft in den Brennraum 9 sind über die Achse 22 in dem
ίο Element geführte Leitungen 23 vorgesehen.
Da es sich bei dem Verbrennungsofen gemäß der Erfindung um eine Kompakteinrichtung handelt, der
nichtbrennbare Rückstand als geschmolzene Asche und somit sehr auslaugbeständig vorliegt und die in den
Ii Rauchgasen mitgeführten Schwebeteilchen durch Filter
zurückgehalten werden, ist der Verbrennungsofen nicht
nur für normalen Müll oder für klinische Abfälle, sondern auch für radioaktiv verseuchte Materialien
einsetzbar.
Hierzu 3 Bhitt /cicluiunecn
Claims (3)
1. Verbrennungsofen für Abfälle, mit einem Schacht zur Aufnahme der Abfälle, in den Frischluftzuführungen münden, mit einem im unteren
Endbereich des Schachtes angeordneten Brennraum, mit den Schacht umschließenden Ableitungen
für die Rauchgase, mit zumindest einem im Boden des Brennraumes mittig angeordneten Ablauf für
Schmelze und mit einer die Abfälle in einer Abfallsäule zum Brennraum führenden Leiteinrichtung, wobei die Abfallsäule im Schacht vom unteren
Rand der Leiteinrichtung ausgehend bis zum Ablauf für die Schmelze im Boden des Brennraumes in eine
freie Schüttung ausläuft, die den Brennraum seitlich begrenzt, in den über die Leiteinrichtung Frischluftleitungen münden, dadurch gekennzeichnet, daß die Leiteinrichtung als im unteren Teil des
Schachtes (1) über dem Brennraum (9) angeordneter, die Ab/ivÜsäule einschnürender Staukörper (7)
ausgebildet ist. daß zwischen dem unteren Rand des Staukörpers (7) und der Schachtinnenwand öffnungen (8) für den Durchgang der Abfälle verbleiben,
daß die Frischluftzuführungen (11, 12) oberhalb des Bereiches der Öffnungen (8) münden und daß der
Schacht (1) oben gasdicht verschlossen ist, wobei das beim Trocknen, Entgasen und unter Zufuhr von
Frischluft beim Vergasen der Abfälle in der Abfallsäule gebildeten Brenngas in den Brennraum
(9) nach unten abgezogen wird.
2. Verbrennungsofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Frischluftzuführungen (11,
12) zusätzlich an eine Bren.igaszufuhr anschließbar sind.
3. Verbrennungsofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Staukörper (9) als
ein auf einer Achse (22) gelagertes und um die Achse (22) schwenkbares Element (21) ausgebildet ist
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