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DE2532875C3 - Verfahren und Vorrichtung zum tiegellosen Granulieren von Metallen und Metallegierungen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum tiegellosen Granulieren von Metallen und Metallegierungen

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DE2532875C3
DE2532875C3 DE19752532875 DE2532875A DE2532875C3 DE 2532875 C3 DE2532875 C3 DE 2532875C3 DE 19752532875 DE19752532875 DE 19752532875 DE 2532875 A DE2532875 A DE 2532875A DE 2532875 C3 DE2532875 C3 DE 2532875C3
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DE
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electrode
self
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consuming electrode
rotating
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DE19752532875
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English (en)
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DE2532875B2 (de
DE2532875A1 (de
Inventor
Dietrich Dipl.-Ing. Dr. 6233 Kelkheim Merz
Walter Dipl.-Ing. Dr. Ruckdeschel
Heinrich Dr. Winter
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Battelle Institut eV
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Battelle Institut eV
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Publication date
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Publication of DE2532875A1 publication Critical patent/DE2532875A1/de
Publication of DE2532875B2 publication Critical patent/DE2532875B2/de
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    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22FWORKING METALLIC POWDER; MANUFACTURE OF ARTICLES FROM METALLIC POWDER; MAKING METALLIC POWDER; APPARATUS OR DEVICES SPECIALLY ADAPTED FOR METALLIC POWDER
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    • B22F9/02Making metallic powder or suspensions thereof using physical processes
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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    • B22F2999/00Aspects linked to processes or compositions used in powder metallurgy

Landscapes

  • Manufacture Of Metal Powder And Suspensions Thereof (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)

Description

■\o Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und auf entsprechende Vorrichtungen /um ;iegellosen Granulieren von Metallen und Legierungen durch Abschleudern von Schmelzentröpfchen von einer selbstverzehrenden Elektrode in einem Lichtbogen. Einige besonders vorteilhafte Anwendungsmöglichkeiten dieses Verfahrens sind ebenfalls genannt.
Die Eigenschaften konventionell hergestellter Legierungen lassen sich oft verbessern, wenn man ihre Schmelzen verdüst oder versprüht und die extrem rasch
to erstarrten Teilchen im Anschluß daran durch Kompaktieren, Sintern, Walzen oder Strangpressen zu Fertigprodukten oder Halbzeug weiterverarbeitet. Das Gefüge der rasch aus der Schmelze erstarrten Teilchen weist keine groben Primärausscheidungen auf; oft
4S erscheint es trotz hoher Legierungsanteile lichtoptisch homogen. Dies kann auf eine metastabile Erweiterung des Mischkristallbereiches und auf das Unterdrücken von Gleichgewichtsphasen zurückgeführt werden. In derartigen Legierungen lassen sich nach einer Wärmebehandlung diese Phasen in feinster Verteilung zur Ausscheidung bringen; dies ist oft mit einer Verbesserung mechanischer Eigenschaften, insbesondere bei höheren Temperaturen verbunden (Dispersionshärtung). Gegenüber den auf herkömmlichem Wege
5s hergestellten Legierungen zeigt sich eine beachtliche Erhöhung der Plastizität, der bruchmechanischen Kennwerte und sehr oft auch der Korrosionsbeständigkeit.
In zunehmendem Maße werden durch Verdüsen oder
<io Versprühungen Legierungen hergestellt, die sich auf konventionellem Wege nicht erzeugen lassen. So kann man Legierungen mit einer Mischungslücke im flüssigen Zustand mit einer homogenen Verteilung der Phasen herstellen, indem man diese bei Temperaturen oberhalb
'■> der Mischungslücke verdüst oder versprüht. Aufgrund der raschen Erstarrung kommt es dann nicht mehr zu einer Entmischung.
Eine große Zahl von Metallen oder Legierungen
lassen sich allerdings nur unter Schwierigkeiten oder gar nicht verdüsen oder versprühen, da durch die hohe Temperatur und die Agressivität ihrer Schmelzen die bekannten Tiegel- und Düsenwerkstoffe zerstört und dabei die Schmelzen selbst kontaminiert würden.
Legierungen, z. B. solche auf der Basis von Titan, Zirkonium, Hafnium, Vanadium, Niob.Tantal, Molybdän oder Wolfram müssen daher tiegelfrei granuliert werden. Dies gelang zum ersten Mal S. A b k ο w i t ζ (Metal Progress, April 1966, S. 62—65). Er arbeitete in einem Vakuum-Lichtbogenofen mit einer rotierenden selbstverzehrenden Elektrode, von der durch Zentrifugalkraft Schmelzentröpfchen abgeschleudert werden, die im freien Flug rasch erstarren. Dieses REP-Verfahren (Rotating Elektrode Process) hat jedoch eine Reihe von Nachteilen. Da bei diesem Verfahren die selbstverzehrende Elektrode mit hoher Geschwindigkeit rotieren muß, läßt sich keine kontinuierliche Zuführung der Elektrode verwirklichen. Nach dem Abschmelzen der Elektrode muß daher jedesmal die Apparatur mit Luft geflutet werden, um einen Elektrodenwechsel vornehmen zu können. Anschließend muß dann wieder mit Schutzgas gespült und die Apparatur evakuiert werden. Dieses bekannte Verfahren ist außerdem unwirtschaftlich, weil sich wegen des diskontinuierlichen Betriebes in entsprechenden Antigen grundsätzlich nur ein relativ kleiner Durchsatz erzielen läßt. Ferner bereitet die Herstellung der für dieses Verfahren erforc jrlichen Elektrode, nämlich einer über dem Querschnitt homogenen, selbstverzehrenden Elektrode aus im geschmolzenen Zustand nicht mischbaren Bestandteilen oder aus hochschmelzenden Metallen Schwierigkeiten.
Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die vorgenannten Schwierigkeiten zu überwinden und ein kontinuierliches Verfahren zum tiegellosen Granulieren von Metallen und Legierungen zu entwickeln. Auf diese Weise sollte vor allem die Wirtschaftlichkeit des gesamten Herstellungsvorganges erheblich erhöht werden.
Es hat sich nun gezeigt, daß sich diese Aufgabe mit dem im Anspruch 1 beschriebenen Verfahren in überraschend einfacher Weise lösen läßt. Erfindungsgemäß wird also bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch ein erheblicher technischer Fortschritt erreicht, daß auf das im Lichtbogen aufgeschmolzene Material mit Hilfe eines magnetischen Drehfeldes eine von der Elektrode weg gerichtete, das Abschleudern von Teilchen herbeiführende oder unterstützende Kraft ausgeübt wird. Dadurch wird die Verwendung einer feststehenden selbstverzehrenden Elektrode — anstelle der schnell rotierenden Elektrode nach dem erläuterten REP-Verfahren — ermöglicht, was eine Reihe von sehr wichtigen, im folgenden noch näher erläuterten Vorzügen zur Folge hat.
Einige vorteilhafte Ausführungsarten des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den Unteransprüchen 2 bis 9 geschildert.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich die Vorrichtungen verwenden, deren Besonderheiten in den Ansprüchen 10 bis 13 genannt sind.
Schließlich wird in den Ansprüchen 14 bis 18 noch auf einige erfolgreiche Verwendungsmöglichkeiten des Verfahrens und der Vorrichtung nach der Erfindung hingewiesen.
Weitere Merkmale, Vorteile und Anwesidungsmöglichkeiten der Erfindung können aus den folgenden Erläuterungen weiterer Einzelheiten sowie aus der
nachstehenden Beschreibung an Hand der Abbildungen von Vorrichtungen zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens entnommen werden.
An die erfindungsgemäß verwendbare selbstverzehrende Elektrode, die feststeht, richtiger gesagt: nicht rotiert, jedoch kontinuierlich in axialer Richtung nachgeführt wird, werden nur geringe mechanische Anforderungen im Vergleich zu einer rotierenden Elektrode gestellt. Die Elektrode kann z. B. aus einem biegsamen Zylinder oder Draht bestehen, der sich kontinuierlich in die evakuierte Kammer des Vakuum-Lichtbogenofens einführen läßt. Somit sind die Voraussetzungen für die Verwirklichung eines kontinuierlichen, wirtschaftlichen Granulierverfahrens gegeben.
Selbstverzehrende Elektroden aus nicht in der Schmelze mischbaren Legierungsbestandteilen lassen sich erfindungsgemäß durch Füllen eines Rohres aus der einen Komponente, oder einer gutverformbaren Vorlegierung, mit einem Pulver aus der oder den anderen Komponenten oder durch Verdrillen von Drähten der einen Komponente mit Drähten der anderen Komponente herstellen. Derartig aufgebaute Elektroden wären für das zuvor erläuterte bekannte REP-Verfahren nicht geeignet, weil ihre mechanische Stabilität und Massenverteilung, wenn diese Elektroden in schnelle Rotation versetzt würden, Unwuchten zur Folge hätten, die zum Schlagen der Elektrode und zum Umknicken führen müßten.
Erfindungsgemäß wird nun das Abschleudern der Schmelzenteilchen von einer nichtrotierenden selbstverzehrenden Elektrode mit Hilfe eines magnetischen Drehfeldes und/oder mit Hilfe von Lichtbogenkräften herbeigelührt, die die Wirkung eines magnetischen Drehfeldes besitzen.
Das Drehfeld wird beispielsweise durch drei mit Dreiphasenstrom gespeiste Elektromagnete erzeugt, die in einem Winkel von 120° zueinander angeordnet sind. Der magnetische Vektor des Drehfeldes läuft bei Verwendung von Wechselstrom mit der Frequenz von 50 Hz 50mal in der Sekunde um. Er überlagert sich mit dem Vektor des elektrischen Stromes, der seine Fortsetzung im Lichtbogen findet. Der daraus resultierende Kraftvektor läuft mit der gleichen Drehzahl um die Achse der selbstverzehrenden Elektrode um. Diese Kräfte und die dadurch entstehenden Fliehkräfte reißen Schmelzentröpfchen von der Spitze der selbstvcrzehrenden Elektrode und schleudern sie in den umgebenden evakuierten Behälter ab. Bei der Verwendung von zusammengesetzten Elektroden aus in der Schmelze nicht mischbaren Komponenten reicht bei richtiger Einstellung die Bogentemperatur aus, um die abgeschleuderten Schmelzenteilchen über die Mischungslükke in den Bereich der völligen gegenseitigen Löslichkeit zu erhitzen.
Es stellte sich heraus, daß sich auch dann ein magnetisches Drehfeld herausbildete bzw. die Wirkung eines magnetischen Drehfeldes eintrat, wenn mit sehr hohen Stromdichten im Lichtbogen gearbeitet wurde, d. h. bei hohen Stromstärken bezogen auf den Querschnitt der selbstverzehrenden Elektroden und kleinen effektiven Querschnitten dieser Elektrode von z. B. weniger als 30 mm2. Auch ohne Überlagerung mit einem magnetischen Drehfeld ergab sich dabei ein Abschleudern von Schmelzentröpfchen allein auf Grund der im Lichtbogen auftretenden Kräfte. Bei Strahldraht mit einem Durchmesser von 1,2 mm tritt dieser Effekt unter dem Schutzgas CO2 bei spezifischen Stromstärken von mehr als 300 A/mm2 auf. Die erforderliche
Stromstärke hängt dabei außer vom Drahtdurchmesser vom Werkstoff und von dem verwendeten Schutzgas ab.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eröffnet sich die Möglichkeit, in wirtschaftlicher Weise z. B. Aluminium-Blci-Legicrungen mit bis zu 35 Gew.-% Blei herzustellen, das in feinster Verteilung in der Aluminiuminalrix eingelagert ist.
Dieser Werkstoff ist zur Herstellung von Gleitlagern von Bedeutung. Die dazu erforderliche selbstvcrzehrende Elektrode kann aus einem Aluminiumrohr mit einer κ, Bleiseele bestehen, eine Kombination, die durch Einmanteln eines Bleidrahtes in einen Aluminiumstreifen kontinuierlich hergestellt und der Anlage zugeführt werden kann. Auch eine stranggepreßte Mischung aus Aluminiumgranulat und Bleigranulat oder ein Bündel is aus Drähien und Blei kann Verwendung finden.
Zur Herstellung von supraleitenden Legierungen — z. B. von Legierungen auf der Basis von Kupfer — müssen 5 bis 20 Gew.-% Vanadium oder Niob im Kupfer in Lösung gebracht werden; die Temperatur der Mischungslücke in den Systemen Cu-V und Cu-Nb reicht bis weit über 20000C. Bei den im Lichtbogen herrschenden Temperaturen von über 30000C gehen diese Legierungsbestandteile in der Kupferschmelze in Lösung und bleiben aufgrund der raschen Erstarrung 2s der abgeschleuderten Schmelzentröpfchen in gleichmäßiger und feinster Verteilung in dem resultierenden Granulat verteilt. Dam.l lassen sich supraleitende Legierungen auf der Basis von Kupfer herstellen, die insbesondere nach Zusätzen von Al, Si, Ga. Ge oder Sn Sprungtemperaturen im Bereich der Temperatur des flüssigen Wasserstoffes und kritische magnetische Feldstärken H,-2 im Megagaußbereich erreichen.
In vielen Fällen reicht die Erstarrungsgeschwindigkeit der von der selbstverzehrenden Elektrode in den umgebenden evakuierten Behälter abgeschleuderten Schmelzenteilchen zur Erzielung eines metastabil erweiterten Mischkristallbereiehes noch nicht aus. Zu diesem Zweck werden in den umgebenden evakuierten Behälter wassergekühlte Kupferplatten angeordnet, die senkrecht und konzentrisch um die Achse der selbstverzehrenden Elektrode angeordnet sein können und einen kleinen Wimkel mit den auftreffenden Schmelzenteilchen bilden; diese ziehen sich auf den wassergekühlten Kupferplatten zu äußerst rasch erslarrenden »splat foils« oder »Sprühfolien« auseinander. Die Herstellung derartiger Sprühfolien aus refraktären Metallen und Legierungen war daher bisher noch nicht möglich.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gelang die Herstellung von duktilen Chromlegierungen. Bisher zeigte nur hochreines und teures Jodidchrom bei Raumtemperatur eine gute Duktilität. Legierungen auf der Basis technischer Chromqualitäten — es wird dafür zumeist Elektrolytchrom eingesetzt — weisen jedoch durchweg eine Übergangstemperatur duktil-spröde auf, die oberhalb von etwa 700° C liegt Wird eine derartige Legierung, 2. B. mit der folgenden Zusammensetzung (in Gewichtsprozent):
Cr - 30% Fe - 1,8% HfN - 0.2% Ce
60
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu Granulat verarbeitet, kompakliert, in Eisenblech eingemantelt und nach dem Evakuieren des Mantels stranggepreßt, so ist das resultierende Halbzeug auch bei Raumtemperatür duktil. Vorteilhafterweise erfolgt in diesem Fall die Herstellung der selbstverzehrenden Elektrode durch Füllen eines Eisenrohres mit den Legierungsbestandteilen Elcktrolytchrom und den weiteren Zusätzen. Beim Granulieren nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ergibt sich dann eine ausgezeichnete Vermischung der Legierungsbestand teile.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es ferner möglich. Supcrlcgierungcn auf der Basis von Nickel oder Kobalt mit verbesserter Duktilität und höherer Warmfestigkeit herzustellen. Dies wiederum erlaubt die Erhöhung von Legierungsbestandteilen, die für eine gute Zeitstandsgestigkeit unentbehrlich sind, aber die Duktilität beeinträchtigen. So können ohne Einschränkung der Duktilität die Anteile an Wolfram nahezu verdoppelt werden. Auch hier bietet sich die direkte Erschmelzung der Legierung aus den Komponenten durch Verwendung von gefüllten Nickel- oder Kobaltrohren als sclbstvcrzehrende Elektrode an.
Von Bedeutung ist das erfindungsgemäßc Verfahren für die Pulvermetallurgie des Titans und seiner Legierungen. Ein völlig gleichmäßiges Titanpulver aus blättchenförmigen Granulat war bisher kaum herstellbar. Gerade diese Granulatform eignet sich zum Verpresscn und Sintern, da mit relativ niedrigen Drucken ein dichter Formkörper herstellbar ist. Besondere Schwierigkeiten bereitete bisher die Herstellung von Granulaten aus hochniobhaltigen Titanlegicrungen und Hochaluminiumhaitigen Titanlegierungen. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich dahingegen in einfacher Weise große Mengen dieser Granulate sowohl in Kugelform als auch in Form von Blättchen herstellen. Das aus diesen Granulaten erzeugte Halbzeug weist eine Reihe von Vorteilen gegenüber den in der herkömmlichen Weise hergestellten Titanlcgierungen auf. So wurden zur Herstellung der bei Raumtemperatur spröden Legierungen (in Gewichts-%)
Ti - 17,5Nb- 15% Al
und Ti-7,5 Nb-30% Al
zunächst Drähte aus Titan, Niob und Aluminium zu einer selbstverzehrenden Elektrode verdrillt, anschließend nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu Granulat verarbeitet und danach eingemantelt, evakuiert und stranggepreßt. Das Halbzeug der ersten Legierung wies dann nach Raumtemperatur eine Dehnung von 9% auf, während mit bekannten Verfahren hergestelltes Material eine Dehnung von weniger als 0,5% besitzt. Das Halbzeug der zweiten Legierung, die normalerweise völlig spröde ist, zeigte bei Raumtemperatur eine Dehnung von 3%. Derartige Legierungen auf der Basis von Titan können bis zu Temperaturen von 800 bzw. 11000C an Luft eingesetzt werden und weisen eine Zeitstandsfestigkeit und Heißgaskorrosionsbeständigkeit auf, die der bekanntet Superlegierungen auf der Basis von Nickel oder Kobalt gleichkommt; dahingegen ist das spezifische Gewicht dieser Legierungen etwa nur halb so groß wie das dei Superlegierungen. Sie eignen sich daher besonders zurr Einsatz als Turbinenschaufeln.
In den Abbildungen zeigt in schematischer Vereinfachung
Fig. 1 in Seitenansicht und Schnittdarstellung der prinzipiellen Aufba» einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
F i g. 2 in der Aufsicht bzw. im Schnitt senkrecht zi der Elektrodenachse die Anordnung der Kühlbleche und
F i g. 3 in vergrößerter Teildarstellung den abschmel
zenden Teil der Elektrode beim Arbeiten mit sehr hohen Stromstärken bezogen auf den Querschnitt der Elektrode.
Nach der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die selbstverzehrende Elektrode 2 auf einer Rolle 1 aufgewickelt und wird kontinuierlich über eine elektronisch gesteuerte Vorschubeinrichtung 3 durch Dichtungen 4 in das Innere des evakuierten Behälters 10 eingeführt. Die Abdichtung erfolgt dabei nach dem Prinzip der Kaskadendichtung. Der Strang der selbstverzehrenden Elektrode 2 durchläuft drei aufeinanderfolgende Kammern 5, die getrennt evakuiert werden.
Die Magneten 8 zur Erzeugung des magnetischen Drehfeldes sind in dem dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung außerhalb des Behälters 10 angeordnet. Die Wandung dieses Behälters 9 ist hier wassergekühlt.
Die selbstverzehrende Elektrode ist zusätzlich durch eine ringförmige Halterung 7 geführt, bevor sie in den Bereich des Lichtbogens 11 eintritt, der durch das Magnetfeld auseinandergezogen wird.
Die Gegenelektrode wurde nach F i g. 1 in Form eines feststehenden, tassenförmigen Körpers 12 ausgebildet, der aus Kupfer besteht, wassergekühlt ist, und über einen ringförmigen Rand 13 aus Wolfram verfügt. Die abgeschleuderten Schmelzentröpfchen 14, deren Bahn mit 14' symbolisiert ist, treffen unter einem kleinen Winkel auf wassergekühlte Kupferplatten 15 auf und fallen als Sprühfolien in den unteren, abnehmbaren Teil 16 des Behälters 10.
Die relative Lage der zuvor erläuterten Kühlbleche 15 zu der Flugbahn 14' der Schmelzentröpfchen 14 und zu der Achse der Elektrode 2 ist aus F i g. 2 ersichtlich.
Bei den Arbeiten mit sehr hohen Stromstärken pro Querschnittseinheit biegt sich, wie Fig. 3 zeigt, das stark aufgeheizte Ende der selbstverzehrenden Elektrode 17 seitlich aus und läuft etwa um 100- bis lOOOmal pro Sekunde um; es werden dabei feinste Schmelzentröpfchen 19 abgeschleudert.
Mit dieser zuletzt beschriebenen Ausführungsart der Erfindung läßt sich ein beträchtlicher Durchsatz in der Größenordnung von 100 kg/h erzielen, da die Fördergeschwindigkeit der Elektrode 17 in die Anlage bis auf Werte in der Größenordnung von etwa 1 m/s gesteigert werden kann. Mit dieser Verfahrensweise lassen sich Granulatteilchen mit einem mittleren Durchmesser bis zu wenigen μίτι herstellen; dies ließ sich mit den bisher bekannten Granulierverfahren nicht realisieren.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen

Claims (18)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum tiegellosen Granulieren von Metallen und Legierungen durch Abschleudern von Schmelzentröpfchen von einer selbstverzehrenden Elektrode in einem Lichtbogen, dadurch gekennzeichnet, daß aul das im Lichtbogen (11, 18) aufgeschmolzene Material mit Hilfe eines magnetischen Drehfeldes eine von der Elektrode (2, 17) weg gerichtete, das Abschleudern von Teilchen (14, 19) herbeiführende oder unterstützende Kraft ausgeübt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das magnetische Drehfeld mil Hilfe von konzentrisch um die Elektrode angeordneten Elektromagneten (8) erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das magnetische Drehfeld mit Hilfe von drei um jeweils 120° versetzt angeordnete Elektromagnete (8) erzeugt wird, die mit dreiphasigem Wechselstrom gespeist werden, wobei ein mit der Frequenz des Wechselstromes umlaufendes Drehfeld entsteht.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch Einstellen hoher Strcmdichten im Lichtbogen (18) das magnetische Drehfeld erzeugt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Stromdichten über etwa 200 A/mm-' eingestellt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1—5, dadurch gekennzeichnet, daß die selbstverzehrende Elektrode (2,17) kontinuierlich nachgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 —6, dadurch gekennzeichnet, daß als selbstverzehrende Elektrode (2, 17) ein Rohr verwendet wird, das mit den Legierungsbestandteilen gefüllt ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1—1>, dadurch gekennzeichnet, daß als selbslvnrzehrende Elektrode (2, 17) ein Bündel von Drähten aus den Bestandteilen der Legierung verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1—b, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung der selbstverzehrenden Elektrode (2, 17) die einzelnen Legierungsbestandteile in Pulverform vermischt und danach gepreßt werden.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 —9, dadurch gekennzeichnet, daß um die selbstverzehrende Elektrode (2, 17) Kuhlplatten (15), z. B. wassergekühlte Kupferbleche, angeordnet sind, auf denen die abgeschleuderten Schmelzentröpfchen (14,19) unter einem kleinen Winkel auftreffen.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlflächen (15) konzentrisch zu der selbstverzehrenden Elektrode (2, 17) angeordnet sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenelektrode in Form eines feststehenden, wassergekühlten, tassenförmigen Körpers (12) aus Kupfer ausgebildet ist und einen oberen Rand (13) aus Wolfram besitzt.
13. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1—3, dadurch gekennzeichnet, daß diese einen evakuierten Behälter (10) aufweist, in dem das Aufschmelzen, Abschleudern und Erstarren der Teilchen erfolgt, sowie daß die das
magnetische Drehfeld erzeugenden Magnete (8) außerhalb dieses Behälters (10) angeordnet sind.
14. Verwendung des Verfahrens oder der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 — 13 zur Herstellung von Granulaten einer Aluminiumlegierung mit bis zu 35 Gew.-% Blei.
15. Verwendung des Verfahrens oder der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 — 13 zur Herstellung von Granulaten supraleitender Legierungen auf der Basis von Kupfer mit Anteilen von bis zu 25 Gew.-% Vanadium oder Niob und Zusätzen von Aluminium, Silizium. Gallium, Germanium oder Zinn.
16. Verwendung des Verfahrens oder der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 — 13 zur Herstellung von Granulaten duktiler Legierungen auf der Basis von Chrom.
17. Verwendung des Verfahrens oder der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 — 13 zur Herstellung von Granulaten von Superlegierungcn auf der Basis von Nickel oder Kobalt.
18. Verwendung des Verfahrens oder der Vorrichtung nach einem dei Ansprüche 1 — 13 zur Herstellung von Granulaten aus Titan oder Tiianlegierungcn.
DE19752532875 1975-07-23 1975-07-23 Verfahren und Vorrichtung zum tiegellosen Granulieren von Metallen und Metallegierungen Expired DE2532875C3 (de)

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