DE2351947C3 - Verfahren zur Herstellung von tetrachlorierten Phthalsäuredinitrilen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von tetrachlorierten PhthalsäuredinitrilenInfo
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Description
a) mindestens 90%, aber weniger als das gesamte gasförmige Chlor am unteren Ende der Wirbelschicht
zur Aufwirbelung der Aktivkohleteilchen einleitet und
b) das Phthalsäuredinitril in geschmolzenem Zustand mit dem Rest des gasförmigen Chlors zerstäubt
und in die Wirbelschicht an einer Stelle einleitet die Ober der Chloreinleitungssielle
Hegt
to
20
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von tetrachlorierten Phthalsäuredinitrilen, bei
dem das entsprechende Phthalsäuredinitril verflüssigt und in einen Reaktor mit einer Wirbelschicht aus aktivierten
Kohleteilchen eingeführt wird, wo es mit gasförmigem Chlor vermischt wird und damit reagiert Das
entstehende chlorierte Phthalsäuredinitril wird dann allgemein mit CCI« desublimiert und gewonnen. Das zurückbleibende
Gas wird dann aufgearbeitet und Salzsäure wird gewonnen und nichtumgesetztes Chlor wird
recyclisiert Nach dem erfindungsgcmäßen Verfahren
kann man beispielsweise !^phthalsäuredinitril zu Tctrachlorphthalsäuredinitril
chlorieren.
Die verschiedenen tetrachlorierten Phthalsäuredinitrile
besitzen wegen ihrer biologischen Aktivität große Bedeutung, wie es beispielsweise in der US-Patentschrift
32 90 353 beschrieben ist Zusätzlich zu den in dieser Patentschrift beschriebenen Verfahren werden
solche Materialien typischerweise durch Dampfphasenreaktion von einem der isomeren Phthalsäuredinitrile
mit Cl2 in Anwesenheit einer Katalysatorschicht hergestellt,
wie es in der US-Patentschrift 31 08 130 beschrieben
ist. Obgleich dieses letztere Verfahren so modifiziert werden kann, daß es mit einer fluiden Schicht
durchgeführt werden kann, tritt eine Reihe von Nachteilen auf; das organische Beschickungsmaterial zersetzt
sich bei den Temperaturen, die für die Verdampfung erforderlich sind, der Umwandlungswirkungsgrad ist relativ
schlecht, die Vorrichtungen korrodieren und der Reaktor und die Beschickungsleitungen verschmutzen,
bedingt durch eine frühzeitige Umsetzung der Beschikkungsmischung. Da die biologische Wirkung der tetrachloi'ierten
Phthalsäuredinitrile bewirkt, daß die in großen Mengen benötigt werden, besteht ein Bedarf für ein
wirksames Verfahren zu ihrer Herstellung.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von tetrachlorierten
Phthalsäuredinitrilen in einem Reaktor mit einer Wirbelschicht zu schaffen.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von tetrachlorierten Phthalsäuredinitrilen
durch Chlorierung von 1 Mol Phthalsäuredinitril mit 5,0 bis 6,7 Mol gasförmigem Chlor in einer Wirbelschicht
aus Aktivkohleteilchen, die bei einer Temperatur von 300 bis 4000C gehalten wird, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß man
mindestens 90%, aber weniger als das gesamte gasförmige
Chlor am unteren Ende der Wirbelschicht zur Aufwirbelung der Aktivkohleteilchen einleitet
und
das Phthalsäuredinitril in geschmolzenem Zustand mit dem Rest des gasförmigen Chlors zerstäubt und
in die Wirbelschicht an einer Stelle einleitet, die über der Chloreinleiiungsstelle liegt
Der gasförmige Strom, der nach der Desublimation verbleibt, kann zur Entfernung der restlichen Feststoffe
ausgewaschen werden, um restliche Feststoffe zu gewinnen, abgekühlt werden, um das CCU zu gewinnen,
und in HCl und Cb getrennt werden, wobei das letztere
in den Reaktor recycliert werden kann.
Die Vorteile des zuvor beschriebenen Verfahrens sind zahlreich. Dadurch, daß man ein geschitiolzenes
Phthalsäuredinitril als Beschickungsmaterial und nicht wie üblich, dampfförmiges Phthalsäuredinitril verwendet,
«erden die Verluste durch Zersetzung stark vermindert
beispielsweise beträgt die Temperaturdifferenz bei Isophthalsäuredinitril ungefähr 1000C Durch
die getrennte Einführung von Cb und Phthalsäuredinitril wird das Verstopfen der Verteilerplatten durch vorzeitig
chlorierte Materialien stark vermindert Durch die Desublimation mirCCU. das bei dem Verfahren chemisch
inert ist treten die Korrosionsprobleme, die durch Wasser in Anwesenheit von HCI bewirkt werden,
nicht auf. Außerdem besitzt Wasser, welches früher beim Desublimieren als Medium verwendet wurde, die
Neigung, die chlorierten Produkte zu hydrolysieren und deren pH-Wert oft auf Werte zu erniedrigen, die nicht
annehmbar sind. Diese Schwierigkeiten treten bei der Verwendung von CCU nicht auf. Die Recyclisierung des
nichtumgesetzten Cb ist ein alternatives Verfahren zu der oft durchgeführten Adsorption in alkalischen Materialien,
welches offensichtlich besser ist und eine bessere Ausnutzung des Chlors gewährleisten
In der beigefügten Figur ist das erfindungsgemäße Verfahren einschließlich der Gewinnung und Recyclisierung
des nichtumgesetzten Chlors schematisch dargestellt
Das erfindungsgemäße Verfahren wird an Hand der Chlorierung von Isophthalsäuredinitril zu Tetrachlorisophthalsäuredinitril
beschrieben. Der Ausdruck »Phthalsäuredinitril« umfaßt jedoch auch (ortho)-Phthalsäuredinitril
oder Terephthalsäuredinitril, die ebenfalls als Reaktionsteilnehmer verwendet werden
können, wobei die Temperaturen auf geeignete Weise geändert werden, um den unterschiedlichen Schmelzpunkt
Rechnung zu tragen.
An Hand der Zeichnung wird das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert. Festes Isophthalsäuredinitril
wird über die Leitung 1 in die Schmelzvorrichtung 3 geleitet, wo es auf eine Temperatur, die über seinem
Schmelzpunkt liegt beispielsweise auf 190 bis 21O0C,
erwärmt wird. Das geschmolzene Isophthalsäuredinitril wird über die Leitung 5 in den Reaktor 7 geleitet, der bei
einer Temperatur von 33O°C bis 370°C betrieben wird, wobei man zum Kühlen einen Außenmantel und/oder
innere Kühleinrichtungen (die nicht gezeigt werden) verwendet. Das Isophthalsäuredinitril muß in den Reaktor
in feinvcrteilteriatomisierter) Form eingeführt werden,
indem man, wie im folgenden beschrieben, ein Gas verwendet.
Der Hauptteil des Ch wird, vorerwärmt auf die gleiche
Temperatur wie das Isophthalsäuredinitril. über die Leitung 9 in den Boden des Reaktors 7 geleitet, wo es
durch die Verteilerplatte in die Wirbelschicht eingeführt wird und die aktivierten Kohleteilchen, aufwirbelt Das
Molverhältnis von Cb zu ^phthalsäuredinitril, das verwendet wird, liegt im Bereich von 5,0 bis 6,7 :1. Offensichtlich
muß das Cb in einer Geschwindigkeit eingeführt werden, die ausreicht, um die Kohleteilchen in
aufgewirbeltem Zustand zu halten, der Wert hierfür variiert mit der Reaktorgröße und Bauart, im allgemeinen
entspricht er jedoch einer Oberflächen-Geschwindigkeit von 0,06 bis 0,18 m/sec.
Das restliche Cb, 10% oder weniger, wird über ein
Ventil durch die Leitung 11 abgetrennt und dann in die
Leitung 5 eingeführt, wo es mit dem geschmolzenen ^phthalsäuredinitril vermischt wird und dieses dispergiert,
um es zu atomisieren, bevor es in den unteren Teil der Wirbelschicht über der Verteilerplatte eingeführt
wird. Es ist bevorzugt daß das Vermischen so nahe wie möglich am Reaktor stattfindet um die Verweilzeit der
Mischung in der Leitung 5 zu vermindern und um eine vorzeitige Umsetzung zu verhindern.
Nach einer durchschnittlichen Reaktorverweilzeit von 20 bis 40 Sekunden werden die Gase, die Tetrachlorisophthalsäuredinitril,
nicht umgesetztes Cb, HCI und geringe Mengen an ^phthalsäuredinitril enthalten,
über die Leitung 13 in die Desublimationsvorrichtung 15 geleitet, wo sie bevorzugt mit einem Sprühnebel aus
flüssigem CCU, welches über die Leitung 17 eingeführt wird, geeigneterweise bei Umgebungstemperatur behandelt
werden. Die Menge an CCU, die verwendet wird, sollte so gewählt werden, daß sie der Menge entspricht,
die erforderlich ist, um die Temperatur des Produktes auf den Wert bei dem das Produkt sich verfestigt
zu vermindern (Desublimation). Verwendet man einen Überschuß, so ist unerwünschterweise flüssiges
CCU in dem Produkt vorhanden. Offensichtlich variiert diese Menge mit der Temperatur und der Produktionsgeschwindigkeit; eine Menge im Bereich von 0,68 bis
1,13 kg/0,45 kg Produkt ist typisch. Auf diese Weise kann das Produkt, beispielsweise Tetrachlorisophthalsäuredinitril,
direkt über die Leitung 19 mit einem hohen Reinheitsgrad (beispielsweise 97%) gewonnen werden.
Aus der Desublimationsvorrichtung 15 tritt ein gasförmiger Strom aus, der Cb HCI, CCU und geringe Mengen
an ^phthalsäuredinitril und Tetrjchlorisophthalsäuredinitril
enthält. Irgendwelche darin enthaltenden Feststoffe werden durch ein Sackfilter 21 entfernt. Dieser
gasförmige Strom wird über die Leitung 23 in einen Scrubber 25 eingeleitet, wo große Mengen an flüssigem
CCU darauf einwirken und die letzten Spuren an organischen Stoffen, nicht umgesetzt oder umgesetzt, entfernen.
Das aus dem Scrubber 25 über die Leitung 26 abströmende Material wird in den Ruhebehälter 27 über
die Leitung 26 geleitet, wo man flüssiges CCU erhält, das mit organischen Stoffen gesättigt sein kann. Dieses gesättigte
CCU wird von dem Ruhebehälter 27 über die Leitung 28 entnommen, filtriert, wobei die Feststoffe
über die Leitung 29 abgeführt werden, und zu dem Waschvorgang durch einen Erwärmer über die Leitung
31 recyclisiert. Alternativ kann ein Teil (der im allgemeinen weniger gesättigten) Flüssigkeit über die Leitung 28
in einen nicht gezeigten Verdampfer abgezogen werden, wenn das CCU abdestilliert, gekühlt und über die
Leitung 31 recyclisiert werden kann. Da die Waschwirksamkeit ungefähr proportional zu dem Grad der
CCU-Sättigung ist, sollte J'.e Behandlung des CCU in
dem Ruhebehälter 27 je nach Bedarf variiert werden. Das zum tatsächlichen Waschen verwendete CCU besitzt
bevorzugt eine TemHiratur von ungefähr 65°C (±5°C). In dem Ruhebehälter herrscht eine etwas niedrigere
Temperatur von ungefähr 500C, bedingt durch
die Recyclisierung von abgekühltem CCU einer späteren Stufe.
Die Gase, die durch die Leitung 33 austreten, enthalten nun nur noch Cb, HCI und CCU, wobei das letztere
durch Abkühlen auf ungefähr —6"C entfernt und über
die Leitung 35 in den Ruhebehälter 27 recyclisiert wird Bei der letzten Trennstufe in der Trennvorrichtung 37
to werden Cb und HCI getrennt Die HCl wird über die Leitung 39 entfernt und das Cb wird über die Leitung 41
in die Leitung 9 recyclisiert wo es mit verdampftem Chlor vermischt und als Reaktorbeschickungsmaterial
verwendet wird. Das Chlor kann durch cyclische Absorption und Desorption, wie es dem Fachmann geläufig
ist abgetrennt werden.
Obgleich es möglich ist. Druck zu verwenden, um die Gase aus der Desublimationsvorrich'ung durch die
Cb/HCI-Trennstufe durchzutreiben. wi.s besser ein geringes
Vakuum, beispielsweise ein negative.· Druck von 5 bis 76 cm Wasser verwendet.
Das erfindungsgemäße Verfahren wurde nur an der Chlorierung von Isophthalsäuredinitril zu TetrachiorisophthalsLuredinitril
beschrieben. Es kann jedoch selbstverständlich auch zur Herstellung von Tetrachlorphthalsäuredinitril
verwendet werden, wobei nur geringfügige Änderungen, die den Unterschieden in den
physikalischen Eigenschaften der Isomeren entsprechen, durchgeführt werden. Beispielsweise kann (ortho)-Phthalsäuredinitril,
welches einen niedrigeren Schmelzpunkt besitzt, in der Schmelzvorrichtung 3 auf
eine Temperatur von 150 bis 1700C als Beschickungsmatcrial
für den Reaktor 7 erwärmt werden, welcher bei einer Temperatur von 300 bis 400° C betrieben wird.
Das folgende Beispiel erläutert die Erfindung, ohne sie
zu beschränken. Das Beispiel wird an Hand Her Zeichnung beschrieben.
lsophtahlsäuredinitril technischer Qualität (Reinheit
97%) wird in die Schmelzvorrichtung 3 eingeführt, wo es auf 200°C erwärmt wird. Es wird dann mit einer
Geschwindigkeit von 45,4 kg/h in den Reaktor 7 gepumpt. Chlor, welches auf 2000C vorerwärmt wird, wird
in den Reaktor mit einer Geschwindigkeit von 147 kg/h eingeführt, was einer Menge entspricht, die ein
Cb : Isophthalsäuredinitril-Molverhältnis von 5,4 :1 ergibt.
Die Hauptmenge des Chlors wird in den Boden des Reaktors eingeleitet und durch die Verteilerplatte
durchgeführt, wobei die Wirbelschicht aus aktivierten Kohleteilchen mit einer Teilchengröße im Bereich von
100 bis 300 Mikron aufgewirbelt wird. Das Chlor vermischt sich dann und reagiert mit der getrennten Beschickung,
nämlich dem Isophthalsäuredinitril (welches mit 5% des als Besc:.ickungsmaterial verwendeten Cl2
atomisiert ist), bei einer Temperatur von 35O0C wobei
die Temperatur durch einen Oimantel aufrechterhalten
bo wird.
Die Gase, die aus dem Reaktor austreten, werden in der Desublimationsvorrichtung 15 mit einem Sprühnebel
aus 1,5 l/min CCU tii einer Temperatur von 20°C
behandelt, wobei man am Boden ein feinverteiltes Pro-
b5 dukt erhält, dessen Gehalt, bestimmt durch Analyse, an
Tetrachlorisophthalsäuredinitril größer als 97% ist und welches weniger als 0,5% nichtumgesetztes Isophthalsäuredinitril
enthält.
Die restlichen Gase werden in den Scrubber 25 geleitet, worin mit einem Sprühnebel aus 6,80 kg
CCU/0,45 kg bei einer Temperatur von 65°C das restliche Tetrachlorisophthalsäuredinitrii und nichtumgesetztes
^phthalsäuredinitril entfernt werden, wobei 5
man eine gesättigte Lösung erhält, die filtriert wird, um Feststoffe zu entfernen, bevor sie in den Scrubber recyclisiert
wird.
Der Gasstrom enthält nun Cl2, HCI und CCU. wobei
das letztere durch Abkühlen auf —6°C entfernt und in den Scrubber recyclisiert wird.
Das Chlor und die HCI werden durch flüssiges CCI4
geleitet, welches das Cl2 absorbiert, und die HCI wird
dann von Wasser absorbiert. Schließlich wird das Cb von dem CCU abgestreift und in den Reaktor recyclisiert.
Die Gesamtausbeute an Tetrachlorisophthalsäuredinitri!
beträgt 34%. Die Abschäiizeii für die Reinigung des Reaktors ist bei dem Verfahren minimal, in der Desublimationsvorrichtung
beobachtet man keine Korrosion.
25
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45
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Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von tctrachlorierten Phthalsäuredinitrilen durch Chlorierung von 1 Mol Phthalsäuredinitril mit 5,0 bis 6,7 Mol gasförmigem Chlor in einer Wirbelschicht aus Aktivkohleteilchen, die bei einer Temperatur von 300 bis 4000C gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß man
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