DE19750093C1 - Verfahren und Vorrichtung zum Aufreißen und Entleeren von Säcken aus Papier oder Kunststoffolie - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Aufreißen und Entleeren von Säcken aus Papier oder KunststoffolieInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufreißen und Ent
leeren von wenigstens teilweise befüllten, verformbaren
Säcken aus Papier oder Kunststoffolie. Bei den Säcken han
delt es sich insbesondere um solche, die mit teilweise
kontaminierten Abfallstoffen gefüllt sind. Darunter zählen
insbesondere Wegwerfartikel, wie Inkontinenzartikel und
Babywindeln, Krankenhausabfälle, Fäkalien u. dgl.
Es ist bekannt, Säcke aus relativ dünnem Material, wie sie
insbesondere bei dem Sammeln nach dem Dualen System verwandt
werden ("Grüner Punkt"), in speziellen Vorrichtungen aufzu
schlitzen und den Inhalt herausfallen zu lassen. Derartige
Vorrichtungen arbeiten mit rotierenden Messern oder Schlag
werkzeugen, mit denen die Säcke gewaltsam aufgerissen werden
(DE 42 12 761 A1).
Es zeigt sich, daß die Verwendung von rotierenden Messern
und Schlagwerkzeugen zum Aufschlitzen und Entleeren von
Säcken insbesondere bei kontaminierten oder ekelerregenden
Inhalten erhebliche Probleme ergibt. Außerdem ergibt sich,
daß bei weichen Sackinhalten, wie Babywindeln o. dgl., die
Schlagwerkzeuge mit einer derartig großen Rotationsgeschwin
digkeit arbeiten müssen, daß die Gegenstände aus dem Sack
mit erheblicher Wucht beschleunigt werden und umherfliegen
können.
Schwierigkeiten treten bei Anwendung der bekannten Öffnungs
technik auf, wenn sogenannte Deckelsäcke, die einen relativ
steifen Deckel aufweisen und nur an ihrer Unterseite zu
öffnen sind, aufgerissen werden sollen.
Es stellt sich damit die Aufgabe, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Aufreißen und Entleeren von Säcken anzuge
ben, bei dem keine Schlag- und Schneidwerkzeuge angewendet
werden und trotzdem eine saubere, praktisch kontaminations
freie Entleerung derartiger Säcke ermöglicht ist. Darüber
hinaus soll es vom System her möglich sein, die Säcke nach
der Entleerung innen und außen zu reinigen. Manuelle Eingrif
fe sollen während des gesamten Entleerungsverfahrens, bis
auf das Bereitstellen der Säcke, vermieden werden.
Diele Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genann
ten Art gelöst, indem folgende Verfahrensschritte eingehalten
werden:
- - Einführen der Säcke in eine Eingangsöffnung eines die Sackaußenseite eng umgebenden Aufnahmekanals derart, daß die Säcke mit einer aufreißbaren Schmalseite in den offenen Kanalquerschnitt gelangen,
- - Fixieren des jeweiligen in den Aufnahmekanal eingeschobe nen Sackes durch Ansaugen der Sackhülle an die Innen peripherie des Aufnahmekanals,
- - Explodierenlassen und Entleeren des fixierten Sackes an einem nicht an der Innenseite des Aufnahmekanals haftenden Bereich durch schlagartiges Erhöhen des Unterdrucks im Aufnahmekanal,
- - Auffangen des befreiten Füllgutes in einem Auffangbe hälter,
- - Entfernen des entleerten Sackes nach Aufheben des Vakuums der Innenseite des Aufnahmekanals.
Es hat sich gezeigt, daß bereits geringer Unterdruck von
etwa 0,8 bar, der schlagartig auf den Boden eines Sackes von
etwa 25 cm Durchmesser wirkt, einen Kraftstoß von 4000 N
(Newton) verursacht. Da die Säcke üblicherweise aus
relativ dünnem Material sind und eine am Boden angebrachte
Schweißnaht aufweisen, reißen sie am Boden vorzugsweise
entlang dieser Schweißnaht auf. Es hat sich gezeigt, daß ein
relativ leicht zu erzeugender Vakuumstoß genügt, um auch
Säcke mit einer Doppelnaht zu öffnen. Dazu kommt, daß der
Differenzdruck zwischen Sackinnerem und Umgebung sich beim
Ansaugen der Sackhülle erhöht, so daß der Sack sich aufbläht
und damit das Aufreißen erleichtert ist.
Mit Leichtigkeit werden mit diesem Aufreißverfahren auch
Säcke mit einem steifen Verschlußdeckel geöffnet, und zwar
an ihrer dem Verschlußdeckel gegenüberliegenden Seite. Ein
Vorteil ist hierbei, daß die in den Aufnahmekanal
eingeschobenen Säcke sich bis zur Entleerung an ihrem Deckel
auf dem Rand der Eingangsöffnung des Aufnahmekanals abstützen
können.
An der Innenseite des Aufnahmekanals sind Luftunterdruckbe
reiche, vorzugsweise Öffnungen, vorgesehen, an denen ein
Unterdruck zum Ansaugen der Sackhülle erzeugbar ist.
Vorzugsweise gelangen die zu entleerenden Säcke unter Anwen
dung der Schwerkraft in den Aufnahmekanal. Der Aufnahmekanal
liegt also vorzugsweise vertikal oder in einem Winkel mit
zur Vertikalen abweichenden Neigung. Bei einer vertikalen An
ordnung ist es vorteilhaft, daß die zu entleerenden, sich
mit ihrem Deckel auf dem Rand der Eingangsöffnung abstützen
den Säcke während des Kontaktes des Deckels mit dem Rand der
Eingangsöffnung gewogen werden können. Dies kann durch Wäge-Vor
richtungen geschehen, die in den Rand eingebaut sind.
Ein wesentlicher Vorteil ist auch, daß die Anwendung von
Reinigungswasser auf die gefüllten und entleerten Säcke
relativ einfach ist. Die zu entleerenden Säcke können vor
Einschieben in den Aufnahmekanal - vorzugsweise mittels
Wasserstrahlen - von außen her gereinigt werden. Das Reini
gungswasser kann durch den Aufnahmekanal ablaufen. Es ist
auch möglich, daß die entleerten Säcke, gegebenenfalls mit
Deckel, noch im Aufnahmekanal gereinigt werden, vorzugsweise
mit Wasserstrahlen. Da sie aufgespannt an den Wänden hängen,
kann mit einer Spüllanze in den Innenraum der ge
leerten Sackhülle eingefahren werden und auch die Innenseite
der Deckel leicht gereinigt werden.
Um eine Weiterverarbeitung der gereinigten Säcke effizien
ter, gefahrloser und angenehmer zu machen, wird vorgeschla
gen, daß dem Reinigungswasser Tenside, Desinfektions- und
Duftmittel zugegeben werden.
Im allgemeinen kann die Reinigung soweit durchgeführt wer
den, daß ohne Gefahr für die Umwelt die entleerten, noch im
Aufnahmekanal fixierten, nassen Säcke mittels Luft getrock
net werden. Um eine kurze Trocknungszeit zu erreichen, wird
vorgeschlagen, daß das Trocknen mit Hilfe des Luftstroms
bereits während des Spülens mit Wasser beginnt.
Vorzugsweise sollte eine festgelegte Taktfolge ein quasi-kon
tinuierliches Arbeiten nach dem Verfahren ermöglichen. Auf
einem entsprechenden Takttisch werden deshalb die Säcke zum
Einführen vorbereitet. Das Fixieren und Aufblähen des Sackes
durch Beaufschlagung mit Luftunterdruck und das Explo
dierenlassen und Entleeren des fixierten Sackes erfolgen
dann in weiteren Takten in einer Taktfolge, vorzugsweise mit
weiteren Takt-Schritten, die auch das Waschen und Trocknen
der Säcke umfassen.
Wie aus den vorbeschriebenen Einzelheiten deutlich wird, fin
det im wesentlichen kein Kontakt von Personen mit dem Inhalt
des Sackes statt. Das Verfahren eignet sich daher insbeson
dere zur Entsorgung von gesundheitlich bedenklichen und ekel
erregenden Inhalten. Selbstverständlich kann das erfindungs
gemäße Verfahren nicht nur zur Entsorgung von kontaminierten
Inhalten verwendet werden, sondern auch für andere Säcke,
die mit flüssigem, halbfestem, körnigem oder gemischtem
Abfallgut gefüllt sind.
Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens. Die Vorrichtung umfaßt:
- - einen Aufnahmekanal, dessen Querschnitt so gewählt ist, daß ein zu entleerender, aufgeblähter Sack den Querschnitt ausfüllen kann,
- - der von einem Außenmantel mit einer Innenseite umgeben ist, an die sich die Sackhülle dichtend anlegen kann,
- - und wenigstens eine Vakuum-Pumpe, mit der schlagartig ein Unterdruck in dem Aufnahmekanal erzeugbar ist, und
- - einen Auffangbehälter für das befreite Füllgut.
Das dichtende Anlegen an die Innenseite des Außenmantels
wird ermöglicht durch entsprechend über Öffnungen, Schlitze
oder Fenster zu beaufschlagende Unterdrücke, die den Sack an
die Innenseite anziehen und gleichzeitig ihn aufgrund des
Differenzdruckes aufblähen lassen.
Zum einen ist möglich, daß der Aufnahmekanal eine zu dem
Deckel des jeweiligen Sackes kompatible Eingangsöffnung
aufweist, auf deren Rand sich der Deckel abstützen kann.
Eine Abdichtung ist nicht unbedingt erforderlich, da die
Sackhülle um ihre Peripherie herum fest an die Innenseite
angedrückt wird. In besonderen Fällen kann jedoch die
Eingangsöffnung des Aufnahmekanals durch eine Deckelklappe
verschließbar sein, wenn auf jeden Fall verhindert werden
soll, daß während und nach dem Entleeren eine Kontamination
der Umgebungsluft eintreten soll. Diese Dichtungsaufgabe
kann auch ein überstehender Flansch eines Deckelsackes
übernehmen, wenn er kompatibel mit einem entsprechenden
Flansch der Eingangsöffnung gestaltet ist.
Um sich an verschiedene Beutelgrößen anpassen zu können,
wird vorgeschlagen, daß der Rand der Eingangsöffnung sich
Inneren des Aufnahmekanals hin, beispielsweise
abgestuft, verjüngt.
Darüberhinaus ist auch möglich, daß der Aufnahmekanal selbst
sich von der Eingangsöffnung weg verjüngt (konvergiert), so
daß auf jeden Fall eine angepaßte Peripherie vorhanden ist,
die sich die Beutelhülle dichtend anlegen kann.
Für das Manipulieren der gefüllten Beutel, das Abführen des
Beutelinhaltes und das Abfließenlassen des Reinigungswassers
ist es vorteilhaft, den Aufnahmekanal senkrecht oder nach
unten geneigt anzuordnen.
Vorzugsweise besitzt die Vorrichtung einen Rohrbogen für das
Zuführen der zu entleerenden Säcke, der an die Eingangs
öffnung angeschlossen ist. Anstelle des Rohrbogens kann auch
eine andere Zuführungsvorrichtung vorgesehen werden, bei
spielsweise mit einem die Säcke auszurichtenden, am Ende
eines Förderbandes angeordneten Gleitblech.
Eine Spüllanze wird vorzugsweise in den Aufnahmekanal ein
führbar angeordnet, mit der auch die Innenseite der noch
aufgeblähten Säcke erreichbar ist.
An der Eingangsöffnung des Aufnahmekanals wird vorzugsweise
Sensor oder Wandler angeordnet, mit dem das Gewicht des
entleerenden Sackes, gegebenenfalls auch seine Farbe oder
irgendwelche Kennzeichnungsmerkmale, zu ermitteln sind.
Auch ein optischer Leser oder Zähler dienen ähnlichen
Registrations- und Identifikationszwecken.
Um das Takten in einfacher und übersichtlicher Weise zu er
möglichen, wird vorgeschlagen, daß die Vorrichtung als Teil
eines taktweise rotierenden Tisches gestaltet ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der beige
fügten Zeichnung dargestellt. Die Figuren zeigen im einzel
nen:
Fig. 1 in schematischer Seitenansicht eine Vorrichtung zum
Aufreißen und Entleeren von Deckel-Säcken;
Fig. 2a und 2b zwei verschiedene Konfigurationen von Eingangs
öffnungen für den Aufnahmekanal;
Fig. 3 einen in einem Aufnahmekanal befindlichen, an der
Innenseite haftenden Sack;
Fig. 4a, 4b und 4c Möglichkeiten der Reinigung und Spülung
entleerter Säcke;
Fig. 5 in Draufsicht einen taktgeführten Tisch unter
Einschluß der Vorrichtung zum Aufreißen und Entleeren
Säcken.
In Fig. 1 ist als Ausführungsbeispiel der Erfindung zum Auf
reißen und Entleeren von gefüllten Säcken eine Vorrichtung
schematisch dargestellt. Die aus Kunststoffolie, beispiels
weise aus einer 50 µm dicken Polyethylen-Folie bestehenden
Säcke sind mit verschmutzten Inkontinenzartikeln gefüllt.
Die Säcke werden über einen Rohrbogen 5 in eine kreisrunde
Eingangsöffnung 3 mit dem Boden voran in einen Aufnahmekanal
1 eingeführt. Bei den Säcken handelt es sich um sogenannte
Deckel-Säcke mit einem relativ steifen Deckel, der auf einem
Auflageflansch (vgl. Fig. 2b) aufliegt, so daß der Rest des
Sackes frei innerhalb der zylindrischen Innenwand des Aufnah
mekanals 1 hängt. Der Rohrbogen 5 wird beschickt über ein
Förderband (nicht dargestellt), auf das die Säcke entspre
chend ausgerichtet aufgelegt werden.
Der zylindrische Aufnahmekanal 1 der Vorrichtung zum Auf
reißen der Säcke gemäß Fig. 1 besitzt einen Außenmantel 2,
der eine mit zahlreichen Öffnungen versehene Innenseite 8
umfaßt. Die Innenseite 8 besteht im übrigen aus glattem,
nicht-rostendem Stahlblech. An diese Innenseite legt sich
die Sackhülle an, wenn an den Perforationen ein Unterdruck
angelegt wird. Der Außenmantel 2 und die Innenseite 8 bilden
einen peripheren Raum 10, der in mehrere Kammern 11.1, 11.2,
11.3, . . ., unterteilt ist. Dieser periphere Raum 10 ist mit
einer Hochleistungsvakuum-Pumpe 4 über eine Leitung 19
verbunden.
Die Leitung 19 wiederum besitzt mehrere Zweige, die über ent
sprechende Verbindungsöffnungen am Außenmantel 2 mit den
Kammern 11.1, 11.2, . . ., verbunden sind. Je nach Größe der
zu erwartenden Säcke können auch einzelne Kammern abge
schaltet werden. Weiterhin mündet eine Leitung 18 im unteren
Teil der Kammer. Die Leitung 18 ist größer dimensioniert als
die anderen Leitungen, so daß hier mit einem Schlag auch
eine größere Interisität eines Unterdruckes erzeugt werden
kann.
Weiterhin ist die Leitung 18 mit einem Kessel 18' versehen,
der durch die Vakuumpumpe mit einem möglichst großen
Unterdruck versehen wird und der schlagartig mit Hilfe des
Ventiles 18'' geöffnet werden kann.
Die Eingangsöffnung 3 besitzt einen sich verjüngenden Rand
13, der entweder konisch, wie Fig. 2a zeigt, oder, wie in
Fig. 2b abgebildet, abgestuft ausgebildet sein kann.
Weitere Einzelteile, insbesondere Teile, die zur Waschfunk
tion gehören, werden nachfolgend anhand eines Verfahrensab
laufes beschrieben.
Zu entleerende volle oder teilgefüllte Säcke 20 mit dem
eingangs genannten Abfallgut werden mit Hilfe eines Förder
bandes und des sich an die Eingangsöffnung 3 anschließenden
Rohrbogens 5 in das Innere des Aufnahmekanals 1 Sack für
Sack eingeführt. Der Aufnahmekanal 1 umgibt die Sackaußen
seite relativ eng, muß sie aber vor dem Anlegen des Vakuums
nicht unbedingt berühren. Die Säcke 20 gelangen, wie erkenn
bar, mit einer aufreißbaren Schmalseite in den offenen
Kanalquerschnitt. Am Rand 13 der Eingangsöffnung 3 ist ein
Sensor 45 angeordnet, der mit einem Wandler verbunden ist,
mit dem das Gewicht des jeweiligen, sich mit seinem Ver
schlußdeckel auf dem Rand 13 abstützenden Sackes 20 ermit
telt und einem Rechner zugeführt wird. Darüberhinaus ist die
Vorrichtung mit einem optischen Leser 46 ausgestattet, der
die Sacknummer beispielsweise anhand eines Strichkodes (bar
codes) erkennt.
Der hängende Sack 20 hat damit den Zustand wie in Fig. 2a
dargestellt. Er legt sich zunächst nicht oder nur teilweise
an die Innenseite 8 des Aufnahmekanals 1 an. Nunmehr wird
durch Öffnen des Ventils 24 in den Kammern 11.1, 11.2,
Unterdruck von etwa 0,2 bar erzeugt. Die den Sackinhalt
umgebende Sackhülle 20' wird durch Ansaugen an die Innen
peripherie des Aufnahmekanals, d. h. an die Öffnungen in der
Innenseite, angesaugt. Gleichzeitig bläht sich der luftdich
te Sack durch die Erhöhung des Differenzdruckes zwischen
Innenraum des Sackes und Druck im Aufnahmekanal 1 sowie das
gleichzeitige periphere Anziehen auf. Weiterhin ist durch
dieses Ansaugen gewährleistet, daß der Sack an seiner ganzen
Peripherie dicht mit der Innenwand kontaktiert und kein
Luftstrom an der Außenseite des Sackes vorbei möglich ist.
Auch wenn ein beschädigter, zum Beispiel ein oder mehrere
Löcher aufweisender Sack in den Aufnahmekanal eingeschoben
ist, wird dieser durch die Kammern des peripheren Raumes 10,
mit denen die Sackhülle einwandfrei kontaktiert, gehalten.
Bruchteile von Sekunden nachdem der Sack sicher im Quer
schnitt des Aufnahmekanals gehalten ist, tritt eine schlag
artige- Erhöhung des Unterdruckes im Aufnahmekanal ein, indem
das Ventil 18'' geöffnet wird und ein erheblicher Unterdruck,
beispielsweise von 0,8 bar, im Raum unterhalb des
Sackes 20 erzeugt wird.
Vor dem Einschalten des Vakuums kann noch ein Deckel 25 von
unten gegen den Aufnahmekanal 1 gedrückt werden, der um ein
Schwenkgelenk 26 durch motorischen Antrieb schwenkbar ist,
den Vakuumeffekt zu erhöhen.
Durch das schlagartige Erhöhen des Unterdruckes explodiert
der Sack. Er reißt an seinem Unterteil auf und entleert sich
Richtung Unterteil. Die Klappe 25 schwenkt wieder auf, so
daß der Inhalt des Sackes ungestört in einen Aufnahmebehäl
ter 50 fallen kann. Das Vakuum wird zunächst nicht aufgeho
ben, so daß die aufgerissene, entleerte Sackhülle 20' noch
im Aufnahmekanal hängt.
Sodann durchstößt eine Spüllanze 30 den aufliegenden Deckel
von oben und läßt eine mit einem Desinfektions- und Reini
gungsmittel versehene Wasserlösung eintreten, wobei die
Lanze von oben nach unten wandert und den an der Innenwand
der Sackhülle haftenden Schmutz nach unten spült. Das Spül
wasser läuft in einen weiteren Behälter ein, der nicht mit
dem Aufnahmebehälter 50 identisch ist. Anschließend kann mit
derselben Lanze oder mit einer weiteren eingeführten Lanze
Trocknungsluft eingeführt werden, die die Innenseite des
Sackes trocknet (vgl. Fig. 4a bis 4c).
In entsprechender Weise kann vor dem Einbringen des Sackes
auch eine Außenreinigung des Sackes erfolgen (hier nicht
dargestellt).
Bei Säcken, die nicht mit einem steifen Deckel ausgerüstet
sind, wird mit Hilfe eines Greifarms (nicht dargestellt) der
Sack zunächst in den Aufnahmekanal eingeführt und anschlie
ßend das Vakuum angestellt. Nach Einstellen des Vakuums haf
tet der Sack von selbst an der Innenseite des Aufnahme
kanals, so daß ein entsprechender Greifarm sich zurückziehen
kann. Im übrigen sind die weiteren Schritte dieselben wie
beschrieben.
Wenn die Sackhülle zu flattern beginnt, ist der Trocknungs
prozeß beendet. Die gereinigte und getrocknete Sackhülle
wird nach unten oder oben entnommen und einer Wiederverwer
tung oder Verbrennung zugeführt.
Um den gesamten Vorgang quasi-kontinuierlich und taktweise
durchführen zu können, kann eine Drehtisch-Vorrichtung 60
vorgesehen sein. Diese umfaßt acht Stationen, die mit A bis
F bezeichnet sind und für folgende Schritte einer Taktfolge
vorgesehen sind:
- - Schritt A: Beschicken und Aufhängen des Sackes an dem Rand der Eingangsöffnung 3,
- - Schritt B: Beaufschlagung mit Unterdruck,
- - Schritt C: Erzeugung des Differenzdruckes und Explodierenlassen und Entleeren des fixierten Sackes,
- - Schritt D: Spülen der Sackhülle,
- - Schritt E: Trocknen der Sackhülle,
- - Schritt F: Entnahme der Sackhülle.
Claims (22)
1. Verfahren zum Aufreißen und Entleeren von wenigstens
teilweise befüllten, verformbaren Säcken aus Papier oder
Kunststoffolie, mit folgenden Verfahrensschritten:
- - Einführen der Säcke (20) in eine Eingangsöffnung (3) eines die Sackaußenseite eng umgebenden Aufnahmekanals (1) derart, daß die Säcke mit einer aufreißbaren Schmalseite (40, 40') in den offenen Kanalquerschnitt gelangen,
- - Fixieren des jeweiligen, in den Aufnahmekanal (1) eingeschobenen Sackes durch Ansaugen der Sackhülle (20) an die Innenperipherie des Aufnahmekanals,
- - Explodierenlassen und Entleeren des fixierten Sackes an einem nicht an der Innenseite des Aufnahmekanals haftenden Bereich durch schlagartiges Erhöhen des Unterdrucks im Aufnahmekanal,
- - Auffangen des befreiten Füllgutes in einem Auffangbehälter (50),
- - Entfernen des entleerten Sackes nach Aufheben des Vakuums der Innenseite des Aufnahmekanals (1).
2. Verfahren nach Anspruch 1 in Anwendung auf mit
steifem Verschlußdeckel versehene Säcke, dadurch
gekennzeichnet, daß die in den Aufnahmekanal (1) eingescho
benen Säcke sich bis zur Entleerung an ihrem Deckel (21) auf
den Rand der Eingangsöffnung (3) des Aufnahmekanals
abstützen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Unterdruck zum Ansaugen der
Sackhülle mittels über die Innenseite des Aufnahmekanals
verteilter Luftunterdruckbereiche beaufschlagbar ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die zu entleerenden Säcke unter Schwerkraft in
Aufnahmekanal (1) gelangen.
5. Verfahren nach Anspruch 2 und 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die zu entleerenden, sich mit ihrem Deckel
(21) auf den Rand der Eingangsöffnung (3) abstützenden Säcke
während des Kontaktes des Deckels mit dem Rand der Eingangs
öffnung gewogen werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die zu entleerenden Säcke vor dem
Einschieben in den Aufnahmekanal (1) - vorzugsweise mittels
Wasserstrahlen - von außen her gereinigt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die entleerten Säcke,
gegebenenfalls mit Deckel, noch im Aufnahmekanal (1)
gereinigt werden, vorzugsweise mit Wasserstrahlen.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß dem Reinigungswasser Tenside,
Desinfektions- und Duftmittel zugegeben werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die entleerten, noch im Aufnahmekanal
fixierten, nassen Säcke mittels Luft getrocknet werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Trocknen mit Hilfe des Luftstroms bereits während
des Spülens mit Wasser beginnt.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 10, umfassend:
- - einen Aufnahmekanal (1), dessen Querschnitt so gewählt ist, daß ein zu entleerender, aufgeblähter Sack den Querschnitt ausfüllen kann,
- - der von einem Außenmantel (2) mit einer Innenseite umgeben ist, an die sich die Sackhülle dichtend anlegen kann,
- - wenigstens eine Vakuum-Pumpe (4), mit der schlagartig ein Unterdruck in dem Aufnahmekanal erzeugbar ist, und
- - einen Auffangbehälter für das befreite Füllgut.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Aufnahmekanal (1) eine zu dem Deckel (21)
des jeweiligen Sackes kompatible Eingangsöffnung (3)
aufweist, auf deren Rand (13) sich der Deckel abstützen
kann.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Eingangsöffnung des Aufnahmekanals (1)
durch eine Deckelklappe verschließbar ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß sich der Rand (13) der Eingangs
öffnung (3) zum Inneren des Aufnahmekanals (1) hin - vor
zugsweise abgestuft - verjüngt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Aufnahmekanal (1) sich von der
Eingangsöffnung (3) weg verjüngt.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmekanal (1) senkrecht
oder nach unten geneigt angeordnet ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß an die Eingangsöffnung (3) des
Aufnahmekanals (1) ein Rohrbogen (5) für das Zuführen der zu
entleerenden Säcken angeschlossen ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis
15, dadurch gekennzeichnet, daß das Vakuum über mehrere
Öffnungen an die Innenseite anlegbar ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, daß in den Aufnahmekanal (1) eine
Spüllanze (30) einführbar ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, daß an der Eingangsöffnung (3) des
Aufnahmekanals (1) ein Sensor (45) oder Wandler
angeordnet ist, mit dem das Gewicht des zu entleerenden
Sackes zu ermitteln ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 20,
dadurch gekennzeichnet, daß an der Eingangsöffnung (3) des
Aufnahmekanals (1) oder am Rohrbogen (5) ein optischer Leser
oder Zähler (46) angeordnet ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, daß sie Teil eines taktweise
rotierenden Tisches (60) ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997150093 DE19750093C1 (de) | 1997-11-12 | 1997-11-12 | Verfahren und Vorrichtung zum Aufreißen und Entleeren von Säcken aus Papier oder Kunststoffolie |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997150093 DE19750093C1 (de) | 1997-11-12 | 1997-11-12 | Verfahren und Vorrichtung zum Aufreißen und Entleeren von Säcken aus Papier oder Kunststoffolie |
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-
1997
- 1997-11-12 DE DE1997150093 patent/DE19750093C1/de not_active Expired - Fee Related
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