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DE1491635B - Atemgerät mit offenem Kreislauf - Google Patents

Atemgerät mit offenem Kreislauf

Info

Publication number
DE1491635B
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Authority
DE
Germany
Prior art keywords
valve
bellows
patient
pressure
small
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Roger Edward Wentworth Chorleywood Hertfordshire Manley (Großbritannien)
Original Assignee
Blease Anaesthetic Equipment Ltd., Chesham, Buckinghamshire (Großbritannien)

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Description

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Die Erfindung bezieht sich auf ein Atemgerät mit offenem Kreislauf, bestehend aus einem kleinen Balg zur Speisung mit einem gleichmäßigen Gasfluß, einem großen Balg, der mit dem kleinen durch ein Steuerventil verbunden ist, einem Einatemventil, durch welches der große Balg mit einem Patienten bei dessen Verbindung mit dem Gerät verbunden ist, und einem Ausatemventil zur Aufnahme des durch den Patienten ausgeatmeten Gases und zum Ausatmen in die Atmosphäre.
Solche Geräte dienen besonders zur Beatmung von Menschen, die durch Ertrinken oder Einatmen von Nicht-Sauerstoffgasen erstickt oder deren Atemmuskeln durch einen elektrischen Schlag gelähmt sind.
Bekannt ist ein solches Gerät nach der britischen Patentschrift 900 866, die ein Atemgerät mit offenem Kreislauf beschreibt, bestehend aus einem kleinen Balg, der mit einem gleichmäßigen Gasfluß unter Druck beliefert wird, und einem großen Balg, der mit dem kleinen durch ein Zweiwegeventil verbunden ist. Die Balge stehen mit dem Patienten durch ein Einatemventil in Verbindung, und das durch den Patienten ausgeatmete Gas kann durch ein Ausatemventil zur Atmosphäre fließen.
Der Gasfluß des Gerätes ist im wesentlichen gleichmäßig bei allen Stadien des Atemzyklus, und das ganze dem Gerät zugeführte Gas steht dem Patienten zur Verfugung; doch paßt dies Gerät beim Arbeiten nicht selbsttätig das Atemvolumen und die Frequenz der Atmung eines mit dem Gerät verbundenen Patienten an. So ist eine geübte Person zur Bedienung und Anpassung des Gerätes an den zu behandelnden Patienten notwendig; z. B. kann der Patient ein Erwachsener sein, der ein großes Atemvolumen bei einer verhältnismäßig niedrigen Frequenz braucht, oder ein Kind, das ein kleines Atemvolumen bei einer verhältnismäßig hohen Frequenz braucht, so daß die Anpassung an das Gerät in geeigneter Weise hergestellt werden muß.
Andere bekannte Geräte haben eine Mehrzahl von einstellbaren Steuerungen, welche den Ausgang des Gerätes nach dem Atembedarf der einzelnen Patienten einstellen. Solche Geräte leiden unter dem Nachteil, daß sie nur sicher durch gelernte Personen bedient werden können. So ist in der britischen Patentschrift 832 477 ein Handgriff zur Steuerung des Gasflusses durch das Atemgerät und ein zweiter Steuergriff vorgesehen, um die effektive Kapazität einer ausdehnbaren Kammer parallel zu den Lungen des Patienten zu variieren. Das druckgesteuerte Atemgerät hat zwei Ventile, die abhängig von den Druckdifferenzen geöffnet oder geschlossen werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Anpassung des Atemvolumens und der Frequenz der Atmung bei den eingangs erwähnten Geräten selbsttätig zu bewirken.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Ein- und Ausatemventil durch ein Ventil zum Öffnen und Schließen in Abschnitten jedes Atemzyklus des Patienten steuerbar und daß das Steuerventil geschlossen ist, wenn der große Balg ein maximales Volumen erreicht, und geöffnet ist, wenn der kleine Balg ein vorbestimmtes Volumen erreicht, und daß ein kleiner Behälter in bekannter Weise parallel zu den Lungen des Patienten vorgesehen ist.
Das Gerät kann selbsttätig das Atemvolumen und die Frequenz der Atmung eines Patienten bestimmen, der mit dem Gerät verbunden ist. Dadurch kann das Gerät durch eine verhältnismäßig ungeübte Person bedient werden. Die selbsttätige Anpassung an Lungen eines Kindes oder Erwachsenen erfolgt da-
durch, daß das Volumen des kleinen Balges, bei dem das Steuerventil geöffnet ist, entsprechend dem Betrag der Abnahme des kleinen Balges veränderbar ist. So empfängt der kleine Behälter etwas von dem Gas, das das Einatemventil passiert, und gibt es in die Atmosphäre, wenn das Ausatemventil offen ist und das Steuerventil geschlossen ist, entsprechend dem großen Balg, wenn er sein maximales Volumen erreicht, und geöffnet ist entsprechend dem kleinen Balg, wenn der ein vorbestimmtes Volumen erreicht. ;q
Gemäß weiteren Ausgestaltungen der Erfindung sind das Ein- und Ausatemventil durch den Gasdruck einer Röhre steuerbar, die den Ausgang des kleinen Balges mit dem Steuerventil verbindet. Der Druck in der Röhre schließt bei seinem Ansteigen das Ausatemventil, und dann öffnet das Einatemventil. Der Vorteil ist, daß als wünschenswert für medizinische Zwecke gefunden wurde, das Ausatemventil etwas eher zu schließen, als das Einatemventil öffnet, wenn die Atmung eines Patienten durch das Atemgerät unterstützt wird.
Eine Weiterbildung besteht darin, daß das Einatemventil bei Belastung geschlossen und geöffnet ist, wenn der Steuerdruck zwischen dem Höchstdruck in dem großen Balg und dem Höchstdruck in dem kleinen Balg liegt, und das Ausgangsventil bei Belastung offen und bei einem Druck geschlossen ist, der kleiner ist als der Druck, bei dem das Einatemventil öffnet, und größer ist als der Höchstdruck im großen Balg. Nach einer Weiterbildung hat der große Balg einen Auslaß in einen Durchgang, wie.weiter unten auseinandergesetzt und dieser Balg handbetätigt wird.
Das Volumen des Behälters und die Geschwindigkeit des Gasstromes, der von der Quelle zum Gerät gelangt, sind vorbestimmt und niedrig festgesetzt, um die gewünschte selbsttätige Arbeitsweise des Gerätes zu ergeben.
Die vorliegende Erfindung beruht auf der Tatsache, daß ein mathematisches Verhältnis zwischen den Körpergewichten, Atemvolumen und Geschwindigkeiten der Atmung für Personen besteht, deren Körpergewichte innerhalb einer Reihe liegen, die sich von den von Kindern bis zu den von Erwachsenen erstreckt. Dieses Verhältnis drückt sich grafisch in dem Rafordnomogramm aus, das in dem New England Journal of Medicine, Bd. 251, 1954, S. 877, veröffentlicht wurde.
Es wurde gefunden, daß, wenn ein gleichbleibendes vorbestimmtes Gasvolumen des Gerätes während jedes Atemzyklus zusätzlich zu dem Gasvolumen zugeführt wird, das der Patient pro Zyklus braucht, das Volumen pro Minute, welches zur Speisung des Gerätes notwendig ist, vorzugsweise gleichbleibend für Patienten mit einem weiten Bereich des Körpergewichtes ist, wenn das Volumen pro Minute und das gleichbleibende vorbestimmte Volumen eine Beziehung untereinander haben, die die rechtfertigt, die in dem Nomogramm niedergelegt ist.
Diese Beziehung ist in der folgenden Tabelle niedergelegt, in der das gleichbleibende vorbestimmte Volumen mit 170 ml (Milliliter) und das Volumen pro Minute mit 8,4 1 gewählt ist.
Es ist ersichtlich aus der nachstehenden Tabelle, daß, wenn Gase dem Gerät nach der Erfindung zugeführt werden mit einem Betrag von 8,4 1 pro Minute, Personen mit einem Körpergewicht von 6 bis 200 Ib ausreichend beatmet werden (1 Ib = 0,4536 kg).
Erwartetes Frequenz Atem- Frequenz
Körper Atemvolumen (Radford- volumen (Volumen
gewicht (ml) nomo- + 170 (ml) pro Minute
(Ib) gramm) Atemvolumen
13 183 +170)
6 24 46 194 46
10 50 43 220 43
20 90 38 260 38
35 130 32 300 32
50 180 28 350 28
70 280 24 450 24
100 450 19 620 19
150 600 14 770 14
200 11 11
Die vorliegende Erfindung geht von der Annahme aus, daß der Patient, der durch das Gerät beatmet wird, normale Willfährigkeit hat. Es wurde jedoch in der Praxis gefunden, daß, wenn die Willfährigkeit um irgendeinen Betrag von der normalen abweicht, der Patient entweder über- oder unterbeatmet in einem Ausmaß ist, das für eine ziemlich kurze Zeitperiode tragbar ist.
Eine beispielsweise Verwirklichung der Erfindung wird an Hand der Zeichnung beschrieben, wobei
F i g. 1 eine Wiedergabe eines Atemgerätes nach der Erfindung und
F i g. 2 die vier möglichen Stellungen des Hahnes 12 der F i g. 1 zeigt.
Das Gerät weist ein Gehäuse 2 mit einem Zylinder 4 für Sauerstoff, Luft oder andere Gase auf und ist auf seiner Basis befestigt. Das Gas wird vom Zylinder 4 über ein übliches Druckreduzierventil 6, ein Nadelventil 8, einen Flußmesser 10 und einen Hahn 12 dem Eingang des Gerätes zugeführt.
Im Gehäuse 2 ist ein kleiner Blasebalg 14 angeordnet, der durch eine Schraubenfeder 16 belastet ist, so daß der kleine Blasebalg sich ausdehnt, wenn der Gasdruck im Blasebalg auf einen Wert von 100 cm Wassersäule steigt. Gas strömt vom kleinen Blasebalg 14 zu einer Röhre 18. Das bewegliche Ende des Blasebalges wirkt mit einem Hebel 26 zusammen, der bei 28 gelagert ist. Auf dem freien Ende des Hebels 26 ist ein beweglicher Kontakt 30 angeordnet, dessen Zweck später beschrieben wird. Die Anordnung des Kontaktes 30 ist so, daß er berührt und bewegt wird durch das freie Ende des Hebels 26, wenn der Balg 14 ein Volumen annimmt, das durch die Stellung des Kontaktes 30 bestimmt ist.
Das vom kleinen Blasebalg 14 strömende Gas fließt durch die Röhre 18 in das Innere eines großen Blasebalges 32 durch ein Steuerventil 34, das im Blasebalg angeordnet ist. Ein Ende des Blasebalges 32 ist auf dem Behälter 2 befestigt, während das bewegliche Ende mit einem Hebel 36 in Berührung steht, der bei 38 gelagert ist. Hebel 36 ist durch ein Zwischenglied 40, das an einem Hebel 42 gelagert ist, drehbar mit einem Glied 43 verbunden, das mittels Spannfedern 44 belastet ist, so daß der Blasebalg 32 sich ausdehnt, wenn der Innendruck einen Druck größer als 25 cm Wassersäule Überdruck erreicht.
Das andere Ende des Gliedes 43 ist mit einem doppelarmigen Hebel 45 verbunden, der bei 46 gelagert ist. Der andere Arm des Hebels 45 ist drehbar zwischen den Enden eines zweiten Hebels 47 gelagert, dessen einer Arm mit dem Kontakt 30 versehen ist.
Der Hebel 47 ist durch eine Gelenkverbindung mit einem Kipphebel 48 verbunden, der bei 49 gelagert ist. Ein Ende des Hebels 48 ist durch eine Schraubenfeder 50 mit einem Arm eines Doppelhebels 51 verbunden, der bei 52 gelagert ist und dessen anderer Arm mit dem Ventilglied 35 des Steuerventils 34 verbunden ist, so daß, wenn der Hebel 48 seine dargestellte untere Stellung einnimmt, das Ventil in der geschlossenen Lage ist, und wenn es sich durch die Kippstellung zur oberen Stellung bewegt, das Ventil 34 in die Offenstellung schnappt.
Die Bewegung des Hebels 48 und damit die Stellung des Hebels 34 wird unmittelbar durch die Bewegung des Kontaktes 30 gesteuert. Weil jedoch Hebel 47 auf dem Hebel 45 angeordnet ist, der durch die Stellung des großen Balges gesteuert ist, wird die Bewegung vom Ventil 34 sowohl durch den Betrag der Vergrößerung des großen Balges 32 und den des kleinen Balges 14 gesteuert. Dies geschieht deshalb, weil, wenn der große Balg aufgeblasen wird, der Kontaktarm 30 körperlich weggehoben wird von der Spitze des Balges 14 gemäß der Abwärtsbewegung des Gliedes 47. Infolgedessen wird der kleine Balg 14 aufgebläht auf einen viel größeren Betrag, bevor die Spitze 26 den Kontakt 30 berührt und betätigt. Wenn der große Balg beinahe zusammengefaltet ist, kann entsprechend gesehen werden, daß nur eine verhältnismäßig kleine Aufblähung des Balges 14 notwendig ist, bevor Kontakt 30 betätigt wird. Der Grund dafür wird weiter unten ganz beschrieben werden.
Wenn der große Balg 32 unter der Wirkung der Belastungsfedern 44 zusammengefaltet ist, strömt das Gas durch einen Durchgang mit weiter Bohrung zu einer Atemventilscheibe 54, von der das Gas durch einen Arm einer üblichen beweglichen Zweiarm-Röhre 55 fließt, die einer Atemmaske 56 angeschlossen ist. Der andere Arm der Röhre 55 ist mit der Einlaßseite eines Ausatmungsventils verbunden, das einen Teil des Gerätes bildet. Das durch das Ausatmungsventil 60 strömende Gas wird in die Atmosphäre entleert.
Das Einatemventil 54 ist von dem Typ, bei dem der Mund 62 der Ausgangsröhre des Ventils durch ein Ventilglied 64 geschlossen wird, das auf einer Membran 65 angeordnet ist und in der Schließstellung mittels einer Druckfeder 66 belastet ist, die auf eine Stoßstange 69 wirkt. Die Stoßstange 69 ist an einem Ende auf einem Knopf 70 befestigt, der auf der Mitte einer flexiblen Membran 72 angeordnet ist. Die Membran und die Wände des Ventils 54 bilden eine Kammer, die in Strömungsverbindung mit der Röhre steht.
Das Ausatmungsventil 60 hat einen Mund 74, dessen Eingangsröhre durch ein Ventilglied 76 geschlossen wird, das durch eine Spannfeder 78 bewegt wird, so daß die Röhre 60 in der Offenstellung belastet ist. Das Ventilglied 76 ist auf einer biegsamen Membran 80 angeordnet und die Feder 78 in einer Kammer untergebracht, die in Verbindung mit der Kammer des Einatmenventils 54 und der Röhre 18 steht.
Sowohl die Belastungsfedern 66 und 78 des Einatem- und des Ausatemventils können in bekannter Weise eingestellt sein, um die Arbeitsweise des Ventils zu justieren. Die Belastungen der Ventile sind so eingerichtet, daß das Einatemventil 54 bei einem Druck zwischen dem Höchstdruck in dem großen Balg 32 und dem Höchstdruck in dem kleinen Balg 14 öffnet; das Ausatemveitil 60 ist eingerichtet zum Schließen bei einem Druck, der niedriger ist als der Druck, bei dem das Einatmenventil 54 öffnet, und höher als der Höchstdruck in dem großen Balg 32.
In Verbindung mit der Röhre 84, die von dem Einatemventil ausgeht, steht ein faltbarer Behälter 86. Der Behälter hat die Form einer Kammer mit einer beweglichen Abschlußwand, so daß der Unterschied im Volumen zwischen dem Kleinstund Größtvolumen des Behälters ein wählbarer Betrag ist, im gegenwärtigen Beispiel 170 ml. Die bewegliche Abschlußwand 88 ist durch eine Druckfeder 80 belastet, so daß die Abschlußwand sich in ihre entfernte Lage bewegt, wenn der Druck in der Kammer einen Druck von 5 cm Wasser überschreitet.
Dem Hahn 12 ist ein Ventil 100 mit vier Stellungen und drei Ausgängen zugeordnet, bei dem zwei der Stellungen geschlossen sind. Der eine der Ausgänge ist mit der Röhre 84 verbunden, ein zweiter Ausgang mit der Röhre 18 und der dritte Ausgang mit dem Durchgang 53. Die entsprechenden Stellungen des Ventils 100 und Hahnes 12 sind in F i g. 2 a bis 2 d dargestellt. F i g. 2 a zeigt die Anordnung in der »Aus«-Stellung, F i g. 2 b in der »Sauerstoff«- Stellung, F i g. 2 c in der »Hand«-Stellung und Fig. 2d in der »selbsttätigen« Stellung.
Es ist ersichtlich, daß F i g. 1 die Anordnung in der »selbsttätigen« Stellung zeigt, in der sie folgendermaßen arbeitet:
Gas strömt vom Zylinder 4 mit einem Druck von 300 cm Wasser zum Eingang des kleinen Balges 14, von dem das Gas mit einem niedrigen Druck durch das Steuerrelais 34, das in der Offenstellung angenommen ist, in das Innere des großen Balges 32 fließt. Die Zeit zum vollständigen Füllen des Balges 32 hängt ab von dem Atemvolumen, das dem Patienten während des vorangegangenen Atemzyklus geliefert wurde.
Der große Balg 32 steigt, bis Vorsprünge 103 von dem Glied 43 in Berührung mit dem Hebel 47 kommen, dessen Bewegung genügt, um den Kippmechanismus zu betätigen und Ventil 34 zu schließen. Sofort, wenn dieses eintritt, beginnt der Druck in der Röhre 18 auf den Druck von 100 cm Wasser zu steigen, auf den der kleine Balg eingestellt ist. Bei Erreichen dieses Druckes wird zunächst das Ausatemventil 60 geschlossen und dann das Einatemventil 54 geöffnet, um dem großen Balg 32 das Absinken unter der Wirkung der Belastungsfeder 74 zu erlauben und Gas zum Patienten zu drücken. Das Einatmungsventil 24 wird geöffnet, weil der Druckanstieg in der Röhre 18 sowohl die große Membran 72 und auch die kleinere Membran 65 betätigt, wobei eine resultierende Kraft von rechts auf das Ventilglied 64 wirkt, wie aus F i g. 1 ersichtlich, und dementsprechend Ventil 54 geöffnet wird. Dieses Absinken des Balges 32 bewirkt, daß Kontakt 32 vom Balg 14 wegbewegt wird, bei unveränderter Lage von Ventil 34.
Während Gas zum Patienten strömt, erreicht der Gasdruck in dem kleinen Balg 14 den vorbestimmten Wert von 100 cm Wasser; der Balg steigt auf seine Stellung, in der das Kontaktglied 30 bewegt wird, um das Steuerventil 34 zu öffnen. Wenn dieses eintritt, fällt der Druck in der Röhre 18 und bewirkt zunächst ein Schließen des Einatemventils 54 und dann ein
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Öffnen des Ausatemventils 60, um den Patienten atemventil, und das Gas wird mit einem geringen
das Ausatmen in die Atmosphäre durch Ventil 60 Druck geliefert, so daß das Ausatemventil offen-
zu erlauben. bleibt. Das Gas wird zum Patienten gleichmäßig ge-
Während des Einatemteiles jedes Atemzyklus, liefert; alles Gas, was nicht eingeatmet wird, geht
wenn Gas vom Einatemventil zum Patienten fließt, 5 direkt zum Ausatemventil.
wird der Behälter 86 voll aufgebläht zu seinem Die in F i g. 2 c gezeigte Stellung befähigt das Ge-
Höchstvolumen, d. h., daß 170 ml des Gesamtvolu- rät zur handbetätigten Luftzufuhr zum Patienten,
mens beim Durchtritt durch das Einatemventil 54 in Diese Möglichkeit ist besonders gebräuchlich und er-
dem Behälter gespeichert werden. Wenn der Aus- laubt dem Gerät noch einen Gebrauch, wenn die Zu-
atemteil des Atemzyklus erreicht ist, wird das Ein- io fuhr von Gas aus dem Behälter 4 erschöpft ist. In
atemventil geschlossen und das Ausatemventil geöff- dieser Stellung ist die Gaszufuhr zum Gerät durch
net, um dem Behälter 86 das Entleeren zu gestatten, einen Hahn 12 gesperrt und der Durchlaß 53 und
wodurch die 170 ml des Gases zur Atmosphäre die Arbeitskammer des Einatemventils 54 in Verbin-
durch das Ausatemventil 60 ausgehaucht werden; dung gebracht mit dem Ventil 100. Der Hebel 36 des
während der Patient ausatmet, was bei einem Druck 15 großen Balges 32 ist mit einem Knopf 101 oder
von nur 5 cm Wasser geschieht, geht das Gas nicht Handgriff versehen, mit dessen Hilfe der Balg durch
zum Patienten, sondern umgeht die Gasmaske 56 Hand gepumpt werden kann. Wenn der Hebel 36
und geht zum Aushauchventil 60. zum Aufblähen des Balges gehoben wird, geht die
Das Atemgerät gemäß der Erfindung arbeitet so, atmosphärische Luft vom Inneren des Behälters 2,
daß das Gasvolumen, welches von dem großen Balg 20 der nicht luftdicht ist, durch ein belastetes Einweg-
32 je Atemzyklus austritt, gleich dem Atemvolumen ventil 102 in den Balg 32.
ist, welches für den Patienten erforderlich ist, plus Während dieser Periode bleibt das Ausatemventil
dem Volumen, welches vom Behälter 86 geliefert offen unter seiner Belastung und erlaubt dem Patien-
wird. Wenn das Gerät zum Beatmen eines Erwach- ten das Ausatmen.
senen gebraucht wird, leert sich der große Balg 32 25 Wenn Hebel 36 gedruckt wird, um den Balg zu fast vollständig bei jedem Zyklus. Das bewirkt ein entleeren, baut sich der Druck im Durchgang 53 der Schwenken des Hebels 45 als Glockenschwengel im Kammer des Ventils 54 und in der Röhre 18 auf. ZuUhrzeigersinn und dadurch eine Bewegung des Kon- erst wird das Ausatemventil geschlossen und dann taktes 30 von dem kleinen Balg weg, so daß der das Einatemventil geöffnet durch Wirkung dieses kleine Balg bis zu seinem Höchstwert aufgebläht 30 Druckes auf die Membran 72.
wird, bevor Ventil 34 geöffnet wird. Dies verlängert Die Tatsache, daß der Behälter 86 geladen und
die Periode, in der der Patient mit Gas versorgt wird. entladen wird bei jedem Atemzyklus, ist von keiner
Beim Gebrauch zur Beatmung eines Kindes geht Wichtigkeit, wenn das Gerät handbetätigt wird,
der große Balg nur auf einen kleinen Betrag je Zy- So stellt sich das Gerät nach der Erfindung selbst-
klus zurück. Dadurch wird Kontakt 30 nicht ganz und 35 tätig auf die Lieferung eines kleinen Gasvolumens
gar, sondern nur um einen kleinen Betrag von dem bei einer hohen zyklischen Geschwindigkeit bei
kleinen Balg wegbewegt, der dadurch eine kürzere einem Kinde ein oder auf ein großes Gasvolumen
Zeit braucht, um zum Öffnen des Ventils 34 genü- bei kleiner Geschwindigkeit bei einem Erwachsenen;
gend aufgebläht zu werden. Dieses bewirkt erne Geschwindigkeit und Volumen entsprechen genau
kurze Periode der Aufblähung und einen entspre- 40 dem eines normal atmenden Patienten,
chend schnellen Atembetrag. Die Erfindung geht aus von der Voraussetzung,
Wenn der Hahn 12 und das mit diesem gekup- daß der vom Gerät beatmete Patient Lungen von
pelte Ventil 100 in ihre in F i g. 2 b gezeigte Lage normaler Willfährigkeit hat. Die Praxis zeigt jedoch,
bewegt werden, liefert das Atemgerät Gas, z. B. daß, wenn die Willfährigkeit um einen Betrag vom
Sauerstoff, unmittelbar zum Patienten, wobei der 45 normalen abweicht, der Patient entweder über- oder
zyklische Mechanismus unwirksam ist. In dieser Stel- unterbeatmet wird in einem Maße, welches noch für
lung steht Röhre 18 in Verbindung mit dem Aus- eine verhältnismäßig kurze Zeitperiode tragbar ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (6)

Patentansprüche:
1. Atemgerät mit offenem Kreislauf, bestehend aus einem kleinen Balg zur Speisung mit einem gleichmäßigen Gasfluß, einem großen Balg, der mit dem kleinen durch ein Steuerventil verbunden ist, einem Einatemventil, durch welches der große Balg mit einem Patienten bei dessen Verbindung mit dem Gerät verbunden ist, und einem Ausatemventil zur Aufnahme des durch den Patienten ausgeatmeten Gases und zum Ausatmen in die Atmosphäre, dadurch gekennzeichnet, daß das Ein- und Ausatemventil (54, 60) durch ein Ventil (34) zum Öffnen und Schließen in Abschnitten jedes Atemzyklus des Patienten steuerbar und daß das Steuerventil (34) geschlossen ist, wenn der große Balg (32) ein maximales Volumen erreicht, und geöffnet ist, wenn der kleine Balg (16) ein vorbestimmtes Volumen erreicht, und daß ein kleiner Behälter (86) in bekannter Weise parallel zu den Lungen des Patienten vorgesehen ist.
2. Atemgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ein- und Ausatemventil (54, 60) durch den Gasdruck in einer Röhre (18) steuerbar sind, die den Ausgang des kleinen Balges (14) mit dem Steuerventil (34) verbindet.
3. Atemgerät nach Anspruch 1 oder folgende, dadurch gekennzeichnet, daß das Volumen des kleinen Balges (14), bei dem das Steuerventil (34) geöffnet ist, entsprechend dem Betrag der Aufnahme des großen Balges (32) veränderbar ist.
4. Atemgerät nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Einatemventil (54) bei Belastung geschlossen und geöffnet ist, wenn der Steuerdruck zwischen dem Höchstdruck in dem großen Balg (32) und dem Höchstdruck in dem kleinen Balg (14) liegt, und das Ausatemventil (60) bei Belastung offen und bei einem Druck geschlossen ist, der kleiner ist als der Druck, bei dem das Einatemventil öffnet, und größer als der Höchstdruck im großen Balg.
5. Altemgerät nach Anspruch 1 oder folgende, dadurch gekennzeichnet, daß der große Balg (32) zum Auslassen in einen Durchgang (53) bestimmt ist, der den Patienten umgeht und zum Ausatemventil (60) führt.
6. Atemgerät nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät zur Aufnahme von Gas bei einem Volumen von 8,4 l/Minute bestimmt ist und der Behälter (2) 170 ml je Atemzyklus abgibt.

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