Schleuderdüngerstreuer
Die Erfindung betrifft einen Schleuderdüngerstreuer gemäß des Oberbegriffes des Patentanspruches 1.
Ein derartiger Schleuderdüngerstreuer ist beispielsweise durch die deutsche Offenlegungsschrift 19953 074 A1 bekannt. Bei diesem Schleuderdüngerstreuer sind auf der Schleuderscheibe Wurfschaufeln unterschiedlicher Länge angeordnet. Somit weisen die Wurfschaufeln unterschiedliche wirksame Längen auf, um unterschiedliche Streubereiche des Streufächers abzudecken, damit über die Arbeitsbreite eine gleichmäßige Düngerverteilung erreicht wird.
Durch die EP 02 92 872 B1 ist es bekannt, bei einem Schleuderdüngerstreuer für unterschiedliche Arbeitsbreite Schleuderscheiben mit Wurfschaufeln unterschiedlicher wirksamer Länge einzusetzen. Für den unteren Arbeitsbreitenbereich werden Schleuderscheiben, auf denen Wurfschaufeln mit kürzeren wirksamen Längen angeordnet sind, eingesetzt, während zur Erreichung größerer Arbeitsbreiten Schleuderscheiben mit längerer wirksamer Länge zum Einsatz kommen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schleuderdüngerstreuer zu schaffen, mit welchem mit jeweils angepassten Wurfweiten der von den Wurfschaufeln abgeschleuderten Düngerpartikel die gewünschten Arbeitsbreiten in effektiver Weise erreichbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Infolge dieser Maßnahmen werden bei dem Einsatz des Schleuderdüngerstreuers für die größeren Arbeitsbreiten sowohl die Wurfschaufeln der Gruppe der kürzeren Wurfschaufeln wie auch die Wurfschaufeln der Gruppe der längeren Wurfschaufeln eingesetzt. Beim Bestreuen kleinerer Arbeitsbreiten werden die Wurfschaufeln der Gruppe der längeren Wurfschaufeln von der jeweiligen Schleuderscheibe abgenommen. Infolge dieser Maßnahmen brauchen jeweils nur die längeren Wurfschaufeln auf der Schleuderscheibe angeordnet oder abgenommen zu werden, je nach dem ob kleinere oder größere Arbeitsbereiche bestreut werden sollen. Es ist also nicht mehr der komplette Austausch sämtlicher Wurfschaufeln erforderlich.
Damit die Wurfschaufeln der Gruppe der längeren Wurfschaufeln in einfacherweise auf der Schleuderscheibe angeordnet und von dieser abgenommen werden können, ist vorgesehen, dass die Wurfschaufeln der Gruppe der längeren Wurfschaufeln auf der Schleuderscheibe mittels eines Schnellverschlusses abnehmbar angeordnet sind.
Um die Wurfschaufeln am Einsatzort immer vorrätig zu haben, ist vorgesehen, dass an dem Schleuderstreuer in dessen gut zugänglichen und/oder hinteren Bereich Halterungselemente zum Mitführen der abgenommenen Wurfschaufeln der Gruppe der längeren Wurfschaufeln vorgesehen sind.
Eine vorteilhafte und schnelle Anordnung und Abnahme der Wurfschaufeln zur Mitführung am Schleuderdüngerstreuer lässt sich dadurch erreichen, dass die Halterungselemente zur Aufnahme der Wurfschaufeln Schnappverschlüsse aufweisen.
In manchen Fällen kann es erforderlich sein, den Schleuderdüngerstreuer durch die Einstellung der Wurfschaufeln an die unterschiedlichen Streueigenschaften der auszubringenden Düngerpartikel anpassen zu müssen. Um dieses zu ermöglichen, ist vorgesehen, dass zumindest einige der Wurfschaufeln in Scheibenebene winkelverschwenkbar und in zumindest zwei Positionen feststellbar angeordnet sind.
Ein vorteilhaftes Verfahren zum Einsatz eines Schleuderdüngerstreuers wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 6 geschaffen.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind den übrigen Unteransprüchen, der Beispielsbeschreibung und den Zeichnungen zu entnehmen. Hierbei zeigen
Fig. 1 einen Schleuderdüngerstreuer in Seitenansicht und in Prinzipdarstellung,
Fig. 2 den unteren Bereich der Vorbeschleunigungseinheit mit Schleuderscheibe in Seitenansicht und einem größeren Maßstab sowie in Prinzipdarstellung,
Fig. 3 die Vorbeschleunigungseinheit mit Schleuderscheibe im Teilschnitt und in Prinzipdarstellung und
Fig. 4 die Vorbeschleunigungseinheit mit Schleuderscheibe in der Ansicht IV-IV und in Prinzipdarstellung.
Der Schleuderdüngerstreuer weist den Rahmen 1 auf, der an seiner Vorderseite Dreipunktkupplungselemente 2 zum Anbau an den Dreipunktkraftheber eines Schleppers aufweist. An dem Rahmen 1 des Schleuderstreuers ist der Vorratsbehälter 3 angeordnet, dessen unteres trichterförmiges Ende mittels eines Dosierorgans 4, welches zumindest eine in einer Bodenplatte 5 angeordnete Auslauföffnung 6 und einen zugeordneten, mittels Einstellelemente 7 einstellbaren Schieber 8 aufweist, abgeschlossen ist. Unterhalb des Dosierorgans 4 ist ein zylindrischer Vorbeschleunigungsraum 9, dessen Ausbildung und Wirkungsweise weiter unten erläutert wird, angeordnet. Der Boden des Vorbeschleunigungsraumes 9 wird von der mittels einer Antriebseinrichtung 10 rotierend angetriebenen Schleuderscheibe 11 gebildet. Auf der Schleuderscheibe 11 sind Wurfschaufeln 12 angeordnet, deren inneren Enden 13 unmittelbar an der Außenwand 14 der Ringwand 15 des Vorbeschleunigungsraumes 9 beginnen. Die Wurfschaufeln 12 weisen unterschiedliche wirksame Längen auf, um unterschiedliche Streubereiche des Streufächers abzudecken, damit eine gleichmäßige Düngerverteilung über die Arbeitsbreite erreicht wird. Die Schleuderscheibe 11 weist einen wesentlich größeren Durchmesser als der Vorbeschleunigungsraum 9 auf, so dass die Schleuderscheibe 11 den Raum 9 nach außen entsprechend überragt. Wie die Fig. 3 und 4 zeigen, sind innerhalb des Vorbeschleunigungsraumes 9 auf der Schleuderscheibe 11 , die in diesem Bereich den Boden des Vorbeschleunigungsraumes 9 bildet, die Beschleunigungsschaufeln 16, die mit ihren äußeren Enden 17 bis an die Innenwand 18 der Ringwand 15 des zylindrischen Vorbeschleunigungsraumes 9 heranreichen, angeordnet. Die Zentrumsachse 19 des Vorbeschleunigungsraumes 9 fällt mit der Drehachse der Schleuderscheibe 11 zusammen. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Vorbeschleunigungsschaufeln 16 auf ihren in Drehrichtung 20 der Schleuderscheibe 11 vorlaufenden Seite konvex verlaufend ausgebildet, während der innere, dem Vorbeschleunigungsraum 9 benachbarte Bereich der Wurfschaufeln 12 auf der der Drehrichtung 20 zugewandten Seite konkav verlaufend ausgebildet sind. In der Ringwand 15 des Vorbeschleunigungsraumes 9 ist die Durchtrittsöffnung 20 angeordnet, durch welche das im Vorbeschleunigungsraum 9 beschleunigte Material von Beschleunigungsschaufeln 16 zu den Wurfschaufeln 12 durchtreten kann.
Die Ringwand 15 des Vorbeschleunigungsraumes 9 ist mittels Einstellmitteln 22, die zwischen der Ringwand 15 des Vorbescheunigungsraumes 9 und dem Vorratsbehälter 3 bzw. dem Rahmen 1 des Schleuderdüngerstreuers angeordnet sind, um die Achse 18
verdrehbar, so dass die Lage der Durchtrittsöffnung 21 gegenüber der Schleuderscheibe 11 und dem Vorratsbehälter 3 bzw. dem Rahmen 1 der Maschine verstellbar ist, um so die Lage der Streufächer und somit den Abwurfbeginn des Materials durch die Wurfschaufeln 12 einstellen zu können, um entsprechend den jeweiligen Streueigenschaften des Materials die Maschine entsprechend einstellen zu können, damit die gewünschte gleichmäßige oder eine andere gewünschte Verteilung des Materials eingestellt und erreicht werden kann. Hierbei können diese Einstellmittel 22 über eine elektronische Regel- und Steuereinrichtung angesteuert werden.
Der Boden 23 des Vorbeschleunigungsraumes 9 verläuft, wie Fig. 3 zeigt, durch eine entsprechende Ausgestaltung der Schleuderscheibe 11 vom Zentrum nach außen abfallend. Hierbei kann der Boden 23 gekrümmt oder geradlinig verlaufen. Die Oberseite der Beschleunigungsschaufeln 16 verläuft vom Zentrum des Beschleunigungsraumes 9 nach außen abfallend. Hierbei kann die Oberseite geradlinig oder gekrümmt abfallend verlaufen.
Auf jeder Schleuderscheibe 11 sind eine aus mehreren Wurfschaufeln 12A bestehende Gruppe kürzerer Wurfschaufeln 12a und 12A und einer aus mehreren Wurfschaufeln bestehende Gruppe längerer Wurf schaufeln angeordnet. Die Gruppe der kürzeren Wurfschaufeln bestreut den inneren Arbeitsbreitenbereich und die Gruppe der längeren Wurfschaufeln den äußeren Arbeitsbreitenbereich. Der innere und äußere Arbeitsbreitenbereich überlappen sich teilweise um eine gleichmäßige Streuverteilung zu erhalten. Die jeder Gruppe von Wurfschaufeln zugeordneten Wurfschaufeln weisen zumindest, wie Fig. 4 zeigt, eine unterschiedliche Länge auf. Die Wurfschaufeln der Gruppe der längeren Wurfschaufeln sind auf der Schleuderscheibe mittels eines nicht dargestellten Schnellverschlusses abnehmbar angeordnet. Die Gruppe der längeren Wurfschaufeln werden auf der Schleuderscheibe für Arbeitsbereiten zwischen 24m und 48m und die längeren Wurfschaufeln werden von der Schleuderscheibe beim Bestreuen von kleineren Arbeitsbreitenbereichen, beispielsweise von 12m bis 24m abgenommen, um keine zu große Wurfweite zu erreichen. Wenn die längeren Wurfschaufeln von der Schleuderscheibe abgenommen sind, werden sie mittels Schnappverschlüsse aufweisende Halterungselemente an den Schleuderstreuer in dessen gut zugänglichen und hinteren Bereich angeordnet. Mittels dieser Halterungselemente können die abgenommenen Wurfschaufeln der Gruppe der längeren Wurfschaufeln während des Arbeitseinsatzes mitgeführt werden und bei Bedarf auf der Schleuderscheibe angeordnet werden.
Wie vor gesagt, sind zum Einsatz des Schleuderdüngerstreuers über größere Arbeitsbreiten, beispielsweise bis 48m die Gruppe der längeren und die Gruppe der kürzeren Wurfschaufeln auf der Schleuderscheibe angeordnet, während beim Einsatz des Schleuderdüngerstreuers für kleinere Arbeitsbereiten bis bzw. 24m die Gruppe der längeren Wurfschaufeln von der Schleuderscheibe abgenommen und der Schleuderstreuer dann nur mit der Gruppe der kürzeren Wurfschaufeln zum Einsatz kommt.
In machen Fällen kann es sinnvoll sein, dass die in nicht dargestellter Weise zumindest einige der Wurfschaufeln in Scheibenebene winkelverschwenkbar und in zumindest zwei Positionen mittels entsprechender Arretierungselemente feststellbar sind.