Etagenofen
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Etagenofen sowie ein Verfahren zur thermischen Behandlung von feinkörnigem oder pulverförmigem Material in einem Etagenofen.
Etagenofen werden eingesetzt z. B. beim Trocknen von feinkörnigem oder pulverförmigem Mateπal, bei der pyrometallischen Behandlung von Reststoffen und bei der direkten Reduktion von Eisenerz. Aus der DE 1 225 673 ist z. B. ein solches Verfahren zur trocknen Reduktion von feinem Eisenerz in einem Etagenofen bekannt.
Das Ofenmauerwerk von solchen Etagenofen ist von einem Blechmantel umgeben. Auf den jeweiligen Etagen sind Arme drehbeweglich angeordnet. Die Arme sind mit Rührzähnen oder Krählern versehen die die Aufgabe haben, das Material auf einer Spiralbahn entweder von innen nach außen oder von außen nach innen zu fördern, damit es durch die am Außen- oder am Innenumfang der Etage vorgesehenen Fallöffnugen in die nächstuntere Etage fallen kann und auf diese Weise den Etagenofen von oben nach unten durchwandert.
Die Gase hingegen strömen mit relativ hoher Geschwindigkeit von unten nach oben durch den Etagenofen und tragen dabei große Mengen an Staub aus dem Etagenofen aus. Die Abgase werden entstaubt und die Stäube wieder zurück in den Etagenofen geführt. Je feiner das zu behandelnde Material um so größer die ausgetragenen Mengen an Staub.
Aufgabe der Erfindung ist es einen Etagenofen bereit zu stellen in dem der Austrag von feinkörnigem oder pulverförmigem Mateπal zusammen mit den Abgasen vermindert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Etagenofen, welcher mehrere übereinanderliegende, freitragende Etagen aufweist, eine drehbare Welle mit mehreren Armen die die Etagen überragen und so ausgeführt sind, daß sie feinkörniges oder pulverförmiges Material von oben nach unten durch den Etagenofen transferieren wobei das Material auf einer Etagen spiralförmig
ERSATZBLAH (REGEL 26)
von innen nach außen und von dort durch Fallöffnugen auf die jeweils darunterliegende Etage befördert werden und anschließend spiralförmig von außen nach innen und von dort durch Fallöffnugen auf die jeweils darunterliegende Etage befördert werden. Der Etagenofen ist dadurch gekennzeichnet, daß auf verschiedenen Etagen mindestens ein Arm ein Fallrohr aufweist durch den das Material auf die jeweils untere Etage befördert wird.
In dem erfindungsgemäßen Etagenofen ist demnach der Materialfluß vom Gasstrom getrennt. Die Arme sind so ausgelegt, daß das Material nur durch jeweils die Fallöffnung(en) auf die darunter liegende Etage fällt unter welcher sich gerade der Arm (die Arme) mit dem Fallrohr befindet (befinden). Die Arme die das Mateπal durch die Fallöffnungen auf die darunterliegende Etage befördern, drehen sich synchron mit den Armen der jeweils darunterliegenden Etage mit den entsprechend angebrachten Fallrohren, so daß das Material durch die Fallrohre auf die Etage fällt. Unter der Fallöffnung durch die gerade Material fällt, befindet sich jeweils ein Fallrohr das weitgehend verhindert, daß das nach oben strömende Gas durch diese Fallöffnung strömt und Staub mitreißt. Das Gas strömt viel mehr durch die anderen Fallöffnugen die nicht durch das Fallrohr abgedeckt sind, nach oben. Dadurch wird weit weniger feinkörniges bzw. pulverförmiges Material mit den Abgasen aus dem Eta- genofen getragen.
Es ist jedoch nicht notwendig alle Etagen mit solchen Fallrohren auszustatten. Oft genügt es die oberen Etagen so auszustatten, um zu verhindern, daß größere Mengen an Staub aus dem Etagenofen ausgetragen werden.
Unter feinkörnigem bzw. pulverförmigen Material versteht man im Zusammen- hang mit der vorliegenden Erfindung, Material das einen relativ großen Anteil an Material das eine feine Granulometrie aufweist. Das Material muß dabei keine einheitliche Korngrößenverteilung aufweisen.
Vorzugsweise ist auf der ersten Etage, kein Arm mit einem Fallrohr ausgestattet, da das Material durch eine feststehende Öffnung in den Etagenofen eingebracht wird.
Gemäß einem anderen Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur thermischen Behandlung von feinkörnigem bzw. pulverförmigem Material in einem Etagenofen vorgestellt, welcher mehrere übereinanderliegende, freitragende Etagen aufweist, eine drehbare Welle mit mehreren Armen die die Etagen überragen und so angeordnet sind, daß sie das Material von oben nach unten durch den Etagenofen transferieren wobei das Material auf einer Etagen spiralförmig von innen nach außen und von dort durch Fallöffnugen auf die jeweils darunterliegende Etage befördert werden und anschließend spiralförmig von außen nach innen und von dort durch Fallöffnugen auf die jeweils darun- terliegende Etage befördert werden und ein Gasstrom von unten nach oben durch den Etagenofen geleitet wird. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß der Materialfluß vom Gasstrom getrennt ist.
Vorteilhaft wird das Material durch eine andere Fallöffnung geleitet als der Gasstrom. Die vorliegende Erfindung kann bei den verschiedensten Verfahren zur Behandlung von feinkörnigem bzw. pulverförmigem oder aber staubhaltigem Material angewendet werden, sei es zum Trockenen oder bei der thermischen Behandlung von festem Mateπal wobei unter thermischen Behandlung nur Erhitzen oder aber auch pyrometailische Behandlungen zu verstehen sind. Pyrometailische Behandlungen sind zum Beispiel Reduktionen von verschiedenen Metalloxiden, oder Verwertung und Trennung von Reststoffen wobei die Oxide sequentiell reduziert und aus dem Etagenofen entweder gasförmig oder als feste Stoffe ausgetragen werden.
Etagenofen eignen sich auch zur thermischen Behandlung schwermetallhaltiger Reststoffen wie z.B. Schlämmen aus Oberflächenbehandlungs-, Beiz- und Säuberungs-, Metalisierungs- und Verzinnungsverfahren von Metallteilen.
Bei solchen Verfahren fallen große Mengen an schwermetallhaltigen Reststoffen in Form von Schlamm oder Staub an. Diese Reststoffe fallen z.B. bei dem Filtrieren der Tauchbäder an und enthalten nebst großen Mengen an Wasser verschiedene Metalle wie z.B. Zink, Nickel, Molybden, Koblad, Kupfer, Eisen in Form von Hydroxiden, Chloriden und Sulfaten. Diese Schlämme können in
Etagenofen behandelt werden und die verschiedenen Metalle getrennt und wiederverwertet werden..
Im folgenden wird nun eine Ausgestaltung der Erfindung anhand der beiliegenden Figuren beschrieben. Es zeigen: Fig.1 : einen Schnitt durch einen Etagenofen,
Fig.2: einen Teil eines Etagenofens im Axialschnitt
Fig.3: einen Schnitt durch Fig. 2 nach A-A,
Fig.4: einen Schnitt durch Fig. 2 nach B-B.
Die Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch einen Etagenofen 10, der mehrere - in diesem Fall elf - übereinander liegende Etagen 12 aufweist. Diese freitragenden Etagen 12, sowie der Mantel 14, Deckel 16 und der Boden 18 des Ofens sind aus feuerfestem Material.
Im Deckel 16 des Ofens 10 ist ein Abzug 26 vorgesehen, durch den die Gase aus dem Ofen evakuiert werden können und eine Öffnung 28, durch die das feinkörnige bzw. pulverförmige Material auf die oberste Etage aufgetragen werden kann.
Bei diesem Material handelt es sich zum Beispiel um Eisenerz, Filterstäube verschiedenster Herkunft, metalloxidhaltige Reststoffe die Blei-, Zink-, Nickel- Eisenoxide u.a. enthalten, usw. Etagenofen eignen sich auch zur Behandlung von Schlämmen, die zuerst in den obersten Etagen des Etagenofen getrocknet werden und anschließend, falls erforderlich, behandelt werden. Dieses Material kann mit Reduktionsmitteln und anderen Hilfsstoffen vermischt werden, bevor oder nachdem es in den Etagenofen eingebracht wird.
In der Mitte des Ofens ist eine Welle 20 angebracht, an der Arme 22 befestigt sind, die über die jeweiligen Etagen ragen.
Die Welle weist einen Zahnkranz auf, und sie ist in einem Spuriager gelagert. Der Antrieb des Zahnkranzes erfolgt durch ein Ritzel. Die Antriebsbewegung für das Ritzel wird von einem Elektromotor über ein Untersetzungsgetriebe, eine Kupplung und eine Antriebswelle übertragen.
Die Welle 20 und die Arme 22 sind luftgekühlt und an den Arme sind Öffnungen 24 vorgesehen, durch die die Luft in das Innere des Ofens strömen kann und dort zur Nachverbrennung genutzt werden kann.
In den Seitenwänden des Ofens 10 ist - normalerweise im oberen Drittel - mindestens eine Einlaßöffnung 30 angebracht, durch die Reduktionsmittel oder andere Hilfsstoffe in den Ofen eingetragen werden können. Die Reduktionsmittel können sowohl gasförmig als auch in flüssiger oder fester Form vorliegen. Bei den Reduktionsmitteln handelt es sich um Kohlenmonoxid, Wasserstoff, Erdgas, Erdöl und Erdölderivate, oder um feste Kohlenstoffträger, wie z.B. um Braunkohlekoks, Petrolkoks, Hochofenstaub, Kohle, o.a.. Der Kohlenstoffträger, der auf eine weiter unten im Ofen 10 liegende Etage eingebracht wird, wird dort durch die Arme 22 mit dem erhitzten, pulverförmigem Material vermischt. Durch die hohe Temperatur und durch die Gegenwart von Kohlenmonoxid werden die im pulverförmigem Mateπal enthaltenen Oxide während des Transportes durch den Etagenofen 10 nach und nach reduziert.
In der unteren Hälfte der Seitenwand sind Düsen 32 zum Einblasen von heißen (350°C bis 500°C), sauerstoffhaltigen Gasen vorgesehen, durch die man Luft oder ein anderes sauerstoffhaltiges Gas in den Ofen 10 eingeben kann. Durch die hohen Temperaturen und durch die Gegenwart von Sauerstoff verbrennt ein Teil des Kohlenstoffs zu Kohlendioxid, der wiederum mit dem im Überschuß vorhandenen Kohlenstoff reagiert und zu Kohlenmonoxid umgewandelt wird. Das Kohlenmonoxid reduziert schließlich die Oxide. Da diese Reaktion überwiegend endotherm ist, ist es sinnvoll, im unteren Teil des Ofens Brenner 34 anzubringen, die eine gleichbleibend hohe Temperatur in den untersten Etagen des Ofens sicherstellen. Hier können Gas- oder Kohlenstaubbrenner eingesetzt werden.
Diese Brenner 34 können zur Vorheizung und/oder zum Zusatzheizen mit Gas oder Kohlenstaub mit Luft befeuert werden. Durch das Mengenverhältnis zwischen Sauerstoff und Brennmaterial kann ein zusätzliches Reduktionsgas erzeugt werden oder bei Luftüberschuß wird ein Nachverbrennen der Prozeßgase erreicht. Im Falle einer Kohlenstaubfeuerung kann im Brenner ein Über-
schuß an Kohlenmonoxid erzeugt werden. Bei außenliegenden Brennkammern kann vermieden werden, daß die Asche der verbrannten Kohle in den Ofen gelangt. Die Temperaturen in den Brennkammern werden so gewählt, daß die anfallende Schlacke flüssig abgezogen werden kann und in verglaster Form entsorgt werden kann. Durch die Erzeugung von Kohlenmonoxid wird der Verbrauch an festen Kohlenstoffträgern im Ofen 10 reduziert und somit auch der Aschegehalt im fertigen Produkt.
In der Seitenwand des Ofens sind auf der Höhe der mittleren Etagen Öffnungen 36 vorgesehen, durch die heiße Gase aus dem Ofen entnommen werden können.
In der letzten oder in den beiden letzten Etagen ist die Zugabe eines gasförmigen Reduktionsmittels, z.B. Kohlenmonoxid oder Wasserstoff durch spezielle Düsen 37, vorgesehen. In dieser Atmosphäre mit erhöhtem Reduktionspotential kann die Reduktion des Erzes vervollständigt werden. Anschließend wird das behandelte Material durch den Auslaß 39 im Boden 18 des Ofens 10 zusammen mit der Asche der Reduktionsmittel ausgetragen.
Dieser Ofen 10 erlaubt es, noch verschiedene Problemabfälle, wie z.B. durch Metalle kontaminierte Stäube und Schlämme zu verwerten.
So können die Stäube oder Schlämme durch die Öffnung 28 im Deckel 16 in den Etagenofen 10 eingegeben werden. Metalloxidhaltige Stäube und Schlämme können zusammen mit den festen Reduktionsmitteln durch die Einlaßöffnung 28 oder nach den festen Reduktionsmitteln durch eine oder mehrere Öffnungen in der Seitenwand in den Ofen 10 eingebracht werden.
Ein Teil der Gase, die im Ofen nach oben strömen können durch einen Ab- saugstutzen in der Seitenwand aus dem Ofen 10 absaugen und weiter oben durch einen Einlaß wieder in den Ofen 10 einblasen werden. Das Gas mit einem relativ hohem Gehalt an reduziertem, verdampftem Metall kann dann getrennt gereinigt werden bevor es gegebenenfalls wieder in den Etagenofen eingeblasen wird.
Die Fig. 2 zeigt einen Teil eines Etagenofens im Axiaischnitt. Auf dieser Fig. sind nur die drei ersten übereinanderlegenden Etagen dargestellt.
Die Arme 22 sind im allgemeinen gegenüberliegend angeordnet, wobei normalerweise je Etage vier Arme vorgesehen sind. Auf je einem Arm pro Etage, außer auf der ersten, ist ein Fallrohr 42 angebracht das die Fallöffnungen 44 auf der nächsthöher liegenden Etage abdeckt.
Die Arme 22 sind mit Rührzähnen 46 oder Krählern versehen die die Aufgabe haben, das pulverförmige Mateπal auf einer Spiralbahn 48 entweder von innen nach außen oder von außen nach innen zu fördern, damit es durch die am Außen- oder am Innenumfang der Etage vorgesehen Fallöffnugen 44 in die nächstuntere Etage fallen kann und auf diese Weise den Etagenofen von oben nach unten durchwandert (siehe auch Fig. 3 und 4).
Während dieser Zeit wird das pulverförmige Material ungefähr 600°C bis 1200°C erhitzt. Die Rührzähne 46 sind so angeordnet, daß immer nur ein Arm 22 pro Etage das pulverförmige Material durch die Fallöffnungen 44 befördert. Auf der darunterliegenden Etage ist an dem Arm der sich unter dem Arm dreht der das pulverförmige Material durch die Fallöffnung befördert ein Fallrohr 42 auf der Höhe der Fallöffnungen 44 angebracht. Durch die synchrone Drehung der beiden Arme deckt das Fallrohr immer die Fallöffnung ab durch das pulverförmige Material gerade auf die Etage rieselt. Das Fallrohr ist so ausgelegt, daß nur eine geringe Menge Gas durch das Fallrohr nach oben gelangen kann. Da die anderen Fallöffnungen frei sind, wird das Gas durch diese Öffnungen nach oben streben. Da sich kaum Gas durch das Fallrohr nach oben bewegt, wird auch kaum pulverförmige Material mitgerissen. Die Staubkonzentration in den Abgasen ist dadurch wesentlich geringer als in den konventionellen Etagenofen.
Bei größeren Etagenofen kann man natürlich zwei oder mehr Fallrohre auf einzelnen Etagen vorsehen. In einem solchen Fall sind die entsprechenden
Arme auf der darüberliegenden Etage so ausgeführt das durch jedes der Falllrohre Material auf die darunterliegende Etage befördert wird.