Kältemaschine
Gegenstand der Erfindung ist eine Kältemaschine nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Eine Kältemaschine ist eine Einrichtung zur Erzeugung tie¬ fer Temperaturen. Sie soll einem System, dessen Temperatur unter der Umgebungstemperatur liegt, Wärme entziehen, um diese bei höherer Temperatur an die Umgebung abzugeben. Der Wärmetransport wird von einem Kältemittel als Wärme¬ träger übernommen, das meistens in einem geschlossenen Kreislauf geführt wird. Dabei werden flüssige Kältemittel verwendet, die bei Verdampfung große Wärmemengen aufnehmen und bei Kondensation wieder abgeben. Zur Ausnutzung dieser
Verdampfungs- und Kondensationswärme weisen Kältemaschinen einen dem zu kühlenden System Wärme entziehenden Verdamp¬ fer und einen an die Umgebung Wärme abgebenden Kondensator für das Kühlmittel auf. Dabei wird ausgenutzt, daß der Siedepunkt des Kältemittels mit dem Druck steigt, indem die Verdampfung bei verhältnismäßig geringem Druck und un¬ ter Umgebungstemperatur und die Kondensation bei höherem Druck und über Umgebungstemperatur durchgeführt wird. Hierdurch ist zwischen Verdampfer und Kondensator eine Verdichtung des Kältemittels und zwischen Kondensator und Verdampfer eine Entspannung des Kältemittels über ein Drosselorgan erforderlich. Die einzelnen Bauarten der Käl¬ temaschinen unterscheiden sich im Prinzip nur in der Art der Verdichtung des Kältemittels.
Bei der Kompressions-Kältemaschine wird der Kältemittel¬ dampf mit einem mechanischen Kompressor vom Verdampfer an¬ gesaugt, verdichtet und in den Kondensator gefördert. Da¬ bei kommen hauptsächlich Halogenkohlenwasserstoffe zum Einsatz. Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe werden für ozon¬ schädlich gehalten, so daß der Einsatz derartiger Kältema¬ schinen problematisch ist.
Bei der Absorptions-Kälteanlage wird der mechanische Kom¬ pressor durch einen thermischen ersetzt. In der kontinu-
ierlich arbeitenden Absorptionsmaschine wird der Kältemit¬ teldampf dadurch verdichtet, daß er im Absorber bei nie¬ drigem Druck von der armen Lösung absorbiert und im Aus¬ treiber bei hohem Druck aus der reichen Lösung ausgetrie¬ ben wird. Die beiden bekanntesten Stoffpaare für diesen Prozeß der Kälteerzeugung sind Ammoniak/Wasser und Wasser/ Lithiumbromidlösung. Derartige Anlagen sind technisch ver¬ hältnismäßig aufwendig.
Ferner ist die Dampfstrahl-Kältemaschine bekannt, bei der zum Absaugen und Verdichten der Kältemitteldämpfe ein DampfStrahlverdichter benutzt wird. Der Treibdampf gelangt durch eine Treibdüse in eine Kammer des Verdichters, in der er expandierend mit hoher Geschwindigkeit Kältemittel¬ dampf ansaugt und mischt. In einem anschließenden Diffusor wird die Geschwindigkeitsenergie in Druckenergie zurück¬ verwandelt, so daß am Diffusoraustritt Kondensationsdruck herrscht. Die Vorgänge sind mit erheblichen Verlusten ver¬ bunden und der maximale Wirkungsgrad beträgt 22 bis 26 %.
Die Dampfstrahl-Kältemaschine hat jedoch den Vorteil, daß sie mit Wasser, d.h. einem unschädlichen Kältemittel ar¬ beitet. Wenn auf Temperaturen von -2 bis +10"C gekühlt werden soll, muß allerdings im Verdampfer mit verhältnis¬ mäßig geringen Drucken gearbeitet werden (die Siedepunkte
von Wasser betragen beispielsweise bei 760 Torr +100°C und bei 4,579 Torr 0°C). Diese Kältemaschine wird also als Va¬ kuumanlage betrieben. Die großen Wasserdampfmengen aus dem Verdampfer können von einem DampfStrahlverdichter auch im Vakuum verarbeitet werden.
Die Dampfstrahl-Kältemaschine hat außer dem geringen Wir¬ kungsgrad des DampfStrahlverdichters den Nachteil, daß Treibdampf zur Verfügung gestellt werden muß. In der Regel ist deshalb ihre Anwendung auf Fälle beschränkt, in denen Prozeß- oder Abdampf benutzt werden kann.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Kältemaschine zu schaffen, die ein unschädliches Käl¬ temittel enthält, mit besserem Wirkungsgrad arbeitet und nicht auf ein von außen zugeführtes Treibmittel angewiesen ist.
Die Lösung dieser Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen enthalten.
Eine erfindungsgemäße Kältemaschine entspricht in ihrem Aufbau im wesentlichen einer bekannten Dampfstrahl-Kälte¬ maschine. Jedoch ist anstatt eines DampfStrahlverdichters
ein Treibmittelverdichter vorgesehen, dessen Zentrifugal- beschleunigungsstrecke eine gesteigerte Saugleistung auf¬ weist. Als Treibmittel wird vorzugsweise flüssiges Kreis¬ laufwasser aus dem Kondensator verwendet, so daß keine ex¬ terne Treibmittelzufuhr erforderlich ist. Infolge des Be¬ triebs mit flüssigem Wasser kann der Treibmittelverdichter zugleich als Einspritzkondensator wirken und zumindest ei¬ nen Teil der Kondensationsleistung übernehmen.
Der Treibmittelverdichter arbeitet besonders effektiv, wenn Treibmittelflüssigkeitsteilchen in dem die Zentrifu- galbeschleunigungsstrecke begrenzenden Ringkanal mehrfach um den Wasserdampfeinlaß geführt werden und dabei auf die¬ sen wiederholt eine Saugwirkung ausüben. Zur Förderung eines Treibmittelumlaufes kann der Treibmitteleinlaß an der Mündung eines in Umfangsrichtung des Ringkanals wei¬ senden Treibmittelzuführkanals ausgeführt sein. Die Was¬ serdampfansaugung wird begünstigt, wenn der Wasserdampf- einlaß an der Mündung eines in dieselbe Umfangsrichtung weisenden Wasserdampfzuführkanals ausgebildet ist. Der Wasserdampfzuführkanal kann mehrere in Umfangsrichtung ge¬ staffelt angeordnete Leitbleche enthalten, die sich über einen beträchtlichen Teil des Ringkanal-Umfanges er¬ strecken können. Hierdurch können für die großen Dampf-An¬ saugvolumina ausreichend große Ansaugquerschnitte zur Ver-
fügung gestellt werden, die etwa denjenigen der Dampf-An¬ saugrohre entsprechen können. Für einen möglichst stö¬ rungsarmen Gemischabzug kann der Gemischauslaß an der Mün¬ dung eines entgegen dieser Umfangsrichtung weisenden Ge¬ mischabführkanals ausgebildet sein.
Bevorzugt hat der Treibmitteleinlaß für das flüssige Treibmittel einen kleineren Querschnitt als der Wasser¬ dampfeinlaß, wodurch hohe Dampfdurchsätze begünstigt wer¬ den. Weiterhin bevorzugt hat der Gemischauslaß einen größeren Querschnitt als der Treibmitteleinlaß, so daß das Gemisch in ausreichendem Maße störungsfrei abgezogen wird. Weiterhin vorzugsweise hat der Gemischauslaß einen kleine¬ ren Querschnitt als der Wasserdampfeinlaß, was den Aufbau eines Unterdruckes im Einlaßbereich und eine mehrfache Führung der Treibmittelteilchen durch den Ringkanal begün¬ stigt.
Vorzugsweise sind Treibmitteleinlaß, Wasserdampfeinlaß und Gemischauslaß entlang des Umfangs des Ringkanals jeweils voneinander beabstandet. Da ein maximaler Saugeffekt in Strömungsrichtung vor dem Treibmitteleinlaß zu erwarten ist, wird man diesen vorteilhaft in einer Umfangsrichtung des Ringkanals dem Wasserdampfeinlaß nachordnen und dem Gemischauslaß vorordnen.
Bei der Wasserpumpe für die Treibmittelförderung kann es sich um eine Pumpe herkömmlicher Art bzw. um eine Hoch¬ druckpumpe handeln. Der Treibmittelverdichter kann raum¬ sparend und ohne rotierende Teile ausgebildet sein. Bei einer bevorzugten praktischen Ausführung hat der Treibmit¬ telverdichter ein topfartiges Gehäuse, eine darin einge¬ setzte Scheibe und einen abdichtend auf der Scheibe und einem Rand des Gehäuses festgelegten Deckel. In einem Ab¬ standsbereich zwischen dem Außenumfang der Scheibe und dem Innenumfang der Wand des topfartigen Gehäuses ist der Ringkanal ausgebildet, der unten vom Gehäuseboden und oben vom Gehäusedeckel geschlossen ist.
Bevorzugt sind in der Scheibe ein Treibmittel- und ein Wasserdampfzuführkanal und ein Gemischabführkanal ausge¬ bildet. Diese haben jeweils einenends am Außenumfang der Scheibe eine Mündung, welche den Treibmitteleinlaß, Was¬ serdampfeinlaß oder Gemischauslaß bilden. Anderenends kom¬ munizieren sie jeweils mit einer Gehäusebohrung für Treib¬ mittelzufuhr, Wasserzufuhr oder Gemischabfuhr. Bei dieser Konstruktion gelangen Treibmittel und Wasserdampf durch die Gehäusebohrungen und ihre Zuführkanäle sowie die Ein¬ lasse in den Ringkanal und werden diesem durch Auslaß, Ge¬ mischabführkanal und zugeordneter Gehäusebohrung entzogen. Durch tangentiale Ausrichtung von Treibmittelzuführkanal,
Wasserdampfzuführkanal und Gemischabfuhrkanal zum Ringka¬ nal werden die Strömungsverhältnisse darin günstig beein¬ flußt. Aus demselben Grunde können sich Treibmittelzuführ¬ kanal, Wasserdampfzuführkanal und Gemischabführkanal zu ihren Mündungen am Außenumfang der Scheibe hin allmählich erweitern. Ebenfalls aus strömungstechnischen Gründen kön¬ nen Treibmittelzuführkanal, Wasserdampfzuführkanal und Ge¬ mischabführkanal anderenends jeweils in einen Sammelraum der Scheibe münden. Die Sammelräume können einfach jeweils als senkrecht zur Scheibe angeordnete Bohrungen ausgebil¬ det sein und werden dann von Gehäusedeckel und Gehäusebo¬ den geschlossen, welche die zugeordnete Gehäusebohrung aufweisen. Bevorzugt sind Treibmittelzuführkanal, Wasser¬ dampfzuführkanal und Gemischabführkanal jeweils etwa tan- gential zum zugeordneten Sammelraum ausgerichtet. Günstig für die feste Installation von Zuführ- und Abführleitungen ist, wenn die Gehäusebohrungen für Treibmittel, Wasser¬ dampf und Gemisch jeweils im Gehäuseboden ausgebildet sind.
Ein anderer Treibmittelverdichter hat ein zu einem Ring geschlossenes und den Ringkanal begrenzendes Rohr (Ring¬ rohr), wobei der Treibmitteleinlaß, Wasserdampfeinlaß und Gemischauslaß durch die Rohrwandung geführt sind. Bevorzug sind Treibmitteleinlaß, Wasserdampfeinlaß und Gemischaus-
laß jeweils an den Mündungen durch die Rohrwandungen ge¬ führter Tauchrohre ausgebildet.
Entscheidend für die Formgebung des Ringkanals ist, daß er die Strömung auf einem geschlossenen Bogen führt. Unter dieser Voraussetzung kann er verschiedene Formen und Quer¬ schnitte aufweisen. Bevorzugt folgt der Ringkanal jedoch einem Kreisbogen. Wenn der Treibmittelverdichter als Topf mit Scheibe ausgebildet ist, hat er vorzugsweise einen Rechteckquerschnitt. Bei Ausbildung als Ringrohr weist er bevorzugt einen Kreisquerschnitt auf. Der Querschnitt kann sich in Umfangsrichtung ndern, beispielsweise im Einla߬ bereich verringern und im Auslaßbereich vergrößern.
Die vorgenannten Treibmittelverdichter sind sehr platzspa¬ rend und einfach ausführbar und eignen sich deshalb sowohl für gewerblich, als auch für privat genutzte Kälteanlagen.
Der Gemischauslaß des Treibmittelverdichters kann über ei¬ nen Diffusor mit dem Kondensator verbunden sein. Der Dif- fusor ist ein in der Strömungsrichtung allmählich erwei¬ tertes Kanalstück, in dem die Strömungsgeschwindigkeit des Gemischs in Druck umgesetzt wird. Auf diese Weise wird das Erreichen des Kondensationsdruckes sichergestellt.
Eine weitere Ausgestaltung sieht zumindest einen weiteren Treibmittelverdichter vor, dessen Treibmitteleinlaß über eine Wasserpumpe mit dem Kondensator verbunden ist, dessen Wasserdampfeinlaß mit einem Wasserdampfräum des Kondensa¬ tors verbunden ist und dessen Gemischauslaß mit dem Kon¬ densator verbunden ist. Dieser Treibmittelverdichter be¬ wirkt eine Kondensation von Wasserdampf, der sich im Was¬ serdampfraum des Kondensators befindet und verbessert den Gesamtwirkungsgrad der Kälteanlage. Bevorzugt ist der Ge¬ mischauslaß des weiteren Treibmittelverdichters über einen weiteren Kondensator mit dem Kondensator verbunden. Der Wasserdampfräum des weiteren Kondensators kann wiederum mit einem nächsten Treibmittelverdichter verbunden sein. Sämtliche Treibmittelverdichter können von derselben Was¬ serpumpe gespeist sein.
Für hohe Kälteleistungen müssen große Dampfvolumina bewäl¬ tigt werden. Wenn mit einem einzigen Treibmittelverdichter gearbeitet werden soll, braucht dieser dann große Ansaug- und Strömungsquerschnitte. Außerdem werden durch einen er¬ heblichen Ringumfang große Strömungsgeschwindigkeiten er¬ reicht, welche das Erreichen des Kondensationsdruckes be¬ günstigen. Wenn man mehrere Treibmittelverdichter mit zu¬ einander parallelen Ringkanälen übereinanderstapelt und deren Einlasse und Auslässe parallel schaltet, werden
große Strömungsquerschnitte vermieden und kann die Kälte¬ maschine besonders raumsparend aufgebaut werden. Wenn man mehrere Treibmittelverdichter so hintereinanderschaltet, daß jeweils der Gemischauslaß eines vorgeordneten mit dem Wasserdampfeinlaß eines nachgeordneten Treibmittelverdich¬ ters und die Treibmitteleinlässe jeweils mit der Wasser¬ pumpe verbunden sind, werden hohe Strömungsgeschwindigkei¬ ten erreicht. Die Steigerung der Strömungsgeschwindigkeit ist zumindest auf die Zugabe weiteren Treibmittels in der jeweils nachfolgenden Verdichterstufe zurückzuführen. Zu¬ sätzlich kann der jeweilige Strömungsquerschnitt des Ring¬ kanals verringert werden. Mit einem solchen Verdichterpa¬ ket werden hohe Strömungsgeschwindigkeiten erreicht, die an einem nachgeordneten Diffusor in den erforderlichen Kondensationsdruck umgesetzt werden können.
Die erfindungsgemäße Kältemaschine ist nicht auf den Ein¬ satz von Wasser als Kältemittel beschränkt. Vielmehr kann auch Wasserdampf oder Dampf eines anderen herkömmlichen Kältemittels als Treibmittel verwendet werden, wobei der Kältemitteldampf von einem Dampferzeuger erzeugt werden kann, welcher der Pumpeinrichtung am Ausgang des Kondensa¬ tors nach- und dem Treibmitteleinlaß vorgeschaltet ist.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnungen, die eine bevorzugte Ausgestaltung zeigen. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 ein Fließbild einer Kältemaschine mit zwei Treib¬ mittelverdichtern sowie zwei Kondensatoren;
Fig. 2 Treibmittelverdichter derselben Kältemaschine in stark schematisiertem, vergrößertem Schnitt;
Fig. 3 Scheibe eines anderen Treibmittelverdichters der¬ selben Kältemaschine in stark vergrößertem Schnitt;
Fig. 4 weiterer Treibmittelverdichter für dieselbe Kälte¬ maschine in stark schematisiertem, vergrößertem Schnitt.
Die Kältemaschine gemäß Fig. 1 hat einen Verdampfer 1, der teilweise mit Wasser 2 als Kältemittel gefüllt ist. Der Dampfraum des Verdampfers 1 ist über eine Saugleitung 3 mit einem Treibmittelverdichter 4 verbunden. Der Treibmit¬ telverdichter 4 ist wiederum über eine Druckleitung 5 an einen Kondensator 6 angeschlossen.
Vom Dampfraum des Kondensators 6 aus geht eine weitere
Saugleitung 3' zu einem weiteren Treibmittelverdichter 4'. Von diesem aus führt eine weitere Druckleitung 5' zu einem weiteren Kondensator 6'.
Der Kondensator 6 ist über eine bodenseitige Saugleitung 7 mit einer Pumpe 8 verbunden und vom Kondensator 6' führt eine bodenseitige Saugleitung 7' zum Kondensator 6. Die Wasserpumpe 8 speist über eine Druckleitung 9 und ein da¬ rin befindliches Drosselorgan 10 Wasser 2 im Bodenbereich des Verdampfers 1 ein. Außerdem ist die Druckleitung 9 pa¬ rallel mit den beiden Treibmittelverdichtern 4, 4' verbun¬ den. Diese Anlage arbeitet wie folgt:
Mittels einer - nicht gezeigten - Vakuumpumpe wird die An¬ lage evakuiert, so daß insbesondere im Verdampfer 1 ein Druck von etwa 4,5 bis 5 Torr herrscht. Die Vakuumpumpe hält diesen Druck im Verdampfer 1 durch intermittierendes Arbeiten aufrecht. Bei diesem Druck verdampft das im Ver¬ dampfer 1 befindliche Wasser bei einer Temperatur von et¬ was mehr als 0 °C. Dieses ist die Kühltemperatur, auf die der Verdampfer ein zugeordnetes System zu kühlen vermag.
Außerdem arbeitet die Wasserpumpe 8, wobei sie den Treib¬ mittelverdichter 4 einen kontinuierlichen Wasserstrom zu¬ führt. Dieses Wasser fungiert im Treibmittelverdichter 4
als Treibmittel, das in einer Zentrifugalbeschleunigungs- strecke eine Sogwirkung erzeugt. Der Sog wirkt in der Saugleitung 3, durch die Wasserdampf vom Verdampfer 1 ab¬ gezogen wird. Im Treibmittelverdichter 4 wird das flüssige mit dem dampfförmigen Wasser gemischt, wobei ein Ringkanal mehrfach durchlaufen werden kann. Auf Einzelheiten des Treibmittelsverdichters 4 wird unten noch eingegangen.
Mit hoher Geschwindigkeit verläßt das Gemisch den Treib¬ mittelverdichter 4 und gelangt über eine - nicht gezeig¬ te - Venturidüse über die Druckleitung 5 in den Kondensa¬ tor 6. Dort herrscht Kondensationsdruck, so daß Wasser 2 in flüssiger Form anfällt und über die Saugleitung 7 in die Pumpe 8 abgezogen und im Kreis gefördert werden kann.
Die Pumpe 8 stellt nicht nur Wasser zum Betrieb der Treib¬ mittelverdichter 4, 4', sondern auch Wasser als Kältemit¬ tel für den Verdampfer 1 zur Verfügung. Hierfür speist sie über die Druckleitung 9 und ein Drosselorgan 10 in den Bo¬ denbereich 1 des Verdampfers 1 ein, wobei das Drosselorgan eine Absenkung des Druckes auf Verdampfungsdruck ermög¬ licht.
Der parallel von der Pumpe 8 gespeiste Treibmittelverdich¬ ter 4' saugt über die Saugleitung 3' Wasserdampf aus dem
Wasserdampfräum des Kondensators 6 ab. Die Funktionsweise des Treibmittelverdichters 4' stimmt mit derjenigen des Verdichters 4 überein. Somit gelangt über eine - ebenfalls nicht dargestellte - Venturidüse ein Gemisch aus Wasser und Wasserdampf bei Kondensationsdruck durch die Drucklei¬ tung 5' in den Kondensator 6'. Dort fällt der überwiegende Rest des Wasserdampfes als Kondensat 2 aus und wird über eine Saugleitung 7' in den Kondensator 6 und von dort mit der Pumpe 8 abgezogen.
Gemäß Fig. 2 kann der Treibmittelverdichter 4 ein topfar¬ tiges Gehäuse 11 mit einer darin eingesetzten Scheibe 12 haben. Zwischen Wand 13 des Gehäuses 11 und Außenumfang 14 der Scheibe 12 ist der Ringkanal 15 ausgebildet, der unten von einem Gehäuseboden 16 verschlossen ist. Oben wird der Ringkanal 15 von einem - nicht dargestellten - Gehäuse¬ deckel geschlossen, der dichtend an der Oberseite der Scheibe 12 sowie am Gehäusemantel 11 anliegt und an letz¬ terem befestigt ist.
Die Scheibe 12 hat einen Treibmittelzuführkanal 17, einen Wasserdampfzuführkanal 18 und einen Gemischabführkanal 19. Diese Kanäle erweitern sich zu ihren jeweiligen Mündungen am Außenumfang der Scheibe 12 hin, welche den Treibmittel¬ einlaß 20, Wasserdampfeinlaß 21 und Gemischauslaß 22 bil-
den. Anderenends haben die Kanäle 17, 18, 19 jeweils einen Sammelraum 23, 24, 25, die als Bohrung senkrecht zur Scheibe 12 ausgebildet sind. Die Kanäle 17, 18, 19 münden tangential in die Sammelräume 23, 24, 25 ein. Im Gehäuse¬ boden 16 befinden sich - nicht dargestellte - Gehäuseboh¬ rungen, die mit den Sammelräumen 23, 24, 25 kommunizieren und mit der Druckleitung 9, der Saugleitung 3 und der Druckleitung 5 verbunden sind.
Bei Betrieb dieses Treibmittelverdichters gelangt flüssi¬ ges Wasser durch den Treibmittelzuführkanal 17 in den Ringkanal 15 und durchströmt diesen aufgrund der Ausrich¬ tung des Zuführkanales in Richtung des Umfangspfeileε u. In Umlaufrichtung vor der Mündung 20 des Zuführkanales 17 entsteht ein Unterdruck, der ein Ansaugen von Wasserdampf durch den Wasserdampfzuführkanal 18 bewirkt. Da das Wasser von der Fliehkraft an die Außenwand 13 des Kanals 16 ge¬ drückt wird, ist der Druck am Außenumfang der Scheibe und somit an der Mündung 21 der Wasserdampfzufuhr besonders gering und die Saugwirkung besonders groß. Die Wasserpar¬ tikel können den Ringkanal 15 mehrfach in Umlaufrichtung U durchströmen, so daß deren kinetische Energie für das An¬ saugen von Wasserdampf in besonderem Maße genutzt wird. Ständig tritt jedoch ein Gemisch aus Wasser und Wasser¬ dampf aus dem Gemischauslaß 22 aus, um in sich verjüngen-
den Strömungsquerschnitten auf Kondensationsdruck gebracht zu werden. Der Wasserdampf kann zumindest teilweise be¬ reits in dem Ringkanal 15 durch Einspritzkondensation kon¬ densiert werden.
Bei einer Kleinkälteanlage beträgt typischerweise die Breite der Mündung 20 für das Treibmittel 0,5 mm, der Mün¬ dung 21 für den Wasserdampf 3,5 mm und der Mündung 22 für das Gemisch 6 mm. Der Ringkanal ist typischerweise 2 mm breit, wobei die durchschnittlichen Strömungsgeschwindig¬ keiten im Ringkanal 400 m/s betragen können. Zur Vermei¬ dung von Korrosion und Ablagerungen wird die Anlage mit destilliertem Wasser betrieben.
Die Geschwindigkeit im Ringkanal 15 wird vor allem durch den Druck des Treibmittels an der Mündung 20 bestimmt. Ho¬ he Umfangsgeschwindigkeiten in Pfeilrichtung U erhöhen die Saugleistung. Zugleich ist mit dieser Anordnung eine Ver¬ dichtung von etwa 1 : 3 möglich.
In Fig. 3 wurden sämtliche Scheibenelemente entsprechend demjenigen der Fig. 2 mit einer übereinstimmenden Bezugs¬ ziffer und einem hochgestellten Strich gekennzeichnet. Demnach hat die Scheibe 12' einen Treibmittelzuführkanal 17', einen Wasserdampfzuführkanal 18' und einen Gemischab-
führkanal 19'. Diese Kanäle erweitern sich zu ihren jewei¬ ligen Mündungen am Außenumfang der Scheibe 12' hin, welche den Treibmitteleinlaß 20', Wasserdampfeinlaß 21' und Ge¬ mischauslaß 22' bilden. Dabei hat der Treibmitteleinlaß 20' einen viel geringeren Querschnitt als der Wasserdampf¬ einlaß 21'. Der Querschnitt des Gemischauslasses 22' ist hingegen viel kleiner als der des Wasserdampfeinlasses 21', jedoch größer als der des Treibmitteleinlasses 20'. Die Kanäle 17', 18', 19' haben in der Scheibe 12' jeweils einen Sammelraum 23', 24', 25', die als Bohrung senkrecht zur Scheibenebene ausgebildet sind. Die Kanäle 17', 18', 19' münden tangential in die Sammelräume 23', 24', 25' ein. Die Größenverhältnisse der Sammelräume 23', 24', 25' entsprechen den Größenverhältnissen der jeweils mit ihnen verbunden Auslässe 17', 21' und Einlasse 19'. Die Scheibe 12' wird wie die Scheibe 12 in einen topfartigen Treibmit¬ telverdichter mit Deckel eingesetzt und darin unbeweglich gehalten. Die zuvor erläuterten Querschnitts- und Größen¬ verhältnisse begünstigen den Wirkungsgrad des Treibmittel¬ verdichters.
Gemäß Fig. 4 kann der Treibmittelverdichter 4 auch von ei¬ nem geschlossenen Rohrbogen 26 gebildet sein, welcher den Ringkanal 27 begrenzt. In den Rohrring sind abdichtend Tauchrohre 28, 29, 30 geführt, deren innere Mündungen 31,
32, 33 den Treibmitteleinlaß, den Wasserdampfeinlaß und den Gemischauslaß bilden. Auch bei diesem Konzept werden Treibmittel und Wasserdampf durch die Ausrichtung der zu¬ geordneten Tauchrohre 28, 29 in Richtung des Umlaufpfeiles U injiziert und begünstigt die Ausrichtung des Tauchrohres 30 mit seiner Auslaßöffnung 32 entgegen der Umlaufrichtung U den Gemischabzug.