DE8326484U1 - Instrument zur indirekten behandlung mit warmluftstrom und moxarauch - Google Patents
Instrument zur indirekten behandlung mit warmluftstrom und moxarauchInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Inetrument zur
indirekten Behandlung mit Warmluftetrom und Moxaraueh
nach dem Oberbegriff dee Hauptanepruchs.
'Ein derartiges Instrument wird beispielsweise von August Brodde in seinem Buch über "Brennen mit
Moxakraut", WBV Biologisch-Medizinische Verlagsgesellsohaft mbH A Co. KG., 1. Auflage, 1981, auf Seite 47,
beschrieben« Dort wird das fernöstliche Verfahren des Anräucherns mit Moxakraut unter Verwendung einer Tabaks-
pfeife zum Räuchern beschrieben, ß&s Mundstück ist danach
entfernt und sein Ansatzstück am Pfeifenkopf mit Kerzenmaterial oder Glaserkitt verschlossen. Ifi Richtung einer
Diagonalen durch den Pfeifenkopf ist außen eine Bohrung angebracht. Nach dem dort beschriebenen Verfahren legt
man eine Dosis Moxapulver in den dem Mundstück zugekehrten Winkel des Pfelfenkopfes, entzündet sie mit einem Räucherstäbchen und bläst nun mit gespitzten Lippen einen gerichteten Luftstrom über das glimmende Moxapulver, so daß
er durch die Bohröffnung mit heißem Moxa-Rauch zusammen
austritt. Hält man die Pfeife dann dicht an die Haut,
entsteht ein intensives Wärmeempfinden, das man durch Verändern der Entfernung zwischen Pfeife und Haut variieren
kann. Daß ein derartiges Instrument nicht nur primitiv im Aufbau, sondern auch in seiner Handhabung unbequem und
umständlich ist, dürfte ohne weiteres einleuchten.
Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, das eingangs genannte Instrument derart
zu verbessern, daß es einfach und schnell handhabbar ist und gleichzeitig ein möglichst hohes Maß an thera
peutischer Effektivität bietet.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, die Hitzeverträglichkeit der Haut individuell steuern
-A-
zu können, um so jedermann die für ihn optimale Ausnutzung
der Rauchwirkung in der vorgegebenen Zeiteinheit zu erzielen. Außerdem soll das Instrument möglichst einfach und preis·»
wert in der Herstellung sein, so daß eine Massenproduktion möglich ist,
das im Anspruch 1 gekennzeichnete Instrument gelöst»
Mit dem erfindungsgemäßen Instrument, das auch als Moxer bezeichnet werden kann, ist es also nunmehr
erstmals möglich geworden, den Rauch der Moxaglut in der gewünschten Weise auf dia Haut zu richten. Dabei
geht die Erfindung zunächst einmal vom Einsatz einer sog, Moxazigarre aus, die in der für die Therapie notwendigen
Menge in die Rauchkammer einbringbar und nachschiebbar ist,
wo sie ihre Rauchwirkung entfaltet. Dabei ist sie/in der
Räucherkammer auf- und abbeweglich, wodurch die Wärme wie gewünscht reguliert und die Glut im gewünschten Abstand von
der Haut gehalten werden kann. Der Gitterschutz ist erfindungsgemäß vol. jesehen, damit die Asche vom Moxakraut nicht
direkt auf die Haut fällt, sondern zurückgehalten wird.
Die Technik des Moxens sieht dabei folgendermaßen aus:
mit seiner Kappe auf die Haut der zu behandelnden Person gehalten. Sofern möglich, kann diese dieses aufgrund des
länglichen Stiels an vielen Stellen des Körpers das Instrument auch selbst applizieren. Durch denGitterschutz
der Kappe hindurch wird die Haut vom Rauch der Moxaglut angeräuchert, erwärmt, über der Haut entsteht ein Hitze-Btau, der schon bald von der Haut nicht mehr toleriert
wird. Die Hitzeverträglichkeit der Haut ist erreicht. Der Moxer kann nun leicht ( 1 bis 2 cm) angehoben und wieder
auf die Haut abgesenkt werden. Hierbei kann der heiße
Rauch verstärkt nach außen entweichen und die Haut toleriert
dann so die Hitze wieder. Das erneute Absenken des Moxers
bzw. des erfindungsgemHßen Instrumentes auf die Haut läßt
wieder einen Hitzestau entstehen, der nur unzureichend über die Rauchkammeröffnunoen entweichen kann und erst bei
leichtem Anheben des erfindunasgemäßen Instrumentes vollständig entweicht. Dieses leichte Anheben und Absenken
des Moxere 'wird als Tupfen bezeichnet* Andererseits läßt sich natürlich die Hitze auch dadurch steuern, daß die
Moxaglut durch Auf- oder Abbewegen des Stempels mehr oder weniger nahe an die Haut herangeführt wird, wenn die
Hitzeverträglichkeit immer nur ganz kurz überschritten wird, und man sich weitgehend im oberen Verträglichkeitsbereich aufhält, kann man eine optimale Ausnutzung der
Rauchwirkung in der vorgegebenen Zeiteinheit erreichen.
Läßt die Intensität der Hitzeentwicklung nach, in der Regel nach 3 bis S Minuten, muß die Asche vom Moxakraut vorsichtig abgestrichen werden, bis die Glut wieder zu sehen
ist» Hierzu wird dann die Moxazigarre in Richtung nach unten vorgeschoben. Mit anderen Worten, die paßgerechte
öffnung im oberen Bereich der Rauchkammer ermöglicht
erfindungsgemäß, daß der Abstand Moxaglut zum Gitterpchutz
nachreguliert werden kann.
Weitere Vorteile und Merkmale gehen aus den vorstehenden Unteransprüchen hervor, die sämtlich von
erfindungsgemäßer Bedeutung sein können.
Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung näher anhand der vorliegenden Zeichnung beschrieben.
Es zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht des
erfindungsgemäßen Instruments; Fig. 2 eine perspektivische Teilansicht des in
Fig. 1 gezeigten erfindungsgemäßen Instrumentes, bei der die Rauchkammer teilweise im Schnitt dargestellt ist, um einen
besseren Einblick in das Innere zu ermöglichen; und
dargestellten Ansicht. Fig. 4 perspektivische Ansicht des losen
Stempele und des Moxazigarrenhalters in Fig, 1 ist das erfindungsgemMße Instrument
zur indirekten Behandlung mit Warmluftstrom und Moxarauch zur Selbsttherapie bei verschiedenen chronischen Schmerzproblemen allgemein mit 10 bezeichnet und auf der Seite
liegend dargestellt. Es weist eine in etwa zylindrische Rauchkammer 12 auf, in der die Moxazigarre im Gebrauchs*
zustand durch die paßgerechte öffnung(9,nicht gezeigt) eingeschoben, sowie auf-und abbewegbar ist. Gegebenenfalls kann
zum Nachschieben auch ein Stempel 14 verwendet werden, dessen eines Ende als Knauf 24 ausgebildet ist und dessen gegenüberliegendes Ende einen Dorn 17 aufweist. Der Benutzer des er
findungsgemäßen Instrumentes kann also einfach die angezündete Ziqarre 8 in Axialrichtung in die Rauchkammer einschieben (mit oder ohne Hilfe des Stempels).
Die Figuren zeigen ferner deutlich, daß die Kappe
ein relativ engmaschiges Gitter bzw. einen Gitterschutz 20 aufweist. Um das erfindungsgemMße Instrument 10 überhaupt
leicht und schnell handhaben zu können, dh. es mit der brennenden Moxazigarre in der Rauchkammer 12 mit der Kappe 18
auf den gewünschten Hautbereich des Körpers aufzusetzen, ist ein länglicher Stiel vorgesehen, der im an die Rauchkammer 1?
angrenzenden Massivteil 32 eingelassen und befestigt ist. Das andere Ende des länglichen Stiels 22 weist einen Handgriff
30 auf.
Die Rauchkammer 12 ist mit der Umgebungsluft über öffnungen
34,35 verbunden, die den für die Verbrennung des Moxakrautes notwendigen Sauerstoff in die Rauchkammer 12 führen. Die
öffnungen 34 weisen jeweils außen einen sie umgebenden Vorsprung 37 auf, welcher einen Schornsteineffekt hervorruft
und das Zugsystem verbessert.
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In der vorliegenden Ausführungsform weisen die
Rauchkammer 12, die Kappe 18 sowie die Austrittsöffnungen 26,36 in etwa kreisförmige Struktur auf. Der Kappenrand
verläuft im vorliegenden Fall senkrecht. Jedoch ist auch erfindungsgemäß
daran gedacht, daß dieser Kappenrand einen nach außen kegelförmigen Verlauf aufweisen kann.
Das Schutzgitter 20 ist dabei erfindungsgemäß etwas beabstandet von der unteren öffnung 26 der Rauchkammer 12
innenliegend im Kappenrand 28 eingelassen und besteht aus einem dünnen Metalldraht:. Die Kappe 18 ist abnehmbar, um das
Innere der Raucherkammer reinigen zu können und auch Asche von der Zigarre vorn zu entfernen. Im Gebrauch ist die Kappe
jedoch fest mit der Räucherkammer 12 verbunden.
Abschließend seien noch einige allgemeine Bemerkungen zum Moxakraut und Moxen mit der erfindungsoemäßen
Vorrichtung gemacht:
Moxakraut ist das abgelagerte und getrocknete Kraut des gemeinen Beifußes (herba artemiseae capillaris), das vorwiegend
im asiatischen Raum angebaut wird. Der Einsatz von Moxakraut hat sich in der traditionellen chinesischen
Medizin seit einigen Jahrtausenden insbesondere in der 5 Schmerztherapie bewehrt. Auch in Europa war das Moxakraut
im 17. und 18. Jahrhundert ein beliebtes Heilmittel. Es ist allerdings mit dem Aufkommen der "Schulmedizin" in
Vergessenheit geraten.
Erwärmen, Anräuchern, Brennen charakterisieren das Wort Moxen wohl am besten. Die hielende Wirkung des
Moxens ist nicht so sehr in dem energetischen Anstrahlen zu suchen, sondern vielmehr In einer spezifischen, nur
dem Moxakraut eigenen Wirkung begründet. Am verbreitetsten
ist das sog. direkte Moxen in der traditionellen chinesiechen Medizin, d.h., das Moxakraut wird direkt auf der
Haut abgebrannt. Eine sehr wirkungsvolle Therapie, die jedoch für den Patienten auch sehr schmerzhaft sein
und häßliche Brandwunden entstehen lassen kann. Diese Art der Moxatherapie wird in der Regel nur von speziell
ausgebildeten Therapeuten durchgeführt. Die von Dr. Nottbohm
entwickelte Moxatherapie wird dem sog* indirekten Verfahren zugeordnet. Mittels eines von ihm entwickelten Moxers
wirkt der heiße Rauch des glimmenden Moxakrautes in vorgegebenen Zeiteinheiten auf festgelegte Hautareale.
die Raucheinwirkung entsprechend der Hitzeverträglich\eit
selber steuern kann und somit Brandwunden vermieden wer den. Das indirekte Moxen ist einfach in der Anwendung, kann
von jedem selbst nach einer Anleitung durchgeführt werden.
Es ist das weitaus schonendere Verfahren und steht in der
therapeutischen Wirksamkeit der direkten Methode in keiner Weise nach.
Claims (9)
1. Instrument zur indirekten Behandlunq mit
Warmluftstrom und Moxarauch und zur Selbsttherapie bei verschiedenen chronischen Schmerzproblemen, insbesondere
Kopf- und Rückenschmerzen, mit einer das Moxakraut aufnehmenden Rauchkammer, die eine oder mehrere
öffnungen besitzt, dadurch gekennzeichnet, daß im oberen Bereich der Rauchkammer eine mittig anneordnete öffnung (9)
vorgesehen ist, durch die eine sog. Moxazigarre (8) in die Rauchkammer paßgerecht einschiebbar ist, und daß das
untere Ende der Rauchkammer durch eine abnehmbare Kapne (18) gebildet wird, die einen Gitterschutz (20) aufweist,
und daß ein länglicher Stiel (22) zur Handhabung des Instrumentes (10) vorgesehen ist.
2. Instrument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rauchkammer (12) und die Kappe (18) im Querschnitt im wesentlichen kreisförmig sind, wobei der
Kappenrand (28) wulstartig ist und nach außen hin kegelförmig verläuft.
3. Instrument nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kappe (18) mit der Rauchkammer (12) durch eine 'Verriegelungsbefestigung verbunden ist.
4. Instrument nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß d&s Schutzgitter (20) etwas von der
unteren öffnung (25) der Rauchkammer (12) beabstandet und innenliegend in den Kappenrand (28) eingelassen sowie
aus dünnem Metalldraht relativ engmaschig gebildet ist.
5. Instrument nach Anspruch 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß am Stielende ein Handgriff (30) ausgebildet ist, und daß dieser, die Rauchkammer (12) und die
Kappe (18) vorzugsweise aus einem feuerfesten Kunststoff bestehen.
6. Instrument nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet durch einen losen Stempel/mit Dorn (17), zum
Nachschieben der Moxazioarre in die Rauchkammer,,
7. Instrument nach Ansnruch 1 bis 6, gekennzeichnet durch um die Öffnungen (34) herumverlaufende Vorsprünge (^7).
8. Instrument nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß im unteren Bereich die Rauchkammer zum
Grenzengang einer Paßsitzspannuno für die Kappe (18) einen Spalt aufweist.
9. Instrument nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der lose Stempel (14) länglich und xund ist
und am oberen Ende einen Knauf (24) aufweist.
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