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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Brennen von zellularen Keramikkörpern und
insbesondere von zellularen Keramikkörpern, die problematische hoch-organische
Inhaltsstoffe aufweisen. Die Erfindung betrifft auch einen Tunnelofen,
der für ein
solches Brennverfahren eingerichtet ist.
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Keramische
Erzeugnisse mit einer Wabenform oder keramische Wabenstrukturen,
d. h. zellulare Keramikkörper
wurden hergestellt, indem ein keramischer Rohling gerfertigt wurde
durch Mischen von keramischen Materialien mit Wasser und verschiedenen
kohlenstoffhaltigen Materialien einschließlich Extrusions- und Formgebungshilfsmitteln
zum Bilden eines plastizierten Gemenges, Formen des Körpers zu einem
wabenförmigen
keramischen Rohling durch Extrudieren des plastizierten Gemenges
und schließlich
Brennen des wabenförmigen
keramischen Rohlings in einem Brennofen bei einer vorher festgelegten
Temperatur.
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Extrusions-
und Formgebungshilfsmittel, die beim obigen Brennen der Wabenstruktur
verwendet werden umfassen speziell organische Bindemittel, Plastizierer
und Gleitmittel, wie Methylzellulose, Carboxymethylzellulose, Polyvinylalkohol,
Alkalistearate und dergleichen.
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Ferner
wurden andere kohlenstoffhaltigen Materialien, wie Graphit, als
porenbildendes Medium in das Gemenge eingebunden.
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Es
ist bekannt, dass die Abgabe oder Zerlegung des kohlenstoffhaltigen
Materials eine Oxidation oder exothermische Reaktion ist, die große Mengen
von Wärme
freigibt. Anfangs tritt die exothermische Reaktion an der Außenhaut
oder dem äußeren Abschnitt
des Teils auf, was zu einer anfänglichen Temperaturdifferenz
führt,
wodurch der äußere Abschnitt
des Keramikkörpers
heißer
als der Kern ist. Anschließend
klingt die exothermische Reaktion der Außenhaut oder des äußeren Abschnitts
ab und die exothermische Reaktion bewegt sich ins Innere der Ware.
Weil typische Substrate aus keramischen Materialien, z. B. Cordierit,
bestehen, die gute Isolatoren sind und eine zellulare Struktur darstellen,
die zahlreiche Kanäle aufweist,
treten beim wirksamen Entfernen der Wärme aus dem Keramikkörper entweder durch
Fortleitung oder Wärmekonvektion
Schwierigkeiten auf. Zusätzlich
ist aufgrund der zellularen Struktur ein beträchtlicher Oberflächenbereich
zum Fördern
der Reaktion des Binders mit dem Sauerstoff in der Ofenatmosphäre vorhanden,
so dass dieser innere exothermische Effekt verschlimmert wird. Als solcher
weist der Keramikkörper
während
der Abgabe des kohlenstoffhaltigen Materials entweder eine positive
oder negative Wärmedifferenz
auf, d. h. der Kern des Keramikkörpers
weist entweder eine höhere
oder niedrigere Temperatur auf als diejenige an bzw. nahe der Oberfläche der
Keramik. Diese exothermische Reaktion, die bei kohlenstoffhaltigen
Materialien, wie einem organischen Binder oder dergleichen, in dem
Temperaturbereich von 100 bis 600°C auftritt,
oder in dem Temperaturbereich von 500–1000°C, wenn der Körper z.
B. Graphit enthält, verursacht
eine erhebliche Temperaturdifferenz zwischen dem Inneren und der
Außenseite
des Teils. Diese Temperaturdifferenz in dem Teil erzeugt Spannungen
in dem Keramikkörper,
die zu einer Rissigkeit des Teils führen können. Diese Erscheinung trifft
insbesondere bei großen
zellularen Keramikteilen oder Teilen zu, die große Mengen organischen Materials enthalten.
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Techniken
zum Steuern und Unterdrücken der
Temperaturdifferenz und der daraus hervorgehenden Rissentwicklung
sind altbekannt. Eine Technik beinhaltet das Verringern der Flammentemperatur
des Brenners durch Verwenden von Luftüberschuss für die Verbrennung des Brenners,
was zu einer verkleinerten Flamme zum Erzeugen des Temperaturgradienten
und entsprechend niedrigeren Erwärmungsgeschwindigkeiten
führt.
Jedoch erbringt der hohe Luftüberschuss
einen unerwünscht
hohen Anteil sauerstoffhaltiger Atmosphäre, die mit den organischen
Stoffen reagiert, wodurch die Abgabe beschleunigt und die innere
exothermische Reaktion gesteigert werden. Als solche muss die Minimierung der
Temperaturdifferenz, die sich während
der organischen Abgabe entwickelt, durch sehr langsame Brennschemata
durchgeführt
werden oder alternativ durch Brennschemata, die der speziellen Ware
im Brennofen angepasst sind.
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Die
Verwendung der Steuerung der Brennatmosphäre in Brennöfen der periodischen Bauart
ist allgemein bekannt. Siehe zum Beispiel die
US-Patentschriften Nr. 4,404,166 (Wiech,
Jr.), Nr.
4,474,731 (Brownlow
et al.), Nr.
4,466,315 (Wiech,
Jr. et al) und Nr.
4,927,577 (Ohtaka et
al). Obwohl sich diese Verfahren zur Verwendung in Brennöfen der
periodischen Bauart als leistungsfähig genug erwiesen haben, werden
sie aufgrund des beträchtlichen
Einströmens
von Umgebungsluft (20,9 % Sauerstoff) in die Brennatmosphäre nicht
allgemein als wirkungsvoll in Tunnelöfen angesehen.
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Die
Anwendung einer pulsierenden Brenntechnik als Ersatz für proportionales
Brennen ist ebenfalls als Verfahren zum Steuern und Unterdrücken von
Wärmegradienten
in periodischen Brennöfen
offenbart. Das pulsierende Brennen umfasst die Anwendung von entweder
nur Starkfeuer- oder Schwachfeuerbrennerleistung und erzeugt niedrige Erwärmungsverhältnisse
ohne die Verwendung beträchtlicher
Mengen von überschüssiger Luft
(Sauerstoff); siehe zum Beispiel die
Europäische Patentanmeldung
Nr. 0 709 638 , die ein Verfahren zum Brennen von keramischen
geformten Körpern
unter Verwendung eines Brennofens mit Brennern offenbart, die von
einem Hoch- zu einem Niedrigleistungsbrennstadium wechseln. Obwohl
die Anwendung dieser Brenntechnik in periodischen Öfen einigermaßen effektiv
war, was zu einer Verringerung des Auftretens von Rissbildung führte, wirft
diese pulsierende Brenntechnik Schwierigkeiten auf, wenn sie in
Tunnelöfen
angewendet wird. Aufgrund der offenen Bauart von Tunnelöfen ist
es erforderlich, das Eintreten von Umgebungsluft in die Zonen der
organischen Abgabe des Brennofens durch andere Mittel zu steuern.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die zuvor erwähnten Probleme
des Standes der Technik zu lösen,
indem ein verbessertes Verfahren und ein Tunnelofen zum Brennen
von keramischen Wabenstrukturkörpern
geschaffen werden, die eine gleich bleibende Herstellung von hochwertigen rissfreien
Erzeugnissen gewährleisten.
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Es
ist eine Aufgabe dieser Erfindung die zuvor erwähnten Probleme zu beseitigen
und ein Verfahren und einen Brennofen zum Brennen von keramischen
Wabenstrukturkörpern
zu schaffen, welche die Herstellung von keramischen Wabenstrukturkörpern, die
weniger Risse aufweisen, und ein gleichmäßigeres Brennen der inneren
und äußeren Abschnitte der
ungebrannten Wabenstrukturkörper
unter Verwendung von Zyklen kurzer Bearbeitungsdauer ermöglichen.
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Die
Erfindung schafft ein Verfahren zum Entfernen von kohlenstoffhaltiger
Materie aus einem ungebrannten keramischen Wabenstrukturkörper, der eine
vorher festgelegte Menge von Rohmaterialien einschließlich einer
Menge einer kohlenstoffhaltigen Materie enthält, die geeignet ist, einen
gebrannten Wabenkörper
zu ergeben, welches das Brennen des ungebrannten keramischen Wabenstrukturkörpers in einem
Tunnelofen in einer Brennatmosphäre
bis zu einer Temperatur und für
eine Zeit beinhaltet, die ausreicht, eine Abgabe der kohlenstoffhaltigen
Materie in die Brennatmosphäre
auszulösen
und ausreichend durchzuführen,
wobei mindestens ein Teil der kohlenstoffhaltigen Materie vor ihrer
Reaktion innerhalb der Brennatmosphäre entfernt wird.
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Die
Erfindung schafft auch einen Tunnelofen zum Brennen von keramischen
Wabenstrukturkörpern
mit einem Vorraumbereich, einem Abgabebereich für kohlenstoffhaltige Materie,
welcher mehrere Entzugszonen aufweist und stromab des Vorraumbereichs
angeordnet ist, einem Sinterbereich, der stromab des Abgabebereichs
für kohlenstoffhaltige Materie
angeordnet ist, und einer Abgasabfuhranlage, die betriebsbereit
mit den Entzugszonen des Abgabebereichs in Verbindung steht, um
abgegebene kohlenstoffhaltige Materie zu entfernen, wobei die Abgasabfuhranlage
mindestens eine Ableitungsöffnung
aufweist, die oben in der Decke des Tunnelofens innerhalb jeder
Entzugszone zum Entfernen abgegebener kohlenstoffhaltiger Materie
angeordnet ist, die Ableitungsöffnungen
betriebsbereit mit einer sekundären
Sammelleitung in Verbindung stehen, und wobei jede sekundäre Sammelleitung
betriebsbereit mit einer Hauptsammelleitung in Verbindung steht,
wobei die Abgasabfuhranlage außerdem
eine Leitungs-Reaktionsunterdrückungseinrichtung
enthält,
die eine Temperaturüberwachungseinrichtung und
eine Einrichtung zum Einbringen von sauerstoffarmem Gas in die Hauptsammelleitung
und die sekundäre
Sammelleitung bei Temperaturen oberhalb einer vorher festgelegten
Temperatur aufweist.
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Üblicherweise
ist die Hauptsammelleitung betriebsbereit mit einem Abgasgebläse verbunden.
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Zum
besseren Verständnis
der Erfindung wird auf die beigefügten Zeichnungen Bezug genommen,
in denen:
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1 ein
Diagramm ist, das für
die Temperaturunterschiede zwischen dem Kern und der Außenhaut
eines keramischen Wabenstrukturkörpers repräsentativ
ist, der geformt und durch herkömmliche
Brennverfahren gebrannt wird,
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2 eine
schematische Darstellung ist, die eine Tunnelofenvorrichtung veranschaulicht,
die angemessen brauchbar ist, das erfindungsgemäße Verfahren zum Brennen der
keramischen Wabenstrukturkörper
durchzuführen,
und
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3 eine
schematische Darstellung ist, die eine andere Ausführungsform
einer Tunnelofenvorrichtung veranschaulicht, die angemessen brauchbar ist,
das erfindungsgemäße Verfahren
zum Brennen der keramischen Wabenstrukturkörper durchzuführen.
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Das
Keramikbrennverfahren und die Keramikbrennvorrichtung gemäß der Erfindung
basieren auf Kenntnissen, die durch Untersuchung herkömmlicher
Brennöfen
und ihrer Brenngegebenheiten erlangt wurden. Herkömmliche
Brennverfahren, die verwendet werden, um das plastifizierte Gemenge oder
den keramischen Rohling in ein keramisches Erzeugnis umzuwandeln,
führen
aufgrund der exothermischen Abgabe der Extrusions- oder Formungshilfsmittel
aus organischem oder kohlenstoffhaltigem Material, die am Anfang
in dem Gemenge enthalten sind, üblicherweise
zu einer Temperaturdifferenz zwischen der Außenfläche oder Außenhaut und der Innenseite
oder dem Kern. Diese Abgabe organischer oder kohlenstoffhaltiger
Stoffe erfolgt bei organischen Bindern und Extrusionshilfsmitteln
zwischen ungefähr
100–600°C oder bei
graphitähnlichen
Stoffen zwischen ungefähr
500–1000°C. Während die
erzeugte Wärme
an der Peripherie oder der Außenhaut leichter
abgeführt
wird, obgleich sie noch ausreichend ist, um Spannungen zu verursachen,
welche die Festigkeit des Teils übersteigen
können,
ist die im Kern des Keramikkörpers
erzeugte Wärme
störender,
weil sie aufgrund der zellularen Struktur und der isolierenden Eigenschaft
des cordierit-keramischen Körpers
nicht abgeführt
wird. 1 stellt ein unerwünschtes Außenhaut/Kern-Temperaturprofil
eines herkömmlich
gebrannten cordierit-keramischen Wabenkörpers dar. Diese Temperaturdifferenz
ist so, dass der erzeugte gebrannte Körper dazu neigt, sowohl wärmebedingte
Verformungen als auch Brennrisse zu zeigen. Weil zellulare Körper dünnere Zellenwände und
größere Zelldichten
aufweisen und weil mehr und unterschiedliche organische Binder und graphitähnliche
Stoffe verwendet werden, um die strukturelle Integrität dieser
zellularen Körper
aufrecht zu erhalten, ist es wahrscheinlicher, dass diese Erscheinung
zunimmt.
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Diese
Erfindung liefert ein wirksames Verfahren gebrannte Wabenstrukturkörper herzustellen, das
im Wesentlichen frei von irgendwelchen schädlichen Wirkungen infolge der
Abgabe der kohlenstoffhaltigen Materie ist. Insbesondere umfasst
das Verfahren vor dem Sintern ein Brennen des ungebrannten keramischen
Körpers
in einem Tunnelofen bis zu einer Temperatur und für eine Zeitdauer,
die ausreicht, um im Wesentlichen die Abgabe der kohlenstoffhaltigen
Materie zu erreichen, während
zur gleichen Zeit auch mindestens ein Teil der abgegebenen kohlenstoffhaltigen
Materie vor ihrer wesentlichen Reaktion in der Brennatmosphäre des Brennofens entfernt
wird.
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Die
Erfindung kann auf jedes keramische Material angewendet werden,
das durch Abgabe kohlenstoffhaltiger Materie nachteilig beeinflusst wird.
Typische keramische Materialien umfassen zum Beispiel und ohne Einschränkung cordierit-
und aluminiumoxidhaltige Keramikmaterialien.
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Die
Erfindung wird nachfolgend im Hinblick auf cordierithaltiges keramisches
Wabenmaterial beschrieben. Dies sollte jedoch nicht als Beschränkung der
Erfindung auf dieses Keramikmaterial betrachtet werden.
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Rohmaterialien
für Keramikgemenge,
die für die
Herstellung von cordierit-keramischen Wabenstrukturkörpern verwendbar
sind, die erfindungsgemäß gefertigt
werden, können
von jeder geeigneten Bezugsquelle ausgewählt werden. Hochreinen Ton, Talkum,
Siliziumdioxid, Aluminiumoxid, Aluminiumhydroxid und Magnesiumoxid
enthaltende Rohmaterialien werden üblicherweise für solche
Keramiken verwendet und sind hier zufrieden stellend.
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Die
bevorzugten Gemengematerialien in der gewerblichen Anwendung für die Herstellung
von mit sehr geringer Dehnung extrudierten cordierit-keramischen
Körpern
sind Ton, Talkum und Aluminiumoxid, wobei die Tone üblicherweise
aus kaolinitischen Tonen bestehen, die lieber eine blättchenförmige (platey)
als eine gestapelte Beschaffenheit aufweisen. Blättchen- Kaoline (Platey-Kaoline) können durch
die Vorverarbeitung gestapelter kaolinitischer Tone erzeugt werden,
oder das Rohmaterialgemenge, das den Ton enthält, kann in einer Weise verarbeitet
werden, welche die Kristallstapel in Blättchen zerlegt.
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Das
Formen des trockenen Gemenges zu einem Pressling oder Rohling, der
durch Brennen zur Umwandlung in Cordierit geeignet ist, kann durch
irgendeine von einer Anzahl bekannter Techniken durchgeführt werden.
Abhängig
von der gewünschten
Porosität
in dem Cordieriterzeugnis kann das Gemenge mit geeigneten organischen
Stoffen gemischt und einfach in die Form eines Presslings gepresst werden
oder es kann durch ein Heißpressverfahren geformt
werden.
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Für die gewerbliche
Herstellung von flachen oder dünnwandigen
cordierit-keramischen Erzeugnissen, wie Keramikwaben ist Extrudieren
die bevorzugte Formungstechnik. Eine zum Extrudieren geeignete Gemengemischung
kann aus dem trockenen Gemenge durch Mischen desselben mit einem
geeigneten flüssigen
Bindemittel aufbereitet werden. Das Bindemittel kann Wasser und
kohlenstoffhaltige Extrusionshilfsmittel enthalten, die erforderlich
sind, um dem Gemenge plastische Formbarkeit und ausreichende Rohfestigkeit
nach dem Formen zu verleihen, um einem Brechen vor dem Brennen Widerstand
zu leisten. Alternativ können
die Extrusionshilfsmittel mit den keramischen Gemengematerialien gemischt
werden.
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Die
kohlenstoffhaltigen Extrusionshilfsmittel werden normalerweise aus
einer flüssigen
oder festen Kohlenwasserstoffmaterie bestehen, die eine Verdampfungs-,
Oxidations- oder Entmischungstemperatur von unter ungefähr 600°C aufweist,
einschließlich
zum Beispiel organischer Binder wie Methylzellulose, Carboxymethylzellulose,
Polyvinylalkohol, Alkalistearate, Weizenpulver, Stärkepaste,
Glycerin und Wachs. Gemenge dieser Art, die üblicherweise 20–35% Wasser
enthalten, sind genügend plastisch,
so dass sie durch Extrudieren leicht zu Presslingen geformt werden
können,
die sehr dünne Wandabmessungen,
d. h. von weniger als 1 mm, aufweisen. Die plastizierten Gemenge
können
auch bequem durch Walzen oder Pressen geformt werden, wobei die
gewalzten oder gepressten Komponenten dann entweder direkt verwendet
oder vor dem Brennen zu komplizierteren Formen zusammengesetzt werden.
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Außerdem kann
die Gemengemischung andere kohlenstoffhaltige Stoffe enthalten,
die zur Verwendung als porenbildende Mittel geeignet sind, einschließlich, aber
nicht darauf beschränkt,
Graphit, Kirschkernmehl, Holzschnitzeln, Sägemehl und Stärke.
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Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird
ein erwünschtes
cordierit-keramisches rissfreies Erzeugnis in einem Zweiphasenbrennverfahren
erhalten, bei welchem der ungebrannte keramische Wabenstrukturkörper am
Anfang bis zu einer Temperatur und für eine Zeit gebrannt wird,
die ausreicht, eine Abgabe der kohlenstoffhaltigen Materie in die Brennatmosphäre auszulösen und
ausreichend durchzuführen.
Während
dieser anfänglichen
Brennphase wird die kohlenstoffhaltige Materie, die in den ungebrannten
keramischen Wabenkörper
eingearbeitet ist, entweder in ihrer flüchtigen oder in ihrer Form,
die teilweise eine Reaktion eingegangen ist, abgegeben. Die Abgabe
kohlenstoffhaltiger Materie, z. B. von Binder, erfolgt abhängig von
der Art des organischen Binders zwischen ungefähr 100–600°C, während andererseits Graphit üblicherweise
zwischen ungefähr
500–1000°C abgebaut
wird. Als solche erfordert diese Abgabe- bzw. Abbauphase der kohlenstoffhaltigen
Materie normalerweise ein Erwärmen
auf eine erste Temperatur entweder oberhalb des ersten Bereichs
oder oberhalb des zweiten Bereichs, abhängig davon, ob der Keramikkörper eine
Menge von dem warmfesten Kohlenstoff, wie Graphit, enthält oder
nicht. Der Abbau von flüchtiger oder
teilweise in eine Reaktion eingegangener kohlenstoffhaltiger Materie
führt infolge
der Verbrennung im Brennraum des Brennofens zu einer anschließenden unerwünschten
Wärmeabgabe,
daher enthält der
erste Brennschritt ein Entfernen mindestens eines Teils der unerwünschten
abgegebenen organischen Materie an einem Punkt nahe der Stelle im Brennofen,
an der sie abgegeben wird. Mit anderen Worten, das erfindungsgemäße Verfahren
läuft darauf
hinaus, dass verhindert wird, dass die kohlenstoffhaltige Materie
in der Brennatmosphäre
wesentlich reagiert.
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Nach
dieser Anfangsbrennphase, in der kohlenstoffhaltige Materie entfernt
wird, wird der keramische Rohling weiter herkömmlich für eine Zeitdauer und bei einer
Temperatur gebrannt, die ausreicht, um die Umwandlung des ungebrannten
keramischen Wabenstrukturkörpers
in einen gebrannten Wabenkörper
auszulösen
und ausreichend zu vollenden, dessen überwiegende Kristallphase Cordierit
ist. Temperaturen in dem Bereich von 1340°–1450°C sind im Allgemeinen für diesen
Zweck geeignet, wenn das Keramikmaterial aus einer cordierit-haltigen
Keramik besteht.
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Als
Nächstes
wird der erfindungsgemäße Brennofen
unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
ausführlicher
beschrieben.
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2 ist
ein Schema, das die Konstruktion einer Ausführungsform des Tunnelofens
zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Brennverfahrens veranschaulicht.
Bei dieser Ausführungsform
umfasst der Tunnelofen 10 einen Vorraumbereich 12,
einen Abgabebereich 14 für kohlenstoffhaltige Materie mit
einer Vielzahl von Entzugszonen (Z1–Z11), die stromab des Vorraumbereichs 12 angeordnet
sind. Der Brennofen weist ferner einen teilweise dargestellten Sinterbereich 16 auf,
der stromab des Abgabebereichs 14 für kohlenstoffhaltige Materie
angeordnet ist. Eine Abgasabfuhranlage 18 zum Entfernen
abgegebener kohlenstoffhaltiger Materie ist vorgesehen und steht
betriebsbereit mit den Entzugszonen des Abgabebereichs 14 in
Verbindung.
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Die
Abgasabfuhranlage 18 enthält eine Vielzahl von Ableitungsöffnungen 20,
speziell mindestens eine für
jede Entzugszone. Es sind diese Ableitungsöffnungen 20, die oben
im Dach des Brennofens für
die zugehörige
Entzugszone angeordnet sind, durch welche die abgegebene kohlenstoffhaltige
Materie entweder in ihrer flüchtigen
oder in ihrer Form, die teilweise eine Reaktion eingegangen ist, entfernt
wird. Jede der Ableitungsöffnungen 20 steht betriebsbereit
mit einer sekundären
Sammelleitung 22 in Verbindung.
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Die
wichtige Überlegung,
welche die Anordnung der Ableitungsöffnungen betrifft, besteht
darin, dass sie in einer Position angeordnet sind, wo die flüchtigen
Anteile am leichtesten oder wirkungsvollsten entfernt werden. Bezüglich der
Form der Ableitungsöffnung
kann ein Fachmann Ableitungsöffnungen
mit einer Form, die am geeignetsten für die optimale und wirkungsvolle
Entfernung der abgegebenen kohlenstoffhaltigen Materie ist, empirisch
ermitteln und so in die Tunnelofenkonfiguration eingliedern.
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Jede
der sekundären
Sammelleitungen 22 steht mit einer Hauptsammelleitung 24 betriebsbereit in
Verbindung. Ein Klappenventil 26 ist vorzugsweise in jeder
der sekundären
Sammelleitungen 22 stromauf des Anschlusses angeordnet,
wo die sekundären Sammelleitungen
und die Hauptsammelleitung miteinander in Verbindung stehen. Ein
Abgasgebläse steht
betriebsbereit mit der Hauptsammelleitung 24 in Verbindung
und dient dazu, einen Zug auf die Brennatmosphäre des Brennofens auszuüben, der erforderlich
ist, um die abgegebene kohlenstoffhaltige Materie abzusaugen. Außerdem ist
ein Klappenventil 28 in der Hauptsammelleitung 24 angeordnet. Jedes
der Klappenventile 26 kann so eingestellt werden, dass
der exakte individuelle Abgaszug in jeder der Entzugszonen Z1–Z11 erreicht
wird, und auf diese Weise kann das Entfernen der abgegebenen kohlenstoffhaltigen
Materie verändert
und/oder von Entzugszone zu Entzugszone variiert werden. Die Gesamtsteuerung
des Zuges der Vielzahl der sekundären Leitungen 22 und
zugehörigen
Ableitungsöffnungen 20 und
der Brennatmosphäre
des Brennofens wird durch Einstellen des Klappenventils 28 gesteuert.
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Die
Länge des
Abgabebereichs und die Länge
und die Anzahl der Entzugszonen sind so, dass sie dazu geeignet
sind, die Abgabe der kohlenstoffhaltigen Materie und einen Temperaturbereich
für das
Entfernen bei vielerlei unterschiedlichen Zusammensetzungen und
Anforderungen für
das Entfernen organischer Materie, die von Zusammensetzung zu Zusammensetzung
wechseln, zu umfassen; d. h., sie weisen eine Gestaltung auf, die
flexibel ist, so dass sie das Zuschneiden des Abgasprofils für einen
gesamten Abgabebereich ermöglicht,
der zwischen ungefähr
100 bis 660°C
liegt.
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Es
wurde durch einen Versuch festgestellt, dass herkömmliche
Brennöfen
flüchtige
oder teilweise in eine Reaktion eingegangene kohlenstoffhaltige Materie
abgegeben, was beides die Fähigkeit
der herkömmlichen
Brennöfen
beeinträchtigt,
die Temperatursteuerung aufrecht zu erhalten. Der Hauptgrund für dies Einwirkung
besteht darin, dass die abgegebenen kohlenstoffhaltigen Materialien
in der Brennatmosphäre
nahe den Stellen, wo das Material abgebaut wird, und besonders in
den stromabwärts
gelegenen Hochtemperaturzonen verbrennen, wo die abgegebene Materie
infolge einer Oberströmung („crown
drift") fließt. Diese
Oberströmung
wird durch heiße
Gase verursacht, die von den stromauf gelegenen Zonen höheren Drucks
zu den stromab gelegenen Zonen niedrigeren (mehr negativen) Drucks
infolge dieser Druckdifferenz zwischen den Zonen gesaugt werden.
Weil sich diese abgegebenen brennbaren kohlenstoffhaltigen Materialien
in ihrer flüchtigen
und/oder in ihrer Form, die teilweise eine Reaktion eingegangen
ist, in die Zonen höherer
Temperatur bewegen, reagieren sie mit dem vorhandenen Sauerstoff
und verbrennen, wobei sie Wärme
an den Prozess abgeben. Es ist diese Wärmeabgabe, die üblicherweise
größer als
diejenige ist, die von der Zone benötigt wird, um ihren Temperatursollwert
aufrecht zu erhalten, die dazu führt,
dass die Temperatur in der Zone über
den gewünschten
Temperatursollwert steigt. Dies ist sehr unerwünscht, weil die keramischen
Wabenstrukturkörper
infolge dieses Verlusts der Brennprozesskontrolle innerhalb des
Brennofens rissig werden.
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Der
Vorteil des zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Brennofens besteht darin,
dass verhindert wird, dass diese unerwünschte Verbrennung oder Wärmeabgabe
auftritt, weil der Brennofen so gestaltet ist, dass einige oder
alle von diesen flüchtigen
oder teilweise in eine Reaktion eingegangenen organischen Materialien
nächst
der Abgabestelle im Warenraum des Brennofens aus der Brennatmosphäre entfernt
werden und folglich bevor die abgegebene kohlenstoffhaltige Materie
eine Gelegenheit hat zu reagieren. Speziell die abgegebene flüchtige oder teilweise
in eine Reaktion eingegangene Materie wird durch das Abgasgebläse in die
Ableitungsöffnungen 20 und
durch die sekundären
Sammelleitungen 22 und danach durch die Hauptsammelleitung 24 und schließlich durch
das Abgasgebläse
gesaugt, worauf sie ausgepumpt wird.
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3 ist
ein Schema, das die Konstruktion einer anderen Ausführungsform
eines Tunnelofens zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Brennverfahrens
veranschaulicht. Mit den gleichen Bezugszahlen wie in 2 sind
die gleichen oder ähnliche Teile
in 3 bezeichnet und deren Erläuterung wird weggelassen. Die
Ausführungsform
der 3 unterscheidet sich von derjenigen der 2 dadurch, dass
die Abgasabfuhranlage eine Reihe von 4 Öffnungen aufweist, die in jeder
der Entzugszonen Z1–Z11
zum Entfernen abgegebener, entweder flüchtiger oder teilweise in eine
Reaktion eingegangener Materie aus der Brennatmosphäre angeordnet sind.
Eine leichte Abwandlung dieser Ausführungsform enthält anstelle
einer Reihe von im Dach angebrachten Ableitungsöffnungen eine durchgehende Ableitungsöffnung,
d. h. einen Schlitz oben im Dach, der zum Entfernen der abgegebenen
kohlenstoffhaltigen Materie betriebsbereit mit der sekundären Leitung
verbunden ist.
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Unter
erneuter Bezugnahme auf 1 enthält der erfindungsgemäße Tunnelofen
zusätzlich eine
Leitungs-Reaktionsunterdrückungseinrichtung. Es
wurde beobachtet, dass abgegebene kohlenstoffhaltige Materie innerhalb
der sekundären
Sammelleitungen 22 und der Hauptsammelleitung 24 kondensieren
kann. Wenn die Bedingungen (Sauerstofflevel und Temperatur) dafür günstig sind,
kann diese Materie innerhalb dieses Leitungsraums zünden und
unkontrolliert verbrennen. Diese unkontrollierte Verbrennung im
Leitungsraum der Rohranlage ist unerwünscht, daher wird die Leitungs-Reaktionsunterdrückungseinrichtung
einbezogen, die dafür
ausgelegt ist, bei der Kontrolle dieser unkontrollierten Reaktion der
kohlenstoffhaltigen Materie in der Leitung zu helfen. Diese Reaktionsunterdrückungseinrichtung
enthält
eine Temperaturanzeigevorrichtung und eine Einrichtung zum Einbringen
eines Gases mit niedrigem Sauerstoffgehalt in die Hauptsammelleitung 24 und
die sekundäre
Sammelleitung 22, wenn die Temperaturen in den Leitungen
oberhalb einer vorher festgelegten Temperatur liegen. Vorzugsweise
besteht das Gas mit niedrigem Sauerstoffgehalt aus Stickstoff oder
einem CO2 angereicherten Gas. Die Reaktionsunterdrückungseinrichtung
steht mit der Hauptsammelleitung 24 an einer Stelle zwischen dem
Abgasgebläse
und dem Anschluss, wo die Hauptsammelleitung 24 und die
sekundären
Sammelleitungen 22 miteinander verbunden sind betriebsbereit
in Verbindung. Bei der Tunnelofenkonfiguration, welche diese Reaktionsunterdrückungseinrichtung
enthält,
ist das Klappenventil 28 zwischen dem Anschluss, wo die
Reaktionsunterdrückungseinrichtung
mit der Hauptsammelleitung 24 in Verbindung steht, und
dem Abgasgebläse
angeordnet. Wenn das Klappenventil 28 vollständig geschlossen ist,
dient es sowohl dazu, das Entfernen der kohlenstoffhaltigen Materie
auszusetzen, als auch die sekundären
Leitungen 22 vom Abgasgebläse zu trennen, um die Unterdrückung der
in der Leitung auftretenden unerwünschten Reaktionen zu erleichtern.
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Die
Reaktionsunterdrückungseinrichtung
arbeitet speziell folgendermaßen:
die Temperaturanzeigevorrichtung, z. B. ein Temperatursensor in
der Hauptleitung stromauf des Hauptklappenventils, ist an ein Übertemperaturmessgerät angeschlossen, das
die Leitungstemperatur mit einer vorher festgelegten Sollwerttemperatur
vergleichen kann. Wenn die Temperatur des Temperatursensors den
vorher festgelegten Sollwert erreicht, der ein Brennen in der Hauptsammelleitung
oder den sekundären
Sammelleitungen anzeigt, wird ein Klappenventil 30 geöffnet, das
einen Strom von Gasen mit niedrigem Sauerstoffgehalt in die Hauptsammelleitung 24 entlässt, der
den Sauerstofflevel wirksam auf einen Punkt absenkt, wo eine Verbrennung
nicht länger
fortgesetzt werden kann. Gleichzeitig wird das Klappenventil 28 der
Hauptleitung geschlossen, so dass der Zug zur Brennatmosphäre des Brennofens
beseitigt wird. Das Nettoergebnis ist die Unterdrückung der
Verbrennungsreaktion innerhalb der Leitung, während gleichzeitig das Einströmen der
abgegebenen und potentiell brennbaren kohlenstoffhaltigen Materie
unterbunden wird.
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Es
sollte beachtet werden, dass die Menge der kohlenstoffhaltigen Entnahme
aus jeder der einzelnen Entzugszonen und die Entnahme des gesamten
Anlage, die zum Erreichen der gewünschten Brennbedingungen erforderlich
ist, abhängig
von einer Anzahl von Faktoren, einschließlich der Zusammensetzung,
Größe und Form
des Keramikkörpers, der
Warenauslastung, der Größe der Zellenwand
und Anzahl von Zellen, die der Keramikkörper aufweist, sowie der Brennofenkonfiguration
und des verwendeten Brennschemas wechselt. Als solche sollten die Entnahmebedingungen,
die zum Erreichen der einwandfreien Brennatmosphäre und -bedingungen erforderlich
sind, für
jeden Keramik- bzw. Brennofenaufbau empirisch ermittelt werden.
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Wie
aus der obigen Beschreibung klar ist, ergeben sich infolge des erfindungsgemäßen Brennverfahrens
für keramische
Wabenstrukturkörper
und des dafür
verwendeten Tunnelofens, sowie die Abgabe und Entnahme der kohlenstoffhaltigen
Materie durch die erfindungsgemäßen Abgasabfuhrbereiche und
-anlagen Brennbedingungen, bei denen Wabenstrukturkörper erzielt
werden, die eine verringerte Temperaturdifferenz zwischen dem inneren
Teil und dem äußeren Teil
des Keramikkörpers
aufweisen. Mit anderen Worten, Brennbedingungen, die weit förderlicher
zum Herstellen gebrannter keramischer Wabenstrukturkörper sind,
die frei von thermischen Verformungen und wärmebedingten Rissen sind.