-
Hintergrund der Erfindung
-
Diese
Erfindung bezieht sich auf neue Erythromycin-Derivate, die als antibakterielle
Mittel und Antiprotozoenmittel und für andere Anwendungen (z.B.
gegen Krebs, Atherosklerose, Verringerung der Magenmotilität usw.)
bei Säugern,
einschließlich
Menschen, wie auch bei Fischen und Vögeln, einsetzbar sind. Diese
Erfindung bezieht sich auch auf pharmazeutische Zusammensetzungen,
die die neuen Verbindungen enthalten, und auf Verfahren zur Behandlung
von bakteriellen Infektionen und Protozoen-Infektionen bei Säugern, Fischen
und Vögeln
durch Verabreichung der neuen Verbindungen an Säuger, Fische und Vögel, die
einer solchen Behandlung bedürfen.
-
Es
ist bekannt, dass Makrolid-Antibiotika in der Behandlung eines breiten
Spektrums von bakteriellen Infektionen und Protozoen-Infektionen
bei Säugern,
Fischen und Vögeln
nützlich
sind. Solche Antibiotika umfassen verschiedene Derivate von Erythromycin
A, z.B. Azithromycin, das im Handel verfügbar ist und auf das sich die
US-Patente 4 474 768 und
4 517 359 beziehen. Zusätzliche
Makrolide werden in
FR-A-2
732 023 ,
FR-A-2
732 684 und
FR-A-2
692 579 genannt. Wie Azhithromycin und andere Makrolid-Antibiotika,
besitzen die neuen Makrolid-Verbindungen der vorliegenden Erfindung
starke Aktivität
gegenüber
verschiedenen bakteriellen Infektionen und Protozoen-Infektionen,
wie es unten beschrieben wird.
-
Zusammenfassung der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf Verbindungen der Formel
oder ein pharmazeutisch annehmbares
Salz davon, wobei:
R eine alpha-verzweigte C
3-C
6-Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Alkoxyalkyl-
oder Alkylthioalkylgruppe, von denen jede gegebenenfalls mit einer
Hydroxylgruppe oder mehreren Hydroxylgruppen substituiert sein kann;
eine C
5-C
8-Cycloalkylalkylgruppe,
wobei die Alkylgruppe eine alpha-verzweigte C
2-C
5-Alkylgruppe ist; eine C
3-C
8-Cylcloalkyl- oder C
5-C
8-Cycloalkenylgruppe,
von denen jede gegebenenfalls mit Methyl oder einer oder mehreren Hydroxyl-
oder einer oder mehreren C
1-C
4-Alkylgruppe(n)
oder Halogenatom(en) substituiert sein kann; oder ein 3- bis 6-gliedriger
Sauerstoff- oder Schwefel-enthaltender heterocyclischer Ring, der
gesättigt oder
vollständig
oder partiell ungesättigt
sein kann und der gegebenenfalls mit einer oder mehreren C
1-C
4-Alkylgruppe(n)
oder Halogenatom(en) substituiert sein kann, ist;
oder R Phenyl
ist, das gegebenenfalls mit wenigstens einem Substituenten substituiert
sein kann, der ausgewählt
ist aus C
1-C
4-Alkyl-,
C
1-C
4-Alkoxy- und
C
1-C
4-Alkylthiogruppen,
Halogenatomen, Hydroxylgruppen, Trifluormethyl und Cyano; oder R
kann eine Formel (a) haben, wie sie unten gezeigt ist
worin X
1 O,
S oder -CH
2- ist, a, b, c und d jeweils
unabhängig
ausgewählt
sind aus einer ganzen Zahl im Bereich von 0 bis 2 und a + b + c
+ d ≤ 5;
X
ist -(CR
5R
6)
g- oder -NR
5-, wobei
g 0 oder 1 ist;
wobei, wenn X -NR
5-
ist, X und R
3 gegebenenfalls unter Bildung
von -N=C(R
7)R
8 zusammengenommen
werden können,
oder
wenn X -NR
5- ist, X und R
3 gegebenenfalls
unter Bildung eines Heterocyclus der Formel
zusammengenommen werden können,
wobei
n ausgewählt
ist aus einer ganzen Zahl im Bereich von 1 bis 3, p ausgewählt ist
aus einer ganzen Zahl im Bereich von 1 bis 3, q 0 oder 1 ist und
R
9 ausgewählt ist aus CH
2,
O, S, C=O, C=S, SO
2, -CH=CH-, -CH(OH)CH(OH)-
und NH;
oder wenn X -NR
5- ist, X und
R
3 zusammen einen Heterocyclus wie oben
definiert mit Substituenten, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus -C(O)OR
10, -OR
10,
C
1-C
10-Alkanoyl,
Halogen, Nitro, Cyano, R
10, 5-10-gliedrigem
Heterocyclyl, C
6-C
10-Aryl,
-NR
10R
11, -SR
10, -S(O)R
10, -SO
2R
10 und -SO
2NR
10R
11,
bilden;
oder R ist CH
2-R
24,
wobei R
24 H, C
1-C
8-Alkyl, C
2-C
8-Alkenyl, C
2-C
8-Alkinyl, Alkoxyalkyl oder Alkylthioalkyl
ist, das in jeder Alkyl- oder Alkoxygruppe 1 bis 6 Kohlenstoffatome
enthält,
wobei eine beliebige der Alkyl-, Alkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppen
mit einer oder mehr Hydroxylgruppe(n) oder einem oder mehreren Halogenatom(en)
substituiert sein kann, oder ein C
3-C
8-Cycloalkyl oder C
5-C
8-Cycloalkenyl, von denen jedes gegebenenfalls
mit Methyl oder einer oder mehreren C
1-C
4-Alkylgruppe(n) oder Halogenatom(en) substituiert
sein kann;
oder ein 3- bis 6-gliedriger Sauerstoff- oder Schwefel-enthaltender
heterocyclischer Ring, der gesättigt
oder vollständig
oder partiell ungesättigt
sein kann und der gegebenenfalls mit einer oder mehreren C
1-C
4-Alkylgruppe(n)
oder Halogenatom(en) substituiert sein kann; oder eine Gruppe der
Formel SR
23, wobei R
23 C
1-C
8-Alkyl, C
2-C
8-Alkenyl, C
2-C
8-Alkinyl, C
3-C
8-Cycloalkyl, C
5-C
8-Cycloalkenyl,
Phenyl oder substituiertes Phenyl ist, wobei der Substituent C
1-C
4-Alkyl, C
1-C
4-Alkoxy oder Halogen ist; oder ein 3- bis
6-gliedriger Sauerstoff- oder Schwefel-enthaltender heterocyclischer
Ring, der gesättigt
oder vollständig
oder partiell ungesättigt
sein kann und der gegebenenfalls mit einer oder mehreren C
1-C
4-Alkylgruppe(n)
oder Halogenatom(en) substituiert sein kann;
R
10 und
R
11 sind jeweils unabhängig ausgewählt aus H, C
1-C
10-Alkyl;
oder R
3 ist
ausgewählt
aus H, C(=O)Z, C(=O)OZ, (CR
5R
6)
mZ, C(=O)R
7, C(=O)OR
7 und (CR
5R
6)
mR
7,
wobei m eine ganze Zahl im Bereich von 0 bis 6 ist;
Z ist 5-10-gliedriges
Heterocyclyl oder C
6-C
10-Aryl,
wobei die Heterocyclyl- und Arylgruppen gegebenenfalls mit 1 bis
3 Substituenten substituiert sind, die unabhängig ausgewählt sind aus der Gruppe, bestehend
aus -C(O)OR
10, -OR
10,
C
1-C
10-Alkanoyl,
Halogen, Nitro, Cyano, R
10, 5-10-gliedrigem
Heterocyclyl, C
8-C
10-Aryl, -NR
10R
11, -SR
10, -S(O)R
10, -SO
2R
10 und -SO
2NR
10R
11;
R
4 ist H oder Acyl einer organischen Carbonsäure mit
bis zu 18 Kohlenstoffatomen;
R
5 und
R
6 sind jeweils unabhängig ausgewählt aus H, C
1-C
6-Alkyl, Halogen und R
5 und
R
6 können
jeweils unabhängig
variieren, wenn m größer als
1 ist; und
R
7 und R
8 sind
jeweils unabhängig
ausgewählt
aus H, C
1-C
12-Alkyl,
wobei ein oder zwei Kohlenstoffatome des Alkyls gegebenenfalls durch
ein Heteroatom, ausgewählt
aus O, S und N, ersetzt sind, und sind gegebenenfalls mit 1 bis
3 Substituenten substituiert, die ausgewählt sind aus der Gruppe, bestehend
aus -C(O)OR
10, -OR
10,
C
1-C
10-Alkanoyl,
Halogen, Nitro, Cyano, R
10, 5-10-gliedrigem
Heterocyclyl, C
8-C
10-Aryl,
-NR
10R
11, -SR
10, -S(O)R
10, -SO
2R
10 und -SO
2NR
10R
11.
-
Die
bevorzugten Verbindungen der Formel 2 umfassen die, die ausgewählt sind
aus der Gruppe, bestehend aus:
der Verbindung der Formel 2,
worin R Me ist, R4 H ist, X NH ist und R3 3-Chinolin-4-yl-propyl ist;
der Verbindung der
Formel 2, worin R Me ist, R4 H ist, X CH2 ist und R3 3-Chinolin-4-yl-propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Me ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Me ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Me ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Me ist, R4 H
ist, X CH2 ist und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R n-Butyl ist, R4 H ist, X NH ist und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R n-Butyl ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R n-Butyl ist, R4 H ist, X NH ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R n-Butyl ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R n-Butyl ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R n-Butyl ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R MeS ist, R4 H ist, X NH ist und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R MeS ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl ist;
der Verbindung der
Formel 2, worin R MeS ist, R4 H ist, X NH
ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R MeS ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R MeS ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R MeS ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R EtS ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl ist;
der Verbindung
der Formel 2, worin R EtS ist, R4 H ist,
X CH2 ist und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R EtS ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R EtS ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R EtS ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R EtS ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopropyl ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopropyl ist,
R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopropyl ist,
R4 H ist, X NH ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopropyl ist, R4 H
ist, X CH2 ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopropyl ist, R4 H
ist, X NH ist, R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopropyl ist,
R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclobutyl ist, R4 H ist, X NH ist und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclobutyl ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclobutyl ist, R4 H ist, X NH ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Cyclobutyl ist, R4 H
ist, X CH2 ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Cyclobutyl ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclobutyl ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopentyl ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-Chinolin-4-yl-propyl ist;
der Verbindung
der Formel 2, worin R Cyclopentyl ist, R4 H
ist, X CH2 ist und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopentyl ist,
R4 H ist, X NH ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopentyl ist, R4 H
ist, X CH2 ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopentyl ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclopentyl ist,
R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclohexyl ist, R4 H ist, X NH ist und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclohexyl ist, R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-Chinolin-4-ylpropyl
ist;
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclohexyl ist, R4 H ist, X NH ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Cyclohexyl ist, R4 H
ist, X CH2 ist und R3 3-(4-Phenylimidazol-1-yl)propyl ist;
der
Verbindung der Formel 2, worin R Cyclohexyl ist, R4 H
ist, X NH ist und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist; und
der Verbindung der Formel 2, worin R Cyclohexyl ist,
R4 H ist, X CH2 ist
und R3 3-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)propyl
ist.
-
Die
Erfindung bezieht sich auch auf eine pharmazeutische Zusammensetzung
zur Behandlung einer bakteriellen Infektion oder einer Protozoen-Infektion
bei einem Säuger,
Fisch oder Vogel, die eine therapeutisch wirksame Menge einer Verbindung
der Formel 2 oder eines pharmazeutisch annehmbaren Salzes davon und
einen pharmazeutisch annehmbaren Träger umfasst.
-
Die
Erfindung bezieht sich auch auf die Verwendung einer Verbindung
der Formel 2 oder eines pharmazeutisch annehmbaren Salzes davon
für die
Herstellung eines Medikaments zur Behandlung einer bakteriellen
Infektion oder einer Protozoen-Infektion bei einem Säuger, Fisch
oder Vogel.
-
Die
Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer Verbindung
der Formel
wobei R, R
3,
R
4 und R
5 wie für Formel
2 definiert sind und X in Formel 2 -NR
5 ist,
umfassend Behandeln einer Verbindung der Formel
wobei R und R
4 wie
für Formel
2 definiert sind, mit einem Alkylierungsmittel.
-
Die
Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer Verbindung
der Formel
wobei R, R
3,
R
4, R
5 und R
6 wie für
Formel 2 definiert sind und X in der Formel 2 -(CR
5R
6)
g- ist, umfassend
Behandeln einer Verbindung der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, mit einer Verbindung der Formel R
3-C(R
5R
6)
g-NH
2,
wobei g 0 oder 1 ist und R
3, R
5 und
R
6 wie für
Formel 2 definiert sind.
-
Die
Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer Verbindung
der Formel
wobei R und R
4 wie
für Formel
2 definiert sind, umfassend Behandeln einer Verbindung der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, mit NH
2NH
2.
-
Die
Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung einer
Verbindung der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, umfassend Behandeln einer Verbindung der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, mit Carbonyldiimidazol.
-
Die
Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung einer
Verbindung der Formel
worin R wie für Formel
2 definiert ist, umfassend Behandeln einer Verbindung der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, mit einer Base.
-
Die
Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung einer
Verbindung der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, umfassend Behandeln einer Verbindung der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, mit einem Oxidationsmittel.
-
Die
Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung einer
Verbindung der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, umfassend Behandeln einer Verbindung der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, mit einer Säure.
-
Die
Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer Verbindung
der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, umfassend Behandeln einer Verbindung der Formel
wobei R wie in Formel 2 definiert
ist, mit Trichlormethylisocyanat, Ethylencarbonat oder Carbonyldiimidazol.
-
Die
Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer Verbindung
der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, umfassend Behandeln einer Verbindung der Formel
wobei R wie für Formel
2 definiert ist, mit einem Acylierungsmittel.
-
Der
Ausdruck "Behandlung", wie er hierin verwendet
wird, umfasst, wenn nichts anderes angegeben ist, die Behandlung
oder Prävention
einer bakteriellen Infektion oder Protozoen-Infektion, wie sie im Verfahren der
vorliegenden Erfindung bereitgestellt wird.
-
Der
Ausdruck "bakterielle
Infektion(en)" oder "Protozoen-Infektion(en)" bzw. "Infektion durch Bakterien" oder "Infektion durch Protozoen", wie er hierin verwendet
wird, umfasst, wenn nichts anderes angegeben ist, bakterielle Infektionen
und Protozoen-Infektionen, die bei Säugern, Fischen und Vögeln auftreten,
wie auch Störungen,
die mit bakteriellen und Protozoen-Infektionen in Beziehung stehen, die
durch Verabreichung von Antibiotika, z.B. den Verbindungen der vorliegenden
Erfindung, behandelt oder verhindert werden können. Solche bakteriellen Infektionen
und Protzoen-Infektionen und Störungen,
die mit solchen Infektionen in Verbindung stehen, umfassen die Folgenden:
Pneumonie, Otitis media, Sinusitis, Bronchitis, Tonsillitis und
Mastoiditis in Verbindung mit einer Infektion durch Streptococcus
pneumoniae, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, Staphylococcus
aureus oder Peptostreptococcus spp.; Pharyngitis, rheumatisches
Fieber und Glomerulonephritis in Verbindung mit einer Infektion
durch Streptococcus pyogenes, Streptokokken der Gruppen C und G,
Clostridium diphtheriae oder Actinobacillus haemolyticum, Atemwegsinfektionen
in Verbindung mit einer Infektion durch Mycoplasma pneumoniae, Legionella
pneumophila, Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae oder
Chlamydia pneumoniae; unkomplizierte Haut- und Weichgewebeinfektionen,
Abszesse und Osteomyelitis und Puerperalfieber in Verbindung mit
einer Infektion durch Staphylococcus aureus, Koagulase-positive
Staphylokokki (d.h., S. epidermidis, S. hemolyticus, usw.), Streptococcus
pyogenes, Streptococcus agalactiae, Streptokokken-Gruppen C-F (Streptokokki
mit winzigen Kolonien), Streptococci viridans, Corynebacterium minutissimum,
Clostridium spp. oder Bartonella hanselae; unkomplizierte akute
Harntraktinfektionen in Verbindung mit einer Infektion durch Staphylococcus
saprophyticus oder Enterococcus spp.; Urethritis und Cervicitis;
und sexuell übertragene
Erkrankungen in Verbindung mit einer Infektion durch Chlamydia trachomalis,
Haemophilus ducreyi, Treponema pallidum, Ureaplasma urealyticum
oder Neisseria gonorrhoeae; Toxin-Erkrankungen in Verbindung mit
einer Infektion durch S. aureus (Lebensmittelvergiftung und toxisches
Schock-Syndrom) oder Streptokokken der Gruppen A, B und C; Ulci
in Verbindung mit einer Infektion durch Helicobacter pylory; systemische
Fiebersyndrome in Verbindung mit einer Infektion durch Borrelia
recurrentis; Lyme-Erkrankung
in Verbindung mit einer Infektion durch Borrelia burgdorferi; Konjunktivitis,
Keratitis und Dakrocystitis in Verbindung mit einer Infektion durch
Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoeae, S. aureus, S. pneomoniae,
S. pyogenes, H. influenzae oder Listeria spp.; disseminierte Mycobacterium
avium-Komplex (MAC)-Erkrankung in Verbindung mit einer Infektion
durch Mycobacterium avium oder Mycobacterium intracellulare; Gastroenteritis
in Verbindung mit einer Infektion durch Campylobacter jejuni; intestinale Protozoen
in Verbindung mit einer Infektion durch Cryptosporidium spp.; odontogene
Infektion in Verbindung mit einer Infektion durch Streptococci viridans;
anhaltender Husten in Verbindung mit einer Infektion durch Bordetella
pertussis; Gasbrand in Verbindung mit einer Infektion durch Clostridium
perfringens oder Bacteroides spp.; und Atherosklerose in Verbindung
mit einer Infektion durch Helicobacter pylori oder Chlamydia pneumoniae.
Bakterielle Infektionen und Protozoen-Infektionen und Störungen,
die mit solchen Infektionen in Verbindung stehen, die bei Tieren
behandelt oder verhindert werden können, umfassen die Folgenden:
Atemwegserkrankung bei Rindern in Verbindung mit einer Infektion
durch P. haem., P. multocida, Mycoplasma bovis oder Bordetelia spp.;
Darmerkrankung bei Kühen,
verbunden mit einer Infektion durch E. coli oder Protozoen (d.h., Kokzidien,
Cryptosporidien usw.); Milchkuh-Mastitis in Verbindung mit einer
Infektion durch Staph. aureus, Strep. uberis, Strep. agalactiae,
Strep. dysgalactiae, Klebsiella spp., Corynebacterium oder Enterococcus spp.;
Atemwegserkrankung bei Schweinen in Verbindung mit einer Infektion
durch A. pleuro, P. multocida oder Mycoplasma spp.; Darmerkrankung
bei Schweinen in Verbindung mit einer Infektion durch E. coli, Lawsonia intracellularis,
Salmonella oder Sarpulina hyodylsinteriae; Fußfäule bei Kühen in Verbindung mit einer
Infektion durch Fusobacterium spp.; Kuh-Metritis in Verbindung mit
einer Infektion durch E. coli; haarige Warzen bei Kühen in Verbindung
mit einer Infektion durch Fusobacterium nacrophorum oder Bacterioides
nodosus, Weideblindheit bei Kühen
in Verbindung mit einer Infektion durch Moraxella bovis; Fehlgeburt
bei Kühen
in Verbindung mit einer Protozoen-Infektion (d.h., durch Neosporium);
Harntraktinfektion bei Hunden und Katzen in Verbindung mit einer
Infektion durch E. coli; Haut- und Weichgewebe-Infektionen bei Hunden
und Katzen in Verbindung mit einer Infektion durch Staph. epidermidis,
Staph. intermedius, Koagulase-negative Staph. oder P. multocida;
und Zahn- oder Mundinfektionen bei Hunden und Katzen in Verbindung
mit einer Infektion durch Alcaligenes spp., Bacteroides spp., Clostridium
spp., Enterobacter spp., Eubacterium, Peptostreptococcus, Porphyromonas
oder Prevotella. Bezüglich
anderer bakterieller Infektionen und Protozoen-Infektionen und Störungen,
die mit solchen Infektionen in Verbindung stehen, die gemäß dem Verfahren
der vorliegenden Erfindung behandelt oder verhindert werden können, wird
auf J.P. Sanford et al., "The
Sanford Guide To Antimicrobial Therapy", 26. Ausgabe, (Antimicrobial Therapy,
Inc., 1998).
-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung
der obigen Verbindungen der Formel 2.
-
Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung können wie folgt hergestellt
werden. Die bei der Herstellung der Verbindungen der Formel 2 verwendeten
Ausgangsverbindungen können
unter Verwendung der Verfahren hergestellt werden, die unten beschrieben
sind und außerdem
in der internationalen Patentanmeldung Nr.
PCT/GB97/01810 , eingereicht am 4.
Juli 1997 (Peter Francis Leadlay, James Staunton, Jesus Cortes und Michael
Stephen Pacey) und in der internationalen Patentanmeldung Nr.
PCT/GB97/01819 , eingereicht
am 4. Juli 1997 (Peter Francis Leadlay, James Staunton und Jesus
Cortes) beschrieben sind. Die Verbindungen der Formel 2 können aus
diesen Ausgangsverbindungen unter Verwendung konventioneller Verfahren,
die einem Fachmann bekannt sind, hergestellt werden.
-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf die Verbindungen der
Formeln 2 bis 20, die bei der Herstellung der obigen Verbindungen
der Formel 2 und pharmazeutisch annehmbarer Salze davon einsetzbar sind.
-
Polyketide
und Verfahren und Mittel zur Herstellung dieser, und spezifisch
die neuen Makrolide, die bei der Herstellung der Verbindungen der
vorliegenden Erfindung verwendbar sind, werden hergestellt, indem
geeignete Organismen in Gegenwart einer Carbonsäure der Formel RCO2H,
worin R wie für
die Verbindung der Formel 1 definiert ist, fermentiert werden. Ein
bevorzugter Organismus ist Saccharopolyspora erythraea, der vorzugsweise
ein integriertes Plasmid enthält,
das fähig
ist, die Synthese von gewünschten
Verbindungen zu steuern. Bei der Herstellung solcher neuen Polyketide
werden Polyketid-Biosynthesegene oder Teile davon, die aus verschiedenen
Polyketid-Biosynthesegen-Cluster stammen können, so manipuliert, dass
sie die Produktion von neuen Erythromycinen erlauben.
-
Polyketide
sind eine große
und strukturell mannigfaltige Klasse von natürlichen Produkten, die viele Verbindungen
umfasst, welche antibiotische oder andere pharmakologische Eigenschaften
besitzen, z.B. Erythromycin, Tetracycline, Rapamycin, Avermectin,
Polyetherionophore und FK606. Polyketide werden insbesondere durch
Streptomyces und verwandte Actinomyceten-Bakterien reichlich produziert.
Sie werden durch die wiederholte schrittweise Kondensation von Acylthioestern
in einer Art analog der der Fettsäurebiosynthese synthetisiert.
Die größere strukturelle
Mannigfaltigkeit, die unter natürlichen
Polyketiden gefunden wird, resultiert aus der Auswahl von (üblicherweise)
Acetat oder Propionat als "Starter"- oder "Extender"-Einheiten und aus
dem unterschiedlichen Grad des Prozessierens der B-Ketogruppe, die
nach jeder Kondensation beobachtet wird. Beispiele für Prozessierungsschritte
umfassen Reduktion zu b-Hydroxyacyl-,
Reduktion mit anschließender
Dehydratisierung zu 2-Enoyl- und vollständige Reduktion zu dem gesättigten
Acylthioester. Das stereochemische Produkt dieser Prozessierungsschritte
ist für
jeden Zyklus der Kettenverlängerung
spezifiziert. Die Biosynthese von Polyketiden wird durch eine Gruppe
von Ketten-bildenden Enzymen, die als Polyketidsynthasen bekannt
sind, initiiert. Es wurden zwei Klassen an Polyketidsynthasen (PKS)
bei Actinomyceten beschrieben. Allerdings werden die neuen Polyketide
und Verfahren, die bei der Herstellung der Verbindungen der vorliegenden
Erfindung eingesetzt werden, durch PKSs Typ I synthetisiert, die
durch die PKSs für
die Makrolide-Eryhtromycin, Avermectin und Rapamycin dargestellt
werden, und sie bestehen aus einem unterschiedlichen Platz oder "Modul" von Enzymen für jeden
Zylus der Polyketid-Kettenverlängerung
(Cortes, J. et al., Nature (1990) 348:176-178; Donadio, S. et al.,
Science (1991), 252:875-679; MacNeb, D.J. et al., Gene (1992), 115:119-125;
Schwecke, T. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA (1995), 92:7839-7843):
Anmerkung: Der Ausdruck "natürliches
Modul", wie er hierin
verwendet wird, bezieht sich auf den Satz einer fortlaufenden Domäne ab einem
b-Ketoacylsynthase ("KS")-Gen bis zum nächsten Acyl
carrier-Protein ("ACP")-Gen, das einen
Zyklus der Polyketid-Kettenverlängerung
vervollständigt.
Der Ausdruck "kombinatorisches
Modul" wird verwendet,
um eine Gruppe von fortlaufenden Domänen (oder Domänenteilen)
zu bezeichnen, die sich von einem ersten Punkt in einem ersten natürlichen
Modul zu einem zweiten äquivalenten
Punkt in einem zweiten natürlichen
Modul erstreckt. Der erste und der zweite Punkt werden im Allgemeinen
in Kerndomänen
sein, die in allen Modulen vorliegen, d.h., beide an äquivalenten
Punkten der entsprechenden KS-, AT (Acyltransferase)-, ATP-Domäne oder
in Linkerregionen zwischen Domänen.
-
Die
Organisation der Erythromycin-produzierenden PKS (auch bekannt als
6-Desoxyerythronolid B-Synthase, DEBS)-Gene enthält drei offene Leseraster,
die für
die DEBS-Polypeptide
codieren. Die Gene sind in sechs wiederholten Einheiten, die als
Module bezeichnet werden, organisiert. Das erste offene Leseraster
codiert für
das erste Multienzym oder die erste Kassette (DEBS1), bestehend
aus drei Modulen: das Lademodul (ery-load) und zwei Extensionsmodule
bzw. Verlängerungsmodule
(Modul 1 und 2). Das Lademodul umfasst eine Acyltransferase und
ein Acyl carrier-protein. Dies kann im Gegensatz zu
1 von
WO 93/13663 (unten genannt)
stehen. Diese zeigt ORF1, das nur aus zwei Modulen besteht, von
denen das erste beides ist, das Lademodul und das erste Extensionsmodul
bzw. Verlängerungsmodul.
-
Ein
Im-Raster-Deletion der DNA, die einen Teil der Ketoreduktasedomäne von Modul
5 in DEBS codiert, führt
erwiesenermaßen
zur Bildung der Erythromycin-Analoga 5,6-Didesoxy-3-mycarosyl-5-oxoerythronolid
B, 5,6-Didesoxy-5-oxoerythronolid B und 5,6-Didesoxy-6,6-epoxy-5-oxoerythronolid
B (Donadio, S. et al., Science (1991), 262:675-679). Entsprechend
führt eine
Veränderung
der Reste der aktiven Stelle in der Enoylreduktasedomäne von Modul
4 in DEBS durch genetische Manipulation der entsprechenden für PKS codierenden
DNA und ihrer Einführung
in Saccharopolyspora erythraea zu der Produktion von 6,7-Anhydroerythromycin
C (Donadio, S. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA (1993), 90:7119-7123).
-
Die
internationale Patentanmeldung Nr.
WO
93/13663 beschreibt zusätzliche
Typen der genetischen Manipulation der DEBS-Gene, die fähig sind,
veränderte
Polyketide zu produzieren. Allerdings wird von vielen solchen Versuchen
berichtet, dass sie unproduktiv waren (Hutchinson C.R. und Fujii,
I. Annu. Rev. Mikrobiol. (1995), 49:201-238, auf S. 231). Die vollständige DNA-Sequenz
der Gene aus Streptomyces hygroscopicus, die für PKS des modularen Typ 1 codiert,
die die Biosynthese des makrocyklischen immunsupprimierenden Polyketids
Rapamycin steuert, wurde offenbart (Schwecke, T. et al. (1995),
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92:7839-7843). Die DNA-Sequenz ist bei
der EMBLI-Genbank Database unter der Zugangsnummer X86780 hinterlegt.
-
Die
komplexen Polyketide, die durch PKSs des modularen Typ 1 produziert
werden, sind dahingehend besonders wertvoll, dass sie Verbindungen
mit bekannter Verwendbarkeit als Anthelminthika, Insektizide, Immunsuppressiva,
antifungale und/oder antibakterielle Mittel umfassen. Wegen ihrer
strukturellen Komplexität sind
solche neuen Polyketide durch chemische Gesamtsynthese oder durch
chemische Modifikationen von bekannten Polyketiden nicht leicht
erhältlich.
Wie in der internationalen Patentanmeldung
PCT/GB97/01810 beschrieben wurde,
codiert die PKS-Typ 1-Gen-Anordnung für ein Lademodul, auf das Extensionsmodule
folgen.
-
Es
ist insbesondere nützlich,
um eine Hybrid-PKS-Gen-Anordnung bereitzustellen, in der das Lademodul
zu den Extensionsmodulen heterolog ist und so ist, dass sie zu einem
Polyketid mit einer veränderten Startereinheit
führt.
Wie in der internationalen Patentanmeldung
PCT/GB87/01810 angegeben ist, ist
dies ein Konzept, das im Stand der Technik ziemlich unbekannt ist,
da dieser die Existenz von Lademodulen nicht anerkennt.
WO 93/13683 bezieht sich
auf die Veränderung
von PKS-Genen durch Inaktivieren einer einzelnen Funktion (d.h.,
eines einzelnen Enzyms) oder durch Beeinträchtigen "eines ganzen Moduls" durch Deletion, Insertion oder Ersatz
desselben. Die Ladeanordnung ist gemäß ihren Ausdrücken kein
Modul.
-
Wenn
das Lademodul eines ist, das viele verschiedene Carbonsäure-Einheiten
akzeptiert, dann kann die Hybrid-Genanordnung verwendet werden,
um viele verschiedene Polyketide zu produzieren. Beispielsweise
kann eine Hybrid-Genanordnung eine Nucleinsäure verwenden, die für ein avr-Lademodul
mit ery-Extendermodulen codiert. Ein Lademodul kann unnatürliche Säureeinheiten
und Derivate davon akzeptieren, das avr-Lademodul ist in dieser
Hinsicht besonders nützlich
(Dutton et al., (1991), J. Antibiot., 44:357-365). Außerdem ist
es möglich,
die Spezifität
des natürlichen
Lademoduls für
unnatürliche
Startereinheiten zu bestimmen und die relaxierte Spezifität des Lademoduls
zu nutzen, um neue Polyketide zu erzeugen. So beschreibt die internationale
Patentanmeldung
PCT/GB97/01810 die
unerwartete Fähigkeit
des ery-Lademoduls, unnatürliche
Carbonsäuren
und Derivate davon einzubauen, um neue Erythromycine in Erythromycin-produzierenden Stämmen, die
nur DEBS-Gene enthalten, zu produzieren. Natürlich kann man auch andere
Veränderungen
innerhalb eines Polyketid-Produkts herstellen, insbesondere durch
Ersetzen eines Extensionsmoduls durch eines, das eine Ketid-Einheit
mit einem anderen Oxidationszustand und/oder mit einer anderen Stereochemie liefert.
Es wird allgemein angenommen, dass die Stereochemie der Methylgruppen
in der Polyketidkette durch die Acyltransferase bestimmt wird, aber
sie ist in der Tat ein Merkmal von anderen Domänen der PKS und eröffnet demnach
eine Variation nur durch Ersatz jener Domänen einzeln oder durch Modulersatz.
Methyl und andere Substituenten können durch Ersatz einer Acyltransferasedomäne oder
durch einen Ersatz des gesamten Moduls angefügt oder entfernt werden. Folglich
wird es dem Fachmann auf klar sein, dass es möglich ist, die Verwendung der
relaxierten Substratspezifität
des Erythromycin-Lademoduls mit Extensionsmodulersatz und Hybridlademodul-Substitution mit
Extensionsmodulersatz als Mechanismus zur Herstellung eines weiten Bereichs
neuer Erythromycine zu kombinieren. So beschreibt die internationale
Patentanmeldung
PCT/GB97/01810 die
Produktion von neuen Erythromycinen durch nicht-transformierte Organismen
und auch solche Genanordnungen, Vektoren, die solche Genanordnungen
enthalten, und Transformantenorganismen, die diese exprimieren können, um
neue Erythromycine in transformierten Organismen zu produzieren.
Transformantenorganismen bzw. transformierte Organismen können rekombinanten
Plasmide beherbergen oder die Plasmide können integrieren. Ein Plasmid
mit einer Int-Sequenz wird in eine spezifische Bindungsstelle (atf)
eines Wirtchromosoms integrieren. Transformierte Organismen können fähig sein,
die Anfangsprodukte zu modi fizieren, z.B. durch Durchführung aller
oder einiger der biosynthetischen Modifikationen, die bei der Produktion
von Erythromycinen normal sind. Allerdings können auch mutierte Organismen
verwendet werden, so dass einige der normalen Stoffwechselwege blockiert
sind, z.B. um Produkte mit einer oder mehreren "natürlichen" Hydroxygruppen oder
Zuckergruppen zu produzieren, z.B. wie es in "
WO
91/16334 oder in Weber et al. (1985), J. Bacteriol. 164:425-433,
beschrieben ist. Alternativ können
Organismen genutzt werden, in denen einige der normalen Wege überexprimiert
werden, um potentielle, die Rate limitierende Schritte in der Produktion
des gewünschten
Produkts zu überwinden,
z.B. wie es in
WO 97/06266 beschrieben
ist.
-
Dieser
Aspekt des Verfahrens betrifft in großem Umfang eine Behandlung
von PKS-Gen-Modulen
als Baublöcke,
die eingesetzt werden können,
um Enzymsysteme zu konstruieren, und somit neue Erythromycin-Produkte
gewünschter
Typen herzustellen. Dies involviert im Allgemeinen das Ausschneiden
und die Anordnung von Modulen und Multimodulgruppierungen. Logische
Stellen zur Herstellung und zum Brechen von intermodularen Verbindungen
sind in den Verbindungsregionen zwischen Modulen. Es kann allerdings
vorteilhaft sein, Schnitte und Verknüpfungen tatsächlich innerhalb
von Domänen
(d.h., den für
das Enzym codierenden Teilen) nahe den Rändern derselben durchzuführen. Die
DNA ist hier zwischen allen modulären PKSs hochkonserviert, und
dies kann bei der Konstruktion von Hybriden, die transkribiert werden
können,
helfen. Es kann auch die Aufrechterhaltung der Abstände der
aktiven Stellen der codierten Enzyme, die von Bedeutung sein können, unterstützen. Bei
der Herstellung eines Hybridgens, z.B. durch Ersetzen des ery-Lademoduls durch
ein avr-Lademodul wurde das ery-Modul
zusammen mit einer kleinen Menge der folgenden Ketosynthase (KS)-Domäne entfernt.
Der Start der KS-Domäne
(im guten Abstand von der aktiven Stelle) ist hochkonserviert und
liefert daher eine geeignete Spleißstelle als Alternative zu
der Linkerregion zwischen der Ladedomäne und dem Start der KS-Domäne. Das
ausgeschnittene ery-Modul wurde dann durch ein avr-Lademodul ersetzt.
-
Wenn
ein Lademodul ersetzt wird, kann es in der Tat wünschenswert sein, nicht genau
die Lademoduldomänen
(im Allgemeinen Acyltransferase (AT) und Acyl carrier-Protein (ACP))
zu ersetzen, sondern auch die KS am Beginn des folgenden Extensionsmoduls.
Typischerweise würde
das ausgeschnittene Lademodul einen Propionatstarter aufweisen,
und der Ersatz soll einen oder mehrere unterschiedliche Starter
bereitstellen. Propionat kann allerdings aus einem geeigneten Pool
in der Wirtszelle in die KS des Extensionsmoduls geführt werden,
was zu einer Verdünnung
der gewünschten
Produkte führt.
Dies kann in großem
Umfang verhindert werden, indem ein verlängertes Lademodul, das die
gesamte oder das meiste der KS-Domäne enthält, ersetzt wird. (Die Spleißstelle
kann in der Endregion des KS-Gens oder früh im folgenden AT-Gen oder der Linkerregion
zwischen ihnen sein).
-
Beim
Ersetzen von "Modulen" besteht keine Beschränkung auf "natürliche" Module. Beispielsweise kann
ein "kombinatorisches
Modul", das auszuschneiden
und/oder zu ersetzen und/oder zu insertieren ist, von der entsprechenden
Domäne
der zwei Module vom natürlichen Typ,
z.B. vom AT eines Moduls zu dem AT des nächsten oder von KS zu KS reichen.
Die Spleißstellen
werden in entsprechenden konservierten marginalen Regionen oder
in Linkerregionen sein. Ein kombinatorisches Modul kann auch ein "Paar" oder ein größeres Mehrfaches
sein, um 2 oder mehr Module gleichzeitig zu addieren.
-
Die
Internationale Patentanmeldung
PCT/GB97/01810 beschreibt
neue Erythromycine, die nach den vorstehend genannten Aspekten erhältlich sind.
Diese sind in der folgenden Beschreibung eingeschlossen.
-
Ein
Erythromycin-Analogon (eine Makrolid-Verbindung mit einem 14-gliedrigen
Ring), in der ein Substituent R in der C-13-Position ist, trägt eine
andere Seitenkette als Ethyl, im Allgemeinen eine geradkettige C
3-C
6-Alkylgruppe,
eine verzweigte C
3-C
8-Alkylgruppe,
eine C
3-C
8-Cycloalkyl- oder
Cycloalkenylgruppe (gegebenenfalls substituiert z.B. mit einem oder
mehreren Hydroxy, C
1-4-Alkyl- oder -Alkoxygruppen
oder Halogenatomen) oder ein 3- bis 6-gliedriges Heterocyclyl, enthaltend
O oder S, gesättigt
oder vollständig
oder partiell ungesättigt,
gegebenenfalls substituiert (wie für Cycloalkyl), oder R ist Phenyl,
das gegebenenfalls mit wenigstens einem Substituenten, ausgewählt aus
C
1-C
4-Alkyl-, C
1-C
4-Alkoxy- und
C
1-C
4-Alkylthiogruppen,
Halogenatomen, Trifluormethyl und Cyano; oder R kann eine Gruppe
mit der Formel (a) sein, wie sie unten gezeigt ist:
worin X
1 O,
S oder -CH
2- ist, a, b, c und d jeweils
unabhängig
0 bis 2 sind und a + b + c + d ≤ 6.
Bevorzugte Kandidaten für
den C-13-Substituenten R sind die Gruppen von Carboxylat-Einheiten RCOOR', die als Substrate
durch ein avr-Startermodul oder Rapamycin-Startervarianten verwendbar
sind. Bevorzugte Substrate sind die Carbonsäure R''COOH.
Alternative Substrate, die wirksam eingesetzt werden können, sind
Carbonsäuresalze,
Carbonsäureester
oder -amide. Bevorzugte Ester sind N-Acetylcysteaminthioester, die
leicht als Substrate durch das avr-Startermodul verwendet werden
können,
wie es von Dutton et al. in
EP
0350187 erläutert ist.
Bevorzugte Amide sind N-Acylimidazole. Andere alternative Substrate,
die eingesetzt werden können,
sind Derivate, die oxidative Vorläufer für die Carbonsäuren sind;
so wären
z.B. geeignete Substrate Aminosäuren der
Formel RCH(NH
2)COOH, Glyoxylsäuren der
Formel RCOCOOH, Methylamin-Derivate der Formel RCH
2NH
2, Methanol-Derivate der Formel RCH
2OH, Aldehyde der Formel RCHO oder substituierte
Alkansäuren
der Formel R(CH
2)
nCOOH,
worin n 2, 4 oder 6 ist. Somit umfassen Beispiele für bevorzugte
Substrate Isobutyrat (R=i-Pr) und 2-Methylbutyrat (R=1-Methylpropyl).
Andere Möglichkeiten
umfassen n-Butyrat,
Cyclopropylcarboxylat, Cyclobutylcarboxylat, Cyclopentylcarboxylat,
Cyclohexylcarboxylat, Cycloheptanylcarboxylat, Cyclohexenylcarboxylate,
Cycloheptenylcarboxylate und Ring-methylierte Varianten der cyclischen
Carboxylate und der vorstehend genannten Derivate davon.
-
Das
Erythromycin-Analogon kann dem Ausgangsprodukt einer PKS (6-Desoxyerythronolid)
oder dem Produkt nach einem oder mehreren der normalen Biosyntheseschritte
entsprechen. Diese umfassen: 6-Hydroxylierung; 3-O-Glykosylierung;
5-O-Glykosylierung; 12-Hydroxylierung
und spezifische Zuckermethylierung.
-
Somit
können
die Analoga solche, die 6-Desoxyerythronolid B, Erythromycin A und
verschiedenen Intermediaten und Alternativen entsprechen, umfassen.
- (ii) Erythromycin-Analoga, die sich von dem
entsprechenden "natürlichen" im Oxidationszustand
einer oder mehrerer der Ketid-Einheiten unterscheiden (d.h., Auswahl
von Alternativen aus der Gruppe: -CO-, -CH(OH)-, =CH- und -CH2-).
-
Die
Stereochemie eines beliebigen -CH(OH)- ist ebenso unabhängig wählbar.
- (iii) Erythromycin-Analoga, die sich von der
entsprechenden "natürlichen" Verbindung im Fehlen
einer "natürlichen" Methyl-Seitenkette
unterscheiden. (Dies ist durch Verwendung von varianter AT erreichbar).
Normale Extensionsmodule verwenden entweder C2-
oder C3-Einheiten, um unmethylierte und
methylierte Ketid-Einheiten bereitzustellen. Man kann unmethylierte
Einheiten bereitstellen, wenn methylierte Einheiten natürlich sind
(und umgekehrt in Systemen, in denen es natürlicherweise unmethylierte
Einheiten gibt), und auch größere Einheiten
bereitstellen, z.B. C4, um Ethyl-Substituenten
bereitzustellen.
- (iv) Erythromycin-Analoga, die sich von der entsprechenden "natürlichen" Verbindung in der
Stereochemie des "natürlichen" Methyl und/oder
anderen Ring-Substituenten als Methyl unterscheiden.
- (v) Erythromycin-Analoga mit den Merkmalen von zwei oder mehreren
der Abschnitte (i) bis (iv).
- (vi) Derivate von einem der Obigen, die eine weitere Prozessierung
durch Nicht-PKS-Enzyme
durchgemacht haben, z.B. eine oder mehrere von Hydroxylierung, Epoxylierung,
Glykosylierung und Methylierung.
-
Die
Internationale Anmeldung
PCT/GB97/01810 beschreibt
Verfahren für
die Herstellung der neuen Erythromycine, die in der Herstellung
der Verbindungen der vorliegenden Erfindung nützlich sind. In dem einfachen
Verfahren werden unnatürliche
Startereinheiten (vorzugsweise, aber nicht beschränkt auf,
Dicarbonsäure-Analoga
der unnatürlichen
Startereinheiten) in nicht-transformierte Organismen eingeführt, die
fähig sind,
Erythromycine zu produzieren. Ein bevorzugter Ansatz involviert
die Einführung
der Startereinheit in Fermentationsbrühen des Erythromycin-produzierenden
Organismus, ein Ansatz, der für
transformierte Organismen, die fähig
sind, Erythromycine zu produzieren, wirksamer ist. Allerdings kann
das Startereinheit-Analogon auch in alternative Präparationen
der Erythromycin-produzierenden Organismen eingeführt werden,
z.B. fraktionierte oder unfraktionierte Präparationen aufgebrochener Zellen.
Dieser Ansatz ist wiederum für
transformierte Organismen, die fähig
sind, Erythromycine zu produzieren, glei chermaßen wirksam. In einem anderen Verfahren
wurde(n) ein Segment oder mehrere Segmente von DNA, codierend für einzelne
Module oder Domäne
in einer PKS des heterologen Typ 1 (die "Donor"-PKS), verwendet, um die DNA zu ersetzen,
die für
einzelne Module oder Domänen
innerhalb der DEBS-Gene eines Erythromycin-produzierenden Organismus
codiert. Lademodule und Extensionsmodule, die aus einer natürlichen
oder nicht-natürlichen
PKS-Typ 1 entnommen wurden, sind für diese "Donor"-PKS geeignet, allerdings sind für diesen
Zweck die Komponenten der PKS-Typ 1 für die Biosynthese von Erythromycin,
Rapamycin, Avermectin, Tetronasin, Oleandomycin, Monensin, Amphotericin
und Rifamycin besonders geeignet, für die das Gen und die modulare
Organisation wenigstens teilweise durch Gensequenzanalyse bekannt
sind. Besonders günstige
Beispiele für
die Lademodule der Donor-PKS sind solche Lademodule, die eine relaxierte
Spezifität
zeigen, z.B. die Lademodule der Avermectin (avr)-produzierenden
PKS von Streptomyces avermitillis, oder solche Lademoleküle, die
eine ungewöhnliche Spezifität besitzen,
z.B. die Lademodule der Rapamycin-FK506- und Ascomycin-produzierenden
PKSs, die alle natürlicherweise
eine von Shikimate stammende Startereinheit akzeptieren. Unerwarteterweise
wurde festgestellt, dass beide, die untransformierten als auch die
genetisch manipulierten Erythromycin-produzierenden Organismen,
wenn sie unter geeigneten Bedingungen kultiviert werden, nicht natürliche Erhytromycine produzieren,
und es wurde festgestellt, dass die Produkte, wo es geeignet ist,
demselben Prozessieren wie das natürliche Erythromycin unterliegen.
-
Die
Internationale Patentanmeldung
PCT/GB97/01810 beschreibt
außerdem
ein Plasmid, das "Donor"-PKS-DNA enthält, und
das in einer Wirtszelle unter Bedingungen eingeführt wird, unter denen das Plasmid
in die DEBS-Gene auf dem Chromosom des Erythromycin-produzierenden Stamms
durch homologe Rekombination integriert wird, um so eine Hybrid-PKS zu erzeugen.
Eine bevorzugte Ausführungsform
ist, wenn die Donor-PKS-DNA ein Segment enthält, das für ein Lademodul derart codiert,
dass dieses Lademodul an die DEBS-Gene auf dem Chromosom gebunden
wird. Eine solche Hybrid-PKS produziert wertvolle und neue Erythromycin-Produkte,
wenn sie unter geeigneten Bedingungen kultiviert wird, wie sie hierin
beschrieben werden. Spezifisch ausgedrückt, wenn das Lademodul der
DEBS-Gene durch das Lademodul der Avermectin-produzierenden (avr)
PKS ersetzt wird, enthalten die neuen Erythromycin-Produkte eine
Startereinheit, die typisch für
solche ist, die durch die avr-PKS verwendet werden. So wurde festgestellt,
dass, wenn das Lademodul der ery-PKS durch das avr-Lademodul ersetzt
wurde, Saccharopolyspora erythraea-Stämme, die solche Hybrid-PKS
enthalten, 14-gliedrige Macrolide, die Startereinheiten enthalten,
die typischerweise durch die avr-PKS verwendet werden, produziert
werden.
-
Wie
in der Internationalen Patentanmeldung
PCT/GB97/018010 angegeben ist, ist
es unerwartet, dass die durch rekombinante Zellen von S. erythraea
produzierten 14-gliedrigen Macrolid-Polyketide Derviate von Erythromycin
A umfassen, was zeigt, dass die verschiedenen Prozessierungsschritte,
die für
die Transformation der Produkte der Hybrid-PKS in neue und therapeutisch
wertvolle Erythromycin A-Derivate erforderlich sind, korrekt ausgeführt werden.
Die internationale Patentanmeldung
PCT/GB97/01810 beschreibt
die unerwartete und überraschende
Feststellung, dass eine Transkription eines der Hybrid-Erythromycin-Gene
spezifisch verstärkt
werden kann, wenn die Habridgene unter die Kontrolle eines Promotors
für ein
Typ II-PKS-Gen, verknüpft mit
einem spezifischen Aktivatorgen für den Promotor, gestellt sind.
Es ist besonders bemerkenswert, dass, wenn eine genetisch manipulierte
Zelle, die Hybrid-Erythromycin-Gene unter einer solchen Kontrolle
enthält,
unter Bedingungen kultiviert wird, die für die Erythromycin-Produktion
geeignet sind, werden deutlich erhöhte Level des neuen Erythromycin
produziert. Solche spezifischen Erhöhungen bei der Ausbeute eines
wertvollen Erythromycin-Produkts
sind auch für
natürliche
Erythromycin-PKS erkennbar, die unter die Kontrolle eines Typ II-PKS-Promotors
und eines Aktivatorgens gestellt ist, erkennbar. In einer bevorzugten Ausführungsform
werden gewünschte
Gene, die auf einem von SCP2* stammenden Plasmid vorliegen, unter die
Kontrolle des bidirektionalen Acti-Promotors gestellt, der aus dem
Actinorhodin-Biosynthesegen-Cluster von Streptomyces coelicolor
stammt, gestellt, wobei der Vektor auch das Strukturgen enthält, das
für das
spezifische Aktivatorprotein Act II-orf 4 codiert. Das rekombinante
Plasmid wird in Saccharopolyspora erythraea unter Bedingungen eingeführt, bei
denen entweder die eingeführten
PKS-Gene oder bereits im Wirtsstamm vorliegende PKS-Gene unter der Kontrolle
des acti-Promotors exprimiert werden.
-
Solche
Stämme
produzieren das gewünschte
Erythromycin-Produkt, und das Aktivatorgen erfordert nur das Vorliegen
des spezifischen Promotors, um die Transkriptionseffizienz aus dem
Promotor zu erhöhen. Dies
ist besonders überraschend,
da Aktivatoren der Actii-orf4-Familie
nicht zu einer anerkannten Klasse von DNA-Bindungsproteinen gehören. Daher
würde erwartet,
dass zusätzliche
Proteine oder andere Kontrollelemente erforderlich wären, damit
eine Aktivierung in einem heterologen Wirt erfolgt, von dem nicht
bekannt ist, dass er Actinorhodin oder ein verwandtes Isochromanchinon-Pigment
produziert. Es ist auch überraschend und
nützlich,
dass die rekombinanten Stämme
mehr als das Zehnfache an Erythromycin-Produkt produzieren können als
in dem Fall, in dem dieselben PKS-Gene unter der Kontrolle des natürlichen
Promotors sind, und das spezifische Erythromycin-Produkt wird auch
früh in
Wachstumskultur anstatt nur während
des Übergangs vom
Wachstum in die stationäre
Phase produziert. Solche Erythromycine sind als Antibiotika und
für viele
andere Zwecke in der Humanmedizin und in der Verterinärmedizin
einsetzbar. Wenn die genetisch manipulierte Zelle Saccharopolyspora
erythraea ist, der Aktivator und der Promotor aus dem Actinorhodin-PKS-Gen-Cluster
stammen und der act/actII-orf4-regulierte ery-PKS-Gen-Cluster in
dem Chromosom untergebracht ist, worauf die ortsspezifische Integration
eines Plasmidvektors mit niedriger Kopienzahl folgt, kann ein Kultivieren dieser
Zellen unter geeigneten Bedingungen mehr als die zehnfache Menge
an 14-gliedrigem Macrolid-Produkt als in einem vergleichbaren Stamm,
der nicht unter einer solchen heterologen Kontrolle steht, produzieren.
Wenn bei Verwendung in einer solchen genetisch manipulierten Zelle
von S. erythraea die PKS-Gene unter dieser heterologen Kontrolle
Hybrid- Typ I-PKS-Gene
sind, deren Konstruktion hierin beschrieben ist, kann mehr als die
Zehnfache Menge an Hybrid-Polyketid-Produkt im Vergleich zu denselben
Hybrid-Typ I-PKS-Genen, die nicht unter einer solchen Kontrolle
stehen, erhalten werden. Spezifisch ausgedrückt, wenn die Hybrid-Typ I-PKS-Gene
die ery-PKS-Gene sind, in denen das Lademodul durch das avr-Lademodul ersetzt
ist, wird eine zehnfache Erhöhung
bei den Gesamtmengen an neuen 14-gliedrigen
Macroliden festgestellt, die durch die genetisch manipulierten Zellen
produziert werden, wenn diese unter geeigneten Bedingungen kultiviert
werden, wie sie hierin beschrieben sind.
-
Das
geeignete und bevorzugte Mittel zum Wachsenlassen der untransformierten
und genetisch manipulierten Erythromycin-produzierenden Zellen und
geeignete und bevorzugte Mittel für die Isolierung, Identifizierung
und praktische Verwendbarkeit der neuen Erythromycine sind in der
internationalen Patentanmeldung
PCT/GB97/01810 vollständiger beschrieben.
-
Erythromycin-Derivate,
die in der internationalen Patentanmeldung
PCT/GB97/01810 beschrieben sind, werden
durch Fermentation eines nicht-transformierten oder transformierten
Organismus, der fähig
ist, Erthromycine zu produzieren, einschließlich, aber nicht beschränkt auf,
Saccharopolyspora-Spezies, Streptomyces griseoplanus, Nocardia sp.,
Micromonospora sp., Arthobacter sp. und Streptomyces antibioticus,
aber ausschließlich
S. coelicolor, produziert. In dieser Hinsicht sind nicht-transformierte
und transformierte Stämme von
Saccharopolyspora erythraea, z.B. NRRL 2338, 18843, 21484 besonders
geeignet. Besonders bevorzugte transformierte Stämme sind die, in denen das
Erythromycin-Lademodul durch das Lademodul aus dem Avermectin-Produzenten
Streptomyces avermitillis oder dem Rapamycin-Produzenten Streptomyces
hygroscopicus ersetzt sind. Das bevorzugte Verfahren zur Herstellung
von Verbindungen ist durch Fermentation des geeigneten Organismus
in Gegenwart der geeigneten Carbonsäure der Formel R
1COOH,
worin R
1 wie in Formel 1 oder 2 der internationalen
Patentanmeldung
PCT/GB97/01810 definiert
ist oder R wie in den Verbindungen der vorliegenden Erfindung ist,
oder eines Salzes, Esters (insbesondere bevorzugt ist der N-Acetylcysteaminthioester)
oder eines Amids davon oder eines oxidativen Vorläufers davon.
Die Säure
oder das Derivat davon wird der Fermentation entweder zur Zeit der
Inokulation oder in Intervallen während der Fermentation zugesetzt.
Die Produktion der Verbindungen kann durch Entfernen von Proben
aus der Fermentation, Extrahieren mit einem organischen Lösungsmittel
und entsprechend dem Aussehen der Verbindungen durch Chromatographie,
z.B. Hochdruckflüssigkeitschromatographie, überwacht
werden. Die Inkubation wird fortgesetzt, bis die Ausbeute der Verbindung
der Formel 1 oder 2 maximiert wurde, im Allgemeinen für einen
Zeitraum von 4 bis 10 Tage. Eine bevorzugte Konzentration für jede Zugabe
der Carbonsäure
oder des Derivats davon liegt zwischen 0,05 und 4,0 g/l. Die besten
Ausbeuten der Verbindungen der Formel 1 oder 2 werden im Allgemeinen
durch allmähliche
Zugabe der Säure
oder des Derivats zu der Fermentation, z.B. durch tägliche Zugabe über einen
Zeitraum von mehreren Tagen, erreicht. Das für die Fermentation eingesetzte Medium
kann ein herkömmliches
komplexes Medium sein, das assimilierbare Quellen für Kohlenstoff,
Stickstoff und Spurenelemente enthält.
-
Der
weite Bereich von Startereinheiten, die durch das avr-Lademodul
akzeptiert werden, wurde umfassend in frühren Studien entwickelt (siehe
z.B.
europäische Patentanmeldungen 0 214
731 ,
0 360 187 ,
0 317 148 ). Folglich sollte
es selbstverständlich
sein, dass die Erfindung nicht auf die spezifischen Details dieser
Beispiele beschränkt
wird, die einfach dazu dienen, die Wirksamkeit des avr-Lademoduls
zu bestätigen.
Außerdem
beweisen die Beispiele, die das pIG1- oder pND30-Konstrukt verwenden,
klar die Fähigkeit
des acti-Promotors und seines verwandten Aktivatorgens actii-orf4,
die Expression der neuen Verbindungen dieser Erfindung zu erhöhen, wenn
sie mit dem avr-Lademodul verknüpft
sind. Aus den Beispielen wird auch klar, dass die untransformierten
Stämme
von Saccharopolyspora erythraea leicht fähig sind, exogen zugeführte Substrate
aufzunehmen, um neue Erythromycin-Polyketide zu erzeugen. Folglich
ist es dem Fachmann klar, dass spezifische neue Verbindungen diese
Erfindung leicht durch Auswahl des geeigneten Erythromycin-produzierenden
Stamms (gegebenenfalls Einbau des pIG1- oder pND30-Plasmids in den gewünschten
Stamm) und Supplementieren der Fermentation mit der geeigneten Startereinheit
produziert werden können.
So können 6-Desoxyerythromycin-
und 6,12-Didesoxyerythromycin-Derivate der vorliegenden Erfindung
in einfacher Weise unter Verwendung von Saccharopolyspora erythraea
NRRL 18643 oder NRRL 21484, wie in
US
5 141 928 und
WO 97/08288 angegeben,
produziert werden. In ähnlicher
Weise kann auch die Verwendung von Saccharopolyspora erythraea-Stämmen, die
von Weber et al. in J. Bacteriol., 164:425-433, 1991, beschrieben sind,
eingesetzt werden, um die gewünschten
neuen Analoga der vorliegenden Erfindung zu erhalten. Beispielsweise
kann der Stamm UW24 eingesetzt werden (gegebenenfalls transformiert
durch pIG1 oder pND30), um neue Analoga von Erythronolid B zu erhalten.
-
Der
Ausdruck "Me", wie er hierin verwendet
wird, bezieht sich auf Methyl, wenn nichts anderes angegeben ist.
-
Der
Ausdruck "Et", wie er hierin verwendet
wird, bezieht sich auf Ethyl, wenn nichts anderes angegeben ist.
-
Der
Ausdruck "Pr", wie er hierin verwendet
wird, bezieht sich auf Propyl, wenn nichts anderes angegeben ist.
-
Der
Ausdruck "Ac", wie er hierin verwendet
wird, bezieht sich auf Acyl, wenn nichts anderes angegeben ist.
-
Der
Ausdruck "Hydroxy-Schutzgruppe", wie er hierin verwendet
wird, umfasst, wenn nichts anderes angegeben ist, Acetyl-, Benzyloxycarbonyl-
und verschiedene Hydroxy-Schutzgruppen,
die einem Fachmann geläufig
sind, und umfasst die Gruppen, die in T.W. Greene, P.G.M. Wuts, "Protective Groups
in Organic Synthesis",
(J. Wiley & Sons,
1991), genannt sind.
-
Der
Ausdruck "Halogen", wie er hierin verwendet
wird, umfasst, wenn nichts anderes angegeben ist, Fluor, Chlor,
Brom oder Iod.
-
Der
Ausdruck "Alkyl", wie er hierin verwendet
wird, umfasst, wenn nichts anderes angegeben ist, gesättigte einwertige
Kohlenwasserstoffreste mit geradkettigen, cyclischen oder verzweigten
Gruppierungen oder Gemische davon. Es ist einzusehen, dass, wenn
cyclische Gruppierungen gemeint sind, wenigstens drei Kohlenstoffe
im Alkyl vorliegen müssen.
Solche cyclischen Gruppierungen umfassen Cyclopropyl, Cyclobutyl und
Cyclopentyl.
-
Der
Ausdruck "Alkoxy", wie er hierin verwendet
wird, umfasst, wenn nichts anderes angegeben ist, -O-Alkylgruppen,
worin Alkyl wie oben definiert ist.
-
Der
Ausdruck "Aryl", wie er hierin verwendet
wird, umfasst, wenn nichts anderes angegeben ist, einen organischen
Rest, der von einem aromatischen Kohlenwasserstoff durch Entfernung
von einem Wasserstoff abgeleitet ist, z.B. Phenyl oder Naphthyl.
-
Der
Ausdruck "4-10-gliedriges
Heterocyclyl" bzw. "4-10-gliedriger Heterocyclus", wie er hierin verwendet
wird, umfasst, wenn nichts anderes angegeben ist, aromatische und
nicht-aromatische
heterocyclische Gruppen, die ein oder mehrere Heteroatome, jeweils
ausgewählt
aus O, S und N, enthalten, wobei jede heterocyclische Gruppe 4-10
Atome in ihrem Ringsystem hat. Nicht-aromatische heterocyclische
Gruppen umfassen Gruppen mit nur 4 Atomen in ihrem Ringsystem, allerdings
müssen
aromatische heterocyclische Gruppen wenigstens 6 Atome in ihrem
Ringsystem haben. Die heterocyclischen Gruppen umfassen Benzo-kondensierte
Ringsysteme und Ringsysteme, die mit einer oder mehreren Oxogruppierungen
substituiert sind. Ein Beispiel für eine 4-gliedrige heterocyclische
Gruppe ist Azetidinyl (abgeleitet von Azetidin). Ein Beispiel für eine 5-gliedrige
heterocyclische Gruppe ist Thiazolyl, und ein Beispiel für eine 10-gliedrige heterocyclische
Gruppe ist Chinolinyl. Beispiele für nicht-aromatische heterocyclische
Gruppen sind Pyrrolidinyl, Tetrahydrofuranyl, Tetrahydrothienyl,
Tetrahydropyranyl, Tetrahydrothiopyranyl, Piperidino, Morpholino,
Thiomorpholino, Thioxanyl, Piperazinyl, Azetidinyl, Oxetanyl, Thietanyl,
Homopiperidinyl, Oxepanyl, Thiepanyl, Oxazepinyl, Diazepinyl, Thiazepinyl,
1,2,3,6-Tetrahydropyridinyl, 2-Pyrrolinyl, 3-Pyrrolinyl, Indolinyl,
2H-Pyranyl, 4H-Pyranyl, Dioxanyl, 1,3-Dioxotanyl, Pyrazolinyl, Dithianyl,
Dithiolanyl, Dihydropyranyl, Dihydrothienyl, Dihydrofuranyl, Pyrazolidinyl,
Imidazolinyl, Imidazolidinyl, 3-Azabicyclo[3.1.0]hexanyl, 3-Azabicyclo[4.1.0]heptanyl,
3H-Indolyl und Chinolizinyl. Beispiele für aromatische heterocyclische
Gruppen sind Pyridinyl, Imidazolyl, Pyrimidinyl, Pyrazolyl,, Traizolyl,
Pyrazinyl, Tetrazolyl, Furyl, Thienyl, Isoxazolyl, Thiazolyl, Oxazolyl,
Isothiazolyl, Pyrrolyl, Chinolinyl, Isochinolinyl, Indolyl, Benzimidazolyl,
Benzofuranyl, Cinnolinyl, Indazolyl, Phthalazinyl, Pyrdazinyl, Triazinyl, Isoindolyl,
Pteridinyl, Purinyl, Oxadiazolyl, Thiadiazolyl, Furazanyl, Benzofurazanyl,
Benzothiophanyl, Benzothiazolyl, Benzoxazolyl, Chinazolinyl, Chinoxalinyl,
Naphthyridinyl und Furopyridinyl. Die vorstehend genannten Gruppen,
wie sie von den oben aufgelisteten Verbindungen abgeleitet sind,
können,
wenn es möglich
ist, C-gebunden oder N-gebunden sein.
-
Beispielsweise
kann eine von Pyrrol abgeleitete Gruppe Pyrrol-1-yl (N-gebunden)
oder Pyrrol-3-yl (C-gebunden)
sein.
-
Der
Ausdruck "pharmazeutisch
annehmbares Salz" bzw. "pharmazeutisch annehmbare
Salze", wie er hierin
verwendet wird, umfasst, wenn nichts anderes angegeben ist, Salze
von Säuren
oder basischen Gruppen, die in den Verbindungen der vorliegenden
Erfindung vorliegen können.
Die Verbindungen der vorliegenden Erfindung, die basischer Natur
sind, sind fähig,
mit verschiedenen anorganischen und organischen Säuren eine
weite Vielzahl von Salzen zu bilden. Die Säuren, die verwendet werden
können,
um pharmazeutisch annehmbare Säureadditionssalze
von solchen basischen Verbindungen der vorliegenden Erfindung herzustellen,
sind solche, die nicht-toxische Säureadditionssalze bilden, d.h.,
Salze, die pharmakologisch annehmbare Anionen enthalten, z.B. die
Hydrochlorid-, Hydrobromid-, Hydroiodid-, Nitrat-, Sulfat-, Bisulfat-,
Phosphat-, Hydrogenphosphat-, Isonicotinat-, Acetat-, Lactat-, Salicyclat-,
Citrat-, sauren Citrat-, Tartrat-, Pantotenat-, Bitartrat-, Ascorbat-,
Succinat-, Maleat-, Gentisenat-, Fumarat-, Gluconat-, Glucuronat-,
Saccharat-, Formiat-, Benzoat-, Glutamat-, Methansulfonat-, Ethansulfonat-,
Benzolsulfonat-, p-Toluolsulfonat- und Pamoat [d.h., 1,1'-Methylenbis(2-hydroxy-3-naphthoat)]-Salze bilden. Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung, die eine Amingruppierung
umfassen, können
pharmazeutisch annehmbare Salze mit verschiedenen Aminosäuren zusätzlich zu
den oben genannten Säuren
bilden.
-
Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung, die saurer Natur sind,
sind fähig,
Basensalze mit verschiedenen pharmakologisch annehmbaren Kationen
zu bilden. Beispiele für
solche Salze umfassen die Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze,
und insbesondere die Calcium-, Magnesium-, Natrium- und Kaliumsalze
der Verbindungen der vorliegenden Erfindung.
-
Bestimmte
Verbindungen der vorliegenden Erfindung können asymmetrische Zentren
haben und existieren daher in verschiedenen enantiomeren und diastereomeren
Formen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Verwendung
aller optischen Isomeren und Stereoisomeren der Verbindungen der
vorliegenden Erfindung und Gemischen davon und auf alle pharmazeutischen
Zusammensetzungen und Verfahren zur Behandlung, die diese verwenden
oder enthalten können.
-
Die
vorliegende Erfindung umfasst die Verbindungen der vorliegenden
Erfindung und die pharmazeutisch annehmbaren Salze davon, worin
ein oder mehrere Wasserstoff-, Kohlenstoff- oder andere Atome durch Isotope
davon ersetzt sind. Solche Verbindungen können als Forschungs- und diagnostische
Werkzeuge in pharmakokinetischen Metabolismusstudien und in Bindungsassays
nützlich
sein.
-
Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
-
Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung können nach den unten beschriebenen
Schemata 1-3 hergestellt werden.
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung werden in einfacher Weise
hergestellt. Die Verbindungen, die unten beschrieben werden, die
in der Herstellung der Verbindungen der Formel 2 eingesetzt werden, können unter
Verwendung der Verfahren, die in der internationalen Patentanmeldung
Nr.
PCT/GB97/01810 , eingereicht
am 4. Juli 1997 (Peter Francis Leadlay, James Staunton, Jesus Cortes
und Michael Stephen Pacey), und in der internationalen Patentanmeldung
Nr.
PCT/GB97/01819 ,
eingereicht am 4. Juli 1997 (Peter Francis Leadlay, James Staunton
und Jesus Cortes) beschrieben sind, hergestellt werden.
-
Die
Verbindungen der Formel 1 der vorliegenden Erfindung können hergestellt
werden, indem im Wesentlichen dieselben Verfahren verwendet werden,
wie sie von Watanabe et al. (Journal of Antibiotics, 1993, 46, 1161-1167)
beschrieben ist und wie es in Schema 1 dargestellt ist. Die Ausgangsverbindungen
der Formeln 6 können
hergestellt werden, indem die Verfahren verwendet werden, die in
der Internationalen Patentanmeldung Nr.
PCT/GB97/01810 , eingereicht am 4.
Juli 1997 (Peter Francis Leadlay, James Staunton, Jesus Cortes und
Michael Stephen Pacey) und in der Internationalen Patentanmeldung
Nr.
PCT/GB97/01819 ,
eingereicht am 4. Juli 1997 (Peter Francis Leadlay, James Staunton
und Jesus Cortes) beschrieben sind. Was Schritt 1 von Schema 1 angeht,
so kann eine Oximierung der Verbindung der Formel 6 durchgeführt werden,
indem die Verbindung der Formel 6 unter Verwendung von Verfahren,
die dem Fachmann gut bekannt sind, behandelt wird, z.B. Behandlung
mit NH
2OH·HCl in einem polaren Lösungsmittel,
z.B. Pyridin, bei einer Temperatur von etwa 40 bis 80°C für einen
Zeitraum von etwa 8 bis etwa 50 Stunden unter Erhalt einer Verbindung
der Formel 7. Die Oxim-Hydroxylgruppe
der Verbindung der Formel 7 kann unter Verwendung von Verfahren,
die dem Fachmann bekannt sind, geschützt werden, z.B. durch Schützen der
Oxim-Hydroxylgruppe als Benzylgruppe durch Verwendung von Benzylchlorid
oder Benzylbromid in Gegenwart einer Base, wie Kaliumhydroxid, in
einem Lösungsmittel,
wie DMF. Die Verbindung der Formel 9 kann aus der Verbindung der
Formel 8 unter Verwendung von Verfahren, die einem Fachmann bekannt
sind, hergestellt werden, z.B. durch Behandlung mit 1-(Trimethylsilyl)imidazol
in einem Lösungsmittel,
z.B. Ethylacetat. Eine Methylierung der Verbindung der Formel 9
kann unter Verwendung von Verfahren, die dem Fachmann bekannt sind,
durchgeführt
werden, z.B. durch Behandlung mit einem Methylierungsmittel, z.B.
Methyliodid, und einer Base, z.B. Kaliumhydroxid, in einem Lösungsmittel,
z.B. einem Gemisch aus DMSO (Methylsulfoxid) und THF (Tetrahydrofuran),
um die Verbindung der Formel 10 zu erhalten. Eine Eliminierung der
Benzyl- und Silylgruppen der Verbindung der Formel 10 kann zur gleichen
Zeit unter Verwendung von Verfahren, die einem Fachmann bekannt
sind, z.B. durch katalytische Transferhydrierung unter Verwendung
von Palladium-auf-Kohle, Ameisensäure und Ammoniumformiat in
einem Lösungsmittel,
z.B. Methanol, unter Bildung einer Verbindung der Formel 11 erreicht
werden. Die Verbindung der Formel 11 kann über Deoximierung unter Verwendung
von Verfahren, die dem Fachmann bekannt sind, durch Behandlung mit
einem Hydrolysiermittel, z.B. durch Behandlung mit Natriumbisulfit
in einem Lösungsmittel,
wie Methanol, bei einer Temperatur von etwa 40 bis etwa 80°C für einen
Zeitraum von etwa 1 bis etwa 50 Stunden in eine Verbindung der Formel
12 umgewandelt werden.
-
Die
Synthese der Verbindung der Formel 1, worin die R-Gruppe eine Schwefelfunktionalität enthält, wird
von der obigen Beschreibung dahingehend abweichen, dass eine Schwefelhaltige
Funktionalität
von einer anderen funktionellen Gruppe abgeleitet werden kann, wobei
herkömmliche
Verfahren verwendet werden, die einem Fachmann bekannt sind.
-
Schema
2 beschreibt die Synthese der Verbindungen der Formel 2, worin X
-NR5 ist. Die Ausgangsverbindung der Formel
12 kann nach Schema 1 hergestellt werden. Die Acylierung der C-4''- und C-2'-Hydroxylgruppe der Verbindung der Formel
12 kann durch Behandlung der Verbindung der Formel 12 mit einem
geeigneten Acylierungsmittel, das einem Fachmann bekannt ist, z.B.
Essigsäureanhydrid
in einem Lösungsmittel,
wie Dichlormethan, in Gegenwart einer Base, wie 4-Dimethylaminopyridin
(DMAP) bei Raumtemperatur für einen
Zeitraum von etwa 10 bis etwa 30 Stunden durchgeführt werden,
um das Diacetat der Verbindung der Formel 13 zu erhalten. Die Verbindung
der Formel 13 kann in das Carbonat der Verbindung der Formel 14
unter einer Vielzahl von Bedingungen, die einem Fachmann bekannt
sind, umgewandelt werden, z.B. mit Trichlormethylisocyanat oder
Ethylencarbonat in Gegenwart einer Base oder Carbonyldiimidazol
in Gegenwart einer Base. Eine Spaltung der Cladinosegruppierung
der Verbindung der Formel 14 kann unter geeigneten sauren Bedingungen,
die dem Fachmann bekannt sind, z.B. wässrige Salzsäure in Ethanol,
ausgeführt
werden, wobei die Verbindung der Formel 15 erhalten wird. Die Hydroxylgruppe
der Verbindung der Formel 15 kann unter Verwendung eines Oxidationsmittels
oxidiert werden, um ein Ketolid der Verbindung der Formel 16 zu
bilden, und zwar unter einer Vielzahl von Bedingungen, die dem Fachmann
bekannt sind, z.B. mit 1-(3-Dimethylaminopropyl)-3-ethylcarbodiimid-Hydrochlorid
und Pyridiniumtrifluoracetat in Gegenwart von DMSO. Eine B-Eliminierung
des Carbonats der Verbindung der Formel 16 kann unter geeigneten
basischen Bedingungen, die dem Fachmann bekannt sind, z.B. DBU,
bei 50-80°C, unter
Erhalt von Enon 17 durchgeführt
werden. Das Acylimidazol der Verbindung der Formel 18 kann aus der
Verbindung der Formel 17 unter Verwendung von Verfahren, die dem
Fachmann bekannt sind, hergestellt werden, z.B. durch Behandlung
mit Carbonyldiimidazol in Gegenwart einer Base, wie Natriumhydrid.
Die Verbindung der Formel 18 macht eine Cyclisierung unter Erhalt
von Carbazol 19 unter Verwendung von Verfahren, die dem Fachmann
bekannt sind, durch, z.B. durch Behandlung mit NH2NH2 in einem Lösungsmittel, wie MeCN, bei
einer Temperatur von etwa 60 bis etwa 100°C für einen Zeitraum von etwa 5
bis etwa 28 Stunden. Die Verbindung der Formel 19 kann durch reduktive
Alkylierung nach im Wesentlichen demselben Verfahren, wie es von
Patel et al. (J. Med. Chem., 1995, 39, 4197-4210) beschrieben wurde,
in die Verbindung der Formel 20 umgewandelt werden.
-
Schema
3 beschreibt die Synthese von Verbindungen der Formel 2, worin X
-(CR5R6)g-, worin g 0 oder 1 ist, ist. Die Ausgangsverbindung
der Formel 18 kann nach Schema 2 hergestellt werden. Eine Behandlung des
Acylimidazols der Verbindung der Formel 18 mit einer Verbindung
der Formel R3-C(R5R6)g-NH2,
worin g 0 oder 1 ist, und R3, R5,
R6 wie oben definiert sind, kann die Verbindung
der Formel 21 ergeben.
-
Die
Synthese der Verbindung der Formel 2, worin die R-Gruppe eine Schwefelfunktionalität enthält, wird
von der obigen Beschreibung dadurch abweichen, dass eine Schwefel-enthaltende Funktionalität von einer
anderen funktionellen Gruppe unter Verwendung herkömmlicher
Verfahren, die einem Fachmann bekannt sind, abgeleitet werden kann.
-
Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung können asymmetrische Kohlenstoffatome
haben und daher in verschiedenen enantiomeren und diastereomeren
Formen vorliegen. Diastereomere Gemische können auf der Basis ihrer physikalisch
chemischen Differenzen durch Verfahren, die dem Fachmann bekannt sind,
z.B. durch Chromatographie oder fraktionierte Kristallisation, in
ihre einzelnen Diastereomeren aufgetrennt werden. Enantiomere können getrennt
werden, indem die Enantiomergemische in ein diastereomeres Gemisch
durch Reaktion mit einer geeigneten optisch aktiven Verbindung (z.B.
Alkohol) umgewandelt wird, die Diastereomeren getrennt werden und
die einzelnen Diastereomeren in die entsprechenden reinen Enantiomeren
umgewandelt werden (z.B. durch Hydrolyse). Die Verwendung von allen
derartigen Isome ren, einschließlich
diastereomeren Gemischen und reinen Enantiomeren, wird als Teil
der vorliegenden Erfindung angesehen.
-
Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung, die basischer Natur sind,
sind fähig,
eine weite Mannigfaltigkeit von verschiedenen Salzen mit verschiedenen
anorganischen und organischen Säuren
zu bilden. Obgleich Salze für
eine Verabreichung an Säuger
pharmazeutisch annehmbare sein müssen,
ist es in der Praxis oft wünschenswert,
zunächst
die Verbindung der vorliegenden Erfindung als pharmazeutisch annehmbares Salz
aus dem Reaktionsgemisch zu isolieren und das Letztgenannte in einfacher
Weise zurück
zur freien Basenverbindung durch Behandlung mit einem alkalischen
Reagens umzuwandeln und die freie Base in ein pharmazeutisch annehmbare
Säureadditionssalz
umzuwandeln. Die Säureadditionssalze
der Basenverbindungen dieser Erfindung werden in einfacher Weise
durch Behandeln der Basenverbindung mit einer im Wesentlichen äquivalenten
Menge der gewählten
Mineralsäure
oder organischen Säure
in einem wässrigen
Lösungsmittelmedium
oder in einem geeigneten organischen Lösungsmittel, z.B. Methanol
oder Ethanol, hergestellt. Nach sorgfältiger Verdampfung des Lösungsmittels
wird das gewünschte
feste Salz in einfacher Weise erhalten. Das gewünschte Salz kann auch aus einer
Lösung
der freien Base in einem organischen Lösungsmittel durch Zugeben einer
geeigneten Mineralsäure
oder organischen Säure
zu der Lösung
präzipitiert
werden.
-
Solche
Verbindungen der vorliegenden Erfindung, die saurer Natur sind,
sind fähig,
mit verschiedenen Kationen Basensalze zu bilden. Für Verbindungen,
die an Säuger,
Fische oder Vögel
zu verabreichen sind, müssen
solche Salze pharmazeutisch annehmbar sein. Wenn ein pharmazeutisch
annehmbares Salz verlangt wird, kann es wünschenswert sein, zunächst die
Verbindung der vorliegenden Erfindung aus dem Reaktionsgemisch als
pharmazeutisch nicht akzeptables Salz zu isolieren und das Letztgenannte
dann einfach in einem Verfahren umzuwandeln, das analog dem ist,
das oben für
die Umwandlung von pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalze in pharmazeutisch
annehmbare Salze beschrieben wurde. Beispiele für Basensalze umfassen die Alkalimetall-
oder Erdalkalimetallsalze, und insbesondere die Natrium-, Amin-
und Kaliumsalze. Diese Salze werden durch herkömmliche Techniken hergestellt.
Die chemischen Basen, die als Reagentien zur Herstellung der pharmazeutisch
annehmbaren Basensalze dieser Erfindung verwendet werden, sind solche,
die nicht-toxische Basensalze mit den sauren Verbindungen der vorliegenden
Erfindung bilden. Solche nicht-toxischen Basensalze umfassen die,
die von solchen pharmakologisch annehmbaren Kationen, wie Natrium,
Kalium, Calcium, Magnesium, verschiedenen Aminkationen usw., stammen.
Die Salze können
in einfacher Weise hergestellt werden, indem die entsprechenden
sauren Verbindungen mit einer wässrigen
Lösung, die
die gewünschten
pharmakologisch annehmbaren Basen enthält, mit Kationen, wie Natrium-,
Kalium-, Calcium-, Magnesium-, verschiedenen Aminkationen usw.,
behandelt werden und dann die resultierende Lösung zur Trockne, vorzugsweise
unter reduziertem Druck, eingeengt wird. Alternativ können sie
auch hergestellt werden, indem niederalkanolische Lösungen der
sauren Verbindungen und das gewünschte
Alkalimetallalkoxid miteinander vermischt werden und die resultierende
Lösung
dann in derselben Art wie vorher zur Trockene eingeengt wird. In
jedem Fall werden vorzugsweise stöchiometrische Mengen von Reagentien
verwendet, um die Vollständigkeit
der Reaktion und maximale Ausbeuten des gewünschten Endprodukts sicherzustellen.
-
Die
Aktivität
der Verbindungen der vorliegenden Erfindung gegen bakterielle und
Protozoen-Pathogene wird durch die Fähigkeit der Verbindung bewiesen,
das Wachstum von definierten Stämmen
humaner Pathogene (Assay I) oder Tierpathogene (Assays II und III)
zu inhibieren.
-
Assay I
-
Assay
I, der unten beschrieben wird, verwendet eine herkömmliche
Methodologie und herkömmliche Interpretationskriterien
und ist so konzipiert, dass eine Richtung für chemische Modifikationen
bereitgestellt wird, die zu Verbindungen führen kann, die definierte Mechanismen
der Macrolid-Resistenz umgehen. In Assay I wird eine Gruppe von
Bakterienstämmen
so zusammengestellt, dass sie eine Vielzahl von pathogenen Targetspezies
umfasst, einschließlich
Vertretern für
Macrolid-Resistenzmechanismen, die charakterisiert wurden. Eine
Verwendung dieser Gruppe ermöglicht,
dass die chemische Struktur/Aktivität-Beziehung bezüglich der
Wirksamkeit, des Aktivitätsspektrums
und struktureller Elemente oder Modifikationen, die notwendig sein können, um
Resistenzmechanismen zu vermeiden, bestimmt wird. Bakterielle Pathogene,
die die Screeninggruppe umfasst, sind in der Tabelle unten gezeigt.
In vielen Fällen
sind sowohl der auf Macrolid ansprechende Elternstamm als auch der
gegen Macrolid resistente Stamm, der davon abgeleitet ist, verfügbar, um
eine genauere Beurteilung der Fähigkeit
der Verbindung, den Resistenzmechanismus zu umgehen, bereitzustellen. Stämme, die
das Gen mit der Bezeichnung ermA/ermB/ermC enthalten, sind gegenüber Macroliden,
Lincosamiden und Streptogramin B-Antibiotika infolge von Modifikationen
(Methylierung) von 23S-rRNA-Molekülen durch eine Erm-Methylase,
wodurch im Allgemeinen die Bindung von allen drei Strukturklassen
verhindert wird, resistent. Zwei Efflux-Macrolide wurden beschrieben;
msrA codiert für
eine Komponente eines Efflux-Systems in Staphylococci, die den Eintritt
von Macroliden und Streptograminen verhindert, während metA/E für ein Transmembranprotein
codiert, das nur Macrolide zu effluxieren scheint. Eine Inaktivierung
von Macrolid-Antibiotika kann erfolgen und kann entweder durch eine
Phosphorylierung des 2'-Hydroxyls
(mph) oder durch Spaltung des macrocyclischen Lactons (Esterase)
vermittelt werden. Die Stämme
können
unter Verwendung einer herkömmlichen
Polymerase-Kettenreaktions (PCR)-Technik und/oder durch Sequenzieren
der Resistenzdeterminante charakterisiert werden. Die Verwendung
der PCR-Technik in dieser Anmeldung ist in J. Sutcliffe et al., "Detection Of Erythromycin-Resistant
Determinants By PCR",
Antimicrobial Agents and Chemotherapy, 40(11), 2582-2588 (1996),
beschrieben. Der antibakterielle Assay wird in Mikrotiterschalen
durchgeführt und
entsprechend Performance Standards for Antimicrobial Disk Susceptibility
Tests – Sechste
Ausgabe; Approved Standard, veröffentlicht
von The National Committee for Clinical Laboratory Standards (NCCLS)
guidelines; interpretiert; die minimale inhibitorische Konzentration
(MIC) wird verwendet, um Stämme
zu ver gleichen. acr-AB oder AB-artig zeigt an, dass in dem Stamm
eine intrinsische Multidrug-Effluxpumpe
existiert. Verbindungen werden zunächst als 40 mg/ml Stammlösungen in
Dimethylsulfoxid (DMSO) gelöst.
| Stammbenennung | Macrolidresistenz-Mechanismus
(Mechanismen) |
| Staphylococcus
aureus 1116 | empfindlicher
Elter |
| Staphylococcus
aureus 1117 | ermB |
| Staphylococcus
aureus 0052 | empfindlicher
Elter |
| Staphylococcus
aureus 1120 | ermC |
| Staphylococcus
aureus 1032 | msrA,
mph. Esterase |
| Staphylococcus
hemolyticus 1006 | msrA,
mph |
| Staphylococcus
pyogenes 0203 | empfindlicher
Elter |
| Staphylococcus
pyogenes 1079 | ermB |
| Staphylococcus
pyogenes 1062 | empfindlicher
Elter |
| Staphylococcus
pyogenes 1061 | ermB |
| Staphylococcus
pyogenes 1064 | mefA |
| Staphylococcus
agalactiae 1024 | empfindlicher
Elter |
| Staphylococcus
agalactiae 1023 | ermB |
| Staphylococcus
pneumoniae 1016 | empfindlich |
| Staphylococcus
pneumoniae 1046 | ermB |
| Staphylococcus
pneumoniae 1085 | ermB |
| Staphylococcus
pneumoniae 1175 | mefE |
| Haemophilus
influenzae 0085 | empfindlich;
acr AB-artig |
| Haemophilus
influenzae 0131 | empfindlich;
acr AB-artig |
| Moraxella
catarrhalia 0040 | empfindlich |
| Moraxella
catarrhalia 1055 | Erythromycin-Intermediat-Resistenz |
| Escherichia
coli 0266 | empfindlich;
acr AB |
| Haemophilus
influenzae 1100 | empfindlich;
acr AB-artig |
-
Assay
II wird verwendet, um auf Aktivität gegen Pasteurella multocida
zu testen, und Assay III wird verwendet, um auf Aktivität gegen
Pasteurella haemolytica zu testen.
-
Assay II
-
Dieser
Assay basiert auf dem Flüssigkeitsverdünnungsverfahren
im Mikrotiterformat. Eine Einzelkolonie von P. multocida (Stamm
59A067) wird in 5 ml Hirn-Herz-Infusion (BHI)-Brühe
eingeimpft. Die Testverbindungen werden vorbereitet, indem 1 mg
der Verbindung in 125 μl
Dimethylsulfoxid (DMSO) gelöst
wird. Es werden Verdünnungen
der Testverbindung unter Verwendung von nicht-beimpfter BHI-Brühe hergestellt.
Die Konzentrationen der Testverbin dung, die verwendet werden, liegen
im Bereich von 200 μg/ml
bis 0,098 μg/ml,
hergestellt durch Zweifach-Reihenverdünnungen. Die mit P. multocida
inokulierte BHI wird mit nicht-inokulierter BHI-Brühe verdünnt, um
eine Suspension mit 104 Zellen pro 100 μl herzustellen.
Die BHI-Zellsuspensionen werden mit entsprechenden Reihenverdünnungen
der Testverbindung gemischt und für 18 Stunden bei 37°C inkubiert.
Die minimale inhibitorische Konzentration (MIC) entspricht der Konzentration
der Verbindung, die eine 100%ige Inhibierung des Wachstums von P.
multocida, bestimmt durch Vergleich mit einer nicht-inokulierten
Kontrolle, aufweist.
-
Assay III
-
Dieser
Assay basiert auf dem Agar-Verdünnungsverfahren
unter Verwendung eines Steers-Replikator. Zwei bis fünf Kolonien,
die von einer Agarplatte isoliert wurden, werden in BHI-Brühe eingeimpft
bzw. inokuliert und über
Nacht bei 37°C
unter Schütteln
(200 Upm) inkubiert. Am nächsten
Morgen werden 300 μl
der vollständig
gewachsenen P. haemolytica-Vorkultur
in 3 ml frischer BHI-Brühe
inokuliert, und es wird unter Schütteln (200 Upm) bei 37°C inkubiert.
Die geeigneten Mengen der Testverbindungen werden in Ethanol gelöst, und
es wird eine Reihe von Zweifach-Reihenverdünnungen hergestellt. 2 ml der
entsprechenden Reihenverdünnung
wird mit 18 ml geschmolzenem BHI-Agar gemischt und dann fest werden
gelassen. Wenn die inokulierte P. haemolytica-Kultur eine McFarland-Standarddichte
von 0,5 erreicht, werden etwa 5 μl
der P. haemolytica-Kultur auf BHI-Agarplatten, die die verschiedenen
Konzentrationen der Testverbindung enthalten, unter Verwendung eines
Steers-Replikators inokuliert und für 18 Stunden bei 37°C inkubiert.
Die Anfangskonzentrationen der Testverbindung liegen im Bereich
von 100-200 μg/ml.
Die MIC entspricht der Konzentration der Testverbindung, die eine
100%ige Inhibierung des Wachstums von P. haemolytica aufweist, bestimmt
durch Vergleich mit einer nicht inokulierten Kontrolle.
-
Die
in vivo-Aktivität
der Verbindungen der Formel (I) kann durch herkömmliche Tierschutzstudien,
die dem Fachmann gut bekannt sind, und die üblicherweise mit Mäusen durchgeführt werden,
bestimmt werden.
-
Die
Mäuse werden
nach ihrer Ankunft in Käfige
aufgeteilt (10 pro Käfig)
und für
mindestens 48 Stunden akklimatisieren gelassen, bevor sie verwendet
werden. Die Tiere werden mit 0,5 ml einer 3 × 103 KbE/ml Bakteriensuspension
(P. multocida-Stamm 59A006) intraperitoneal inokuliert. Jedes Experiment
hat wenigstens 3 Kontrollgruppen ohne Medikation, einschließlich einer,
die mit 0,1 X Stimulationsdosis infiziert war, und zwei, die mit
1 X Stimulationsdosis infiziert worden waren; es kann auch eine
Gruppe für
10 X-Stimulationsdaten verwendet werden. Im Allgemeinen können alle
Mäuse in
einer gegebenen Studie innerhalb von 30-90 Minuten stimuliert werden,
speziell wenn eine Wiederholungsspritze (z.B. eine Cornwall®-Spritze)
verwendet wird, um die Stimulation zu verabreichen. 30 Minuten nach
Beginn der Stimulation wird die erste Verbindungsbehandlung gegeben.
Es kann erforderlich sein, dass eine zweite Person mit der Verbindungsdosierung
beginnt, wenn nach 30 Minuten nicht alle Tiere stimuliert wurden.
Die Verabreichungswege sind subkutane oder orale Dosen. Subkutane
Dosen werden in die lose Haut im Nacken verabreicht, wohingegen
orale Dosen mit Hilfe einer Fütterungsnadel
gegeben werden. In beiden Fällen
wird pro Maus ein Volumen von 0,2 ml verwendet. Verbindungen werden
30 Minuten, 4 Stunden und 24 Stunden nach Stimulation verabreicht.
Eine Kontrollverbindung mit bekannter Wirksamkeit, die auf demselben
Weg verabreicht wird, ist in jedem Test eingeschlossen. Die Tiere
werden täglich
beobachtet, und die Anzahl der Überlebenden
in jeder Gruppe wird aufgezeichnet. Die P. multocida-Modell-Überwachung
wird für
96 Stunden (vier Tage) nach Stimulation fortgesetzt.
-
Die
PD50 ist eine errechnete Dosis, bei der
die getestete Verbindung 50% einer Gruppe von Mäusen vor Mortalität durch
die bakterielle Infektion, welche in Abwesenheit einer Wirkstoffbehandlung
tödlich
wäre, schützt.
-
Die
Verbindungen der Formel 2 oder die pharmazeutisch annehmbaren Salze
davon (im Folgenden "die
aktiven Verbindungen")
können
auf oralem, parenteralem, topischem oder rektalem Weg bei der Behandlung
von bakteriellen und Protozoen-Infektionen verabreicht werden. Im
Allgemeinen werden diese Verbindungen am wünschenswertesten in Dosierungen
im Bereich von etwa 0,2 mg pro kg Körpergewicht pro Tag (mg/kg/Tag)
bis etwa 200 mg/kg/Tag in Einzeldosis oder aufgeteilten Dosen (d.h.,
1 bis 4 Dosen pro Tag) verabreicht, obgleich Variationen notwendigerweise
in Abhängigkeit
von der Spezies, dem Gewicht und dem Zustand des Subjekts, das behandelt
wird, und dem besonderen gewählten
Verabreichungsweg auftreten werden. Allerdings wird äußerst bevorzugt
ein Dosierungslevel im Bereich von etwa 4 mg/kg/Tag bis etwa 50 mg/kg/Tag
verwendet. In Abhängigkeit
von der Spezies des Säugers,
des Fischs oder des Vogels, die behandelt wird, und ihrer individuellen
Reaktion auf das Medikament sowie in Abhängigkeit vom gewählten Typ
der pharmazeutischen Formulierung und des Zeitraums und des Intervalls, über den
eine solche Verabreichung durchgeführt wird, können jedoch Variationen erfolgen.
In einigen Fällen
können
Dosierungslevel unter der Untergrenze des vorstehend genannten Bereichs
mehr als adäquat
sein, während
in anderen Fällen
noch höhere Dosen
verwendet werden können,
ohne dass gefährliche
Nebenwirkungen verursacht werden, vorausgesetzt, dass solche höheren Dosen
zuerst in mehrere kleine Dosen zur Verabreichung während des
Tags aufgeteilt werden.
-
Die
aktiven Verbindungen können
allein oder in Kombination mit pharmazeutisch annehmbaren Trägern oder
Verdünnungsmitteln
auf den vorher angegebenen Wegen verabreicht werden, und eine solche
Verabreichung kann in Einzeldosis oder in vielen Dosen durchgeführt werden.
Die aktiven Verbindungen können insbesondere
in einer weiten Vielzahl von verschiedenen Dosierungsformen verabreicht
werden, d.h., sie können
mit verschiedenen pharmazeutisch annehmbaren inerten Trägern in
Form von Tabletten, Kapseln, Lutschbonbons, Pastillen, harten Süßigkeiten,
Pulvern, Sprays, Cremes, Salben, Suppositorien, Gelees, Gelen, Pasten,
Lotionen, Salben, wässrigen
Suspensionen, injizierbaren Lösungen,
Elixieren, Sirupen und dergleichen kombiniert werden. Solche Träger umfassen
feste Verbindungsmittel oder Füllstoffe,
steri le wässrige
Medien und verschiedene nicht-toxische organische Lösungsmittel
usw. Darüber
hinaus können
orale pharmazeutische Zusammensetzungen in geeigneter Weise gesüßt und/oder
aromatisiert werden. Im Allgemeinen liegen die aktiven Verbindungen
in solchen Dosierungsformen in Konzentrationsleveln vor, die von
etwa 5,0 Gew.-% bis etwa 70 Gew.-% reichen.
-
Für eine orale
Verabreichung können
Tabletten, die verschiedene Exzipientien, z.B. mikrokristalline Cellulose,
Natriumcitrat, Calciumcarbonat, Dicalciumphosphat und Glycin, zusammen
mit verschiedenen Zerfallsmitteln, z.B. Stärke (und vorzugsweise Mais-,
Kartoffel- oder
Tapiokastärke),
Alginsäure
und bestimmten komplexen Silicaten zusammen mit Granulierungsbindemitteln,
wie Polyvinylpyrrolidon, Saccharose, Gelatine und Akaziengummi,
verwendet werden. Zusätzlich
sind oft Gleitmittel, z.B. Magnesiumstearat, Natriumlaurylsulfat
und Talk, zu Tablettierzwecken sehr nützlich. Feste Zusammensetzungen
eines ähnlichen
Typs können in
Gelatinekapseln als Füllstoffe
verwendet werden; in diesem Zusammensetzung bevorzugte Materialien
umfassen auch Lactose oder Milchzucker sowie Polyethylenglykole
mit hohem Molekulargewicht. Wenn wässrige Suspensionen oder Elixiere
zur oralen Verabreichung gewünscht
sind, kann die aktive Verbindung mit verschiedenen Süßungsmitteln
oder Aromatisiermitteln, färbendem
Material oder Farbstoffen und, wenn gewünscht, Emulgier- und/oder Suspendiermitteln
sowie zusammen mit solchen Verdünnungsmitteln,
wie Wasser, Ethanol, Propylenglykol, Glycerin und verschiedenartige
Kombinationen davon, kombiniert werden.
-
Zur
parenteralen Verabreichung können
Lösungen
einer aktiven Verbindung, entweder in Sesamöl oder Erdnussöl oder in
wässrigem
Propylenglykol, verwendet werden. Die wässrigen Lösungen sollten geeigneterweise
gepuffert werden (vorzugsweise ein pH von größer als 8), wenn dies erforderlich
ist, und das flüssige
Verdünnungsmittel
sollte zuerst isotonisch gemacht werden. Diese wässrigen Lösungen sind zu Zwecken einer
intravenösen
Injektion geeignet. Die öligen
Lösungen
sind zu Zwecken einer intraartikulären, intramuskulären und
subkutanen Injektion geeignet. Die Herstellung all dieser Lösungen unter
sterilen Bedingungen wird durch pharmazeutische Standardtechniken,
die dem Fachmann bekannt sind, leicht durchgeführt.
-
Außerdem ist
es auch möglich,
die aktiven Verbindungen der vorliegenden Erfindung topisch zu verabreichen,
und dies kann mittels Cremes, Gelees, Gelen, Pasten, Pflaster, Salben
und dergleichen entsprechend der pharmazeutischen Standardpraxis
erfolgen.
-
Zur
Verabreichung an andere Tiere als Menschen, z.B. Rinder oder Haustiere,
können
die aktiven Verbindungen in die Füße der Tiere oder oral als
Arzneitrankzusammensetzung verabreicht werden.
-
Die
aktiven Verbindungen können
auch in Form von Liposom-Abgabesystemen, z.B. als kleine unilamellare
Vesikel, große
unilamellare Vesikel und multilaminare Vesikel, verabreicht werden.
Liposome können aus
einer Vielzahl von Phospholipiden, z.B. Cholesterin, Stearylamin
oder Phosphatidylcholinen, gebildet werden.
-
Die
aktiven Verbindungen können
auch mit löslichen
Polymeren als targetierbaren Wirkstoffträgern gekoppelt werden. Solche
Polymere umfassen Polyvinylpyrrolidon, Pyran-Copoly mer, Polyhydroxypropylmethacrylamidphenyl,
Polyhydroxyethylaspartamidphenol oder Polyethylenoxidpolylysin,
substituiert mit Palmitoylresten. Darüber hinaus können die
Verbindungen an eine Klasse von biologisch abbaubaren Polymeren
gekoppelt sein, die bei der Erreichung einer kontrollierten Freisetzung
eines Wirkstoffs einsetzbar sind, z.B. Polymilchsäure, Polyglykolsäure, Copolymere
aus Polymilchsäure
und Polyglykolsäure,
Poly-epsilon-caprolacton, Polyhydroxybuttersäure, Polyorthoester, Polyacetale,
Polydihydropyrane, Polycyanoacrylate und vernetzte oder amphipathische
Blockcopolymere von Hydrogelen.
-
Die
folgenden Beispiele erläutern
das Verfahren und die Intermediate der vorliegenden Erfindung weiter.
Es ist einzusehen, dass die vorliegenden Erfindung nicht auf die
spezifischen Details der nachfolgend bereitgestellten Beispiele
beschränkt
wird.
-
Beispiel 1
-
13-Cyclobutylerythromycin A-9-oxim
-
Zu
einer Lösung
von 13-Cyclobutylerythromycin A (3,67 g, 4,83 mmol) in Pyridin (50
ml) wurde NH2OH·HCl (2,68 g, 38,57 mmol)
gegeben, und die resultierende Lösung
wurde für
16 h auf 60°C
erwärmt. Das
Reaktionsgemisch wurde mit gesättigter
NaHCO3-Lösung
basisch gemacht und mit CH2Cl2 (X4)
extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt. Das Rohprodukt wurde durch Silicagel-Flashchromatographie
(0,3% NH3·H2O-3%
MeOH-96,7% CH2Cl2)
gereinigt, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff (2,85 g) erhalten
wurde.
MS: m/z 775 (M + H).
-
Beispiel 2
-
13-Cyclobutylerythromycin A-9-(O-benzyloxim)
-
Zu
einer Lösung
von 13-Cyclobutylerythromycin A-9-oxim (2,86 g, 3,67 mmol) in DMF
(N,N-Dimethylformamid) (20 ml) wurden Benzylchlorid (0,51 ml, 4,41
mmol) und 85%ige KOH (0,29 g, 4,41 mmol) zugegeben, und das Gemisch
wurde für
75 min in einem Eisbad gerührt.
Das Reaktionsgemisch wurde mit H2O behandelt
und mit EtOAc (X5) extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten
wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1)
gewaschen, über
Na2SO4 getrocknet
und im Vakuum eingeengt. Das Rohprodukt wurde durch Silicagel-Flashchromatographie
(1% NH3·H2O-10%
MeOH-89% CH2Cl2)
gereinigt, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff erhalten wurde.
MS:
m/z 865 (M + H).
-
Beispiel 3
-
2',4''-O-Bis(trimethylsilyl)-13-cyclobutylerythromycin
A-9-(O-benzyloxim)
-
Ein
Gemisch aus Chlortrimethylsilan (0,38 ml, 2,84 mmol) und 1-Trimethylsilylimidazol
(0,42 ml, 2,84 mmol) in EtOAc (2 ml) wurde zu einer Lösung von
13-Cyclobutylerythromycin A-9-(O-benzyloxim) (1,23 g, 1,42 mmol)
in EtOAc (10 ml) bei Raumtemperatur gegeben, und die resultierende
Lösung
wurde für
45 min bei Raumtemperatur gerührt.
Das Reaktionsgemisch wurde dann mit Hexan (25 ml) verdünnt und
mit Wasser (2 × 25
ml) gewaschen. Die Waschflüssigkeiten
wurden mit Hexan (2 × 15
ml) extrahiert, und die kombinierten organischen Schichten wurden
mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1)
gewaschen, über
Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff
erhalten wurde.
MS: m/z 1009 (M + H).
-
Beispiel 4
-
2',4''-O-Bis(trimethylsilyl)-13-cyclobutyl-6-O-methylerythromycin
A-9-(O-benzyloxim)
-
Zu
einer Lösung
von 2',4''-O-Bis(trimethylsilyl)-13-cyclobutylerythromycin
A-9-(O-benzyloxim)
(1,42 g, 1,41 mmol) in einem 1:1-Gemisch von DMSO und THF (22 ml)
wurden MeI (0,14 ml, 1,83 mmol) und dann 85% KOH (102 mg, 1,55 mmol)
gegeben, und das resultierende Gemisch wurde unter Eiskühlung für 1,5 Stunden
gerührt.
Das Reaktionsgemisch wurde mit H2O behandelt
und mit Hexan (X4) extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten
wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1)
gewaschen, über
Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff
(1,31 g) erhalten wurde.
MS: m/z 1024 (M + H).
-
Beispiel 5
-
13-Cyclobutyl-8-O-methylerythromycin A-9-oxim
-
Zu
einer Lösung
von 2',4''-O-Bis(trimethylsilyl)-13-cyclobutyl-6-O-methylerythromycin
A-9-(O-benzyloxim) (1,31 g, 1,28 mmol) in MeOH (13 ml) wurden 10%
Pd-C (206 mg), Ameisensäure
(0,82 ml, 21,79 mmol) und Ammoniumformiat (137 mg, 2,18 mmol) gegeben,
und das Reaktionsgemisch wurde für
2 Stunden bei 60°C
erwärmt.
Der Katalysator wurde abfiltriert, und das Filtrat wurde nach Zugabe
von H2O mit 2N NaOH basisch gemacht. Das
meiste Ethanol wurde im Vakuum verdampft, und der Rückstand
wurde mit CH2Cl2 (X4) extrahiert.
Die kombinierten organischen Schichten wurden mit H2O
(X2) und Kochsalzlösung
(X1) gewaschen, über
Na2SO4 getrocknet
und im Vakuum eingeengt, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff (956
mg) erhalten wurde.
MS: m/z 789 (M + H).
-
Beispiel 6
-
13-Cyclobutyl-6-O-methylerythromycin A
-
Zu
einer Lösung
von 13-Cyclobutyl-8-O-methylerythromycin A-9-oxim (931 mg, 1,18
mmol) in EtOH (4,3 ml) und H2O (4,3 ml)
wurden Ameisensäure
(107 μl,
2,83 mmol) und Natriumbisulfit (500 mg, 4,84 mmol) gegeben, und
das Reaktionsgemisch wurde für
1,75 Stunden auf 80°C
erwärmt.
Das Reaktionsgemisch wurde mit H2O verdünnt, mit
1N NaO basisch gemacht und mit CH2Cl2 (X3) extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten
wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1)
gewaschen, über
Na2SO4 getrocknet
und im Vakuum eingeengt. Das rohe Produkt wurde durch Silicagel-Flashchromatographie
(1% NH3·H2O-10%
MeOH-89% CH2Cl2)
gereinigt, wodurch die Titelverbindung (337 mg) als weißer Feststoff
(956 mg) erhalten wurde.
MS: m/z 774 (M + H).
-
Beispiel 7
-
2',4''-Di-O-acetyl-13-cyclobutyl-6-O-methylerythromycin
A
-
Zu
einer Lösung
von 13-Cyclobutyl-6-O-methylerythromycin A (327 mg, 0,42 mmol) in
CH2Cl2 (4,0 ml) wurden
Ac2O (120 μl, 1,26 mmol) und DMAP (41 mg,
0,34 mmol) gegeben, und das Reaktionsgemisch wurde bei Raumtemperatur
für 18
Stunden gerührt.
Gesättigte
NaHCO3-Lösung
wurde zu dem Reaktionsgemisch gegeben, und das Reaktionsgemisch
wurde mit CH2Cl2 (X3)
extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff
(363 mg) erhalten wurde.
MS: m/z 958 (M + H).
-
Beispiel 8
-
2',4''-Di-O-acetyl-13-cyclobutyl-6-O-methylerythromycin
A-11,12-carbonat
-
Zu
einer Lösung
von 2',4''-Di-O-acetyl-13-cyclobutyl-6-O-methylerythromycin
A (363 mg, 0,42 mmol) in CH2Cl2 (4,0
ml) wurde Trichloracetylisocyanat (0,15 ml, 1,27 mmol) gegeben,
und das Reaktionsgemisch wurde für
18 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. MeOH (3 ml) wurde zugegeben,
und das Reaktionsgemisch wurde bei Raumtemperatur für 1 Stunde
gerührt.
Gesättigte
NaHCO3-Lösung
wurde zu dem Reaktionsgemisch gegeben, und das Reaktionsgemisch
wurde mit CH2Cl2 (X3)
extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff
erhalten wurde.
MS: m/z 884 (M + H).
-
Beispiel 9
-
2'-O-Acetyl-13-cyclobutyl-5-O-desosaminyl-6-O-methylerythronolid
A-11,12-carbonat
-
Zu
einer Lösung
von 2',4''-Di-O-acetyl-13-cyclobutyl-6-O-methylerythromycin
A-11,12-carbonat,
das in Beispiel 8 erhalten worden war, in EtOH (3,5 ml) wurde 2N
HCl (6 ml) gegeben, und das Reaktionsgemisch wurde für 3 Tage
bei Raumtemperatur gerührt.
Die Lösung
wurde mit gesättigter
NaHCO3-Lösung
basisch gemacht, und das meiste EtOH wurde verdampft, und die wässrige Lösung wurde
mit CH2Cl2 (X3)
extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten wurde mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt. Das rohe Produkt wurde durch präparative
TLC (1% NH3·H2O-10%
MeOH-89% CH2Cl2)
gereinigt, wodurch die Titelverbindung (134 mg) als weißer Feststoff
erhalten wurde.
MS: m/z 684 (M + H).
-
Beispiel 10
-
2'-O-Acetyl-13-cyclobutyl-5-O-desosaminyl-6-O-methyl-3-oxoerythronolid
A-11,12-carbonat
-
Zu
einer Lösung
von 2'-O-Acetyl-13-cyclobutyl-5-O-desosaminyl-6-O-methylerythronolid
A-11,12-carbonat (134 mg, 0,20 mmol) in CH2Cl2 wurden DMSO (348 μl, 4,9 mmol), Py·TFA (293,6
mg, 1,52 mmol) und EDAC (291 mg, 1,62 mmol) gegeben, und das Reaktionsgemisch
wurde bei Raumtemperatur für
2 Tage gerührt.
Die Lösung
wurde mit gesättigter
NaHCO3-Lösung
basisch gemacht, und die wässrige
Lösung
wurde mit CH2Cl2 (X3)
extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt, wodurch die Titelverbindung (134 mg) als weißer Feststoff
erhalten wurde.
MS: m/z 682 (M + H).
-
Beispiel 11
-
2'-O-Acetyl-10,11-anhydro-13-cyclobutyl-5-O-desosaminyl-6-O-methyl-3-oxoerythronolid
A
-
Zu
einer Lösung
von 2'-O-Acetyl-13-cyclobutyl-5-O-desosaminyl-6-O-methyl-3-oxoerythronolid A-11,12-carbonat
(134 mg, 0,20 mmol) in C6H6 (5
ml) wurde DBU (378 μl,
2,43 mmol) gegeben, und das Reaktionsgemisch wurde für 2 Stunden
bei 90°C
erwärmt.
Es wurde gesättigte
NaH2PO4-Lösung zugesetzt,
und die wässrige
Lösung
wurde mit EtOAc (X5) extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten
wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1)
gewaschen, über
Na2SO4 getrocknet
und im Vakuum eingeengt, wodurch die Titelverbindung (122 mg) als
weißer
Feststoff erhalten wurde.
MS: m/z 638 (M + H).
-
Beispiel 12
-
2'-O-Acetyl-10,11-anhydro-13-cyclobutyl-5-O-desosaminyl-12-O-imidazolylcarbonyl-6-O-methyl-3-oxoerythronolid
A
-
Zu
einer Lösung
von 2'-O-Acetyl-10,11-anhydro-13-cyclobutyl-5-O-desosaminyl-6-O-methyl-3-oxoerythronolid
A (61 mg, 0,10 mmol) in THF (1,2 ml) wurden NaH (95% Reinheit, 5
mg, 0,20 mmol) und CDI (49 mg, 0,30 mmol) gegeben, und das Reaktionsgemisch
wurde bei Raumtemperatur für
15 Stunden gerührt.
Es wurde gesättigte
NaHCO3-Lösung
zugesetzt, und die wässrige
Lösung
wurde mit CH2Cl2 (X5)
extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff
erhalten wurde.
MS: m/z 732 (M + H).
-
Beispiel 13
-
13-Cyclobutyl-11-desoxy-5-O-desosaminyl-11-hydrazo-6-O-methyl-3-oxoerythronolid
A-11,12-carbamat
-
Zu
einer Lösung
von 2'-O-Acetyl-10,11-anhydro-13-cyclobutyl-5-O-desosaminyl-12-O-imidazolylcarbonyl-6-O-methyl-3-oxoerythronolid
A, das in Beispiel 12 erhalten worden war, in MeCN (1,0 ml) wurden
wasserfreies NH2NH2 (42 μl, 1,34 mmol)
und CDI (49 mg, 0,30 mmol) gegeben, und das Reaktionsgemisch wurde für 15 Stunden
bei 90°C
erhitzt. MeCN wurde im Vakuum abgedampft, und das Rohprodukt wurde
durch präparative
TLC (1% NH3·H2O-10%
MeOH-89% CH2Cl2)
gereinigt, wodurch die Titelverbindung (134 mg) als weißer Feststoff
erhalten wurde.
MS: m/z 654 (M + H).
-
Beispiel 14
-
13-Cyclobutyl-11-desoxy-5-O-desosaminyl-8-O-methyl-3-oxo-11-(3-chinolin-4-yl-propyliden)hydrazoerythronolid
A-11,12-carbamat
-
Zu
einer Lösung
von 13-Cyclobutyl-11-desoxy-5-O-desosaminyl-11-hydrazo-6-O-methyl-3-oxoerythronolid
A-11,12-carbamat, das in Beispiel 13 erhalten worden war, in Toluol
(1,0 ml) wurde 3-(4-Chinolinyl)propionaldehyd (27 mg, 0,14 mmol)
gegeben, und das Reaktionsgemisch wird für 15 Stunden auf 90°C erhitzt. EtOH
wird im Vakuum verdampft, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff
erhalten wird.
MS: m/z 821 (M + H).
-
Beispiel 15
-
13-Cyclobutyl-11-desoxy-5-O-desosaminyl-6-O-methyl-3-oxo-11-(3-chinolin-4-yl-propyl)hydrazoerythronolid A-11,12-carbamat
-
Zu
einer Lösung
von 13-Cyclobutyl-11-desoxy-5-O-desosaminyl-8-O-methyl-3-oxo-11-(3-chinolin-4-yl-propyliden)hydrazoerythronolid
A-11,12-carbamat, das in Beispiel 14 erhalten worden war, in MeOH (1,0
ml) mit Raumtemperatur wurde NaBH3CN (80
mg, 0,96 mmol) und HOAc (88 μl,
1,53 mmol) gegeben, und die resultierende Lösung wurde für 14 Stunden
bei Raumtemperatur gerührt.
Die Lösung
wurde mit gesättigter NaHCO3-Lösung
basisch gemacht, und die wässrige
Lösung
wurde mit CH2Cl2 (X3)
extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt. Das rohe Produkt wurde durch präparative
TLC (1% NH3·H2O-10%
MeOH-89% CH2Cl2)
gereinigt, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff erhalten wurde.
1H-NMR (CDCl3, 400
MHz) d: 1.04 (3H, d, J = 8,8 Hz), 1.15 (3H, d, J = 7,2 Hz), 1.22
(3H, d, J = 6,4 Hz), 1.29 (3H, d, J = 6,4 Hz), 1.31 (3H, s), 1.33
(3H, d, J = 6,8 Hz), 1.43 (3H, s), 2.26 (6H, s), 2.63 (3H, s), 3.67
(1H, s), 3.83 (1H, q, J = 8,8 Hz).
13C-NMR
(CDCl3, 100 MHz) d: 14.30, 14.42, 15.05,
15.39, 18.54, 18.91, 19.86, 21.18, 24.88, 26.57, 28.29, 28.61, 29.57,
35.09, 39.51, 39.58, 40.24, 44.63, 47.26, 48.41, 50.13, 51.07, 58.19,
65.92, 69.55, 70.27, 78.09, 78.16, 79.08, 81,42, 103.79, 121.03,
123.87, 128.27, 127.62, 128,90, 130.04, 148.32, 150.21, 158.15,
169.78, 203.88 und 217.99.
Ms: m/z 823 (M + H).
-
Beispiel 16
-
13-Cyclobutyl-11-desoxy-5-O-desosaminyl-11-6-O-methyl-3-oxo-11-(4-(4-(3-pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)butyl)aminoerythronolid
A-11,12-carbamat
-
Zu
einer Lösung
von 2'-O-Acetyl-10,11-anhydro-13-cyclobutyl-5-O-desosaminyl-12-O-imidazolylcarbonyl-6-O-methyl-3-oxoerythronolid
A, das in Beispiel 12 erhalten worden war, in MeCN(1,0 ml) wurde 4-(4-(3-Pyridinyl)-1H-imidazol-1-yl)butylamin
gegeben, und das Reaktionsgemisch wurde bei 90°C 15 Stunden lang erhitzt. MeCN
wurde im Vakuum eingeengt, ges. NaHCO3 wurde
zugegeben, und die wässrige
Lösung
mit CH2Cl2 (X4)
extrahiert. Die kombinierten organischen Schichten wurden mit H2O (X2) und Kochsalzlösung (X1) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt. Das rohe Produkt wurde durch präparative
TLC (1% NH3·H2O-10%
MeOH-89% CH2Cl2)
gereinigt, wodurch die Titelverbindung als weißer Feststoff erhalten wurde.
1H-NMR (CDCl3, 400
MHz) δ:
0.95 (3H, d, J = 6,8 Hz), 1.13 (3H, d, J = 7,2 Hz), 1.21 (3H, d,
J = 6,0 Hz), 1.27 (3H, d, J = 7,6 Hz), 1.30 (3H, s), 1.33 (3H, d,
J = 6,8 Hz), 1.42 (3H, s), 2.24 (6H, s), 2.59 (3H, s), 3.48 (1H,
s), 3.83 (1H, q, J = 6,8 Hz).
13C-NMR
(CDCl3, 100 MHz) δ: 13.89, 14.30, 15.15, 15.88,
18.37, 18.91, 19.74, 21.17, 24.30, 24.95, 26.53, 28.13, 28.62, 35.26,
38.89, 39.52, 40.23, 42.41, 44.89, 46.82, 47.60, 49.78, 51.24, 60.35,
65.83, 69.61, 70.29, 78.20, 78.24, 79.50, 82.88, 103.88, 115.50,
123.49, 130.26, 131.98, 137.76, 139.08, 146.38, 147.57, 157.32, 159,88,
203.67 und 216.36.
Ms: m/z 838 (M + H).