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Technisches
Gebiet
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Die
Erfindung betrifft die Modulierung der Glukoseaufnahme und der Insulinrezeptor-Aktivität im allgemeinen.
Genauer gesagt betrifft die Erfindung ein in-vitro-Verfahren zur
Modulation der Kinaseaktivität
des Insulinrezeptors und/oder zur Verstärkung der Insulinaktivierung
des Insulinrezeptors und/oder zur Verstärkung der Stimulation der zellulären Glukoseaufnahme
durch Insulin oder zur Stimulation der Glukoseaufnahme in Zellen,
die den Insulinrezeptor zeigen. Zusätzlich betrifft die Erfindung
eine spezifische Verbindung und eine Zusammensetzung, die dieselbe
umfasst.
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Stand der
Technik
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Unter
den vielen Funktionen, die von Peptiden und Proteinen im Stoffwechsel
ausgeübt
werden, befindet sich die Fähigkeit,
Rezeptoren auf Zelloberflächen
zu stimulieren, um intrazelluläre
Folgen zu bewirken, die für
den Erhalt und die Entwicklung des Organismus wichtig sind. Peptid-
und Proteinhormone treten mit Rezeptoren in Wechselwirkung, die
für sie
spezifisch sind, so dass die Aktivität des Hormons bei bestimmten Zellen,
die diese Rezeptoren aufweisen, ausgeübt wird. Der Insulinrezeptor
ist auf im wesentlichen allen Zellen vorhanden und in hohen Konzentrationen
auf den Zellen der Leber, der Skelettmuskeln und des Fettgewebes. Die
Stimulation des Insulinrezeptors mit Insulin ist ein essenzielles
Element beim Kohlenhydrat-Stoffwechsel und der Lagerung.
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Diabetikern
fehlt entweder eine ausreichende endogene Sekretion des Insulinhormons
(Typ I) oder sie weisen einen Insulinrezeptor-vermittelten Signalweg
auf, der bis zu einem bestimmten Grad gegenüber endogenem oder exogenem
Insulin resistent ist, entweder durch primäre oder posttranslationale
Strukturveränderungen,
reduzierte Anzahl oder geringe Kopplung unter den Signalkomponenten
(Typ II). Alle Typ I-Diabetiker und
ebenfalls viele Typ II-Diabetiker müssen Injektionen verwenden,
um eine verstärkte
Aktivität
der (noch) vorhandenen Insulinrezeptoren zu erhalten, da endogenes
Insulin zur Zeit nur durch eine alternative Zufuhr von Insulin selbst
ersetzt werden kann, das früher
aus nativen Quellen isoliert wurde und jetzt rekombinant erzeugt
wird. Während
die rekombinante Produktion von Insulin ermöglicht, dass eine weniger immunogene Form
bereitgestellt wird und eine zuverlässige Zufuhr der benötigten Mengen
sicherstellt, bleibt aufgrund der Instabilität der Peptide und Proteine
im Verdauungstrakt die Notwendigkeit, das Hormon durch Injektion
zu verabreichen. Es war lange das Ziel, Peptidliganden, einschließlich Insulin,
durch kleine Moleküle
zu ersetzen, die nicht verdaut werden und direkt in den Blutstrom
absorbiert werden können.
Bis jetzt konnten jedoch noch keine Nicht-Peptidsubstanzen, die
die Wirkung von Insulin auf einen Rezeptor ausüben, entdeckt werden.
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Es
gab viele Fälle,
worin das Nicht-Peptidmaterial zur Inhibition von Enzymen, deren
native Substrate Peptide sind, verwendet wurde. R.I. Brinkworth
et al., Biochem Biophys Res Comm (1992) 188:624-630 beschreiben
z.B. die Inhibition der HIV-1-Proteinase durch verschiedene Aryldisulfonate.
Die Fähigkeit
von Triazin-Farbstoffen zur Bindung der NADH-Oxidase von Thermus thermophilus wurde
von J. Kirchberger et al., J Chromatog A (1994) 668:153-164 untersucht.
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Es
wurde auch gezeigt, dass bestimmte Nicht-Peptidkomponenten die Agonisteneigenschaften
eines Peptidhormons verstärken.
Die Fähigkeit
bestimmter Thiazolidindione, wie z.B. Pioglitazon, die Adipozytendifferenzierung
durch Stimulierung der Wirkung von Insulin zu erhöhen, wurde
z.B. von R. F. Kletzien et al., Mol Pharmacol (1992) 41:393-398
beschrieben. Diese repräsentieren
eine Klasse potenziell antidiabetischer Verbindungen, die an einer
unbekannten Stelle stromabwärts
vom Insulinrezeptor selbst wirken und die Reaktion von Zielgeweben
auf Insulin erhöhen.
M. Kobayashi, Diabetes (1992) 41:476-483. Es ist nun bekannt, dass
die meisten der Thiazolidindione an PPARγ binden und so bestimmte nukleäre Ereignisse
auslösen,
die zu einer verstärkten
Empfindlichkeit der Zielzellen gegenüber Insulin führen. Der
vollständige
Mechanismus ist jedoch noch nicht entdeckt.
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Beträchtliche
Informationen stehen in Bezug auf den Insulinrezeptor selbst zur
Verfügung.
Die Struktur des Insulinrezeptors und einige Aspekte seiner Wirkungsweise,
wie sie zur Zeit verstanden werden, sind in 1 illustriert.
Der Rezeptor besteht aus vier getrennten Untereinheiten, bestehend
aus zwei identischen α- und
zwei identischen β-Ketten.
Die beiden β-Ketten
enthalten eine Kreuzmembrandomäne;
die α-Teile
sind in der extrazellulären
Domäne
und nehmen die Bindung von Insulin entgegen. Die Illustration in 1 zeigt
die Stelle, an der Insulin an den Rezeptor bindet. Die β-Untereinheiten
enthalten eine Tyrosinkinase-Aktivität, dargestellt als weiße Inserts
in die Untereinheiten und die Kinase einer β-Untereinheit bewirkt die Phosphorylierung
der komplementären β-Untereinheit,
wie dargestellt; der Rezeptor, wie dargestellt in 1 befindet
sich in seiner aktivierten Form, wenn die Tyrosinreste (Y) phosphoryliert
sind. Die β-Untereinheiten
enthalten ebenfalls ATP-Bindungsstellen. Die insulinstimulierte
Phosphorylierung des Rezeptors selbst ist für die darauffolgende Aktivität nötig und
so stellt die Demonstration der Fähigkeit einer Verbindung zur
Bewirkung einer Phosphorylierung der β-Untereinheiten ein Mittel bereit,
die Aktivierung des Rezeptors zu prüfen.
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R.A.
Kohanski, Biochemistry (1993) 32:5773-5780 hat die Verteilung der
phosphorylierten Tyrosinreste auf den Zytoplasma-β-Kettendomänen des
Insulinrezeptors (IR) beschrieben. 3 dieses
Artikels ist als 2 in der gegenwärtigen Anmeldung
wieder abgebildet und zeigt die etlichen Domänen, die phosphoryliertes Tyrosin
enthalten, wenn der Rezeptor durch Insulin aktiviert ist. Diese
beinhalten die Juxtamembran (JM) -Domäne; die zentrale (katalytische)
Domäne
(CD) und die C-terminale Domäne
(CT).
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Die
Lokalisierung dieser Regionen ist auch hier in 1 angegeben.
So befinden sich die phosphorylierten Tyrosine an den Positionen 965, 972, 1158, 1162, 1163, 1328 und 1334 der
menschlichen β-Kette.
Die zentrale Domäne
scheint für
die Autophosphorylierung der Tyrosinreste auf der komplementären Kette
verantwortlich zu sein.
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Zusätzlich beschreiben
S.R. Hubbard et al., Nature (1994) 372:746-754 die Kristallstruktur
der Tyrosinkinase (Aktivierungs) -Domäne des Rezeptors. Die Autoren
schließen
weiterhin, dass Tyrosin an Position 1162 in der aktiven
Stelle des Enzyms vorliegt und die Inhibition der Kinaseaktivität bewirkt.
Bei Phosphorylierung besetzt Tyrosin 1162 die aktive Stelle
nicht länger.
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H.K.
Kole et al., J Biol Chem (1996) 271:31619-31626 zitieren frühere Arbeiten,
die angeben, dass die Kinaseregulierung durch Sequenzen innerhalb
des Carboxyterminus der Insulinrezeptor-β-Kette an der Definition der
Spezifität
von stromabwärts
gelegenen Signalereignissen beteiligt sein könnten. Antikörper, die
gegen Epitope in der Region 1294 bis 1317 gerichtet sind (Nummerierung
gemäß A. Ulrich
et al., Nature (1985) 318:756-761) inhibieren in vitro die Kinaseaktivität im Hinblick
auf ein exogenes Substrat. Die in dem Kole-Artikel dargestellte
Arbeit zeigt, dass ein Peptid, das die Aminosäurepositionen 1293 bis 1307
repräsentiert,
die Fähigkeit
von Insulin zur Aktivierung des Rezeptors in vitro unter Verwendung
teilweise gereinigter Insulinrezeptoren aus CHO/HIRc-Zellen mit
einem Maximum im Bereich zwischen 50 bis 100 μM Konzentration des Peptids
verstärken
könnte.
Diese Fähigkeit
zur Verstärkung
der Insulinaktivierung des Rezeptors konnte auch in vivo unter Verwendung
von semipermeabel gemachten CHO/HIRc-Zellen dargestellt werden.
Indem das Peptid lipophiler gemacht wird, indem es mit einem Stearylrest
derivatisiert wird, konnte derselbe Effekt in intakten Zellen dargestellt
werden. Die Lokalisierung der Bindung des Peptids wurde unter Verwendung
semipermeabel gemachter CHO/EI-Zellen, 50 μM biotinyliertem Peptid und
Aussetzen gegenüber
0,2 mM BSO-COES, einem bifunktionalen Vernetzungsreagenz, gefolgt
von einer Immunpräzipitation
mit anti-α-IR
und Nachweis unter Verwendung von Streptavidin konjugiertem Enzym
als auf der β-Kette
liegend dargestellt. Die Assoziation des biotinylierten Peptids
mit einem 95 kD Protein legt eine Bindung an die β-Untereinheit
nahe. Das Experiment wurde unter Verwendung eines mutierten Insulinrezeptors,
dem 43 Aminosäuren
vom Carboxylterminus fehlten, wiederholt; die Bindung des Peptids
wurde auf einem höheren
Niveau als bei den CHO/EI-Zellen beobachtet. So schließen die
Autoren, dass das Peptid (1293-1307) spezifisch an die β-Untereinheit
in einer anderen Region als den carboxyterminalen 43 Aminosäuren bindet.
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Trotz
der Kenntnis von der Struktur dieses Rezeptors, einschließlich dem
zitierten Kole-Artikel, war es bis jetzt noch nicht möglich, einfache
Moleküle
zu verwenden, um die Wirkung eines Peptidhormons durch Stimulierung
der Rezeptoraktivität
unabhängig
von der Peptidhormon-Bindungsstelle
bereitzustellen. Eine Anzahl der hier offenbarten Verbindungen sind
jedoch in der Lage, den Insulinrezeptor an einer anderen Stelle als
derjenigen, die normalerweise durch Insulin aktiviert wird, zu binden.
Etliche Aryl-Di- oder Polysulfonatverbindungen, die sich bestimmte übliche Strukturmerkmale
teilen, sind in der Lage, eine Stimulierung des Insulinrezeptors
zu bewirken, um die Autophosphorylierungsaktivität zu aktivieren, die für eine Signaltransduktion benötigt wird.
Die Verfügbarkeit
dieser Verbindungen ermöglicht
die Konstruktion von Assays und Vergleichsverfahren für die Bewertung
zusätzlicher
Kandidatenverbindungen, wie auch das Design und die Synthese von Therapeutika
für die
primäre
Behandlung einer Insulinresistenz und Diabetes mit den geeigneten
Strukturmerkmalen. Es wurde nun festgestellt, dass verschiedene
Stellen auf der β-Kette
in der Bindungsregion für solche
Verbindungen beinhaltet sind und dass diese Verbindungen die Konformation
der Kernzytoplasma-Kinasedomäne
der β-Kette
(CKD) verändern,
die sich ins Zytoplasma erstreckt. Diese Erkenntnisse öffnen die Tür zu Verfahren
für eine
Identifizierung von Verbindungen, die bei der Regulation des Stoffwechsels
allgemein nützliche
Eigenschaften aufweisen.
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Offenbarung
der Erfindung
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Es
wurde gezeigt, dass Substanzen, die die Aktivität des IR modulieren, die Konformation
der zweilappigen Form der CKD verändern. Dies stellt die Basis
für Screening-Assays
für Verbindungen,
die den Rezeptor modulieren, bereit. Die Anmelder wollen nicht an
eine spezifische Theorie gebunden sein, es erscheint jedoch, dass
Verbindungen, die den "Gürtelbereich" der zweilappigen
CKD binden, wie weiter unten beschrieben, den Grenzflächenkontakt
zwischen den beiden Lappen der β-Rezeptorkette
essenziell verändern.
Alternativ könnte
die Konformationsveränderung
eine sekundäre
Wirkung einer Phosphorylierung sein, erleichtert durch Bindung einer
aktivierenden Verbindung. Was auch immer die dynamische Abfolge
sein mag, ist diese Veränderung
der dreidimensionalen Struktur, die eng mit einer Aktivierung assoziiert
ist, aufgrund geeigneter Wege zur Messung von Veränderungen
der Konformation für
eine Bewertung der Fähigkeit
einer Testsubstanz zur Modulation der Rezeptoraktivität geeignet.
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In
bestimmten Formen können
solche Assays für
ein Hochdurchsatzscreening angepasst werden.
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Zusätzlich oder
alternativ betrifft die Erfindung Assays, die auf einer Identifizierung
der Bindungsstellen in den β-Ketten
für kleine
Moleküle
basieren, die den Rezeptor modulieren, entweder direkt oder zusammen mit
einer Insulinstimulierung oder beides. Ein kleines Molekül, TER16998,
wie unten beschrieben, kann den Insulinrezeptor durch Wechselwirkung
nur mit den β-Ketten
aktivieren. Diese Aktivierung wird durch spezifische Peptide inhibiert,
die Teile der β-Kette
repräsentieren.
Vermutlich wirken diese Peptide als "Schwamm", um mit TER16998 in Wechselwirkung
zu treten und verhindern so seine Wechselwirkung mit den Rezeptor-β-Ketten per
se. Eine Kartierung dieser Peptide auf die Stellen, die sie auf
den β-Ketten
des Rezeptors besetzen, identifiziert Bindungsregionen. Zusätzlich stellt
die Aktivierung des Rezeptors durch TER16998 ein Ergebnis bereit,
worin die Tyrosine, die in der Regel bei Insulinaktivierung in der
JM-Domäne phosphoryliert
sind, nicht phosphoryliert werden und wobei die Phosphorylierung
dieser Reste selbst in Gegenwart von Insulin verhindert wird, wenn
TER16998 vorliegt. Die verbleibenden fünf Tyrosinreste, die in dem
aktivierten Rezeptor phosphoryliert werden und die die Aktivität des Rezeptors
vermitteln, werden in Gegenwart von Insulin, TER16998 und in Gegenwart
von sowohl Insulin als auch TER16998 phosphoryliert. Dieses Ergebnis
kann zeigen, dass die JM-Domäne
ein effektives Aktivierungsziel ist. Die Regionen, die als Bindungsstellen
identifiziert sind, können
effektiv zur Identifizierung von Substanzen verwendet werden, die
die Aktivität
dieses Rezeptors modulieren.
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Gemäß einem
Aspekt ist die Erfindung auf in vitro Verfahren zur Modulation der
Kinaseaktivität
des Insulinrezeptors und/oder zur Verstärkung der Insulinaktivierung
des Insulinrezeptors und/oder zur Verstärkung der Stimulierung der
zellulären
Glukoseaufnahme durch Insulin und/oder zur Stimulierung der Aufnahme von
Glucose in Zellen, die den Insulinrezeptor darstellen gerichtet,
wobei das Verfahren das Kontaktieren des Insulinrezeptors oder von
dessen Kinaseanteil oder der Zellen mit einer Verbindung umfasst,
die die folgende Formel umfasst:
worin:
jedes Ar unabhängig ein
aromatischer Bestandteil ist, gewählt aus Benzol, Naphthalin,
Pyridin, Chinolin oder Benzothiazol;
jedes A ist unabhängig -SO
3X, OP(OX)
3, -COOX,
worin X ein Wasserstoffatom oder ein Kation ist;
jedes R ist
unabhängig
ein substituierter oder unsubstituierter, verzweigter oder unverzweigter,
cyclischer, aromatischer oder nicht-aromatischer Hydrocarbylbestandteil,
worin nicht-verzweigte Hydrocarbylketten durch ein oder mehrere
Heteroatome unterbrochen sein können;
oder jedes R ist unabhängig
OR', NR'
2 oder
SR', worin R' H oder R, wie oben
definiert, ist;
m ist 0, 1 oder 2; n ist 1 bis 6; und
jeder
Linker ist unabhängig
-CH
2-, -N=N-, -CH=CH-, -NHCO- oder -NHCONH- oder
ein Isoster davon, wobei wenn n 1 ist, mindestens ein Ar mindestens
2 fusionierte aromatische Ringe umfasst.
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Bei
diesen Verfahren können
die Zellen in einem Subjekt enthalten sein und mit den Verbindungen
der Formel (1) durch Verabreichung dieser Verbindungen an das Subjekt
kontaktiert werden.
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In
bestimmten Ausführungsformen
hat die Verbindung der Formel (1) die folgende Formel
worin
jeweils R, A, Linker und m wie oben definiert sind oder die Formel
worin
R, A, Linker und m jeweils wie oben definiert sind und worin p 0
ist oder 1.
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Gemäß anderen
Aspekten ist die Erfindung auf Verfahren zum Design und der Synthese
von Molekülen
gerichtet, die den Insulinrezeptor aktivieren, basierend auf den
relevanten charakterisierenden Eigenschaften der Verbindungen der
Formel (1).
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 zeigt
ein schematisches Diagramm des Insulinrezeptors und seine Aktivierung
durch Insulin.
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2 zeigt
die Stellungen der Tyrosinreste auf der IR-β-Kette,
die bei Aktivierung des IRs durch Insulin phosphoryliert werden.
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Die 3A bis 3D zeigen
die Konformationsveränderung
in dem doppellappigen CKD-Bereich des Insulinrezeptors, wenn er
aktiviert ist im Vergleich mit dem inaktiven Zustand.
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3A zeigt
ein Raumfüllmodell
des basalen Zustands und den aktivierten Zustand der CKD. Der N-Terminus,
die ATP-Schleife, die Aktivierungsschleife und der katalytische
Boden sind markiert.
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3B zeigt
ein vereinfachtes Schema der CKD, wie dargestellt in 3A.
Wenn der Rezeptor aktiviert ist, bewegt sich die Aktivierungsschleife
dramatisch, wenn die Tyrosine phosphoryliert werden; die ATP-Bindungsstelle
dehnt sich aus; die Helix rotiert nach unten, wenn der obere Lappen
nach außen
von der Ebene des Papiers rotiert und die katalytische Stelle, enthaltend
Aspartat, markiert D in 3B, ist
exponiert.
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3C und 3D zeigen
Stereoansichten des Grund- bzw. des aktivierten Zustands. Die Tyrosine 1158, 1162 und 1163 sind
als weiße
Kugeln und Asparaginsäure 1132 durch
eine dunkle Kugel dargestellt.
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4A zeigt
die Struktur von TE16998;
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4B zeigt
die Fähigkeit
von TER16998 zur Stimulierung der Autophosphorylierung des IRs;
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4C zeigt
die Fähigkeit
von TER16998, die insulinstimulierte Glukoseaufnahme in 3T3-L1-Zellen zu
verstärken.
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5 zeigt
die Fähigkeit
von TER16998, die ATPase-Aktivität der zweilappigen
CKD-Region des menschlichen Insulinrezeptors zu stimulieren.
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6 zeigt
das HPLC-Muster eines Trypsinverdaus der phosphorylierten β-Kette von
IR. Spur A zeigt den Verdau der Gesamtlängen-CKD; Spur B repräsentiert
den Verdau einer verkürzten
Version, der 10 kD am C-Terminus fehlen.
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7 zeigt
den Syntheseweg für
fotoaffinitätsmarkiertes
TER16998.
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Die 8A bis 8E zeigen
die Strukturen etlicher Verbindungen, die für die Erfindung relevant sind,
die den Insulinrezeptor aktivieren.
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8A zeigt
die Struktur von TER3935.
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8B zeigt
die Strukturen von TER17004 und 17005.
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8C zeigt
die Struktur von TER17003.
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8D zeigt
die Struktur von TER12, Cibacron Brilliant Red 3BA.
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8E zeigt
die Struktur von TER3938, Direct Yellow 27.
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9 zeigt
einen Syntheseweg für
TER12.
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10 zeigt
die Wirkung vom Komponente A auf die Insulininduzierte Aufnahme
von Glukose durch Adipozyten.
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11 zeigt
den Syntheseweg für
TER16998.
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12 zeigt
die Wirkung von TER16998, allein und in Kombination mit Insulin,
auf die Autophosphorylierung des IR-Rezeptors.
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13 zeigt
die Wirkung von TER16998 auf die Insulininduzierte Glukoseaufnahme
bei Adipozyten.
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14 zeigt die Wirkung von TER16998 auf
Blutglukoseniveaus bei einem Diabetes-Maus-Modell.
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15 zeigt
das Syntheseverfahren für
die Präparation
von Analogen von TER3935 mit alternativen Bindungen.
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16 zeigt
die Synthese von TER17003.
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17 zeigt
die Synthese von TER17004 und TER17005.
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18A und 18B zeigen
die Lokalisierung des menschlichen Insulinrezeptors von Peptiden,
die die Aktivierung von TER16998 inhibieren, auf der CKD.
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19 zeigt
die Ergebnisse eines Experiments, das demonstriert, dass TER16998
von Zellen aufgenommen wird und mit der Fähigkeit von TER16998 konsistent
ist, die Stimulierung der Glukoseaufnahme durch Insulin durch direkte
Wechselwirkung mit der CKD zu verstärken.
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20 zeigt
die Insulin sensibilisierende Wirkung von TER16998 bei Diabetes-Mäusen.
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Ausführungsformen
der Erfindung
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Die
Erfindung ist auf Verfahren gerichtet, Subjekte mit Diabetes durch
Verabreichung von Verbindungen zu regulieren und zu behandeln, von
denen durch die Assays der Erfindung festgestellt wurde, dass sie den
IR modulieren. Diese Verbindungen wirken direkt auf die Kern-Kinase-Domäne des Rezeptors
und kompetitieren nicht mit dem Insulin um die Bindung an der Insulin-Bindungsstelle,
noch beeinflussen sie die Aktivierung des Rezeptors durch einen ähnlichen
Mechanismus, wie der von Insulin gezeigte. Die erfinderischen Verbindungen
können
die Kinase des Rezeptors zur Autophosphorylierung direkt aktivieren,
und potenzieren so die Wirkung von Insulin auf den Rezeptor, um
die Kinasefunktion des Rezeptors bei der Phosphorylierung exogener
Substrate zu aktivieren, die erhöhte
Aufnahme von Glukose durch Adipozyten und auch durch Insulinrezeptortragende
Zellen im allgemeinen bewirken und das Blut-Glukose-Niveau bei Diabetespatienten
zu erniedrigen.
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Die
Erfindung ist mit einer Modulation (Aktivierung) des Insulinrezeptors
befasst. Wie oben dargestellt, sind die allgemeinen physiologischen
Aspekte, die sich aus der Aktivierung des Rezeptors ergeben, bekannt: der
aktivierte Rezeptor hat eine Kinaseaktivität, die Insulinaktivierung stimuliert
die zelluläre
Glukoseaufnahme und wenn sich die Zelle von einem-Säugersubjekt
ableitet, wird die Blutglukose erniedrigt. Die mit der Aktivierung
assoziierten stromabwärts
gelegenen Ereignisse sind ebenfalls bekannt. Diese beinhalten die
oben dargestellten plus einer Phosphorylierung von IRS-1, einer
Stimulierung der Kinaseaktivität
relativ zu Phosphoinositol (PI3-Kinaseaktivität) und schließlich eine
Bewirkung einer GLUT-4-Glukose-Transportertranslokation zu der Zelloberfläche. So
wirken, wie unten beschrieben, die durch das Verfahren der Erfindung
identifizierten Verbindungen und die unten beschriebenen spezifischen Verbindungen
direkt auf die Insulinrezeptor CKD und führen zu diesen stromabwärts gelegenen
Ereignissen.
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Die
Kristallstruktur des Insulinrezeptors wurde bestimmt und die allgemeine
Konformation des Rezeptors ist in den 3A bis 3D dargestellt.
Details der Kristallstruktur der basalen Form sind in S.R. Hubbard et
al., (1994, supra, durch Inbezugnahme inkorporiert) dargestellt
und für
die aktivierte Insulinrezeptor-Tyrosinkinase in einem Komplex mit
einem Peptidsubstrat und einem ATP Analog in S.R. Hubbard EMBO J
(1997) 16:5572-5581. Die dreidimensionale Struktur des Rezeptors
kann unter Verwendung der Biosym-Software zur Modellierung von Veränderungen
der Konformation im aktivierten Zustand untersucht werden.
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Die
Konformationsveränderungen,
die auftreten, wenn der Rezeptor aktiviert ist, ergeben sich aus
diesen Figuren. Wie dargestellt, bewegt bei Aktivierung die Aktivierungsschleife
(AL in 3B) ihre Position dramatisch,
wenn die Tyrosine phosphoryliert werden, wie in dem Diagramm angezeigt.
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Zusätzlich dehnt
sich die ATP-Bindungsstelle aus und die Helix-Reste 1038 bis 1051,
oben rechts dargestellt, rotieren nach unten, wenn der obere N-terminale
Lappen relativ zu dem unteren C-terminalen Lappen rotiert. Schließlich ist
das Aspartat an Position 1132 in der katalytischen Domäne exponiert.
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Screening-Assays
für IR-Modulatoren
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Die
Erfindung zieht einen Vorteil aus der Konformationsveränderung,
die in der zweilappigen CKD-Region des Insulinrezeptors bei Aktivierung
auftritt. Um eine effektive Verwendung dieser Eigenschaft sicherzustellen,
muss ein Assay angepasst werden, der einen Nachweis dieser Veränderung
ohne zeitaufwendige Anforderungen ermöglicht, wie z.B. einen direkten
Nachweis durch Röntgenkristallografie.
Die Konformationsveränderung
kann tatsächlich
in einem Hochdurchsatzassay durch Bewertung sekundärer Maflstäbe des Auftretens
nachgewiesen werden. Diese beinhalten die Verwendung der zweilappigen
CKD in fluoreszenzmarkierter Form; die Lappen werden mit einem Donor
und Empfängerfluorophoren
markiert und die Entfernung zwischen Donor und Rezeptor kann durch
Standard-Fluoreszenzenergietransfer-Bestimmungstechniken
gemessen werden. Jedes einer Vielzahl von Fluorophoren ist kommerziell
für die
Durchführung
dieser Technik erhältlich und
eine Bestimmung der Entfernung durch Fluoreszenzenergietransfer
ist ein wohlbekanntes Laborverfahren.
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Andere,
indirektere Messungen der Konformationsveränderungen können ebenfalls verwendet werden.
Es sollte festgehalten werden, dass die Konformationsveränderung,
die immer mit einer Aktivierung assoziiert ist, nicht die anfängliche
Reaktion auf einen Aktivator sein kann, sondern die Folge von anderen,
iniziierenden Veränderungen
des Rezeptors. Zum Beispiel kann eine aktivierende Verbindung zwei
CKDs dimerisieren, was zu einer höheren lokalen Dichte der katalytischen
Stelle und der Aktivierungsschleife führt, was dann zu der anfänglichen
Phosphorylierung führen
würde,
die wiederum zu der Konformationsveränderung führt. Die Konformationsveränderung
würde zu
einer messbaren Kinaseaktivität
führen,
die an exogenen Substraten überprüft werden
kann. Alternativ kann die aktivierende Verbindung so einen Keil
in die CKD treiben, dass die Aktivierungsschleife gegenüber einem
Lösungsmittel
exponiert wird und so einer Phosphorylierung unterliegt, ohne eine
Rotation der zwei Lappen relativ zueinander zu induzieren, bis zu
einem späteren
Zeitpunkt. Jedenfalls ist klar, dass während der Aktivierung des Rezeptors
Konformationsveränderungen
auftreten und dies kann wie oben beschrieben gemessen oder auf indirektere
Weise, wie unten beschrieben, gemessen werden.
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Zum
Beispiel kann die ATPase-Aktivität
der zweilappigen CKD gemessen werden. Dies wurde unter Verwendung
von TER16998 als typischer Aktivator des Rezeptors illustriert,
der direkt mit der CKD in Wechselwirkung tritt. Tatsächlich bestätigt die
Fähigkeit
dieses Aktivators zu einer ATPase-Aktivität zu führen die Existenz einer Konformationsveränderung,
da der basale IR nur eine geringe ATPase-Aktivität ausübt. So wurde die katalytische
Stelle als Resultat der Aktivierung exponiert.
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Es
wurde bestätigt,
dass TER16998 ein Aktivator des Rezeptors ist, wie dargestellt in 4. 4A zeigt
die Struktur von TER16998. 4B zeigt
die Fähigkeit
von TER16998, den löslichgemachten
Rezeptor direkt in vitro zu aktivieren, wie dargestellt durch die
verstärkte
Phosphorylierung der Tyrosinreste. 4C illustriert
die Fähigkeit
von TER16998, die Wirkung von Insulin auf den Rezeptor zur Stimulation
der Glukoseaufnahme durch die Zellen zu verstärken. Ansteigende Mengen von
TER16998 in Gegenwart von Insulin zeigen eine Dosisreaktionskurve,
die mit dieser Stimulierung übereinstimmt.
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Die
Fähigkeit
des etablierten Aktivators TER16998 kann dann bestätigt werden,
die Konformationsveränderung
zu bewirken, die zu einem Exponieren der katalytischen ATPase-Stelle
führt,
wie dargestellt in 5. Die menschliche Insulinrezeptor
CKD zeigt nur eine geringe ATPase-Aktivität in Abwesenheit von TER16998,
weist diese Aktivität
jedoch in seiner Gegenwart auf. Die Ergebnisse in 5 wurden
unter Verwendung eines HPLC-Verfahrens zur Bewertung der Wirkung
von TER16998 auf die ATPase-Aktivität erhalten. Die Reaktionsmischung
enthält
25 mM Tris pH 7,4, 2 mM MnCl2, 8 mM MgCl2, 0,4 μg/ml
menschliches IR-CKD und 5 mM ATP bei 30°C. Die Reaktion wird in Gegenwart
und Abwesenheit von 2 μg/ml
TER16998 durchgeführt.
Die Reaktionsmischung wird über
eine Rainin Microsorb-MV-Säule
(4,6 × 150
mm) in einem Puffer, enthaltend 120 mM Ammoniumphosphat und 11,9
mM Tetrabutylammoniumhydrogensulfat, pH 6,5 in Methanol platziert.
Die Hydrolyserate wurde unter Verwendung der Peakbereiche ADP/(ADP+ATP)
und ATP/(ADP+ATP) berechnet und dann als Prozent ATP wie verblieben
gegenüber
der Zeit aufgetragen.
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Alternativ
kann die Konformationsveränderung
indirekt durch Messen des Zustands der Phosphorylierung auf der
doppellappigen CKD gemessen werden. Eine Ausführungsform dieses Assays ist
eine modifizierte Form von der in H. Hagino et al., Diabetes (1994)43:274-280
beschriebenen. Kurz gefasst werden menschliche Insulinrezeptoren
(hIR) teilweise aus Plazentaextrakten oder von der Zellinie IM-9
gereinigt. Die teilweise gereinigten hIRs werden auf Mikrotiterplatten
durch Inkubation für
90 Minuten mit Vertiefungen gefangen, die mit einem monoklonalen
Antikörper
gegen hIR beschichtet sind. Die Vertiefungen werden dann mit verschiedenen
Dosisniveaus Insulin und/oder Testverbindungen für 15 Minuten bei Raumtemperatur
behandelt; dann wurde ATP (10 μM)
zugefügt,
um das Fortschreiten der Kinaseaktivität zu ermöglichen. Nach 60 Minuten wurden
die Vertiefungen gewaschen und dann 60 Minuten mit einem biotinylierten
Antikörper
behandelt, gerichtet gegen Phosphotyrosin (PY-20) und ungebundene
Materialien wurden wieder weggewaschen. Die Vertiefungen wurden
dann mit einem konventionellen Streptavidin-Peroxidasesystem 30
Minuten inkubiert, um das Niveau des phosphorylierten Tyrosins zu
bewerten. Wenn in diesem Assay getestet wurde, ergab das Insulin eine
Dosisreaktionskurve, die einen EC50 von ungefähr 0,3 nM und eine maximale
Aktivität
bei ungefähr
100 nM zeigte. Der EC50 ist ähnlich
zu dem, der für
eine Bindung von markiertem Insulin an verschiedene Zellen und Gewebe
erhalten wird.
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Die
Kinaseaktivität
eines doppellappigen CKD kann auch auf exogenen Substraten gemessen
werden, als sekundäre
Konsequenz der Konformationsveränderung.
In einer Ausführungsform
kann poly(G1u4Tyr) als Substrat für die Phosphorylierung verwendet werden.
Der Einbau von markiertem Phosphat von γ-markiertem ATP wird gemessen,
folgend auf eine Aktivierung des Rezeptors, hergestellt wie oben
oder durch Substitution einer rekombinant erzeugten β-Kette, der
die Insulinbindungsdomäne
fehlt (zur Verfügung gestellt
von Stratagene, Inc.) für
den menschlichen Insulinrezeptor. Diese Assays können in nicht-radioaktiver Form
mit hohem Durchsatz durch beispielsweise einen Fluoreszenzpolarisierungs-Displacement-Assay durchgeführt werden.
-
Die
Konformationsveränderung
in der zweilappigen CKD-Region ist eng mit der Aktivierung des Rezeptors
assoziiert, unabhängig
davon, ob sie das ursprüngliche
oder selbst sekundäre
Ergebnis der Assoziation eines Aktivatormoleküls ist.
-
Die
oben dargestellten Verfahren können,
wenn sie allgemein zum Screening auf Modulatoren von dem IR verwendet
werden, durch Verwendung eines Satzes maximal divergierender Kandidatenverbindungen in
den anfänglichen
Screenings optimiert werden. Dieses Verfahren umfasst in einer bevorzugten
Ausführungsform
das Kontaktieren von jedem Mitglied eines Satzes maximal divergierender
Kandidatenverbindungen mit dem Rezeptor oder insbesondere dessen
doppellappigem CKD-Bereich; Nachweis einer Konformationsveränderung
oder einer Kinaseaktivität
oder Phosphorylierung von Tyrosin auf der CKD, kontaktiert mit jedem
Mitglied des Satzes und Identifikation von mindestens einem Mitglied
des Satzes als erfolgreichen Kandidaten, bei dem eine Konformationsveränderung
oder Kinaseaktivität
oder erhöhte
Menge von Tyrosinphosphat relativ zu dem unbehandelten Rezeptor
in der CKD nachgewiesen wird, mit der er kontaktiert wird.
-
Im
allgemeinen können,
sobald eine Verbindung mit einer mindestens moderaten Fähigkeit
zur Aktivierung des Insulinrezeptors identifiziert wurde, zusätzliche Verbindungen
durch Vergleich der Eigenschaften der Kandidaten mit denjenigen
von Verbindungen mit bekannter Aktivität identifiziert werden. Eine
besonders nützliche
Eigenschaft zum Vergleich ist der Affinitätsfingerabdruck der Verbindung
gegen ein Referenzpanel von Proteinen, was eine erste Annäherung von
Bindungsmodi aller Proteine bereitstellt, wie beschrieben im US-Patent
Nr. 5,587,293. Weiterhin wird die Analyse von Verbindungen, von
denen gezeigt wurde, dass sie den Insulinrezeptor aktivieren unter
Verwendung von Standard-Struktur-Aktivitätsanalysen,
zu zusätzlichen Verbindungen,
die sich als Aktivatoren verhalten, führen. Eine Rezeptormutagenese
und Fotoaffinitätsanaloge, wie
unten beschrieben, können
ebenfalls verwendet werden, um die Rezeptorstellen, die die Verbindungen
finden, z.B. in einem rationalen Arzneimitteldesign, zu identifizieren.
-
Die
Aktivatorverbindungen sind in der Lage, die Konformation der zweilappigen
CKD zu verändern und/oder
allein die durch IR-Kinase katalysierte Phosphorylierung zu stimulieren,
d.h. sich als Agonisten im Hinblick auf den Rezeptor zu verhalten
und/oder sind in der Lage, die Fähigkeit
von Insulin zur Bewirkung einer Phosphorylierung des Rezeptors zu
verstärken.
Jede dieser Wirkungen kann als Aktivierung des Insulinrezeptors
betrachtet werden. So wird unter "Aktivierung" des Insulinrezeptors entweder die Fähigkeit,
sich als Agonist zu verhalten gemeint, oder die Fähigkeit,
die Stimulierung durch Insulin oder andere Agonisten der Rezeptoraktivität zu verstärken. Beide
dieser Wirkungen können
durch Konformationsveränderung
und/oder Autophosphorylierung des Rezeptors und/oder seine Kinaseaktivität unter
Beweis gestellt werden.
-
Identifizierung
kritischer Stellen
-
Die
Erfindung ist auch auf die Identifizierung der anscheinend aktiven
Stellen in der Zytoplasmadomäne
gerichtet, betroffen durch Wechselwirkung mit einem Modulator/Aktivator
des Rezeptors. Die Identifizierung solcher Stellen ist nützlich,
um Assays zu entwerfen, um Verbindungen zu identifizieren, die eine
Vielzahl von Stoffwechselwirkungen aufweisen werden, alle betreffend
die Modulation der Aktivierung des Insulinrezeptors. Mindestens
zwei Assay-Arten können
entworfen werden, basierend auf der Identifikation einer Stelle,
die direkt an der Aktivierung beteiligt ist. Zunächst können die Aminosäuresequenzen,
die mit dieser Stelle assoziiert sind, direkt in Assays verwendet
werden, um die Bildung von Komplexen mit potenziellen Modulatoren
des Rezeptors zu messen. Eine Weise, auf die die Modulatoren den
Rezeptor aktivieren können,
ist die direkte Bindung dieser Stellen. Eine zwei Assay-Art involviert
modifizierende Stellen, die für
die Aktivierung kritisch sind und den Vergleich der Wirkung von
Kandidatenverbindungen auf den nativen Rezeptor im Vergleich mit
der modifizierten Form. Die gemessene Interaktion kann eine einfache
Bindung sein oder ein anderes Maß einer Rezeptorreaktion, wie
z.B. eine Kinaseaktivität.
-
Wie
unten weiter beschrieben, wurden etliche Stellen auf der β-Kette des
Rezeptors als direkt an der Aktivierung des Rezeptors beteiligt
identifiziert. Diese beinhalten drei Domänen, abgeleitet aus Experimenten, wobei
Peptide, die diese Regionen auf der CKD repräsentieren, als nachweislich
an der Bindung des Modulators TER16998 durch ihre Fähigkeit
zur Inhibition der Aktivierung der CKD durch diese Verbindung beteiligt gezeigt
wurden. Diese Domänen
umfassen die Positionen 1089 bis 1105, 1120 bis 1137 und 1235 bis
1252. Eine andere Domäne,
die an der Aktivierung beteiligt ist, ist die Juxtamembran (JM)
-Domäne,
die die aktivierende Verbindung direkt binden kann oder die aus
der katalytischen Stelle durch die Konformationsveränderung,
die bei Aktivierung woanders auftritt, entfernt werden kann.
-
Wie
unten beschrieben, kann TER16998 oder eine alternative Verbindung,
von der bekannt ist, dass sie direkt β-Ketten aktiviert, per se bei
der Lokalisierung der Bindungsstelle verwendet werden, die für die Aktivierung
relevant ist oder es kann ein Derivat dieser Verbindung verwendet
werden. Unter "Derivat" wird eine chemisch
modifizierte Form der aktivierenden Verbindung verstanden, die die
Bindungsaktivitäten
gegenüber dem
Insulinrezeptor beibehält,
die von der Elternverbindung gezeigt werden. Insbesondere sind wichtige
Derivate diejenigen, die ein Mittel zur kovalenten Bindung durch
Fotoaktivierung bereitstellen. Andere Derivate beinhalten markierte
Formen, die bei einem Nachweis der Bindungsstelle helfen können und
geringfügige
Modifikationen der Struktur, die nicht mit der Interaktion der Verbindung
mit der Bindungsstelle der Elternverbindung in den IRs eingreifen.
-
Sobald
die Bindungsstelle identifiziert ist, können Verbindungen, die den
Rezeptor aktivieren, durch direkte Bestimmung ihrer Fähigkeit
zur Komplexbildung mit diesen Stellen identifiziert werden oder
durch Bestimmung aus der dreidimensionalen Struktur des Rezeptors
der kritischen Reste, die an der Aktivierung des Rezeptors durch
Bindung dieser Art teilnehmen, gefolgt von Mutationen dieser Reste,
so dass eine differenzielle Wirkung der Bindung auf Mutanten gegenüber dem
nativen Rezeptor bestimmt werden kann und durch Komplementarität zu der
dreidimensionalen Struktur der Bindungsregion.
-
Bei
der Bestimmung der Fähigkeit
einer Kandidatensubstanz zur Wechselwirkung mit der identifizierten
Stelle werden typischerweise tatsächliche physikalische Experimente
verwendet. Alternativ kann jedoch auch die virtuelle Interaktion
bewertet werden. So beinhaltet das "Kontaktieren" der identifizierten Stelle des Rezeptors
mit einer Testzusammensetzung nicht nur den physikalischen Kontakt,
sondern auch den virtuellen Kontakt – d.h. das Andocken eines abgeleiteten
Pharmakophors an Reste, die in der Kristallstruktur oder einer modellierten
Vergrößerung davon identifiziert
sind. So können,
wie unten beschrieben, die relevanten Merkmale der Zielstelle in
den geeigneten Regionen durch Bewertung der Kristallstruktur und
der Eigenheiten der Bindung einer Modellverbindung, wie TER16998
an diese Domäne
bestimmt werden. Dementsprechend kann die dreidimensionale Zielstelle
modelliert werden und die Merkmale des Pharmakophors können von
der Komplementarität
zum Ziel abgeleitet werden. Das Pharmakophor wird im Hinblick auf
Parameter, wie elektrostatische Potenzialverteilung definiert werden – d.h. die
allgemeine Form des Elektronenwolkenmusters. Das so beschriebene
Pharmakophor kann auch verwendet werden, um ein Modell für ins Auge
fallende Merkmale der Strukturen bekannter Moleküle bereitzustellen. Diese Information
kann mit den, wie unten beschrieben, für diese Moleküle erhaltenen
Fingerabdrücken,
verwendet als Vergleichsstandard, kombiniert werden, um zusätzliche
Verbindungen mit ähnlichen
Eigenschaften zu wählen.
-
Es
wurde bestimmt, dass relevante Bereiche der IR-β-Kette, die an der Bindung modulierender
Verbindungen teilnehmen, durch die Positionen 1089 bis 1105 repräsentiert
sind, auch durch die Positionen 1120 bis 1137 und 1235 bis 1252
und – durch
Ableitung – die
dazu räumlich
benachbarten Reste (siehe Beispiel 7). Diese kritischen Domänen wurden
durch Konstruktion einer Reihe von 14 Peptiden identifiziert, die
verschiedene Domänen
der CKD der menschlichen Form des Insulinrezeptors repräsentieren
und durch Testen der Fähigkeit
dieser Peptide zur Inhibition der Aktivierung der CKD-Kinaseaktivität durch
TER16998. Im allgemeinen werden Peptide, die in der Lage sind, die
aktivierende Verbindung zu binden, diese Aktivität inhibieren, und zwar aufgrund
ihres Verhaltens als Lockvogel oder Schwämme für den Aktivator. So können im
allgemeinen Positionen, die Aktivatoren binden, durch Konstruktion
von Peptiden identifiziert werden, korrespondierend zu den relevanten
Domänen
auf der β-Kette
und Testen dieser Peptide im Hinblick auf ihre Fähigkeit als Schwämme in einem
in vitro Assay zu wirken, wobei die Fähigkeit eines bekannten Aktivators
zur Bewirkung der Konformationsveränderung in der zweilappigen
CKD durch jeden geeigneten Assay, wie oben beschrieben, bestimmt
wird. Peptide, die eine Stelle enthalten, die an der Bindung des
Aktivators teilnimmt, werden die Aktivierung inhibieren. Zusätzlich zu
den in den Peptiden selbst enthaltenen Stellen nehmen Reste, die
zu der Bindungsstelle räumlich
benachbart sind, identifiziert im inhibierenden Peptid in der dreidimensionalen
Struktur der CKD ebenfalls an der Bindung des Aktivators teil.
-
Zusätzlich zu
den oben aufgeführten
Domänen
soll die JM-Domäne auch
an der Aktivierung, ausgelöst
durch Verbindungen wie TER16998 beteiligt sein, durch Demonstration,
dass die in der JM-Domäne
enthaltenen Tyrosine nicht phosphoryliert sind, wenn der Rezeptor
durch TER16998 aktiviert wird.
-
Die
JM-Domäne
wird gemäß der Illustration
in den 1 und 2 definiert. Wie in 1 dargestellt, ist
die JM-Domäne
im Zytoplasma, direkt benachbart zum Transmembranbereich der IR-β-Ketten, enthalten. Das Ausmaß dieser
Region wird durch Kohanski definiert, unter Verwendung der Nummerierung
von Y. Ebina et al., Cell (1985) 40:747.
-
Die
JM-Domäne
enthält
zwei Tyrosine, die autophosphoryliert sind, wenn der Rezeptor durch
Insulin aktiviert wird, und zwar in den Positionen 965 und 972.
Das Tyrosin in Position 984 ist anscheinend nicht phosphoryliert.
-
Der
Phosphorylierungsstatus der verschiedenen Regionen der Zytoplasmadomäne unter
verschiedenen Bedingungen wird durch das Verfahren von Kohanski
(1993, supra) unter Verwendung eines Trypsinverdaus des phosphorylierten
Zytoplasmabereichs bestimmt. Wie durch Kohanski dargestellt und
in 6 hier illustriert (die 4 des
Kohanski-Papiers ist), wird die Abtrennung der Trypsinfragmente
von hoch auflösender
HPLC verwendet, um Tyrosinreste zu identifizieren, die phosphoryliert
wurden. Spur A zeigt den Verdau von Gesamtlängen-CKD; Spur B zeigt den
Verdau einer abgekürzten
Version, der 10 kD am C-Terminus fehlen.
-
Kurz
gefasst ist in Kohanski's
Arbeit die Zytoplasmadomäne
in Gegenwart von γ-markiertem
ATP phosphoryliert. Die Bedingungen beinhalten 1 bis 10 mM Mn+2, 10 μM
Gesamt-ATP, 10 μg/ml
CKD bei einer Inkubation bei 25°C
für 2 Stunden.
Bei einer Überprüfung von
TER16998 oder Insulin oder beiden wird löslich gemachter intakter Rezeptor,
enthaltend sowohl α-als auch β-Ketten verwendet.
Die phosphorylierte β-Kette, enthaltend
die Zytoplasmakinasedomäne
(CKD), markiert mit radioaktivem Phosphat, wird dann wiedergewonnen
und unter Verwendung von SDS-PAGE gereinigt. Nach einer Lokalisierung
der markierten CKD durch Autoradiogramme aus dem feuchten, nicht
fixierten Gel direkt nach Elektrophorese werden die relevanten Segmente
aus dem Gel ausgeschnitten und in Wasser 30 Minuten eingeweicht.
Die Segmente werden zerkleinert und mit Trypsin bei 0,1 mg/ml, zugefügt in 50
mM N-Ethylmorpholin-Essigsäure
(pH 7) für
15 Stunden bei Raumtemperatur behandelt. Die Trypsinfragmente werden
dann durch Filtration gewonnen und einer HPLC in zwei Schritten
unterzogen. Die Verdaus werden zunächst einem Anionenaustausch
auf SynChropak AX300 schwachem Anionenaustausch unterzogen und gradienteneluiert;
die Fraktionen werden gemäß der Verteilung
der Radioaktivität
gesammelt .
-
Jeder
Pool wird dann einer HPLC auf einer Spherisorb C8-Umkehrphasensäule unterzogen
und nach einer Gradientenelution werden individuelle Fraktionen
gewonnen. Die Fraktionen werden durch Vergleich mit Vergleichs-HPLC-Läufen des
ursprünglichen
Trypsinverdaus identifiziert. Individuelle Fraktionen werden dann sequenziert,
um die Lokalisierung der phosphorylierten Tyrosine zu bestimmen.
-
Dieses
Verfahren wurde auf einer phosphorylierten CKD von einem intakten
Rezeptor verwendet, der mit und ohne TER16998 und/oder Insulin behandelt
wurde.
-
Tabelle
1 zeigt die Ergebnisse dieser Bestimmung:
-
In
Tabelle 1 zeigt "×", dass das relevante
Tyrosin nicht phosphoryliert ist; "P" zeigt,
dass es phosphoryliert ist.
-
Es
ergibt sich aus den Ergebnissen der Tabelle 1, dass die Insulinaktivierung
des Rezeptors zu einer Phosphorylierung in allen Bereichen führt; eine
Aktivierung durch TER16998 kann Phosphorylierungen in der Zentraldomäne und der
C-terminalen Domäne
durch die eigene Wechselwirkung mit der JM-Domäne bewirken, da wenn sowohl
Insulin als auch TER16998 in Kombination verwendet werden, die JM-Tyrosinstellen nicht
phosphoryliert verbleiben, während
die verbleibenden Stellen, charakteristisch für den aktivierten Rezeptor,
in Phosphotyrosin umgewandelt werden.
-
Die
Zusammensetzung oder Substanz, die als Agonist für den Insulinrezeptor wirken
kann, durch Modulation der JM-Region, muss nicht notwendigerweise
das Elektronenwolkenmuster der phosphorylierten Reste in diesem
Bereich nachahmen, da es scheint, dass die JM-Tyrosine nicht notwendigerweise
ein Phosphat aufnehmen müssen,
um den Rezeptor zu aktivieren. Dies ist bekannt, da die Mutation
der JM-Tyrosine nicht zu einer Unfähigkeit von Insulin zur Aktivierung
des Rezeptors führt,
während
eine Mutation der Tyrosine in der katalytischen Domäne die Insulinaktivierung
des Rezeptors zerstört.
Die JM-Tyrosine werden anscheinend in einer cis-Kinasereaktion phosphoryliert, was wiederum
eine Transkinasereaktion an den verbleibenden Tyrosinresten erleichtert.
-
Wie
oben dargestellt, kann die Bindungslokalisierung von TER16998 oder
einem anderen Aktivator weiter durch Umwandlung der nicht-kovalenten
Assoziation des Aktivators zu der CKD-Region in eine kovalente, z.B. durch
Verwendung eines Fotoaffinitätsmarkers,
gefolgt von Lokalisieren der kovalent gebundenen Marker durch Sequenzieren
definiert werden. Wenn so der Aktivator mit dem Zielbereich assoziiert
ist, führt eine
leichte Aktivierung zu einer kovalenten Bindung. 7 zeigt
eine illustrative Synthese von Fotoaffinitätssonden für die Bindung von TER16998.
Sowohl Nitren als auch Radikal bildende Ausführungsformen sind dargestellt,
obwohl die Fotoaktivität
der Azobindungen in TER16998 selbst ebenfalls verwendet werden könnte. Wie
dargestellt, wird der Naphthylhydroxy-Substituent unter Verwendung
von N-Hydroxysuccinimid
(NHS) verestert, um zu einer Anbindung des fotoaktivierenden Bestandteils
zu führen.
Bei Aktivierung mit Licht einer geeigneten Wellenlänge wird
das TER16998-Derivat dann kovalent an die assoziierte Position auf
dem Rezeptor, wie dargestellt, gebunden werden. Dies ermöglicht eine
genauere Definition des Punkts, an den TER16998 assoziiert ist.
Alternativ kann TER16998 per se verwendet werden, gefolgt von einer
Behandlung mit bifunktionalen Linkern, wie z.B. denjenigen, die
von der Pierce Chemical Company, Rockford, IL, erhältlich sind,
um eine kovalente Anbindung von TER16998 an die geeignete Stelle
zu bewirken.
-
Die
Verfügbarkeit
der dreidimensionalen Struktur des Rezeptors ermöglicht eine Identifizierung
von Resten, die wichtige Beiträge
zur Bindung der Aktivatoren an den CKD-Bereich beisteuern. Mutationen dieser Reste
können
einfach bereitgestellt werden, aufgrund der Verfügbarkeit des Gens, das den
Rezeptor kodiert. M. Dillalba et al., Proc Natl Acad Sci USA (1989)
86:7848-7852. Eine ortsgerichtete Mutagenese wird so modifizierte
Formen des Proteins bereitstellen, worin die erfolgreiche Bindung
an eine Testverbindung für
die Fähigkeit,
eine IR-Aktivierung zu zeigen, irrelevant ist und ein Verlust der
Bindung an eine Verbindung durch einen mutierten IR für die IR-Aktivierung
relevant ist. So können
diese Mutanten als Differenzialscreening-Substrate in Kombination
mit dem nativen Protein oder irrelevanten Mutanten zur Unterscheidung
zwischen Verbindungen verwendet werden, die den Rezeptor einfach
binden und denjenigen, die zu einer Aktivierung durch Bindung an
den CKD-Bereich in der Lage sind.
-
Unter
den Substanzen, die den Insulinrezeptor aktivieren, werden Antikörper oder
Fragmente davon beinhaltet sein, die für die identifizierten Aktivator-Bindungsstellen,
wie weiter unten beschrieben, immunospezifisch sind, da solche Antikörper spezifisch
diesen Bereich binden werden, von dem dargestellt ist, dass er an der
Aktivierung des Rezeptors beteiligt ist. Die Herstellung solcher
Antikörper
wird einfach durch gut etablierte Verfahren bewirkt, typischerweise
unter Beteiligung einer Immunisierung eines Säugers oder eines anderen Wirbeltiers
mit dem Peptid, das die Stelle darstellt, optional gekoppelt mit
einem immunogenen Träger.
Antikörper
können
direkt aus dem Plasma des immunisierten Tiers erhalten werden oder
können
vorzugsweise monoklonale Antikörper
sein, erhalten unter Verwendung von konventionellen Hybridomverfahren.
Solche Hybridome sind auch geeignete Quellen für die Gene, die die jeweiligen
relevanten monoklonalen Antikörper
kodieren, die dann manipuliert werden können, um diese oder modifizierte
Antikörper
zu erhalten, wobei rekombinante Verfahren verwendet werden. Dies
ermöglicht
die Herstellung nicht nur der Antigen-Bindungsfragmente des Antikörpers (die
direkt aus den polyklonalen Antiseren erhalten werden könnten oder
von den monoklonalen Antikörpern,
die von den Hybridomen sezerniert werden, durch enzymatische Spaltung),
sondern ermöglicht
auch die Erzeugung einzelkettiger Formen, wie z.B. FV-Formen.
Alternativ können
statistische Bibliotheken von rekombinanten FV-Formen
mit Screening durchsucht werden. Die Verfügbarkeit der Gene ermöglicht auch
die Modifikationen der Antikörper
zur Untersuchung der Wichtigkeit der variablen Region zur Erhellung
der Nuancen der Wechselwirkung mit dem Rezeptor. Solche Antikörper repräsentieren
so nicht nur Verbindungen, die den Rezeptor direkt aktivieren können, sondern
sind auch nützliche
Handwerkszeuge zum Entwurf kleiner Moleküle, die an die identifizierten
Stellen binden.
-
Verbindungen, die den
Insulinrezeptor aktivieren
-
Eine
Anzahl von Verbindungen, die zur Aktivierung des Insulinrezeptors
durch direkte Interaktion mit der CKD in der Lage sind, wurden identifiziert.
Diese Klasse von Verbindungen hat die allgemeine Formel
worin jedes Ar unabhängig ein
aromatischer Bestandteil ist;
jedes A ist unabhängig ein
Protonen akzeptierender Substituent;
jedes R ist unabhängig ein
nicht beteiligter Substituent;
m ist 0, 1 oder 2;
n ist
1 bis 6; und
jeder Linker ist unabhängig -CH
2-,
-N=N-, -CH=CH-, -NHCO- oder
-NHCONH- oder ein Isoster davon, worin wenn n 1 ist, mindestens
ein Ar mindestens 2 fusionierte aromatische Ringe umfassen muss.
-
Ein
spezifisches Beispiel für
die Verbindung der Formel (1) wird durch Komponente A der folgenden Formel
dargestellt:
-
In
den Verbindungen der Formel (1) können die Protonen akzeptierenden
Substituenten, dargestellt durch "A" anionisch
sein oder können
ausreichend nukleophil sein, um ein Proton bei physiologischem pH
zu akzeptieren. Besonders bevorzugte Ausführungsformen von A beinhalten
-SO3X, OP(OX)3 und
-COOX, worin X ein Wasserstoffatom oder ein Kation ist, abhängig vom
pH. Geeignete Kationen beinhalten anorganische Kationen, wie Natrium,
Kalium, Calcium und ähnliche
oder können
organische Kationen sein, wie z.B. diejenigen, die von organischen
Basen bereitgestellt werden, z.B. Koffein. Ebenfalls in den Ausführungsformen
von A beinhaltet sind Aminosubstituenten, einschließlich primären, sekundären und
tertiären
Aminen. Typische Bioisostere von anionischen Liganden sowie Tetrazolringe,
selbst wenn sie nicht geladen sind.
-
Die
durch Ar dargestellten aromatischen Bestandteile sind monocyclische
oder bicyclische aromatische Systeme wie Benzol oder Naphthalin
oder enthalten ein oder mehr Heteroatome, gewählt aus der Gruppe, bestehend
aus O, S und N. So sind unter den aromatischen Systemen Benzothiazole,
Chinoline, Pyridin und ähnliche
beinhaltet. Besonders bevorzugt werden Naphthylenreste.
-
Die
nicht eingreifenden Substituenten an den Naphthylbestandteilen in
Formel (1) können
vorliegen oder nicht – d.h.
jedes m ist unabhängig
0 oder 1. Die Position von R ist in jedem Fall willkürlich; bevorzugte Ausführungsformen
von R beinhalten substituierte oder unsubstituierte Hydrocarbylbestandteile,
egal ob linear, verzweigt oder cyclisch und ob aromatisch oder nicht
aromatisch. Unter diesen sind Alkylsubstituenten mit 1-6C, Alkenylsubstituenten
mit 1-6C und Alkyl- oder Alkenylsubstituenten beinhaltet, worin
die Kohlenstoffkette durch ein oder mehr Heteroatome wie O, N oder
S unterbrochen ist, jedoch nicht auf diese begrenzt. Substituenten
können
auch die Formel -OR',
-NR'2 und
-SR' aufweisen,
worin R' H ist oder
R wie oben definiert. Besonders bevorzugte Ausführungsformen beinhalten Alkyl
(1-6C).
-
In
den Verbindungen der Formel (1) ist jeder Linker unabhängig ein
Isoster von -CH=CH-, so wie z.B. -N=N-, -CH=N- oder -CH2CH2- oder -NHCH2- oder
-CH2-, so wie NH oder O oder von -NHCO-,
so wie -OCO- oder -COO-. Allgemeine Verfahren zur Bildung von all
diesen Bindungen zwischen aromatischen Systemen sind auf dem Gebiet
wohlbekannt.
-
Besonders
bevorzugte Verbindungen der Formel (1) sind diejenigen, worin jedes
R Alkyl (1-6C) ist. Ebenfalls bevorzugt werden Verbindungen der
Formel (1), worin jedes m 0 ist.
-
Auch
bevorzugt sind Ausführungsformen,
worin die Verbindung der Formel (1)
ist, worin n 4 bis 6 und
A wie in Anspruch 1 definiert ist.
-
Besonders
bevorzugt ist die als Komponente A dargestellte Verbindung.
-
Eine
andere bevorzugte Form der Verbindungen von Formel (1) wird durch
Formel (2) dargestellt:
worin
jeweils R, A, Linker und m wie oben definiert sind.
-
Bevorzugt
werden Verbindungen, worin jedes n unabhängig 0, 1 oder 2 ist und jeder
Linker unabhängig
ein Isoster von -NHCONH- oder von -N=N- oder von -NHCO- ist.
-
Bei
den Verbindungen der Formel (2) können die Protonen akzeptierenden
Substituenten, wie dargestellt durch "A" anionisch
sein oder können
ausreichend nukleophil sein, um ein Proton bei physiologischem pH
zu akzeptieren. Besonders bevorzugte Ausführungsformen von A beinhalten
-SO3X, OP(OX)3 und
-COOX, worin X ein Wasserstoffatom oder ein Kation ist, abhängig vom
pH. Geeignete Kationen beinhalten anorganische Kationen, wie Natrium,
Kalium, Calcium und ähnliche
oder können
organische Kationen sein, wie z.B. diejenigen, die von organischen
Basen bereitgestellt werden, z.B. Koffein. Ebenfalls in den Ausführungsformen von
A beinhaltet sind Aminosubstituenten, einschließlich primären, sekundären und tertiären Aminen,
wie auch typische Bioisostere von anionischen Liganden, wie Tetrazolringe,
selbst wenn sie nicht geladen sind.
-
Die
nicht eingreifenden Substituenten an den Naphthylbestandteilen in
Formel (2) können
vorliegen oder nicht – d.h.
jedes n ist unabhängig
0, 1 oder 2. Die Position von R ist in jedem Fall willkürlich; bevorzugte Ausführungsformen
von R beinhalten substituierte oder unsubstituierte Hydrocarbylbestandteile,
egal ob linear, verzweigt oder cyclisch und ob aromatisch oder nicht
aromatisch. Unter diesen sind Alkylsubstituenten mit 1-6C, Alkenylsubstituenten
mit 1-6C und Alkyl- oder Alkenylsubstituenten beinhaltet, worin
die Kohlenstoffkette durch ein oder mehr Heteroatome wie O, N oder
S unterbrochen ist, jedoch nicht auf diese begrenzt. Substituenten
können
auch die Formel -OR',
-NR'2 und
-SR' aufweisen,
worin R' H ist oder
R wie oben definiert. Besonders bevorzugte Ausführungsformen beinhalten -OH
und zusätzliche
aromatische Bestandteile, enthaltend Protonen akzeptierende Substituenten.
-
In
den Verbindungen der Formel (2) ist jeder Linker unabhängig ein
Isoster von -NHCONH-, so wie -NHCNHNH-, -NHCOO- oder -OCOO- oder
kann ein Isoster von -N=N-, so wie -CH=CH-, -CH=N- oder -CH2CH2- oder -NHCH2- sein. Die Linker können auch Isostere von -NHCO-
sein, wie z.B. -OCO- oder -COO-. Allgemeine Verfahren zur Bildung
all dieser Bindungen zwischen aromatischen Systemen sind auf dem
Gebiet wohlbekannt.
-
Besonders
bevorzugte Verbindungen der Formel (2) sind diejenigen, worin jedes
R unabhängig
OH ist oder
ist, worin der Linker wie
oben definiert wird. Ebenfalls bevorzugt werden Verbindungen der
Formel (2), worin jedes n 0 oder 1 ist, insbesondere worin jedes
R unabhängig
OH ist.
-
Ebenfalls
bevorzugt sind Ausführungsformen,
bei denen die Verbindung der Formel (2) ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend
aus
worin
jeder Linker unabhängig
entweder -N=N- oder -NHCO- ist.
-
Besonders
bevorzugt werden TER16998 und die Verbindungen, wie dargestellt
in den 8A und 8B.
-
Ebenfalls
unter den Verbindungen der allgemeinen Formel (1) bevorzugt werden
diejenigen der Formel (3):
worin
jeweils R, A, Linker und m wie oben definiert sind und p ist O oder
1.
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Bevorzugt
werden Ausführungsformen,
worin m O oder 1 ist; n ist 0, 1 oder 2 und jeder Linker ist unabhängig ein
Isoster von -N=N- oder von -NHCO-.
-
In
den Verbindungen der Formel (3) können die durch "A" dargestellten Protonen akzeptierenden
Substituenten anionisch sein oder können ausreichend nukleophil
sein, um ein Proton bei physiologischem pH zu akzeptieren. Besonders
bevorzugte Ausführungsformen
von A beinhalten -SO3X, OP(OX)3 und
-COOX, worin X ein Wasserstoffatom oder ein Kation ist, abhängig vom
pH. Geeignete Kationen beinhalten anorganische Kationen, wie Natrium,
Kalium, Calcium und ähnliche
oder können
organische Kationen sein, wie z.B. diejenigen, die von organischen
Basen bereitgestellt werden, z.B. Koffein. Ebenfalls in den Ausführungsformen
von A beinhaltet sind Aminosubstituenten, einschließlich primären, sekundären und
tertiären
Aminen, wie auch typische Bioisostere von anionischen Liganden,
wie Tetrazolringen, selbst wenn sie nicht geladen sind.
-
Die
nicht eingreifenden Substituenten an den Naphthylbestandteilen in
Formel (3) können
vorliegen oder nicht – d.h.
jedes n ist unabhängig
0, 1 oder 2. Die Position von R ist in jedem Fall willkürlich; bevorzugte Ausführungsformen
von R beinhalten substituierte oder unsubstituierte Hydrocarbylbestandteile,
egal ob linear, verzweigt oder cyclisch und ob aromatisch oder nicht aromatisch.
Unter diesen sind Alkylsubstituenten mit 1-6C, Alkenylsubstituenten
mit 1-6C und Alkyl- oder Alkenylsubstituenten beinhaltet, worin
die Kohlenstoffkette durch ein oder mehr Heteroatome wie O, N oder
S unterbrochen ist, jedoch nicht auf diese begrenzt. Substituenten
können
auch die Formel -OR',
-NR'2 und
-SR' aufweisen,
worin R' H ist oder
R wie oben definiert. Besonders bevorzugte Ausführungsformen beinhalten -OH
und zusätzliche
aromatische Bestandteile, enthaltend Protonen akzeptierende Substituenten.
-
In
den Verbindungen der Formel (3) ist jeder Linker unabhängig ein
Isoster von -NHCONH-, so wie -NHCNHNH-, -NHCOO- oder -OCOO- oder
kann ein Isoster von -N=N-, so wie -CH=CH-, -CH=N- oder -CH2CH2- oder -NHCH2- sein. Die Linker können auch Isostere von -NHCO-
sein, wie z.B. -OCO- oder -COO-. Allgemeine Verfahren zur Bildung
all dieser Bindungen zwischen aromatischen Systemen sind auf dem
Gebiet wohlbekannt.
-
Besonders
bevorzugte Verbindungen der Formel (3) sind diejenigen, worin jedes
R unabhängig
OH ist oder
ist, worin Linker wie oben
definiert ist. Ebenfalls bevorzugt werden Verbindungen der Formel
(3), worin n jeweils 0 oder 1, insbesondere worin jedes R unabhängig OH
ist.
-
Ebenfalls
bevorzugt sind Ausführungsformen
von denjenigen Verbindungen, worin jeder Linker unabhängig entweder
-N=N- oder -NHCO-
ist.
-
Noch
bevorzugter werden Verbindungen der Formel
worin
jeder Linker unabhängig
-CH=CH- oder -NHCO- ist.
-
Besonders
bevorzugt werden die in 8C und 8D hier
dargestellten Verbindungen.
-
Die
Identifizierung der vorstehenden Verbindungen wurde wie folgt bewirkt:
Eine Bibliothek von Verbindungen, beschrieben im US-Patent Nr. 5,587,293,
hier durch Inbezugnahme inkorporiert, enthaltend die Fingerabdrücke von
10.000 Verbindungen, erhalten gegen ein Panel von 18 Referenzproteinen,
wurde so sortiert, dass Cluster von Fingerabdrücken mit ähnlichen Eigenschaften gruppiert
wurden, um 50 repräsentative Verbindungen
als "Trainingssatz" zu wählen. Jede
dieser 50 repräsentativen
Verbindungen wurde im Hinblick auf ihre Fähigkeit zur Aktivierung des
Insulinrezeptors hin überprüft. Eine
Probe, von der man annahm, dass sie nur aus TER12, wie dargestellt
in 8D bestand, deren Fingerabdruck sich nicht gruppieren
ließ und
die kein Mitglied eines Clusters war, war die einzige überprüfte Verbindung,
die unter Verwendung des in Beispiel 1 dargestellten Assays erfolgreich
bei der Aktivierung dieses Rezeptors war. Obwohl später festgestellt
wurde, dass die Komponente der überprüften Probe,
die die Struktur von TER12 aufwies, nicht so aktiv in diesem Assay
war wie eine Komponente, die bei niedrigerer Konzentration vorlag,
nämlich Komponente
A sind die strukturellen Ähnlichkeiten
von TER12 und Komponente A offensichtlich und ausreichend, um es
sowohl Komponente A als auch TER12 zu ermöglichen, dass sie als Fingerabdruck-Vergleichsstandard
verwendet werden können.
-
Das
vorstehende Verfahren kann generalisiert werden, in Kombination
mit dem in Beispiel 1 unten beschriebenen Assay-Verfahren, um nach Verbindungen zu suchen,
die jeden Rezeptor aktivieren, der einer Autophosphorylierung unterliegt.
Im allgemeinen umfasst das Verfahren die Identifizierung einer Verbindung,
die einen Rezeptor. aktiviert, enthaltend einen Kinaseanteil durch
Autophosphorylierung. Das Verfahren umfasst das Kontaktieren von
jedem Mitglied eines Satzes von maximal unterschiedlichen Kandidatenverbindungen mit
dem Rezeptor oder dem Kinaseanteil des Rezeptors und dem Nachweis
der Gegenwart oder Abwesenheit von Tyrosinphosphat auf dem Rezeptor
oder dem Kinasebereich. Ein erfolgreicher Kandidat wird als Mitglied des
Satzes identifiziert, wobei ein erhöhtes Niveau Tyrosinphosphat
im Vergleich mit einem Grundniveau bei dem Rezeptor oder der Kinase,
mit der kontaktiert wird, nachgewiesen wird.
-
Chemikalienkataloge
wurden im Hinblick auf Verbindungen mit strukturellen Merkmalen ähnlich zu denjenigen
von TER12 durchsucht, oder die bei einer Überprüfung Fingerabdrücke aufwiesen,
die essenziell übereinstimmende
Merkmale zeigten. Von 42 Verbindungen, die als ähnliche Unterstrukturen aufweisend
identifiziert wurden, zeigten vier eine Aktivität im Hinblick auf den Rezeptor;
unter diesen befand sich eine Probe, enthaltend TER3938, wie dargestellt
in 2B, obwohl später gezeigt wurde, dass die
meiste Aktivität
auf Komponente A zurückzuführen war,
ein strukturell verwandter Bestandteil, der in niedrigerer Konzentration vorlag.
So können
die Fingerabdrücke
dieser im Hinblick auf Standardreferenzpanels (unten weiter beschrieben)
identifizierten Verbindungen als Standards zum Vergleich mit Fingerabdrücken von
Kandidatenverbindungen verwendet werden, von denen vermutet wird,
dass sie dieselben Aktivitäten
aufweisen.
-
Die
US-Patente 5,217,869, 5,300,425 und 5,587,293, deren Inhalt hier
durch Inbezugnahme inkorporiert ist, beschreiben Verfahren zur Identifikation
von Verbindungen mit ähnlichen
Eigenschaften durch Vergleich ihrer Fingerabdrücke. So bezieht sich, wie hier
verwendet, ein "charakterisierender
Fingerabdruck" auf ein
Bindungsprofil, wie beschrieben im US-Patent Nr. 5,587,293, der ausreichende
Informationen über
die Bindungsaktivität
einer bestimmten Verbindung zur Verfügung stellt, um sie zu charakterisieren.
Typische Profile werden z.B. in 2C von
diesem Patent illustriert, das ein Profil gegen ein Panel mit nur
neun Mitgliedern illustriert. Höhere
Zahlen an Mitgliedern des Panels werden bevorzugt, jedoch können typischerweise
Panels mit 12, 16 oder 18 Mitgliedern verwendet werden. Unter einem "ähnlichen" Bindungsprofil wird verstanden, dass
das für
eine Verbindung erhaltene allgemeine Muster mit einem "ähnlichen" Profil dasselbe ist wie das allgemeine
Muster, das die Referenz zeigt, z.B. TER16998.
-
Kurz
gefasst wird ein Fingerabdruck für
eine einzelne Verbindung (der sie charakterisiert) erhalten, indem
die Bindung oder Reaktivität
der Verbindung im Hinblick auf ein Referenzpanel von Substanzen überprüft wird,
bei denen es sich z.B. um Antikörper,
allgemein Proteine oder andere Substanzen handeln kann, die variierende
Reaktivitätsgrade
im Hinblick auf die meisten Verbindungen aufweisen. Die Referenzpanel
werden so gewählt,
dass sie im wesentlichen die Gesamtheit des chemischen Raums repräsentieren,
d.h. ein Satz von Substanzen, der sich in seinen räumlichen
und Ladungseigenschaften so unterscheidet, dass die Fähigkeit
zur Reaktion mit irgendeiner anderen Substanz mindestens irgendwie
innerhalb des Panels enthalten ist. Jede mit dem Panel umgesetzte
Verbindung ergibt dann ein charakteristisches Muster von Reaktivitäten, das
als Fingerabdruck angesehen werden kann. Verbindungen, die ähnliche
Fingerabdrücke
zeigen, haben ähnliche
Reaktivitätsmuster
und Eigenschaften. Wenn also so von einem Zielrezeptor bekannt ist,
dass er einen spezifischen Liganden bindet, kann man eine Verbindung
identifizieren, die ebenfalls an den Rezeptor bindet, indem eine
Verbindung gewählt
wird, deren Fingerabdruck ähnlich
demjenigen des bekannten Liganden ist. Hier werden die Fingerabdrücke von
Kandidaten, z.B. aus Bibliotheken von Verbindungen, mit den korrespondierenden Fingerabdrücken von
TER12, TER3938 oder anderen Verbindungen verglichen, identifiziert
als Aktivatoren des Rezeptors, vorzugsweise Komponente A und TER16998.
Es wird auch festgehalten, dass es keinerlei Konsequenzen hat, dass
TER12 und TER3938 später
selbst sich als weniger aktiv in den IR-Kinase-Assays erwiesen haben
als andere Komponenten, enthalten in Proben dieser Verbindungen
im Hinblick auf ihre Nützlichkeit
ihrer Fingerabdrücke
zur Identifizierung von Verbindungen, die eine IR-Kinaseaktivität aufweisen,
da die aktiven Kontaminanten chemisch ähnlich sind.
-
Aufgrund
der modularen Natur der aktiven Verbindungen unter wiederholter
Verwendung ähnlicher Motive,
ist eine Synthese von Varianten, die in die in Formel (1) dargestellte
Gattung fallen, unter Verwendung von standardkombinatorischen Chemieverfahren
besonders günstig.
Typischerweise ermöglicht
eine parallele Synthese von Verbindungen mit einer Vielzahl alternativer
Baublocks, verwendet in jedem aufeinanderfolgenden Schritt, dass
etliche Varianten schnell hergestellt werden können. Üblicherweise, aber nicht notwendigerweise
werden die parallelen Arbeitsschritte auf Festphasen-immobilisierten
Vorläufern
durchgeführt.
Die resultierenden Bibliotheken von Verbindungen haben ihre Konformität mit der
in Formel (1) dargestellten Struktur gemein und sind nützlich,
um neue aktive Verbindungen zu identifizieren und ebenfalls, pharmakologisch
relevante Merkmale der aktiven Bestandteile zu etablieren, die dann
weiter kombiniert werden können.
-
Die
Bewertung der strukturellen Merkmale einer individuell aktiven Verbindung,
insbesondere denjenigen, die von etlichen aktiven Verbindungen geteilt
werden, gegenüber
z.B. den Verbindungen, die den Insulinrezeptor nicht aktivieren,
ermöglicht
auch den Entwurf geeigneter Kandidaten für die Synthese und die Tests. Verfahren
für eine
solche Analyse und Identifizierung solcher struktureller Merkmale
sind auf dem Gebiet bekannt. Siehe z.B. S. Nesnow et al., J Toxicol
Environ Health (1988) 24:499-513, das die Zuordnung struktureller Merkmale
in einer Gruppe von 36 Arylazo-Farbstoffen
als mit ihrer Fähigkeit
in Bezug stehend beschreibt, durch eine Rattenleber-mikrosomale
Azoreduktase reduziert zu werden.
-
Die
folgenden Beispiele sollen die Erfindung illustrieren, jedoch nicht
begrenzen.
-
Beispiel 1
-
Anscheinende Wirkung von
TER12 auf die Insulinrezeptor-Kinase-Autophosphorylierung
-
- A. Dieser Assay ist eine modifizierte Form
von dem in H. Hagino et al., Diabetes (1994) 43:274-280 beschriebenen.
Kurz gefasst wurden menschliche Insulinrezeptoren (hIR) teilweise
aus Plazentaextrakten oder aus der Zellinie IM-9 gereinigt. Die teilweise gereinigten
hIRs wurden in Mikrotiterplatten-Vertiefungen durch Inkubation für 90 Minuten
mit Vertiefungen, die mit einem monoklonalen Antikörper gegen
hIR beschichtet waren, gefangen. Die Vertiefungen wurden dann mit
verschiedenen Dosisniveaus Insulin und/oder Testverbindungen 15
Minuten bei Raumtemperatur behandelt; dann wurde ATP (10 μM) zugefügt, um der
Kinaseaktivität
das Fortschreiten zu ermöglichen.
Nach 60 Minuten wurden die Vertiefungen gewaschen und dann 60 Minuten
mit biotinyliertem Antikörper
behandelt, gerichtet gegen Phosphotyrosin (PY-20) und nicht-gebundene
Materialien wurden wieder weggewaschen. Die Vertiefungen wurden
dann mit einem konventionellen Streptavidin-Peroxidase-System für 30 Minuten
inkubiert, um das Niveau des phosphorylierten Tyrosins zu bewerten.
Wenn
Insulin in diesem Assay getestet wurde, ergab es eine Dosisreaktionskurve
mit einem EC50 von ungefähr
0,3 nM und eine maximale Aktivität
bei ungefähr
100 nM. Der EC50 ist ähnlich
zu demjenigen, der für
die Bindung von markiertem Insulin an verschiedene Zellen und Gewebe
erhalten wird.
Zwei Sätze
von Verbindungen mit jeweils 50 Mitgliedern, die so gewählt waren,
dass sie maximal divers waren, wie definiert in US-Patent 5,300,425,
hier durch Inbezugnahme inkorporiert, wurden in dem vorstehenden
Assay durch Screening untersucht. Von diesen 100 Verbindungen zeigte
nur eine Probe, die im wesentlichen aus TER12 bestand (siehe 8C),
eine anscheinende Agonistenaktivität. In Abwesenheit von Insulin
stimulierten 20 μM
dieser Probe eine Autophosphorylierung über das Fünffache (0,3 nM Insulin stimuliert
die Phosphorylierung ungefähr
in diesem Ausmaß).
So ist die Aktivität
von Insulin bei ungefähr
0,3 nM ungefähr äquivalent
zu der von dieser Probe bei ungefähr 20 μM gezeigten und eine Komponente
dieser Probe zeigt die Fähigkeit,
die Autophosphorylierung direkt zu stimulieren.
Zusätzlich erhöhte die
Probe die Fähigkeit
des Insulins, die Autophosphorylierung zu stimulieren. Die Zugabe
von 60 μM
Probe zu hIR, kontaktiert mit 0,3 nM Insulin, führte zu einem Anstieg der Phosphorylierung um
ungefähr
das Dreifache und zu einem Maximalniveau, wie gezeigt von einer
Insulinstimulierung bei höheren
Konzentrationen. Der EC50 für
diese Wirkung (Erhöhung
der Insulinstimulierung) wurde in zusätzlichen Experimenten als bei
ungefähr
20 μM der
als TER12 kalkulierten Probe liegend gezeigt. Diese Ergebnisse wurden
auch durch einen Western-Blot-Assay bestätigt.
- B. In einer zusätzlichen
Demonstration der Aktivität
einer Komponente in der Probe, enthaltend TER12, wurde das künstliche
Substrat, poly(G1u4Tyr) als Substrat für die Phosphorylierung verwendet.
Der Einbau von markiertem Phosphat von γ-markiertem ATP wurde folgend
auf eine Aktivierung des wie in Paragraph A hergestellten Rezeptors
gemessen. Ungefähr
20 μM der
Probe, kalkuliert als TER12, stellten 75 % der maximalen insulinstimulierten
Aktivität
bereit; dies erhöhte
auch die Fähigkeit
von 0,5 nM und 5,0 nM Insulin, eine Phosphorylierung zu bewirken;
0,5 nM Insulin allein zeigte 60 % der maximalen Phosphorylierung; die
Zugabe von 20 μM
der TER12-Probe erhöhte
dies auf 120 %; in Gegenwart von 5 nM Insulin stieg die Phosphorylierung
von 95 % des Maximums auf 140 %.
- C. Wenn im Hinblick auf die Insulinrezeptor-agonistische Aktivität an ganzen
Zellen hin getestet, d.h. an der menschlichen Lymphozyten-Zellinie
IM-9, erhielt sich die Probe, enthaltend TER12, ihre Fähigkeit,
den Rezeptor zu stimulieren. In diesem Assay wurden 2 × 107 Zellen
mit und ohne diese Probe behandelt und mit und ohne Insulin für 5 Minuten,
gefolgt von drei Waschgängen
in isotonischem Medium, um die Probe, enthaltend TER12, zu entfernen.
Die Zellen wurden dann in 0,5 % Tween 20 lysiert und Lysate in einem
ELISA-Assay, wie in Paragraph A beschrieben analysiert, ohne die
Inkubationsschritte mit ATP. Nach 5 Minuten einer Aussetzung gegenüber einer
Probe, die 20 μM
TER12 enthielt, war die basale Insulinrezeptor-Kinaseaktivität um das
Zweifache angestiegen und die insulinstimulierte Insulinrezeptor-Kinaseaktivität war um
das Fünffache
angestiegen.
- D. Der in Paragraph B beschriebene Assay wurde durchgeführt, wobei
anstelle des menschlichen Insulinrezeptors eine rekombinant erzeugte β-Kette verwendet
wurde, der die Insulin-Bindungs-Domäne fehlte (zur Verfügung gestellt
von Stratagene, Inc.). Die Fähigkeit
dieser Kinase, ein Substratpeptid (Raytide from Oncogene Sciences)
zu phosphorylieren, wird durch TER12 bei 25 μM stimuliert. (Zusätzlich inhibiert
auch ein bekannter Inhibitor, von dem angenommen wird, dass er auf
die ATP-Stelle auf der Kinase wirkt, diese modifizierte Form des
Rezeptors.)
- E. Insulin ist in der Lage, die Differenzierung von 3T3-L1-Fibroblastenzellen
zu einer Adipozyten-ähnlichen Morphologie
zu induzieren, gemessen durch Oil Red O-Aufnahme. Die Probe, die nur TER12 enthielt, schien
keine Differenzierung zu bewirken; bei einer Konzentration von 20 μM erhöht sie jedoch
die Differenzierungswirkung des Insulins. Diese Aktivität ist ähnlich zu
derjenigen, die von Pioglitazon ausgeübt wird, wie oben beschrieben.
Insulin erhöht
auch den Glucosetransport in diese Zellinie. Wiederum konnte die
Probe allein den Glucosetransport nicht signifikant stimulieren,
erhöhte
jedoch die Fähigkeit
von Insulin, dies zu tun.
-
Beispiel 2
-
Zusätzliche Verbindungen mit TER12-ähnlicher
Aktivität
-
Unter
Verwendung einer Substruktursuche, basierend auf dem TER12-Molekül, wurden
42 Kandidatenverbindungen erhalten und gemäß dem Verfahren von Beispiel
1 überprüft.
-
Eine
Probe, die TER3938 enthielt, wie dargestellt in 8E,
zeigte ebenfalls eine agonistische Aktivität. TER3938, dargestellt in 8E und
als Direct Yellow Nr. 27 bekannt, zeigte in diesem in-vitro-Assay
einen ECSp von 8 μM;
es erhöhte
auch die Aktivität
des Insulins bei der Stimulierung der Autophosphorylierung des Insulinrezeptors
auf intakten IM-9-Zellen. Zusätzlich
war eine Probe, die TER3935 enthielt, dargestellt in 8A,
in dem IR-Kinase-Assay aktiv.
-
Beispiel 3
-
Identifizierung einer
aktiven Komponente von TER 12- und TER3938-haltigen Proben
-
TER12
wurde durch das in 9 dargestellte Reaktionsschema
synthetisiert. TER12, das unter Verwendung dieses Schemas synthetisiert
wurde und TER12, extensiv aus kommerziellen Quellen gereinigt, waren
in den in Beispiel 1 dargestellten Assays aktiv.
-
Zusätzlich erhielt
sich eine Probe, enthaltend TER3938, ebenfalls aus kommerziellen
Quellen erhalten, und auf eine 95%ige Reinheit durch Umkehrphasen-HPLC
gereinigt, ihre Aktivität;
wenn diese Probe jedoch mit wässrigem
Natriumcarbonat gewaschen wurde, war die in 8E als
TER3938 dargestellte unlösliche
Verbindung in dem IR-Kinase-Assay
weniger aktiv; die wässrige
Schicht behielt jedoch die volle Aktivität bei. Diese Ergebnisse führten zu
der Schlussfolgerung, dass etwas von der Aktivität, die in den Proben gezeigt wird,
die angeblich nur TER12 und TER3938 enthielten, einem Nebenbestandteil
zuzuschreiben war. Dieser Nebenbestandteil wurde als Komponente
A postuliert. Komponente A, erhalten aus kommerziellen Quellen, wurde
durch C-18-Umkehrphasen-präparative
HPLC gereinigt und erhielt sich ihre Aktivität im IR-Kinase-Assay. Komponente
A wurde darauffolgend als Nebenkomponente in Proben dargestellt,
enthaltend sowohl TER12 als auch TER3938. Es wurde keine Komponente
A in TER3935 angetroffen, das nach extensiver Reinigung aktiv ist.
-
Komponente
A, gereinigt aus kommerziell zur Verfügung gestellten Proben, erhöht die Glucoseaufnahme
in differenzierten 3T3-L1-Zellen und die Aktivität hängt nicht von der Gegenwart
von Insulin ab. Sie hängt
jedoch von der Aktivität
der PI-3-Kinase ab, was bestätigt,
dass die Glucoseaufnahme durch den Insulin-Signalweg vermittelt
wird. Die Fähigkeit
von 16 μg/ml
Konzentrationen der Komponente A, die Glucoseaufnahme bei verschiedenen
Insulinkonzentrationen zu erhöhen,
ist in 10 dargestellt.
-
In
dem Assay wurden 3T3-L1-Prä-Adipozyten
zur Differenzierung in einer Adipozyten-Morphologie unter Verwendung
von Standardprotokollen induziert. Fünf Tage nach der Induktion
wurden die Zellen mit 16 μg/ml
Komponente A in Gegenwart verschiedener Insulinniveaus 30 Minuten
behandelt. Die Glucoseaufnahme wurde unter Verwendung von 14C-Glucose als Markierung gemessen. Wie
dargestellt, bewirkt 16 μg/ml Komponente
A allein die Aufnahme von ungefähr
dem Niveau, wie dargestellt durch 20 μM Konzentrationen Insulin in
Abwesenheit dieser Konzentration der Komponente A.
-
Beispiel 4
-
Zusätzliche Verbindungen mit Verwandtschaft
zu TER3935
-
Eine
zusätzliche
Verbindung mit einer Struktur, regioisomer zu der von TER3935, TER16998,
wurde durch präparative
Umkehrphasenchromatographie aus der Reaktionsmischung isoliert,
erzeugt durch das Syntheseschema, wie dargestellt in 11.
Spektraldaten bestätigen,
dass die isolierte Verbindung die in 5A dargestellte
Formel aufwies.
-
TER16998
aktiviert die Insulinrezeptor-Kinase direkt, verstärkt die
Autophosphorylierung und die Substrat-Phosphorylierung, die durch den Insulinrezeptor
vermittelt werden, potenziert den Glucosetransport und erniedrigt
die Blutglucose in dem db/db-Mausmodell der Diabetes. Diese Ergebnisse
wurden wie folgt erhalten:
Der in Beispiel 1 beschriebene Assay,
Paragraph A, wurde mit einer Kontrolle durchgeführt, der irgendwelche Zugaben
fehlten, in Gegenwart von nur Insulin mit 1 nM, in Gegenwart von
TER16998 mit 2 μM
und in Gegenwart einer Kombination dieser Komponenten mit den angegebenen
Konzentrationen. Wie in 12 dargestellt,
ist TER16998 allein in der Lage, die Autophosphorylierung des Rezeptors
bei dieser Konzentration zu aktivieren, wie auch die Wirkung von
Insulin zu potenzieren.
-
Zusätzlich erzeugte
TER16998 in einem Assay für
die Glucoseaufnahme durch 3T3-L1-Adipozyten, beschrieben in Beispiel
3, eine akute Wirkung einer Sensibilisierung der Zellen gegenüber Insulin.
Dies wurde, wie erwartet, durch 5 μM Wortmannin inhibiert, das
die PI-3-Kinase inhibiert und was bestätigt, dass TER16998 seine Wirkung
durch den Insulin-Signalweg
ausübt.
Diese Ergebnisse sind in 13 dargestellt.
Wie dargestellt, potenzieren 40 μM
TER16998 die Wirkung von Insulin in einem Bereich von Konzentrationen.
-
Signifikanterweise
war TER16998 nicht in der Lage, die Phosphorylierungsaktivität des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors
in einem EGF-Rezeptor-Kinase-Assay zu stimulieren.
-
Die
Wirkung von TER16998, von Komponente A und von Insulin auf die Verteilung
des Glut4-Transporters in 3T3-L1-Adipozyten
wurde durch Inkubation der Zellen für 15 Minuten mit Insulin oder
einer dieser Verbindungen bestimmt, woraufhin die Zellen fixiert
und mit einem Anti-Glut4-Antikörper gefärbt wurden,
gefolgt von einem FITC-konjugierten
sekundären
Antikörper.
Die Ergebnisse wurden unter einem Fluoreszenzmikroskop sichtbar
gemacht. Die Ergebnisse zeigten, dass Insulin und Komponente A eine dramatische
Umverteilung von Glut4 zu den Membranoberflächen erzeugen, während bei
unbehandelten Zellen ein diffuses Muster erhalten wird. TER16998
hatte eine ähnliche
Wirkung, aber weniger dramatisch als die von Insulin oder Komponente
A.
-
Beispiel 5
-
Wirkung von TER16998 bei
Diabetes-Mäusen
-
Mäuse, die
Standardmodelle für
Typ-II-Diabetes sind, db/db-Mäuse, ließ man ad
libitum essen und ihnen wurde TER16998 mit 10 mg/kg und 40 mg/kg
oder ein Vehikel als Kontrolle verabreicht. 14 zeigt
die Wirkung dieser Verbindung auf die Glucosekonzentration im Blut
dieser Tiere. Wie in 14 dargestellt,
vermindern 10 mg/kg etwas und 40 mg/kg in deutlichem Ausmaß die Blutglucose über eine
Periode von 24 Stunden nach der Verabreichung.
-
Beispiel 6
-
Synthese der
erfindungsgemäßen Verbindungen
-
Im
allgemeinen werden die polymeren aromatischen Verbindungen der Erfindung
entweder unter Verwendung von Lösungsphasen- oder Festphasensynthesen
synthetisiert. Für
die Festphasensynthese werden die Monomere z.B. mit einem phenolischen
Harz der Formel (10), wie dargestellt in 9, gekoppelt.
Dieses phenolische Harz wird durch Oxidation des korrespondierenden
Boronsäureester-Polystyrolharzes,
beschrieben von M.J. Farrall und J.M.J. Frechet J Org Chem (1976)
41:3877, hergestellt. Das phenolische Harz wird mit einem initialen
Monomer, 11, wie dargestellt, kondensiert. Das Kondensationsprodukt,
12, wird mit N-Butyllithium behandelt, um das Bromoniumion durch
Lithium zu ersetzen und dieses Intermediat wird mit einem Monomer
kondensiert, z.B. der Formel (13), um das fest gestützte Dimer
14 bereitzustellen. Die Bindung -CHOH- kann, falls gewünscht, zu
-CH2- reduziert werden. Darauffolgende Kondensationen
in Gegenwart von Formaldehyd und konzentrierter Schwefelsäure führen zu
Polymeren der gewünschten
Länge,
die dann von dem Harz in Natriummethoxid entfernt werden können. Dieses
Verfahren ist in 9 angegeben.
-
Die
Synthese kann durch Veränderung
der Natur des Monomers oder Dimers, das zu der gestützten Ausgangsgruppe
zugefügt
wird, variiert werden.
-
Die
Synthese geeigneter Oligomere wird ebenfalls in Lösungsphase
durchgeführt.
In einem Reaktionssatz ist die Synthese eine Variante zu der von
A. Arduini et al.,Tetrahedron (1990) 46:3607-3613 beschriebenen.
Intermediatdimere oder Trimere werden durch Kondensation eines aromatischen
Aldehyds mit einem aromatischen Bromid erhalten und im weiteren
wird eine Kondensation in Gegenwart von Formaldehyd und Schwefelsäure bewirkt.
Dimere, wie dargestellt in den Formeln 18, 19 und 20, die den Protonen
akzeptierenden Substituenten in allen möglichen Konfigurationen enthalten,
können
durch Kondensation des geeigneten Naphthyllithiums mit einem Naphthyl-Formyl-Derivat
erhalten werden, erhalten durch Behandlung des Naphthyllithiums
mit Dimethylformamid (DMF). Falls gewünscht, können die Verbindungen 18, 19
und 20 mit HSiEt3/TFA zu den korrespondierenden
Methylen-Brücken-Dinaphthylenen
reduziert werden.
-
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Das
Dibromdimer der Formel 23 wird, wie von A. Arduini (supra) beschrieben
erhalten, durch Kondensation des korrespondierenden Naphthylbromids
mit Formaldehyd in Gegenwart von Schwefelsäure.
-
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Die
korrespondierenden Trimere können
durch Behandlung solcher bromsubstituierter Dimere mit N-Butyllithium
und dann mit einem Aldehyd der Formel 21 oder 22 erhalten werden.
-
-
Die
Oligomere können
auch durch Kopplung von Naphthyl oder anderen aromatischen Bestandteilen mit
Dialdehyden, z.B. 4,4'-Biphenyldicarboxaldehyd
oder Terephthalaldehyd verlängert
werden.
-
Durch
geeignete Wahl der Position des Protonen akzeptierenden Substituenten
A und der reaktiven Substituenten an den aromatischen Bestandteilen
können
die gewünschten
Oligomere synthetisiert werden.
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Wie
oben dargestellt, ist das Polymer der Formel
in dem
oben beschriebenen Insulinrezeptor-Kinase-Assay aktiv und übt die Fähigkeit
zur Potenzierung einer Insulinaktivierung und Glucoseaufnahme aus.
-
Die
Verbindung TER17003 wird, wie in 16 dargestellt,
synthetisiert.
-
TER17003
wurde in dem in Beispiel 1, Paragraph A, dargestellten IR-Kinase-Assay überprüft und hat sich
in diesem Assay als aktiv erwiesen.
-
Die
Verbindungen TER17004 und TER17005 ersetzen bestimmte Azolinker
von TER3935 durch die korrespondierenden Amidlinker. Diese Verbindungen
werden, wie in 17 dargestellt, synthetisiert.
-
Die
resultierenden Verbindungen, TER17004 und TER17005 wurden in dem
IR-Kinase-Assay, wie dargestellt in Beispiel 1, Paragraph A, getestet
und erwiesen sich in diesem Assay als aktiv.
-
Beispiel 7
-
Peptide, die mit dem Rezeptor
um eine Bindung an TER16998 kompetitieren
-
Um
zusätzliche
Regionen der CKD zu identifizieren, an die TER16998 bindet, wurde
eine Reihe von 14 Peptiden ("Ryan-Peptide") synthetisiert.
Diese Peptide wurden so gewählt, dass
sie zu distinkten Oberflächenelementen
der CKD korrespondierten, dargestellt durch Röntgenstruktur. Kollektiv bedeckten
die 14 Peptide 85 % der oberflächenexponierten
Reste. Diese Peptide wurden im Hinblick auf ihre Fähigkeit
zur Inhibition der Aktivierung des Insulinrezeptors durch TER16998
getestet. Die Assays wurden wie folgt durchgeführt:
Die Reaktionsmischung
enthält
10 μl von
50 mM Tris, pH 7,5, 100 mM NaCl, 8 mM MgCl2,
2 mM MnCl2, 2 mM DTT, 9 μM menschliche IR-CKD, 4 mM ATP
und 14,5 μM
TER16998. Kontrollmischungen enthalten keine Peptide; die getesteten
Peptide lagen bei 20 μM
oder 100 μM
vor. Die Reaktionen wurden 5 oder 15 Minuten inkubiert und dann
mit einem Gel-Probenpuffer,
enthaltend EDTA, auf 50 mM Endkonzentration gestoppt. Die Proben
wurden auf ein 10 % natives Polyacrylamidgel geladen und man ließ sie 2
Stunden bei 15 mA laufen. Die Gele wurden mit Coomassieblau gefärbt und
der Grad der Autophosphorylierung durch Vergleich mit Kontrollspuren
unter Verwendung der Bandenpositionen im nativen Gel als Indikation
der Phosphorylierung gemessen.
-
Von
den 14 Peptiden erwiesen sich nur 3 als dazu in der Lage, die Aktivierungswirkung
von TER16998 zu vermindern. Diese Peptide waren die folgenden:
"Ryan 3", das sich von Met1120
zu Asn1137 erstreckt und so zu dem katalytischen Stellenboden am
Ende von Helix E korrespondiert;
"Ryan 6", das sich von Pro1235 zu Thr1252 erstreckt,
d.h. Helix H und Helix I und
"Ryan 9", das sich von Arg1089 zu Thr1105 erstreckt.
-
Tabelle
1 unten zeigt die Lokalisierung und Aminosäuresequenz der 14 hergestellten
Peptide.
-
-
Die
Lokalisation der aktiven Peptide im Hinblick auf die dreidimensionale
Struktur der CKD ist in den 18A und 18B dargestellt. 18A zeigt
die Lokalisation der Peptide im Grundzustand; 18B zeigt die Position dieser Peptide, wenn der
Rezeptor aktiviert ist. Es kann festgestellt werden, dass diese
Peptide einen groben "Gürtel" um den Rezeptor
bilden.
-
Beispiel 8
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Zollpenetration von TER16998
-
Es
soll bewertet werden, ob TER16998, das die Insulinstimulation des
Insulinrezeptors potenziert, wenn ganze Zellen in dem Assay verwendet
werden, durch seine Fähigkeit
zum Eintritt in die Zellen effektiv ist. Dies wird in dem unten
beschriebenen Protokoll etabliert:
JM-9-Zellen wurden mit TER16998
(40 μM)
in Gegenwart und Abwesenheit von Insulin behandelt und dann wiederholt
mit 10%igem fötalem
Rinderserum in PBS gewaschen, um alles TER16998 zu entfernen, das
an den Zellen anhaftet. Wenn in den Waschungen kein weiteres TER16998
mehr nachweisbar war, wurden die Zellen lysiert und die Verbindung
ließ sich
in dem Lysat durch Spektrophotometrie nachweisen. Diese Ergebnisse
sind in 19 dargestellt.
-
Wie
dargestellt, wurde TER16998 in dem Lysat gefunden. So ist deutlich
geworden, dass diese Verbindung in die Zellen eindringt und direkt
mit dem CKD-Bereich in Wechselwirkung tritt.
-
Beispiel 9
-
Fähigkeit von TER16998 zur Verstärkung der
Wirkung von Insulin auf Blutglucose-Niveaus
-
In
dieser Studie wurde die Glucoseaufnahme bei Diabetes-db/db-Mäusen in
Gegenwart und Abwesenheit von Insulin und in Gegenwart und Abwesenheit
von 10 mg/kg TER16998 bestimmt. In diesem Beispiel mussten, anders
als in Beispiel 5, die Tiere fasten. In Abwesenheit von Insulin
verblieb die Glucose im Blut auf hohen Niveaus. In Gegenwart von
Insulin nahmen die Glucoseniveaus, wie erwartet, ab, stiegen jedoch
wiederum nach ungefähr
einer Stunde an. In Gegenwart von TER16998 waren die Glucoseniveaus
jedoch drastischer erniedrigt und waren noch nicht auf die Niveaus
zurückgekehrt,
die bei nur mit Insulin behandelten Mäusen nach 4 Stunden gezeigt
wurden. Diese Ergebnisse sind in 20 dargestellt,
wobei die ausgefüllten
Diamanten und Dreiecke Mäuse
angeben, die mit einem Plazebo bzw. nur mit TER16998 behandelt wurden.
Die ausgefüllten
Quadrate zeigen Blutglucose-Niveaus für Mäuse, die nur mit Insulin behandelt
wurden und die "X"-Daten zeigen Blutglucose-Niveaus
für Mäuse, die
sowohl mit Insulin als auch TER16998 behandelt wurden.