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Hintergrund
der Erfindung
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Gebiet der
Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf NKT-Zellen-aktivierende therapeutische
Mittel für
Autoimmunkrankheiten.
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Stand der
Technik
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Es
wurde offenbart, daß intermediäre TCR-Zellen
(TCRint-Zellen),
die T-Zellrezeptoren (TCRn) intermediär exprimieren, mit natürlichen
Killerzellen (NK, "natural
killer cells") hinsichtlich
ihrer Merkmale verwandt sind, beispielsweise zeigen sie eine große granuläre Lymphozyten(LGL)-artige
Morphologie, exprimieren konstant IL-2Rβ-Ketten und haben Perforingranula,
aber sie unterscheiden sich eindeutig von NK-Zellen, da sie TCRn
aufweisen (H. Watanabe et al., J. Immunol., 155, 2972 (1995)). Überdies
wurde gezeigt, daß unter
den durch Interleukin 12 (IL-12) aktivierten TCRint-Zellen 1.1-exprimierende
NK 1.1+TCRint-Zellen
(NKT) wichtige Effektorzellen bei der Kontrolle von hämatogenen
Metastasen von Tumoren der Leber und Lungen in Mäusen sind (W. Hashimoto et
al., J. Immunol., 154, 4333 (1995); R. Anzai et al., Immunol., 88,
82 (1996)). Diese Daten lassen vermuten, daß die NKT-Zellen bei der Vernichtung
von Krebszellen, Parasiten, Protozonen und intrazellulären infektiösen Bakterien,
wie etwa Listeria monocytogenes und Mycobacterium tuberculosis (S.
Seki et al., Clin. Immunol., 28, 1069 (1996)) eine wichtige Rolle
spielen können.
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Die
NKT-Zellen sind auch bekannt dafür,
daß sie
eng verknüpft
sind mit der akuten Abstoßung
bei Knochenmarktransplantationen (B. Yankelevich et al., J. Immunol.,
142, 3423 (1989)) und mit der Kontrolle der IgE-Antikörperproduktion bei der Kontrolle
der Th1/Th2-Differenzierung
von T-Helferzellen (T. Yoshimoto et al., J. Exp. Med., 179, 1285
(1994)). Somit sind die NKT-Zellen eine Gruppe neuer Zellen, die
derzeit eine enorme Aufmerksamkeit erregen.
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Vα14+-NKT-Zellen bilden eine Untergruppe der
oben genannten NKT-Zellen. Viele Vα14+-NKT-Zellen exprimieren
Vα14Jα281 mRNA
und setzen dies als eine TCR-α-Kette
ein. Kürzlich
wurde gezeigt, daß die Vα14+-NKT-Zellen eng verknüpft sind mit dem Ausbrechen
von Autoimmunkrankheiten. Es wurde offenbart, daß die Anzahl an Vα14+-NKT-Zellen vor dem Ausbruch einer Autoimmunkrankheit
in MRL lpr/lpr Mäusen
selektiv abnimmt, Modellmäusen
für eine
Autoimmunkrankheit (menschlicher systemischer Lupus erythematosus),
bei denen sich abnormale Lymphozyten in einem Alter von 17-20 Wochen
akkumulieren (M.A. Mieza et al., J. Immunol., 156, 4035 (1996)).
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Ähnliche
Phänomene
wurden auch bei Modellmäusen
für andere
Autoimmunkrankheiten beobachtet, wie etwa gld Mäuse und (NZBxNZW) F1 Mäuse, was
zeigt, daß die
Vα14+-NKT-Zellen mit dem Ausbruch von Autoimmunkrankheiten
eng verknüpft
sind (Y. Makino et al., Clin. Immunol., 28, 1487 (1996)).
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Noch
interessanter ist, daß ähnliche
Phänomene
auch bei Menschen beobachtet wurden. Die Vα24JαQα-Kette, ein humanes Homolog
der Maus Vα14Jα281-Kette,
wurde in peripheren CD4–/CD8–T-Zellen des
Bluts in einer Konzentration von 20-50 % in gesunden Menschen, jedoch überhaupt
nicht in Sklerosepatienten gefunden (T. Sumida et al., J. Exp. Med.,
182, 1163 (1995)).
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Somit
ist es bekannt, daß die
Maus Vα14+-NKT-Zellen und humanen Vα24JαQα-T-Zellen
in einer Vielzahl von Autoimmunkrankheiten involviert sind, die
durch verschiedene verursachende Gene oder genetische Hintergründe verursacht
werden. Folglich wurde erwartet, daß IL-12 mit einer NKT-Zellen-aktivierenden
Aktivität,
wie oben erwähnt,
ein therapeutisches Mittel für
Autoimmunkrankheiten, wie etwa menschlicher systemischer Lupus erythematosus
(SLE) und systemische Sklerose (SSc) ist. Ein merkliches Ansteigen
in der Anzahl an abnormalen Lymphozyten (CD3+B220+ doppelt negative T-Zellen) in der Milz
und den Lymphknoten wurde jedoch in MRL lpr/lpr Mäusen beobachtet,
denen IL-12 verabreicht worden war, im Vergleich zu Kontrollmäusen (Takenori
Tsutsui et al., Proceedings of Annual Meeting of the Japanese Society
for Immunology, 347 (1996)).
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β-Galactosylceramide
oder β-Glucosylceramide,
in denen eine Vielzahl von Zuckern an Ceramide in einer β-Konfiguration
gebunden sind, liegen im Säugetierkörper vor
(L. Svennerholm et al., Biochim. Biophys. Acta, 280, 626 (1972);
K.-A. Karlsson et al., Biochim. Biophys. Acta, 316, 317 (1973)).
Andererseits ist es bekannt, daß β-Galactosylceramide
eine ausgesprochene immunostimulatorische Wirkung und Antitumoraktivität aufweisen
(M. Morita et al., J. Med. Chem., 38, 2176 (1995)) und solche Aktivitäten von α-Galactosylceramiden
oder α-Glucosylceramiden
sind bekanntlich viel stärker
als jene der β-Galactosylceramide
oder β-Glucosylceramide
(K. Motoki et al., Biol. Pharm. Bull., 18, 1487 (1995)). Es ist
auch bekannt, daß die
Verabreichung von Verbindungen mit einer α-Glucosylceramid-Struktur den Körper vor
Strahlung schützt
(K. Motoki et al., Bioorg. Med. Chem. Lett., 5, 2413 (1995)), die
Metastase von Maus-Melanom B16 zur Lunge unterdrückt (E. Kobayashi et al., Oncology
Res., 7, 529 (1995)) sowie die Metastase von Maus-Darm-Adenokarzinom,
Colon 26, und Maus-T-Lymphom EL-4 zur Leber (Kazuhiro Motoki et
al., Proceedings of Annual Meeting of the Japanese Cancer Association,
523 (1996)) und die Anzahl an Blutplättchen und Leukozyten erhöht (K. Motoki et
al., Biol. Pharm. Bull., 19, 952 (1996)).
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JP 10045603 A lehrt
die Verwendung eines Sulfatids als TNF-α-Inhibitors.
WO 92/19633 schlägt
vor, daß ein ähnliches
Sulfatid als Antigen von pathogener Bedeutung in Autoimmunkrankheiten
wirken kann.
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Es
gibt jedoch bis heute keine Berichte, daß Verbindungen mit einer α-Glucosylceramid-Struktur
bei Autoimmunkrankheiten effektiv sind oder daß derartige Verbindungen überhaupt
NKT-Zellen beeinflussen könnten.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
vorliegenden Erfinder haben nun gefunden, daß α-Glycosylceramide die Antitumor
zytotoxische Aktivität
gegen Tumorzellen von NKT-Zellen von RAG-1KO/Vα14tg/Vβ8.2tg Mäusen (Mäuse mit einer großen Anzahl
an NKT-Zellen aber weder B-Zellen, T-Zellen noch NK-Zellen in der
Lymphozytenfraktion) erhöhen,
die Anzahl an NKT-Zellen deutlich erhöhen, insbesondere Maus Vα14+-NKT-Zellen und menschliche Vα24+-NKT-Zellen, abnormale Schwellungen von
axiliären
und inguinalen Lymphknoten (Akkumulierung von abnormalen Lymphozyten)
in MRL lpr/lpr Mäusen
unterdrücken,
die als Modellmäuse
für menschlichen
systemischen Lupus erythematosus angesehen werden, und die Progression
von durch 4 % DSS induzierter Maus-Colitis kontrollieren.
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Die
vorliegenden Erfinder haben auch gefunden, daß α-Glycosylceramide den Ausbruch
von experimenteller Autoimmun-Encephalomyelitis unterdrücken. Diese
experimentelle Autoimmun-Encephalomyelitis in Mäusen ist ein Modell für menschliche
Multiple Sklerose. Die vorliegenden Erfinder haben auch gefunden,
daß α-Glycosylceramide
den spontanen Ausbruch von Diabetes in NOD Mäusen, die Modelltiere für menschliche Typ
I-Diabetes darstellen, unterdrücken.
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Ein
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines
therapeutischen Mittels für
Autoimmunkrankheiten, wie etwa systemischer Lupus erythematosus,
systemische Sklerose, Colitis ulcerosa, Encephalomyelitis, Multiple
Sklerose oder Typ I-Diabetes.
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Das
therapeutische Mittel für
Autoimmunkrankheiten gemäß der vorliegenden
Erfindung umfaßt
eine Verbindung, die in angefügtem
Anspruch 1 definiert ist.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 zeigt
die verstärkende
Wirkung von KRN7000 auf die zytotoxische Aktivität von NKT-Zellen gegen Tumorzellen.
Das E/T-Verhältnis
deutet die Anzahl von Effektorzellen (Milzzellenanzahl)/Anzahl von
Zielzellen (YAC-1-Zellanzahl) an.
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2 zeigt
die Stimulierung der NKT-Zellproliferation durch KRN7000 in der
Milz.
- A: Ergebnisse der FRCS-Analyse der Lymphozytenfraktion
der Milz. Die horizontale Achse zeigt die Fluoreszenz von FITC-markiertem anti-TCRαβ monoklonalem
Antikörper
an, und die vertikale Achse zeigt die Fluoreszenz von Zytochrommarkiertem
anti-NK1.1 monoklonalem Antikörper
an.
- B: Resultate der FACS-Analyse der Lymphozytenfraktion der Milz.
Die vertikale Achse zeigt die relative Anzahl an Zellen an, und
die horizontale Achse zeigt die Fluoreszenz von PE-markiertem Vα14 monoklonalem Antikörper an.
Die weiße
Fläche
zeigt die Fluoreszenz nach dem Färben
mit dem PE-markierten Vα14
monoklonalen Antikörper
nach der Vorbehandlung mit einem unmarkierten Vα14 monoklonalen Antikörper (kaltes
Blockieren). Die schraffierte Fläche
zeigt die Fluoreszenzverteilung der PE-markierten Vα14 monoklonalen
Antikörper
zu Vα14+-Zellen nach der Verabreichung des Vehikels
oder von KRN7000.
- C: Veränderung
in der Anzahl an Zellen insgesamt, T-Zellen, NK-Zellen und Vα14+-NKT-Zellen
in der Lymphozytenfraktion der Milz durch die Verabreichung von
KRN7000. •:
Vα14+-NKT-Zellen,
O: Gesamtzahl an Zellen, ♢: T-Zellen, ⎕: NK-Zellen.
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3 zeigt
die Ergebnisse hinsichtlich der Progression der lymphatischen Schwellung über die
Zeit in lpr/lpr Mäusen,
denen KRN7000 verabreicht wurde. Die Lymphknoten wurden in 4 Stufen
eingeteilt, d.h. –(0), +(1),
++(2) und +++(3), abhängig
von der Größe. Aufsummierte
Bewertungen der rechten und der linken Seite der axiliären Lymphknoten
(A) oder inguinalen Lymphknoten (B) sind als Lymphknoten-Schwellungsindices dargestellt.
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4 zeigt
die Überlebensraten
von MRL lpr/lpr Mäusen,
denen KRN7000 verabreicht wurde.
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5 zeigt
die Aktivität
von KRN7000 bei der Unterdrückung
von durch 4 %iges DSS induzierter Colitis in Mäusen. 4 %iges DSS wurde während des
Experiments den Mäusen
kontinuierlich über
das Trinkwasser verabreicht.
- A: Veränderung
im Körpergewicht
der Mäuse
der verschiedenen Gruppen.
- B: Überlebensraten
der Mäuse
der verschiedenen Gruppen.
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6 zeigt
den Effekt von KRN7000 auf experimentelle Autoimmun-Encephalomyelitis
(EAE), die in C57BL/6 Mäusen
beispielsweise durch Myelinoligodendrogliaprotein (MOG) induziert
wird. A: Gruppe, der das Vehikel verabreicht wurde. B: Gruppe, der
KRN7000 (20 μg/kg)
verabreicht wurde.
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EAE-Symptome
wurden wie folgt bewertet: Klinische Bewertungen: 0: normal, 1:
Paralyse im Schwanz, 2: statische Reflexinsuffizienz, 3: Paralyse
in den Hinterpfoten, 4: Paralyse in den Vorder- und Hinterpfoten,
5: Tod.
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7 zeigt
die Wirkung von KRN7000 auf spontane Diabetes in NOD Mäusen.
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8 zeigt
die stimulatorische Aktivität
von KRN7000 bei der Proliferation von Vα24+-NKT-Zellen. Nach
einer autologen gemischten Lymphozytenreaktion unter Verwendung
peripherer mononuklearer Blutzellen als Responderzellen wurden CD4–CF8–-Zellen wiedergewonnen,
um unter Verwendung markierter Antikörper den Phänotyp zu spezifizieren. Gepunktete
Linien zeigen die Fluoreszenzverteilung an bei Markierung mit Kontrollantikörpern (Maus
IgG oder Ratte IgM), und durchgezogene Linien zeigen die Fluoreszenzverteilung an
bei Markierung mit anti-CD3, CD4, CD8 und Va24, Vβ11 Antikörpern (Immunotech)
und anti-NKRP1A Antikörpern
(Becton Dickinson).
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9 zeigt
die stimulatorische Aktivität
von KRN7000 in der Vα24+-NKT-Zellproliferation. Bei der Behandlung
von Antigen-präsentierenden
Zellen mit KRN7000 wurde die Proliferation von Vα24+-NKT-Zellen
in einer von der Anzahl der Antigen-präsentierenden Zellen abhängigen Weise
beobachtet.
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10 zeigt
das Schema der Reaktionen zur Synthese von KRN7000, der repräsentativen α-Glycosylceramidverbindung,
die in der vorliegenden Erfindung eingesetzt wird. In der Zeichnung
repräsentiert
pyr Pyridin, BrPPh3(CH2)12CH3 repräsentiert
Tridecantriphenylphospnoiumbromid, n-BuLi repräsentiert n-Butyllithium, MsCl
repräsentiert
Methansulfonylchlorid, BnBr repräsentiert
Benzylbromid und 1-PrOH repräsentiert
Propylalkohol.
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11 ist
die Fortführung
der in 10 dargestellten Synthesereaktionen.
WSC-HCl repräsentiert 1-Ethyl-3-(3'-dimethylaminopropyl)carbodiimidhydrochlorid,
MS4A repräsentiert
Molekularsiebe mit 4Å und Hex4NBr
repräsentiert
Tetrahexylammoniumbromid.
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12 stellt
die chemischen Formeln der Verbindungen in Beispielen 1 bis 3 dar.
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Ausführliche Beschreibung der Erfindung
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Verbindungen der Formel
(I)
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In
den Verbindungen der Formel (I) repräsentiert X in der Ceramidgruppe
vorzugsweise eine ganze Zahl zwischen 11 und 25.
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Y
in R2 repräsentiert vorzugsweise eine
ganze Zahl zwischen 9 und 17, stärker
bevorzugt zwischen 11 und 15.
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Bevorzugte
Kombinationen von X und R2 in der Ceramidgruppe
der Formel (I) sind Verbindungen, in denen X eine ganze Zahl zwischen
21 und 25 und R2 der Substituent (b) ist
(worin Y eine ganze Zahl zwischen 11 und 15 ist) und Verbindungen,
in denen X eine ganze Zahl zwischen 9 und 13 ist und R2 der
Substituent (a) ist (worin Y eine ganze Zahl zwischen 11 und 15
ist).
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Bevorzugte
Kombinationen für
R3 bis R9 in dem
Zuckerrest von Formel (I) sind Verbindungen, in denen R3 und
R6 H sind, R4 ist
OH oder irgendeiner der Substituenten der Gruppen (A) bis (D), R5 ist OH oder irgendeiner der Substituenten
der Gruppen (E) oder (F), R7 und R8 sind jeweils H oder OH (aber R7 und
R8 unterscheiden sich voneinander) und R9 ist CH2OH, CH3, H oder irgendein Substituent der Gruppen
(A') bis (D').
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Stärker bevorzugte
Kombinationen umfassen Verbindungen, in denen R3 und
R6 H sind, R4 und
R5 sind OH, R7 und
R8 sind jeweils H oder OH (aber R7 und R8 unterscheiden
sich voneinander) und R9 ist CH2OH
oder irgendein Substituent der Gruppen (A') bis (D'), und Verbindungen, in denen R3, R6 und R8 H sind, R4, R5 und R7 OH sind
und R9 CH2OH ist.
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Bevorzugte
Beispiele der Verbindungen nach Formel (I) umfassen Verbindungen,
in denen
X eine ganze Zahl zwischen 21 und 25 ist,
R2 Substituent (b) ist (worin Y eine ganze
Zahl zwischen 11 und 15 ist),
R3 und
R6 H sind,
R4 OH
ist oder eine Gruppe, die ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Gruppen (A) bis (D),
R5 ist OH oder eine Gruppe, die ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus Gruppen (E) und (F),
R7 und R8 sind jeweils
H oder OH (aber R7 und R8 sind
nicht beide derselbe Substituent) und
R9 ist
CH2OH oder eine Gruppe, die ausgewählt ist
der Gruppe bestehend aus Gruppen (A') bis (D');
Verbindungen, in denen
X
eine ganze Zahl zwischen 9 und 13 ist,
R2 Substituent
(a) ist (worin Y eine ganze Zahl zwischen 11 und 15 ist),
R3 und R6 H sind,
R4 und R5 OH sind,
R7 und R8 sind jeweils
H oder OH (aber R7 und R8 sind
nicht beide derselbe Substituent) und
R9 ist
H, CH3 oder CH2OH;
Verbindungen,
in denen
X eine ganze Zahl zwischen 21 und 25 ist,
R2 Substituent (b) ist (worin Y eine ganze
Zahl zwischen 11 und 15 ist),
R3 und
R6 H sind,
R4 und
R5 OH sind,
R7 und
R8 sind jeweils H oder OH (aber R7 und R8 sind nicht
beide derselbe Substituent) und
R9 ist
CH2OH oder eine Gruppe, die ausgewählt ist
der Gruppe bestehend aus Gruppen (A') bis (D'); und Verbindungen, in denen
X
eine ganze Zahl zwischen 21 und 25 ist,
R2 Substituent
(b) ist (worin Y eine ganze Zahl zwischen 11 und 15 ist),
R3, R6 und R8 H sind,
R4,
R5 und R7 OH sind
und
R9 ist CH2OH.
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Bevorzugte
Verbindungen als effektive Komponenten von therapeutischen Mitteln
gemäß der vorliegenden
Erfindung umfassen:
(2S,3S,4R)-1-(α-D-Galactopyranosyloxy)-2-hexacosanoylamino-3,4-octadecandiol
(KRN7000),
(2S,3R)-1-(α-D-Galactopyranosyloxy)-2-tetradecanoylamino-3-octadecanol (AGL-517),
(2S,3R)-1-(α-D-Glucopyranosyloxy)-2-tetradecanoylamino-3-octadecanol (AGL-563),
(2S,3R)-1-(6'-Deoxy-α-D-galactopyranosyloxy)-2-tetradecanoylamino-3-octadecanol
(AGL-571),
(2S,3R)-1-(β-L-Arabinopyranosyloxy)-2-tetradecanoylamino-3-octadecanol (AGL-577),
O-α-D-Galactopyranosyl-(1→6)-O-α-D-galactopyranosyl-(1→1)-(2S,3S,4R)-2-amino-N-hexacosanoyl-1,3,4-octadecantriol
(AGL-586),
O-α-D-Galactopyranosyl-(1→6)-O-α-D-glucopyranosyl-(1→1)-(2S,3S,4R)-2-amino-N-hexacosanoyl-1,3,4-octadecantriol
(AGL-584),
O-α-D-Galactopyranosyl-(→2)-O-α-D-galactopyranosyl-(1→1)-(2S,3S,4R)-2-amino-N-[(R)-2-hydroxytetracosanoyl]-1,3,4-octadecantriol (S1140B-9),
O-β-D-Galactofuranosyl-(1→3)-O-α-D-galactopyranosyl-(1→1)-(2S,3S,4R)-2-amino-N-[(R)-2-hydroxytetracosanoyl]-1,3,4-octadecantriol (719-7)
und
O-(N-Acetyl-2-amino-2-deoxy-α-D-galactopyranosyl-(1→3)-O-[α-D-glucopyranosyl-(1→2)-O-α-D-galactopyranosyl-(1→1)-(2S,3S,4R)-2-amino-N-[(R)-2-hydroxytetracosanoyl]-1,3,4-octadecantriol (STL-8).
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Eine
besonders bevorzugte Verbindung, die als aktiver Bestandteil in
therapeutischen Mitteln gemäß der vorliegenden
Erfindung eingesetzt wird, ist (2S,3S,4R)-1-(α-D-Galactopyranosyloxy)-2-hexacosanoylamino-3,4-octadecandiol
(KRN7000).
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Die
Verbindungen der Formel (I) können
in Form von pharmazeutisch akzeptablen nichttoxischen Salzen davon
sein. Salze von Formel (I) umfassen Säureadditionssalze wie etwa
Salze mit anorganischen Säuren (z.B.
Salzsäure,
Schwefelsäure,
Salpetersäure
und Phosphorsäure)
oder mit organischen Säuren
(z.B. Essigsäure,
Propionsäure,
Maleinsäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Zitronensäure, Bernsteinsäure, Weinsäure, Fumarsäure, Glutaminsäure, Pantothensäure, Laurylsulfonsäure, Methansulfonsäure und
Phthalsäure).
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Die
Verbindungen der Formel (I) können
in Form von Solvaten davon (z.B. Hydraten) sein.
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Die
Verbindungen der Formel (I) können
durch irgendeine zielgerichtete Methode zur Synthetisierung von α-Glycosylceramiden
hergestellt werden.
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Zunächst wird
eine Ceramidgruppe synthetisiert unter Verwendung von D-Lyxose als
Ausgangsmaterial, anschließend
wird ein Zucker in dieses Ceramid eingeführt unter Herstellung von Verbindungen
nach Formel (I). Ein allgemeines Verfahren zur Synthetisierung derartiger α-Glycosylceramide kann
beispielsweise in WO 93/5055, WO 94/2168, WO 94/9020 und WO 94/24142
gefunden werden.
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Die
Verbindungen der Formel (I) können
auch aus natürlichen
Produkten (z.B. biologischen Organismen) isoliert werden und mittels
Säulenchromatografie
oder dergleichen gereinigt werden.
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Verwendung der Verbindungen
nach Formel (I)
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Die
vorliegenden Erfinder haben gefunden, daß die Antitumor zytotoxische
Aktivität
von NKT-Zellen gegen Tumorzellen verstärkt wurde, wenn KRN7000, eine
repräsentative
Verbindung gemäß der vorliegenden Erfindung,
an RAG-1KO/Vα14tg/Vβ8.2tg Mäuse verabreicht
wurde (Pharmakologisches Testbeispiel 1).
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Die
vorliegenden Erfinder haben gefunden, daß α-Glycosylceramide die Anzahl
von NKT-Zellen merklich erhöhen,
insbesondere Vα14+-NKT-Zellen und Vα24+-NKT-Zellen
(Pharmakologische Testbeispiele 2, 6 und 9). Es konnte gezeigt werden,
daß Maus
Vα14+-NKT-Zellen und menschliche Vα24+-NKT-Zellen an einer Vielzahl von durch
verschiedene ursächliche
Gene und genetische Hintergründe
verursachte Autoimmunkrankheiten involviert sind, was nahegelegt
wird durch Befunde, daß Vα14+-NKT-Zellen in Autoimmunkrankheits-Modellmäusen abnehmen,
daß Vα24+JαQα-T-Zellen
bei Sklerosepatienten verschwinden und daß Vα24+-NKT-Zellen
in Patienten mit fortgeschrittener Typ I-Diabetes stark abnehmen
(M.A. Mieza et al., J. Immunol., 156, 4035 (1996); Y. Makino et
al., Clin. Immunol., 28, 1487 (1996); T. Sumida et al., J. Exp.
Med., 182, 1163 (1995); Wilson et al., Nature, 391, 177 (1998)).
Die vorliegenden Erfinder haben auch gefunden, daß wenn KRN7000
an MRL lpr/lpr Mäuse,
die als Modellmäuse
für menschlichen
systemischen Lupus erythematosus angesehen werden (Sakamoto, A.
Clin. Immunol., 28, 1558 (1996)), verabreicht wird, abnormale Schwellungen
der axiliären
und inguinalen Lymphknoten (Akkumulierung von abnormalen Lymphozyten)
unterdrückt
wurde (Pharmakologisches Testbeispiel 3). Die abnormale Schwellung
von Lymphknoten ist ein charakteristisches Symptom, das beim Altern
von MRL lpr/lpr Mäusen
beobachtet wird.
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"NKT-Zellen", wie hierin verwendet,
umfassen menschliche Vα24+-NKT-Zellen und Maus Vα14+-NKT-Zellen.
Menschliche Vα24+-NKT-Zellen sind eine Untergruppe menschlicher
Vα24JαQα-T-Zellen und
bedeuten Vα24+ doppelt negative (CD4–CD8–)
T-Zellen (P. Dellabona et al., J. Exp. Med., 180, 1171 (1994)).
Weiterhin umfassen die Begriffe "NKT-Zellaktivierung" oder "Aktivierung von NKT-Zellen" die Verstärkung der
zytotoxischen Aktivität
und Stimulierung von NKT-Zellproliferation.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung kann die Verbindung nach Formel (I) oder ein Salz oder
Solvat davon eingesetzt werden zur Herstellung eines therapeutischen
Mittels für
Autoimmunkrankheiten. Der Begriff "Autoimmunkrankheiten" wie hierin verwendet umfaßt systemischen
Lupus erythematosus, systemische Sklerose, Colitis ulcerosa, Multiple
Sklerose, Encephalomyelitis, Typ I-Diabetes, chronischen artikulären Rheumatismus,
Sjoegren-Syndrom, primäre
biliäre
Zirrhose, idiopathische thrombocytopenische Purpura, Autoimmunhämolytische
Anämie,
Myastenia gravis, sympathetische Ophthalmie, Goodpasture-Syndrom
(z.B. glomeruläre
Nephritis), perniziöse
Anämie
und Hashimoto-Syndrom. Der Begriff "Behandlung" oder "Therapie" wie hier hierin verwendet umfaßt "Prävention".
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Die
Verbindung der Formel (I) oder ein Salz oder Solvat davon und IL-12
können
in geeignete Dosierungsformen formuliert werden, abhängig von
der medizinischen Behandlung, Verabreichungsroute und Zweck der
Verabreichung, z.B. injizierbare Mittel, Suspensionen, Emulsionen,
Salben, Cremes, Tabletten, Kapseln, Granulate, Pulver, Pillen, Körner, Pastillen,
Formulierungen zur rektalen Verabreichung, ölige Suppositorien und wasserlösliche Suppositorien.
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Diese
verschiedenen pharmazeutischen Formulierungen können mittels konventioneller
Verfahren unter Verwendung der folgenden pharmazeutisch akzeptablen
Träger
oder dergleichen hergestellt werden: Auszugsmittel wie etwa Lösungsmittel
(z.B. Wasser, physiologische Salzlösung), Massemittel und Füllmittel
(z.B. Lactose, Stärke,
kristalline Cellulose, Mannit, Maltose, Kalziumhydrogenphosphat,
Weichkieselsäureanhydrid und
Kalziumcarbonat), Hilfsmittel wie etwa Löslichmacher (z.B. Ethanol und
Polysolvate), Bindemittel (z.B. Stärke, Polyvinylpyrrolidin, Hydroxypropylcellulose,
Ethylcellulose, Carboxymethylcellulose und Gummi arabikum), Desintegrationsmittel
(z.B. Stärke
und Carobxymethylcellulosekalzium), Gleitmittel (z.B. Magnesiumstearat,
Talk und hydriertes Öl),
Stabilisatoren (z.B. Lactose, Mannit, Maltose, Polysolvate, Macrogol
und Polyoxyethylen-hydriertes Castoröl), isotonische Mittel, Benetzungsmittel,
Gleitmittel, Dispersionsmittel, Puffer und Löslichmacher, und Additive wie
Antioxidantien, Konservierungsmittel, Geschmacksstoffe und Aromastoffe, Analgetika,
Stabilisatoren, Färbemittel
und Süßmittel.
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Falls
nötig können auch
Glycerin, Dimethylacetamid, 70 %iges Natriumlactat, Tenside und
alkalische Substanzen (z.B. Ethylendiamin, Ethanolamin, Natriumcarbonat,
Arginin, Meglumin und Trisaminomethan) den verschiedenen pharmazeutischen
Formulierungen ebenfalls zugefügt
werden.
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In
der vorliegenden Erfindung können
die Verbindung der Formel (I) und IL-12 über jeden denkbaren Weg verabreicht
werden, zum Beispiel im Fall von Tieren durch intraperitoneale oder
subkutane Verabreichung, durch intravenöse oder intra-arterielle Verabreichung
und lokale Verabreichung durch Injektion. Weiterhin kann im Fall
von Menschen eine intravenöse
oder intra-arterielle Verabreichung, eine lokale Verabreichung durch
Injektion, eine intraperitoneale oder Intrathorax-Verabreichung,
eine subkutane Verabreichung, eine intramuskuläre Verabreichung, eine sublinguale
Verabreichung, eine perkutane Absorption oder rektale Verabreichung
verwendet werden. Die intravenöse
Verabreichung wird besonders bevorzugt.
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Individuelle
effektive Bestandteile in Therapeutika der vorliegenden Erfindung
können
kontinuierlich oder beabstandet, abhängig von den individuellen
Situationen, verabreicht werden. Tatsächliche Dosierungen werden
abhängig
von einer Vielzahl von Faktoren, wie z.B. dem Verabreichungsweg,
bestimmt, den Bedingungen des Patienten, wie z.B. Alter, Körpergewicht,
Geschlecht und Empfindlichkeit, Zeitpunkt der Verabreichung und
anderen Medikamenten, die zusätzlich
genommen werden. Eine tägliche
Dosis der Verbindungen der Formel (I) und IL-12 für einen
erwachsenen Menschen für
z.B. eine intravenöse
Verabreichung liegt allgemein zwischen 0,001 und 10 mg, vorzugsweise
zwischen 0,01 und 1 mg. Die Verbindung der Formel (I) wird vorzugsweise
in gefriergetrocknete Präparationen
formuliert, die vorzugsweise mit Injektionsgrad destilliertem Wasser direkt
vor der Verabreichung an den Patienten gelöst werden.
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Beispiele
-
Die
vorliegende Erfindung wird weiter durch die folgenden Beispiele
illustriert.
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Synthese, Isolierung und
Reinigung der Verbindungen
-
Beispiel 1: Synthese von
(2S,3S,4R)-1-(α-D-Galactopyranosyloxy)-2-hexacosanoylamino-3,4-octadecandiol (KRN7000)
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Die
Synthetisierungsschritte sind in 10 und 11 dargestellt.
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(1) Synthese von Verbindung
G1
-
Schwefelsäure (0,5
ml) wurde zu einer Lösung
aus D-Lyxose (200 g, 1,33 mol) in Aceton (3,0 l), die mit Kalziumchlorid
getrocknet worden war, zugefügt
und die Mischung wurde 18 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Molekularsiebe
4A Pulver (100 g) wurde zugefügt,
die Reaktionsmischung wurde neutralisiert, dann mit Celite gefiltert,
und der resultierende Rest wurde mit Aceton gewaschen. Das Filtrat
und die Waschung wurden kombiniert und unter Vakuum konzentriert,
um ein Rohprodukt von G1 zu erhalten. Ertrag 240 g (95 %). Das Produkt
wurde für
den nächsten
Schritt ohne weitere Reinigung verwendet. Eine Probe für einen
Assay wurde durch Silicagelchromatografie unter Verwendung von Hexan:Aceton
(9:1) als Elutionslösungsmittel
gereinigt.
Smp. 76–78°C; FDMS m/z
191(M+1)+; 1H-NMR
(500 MHz, CDCl3) δ 5,45 (1H, d, J=1, 8Hz), 4,83
(1H, dd, J=3,7, 5,5Hz), 4,64 (1H, d, J=6,1Hz), 4,27–4,30 (1H,
m), 3,90–3,99
(2H, m), 1,48 (3H, s), 1,32 (3H, s)
-
(2) Synthese von Verbindung
G2
-
Pyridin
(10 ml) und Tritylchlorid (39,0 g) wurden zu einer Methylenchloridlösung (168
ml) der Verbindung G1 (239 g, ungefähr 1,26 mmol) zugefügt und die
Mischung wurde 4 Stunden bei 32°C
gerührt.
Ethanol (8 ml) wurde tropfenweise zugefügt und die Mischung wurde für 2 Stunden
bei Raumtemperatur gerührt.
Nach einem Waschen mit einer wäßrigen gesättigten
Ammoniumchloridlösung,
einer wäßrigen gesättigten
Natriumhydrogencarbonatlösung
und einer Salzlösung
wurde eine Konzentration unter Vakuum durchgeführt. Der resultierende Rest
wurde in Ethylacetat gelöst,
auf 0°C
abgekühlt
und dann kristallisiert. Ertrag 501 g (87 % von D-Lyxose).
Smp.
174–176°C; FDMS m/z
432M+; 1H-NMR (500
MHz, CDCl3) δ 7,21–7,49 (15H, m), 5,38 (1H, d,
J=2,4Hz), 4,75 (1H, dd, J=3,7, 6,1Hz), 4,59 (1H, d, J=6,1Hz), 4,31–4,35 (1H,
m), 3,43 (1H, dd, J=4,9, 9,8Hz), 3,39 (1H, dd, J=6,7, 9,8Hz), 1,29
(3H, s), 1,28 (3H, s)
-
(3) Synthese von Verbindung
G3
-
Zu
einer THF-Lösung
(1.500 ml) von Tridecantriphenylphosphoniumbromid (962 g, 1,16 mol;
hergestellt durch Erwärmen
von 1-Bromtridecan und Triphenylphosphin für 4,5 Stunden bei 140°C) wurde
eine 2,5 M Hexanlösung
von n-Butyllithium (462 ml, 366 mmol) tropfenweise bei 0°C unter einer
Argonatmosphäre
zugefügt.
Die Mischung wurde 15 Minuten gerührt, dann wurde eine THF-Lösung (450 ml) der Verbindung
G2 (250 g, 579 mmol) tropfenweise zugefügt. Diese Mischung wurde 18
Stunden gerührt,
während
die Temperatur graduell auf Raumtemperatur erhöht wurde. Die Reaktionslösung wurde
im Vakuum konzentriert, eine Mischung aus Hexan:Methanol:Wasser
(10:7:3, 1.000 ml) wurde dem Rest zugefügt, und die Mischung wurde mit
einer wäßrigen gesättigten
Ammoniumchloridlösung
gewaschen. Die Wasserschicht wurde mit Hexan extrahiert (500 ml).
Alle organischen Schichten wurden kombiniert, über wasserfreiem Magnesiumsulfat
getrocknet und dann im Vakuum konzentriert, um ein Rohprodukt der
Verbindung G3 zu erhalten. Das Produkt wurde für den nächsten Schritt ohne weitere
Reinigung verwendet. Ertrag 339 g (98 %). Eine Probe für den Assay wurde
durch Silicagelchromatografie unter Verwendung von Hexan:Ethylacetat
(9:1) als Elutionslösungsmittel gereinigt.
FDMS
m/z 598M+; 1H-NMR
(500 MHz, CDCl3) δ 7,21–7,45 (15H, m), 5,48–5, 59 (2H,
m), 4,91 (0,7H, t, J=7, 3Hz), 4,44 (0, 3H, t, J=7,3Hz), 4,26 (0,3H,
dd, J=4,3, 7,3Hz), 4,21 (0,7H, dd, J=4,3, 6,7Hz), 3,75 (0,7H, m), 3,69
(0,3H, m), 3,24 (0,3H, dd, J=4,9, 9,8Hz), 3,17 (0,7H, dd, J=4,9,
9,8Hz), 3,09–3,14
[1H, (3,11, dd, J=4,9, 9,2Hz) H1bEüberlappend], 1,75–2,03 (2H,
m), 1,49 (3H, s), 1,39 und 1,38 (3H, jeweils s), 1,21–1,34 (20H,
m), 0,88 (3H, t, J=6,7Hz)
-
(4) Synthese von Verbindung
G4
-
Zu
einer Methylenchloridlösung
(1.500 ml) von Verbindung G3 (338 g, ungefähr 565 mol) wurde Pyridin (500
ml) zugefügt
und Methansulfonylchlorid (49 ml, 633 mmol) wurde tropfenweise zugefügt. Die
Mischung wurde 24 Stunden bei 31°C
gerührt.
Ethanol (40 ml) wurde tropfenweise zugefügt und die Mischung wurde 1
Stunde bei Raumtemperatur gerührt.
Nach Konzentration im Vakuum wurde eine Mischung aus Hexan:Methanol:Wasser
(10:7:3, 1.000 ml) zu dem Rest für
eine Abtrennung zugefügt.
Die Wasserschicht wurde 3-mal mit Hexan (200 ml) extrahiert. Alle
organischen Schichten wurden kombiniert, über wasserfreiem Magnesiumsulfat
getrocknet und dann im Vakuum konzentriert, um ein Rohprodukt der
Verbindung G4 zu erhalten. Das Produkt wurde für den nächsten Schritt ohne weitere
Reinigung verwendet. Ertrag 363 g (95 %). Eine Probe für den Assay
wurde durch Silicagelchromatografie unter Verwendung von Hexan:Ethylacetat
(9:1) als Elutionslösungsmittel
gereinigt.
FDMS m/z 676M+; 1H-NMR (500 MHz, CDCl3) δ 7,21–7,47 (15H,
m), 5,41 (0,7H, ddd, J=5,5, 9,2, 11,0Hz), 5,32 (0,7H, bt, J=11,0Hz),
5,22 (0,3H, bdd, J=9,2, 15,0Hz), 5,02 (0,3H, dt, Jt=7,3Hz, Jd=15,0Hz),
4,8 (0,7H, ddd, J=3,1, 5,5, 7,9Hz), 4,73 (0,7H, dd, J=5,5, 9,8Hz),
4,64–4,67
(0,3H, m), 4,61 (0,3H, dd, J=5,5, 9,2Hz), 4,48 (0,7H, dd, J=5,5,
7,9Hz), 4,22 (0,3H, dd, J=5,5, 9,2Hz), 3,55 (0,3H, dd, J=2,4, 11,6Hz),
3, 45 (0,7H, dd, J=3, 2, 11,0Hz), 3,06–3,12 [4H, (3,12, s), (3,11,
s), (3,09, dd, J=3, 1, 11,0Hz)], 1,66–1,82 (2H, m), 1,47 und 1,46
(3H, jeweils s), 1,39 (3H, s), 1,13–1,35 (20H, m), 0,88 (3H, t,
J=6,8Hz)
-
(5) Synthese von Verbindung
G5
-
Zu
einer Methylenchoridlösung
(1.500 ml) der Verbindung G4 (362, ungefähr 563 mol) wurde Methanol (350
ml) zugefügt,
dann wurde konzentrierte Salzsäure
(200 ml) tropfenweise zugefügt.
Die Mischung wurde 5 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Die
Reaktionslösung
wurde durch Zugabe von Natriumhydrogencarbonat neutralisiert, dann
gefiltert. Das Filtrat wurde im Vakuum konzentriert und Ethylacetat
wurde dem resultierenden Rest zugefügt und ein Waschschritt wurde
mit einer Salzlösung
durchgeführt.
Die Wasserschicht wurde mit Ethylacetat extrahiert, alle organischen
Schichten wurden kombiniert, über
wasserfreien Magnesiumsulfat getrocknet, dann im Vakuum konzentriert.
Die Kristallisierung wurde mit Hexan durchgeführt. Ertrag 161 g (70 % von
G2).
Smp. 66–67°C; FDMS m/z
377(M-H2O)+; 1H-NMR (500 MHz, CDCl3+D2O) δ 5,86
(0,3H, dt, Jt=7,3Hz, Jd=14,7Hz), 5,77 (0,7H, dt, Jt=7,3, Jd=10,4Hz),
5,55 (0,3H, br.dd, J=7,3, 14,7Hz), 5,49 (0,7H, bt, J=9,8Hz), 4,91–4,97 (1H,
m), 4,51 (0,7H, bt, J=9,8Hz), 4,11 (0,3H, bt, J=7,3Hz), 3,94–4,03 (2H,
m), 3,67–3,73
[1H, (3,70, dd, J=3,1, 6,7Hz), (3,69, dd, J=3,1, 7,3Hz)], 3,20 und
3,19 (3H, jeweils s), 2,05–2,22
(2H, m), 1,22–1,43
(20H, m), 0,88 (3H, t, J=6,7Hz)
-
(6) Synthese von Verbindung
G6
-
Zu
einer THF-Lösung
(780 ml) der Verbindung G5 (160 g, ungefähr 405 mol) wurde 5 % Palladiumbariumsulfat
(16 g) zugefügt.
Nach Ersatz der Luft in einer Reaktionskammer mit Wasserstoffgas
wurde die Mischung 20 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Die
Reaktionslösung
wurde unter Verwendung von Celite gefiltert, dann mit einer Mischung
aus Chloroform:Methanol (1:1) gewaschen. Das Filtrat und die Waschung
wurden kombiniert und im Vakuum konzentriert. Der resultierende
Rest wurde mit Ethylacetat kristallisiert. Ertrag 146 g (91 %).
[α]23 D+12° (c1, CHCl3/MeOH=1:1); Smp. 124–126°C; FDMS m/z 397(M+1)+; 1H-NMR (500 MHz, CDCl3/CD3OD=1:1) δ 4,93–4,96 (1H,
m, H2), 3,91 (1H, dd, J=6,7, 12,2Hz), 3,85 (1H, dd, J=4, 9, 12,2Hz), 3,54–3,60 (1H,
m), 3,50 (1H, dd, J=1,8, 8,5Hz), 3,19 (3H, s), 1,75–1,83 (1H,
m), 1,53–1,62
(1H, m), 1,21–1,45 (24H,
m), 0,89 (3H, t, J=6,7Hz)
-
(7) Synthese von Verbindung
G7
-
Zu
einer DMF-Lösung
(1.000 ml) der Verbindung G6 (145 g, 365 mol) wurde Natriumazid
(47 g, 730 mmol) zugefügt
und die Mischung wurde 4 Stunden bei 95°C gerührt. Die Reaktionslösung wurde
konzentriert, Ethylacetat wurde dem resultierenden Rest zugefügt und das
Waschen wurde mit Wasser durchgeführt. Die Wasserschicht wurde
wieder mit Ethylacetat extrahiert. Alle organischen Schichten wurden
kombiniert, mit einer Salzlösung
gewaschen, über
wasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet und dann unter Vakuum konzentriert,
um ein Rohprodukt von Verbindung G7 zu erhalten. Ertrag 122 g (97
%). Das Produkt wurde für
den nächsten
Schritt ohne weitere Reinigung verwendet. Ertrag 126 g (95 %). Eine
Probe für
den Assay wurde durch Silicagelchromatografie unter Verwendung von
Hexan:Ethylacetat (9:1) als Elutionslösungsmittel gereinigt.
[α]23 D+16,5° (c0,5, CHCl3/MeOH=1:1); Smp. 92–93°C; FDMS m/z 344 (M+1)+; 1H-NMR (500 MHz,
CD3OD) δ 3,91
(1H, dd, J=3,7, 11,6Hz), 3,75 (1H, dd, J=7,9, 11,6Hz), 3,49–3,61 (3H,
m), 1,50–1,71
(2H, m), 1,22–1,46 (24H,
m), 0,90 (3H, t, J=6,7Hz)
-
(8) Synthese von Verbindung
G8
-
Zu
einer Methylenchloridlösung
(750 ml) der Verbindung G7 (121 g, ungefähr 352 mmol) wurden Pyridin
(250 ml) und Tritylchlorid (124 g, 445 mol) zugefügt und die
Mischung wurde 16 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Ethanol (30 ml) Würde tropfenweise
zugefügt.
Die Mischung wurde 30 Minuten bei Raumtemperatur gerührt, mit
einer wäßrigen gesättigten
Natriumhydrogencarbonatlösung
gewaschen sowie mit einer wäßrigen gesättigten
Ammoniumchloridlösung
und einer Salzlösung, über wasserfreiem
Magnesiumsulfat getrocknet und dann im Vakuum konzentriert. Der
Rest wurde durch Silicagelchromatografie unter Verwendung von Hexan:Ethylacetat
(10:1) als Elutionslösungsmittel
gereinigt. Ertrag 34,4 g (52 % von G6).
[α]24 D+11,9° (c0,9,
CHCl3); FDMS m/z 585M+; 1H-NMR (500 MHz, CDCl3+D2O) δ 7,24–7,61 (15H,
m), 3,62–3,66 (2H,
m), 3,51–3,57
(2H, m), 3,42 (1H, dd, J=6,0, 10,4Hz), 1,23–1,56 (26H, m), 0,88 (3H, t,
J=6,7Hz)
-
(9) Synthese von Verbindung
G9
-
Zu
einer DMF-Lösung
(300 ml) der Verbindung G8 (33,5 g, 57,3 mmol) wurde 60 %iges hydriertes
Natrium (5,5 g, ungefähr
138 mmol als NaH) zugefügt
und die Mischung wurde 40 Minuten bei Raumtemperatur gerührt. Die
Reaktionslösung
wurde auf 0°C
abgekühlt
und Benzylchlorid (15 ml, 120 mmol) wurde tropfenweise zugefügt. Die
Mischung wurde 18 Stunden gerührt,
während
die Temperatur graduell auf Raumtemperatur angehoben wurde. Eiswasser
(100 ml) wurde der Reaktionslösung
zugefügt.
Nachdem die Reaktion beendet war, wurde eine Extraktion unter Verwendung
von Ethylacetat durchgeführt.
Der Extrakt wurde 3-mal mit einer Salzlösung gewaschen und alle organischen
Schichten wurden kombiniert, über
wasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet und dann im Vakuum zum Erhalt
eines Rohprodukt von Verbindung G9 konzentriert. Das Produkt wurde
für den
nächsten
Schritt ohne weitere Reinigung verwendet. Ertrag 42,2 g (96 %).
Eine Probe für den
Assay wurde durch Silicagelchromatografie unter Verwendung von Hexan:Ethylacetat
(100:1) als Elutionslösungsmittel
gereinigt.
[α]24 D+9,8° (c1,0, CHCl3); FDMS m/z 738(M-N2)+; 1H-NMR (500 MHz,
CDCl3) δ 7,07–7,48 (25H,
m), 4,57 (1H, d, J=11,6Hz), 4,44 (1H, d, J=11,6Hz), 4,41 (2H, s),
3,73–3,79
(1H, m), 3,46–3,56
(2H, m), 3,37 (1H, dd, J=8,6, 10,4Hz), 1,20–1,64 (26H, m), 0,88 (3H, t,
J=6, 7Hz)
-
(10) Synthese von Verbindungen
G10 und G11
-
Zu
einer 1-Propanollösung
(250 ml) der Verbindung G9 (41,2 g, ungefähr 54 mmol) wurde Methanol (30
ml) zugefügt
und es wurden weiterhin 5 % Palladiumkohlenstoff (4,1 g) und Ammoniumformat
(27,1 g, 4,3 mol) zugefügt.
Nach einem Rühren
für 16
Stunden bei Raumtemperatur wurde die Mischung mit Ethylacetat verdünnt und
mit Celite gefiltert. Das Filtrat wurde unter Vakuum konzentriert
und der resultierende Rest wurde mit Ethylacetat verdünnt und
3-mal mit einer wäßrigen gesättigten
Natriumhydrogencarbonatlösung
und einer Salzlösung
gewaschen. Alle organischen Schichten wurden kombiniert, über wasserfreiem
Magnesiumsulfat getrocknet und dann im Vakuum konzentriert, um ein
Rohprodukt von G10 zu erhalten. Ertrag 38,9 g (98 %). Das so erhaltene
G10 wurde für
den nächsten
Schritt ohne weitere Reinigung verwendet.
-
Zu
einer Methylenchloridlösung
(300 ml) der Verbindung G10 wurden Hexacosansäure (22,4 g, 56,5 mmol) und
WSC-Hydrogenchlorid
(12,6 g, 64,6 mmol) zugefügt
und die Mischung wurde 2 Stunden unter Erwärmen im Rückfluß gekocht. Die Mischung wurde
auf Raumtemperatur abgekühlt
und im Vakuum konzentriert. Ethylacetat (500 ml) wurde dem Rest
zugefügt,
und das Waschen wurde mit einer wäßrigen 0,5 M Salzsäurelösung, einer
Salzlösung
und einer wäßrigen gesättigten
Natriumhydrogencarbonatlösung
durchgeführt und
weiter mit einer Salzlösung.
Alle organischen Schichten wurden kombiniert, über wasserfreiem Magnesiumsulfat
getrocknet und dann unter Vakuum konzentriert, um ein Rohprodukt
der Verbindung G11 zu erhalten. Ertrag 53,2 g (88 %). Das so erhaltene
G11 wurde für
den nächsten
Schritt ohne weitere Reinigung verwendet. Eine Probe für den Assay
wurde durch Silicagelchromatografie unter Verwendung von Hexan:Ethylacetat (100:1)
als Elutionslösungsmittel
gereinigt.
[α]24 D+5,3° (c0,4, CHCl3); FDMS m/z 1118M+; 1H-NMR (500 MHz, CDCl3) δ 7,20–7,38 (25H,
m), 5,57 (1H, d, J=9,1Hz), 4,80 (1H, d, J=11, 6Hz), 4,48-4,50 (3H,
m), 4,24–4,32
(1H, m), 3,83 (1H, dd, J=3,0, 6,7Hz), 3,43–3,51 (2H, m, H1a), 3,29 (1H,
dd, J=4,3, 9,8Hz), 1,92 (2H, t, J=7,3Hz), 1,28–1,60 (72H, m), 0,88 (6H, t,
J=6, 7Hz)
-
(11) Synthese von Verbindung
G12
-
Zu
einer Methylenchloridlösung
(180 ml) der Verbindung G11 (52,2 g, ungefähr 47 mmol) wurde Methanol
(36 ml) zugefügt,
dann wurde eine 10 %ige Methanolchloridlösung (3,0 ml) tropfenweise
zugefügt
und die Mischung wurde für
2 Stunden bei Raumtemperatur gerührt.
Die Reaktionslösung
wurde mit Natriumhydrogencarbonatpulver (18 g) neutralisiert und
mit Celite gefiltert. Der Rest wurde mit Methylenchlorid gewaschen.
Das Filtrat und die Waschung wurden kombiniert und mit einer Salzlösung gewaschen.
Die organische Schicht wurde über
wasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet und dann unter Vakuum konzentriert.
Der Rest wurde in Aceton unter Erwärmen gelöst und die Lösung wurde
auf 0°C
abgekühlt
und durch Präzipitation
gereinigt. Ertrag 38,6 g (77 % von G9).
[α]24 D-29,7° (c0,7,
CHCl3); Smp. 75–76,5°C; FDMS m/z 876M+; 1H-NMR (500 MHz, CDCl3) δ 7,30–7,47 (10H, m),
6,03 (1H, d, J=7,9Hz), 4,72 (1H, d, J=11,6Hz), 4,66 (1H, d, J=11,6Hz),
4,61 (1H, d, J=11,6Hz), 4,45 (1H, d, J=11,6Hz), 4,12–4,17 (1H,
m), 4,00 (1H, dt, Jt=4,3, Jd=7,3Hz), 3,67–3,72 (2H, m), 3,61 (1H, ddd,
J=4,3, 8,6, 11,6Hz), 1,94–2,05
(2H, m), 1,15–1,69
(72H, m), 0,88 (6H, t, J=6,1Hz)
-
(12) Synthese von Verbindung
G13
-
- 1) 2,3,4,6-Tetra-O-benzyl-D-galactopyranosylacetat
(79,8 g) wurden in einer Mischung aus Toluol (160 ml) und Isopropylether
(520 ml) gelöst
und die Lösung
wurde auf -10 bis 0°C
abgekühlt.
Zu dieser Lösung
wurde eine Isopropyletherlösung
(2,8 mmol/ml, ungefähr
100 ml), enthaltend 2,0 Äquivalentvolumen
von HBr, zugefügt.
Nach einem Rühren
für ungefähr 90 Minuten
bei -10 bis 0°C
wurde eine wäßrige 5
%ige Natriumhydrogencarbonatlösung
in die Reaktionslösung
gegossen und überschüssiges HBr
wurde durch Rühren neutralisiert.
Das gesamte Volumen wurde in einen Trenntrichter für die Auftrennung übertragen,
dann wurde die wäßrige Schicht
verworfen und das Waschen wurde 2-mal mit einer wäßrigen 10
%igen Natriumchloridlösung
durchgeführt.
Nach einer Konzentration im Vakuum wurde 2,3,4,6-Tetra-O-benzyl-D-galactopyranosylbromid
(GalBr) als Sirup erhalten.
- 2) DMF (140 ml), dann eine Toluollösung (250 ml) von GalBr (ungefähr 137 mmol)
wurden zu einer Toluollösung
(420 ml) der Verbindung G12 (60,0 g, 68,6 mmol), Tetrahexylammoniumbromid
(89,4 g, 206 mmol) und Molekularsieben 4A (60 g) zugefügt. Die
Mischung wurde 72 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Methanol (12 ml) wurde
der Reaktionslösung
zugefügt
und die Mischung wurde 2 Stunden gerührt. Auf die Filtration mit
Celite und das Waschen mit einer wäßrigen gesättigten Natriumhydrogencarbonatlösung und einer
Salzlösung
folgte ein Trocknen über
wasserfreiem Magnesiumsulfat und Konzentration im Vakuum. Acetonitril
wurde dem resultierenden Rest zugefügt und die Mischung wurde 2
Stunden gerührt.
Das resultierende Präzipitat
wurde im Vakuum getrocknet, um ein Trockenpulver zu erhalten. Dieses
Pulver wurde durch Silicagelchromatografie unter Verwendung von
Hexan:Ethylacetat (8:1) als Elutionslösungsmittel gereinigt. Ertrag
70,9 g (74 %).
[α]24 D+18,8° (c0,9, CHCl3); Smp. 74–75°C; FDMS m/z 1399(M+1)+; 1H-NMR (500 MHz,
CDCl3) δ 7,21–7,37 (30H,
m), 6,12 (1H, d, J=9,0Hz), 4,91 (1H, d, J=11,6Hz), 4,84 (1H, d,
J=3,7Hz), 4,72–4,80
(4H, m), 4,35–4,65
(7H, m), 4,12–4,18
(1H, m), 3,99–4,05
(2H, m), 3,84–3,93
(4H, m), 3,73 (1H, dd, J=3,7, 11,0Hz), 3,47–3,51 (2H, m), 3,42 (1H, dd,
J=6,1, 9,1Hz), 1,87–1,99
(2H, m), 1,18–1,70
(72H, m), 0,88 (6H, t, J=7,4Hz)
-
(13) Synthese von Verbindung
KRN7000
-
Verbindung
G13 (60,0 g, 42,9 mmol) wurde zu Ethanol (960 ml) zugefügt, um eine
Suspension zu ergeben, zu der eine Ethanolsuspension von 20 %igem
Hydroxypalladium (6,0 g) zugefügt
wurde. Weiterhin wurde eine Wasserstoffquelle, 4-Methylcyclohexen
(120 ml, 93,5 mmol) zugefügt.
Nach einem Kochen unter Rückfluß für 4 Stunden
unter Erwärmen
wurde die Filtration durchgeführt
und das Lösungsmittel
entfernt. Der Rest wurde mit erwärmtem
Ethanol gewaschen. Man ließ das
Filtrat bei Raumtemperatur stehen, um ein weißes Präzipitat zu erhalten, und das
Präzipitat
wurde gefiltert und im Vakuum getrocknet. Das resultierende Pulver
wurde in Ethanol:Wasser (92:8, 3,5 l) suspendiert und durch Wärme unter
Rühren
gelöst.
Man ließ die
Lösung
stehen, um wiederum das Präzipitat
zu erhalten. Die Lösung
mit dem Präzipitat
wurde gefiltert und der Filtratkuchen wurde im Vakuum getrocknet,
um ein weißes
Pulver zu erhalten. Ertrag 35,0 g (95 %).
[α]23 D+43,6° (c1,0,
Pyridin); Smp. 189,5–190,5°C; negative
FABMS m/z 857(M-H)–; IR (cm–1,
KBR) 3300, 2930, 2850, 1640, 1540, 1470, 1070; 1H-NMR
(500 MHz, C5D5N) δ 8,47 (1H,
d, J=8,5Hz), 5,58 (1H, d, J=3, 7Hz), 5,27 (1H, m), 4,63–4,70 (2H,
m), 4,56 (1H, m), 4,52 (1H, t, J=6,1Hz), 4,37–4,47 (4H, m), 4,33 (2H, m),
2,45 (2H, t, J=7,3Hz), 2,25–2,34
(1H, m), 1,87–1,97
(2H, m), 1,78–1,85
(2H, m), 1,62–1,72
(1H, m), 1,26–1,45
(66H, m), 0,88 (6H, t, J=6,7Hz); 13C-NMR
(125 MHz, C5D5N) δ 173,2 (s),
101,5 (d), 76,7 (d), 73,0 (d), 72,5 (d), 71,6 (d), 71,0 (d), 70,3
(d), 68,7 (t), 62,7 (t), 51,4 (d), 36,8 (t), 34,4 (t), 32,1 (t),
30,4 (t), 30,2 (t), 30,03 (t), 30,00 (t), 29,93 (t), 29,87 (t),
29,81 (t), 29,76 (t), 29, 6 (t), 26,5 (t), 26,4 (t), 22,9 (t), 14,3
(q)
-
Beispiel 2: Isolierung
und Reinigung von O-α-D-Galactopyranosyl-(1→2)-O-α-D-galatopyranosyl-(1→1)-(2S,3S,4R)-2-amino-N-[(R)-2-hydroxytetracosanoyl]-1,3,4-octadecantriol (S1140B-9)
-
Ein
gefriergetrocknetes Pulver (447,1 g) von Schwämmen, die in einer Tiefe von
15-25 m aus dem Meer nahe Kume Island der Okinawa Präfektur geerntet
wurden, wurde mit einer Mischung aus Chloroform und Methanol extrahiert,
dann wurde die extrahierte Flüssigkeit
im Vakuum konzentriert, um 51,28 g Extrakt zu erhalten. Der Extrakt
wurde mit Ethylacetat und Wasser geteilt und die obere Schicht und
die Mittelschicht wurden über
wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und im Vakuum konzentriert,
um 18,37 g bzw. 9,44 g der Fraktionen zu erhalten. Eine Alkoholschicht,
die durch das Teilen der Fraktion erhalten wurde, erhalten von der oberen
Schicht mit 10 %igem wäßrigen Methanol
und n-Hexan, und die Fraktion erhalten von der mittleren Schicht
wurden kombiniert und konzentriert. Durch Wiederholung der Silicagelchromatografie
wurden 169,9 mg einer einzelnen aktiven Komponente auf Normalphasen-DC
erhalten. Die weitere Reinigung wurde durch Umkehrphasen-HPLC unter
Verwendung einer ODS-AM-Säule
(einem Produkt von YMC, 250 mm × 20
mm Durchmesser, Methanol, 9,0 ml/min) (Retentionszeit: 30,3 min)
durchgeführt,
um 10,2 mg der gereinigten Titelverbindung (S1140B-9) zu erhalten.
-
Die
Titelverbindung kann auch durch das von F. Cafieri et al., Liebigs
Ann. Chem. 1995, 1477–1481, beschriebene
Verfahren isoliert und gereinigt werden.
negative FABMS m/z
1007[(M-H)–];
IR; 1H-NMR (500 MHz, C5D5N, 24°C) δ (ppm) 8,55
(1H, d, J=9,2Hz, NH), 5,60 (1H, d, J=3,7Hz, H1''),
5,57 (1H, d, J=3,7Hz, H1'''), 5,13 (1H, m, H2), 4,75 (1H, dd, J=3,7,
10,4Hz, H2''), 4,62 (2H, m),
4,54 (4H, m), 4,25–4,47
(10H, m), 2,17 (2H, m), 1,99 (1H, m), 1,87 (2H, m), 1,75 (1H, m),
1,65 (2H, m), 1,12–1,49
(60H, m), 0,85 (6H, m, terminales Methyl); 13C-NMR
(125 MHz, C5D5N,
45°C) δ (ppm) 175,5 (s,
C1'), 99,5 (d, C1'''),
98,6 (d, C1''), 76,7 (d, C2''), 76,0 (d, C3), 72,8 (d, C4), 72,6
(d, C5''), 72,6 (d, C4''), 72,5 (d, C2), 71,3 (d, C3'''),
7,10 (d), 70,8 (d), 70,5 (d, C2'''), 69,7 (d, C3''),
68,6 (t, C1), 62,7 (t), 62,5 (t), 51,2 (t, C2), 39,4 (t), 35,6 (t),
33,7 (t), 32,2 (t), 30,5 (t), 30,3 (t), 30,1 (t), 30,0 (t), 29,7
(t), 29,6 (t), 26,7 (t), 26,0 (t), 23,0 (t), 22,9 (t), 14,3 (q,
terminales Methyl)
-
Beispiel 3
-
Die
folgenden Verbindungen wurden gemäß den in den der rechten Spalte
angegebenen Referenzen synthetisiert.
-
-
-
Beziehungen
zwischen den Verbindungen der Formel (I) und den in dem oben erwähnten Beispiel
beschriebenen Verbindungen sind in Tabelle 1 dargestellt. Tabelle
1
-
Biologischer Test
-
Pharmakologisches Testbeispiel
1: Verstärkende
Wirkung von KRN7000 auf die zytotoxische Aktivität von NKT-Zellen gegen Tumorzellen
(diese Verwendung ist nicht gemäß der vorliegenden
Erfindung)
-
Das
folgende Experiment wurde unter Verwendung der Verbindung von Beispiel
1 (KRN7000) als repräsentative
glycosidische Verbindung der vorliegenden Erfindung durchgeführt.
-
Ein
Vehikel (physiologische Salzlösung,
enthaltend 0,025 Polysolvat 20) oder 100 μg/kg KRN7000 wurde intravenös an RAG-1KO/Vα14tg/Vβ8.2tg Mäuse verabreicht
(die eine große
Zahl von NKT-Zellen in ihrer Lymphozytenfraktion jedoch nicht B-Zellen,
T-Zellen oder NK-Zellen tragen), und 24 Stunden später wurde die
Milz von jeder Maus entnommen, um Milzzellen durch konventionelle
Verfahren herzustellen. Die RAG-1KO/Vα14tg/Vβ8.2tg Mäuse wurden durch Deletion des
RAG-1-Gens und erzwungene
Expression der Vα14
und Vβ8.2
Gene etabliert (T. Kawano et al., Science, 278, 1626-1629 (1997)).
Diese Mäuse
sind von Masaru Taniguchi, School of Medicine, Chiba Universität erhältlich.
Die zytotoxische Aktivität
dieser Milzzellen gegenüber
Mauslymphom YAC-1-Zellen wurde durch das 4-Stunden-51Cr-Freisetzungsverfahren
untersucht (E. Kobayashi et al., Oncology Res., 7, 529 (1955)).
Die Ergebnisse sind in 1 dargestellt.
-
Wie
in 1 gezeigt, war die zytotoxische Aktivität gegen
YAC-1-Zellen signifikant höher
bei den Milzzellen, die von den Mäusen hergestellt wurden, denen
KRN7000 verabreicht worden war, als bei denjenigen, die von Mäusen hergestellt
wurden, denen das Vehikel verabreicht wurde.
-
Diese
Ergebnisse zeigen an, daß KRN7000
die zytotoxische Aktivität
von Milz-NKT-Zellen gegen Tumorzellen erhöht, wenn man in Betracht zieht,
daß RAG-1KO/Vα14tg/Vβ8.2tg Mäuse eine
große
Anzahl von NKT-Zellen jedoch nicht B-Zellen, T-Zellen oder NK-Zellen
in der Lymphozytenfraktion der Milzzellen tragen.
-
Die
oben erwähnten
Ergebnisse zeigen an, daß KRN7000
eine Fähigkeit
zur Verstärkung
der lytischen Aktivität
von NKT-Zellen gegen
Tumorzellen aufweist.
-
Pharmakologisches Testbeispiel
2: Stimulation der Milz-NKT-Zellproliferation
durch KRN7000
-
Ein
Vehikel (physiologische Salzlösung,
enthaltend 0,5 Polysolvat 20) oder 1, 10 oder 100 ng/kg KRN7000
wurde intravenös
an C57BL/6 Mäuse
(Japan SLC, Inc.) verabreicht und die Milz der individuellen Mäuse wurde
nach 24 Stunden entnommen, um Milzzellen durch konventionelle Verfahren
herzustellen. Diese Milzzellen wurden in einer Kunststoffschale
30 Minuten inkubiert, um nichtadhärente Zellen herzustellen. Durch
Entfernung der B-Zellen bei diesen nichtadhärenten Zellen wurde eine Lymphozytenfraktion
hergestellt. T-Zellen, NK-Zellen, NKT-Zellen und Vα14+-NKT-Zellen
in dieser Fraktion wurden durch die 3-Farben-FACS-Analyse unter Verwendung
des FITC-markierten anti-TCR αβ monoklonalen
Antikörpers
(Pharmingen) analysiert, des Zytochrom-markierten anti-NK1.1 monoklonalen
Antikörpers
(Pharmingen) und des PE-markierten anti-Vα14 monoklonalen Antikörpers (2).
Der anti-Vα14
monoklonale Antikörper
wurde durch Implantation des anti-Vα14 monoklonalen Antikörpers, der
Hybridome erzeugt (CMS-1, erhältlich
von Masaru Taniguchi et al., School of Medicine, Chiba Universität) bei Nacktmäusen erhalten
und durch Gewinnen von Aszites von den Tieren zur Reinigung des
Antikörpers.
In den 2A und 2B wurde
die Anzahl von NK1.1-Zellen, TCRαβ-Zellen und Vα14-Zellen
in der Lymphozytenfraktion als Fluoreszenzintensität der markierten
Antikörper
gegen diese Zellen ausgedrückt.
-
Wie
in 2A dargestellt, wurde ein deutlicher
Anstieg der Rate von NK1.1+ TCRαβ+-Zellen
in der Milzlymphozytenfraktion bei Tieren beobachtet, denen 100
ng/kg KRN7000 verabreicht wurde im Vergleich zu Tieren, denen das
Vehikel verabreicht wurde.
-
Wie
in 2B dargestellt, wurde ein Anstieg
der Rate von Vα14+-Zellen bei NK1.1+ TCRαβ+-Zellen deutlich
bei Tieren beobachtet, denen 100 ng/kg KRN7000 verabreicht wurde
im Vergleich zu Tieren, denen das Vehikel verabreicht wurde.
-
Weiterhin,
wie dargestellt in 2C, ist die Zahl
der NK-Zellen in den Milzlymphozytenfraktionen der Mäuse, denen
10 oder 100 ng/kg KRN7000 verabreicht wurde, gleich zu derjenigen
der Mäuse,
denen Vehikel verabreicht wurde. Ein ungefähr 2-facher Anstieg der Zahl
der Lymphozytenfraktionen und T-Zellen wurde jedoch bei den Mäusen beobachtet,
denen KRN7000 verabreicht wurde im Vergleich mit den Mäusen, denen Vehikel
verabreicht wurde. Weiterhin stieg die Zahl der Vα14–-NKT-Zellen
und Vα14+-NKT-Zellen in der Milzlymphozytenfraktion
der Mäuse,
denen KRN7000 verabreicht wurde, ungefähr um das mehr als 3-fache
(Daten nicht dargestellt) und um das mehr als 4-fache im Vergleich
mit denjenigen der Mäuse,
denen Vehikel verabreicht wurde.
-
Weiterhin
zeigten Analysen von T-Zellen, NK-Zellen, Vα14–-NKT-Zellen
und Vα14+-NKT-Zellen in der Leber einen deutlichen
Anstieg der Zahlen der Vα14–-NKT-Zellen
und Vα14+-NKT-Zellen durch eine KRN7000 Verabreichung, ähnlich wie
im Fall der Milz (Daten nicht dargestellt).
-
Die
oben erwähnten
Ergebnisse zeigen an, daß KRN7000
eine Fähigkeit
zur Erhöhung
der Zahl von NKT-Zellen aufweist, insbesondere von Vα14+-NKT-Zellen im Körper.
-
Pharmakologisches Testbeispiel
3: Unterdrückung
der Lymphknotenschwellung bei MRL lpr/lpr Mäusen durch KRN7000
-
Zehn
Tiere pro Gruppe von weiblichen MRL lpr/lpr Mäusen (Sakamoto, A. Clin. Immunol.,
28, 1558 (1966)) wurden für
das folgende Experiment verwendet. Während der Beobachtung von 21
MRL Mäusen,
die im Alter von 6 Wochen erstanden worden waren, wurde ein Anschwellen
der axiliären
Lymphknoten bei einer Maus im Alten von 10 Wochen erkannt. Dementsprechend
wurden die anderen 20 Mäuse
statistisch in 2 Gruppen verteilt. Ein Vehikel (eine physiologische
Salzlösung,
enthaltend 0,025 Polysolvat 20) oder KRN7000 (100 μg/kg) wurde
zweimal pro Woche (am Dienstag und Freitag) den oben erwähnten 2
Tiergruppen, beginnend im Alter von 11 Wochen, intraperitoneal verabreicht.
Axiliäre
und inginuale Lymphknoten wurden zweimal pro Woche überprüft, um das
Fortschreiten der Lymphknotenanschwellung über die Zeit zu beobachten.
Die Lymphknoten wurden in 4 Grade eingeteilt, d.h. –(0), +(1),
++(2) und +++(3), als Funktion der Größe. Die Gesamtbewertungen von
sowohl der rechten als auch der linken Seite des axiliären Lymphknotens
(A) oder des inguinalen Lymphknotens (B) wurden als Lymphknotenschwellungs-Indices,
wie dargestellt in 3, ausgedrückt.
-
Wie
in 3A dargestellt, war das Anschwellen
der axiliären
Lymphknoten bei MRL Mäusen
mit dem Altern durch Verabreichung von KRN7000 deutlich unterdrückt. Weiterhin
war außerdem,
wie in 3B dargestellt, das Anschwellen
der inguinalen Lymphknoten bei MRL Mäusen mit dem Altern ebenfalls
durch Verabreichung von KRN7000 deutlich unterdrückt. Anders ausgedrückt, hat
KRN7000 eindeutig die Fähigkeit,
das Lymphknotenanschwellen bei MRL Mäusen zu unterdrücken.
-
Die
MRL Maus ist eine Modellmaus für
menschlichen systemischen Lupus erythematosus (A. Sakamoto, Clin.
Immun., 28, 1558 (1996)). Die oben erwähnten Ergebnisse zeigen, daß KRN7000
für die
Behandlung von systemischem Lupus erythematosus effektiv ist.
-
Pharmakologisches Testbeispiel
4: Wirkung von KRN7000 auf die Überlebenszeitspanne
von MRL lpr/lpr Mäusen
-
Zehn
Tiere pro Gruppe von weiblichen MRL lpr/lpr Mäusen wurden für das folgende
Experiment verwendet. MRL Mäuse,
die im Alter von 4 Wochen erstanden worden waren, wurden statistisch
auf 2 Gruppen verteilt (10 Tiere pro Gruppe). Ein Vehikel (eine
physiologische Salzlösung,
enthaltend 0,025 Polysolvat 20) oder KRN7000 (100 μg/kg) wurde
zweimal pro Woche (am Dienstag und Freitag) den Tieren, beginnend
im Alter von 5 Wochen, intraperitoneal verabreicht. Das Überleben
der Tiere wurde täglich
beobachtet.
-
Wie
in 4 dargestellt, überlebten drei Mäuse, denen
KRN7000 verabreicht worden war, selbst 350 Tage nach Beginn der
Verabreichung, während
alle Mäuse,
denen das Vehikel verabreicht worden war, innerhalb von 250 Tagen
nach Beginn der Verabreichung starben.
-
Pharmakologisches Testbeispiel
5: Unterdrückung
einer durch 4 %iges DSS induzierten Maus-Colitis durch KRN7000
-
Zehn
Tiere pro Gruppe von CDF1 Mäusen
(6 Wochen alt, weiblich) (Japan SLC Inc.) wurden für das folgende
Experiment verwendet. Tag 0 war als der Tag definiert, an dem eine
4 %ige DSS-Lösung
(4 % (G/V) Dextrannatriumsulfat (DSS), gelöst in Wasser) zum ersten Mal
als Trinkwasser zur Verfügung
gestellt wurde. Die Tiere wurden in 3 Gruppen unterteilt, d.h. eine
Gruppe, der 100 μg/kg
KRN7000 intraperitoneal an den Tagen 1, 5 und 9 verabreicht wurde,
eine Gruppe, der 1 μg/Maus
IL-12 an den Tagen 1, 3, 5, 7 und 9 verabreicht wurde, und eine
unbehandelte (Kontroll) Gruppe. Das Körpergewicht wurde gemessen
und Überleben
oder Tod der Tiere wurde täglich
beobachtet. Veränderungen
im Körpergewicht
und der Überlebensrate
sind in den 5A bzw. 5B dargestellt.
-
Wie
in 5A gezeigt, wurde ein Gewichtsverlust
zu einem extrem frühen
Zeitpunkt in der Gruppe beobachtet, der IL-12 verabreicht wurde
im Vergleich mit der Kontrollgruppe. Der Gewichtsverlust wurde jedoch deutlich
zu einem späteren
Zeitpunkt bei der Gruppe beobachtet, der KRN7000 verabreicht wurde
im Vergleich mit der Kontrollgruppe.
-
Weiter
war, wie dargestellt in 5B, die Überlebenszeitspanne
der mit IL-12 behandelten Mäuse
signifikant kürzer
als diejenige der Kontrollgruppe. Die Überlebenszeitspanne der mit
KRN7000 behandelten Mäuse
war jedoch signifikant länger
als diejenige der Kontrollgruppe.
-
Die
durch 4 %iges DSS induzierte Maus-Colitis ist ein Modell für menschliche
Colitis ulcerosa (C. Elson et al., Gastroenterology, 109, 1344 (1995)).
Dementsprechend zeigen die oben erwähnten Ergebnisse, daß KRN7000
für die
Behandlung der Colitis ulcerosa effektiv ist.
-
Pharmakologisches Testbeispiel
6: Stimulierung der NKT-Zellproliferation
durch Verbindungen mit einer α-Glycosylceramidstruktur
-
Die
Stimulation der NKT-Zellproliferation durch Verbindungen mit einer α-Glycosylceramidstruktur wurde
unter Verwendung von Milzzellen von RAG-1KO/Vα14tg/Vβ8.2tg Mäusen, wie dargestellt im Pharmakologischen
Testbeispiel 1, untersucht.
-
Milzzellen
wurden aus der Milz von RAG-1KO/Vα14tg/Vβ8.2tg Mäusen durch
konventionelle Verfahren hergestellt. Diese Milzzellen wurden mit
2 × 10
6 Zellen/ml in einem RPMI 1640 Medium, supplementiert
mit 10 % FCS, suspendiert und 100 μl von jeder Suspension wurden
in Vertiefungen einer Platte mit rundem Boden und 96 Vertiefungen
plattiert. Zehn unterschiedliche Arten von Verbindungen mit einer α-Glycosylceramidstruktur,
wie dargestellt in
12, wurden den Vertiefungen
der Platten in einer Endkonzentration von 1, 10 oder 100 ng/ml zugefügt und die
Platten wurden 2 Tage inkubiert. 16 Stunden nach der Zugabe von
[
3H] Thymidin (0,5 μCi/Vertiefung) wurden die Zellen
geerntet. Die Menge an [
3H] Thymidin, die
in die Zellen inkorporiert war, wurde durch Flüssigszintillationszählung gemessen.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt. Tabelle
2
-
Wie
in Tabelle 2 dargestellt, wurde für alle obigen Verbindungen
gezeigt, daß sie
eine signifikante Aktivität
zur Stimulierung von einer NKT-Zellproliferation in einer Konzentration
von 100 ng/ml im Vergleich mit der mit Vehikel versetzten Gruppe
aufwiesen.
-
Die
oben erwähnten
Ergebnisse zeigen, daß glycosidische
Verbindungen mit einem α-D-Glycosylceramid
und glycosidische Verbindungen mit einem α-D-Glycosylceramid, worin ein
anderer Zucker an den Zuckerbestandteil gebunden ist, für die Behandlung
von Autoimmunerkrankungen effektiv sind.
-
Pharmakologisches Testbeispiel
7: Unterdrückung
des Ausbruchs einer experimentellen Autoimmun-Encephalomyelitis
durch KRN7000
-
Zehn
Tiere pro Gruppe von C57BL/6 Mäusen
(6 Wochen alte Weibchen) wurden für das folgende Experiment verwendet.
200 μg eines
Teilpeptids eines Myelinoligodendrocytenglycoproteins (MOG33-55)
und 500 μg
Mycobacterium tuberculosis H37Ra wurden zu Freunds inkompletten
Adjuvans zur Herstellung einer Emulsion zugesetzt. Die Mäuse wurden
durch subkutane Injektion dieser Emulsion an Tag 0 und Tag 7 immunisiert.
Weiterhin wurden 500 ng Pertussistoxin intraperitoneal am Tag 1
und am Tag 2 verabreicht, um eine experimentelle Autoimmun-Encephalomyelitis
(EAE) bei Mäusen
zu induzieren. Die Tiere wurden in 2 Gruppen unterteilt, d.h. eine
Gruppe, der 20 μg/kg
KRN7000 intraperitoneal an den Tagen 1, 5, 8, 12 und 15 verabreicht wurde,
und eine Gruppe, der ein Vehikel (0,5 %, Polysolvat 20) auf ähnliche
Weise verabreicht wurde. Das Niveau der EAE-Symptome wurde täglich beobachtet.
Das Niveau der EAE-Symptome von individuellen Mäusen in jeder Gruppe wurde
in 6 dargestellt.
-
Wie
in 6 dargestellt, zeigten bei der Gruppe, der das
Vehikel verabreicht wurde (6A), alle Mäuse einen
Ausbruch von EAE innerhalb von 15 Tagen nach der ersten MOG-Peptidimmunisierung
und 80 % davon starben. Bei der Gruppe, der KRN7000 verabreicht
wurde (6B), zeigten jedoch 4 von 10
Mäusen einen
EAE-Ausbruch und nur 2 von ihnen starben.
-
Die
oben erwähnten
Ergebnisse zeigen, daß KRN7000
den EAE-Ausbruch
bei Mäusen
unterdrückte. EAE
ist ein Modell für
menschliche Multiple Sklerose (MS) (Autoimmune Disease Models, herausgegeben
von I.R. Cohen und A. Miller, Academic Press, Inc. (1994), Kapitel
1, S. 1). Daher zeigen die oben erwähnten Ergebnisse, daß KRN7000
für die
Behandlung der Multiplen Sklerose effektiv ist.
-
Pharmakologisches Testexperiment
8: Unterdrückung
des Ausbruchs von Maus Diabetes durch KRN7000
-
Zehn
Tiere pro Gruppe von NOD/ShiJic (NOD) Mäusen (6 Wochen alte Weibchen)
(Japan Clea, Inc.) wurden für
das folgende Experiment verwendet. NOD Mäuse zeigen den Ausbruch von
Diabetes mit dem Altern. Die Tiere wurden in 2 Gruppen unterteilt,
d.h. eine Gruppe, der 100 μg/kg
KRN7000 intraperitoneal zweimal pro Woche, beginnend in einem Alter
von 7 Wochen verabreicht wurde, und eine unbehandelte Kontrollgruppe.
Die Gegenwart und Abwesenheit von Diabetes-Symptomen wurde wöchentlich überprüft. Das Blutglucoseniveau wurde
unter Verwendung eines Glucometers (Miles Sankyo) gemessen und Mäuse, die
einen Wert von mehr als 200 mg/dl zweimal aufeinanderfolgend zeigten,
wurden als diabetisch diagnostiziert. 7 zeigt die
Inzidenz von Diabetes Mäusen
in beiden Gruppen.
-
Wie
in 7 dargestellt, wurde keine der Mäuse, denen
KRN7000 verabreicht wurde, selbst im Alter von 35 Wochen diabetisch,
während
80 % der Mäuse
in der Kontrollgruppe im Alter von 35 Wochen eine Diabetes bekamen.
-
Die
oben erwähnten
Ergebnisse zeigen, daß KRN7000
den spontanen Ausbruch von Diabetes bei NOD Mäusen unterdrückt. Die
NOC Maus ist ein Modelltier für
menschliche Typ I-Diabetes (Autoimmune Disease Models, herausgegeben
von I.R. Cohen und A. Miller, Academic Press, Inc. (1994), Kapitel
9, S. 149). Die oben erwähnten
Ergebnisse zeigen, daß KRN7000
für die
Behandlung der Typ I-Diabetes effektiv ist.
-
Pharmakologisches Testbeispiel
9: Stimulierung der Vα24+-NKT-Zellproliferation durch KRN7000
-
Periphere
mononukleäre
Blutzellen eines normalen menschlichen Subjekts wurden 4 Tage in
einem AIM-Medium, supplementiert mit 10 % FCS unter Zugabe von GM-CSF
(400 U/ml), IL-4 (200 U/ml) und KRN7000 (100 ng/ml) kultiviert,
um Antigenpräsentierende
Zellen herzustellen.
-
Eine
autologe Mischleukozytenreaktion (MLR) wurde unter Verwendung dieser
Antigen-präsentierenden
Zellen als Stimulatorzellen und autologen peripheren mononukleären Blutzellen
als Responderzellen durchgeführt.
Nach einer Inkubation für
10 Tage wurde IL-2 (5 U/ml) zugefügt, die Inkubation wurde für weitere 4
Tage fortgesetzt und die Zellen wurden geerntet. Als nächstes wurden
CD4, CD8 doppelt negative Zellen aus diesen geernteten Zellen gewonnen
und eine Phänotypanalyse
unterzogen. Die Phänotypanalyse
wurde durch die Fluoreszenzintensität von markierten Antikörpern gegen
Zellen mit verschiedenen Phänotypen
ausgedrückt.
Die Ergebnisse sind in 8 dargestellt.
-
Wie
in 8 dargestellt, wurde gezeigt, daß eine größere Zahl
von Zellen mit dem Phänotyp CD4–CD8–CD3+Vα24+Vβ11+NKRP1A+ (einer Untergruppe
von Vα24+-NKT-Zellen) in diesen Zellgruppen vorlagen.
-
Die
Zellen wurden unter Verwendung von IL-2 (5 U/ml) kultiviert, um
die Proliferation von Vα24+-NKT-Zellen zu stimulieren, die als Responderzellen
in der folgenden autologen Mischleukozytenreaktion verwendet wurden.
Autologe periphere mononukleäre
Blutzellen wurden 4 Tage unter Zugabe von GM-CSF + IL-4 und 100
ng/ml KRN7000, AGL-583 (β-Galactosylceramid, β-GalCer)
oder 0,1 % DMSO (Vehikel) zur Herstellung von Antigen-präsentierenden
Zellen kultiviert. Eine autologe Mischleukozytenreaktion wurden
unter Verwendung dieser Antigen-präsentierenden Zellen als Stimulatorzellen
durchgeführt.
Nach Inkubation für 2
Tage wurde [3H] Thymidin (0,5 μCi/ml) zugefügt und die
Zellen wurden nach 8 Stunden geerntet, um die [3H] Thymidinaufnahme
in die Zellen zu messen, und zwar durch eine Flüssigszintillationszählvorrichtung.
Die Ergebnisse sind in 9 dargestellt.
-
Wie
in 9 dargestellt, zeigten die Antigenpräsentierenden
Zellen, die mit dem Vehikel oder β-Galactosylceramid
behandelt worden waren, keine Wirkung auf die Vα24+-NKT-Zellproliferation,
während
Antigenpräsentierende
Zellen, die mit KRN7000 behandelt worden waren, einen deutlichen
stimulativen Effekt auf die Vα24+-NKT-Zellproliferation zeigten, auf eine
Weise, die von der Zahl der Antigen-präsentierenden Zellen abhing.
Weiterhin wurden inhibitorische Wirkungen von anti-CD1a, CD1b, DC1c
und CD1d Antikörpern
auf die Stimulation der Vα24+-NKT-Zellproliferation
durch die mit KRN7000 behandelten Antigenpräsentierenden Zellen bewertet.
Im Ergebnis inhibierte nur der anti-CD1d Antikörper die Stimulation der Vα24+-NKT-Zellproliferation
(Daten nicht dargestellt).
-
Die
oben erwähnten
Ergebnisse zeigen, daß KRN7000
für die
Stimulierung der Proliferation von menschlichen Vα24+-NKT-Zellen
effektiv ist, einem Gegenstück
der Maus Vα14+-NKT-Zellen.
Unter Betrachtung des vorliegenden Berichts, daß Patienten mit fortgeschrittener
Typ I-Diabetes eine extrem geringe Zahl von Vα14+-NKT-Zellen
aufweisen (Wilson et al., Nature, 391, 177 (1998)), und der Ergebnisse
der Pharmakologischen Testbeispiele 3, 7 und 8, legen diese Ergebnisse
deutlich nahe, daß KRN7000
für die
Verhinderung oder Behandlung von Autoimmunerkrankungen wirksam ist,
worin menschliche Vα14+-NKT-Zellen beteiligt sind, wie zum Beispiel
systemischer Lupus erythematosus, systemische Sklerose, Multiple
Sklerose und Typ I-Diabetes.
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Pharmakologisches Testbeispiel
10: Akuter Toxizitätstests
durch einfache Verabreichung
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Die
Verbindung von Beispiel 1 wurde intravenös an Mäuse verabreicht. Die Ergebnisse
zeigten, daß die
LD50 für
die Verbindung mehr als 10 mg/kg betrug. Weiterhin hatte die Verbindung
eine niedrige Toxizität und
zeigte kein besonderes Symptom bei einem Verabreichungsniveau von
10 mg/kg.