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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung zur Erhöhung der
Hautpermeation einer topisch verabreichten pharmakologisch aktiven
Verbindung in Form eines Phospholipase-A2-Inhibitors, die ansonsten
eine geringe Hautpenetrationsrate aufweist.
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Hintergrund der Erfindung
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Forscher
verwenden für
therapeutisch aktive Wirkstoffe den transdermalen Verabreichungsweg,
um Wirkstoffe in den großen
Blutkreislauf von Säugern,
einschließlich
des Menschen, einzubringen. Ungeachtet der Entwicklung verschiedener
Weisen zur transdermalen Wirkstoffdarreichung stellt die Haut von
Menschen und Tieren jedoch eine ausgezeichnete Barriere gegen die
Penetration chemischer, exogen aufgetragener Substanzen dar. Die äußerste Hautschicht,
das Stratum corneum, zeigt den größten Widerstand gegen die Penetration,
während
die unteren Hautschichten verhältnismäßig durchlässiger sind.
Zur angemessenen Behandlung von Hautstörungen und -erkrankungen ist
es wichtig, dass das pharmakologisch aktive Agens das Stratum corneum
penetriert und in entsprechenden Konzentrationen am Wirkort vorhanden
ist, der das Stratum corneum, die lebende Epidermis, die Epidermis-Dermis-Grenzfläche, die
Dermis per se oder alle zuvor genannten Hautschichten sein kann,
je nach Art der Hautstörung
oder Hauterkrankung.
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Es
sind mehrere dermal wirksame pharmakologische Agenzien bekannt,
die bei topischer Verabreichung auf der Haut zur Behandlung von
Krankheiten auf der Hautoberfläche
oder im oberflächennahen
Bereich oder zur Schaffung von Hautzuständen, die die Haut vor äußeren Faktoren
schützen,
erwünschte
Wirkungen liefern können.
Es sind auch andere pharmakologische Agenzien bekannt, die bei Absorption
in den großen
Blutkreislauf erwünschte
Wirkungen liefern können.
Daher ist es möglich,
eine systemische Wirkung durch topische Applikation einer Zusammensetzung
zu erzielen. Die topische Darreichung systemisch wirkender, pharmakologischer
Wirkstoffe kann dann von großer
Bedeutung sein, wenn Wirkstoffe Magenprobleme hervorrufen, bei oraler
Verabreichung nicht gut absorbiert oder rasch in der Leber metabolisiert
werden, z. B. beim „First
Pass"-Effekt. In
solchen Fällen
kann man bei Anwendung der topischen Darreichung eine systemische
Reaktion bei geringerer Dosierung erreichen, als oral erforderlich.
Die topische Darreichung umgeht auch die Nachteile des intravenösen Verabreichungswegs,
der ansonsten erforderlich sein kann, um wirksame Blutspiegelwerte
bei vernünftigen
Dosierungsmengen zu erzielen. Außerdem lassen sich dermatologische
Wirkstoffe durch die erfindungs gemäße Beschleunigung ihrer Penetration
durch die Schutzschicht der Haut besser nutzen.
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Bei
bestimmten dermatologischen Leiden oder Pathologien wie Ichthyose,
Callus oder Plaque psoriasis, ist das Stratum corneum dicker und
kann deshalb die Penetration eines Wirkstoffs signifikant stärker behindern
und somit dessen Wirksamkeit verringern. Außerdem haben jüngste Untersuchungen
gezeigt, dass die Haut eines Menschen mit zunehmendem Alter widerstandsfähiger gegen
die Penetration wasserlöslicher Wirkstoffe
wird. Bei einigen Krankheitszuständen,
beispielsweise Psoriasis, ist das Stratum corneum nicht intakt und
ist daher im höheren
Maße permeabel
als das von normaler Haut. Beim Abklingen der Erkrankung oder des
Leidens wird die Barriere umstrukturiert und der Widerstand gegen
die Permeation des therapeutisch aktiven Agens nimmt zu.
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Es
wurde gefunden, dass die Verwendung von Penetrations- oder Permeationsenhancern
entscheidend für
eine stetige Versorgung des Wirkortes mit einem therapeutisch aktiven
Bestandteil während
der Behandlung von Hauterkrankungen ist. Wie in dem US-Patent 5,326,566
beschrieben, kann beispielsweise eine Zusammensetzung systemisch
wirkender pharmakologischer Agenzien in Kombination mit Dibutyladipat
oder einem Gemisch von Dibutyladipat und Isopropylmyristat die Penetrationsrate
von Wirkstoffen durch die Haut beträchtlich beschleunigen und kann
die in den großen
Blutkreislauf absorbierte Menge erhöhen. Obgleich viele Permeationsenhancer
zur Beschleunigung der Absorption von Arzneimitteln in und durch
die Haut verwendet werden, können
ernsthafte Probleme auftreten, wenn Permeationsenhancer mit einem
bestimmten Wirkstoff über
einen längere
Zeitdauer inkompatibel sind; dies führt zu einer Wirkstoffinstabilität und einem
Wirkstoffabbau, wenn der Enhancer und der Wirkstoff gemeinsam zu
einer pharmazeutisch akzeptablen Zusammensetzung zur Verwendung
bei warmblütigen
Säugern,
einschließlich
des Menschen, formuliert werden. Folglich ist es für den Fachmann
eine Behinderung, dass er bestimmte Permeationsenhancer zur Erhöhung der
Hautpermeation eines Wirkstoffs nicht verwenden kann, wenn der Permeationsenhancer
und der Wirkstoff nicht gemischt und zusammen gelagert werden können, ohne
dass der Wirkstoff im Laufe der Zeit instabil und zu unerwünschten
und potenziell schädlichen
Produkten abgebaut wird. Neben der Bildung dieser Wirkstoffabbauprodukte
besteht auch das Risiko, dass diese Abbauprodukte zusammen mit dem
aktivem Wirkstoff in den Blutkreislauf eines warmblütigen Säugers, einschließlich des
Menschen, gelangen. Wenn ein Wirkstoff zur Behandlung eines speziellen
Leidens der Haut und verwandter Gewebe wirksam ist, aber eine geringe
Hautpermeationsrate aufweist und zur Langzeitformulierung mit und
Lagerung in Permeationsenhancerzusammensetzungen instabil ist, ist
somit die Brauchbarkeit solcher Wirkstoffe zur medizinischen und
klinischen Weiterentwicklung und zur Verwendung am Körper außerordentlich
herabgesetzt, wenn nicht ausgeschlossen. In Hinblick auf das zuvor
Gesagte und weil bei Lagerung der Permeationsenhancer den in Frage
kommenden Wirkstoff abbaut, oder vice versa, wäre ein Fachmann abgehalten,
den Permeationsenhancer mit bestimmten Wirkstoffen zusammen mit
bestimmten Permeationsenhancern zu verwenden und vice versa.
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In
bestimmten Fällen
kann der Permeationsenhancer außerdem
mit einem Wirkstoff und/oder der den Wirkstoff umfassenden Zusammensetzung über eine
längere
Zeitdauer inkompatibel sein und dies führt zu einer Instabilität des Permeationsenhancers
und zu dessen Abbau, wenn der Permeationsenhancer und der Wirkstoff
gemeinsam zu einer pharmazeutisch verträglichen Zusammensetzung zur
Verwendung in warmblütigen
Säugern,
einschließlich
des Menschen, formuliert werden. Es ist daher für den Fachmann eine Behinderung,
dass er bestimmte Permeationsenhancer zur Erhöhung der Hautpermeation eines
Wirkstoffs nicht verwenden kann, wenn der Permeationsenhancer und
der Wirkstoff nicht vermischt und zusammen in einer pharmazeutisch
verträglichen
Zusammensetzung gelagert werden können, ohne dass der Permeationsenhancer im
Laufe der Zeit instabil und zu unerwünschten und potenziell schädlichen
Produkten abgebaut wird.
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Demgemäß ermöglicht die
vorliegende Erfindung die Verwendung von Wirkstoffen mit einer im
Allgemeinen geringen Hautpermeationsrate zusammen mit einem Permeationsenhancer,
um signifikant die Hautpenetrationsrate des Wirkstoffs nach topischer
Applikation zu verbessern, indem Formulierungen des Wirkstoffs in
einem geeigneten pharmakologischen Träger und Formulierungen des
Permeationsenhancers, vorzugsweise in einem geeigneten pharmakologischen
Träger,
getrennt bereitgestellt werden, wobei der Wirkstoff und der Permeationsenhancer
erst zum oder kurz vor dem Zeitpunkt der topischen Applikation auf
der Haut an der Auftragsstelle auf der Haut kombiniert und gemischt
werden.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch eine Lösung für das Problem der Instabilität bereit,
das auftritt, wenn ein Wirkstoff mit einer geringen Hautpermeationsrate
zusammen mit einem Permeationsenhancer, der über keine Langzeitstabilität in der
den Wirkstoff umfassenden Zusammensetzung verfügt, verwendet wird. Die Erfindung
ermöglicht
die Verwendung eines Wirkstoffs mit einer geringen Hautpermeationsrate
zusammen mit einem Permeationsenhancer, der gegenüber dem
Wirkstoff und/oder einer den Wirkstoff umfassenden Zusammensetzung
instabil ist, um signifi kant die Hautpermeationsrate des Wirkstoffs
nach topischer Applikation auf der Haut zu erhöhen, indem man drei separate
Formulierungen vorsieht: eine des Wirkstoffs, eine weitere des Permeationsenhancers
und noch eine weitere eines Trägers.
Die Wirkstoff-, der Permeationsenhancer- und Trägerformulierung werden erst
zum oder kurz vor dem Zeitpunkt der Applikation auf die Haut an
der Auftragsstelle kombiniert und gemischt.
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In
bestimmten Fällen
kann ein Wirkstoff mit einer geringen Hautpermeationsrate und ein
Permeationsenhancer miteinander kompatibel sein, aber einer oder
beide in dem Träger
für den
Wirkstoff keine Langzeit-Stabilität haben. In solchen Fällen wird
erfindungsgemäß die Hautpermeation
des Wirkstoffs nach dessen topischer Applikation signifikant verbessert
indem man zwei separate Formulierungen vorsieht: die erste Formulierung
umfasst den Wirkstoff und den Permeationsenhancer und die zweite
Formulierung umfasst den Träger.
Die den Wirkstoff und den Permeationsenhancer umfassende Formulierung
und die den Träger
umfassende Formulierung werden erst zum oder kurz vor dem Zeitpunkt
der Applikation auf der Haut an der Auftragsstelle kombiniert und
gemischt.
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Daher
wird erfindungsgemäß die Hautpenetrationsrate
eines Wirkstoffs in der aktiven Zusammensetzung im Vergleich zu
der Penetrationsrate des Wirkstoffs in Abwesenheit des Enhancers
erheblich beschleunigt. Zusätzlich
stellt die vorliegende Erfindung eine Lösung der zuvor genannten Probleme
des Standes der Technik bereit, da der Fachmann nun einen Permeationsenhancer
zusammen mit einem Wirkstoff verwenden kann, ungeachtet einer geringen
Penetrationsrate des Wirkstoffs oder der Inkompatibilität des Wirkstoffs
mit speziellen Permeationsenhancern oder vice versa nach deren Kombination.
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Grollier
et al. beschreiben in dem US-Patent 4,823,985 die Verwendung eines
Spenders für
wenigstens zwei Komponenten, die zur Haarfärbung verwendet werden und
spezielle Viskositäten
aufweisen, um den gemeinsamen Auftrag der Komponenten und die Bildung
einer Zusammensetzung am Auftragsort zu ermöglichen. Im Gegensatz zur vorliegenden
Erfindung beschreiben Grollier et al. die Herstellung kosmetischer
Produkte zur Haarpflege und beschäftigen sich nicht mit der permeationsbeschleunigten,
transdermalen Darreichung eines Wirkstoffs, der eine geringe Permeationsrate
aufweist, und einer Inkompatibilität mit einem Permeationsenhancer,
mit dem er kombiniert ist.
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Petersen
et al. beschreiben in dem US-Patent 5,156,846 ein perkutanes Wirkstoffdarreichungssystem und
ein Verfahren, das die Vorbehandlung der Haut mit einem Hautpermeationsenhancer
in Form einer Enzymzubereitung, die Okklusion des Hautbereiches,
auf den die die Hautpermeation beschleunigende Enzymzubereitung
aufgetragen ist, das Entfernen des okklusiven Hautmittels, das Spülen des
Bereichs und das anschließende
Auftragen eines Wirkstoffs erfordert. Es wird beschrieben, dass
die Haut nach Applikation des Wirkstoffs auf der mit dem Enzym vorbehandelten
Stelle erneut okkludiert werden kann.
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Y.
Chang beschreibt in dem US-Patent 4,956,171 ein transdermales Wirkstoffdarreichungssystem
mit einem dualen Permeationsenhancer, worin die speziellen Permeationsenhancer
Saccharosecocoat und Methyllaurat sind. Diese zwei Enhancer sind
aufgrund ihrer Fähigkeit,
die Penetration synergistisch zu verbessern, zwingend notwendig.
Im Gegensatz zur vorliegenden Erfindung betrifft die Offenbarung
keinen Wirkstoff und/oder Permeationsenhancer, die während Langzeit-Lagerung mit bestimmten
Permeationsenhancern und/oder Wirkstoffen instabil sind und die
den Abbau des Wirkstoffs und/oder Permeationsenhancers herbeiführen können, die
aber auch die Permeation des Wirkstoffs erhöhen können, wenn der Wirkstoff und
der Enhancer zum Zeitpunkt der Verwendung auf der Haut gemischt
werden.
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Die
deutsche Patentanmeldung DE 44 35 805-A1 beschreibt die Bildung
einer Enzymcreme an der Auftragsstelle aus einer enzymhaltigen wasserfreien
Salbengrundlage und einer wässrigen,
tensidhaltigen öligen
Emulsion (oder einem Gemisch von Emulgatoren), die separat verpackt
sind. Die Creme soll für
eine Enzymstabilität
und maximale Aktivität
an der Auftragsstelle sorgen. Diese Patentanmeldung beschäftigt sich
mit einer Inkompatibilität
zwischen einem Enzym und einem Emulsionsträger, um eine Enzymaktivität an der
Auftragsstelle aufrechtzuhalten. Diese Anmeldung umfasst oder schlägt kein
Verfahren und Mittel zur Erhöhung und
Beschleunigung des Permeationsgrades eines Wirkstoffs vor, der in
Abwesenheit eines Permeationsenhancers einen geringen Hautpermeationsgrad
aufweist, aber in Gegenwart eines Permeationsenhancers instabil
ist.
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Klein
et al. beschreiben in dem US-Patent 4,497,794 eine Zusammensetzung
zur topischen Behandlung von Akne, die die Verwendung der Wirkstoffe
Benzoylperoxid und Erythromycin oder Derivate davon erfordert. Das
Patent beschäftigt
sich nicht mit Permeationsenhancern und offenbart, dass die zwei
erforderlichen Wirkstoffkomponenten als Gemisch auf die Haut oder
separat voneinander auf die Haut aufgetragen werden können; im
Gegensatz zur vorliegenden Erfindung zeigen jedoch Peroxide, insbesondere
Benzoylperoxid, einen Synergismus mit Erythromycin. Die Patentinhaber
beschreiben, dass Erythromycin und Benzoylperoxid, obgleich sie
chemisch inkompatibel sind, durch Zugabe des oberflächenaktiven
Stoffes Dioctyl natriumsulfosuccinat zu der offenbarten Benzoylperoxid/Erythromycin-Gelzusammensetzung
stabilisiert wurden. Im Gegensatz dazu erfordert die vorliegende
Erfindung keine Additive zur Stabilisierung der Permeationsenhancerzusammensetzung.
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Campbell
et al. beschreiben in dem US-Patent 4,379,454 eine Art und Weise
der Darreichung einer gemeinsam verabreichten und kontrollierten
Dosis eines Wirkstoffes und eines perkutanen Absorptionsenhancers
auf einem definierten Hautbereich unter spezieller Berücksichtigung
einer Dosierungsform und eines Verfahrens zur gemeinsamen perkutanen
Verabreichung von Estradiol und Ethanol, um Erkrankungen im Zusammenhang
mit natürlichem
Estradiolmangel zu behandeln.
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Die
WO 92/09266 der Beecham Group beschreibt eine zweiphasige Zusammensetzung
zur topischen Wirkstoffapplikation, worin zwei flüssigen Phasen
unterschiedliche Lipophilie aufweisen. Der Wirkstoff ist in einer
der Phasen gelöst,
sodass nach dem Vermischen der flüssigen Phasen eine Übersättigung
im Hinblick auf den Wirkstoff resultieren muss.
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Die
WO 92/17183 der Glaxo Inc. beschreibt ein Medikament mit aufeinanderfolgender
Dosierung und ein Verfahren dafür
zur topischen Behandlung von Pilzinfektionen. Das Medikament umfasst
eine erste Zusammensetzung mit einem Antipilzmittel und einem entzündungshemmenden
Mittel und eine zweite Zusammensetzung mit nur einem Antipilzmittel
als Wirkstoff.
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Die
EP 252459 A beschreibt
eine transdermale Darreichungsvorrichtung für transdermale Applikationen,
die eine Wirkstoff-Träger-Kombination
enthält,
die bei Lagerung physisch oder chemisch instabil ist. Die Vorrichtung
umfasst zwei oder mehr voneinander getrennte Behälter. Der erste Behälter enthält die Wirkstoffzusammensetzung
und der zweite Behälter
enthält
den Träger,
der den transdermalen Flux bewirken soll.
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Die
US 4,911,707 beschreibt
ein transdermales Wirkstoffdarreichungssystem mit wenigstens zwei physisch
getrennten Behältern.
In dem ersten Behälter
ist eine aktivierende Substanz und in dem zweiten Behälter, der
ein monolytisches Reservoir ist, ist der Wirkstoff enthalten. Unmittelbar
vor oder kurz nach der Anwendung des Systems wird die Trennwand
zerbrochen, so dass der Wirkstoff zur und durch die Haut wandern kann.
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ES
2074030 A beschreibt eine Vorrichtung mit zwei Kompartimenten, wobei
ein Kompartiment eine wässrige
Phase enthält
und das andere Kompartiment eine organische Phase enthält. Beim
Vereinen dieser Phasen entsteht eine topische Zusammensetzung, die
Wärme erzeugt.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft folglich die transdermale Darreichung
von Phospholipase-A2-Inhibitoren, die ansonsten geringe Permeationsraten
aufweisen und im Allgemeinen bei langfristiger Kombination mit Hautpermeationsenhancern
inkompatibel sind, in therapeutisch wirksamen Mengen und mit signifikant
erhöhter
Hautpenetration, bei Verwendung und Applikation wie hierin beschrieben.
Die vorliegende Erfindung betrifft des Weiteren die gemeinsame Darreichung
und Vereinigung von Phospholipase-A2-Inhibitoren und eines Permeationsenhancers,
der beim Vermischen mit dem Wirkstoff (oder mit einem Träger für den Wirkstoff) über eine
längere
Zeitdauer instabil ist. Im Gegensatz zum Stand der Technik können die
Wirkstoff- und die Permeationsenhancer-Komponente
der Erfindung nicht vor Gebrauch wechselwirken, da sie nach der
Herstellung und während
der Lagerung und vor ihrer topischen Applikation und dem Mischen
auf der Haut an der Auftragsstelle in einer geeigneten Darreichungsvorrichtung
physisch getrennt sind. Günstigerweise
wird der Penetrationsgrad oder das Ausmaß der Penetration des Wirkstoffs
in die Haut zum Zeitpunkt des Gebrauchs oder kurz davor vorteilhaft
und stark verbessert, indem man die Wirkstoff- und Permeationsenhancerzusammensetzung
direkt auf der Haut mischt, so dass die gewünschte aktive Zusammensetzung
an der Applikationsstelle durch den Benutzer oder Anwender hergestellt
wird.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Zusammensetzungen zur Erhöhung der
Bioverfügbarkeit
von Phospholipase-A2-Inhibitoren, die nach topischer Applikation über eine
transdermale Verabreichungsart in den großen Blutkreislauf abgegeben
werden. Die Erfindung ist besonders vorteilhaft für solche
Wirkstoffe, die bislang mit anderen Verfahren z. B. oral, intravenös verabreicht
wurden, weil ihre Penetrationsrate in die Haut gering ist, ihre
Wirksamkeit nach topischer Applikation unzureichend ist oder die
im Gemisch mit Permeationsenhancerzusammensetzungen oder -formulierungen
unter üblichen
Lagerbedingungen nicht stabil sind.
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Ein
Gegenstand der Erfindung betrifft eine in situ aktive Zusammensetzung,
die einen Wirkstoff und einen Permeationsenhancer zur transdermalen
Darreichung umfasst, worin vor der Bildung der aktiven Zusammensetzung
der Wirkstoff und der Permeationsenhancer für eine Langzeitlagerung nicht
kompatibel sind, weil der Wirkstoff in Gegenwart des Permeationsenhancers
instabil ist und sich in Folge der Instabilität gesundheitsschädliche Wirkstoffabbauprodukte
bilden. Erfindungsgemäß werden
der Wirkstoff und der Permeationsenhancer vor Gebrauch und Applikation
auf der Haut in getrennten Behältern
aufbewahrt und voneinander abgesondert. Erfindungsgemäß mischt
oder vermengt man den Wirkstoff und den Permeationsen hancer an der topischen
Auftragsstelle zum Zeitpunkt, wenn beide Komponentenzusammensetzungen
gleichzeitig auf die Haut aufgetragen werden, wodurch der Permeationsenhancer
auf den Wirkstoff zum Zeitpunkt der Verwendung einwirken kann, so
dass die Permeationsrate des Wirkstoffs in die Haut signifikant
erhöht
wird. Erfindungsgemäß können der
Wirkstoff und der Permeationsenhancer auch kurz vor der Applikation
auf der Haut vorgemischt werden, vorausgesetzt, dass die Zeitdauer,
in der die Komponenten der Zusammensetzung vorgemischt sind, einen
minimalen oder praktisch keinen Abbau des Wirkstoffs zur Folge hat,
so dass eine therapeutisch wirksame Menge des Wirkstoffs transdermal
abgegeben werden kann.
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Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft eine Art und Weise der
Aufnahme und Darreichung wenigstens einer wirkstoffhaltigen Zusammensetzung
(der Wirkstoff ist ein Phospholipase-A2-Inhibitor und hat eine geringe
Hautpenetrationsrate) und wenigstens einer Permeationsenhancerzusammensetzung.
Die Erfindung betrifft eine Art und Weise des Einsatzes eines Wirkstoffs
und eines Permeationsenhancers, die dahingehend inkompatibel sind,
dass sie beim Vermischen wechselwirken oder ein oder mehrere Wirkstoffe
und Permeationsenhancer mit dem Träger der endgültigen Zusammensetzung
wechselwirken, so dass die Langzeitlagerstabilität solcher Zusammensetzungen
durch ihre physische Trennung erzielt wird. Die separaten Zusammensetzungen
werden gemeinsam dosiert oder aufgetragen, um die aktive Zusammensetzung
zu bilden, in der sowohl die Wirkstoffkomponente als auch die Permeationsenhancerkomponente
zusammen vermischt sind und der Permeationsenhancer die Hautpenetration
des Wirkstoffs zum Zeitpunkt der topischen Applikation erhöht. Unter
der aktiven Zusammensetzung versteht man im Rahmen der vorliegenden
Erfindung die endgültige
Zusammensetzung in der auf der Haut gemischten Form. Außerdem wird
die Wirkstoffinstabilität
verringert oder vermindert, da der Wirkstoff und der Permeationsenhancer
erst kurz vor oder zum Zeitpunkt der topischen Applikation auf der
Hautfläche
kombiniert werden. Der Abbau des Wirkstoffs wird also erfindungsgemäß reduziert
oder vermindert.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung betrifft eine Anwendungsweise
bestimmter Permeationsenhancer zur Erhöhung der Hautpermeation eines
Wirkstoffs in Form eines Phospholipase-A2-Inhibitors, selbst wenn
diese Permeationsenhancer und der Wirkstoff nicht vermischt und
zusammen als pharmazeutische Zusammensetzung gelagert werden können, weil
der Permeationsenhancer mit dem Wirkstoff über eine längere Zeitdauer inkompatibel
ist. Unter von der vorliegenden Erfindung abweichenden Bedingungen
ist der Permeationsenhancer mit dem Wirkstoff und/oder der den Wirkstoff
umfassenden Zusammensetzung über eine
län gere
Zeitdauer inkompatibel und dadurch wird eine Instabilität und ein
Abbau des Permeationsenhancers hervorgerufen. Unter den Bedingungen
der vorliegenden Erfindung kann jedoch eine pharmazeutisch verträgliche Zusammensetzung
formuliert werden, die einen Wirkstoff und einen Permeationsenhancer
umfasst, ohne dass der Permeationsenhancer mit der Zeit instabil
wird und unter Bildung unerwünschter
und/oder potenziell schädlichen
Produkte abgebaut wird.
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Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft eine Art und Weise, die
Hautpenetration eines geeigneten topisch applizierten Wirkstoffs
in Form eines Phospholipase-A2-Inhibitors in Gegenwart eines Permeationsenhancers
zu beschleunigen, obwohl der Wirkstoff in Gegenwart eines solchen
Permeationsenhancers bei längerer
Lagerzeit instabil ist. Durch Ausübung der vorliegenden Erfindung
kann somit der Fachmann einen topisch applizierten Wirkstoff mit
einem Permeationsenhancer zur Beschleunigung und Steigerung der
Penetration des Wirkstoffs durch die Haut des Benutzers kombinieren,
ungeachtet der Unverträglichkeit
von Wirkstoff und Permeationsenhancer während Langzeitlagerung.
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Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft die Bereitstellung mehrerer
verschiedenartiger Formulierungen, die in getrennten Behältern oder
Kammern aufbewahrt sind, um die verbesserte Hautpermeation eines
Wirkstoffs in Form eines Phospholipase-A2-Inhibitors, der üblicherweise
eine geringe Hautpermeationsrate aufweist und der mit einem Permeationsenhancer
vermischt wird, zu ermöglichen,
selbst wenn der Wirkstoff in Gegenwart des Permeationsenhancers
bei Langzeitlagerung instabil ist oder wenn der Permeationsenhancer
bei Langzeitlagerung im Wirkstoff instabil ist. Erfindungsgemäß werden
drei getrennte Formulierungen bereitgestellt: eine des Wirkstoffs,
eine zweite des Permeationsenhancers und eine dritte eines Trägers. Die
drei Formulierungen werden kombiniert und zum oder kurz vor dem
Zeitpunkt der Applikation auf der Haut am Applikationsort gemischt.
Erfindungsgemäß werden
auch zwei separate Formulierungen bereitgestellt, insbesondere dann,
wenn ein Wirkstoff mit geringer Hautpenetrationsrate und ein Permeationsenhancer
kompatibel sind, die zwei aber keine Langzeitstabilität in dem
Träger
für den
Wirkstoff haben. Eine der zwei Formulierungen enthält den Wirkstoff
und den Permeationsenhancer und die zweite Formulierung enthält den Träger. Die zwei
Formulierungen werden zum oder kurz vor dem Zeitpunkt der Applikation
an der Applikationsstelle auf der Haut gemischt.
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Weitere
erfindungsgemäße Gegenstände und
Vorteile werden durch die ausführliche
nachfolgende Beschreibung offensichtlich.
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Die
Erfindung betrifft eine Zusammensetzung zur Erhöhung der Hautpermeation einer
topisch verabreichten pharmakologisch aktiven Verbindung, bei der
es sich um einen Phospholipase-A2-Inhibitor handelt, der ansonsten
eine geringe Hautpenetrationsrate aufweist, umfassend:
- a) wenigstens eine erste Zusammensetzung, welche die aktive
Verbindung und einen pharmakologisch akzeptablen Träger für die aktive
Verbindung umfasst, wobei die aktive Verbindung Langzeit-Lagerstabilität in dem
Träger
aufweist und eine erste Hautpermeationsrate besitzt, wenn die erste
Zusammensetzung auf einen Hautbereich aufgetragen wird, wobei die
erste Hautpermeationsrate der aktiven Verbindung nicht ausreicht,
ihren pharmakologischen Effekt zu bewirken;
- b) wenigstens eine zweite, von der ersten Zusammensetzung getrennte
Zusammensetzung, umfassend einen Permeationsenhancer für die aktive
Verbindung, der beim Vermischen mit der aktiven Verbindung ergibt:
- i) Instabilität
der aktiven Verbindung, wodurch ein oder mehrere Abbauprodukte der
aktiven Zusammensetzung gebildet werden, so dass die Langzeit-Lagerstabilität der aktiven
Verbindung im Gemisch mit dem Permeationsenhancer nicht erreichbar
ist und/oder
- ii) Instabilität
des Permeationsverstärkers,
wodurch ein oder mehrere Abbauprodukte des Permeationsverstärkers gebildet
werden, so dass Langzeit-Lagerstabilität des Permeationsenhancers
im Gemisch mit der aktiven Verbindung nicht erreichbar ist;
- iii) eine zweite Hautpermeationsrate der aktiven Verbindung,
wobei die zweite Hautpermeationsrate wesentlich höher ist
als die erste Rate, so dass eine therapeutisch wirksame Menge der
aktiven Verbindung abgegeben und der gewünschte pharmakologische Effekt
erzielt wird.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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Bei
der Beschreibung der Erfindung wird gelegentlich auf die beigefügten Zeichnungen
Bezug genommen, worin
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1 eine
schematische Darstellung eines Spenders mit zweifacher Ausbringung,
z. B. eine Spritzenvorrichtung mit zweifacher Ausbringung, die besonders
zur Verwendung für
das erfindungsgemäße duale
Darreichungssystem von Wirkstoff und Permeationsenhancer geeignet
ist. Wie veranschaulicht ist das duale Darreichungssystem im Wesentlichen
eine Doppelkammerspritze mit zwei Austrittsöffnungen, wobei jede Austrittsöffnung an
je eine Kammer angeschlossen ist. Die zwei einzelnen Spritzenkammern
verhindern, dass sich die darin gelagerten Inhalte während der
Lagerung mischen, vermengen oder vereinigen. Außerdem dient ein Entleerungsmittel
(z. B. ein Stempel) dazu, die Inhalte der Spritzenkammern durch
die zwei Austrittsöffnungen zu
entleeren, so dass beispielsweise die Inhalte der zwei Kammern bis
zu ihrer gemeinsamen Applikation auf einer Hautstelle getrennt und
abgesondert voneinander bleiben. In dieser Vorrichtung bringt eine
erste Austrittsöffnung
die separat aufbewahrte, den pharmakologischen Wirkstoff (aktiver
Bestandteil) umfassende erste Zusammensetzung aus und die zweite
Austrittsöffnung
bringt die den Permeationsenhancer und/oder das Lösungsmittel
für den
aktiven Bestandteil und dergleichen umfassende Zusammensetzung aus,
wie in den erfindungsgemäßen Ausführungsformen
beschrieben. Selbstverständlich
kann gemäß einer
Ausgestaltung das Entleerungsmittel oder der Stempel als einteiliger
Mechanismus funktionieren, der die gleichzeitige Entleerung der
zwei Kammern durch Drücken
des Stempels zu den Austrittsöffnungen
zur gleichen Zeit und in gleicher Geschwindigkeit steuert. Alternativ
kann in einer weiteren Ausgestaltung ein getrennter Stempel für jede Kammer
die Entleerung der Inhalte der zwei Kammern zu verschiedenen Zeiten
und/oder in unterschiedlichen Geschwindigkeiten steuern. Die Spritzenvorrichtung
mit zweifacher Ausbringung vermag den aktiven Bestandteil und den
Permeationsenhancer als getrennte Zusammensetzungen bei Raumtemperatur,
bei 4°C
oder gefroren (z. B. –20°C) aufzunehmen.
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2 stellt
schematisch eine transdermale Darreichungsform dar, die zur erfindungsgemäßen Verwendung
geeignet ist. Die Komponententeile, wie in der Vorrichtung dargestellt,
umfassen eine Trägerschicht (2);
eine den Wirkstoff umfassende Formulierung (4); eine den
Permeationsenhancer umfassende Formulierung (6); eine undurchlässige, unter
Druck zerreißbare
Membran (8); eine Diffusionsmembran (10); eine
Kontaktklebeschicht (12); und eine entfernbare Schutzfolie
(14).
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3 stellt
schematisch eine weitere transdermale Darreichungsform dar, die
zur erfindungsgemäßen Verwendung
geeignet ist. Die Komponententeile, wie dargestellt, umfassen eine
den Wirkstoff umfassende Formulierung (16); eine den Permeationsenhancer
umfassende Formulierung (18); eine undurchlässige unter Fingerdruck
auseinanderbrechende Membran (20); eine Trägerschicht
(22); eine Klebeschicht (24); und eine entfernbare
Schutzfolie (26).
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4 stellt
schematisch eine weitere transdermale Darreichungsform dar, die
zur erfindungsgemäßen Verwendung
geeignet ist. Die Komponententeile, wie dargestellt, umfassen eine
Trägerschicht
(28); eine den Wirkstoff umfassende Formulierung, wobei
der Wirkstoff in einer undurchlässigen,
unter Druck zerbrechenden Kapsel aufgenommen ist (30);
eine den Permeationsenhancer umfassende Formulierung, die die undurchlässige Kapsel
umschließt
(32); eine Diffusionsmembran (34); eine Kontaktklebeschicht
(36); und eine entfernbare Schutzfolie (38).
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5A und 5B zeigen
die Untersuchungsergebnisse der Arzneimittelträgerstabilität zur Bestimmung der Langzeitstabilität von BMS-188184-05
bei 30°C
(5A) und bei 40°C
(5B) in verschiedenen Arzneimittelträgerzusammensetzungen,
wie in Beispiel 5 beschrieben.
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6 und
7 zeigen
die Ergebnisse von in vitro-Hautpermeationsassays mit einem Leichenhaut-Modellsystem.
In den Assays bestimmte man den Penetrationsgrad des Phospholipase-A2-Inhibitorwirkstoffs
BMS-188184-02 aus einer aktiven Behandlungszusammensetzung, die
etwa 1 Gew.-/Gew.-% des Wirkstoffs enthielt. (
:
1% BMS-188184-02 in Salbe auf Mineralölgrundlage GEAHLENE als Kontrolle);
(
:
1% BMS-188184-02 in Salbe auf Mineralölgrundlage GEAHLENE mit dem
Hautpermeationsenhancer BMS-203322); (
:
1% BMS-188184-02
in Petrolatumsalbenzusammensetzung mit Isopropylmyristat (IPM) und
Glycerinmonocaprylate (GMC) als Hautpermeationsenhancer); (
:
1% BMS-188184-02 Petrolatumzusammensetzung mit Isopropylmyristat
(IPM) und BMS-203322 als Hautpermeationsenhancer); und (-♦-: 1% BMS-188184-02
Petrolatumsalbenzusammensetzung mit Dibutyladipat (DBA)/Isopropylmyristat
(IPM) als Hautpermeationsenhancer).
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8 zeigt
die Ergebnisse von in vitro-Hautpenetrationsassays mit einem Leichenhaut-Modellsystem. Man
bestimmte in den Assays den Penetrationsgrad des Phospholipase-A2-Inhibitorwirkstoffs BMS-188184-02
aus einer aktiven Behandlungszusammensetzung, die etwa 1 Gew.-/Gew.-%
des Wirkstoffs enthielt. In dem erfindungsgemäßen dualen System wurde die
aktive Behandlungszusammensetzung mit 1% BMS-188184-02 durch Mischen
der Wirkstoffzusammensetzung auf Salbengrundlage mit verschiedenen Permeationsenhancerzusammensetzungen
auf Creme- oder Gelgrundlage gebildet und anschließend sofort auf
die Haut aufgetragen. (
:
Wirkstoff in Salbe auf Mineralölbasis
GEAHLENE, Kontrolle); (
:
aktive Zusammensetzung, die die Salbenzusammensetzung mit BMS-188184-02
und die Permeationsenhancercremezusammensetzung mit Propylenglykol
und SLS enthielt); (
:
wirksame Zusammensetzung, die die Salbenzusammensetzung mit BMS-188184-02 und die
Permeationsenhancercremezusammensetzung mit Propylenglykol und Decylmethylsulfoxid
enthielt); (
:
aktive Zusammensetzung, die die Salbenzusammensetzung mit BMS-188184-02
und die Permeationsenhancergelzusammensetzung mit d-Limonen enthielt);
(-♦-:
aktive Zusammensetzung, die die Salbenzusammensetzung mit BMS-188184-02
und die Permeationsenhancergelzusammensetzung mit Menthon enthielt).
-
9 stellt
die Ergebnisse von in vivo-Hautretentionsassays unter Verwendung
unbehaarter Rattenhaut als Modellsystem dar. In den Assays bestimmte
man die Hautretention (μg
des Wirkstoffs pro Gramm Haut) des Phospolipase-A2-Inihibitorwirkstoffs
BMS-188184-02 aus einer aktiven Behandlungszusammensetzung, die
etwa 1 Gew.-/Gew.-% Wirkstoff enthielt. In dem erfindungsgemäßen dualen
System wurde die aktive Behandlungszusammensetzung mit 1% BMS-188184-02 auf der Haut durch
Mischen der Wirkstoffzusammensetzung auf Salbengrundlage mit der
Permeantionsenhancerzusammensetzung auf Cremegrundlage im Verhältnis 1
: 1 gebildet. (
:
duales System der aktiven Zusammensetzung, die die Salbenzusammensetzung mit
2% BMS-188184-02 und die Permeationsenhancerzusammensetzung auf
Cremegrundlage mit 0,8% Natriumlaurylsulfat (SLS) enthielt); (
:
aktive Zusammensetzung, die 1% BMS-188184-02 in der Salbenzusammensetzung
auf Mineralölbasis
(GEAHLENE) enthielt); (
:
aktive Zusammensetzung, die 1% BMS-188184-02 in Ethanollösung als
Permeationsenhancer enthielt).
-
10 zeigt
die Konzentration (in μg/ml)
von BMS-188184-02 im Plasma unbehaarter Ratten nach einer einzigen
topischen Dosis des dualen Systems aus Salbenzusammensetzung mit
2% BMS-188184-02 und Permeationsenhancercremezusammensetzung mit
SLS.
-
11 stellt
die Ergebnisse von in vitro-Hautpenetrationsassays mit einem Leichenhaut-Modellsystem
dar, worin der Flux quantifiziert wurde. In den Assays wurde der
Flux des Phospholipase-A2-Inhibitorwirkstoffs BMS-188184-02 bestimmt.
In dem erfindungsgemäßen dualen
System wurde eine aktive Behandlungszusammensetzung mit etwa 1 Gew.-/Gew.-%
des Wirkstoffs durch Mischen der Wirkstoffzusammensetzung auf Salbengrundlage
mit verschiedenen Permeationsenhancerzusammensetzungen auf Creme-
oder Gelgrundlage beschrieben hergestellt, und mit der Salbenformulierung
auf GEAHLENE Grundlage als Kontrolle verglichen, wie in Beispiel
4.
-
12 zeigt
die relativen Steigerungen, die sich aus den in vitro-Hautfluxanalysen
der aktiven, BMS-188184-02 und verschiedenen Permeationsenhancern
umfassenden Behandlungsformulierungen ergeben, im Vergleich zu der
Salbenformulierung auf GEAHLENE Grundlage als Kontrolle, wie in
Beispiel 4 beschrieben.
-
13 stellt
die Ergebnisse von in vitro-Hautpenetrationsassays mit einem Leichenhaut-Modellsystem
dar. In den Assays wurde der Grad der Hautretenti on (μg Wirkstoff/mg
Haut) des Phospholipase-A2-Inhibitorwirkstoffs BMS-188184-02 aus
einer aktiven, etwa 1 Gew.-/Gew.-% Wirkstoff umfassenden Behandlungszusammensetzung
bestimmt. In dem dualen System wurde die aktive Behandlungszusammensetzung
durch Mischen der Wirkstoffzusammensetzung auf Salbengrundlage mit
verschiedenen Permeationsenhancerzusammensetzungen auf Creme- oder
Gelgrundlage hergestellt und mit der Salbenformulierung auf GEAHLENE Grundlage
als Kontrolle verglichen, wie in Beispiel 4 beschrieben.
-
14 zeigt
die relativen Steigerungen, die aus in vitro-Hautretentionsanalysen
der aktiven, BMS-188184-02 und verschiedene Permeationsenhancer
umfassenden Behandlungsformulierungen resultieren, im Vergleich
zu der Salbenformulierung auf GEAHLENE Grundlage als Kontrolle,
wie in Beispiel 4 beschrieben.
-
Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft Zusammensetzungen zur Erhöhung der
Hautpenetration oder -permeation eines topisch verabreichten Wirkstoffs
oder Arzneimittels, bei dem es sich um ein Phospholipase-A2-Inhibitor
handelt, der bei alleiniger Applikation eine geringe Hautpermeations-
oder Hautpenetrationsrate aufweist und mit bestimmten, im Stand
der Technik bekannten und üblicherweise
verwendeten Permeationsenhancern instabil und/oder inkompatibel
ist. Es versteht sich, dass die Begriffe Wirkstoff oder Arzneimittel, pharmakologisch
aktive Verbindungen oder Agenzien (oder topisch aktive Mittel, Verbindungen
oder Substanzen) bezeichnen, die für den Benutzer von therapeutischem
und/oder kosmetischem Nutzen sind. Solche pharmakologisch aktiven
Verbindungen oder Agenzien können
auch pharmazeutisch verträglich
Salze oder Derivate davon umfassen. Es versteht sich auch, dass
die Begriffe pharmakologisch aktive Verbindung, pharmakologisch
aktiver Wirkstoff und pharmakologisch aktives Arzneimittel im Rahmen
der Erfindung synonym verwendet werden. Außerdem werden die Begriffe
Hautpermeation und Hautpenetration im Rahmen der Erfindung synonym
gebraucht. Der Begriff Hautretention bezeichnet die Menge des Wirkstoffs,
die durch die Haut permeiert oder penetriert und darin zurückgehalten
wird.
-
Außerdem ermöglicht die
Erfindung die beschleunigte Hautpermeation oder -penetration im
Hinblick auf eine transdermale Darreichung eines topisch aufgetragenen
Wirkstoffs oder Arzneimittels, der (das), wenn üblicherweise mit bestimmten
Hautpermeations- oder Hautpenetrationsenhancern vor Gebrauch gemischt
und gelagert, eine unzureichende Stabilität zeigt und sich zersetzt,
so dass nicht akzeptable Wirkstoffabbauprodukte gebildet werden,
die potenziell für
den Benutzer schädlich
sind. Außerdem
erlaubt die Erfindung eine beschleunigte Hautpermeation oder -penetration
im Hinblick auf eine transdermale Darreichung eines topisch aufgetragenen
Wirkstoffs oder Arzneimittels, der (das) eine Instabilität und einen
Abbau eines oder mehrerer spezieller Hautpermeationsenhancer bewirken
kann, mit dem (denen) der Wirkstoff über eine länger Zeit kombiniert oder gemischt
ist. Folglich betrifft die Erfindung ein Mittel zur Verwendung eines
faktisch beliebigen Wirkstoffs mit einem beliebigem Permeationsenhancer
zur Beschleunigung der Hautpermeation des Wirkstoffs. Die Erfindung
ist zweckmäßig und
insbesondere zur topischen Applikation eines Wirkstoffs oder von Wirkstoffen
geeignet, die in Gegenwart von Permeationsenhancern während Langzeitlagerung
instabil sind und somit vor Gebrauch nicht über längere Zeit gemischt oder kombiniert
werden können.
-
Man
fand vor kurzem, dass die dermale und transdermale Penetration einer
pharmakologisch aktiven Verbindung wesentlich verbessert werden
konnte, wenn man die Verbindung in eine ein dermales oder transdermales
penetrationsbeschleunigendes Agens (auch Permeationsenhancer genannt)
umfassende Zusammensetzung einarbeitet, zum Beispiel wie in dem
US-Patent 5,326,566 beschrieben. Es treten jedoch ernsthafte Probleme
auf, wenn die topisch aufgetragene, pharmakologisch aktive Verbindung
eine geringe Hautpermeationsrate ihrerseits hat und mit einem bestimmten
Permeationsenhancer inkompatibel, beispielsweise chemisch instabil
ist, wenn sie in eine einen solchen Permeationsenhancer umfassenden
Zusammensetzung oder Formulierung eingearbeitet und darin gelagert
wird.
-
Die
vorliegende Erfindung löst
dieses Problem, indem sie eine Art und Weise zur Erhöhung und
Verbesserung der Hautpenetration eines Wirkstoffs in Form eines
Phospholipase-A2-Inhibitors vorschlägt, der, wenn er üblicherweise
mit einem Hautpermeationsenhancer gemischt wird, instabil ist und
sich zersetzt, so dass sich eine stabile Mischung oder Kombination
des Wirkstoffs und des Permeationsenhancers weder einstellt noch
erhalten bleibt. Erfindungsgemäß sind die
Zusammensetzungen mit aktiver Komponente, d. h. der Wirkstoff in
seinem pharmazeutisch oder dermatologisch verträglichen Träger oder kompatiblen Lösungsmittel,
von der Zusammensetzung mit der Permeationsenhancerkomponente bis
zum Zeitpunkt der Verwendung physisch getrennt, bis der Benutzer
oder Anwender die zwei Zusammensetzungen unter Bildung der aktiven Zusammensetzung,
die den Wirkstoff und den Permeationsenhancer umfasst, mischt oder
vermengt. Die Hautpermeation des Wirkstoffs in der letztgenannten
Zusammensetzung ist im Vergleich zur Permeationsrate des Wirkstoffs,
der nicht mit einem Permeationsenhancer gemischt oder vermengt wurde,
signifikant erhöht. Wirkstoff
und Permeationsenhancer können
entweder unmittelbar vor oder zum Zeitpunkt der topischen Applikation
der Komponentenzusammenset zungen auf der Hautfläche gemischt oder vermengt
werden. Vorzugsweise werden Wirkstoff- und Permeationsenhancerzusammensetzung
auf der Haut durch den Benutzer vermengt. Unter Vehikel versteht
man ein pharmakologisch verträgliches,
inertes Medium, in dem ein aktiver Wirkstoff, Medikament oder Permeationsenhancer
verabreicht wird. Dieser Begriff umfasst ebenfalls die Ausdrücke Exzipient,
Träger
und Placebo, die im Folgenden synonym verwendet werden können.
-
Der
Begriff Permeationsenhancer soll jede(s) biologische(s), chemische(s)
oder pharmazeutische(s) Material, Verbindung oder Agens umfassen,
das (die) als Permeationsenhancer zur Erhöhung und/oder Beschleunigung
der Penetration einer pharmakologisch aktiven Verbindung in die
Haut fungiert. Es versteht sich außerdem, dass ein Permeationsenhancer
oder ein als Permeationsenhancer dienendes und/oder die Funktion
eines Permeationsenhancer aufweisendes Material erfindungsgemäß die Penetrationsrate
der pharmakologisch aktiven Verbindung in die Haut zu erhöhen vermag,
insbesondere, wenn die Rate der Verbindung ohne den Permeationsenhancer
oder das Material, das als Permeationsenhancer fungiert oder dient,
vernachlässigbar
gering ist.
-
Die
Erfindung betrifft auch eine oder mehrere Zusammensetzungen, die
den betreffenden Wirkstoff und ein dermatologisch verträgliches
Vehikel für
den Wirkstoff umfassen, so dass der Wirkstoff über eine längere Zeit lagerstabil in dem
Träger
ist und eine erste Permeationsrate zeigt, wenn die den Wirkstoff
umfassende Zusammensetzung auf eine Körperfläche oder einen Hautbereich
aufgetragen wird. Als allgemeiner Richtwert versteht man unter der
Langzeitlagerstabilität
die Stabilität
des Wirkstoffs, wenn er über
wenigstens etwa ein Jahr, vorzugsweise wenigstens zwei Jahre, stärker bevorzugt
wenigstens drei Jahre und besonders bevorzugt wenigstens vier Jahre
bei Raumtemperatur gelagert wird. Die Erfindung betrifft auch eine
oder mehrere zweite Zusammensetzungen, die einen Hautpenetrations-
oder Hautpermeationsenhancer für
den Wirkstoff umfassen, der, wenn üblicherweise mit dem Wirkstoff
gemischt, eine Instabilität
des Wirkstoffs bewirkt und Wirkstoffabbauprodukte verursacht, so
dass die Langzeitlagerstabilität
des Wirkstoffs in einer solchen Mischung nicht erreichbar ist. Die
den Wirkstoff umfassende Zusammensetzung und die den Permeationsenhancer
umfassende Zusammensetzung werden auf einen Hautbereich topisch
aufgetragen, so dass die Applikation der Zusammensetzungen gleichzeitig
oder nacheinander erfolgt. Wenn die Applikation nacheinander erfolgt,
muss eine der Zusammensetzungen kurz nach der Applikation der anderen
Zusammensetzung aufgetragen werden (z. B. innerhalb von etwa ein
bis dreißig
Minuten nach der anderen, vorzugsweise innerhalb von etwa fünf bis zehn
Minuten nach der anderen und stärker
bevorzugt direkt oder unmittelbar nacheinander, z. B. innerhalb
weniger Sekunden). Die Zusammensetzungen werden gemischt, z. B.
durch Reiben (z. B. Fingerdruck) an der Auftragsstelle, um eine
vermengte aktive Zusammensetzung in situ zu bilden.
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Wenn
die Zusammensetzungen nacheinander aufgetragen werden, sollte die
Reihenfolge der Dosierung oder des Auftrags der Zusammensetzungen
auf den Hautbereich keinen Einfluss auf die Anwendungseigenschaften
der Erfindung haben; wenn beispielsweise eine erste, den Wirkstoff
umfassende Zusammensetzung und eine zweite, den Permeationsenhancer
umfassende Zusammensetzung verwendet werden, kann entweder die erste
oder die zweite Zusammensetzung zuerst auf die Haut aufgetragen
werden. Die Reihenfolge der Applikation des Wirkstoffs und des Permeationsenhancers
kann jedoch von Bedeutung sein, wenn der Wirkstoff in der ersten
Zusammensetzung suspendiert ist und sich in dem Lösungsmittel
der zweiten, den Permeationsenhancer umfassenden Zusammensetzung
löst. In
solchen Fällen
trägt man
vorzugsweise zuerst die wirkstoffhaltige Zusammensetzung und anschließend die
den Permeationsenhancer enthaltende Zusammensetzung auf. Wenn der
Permeationsenhancer suspendiert ist und sich in dem Vehikel der
Wirkstoffzusammensetzung lösen
muss, sollte man dann entsprechend die Permeationsenhancerzusammensetzung
zuerst auftragen. Wenn sowohl die Wirkstoff- und auch die Permeationsenhancer-Zusammensetzung
als Lösung
vorliegen, kann jedoch entweder die erste oder die zweite Zusammensetzung
zuerst aufgetragen werden.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
werden zuerst eine oder mehrere Wirkstoffzusammensetzungen auf die
Haut aufgetragen und danach eine oder mehrere Permeationsenhancer-Zusammensetzungen, entweder
sofort oder kurz danach, d. h. innerhalb etwa zehn Minuten nacheinander,
vorzugsweise innerhalb fünf
Minuten nacheinander, stärker
bevorzugt sofort nacheinander. Alternativ können die den Wirkstoff umfassende
Zusammensetzung und die den Permeationsenhancer umfassende Zusammensetzung
kurz vor der Applikation unter Bildung einer Vormischung oder einer
vermengten Zusammensetzung gemischt werden, vorausgesetzt, dass
die Konzentration des Wirkstoffs dadurch nicht auf unter 90%, vorzugsweise
nicht unter 95% und stärker
bevorzugt nicht unter 99% der Ausgangskonzentration sinkt. Die Vormischung
sollte üblicherweise im
Hinblick auf die zuvor genannten Konzentrationsanforderungen aufgetragen
werden. Üblicherweise
wird die Vormischung innerhalb eines Tages, vorzugsweise innerhalb
weniger Stunden, stärker
bevorzugt innerhalb etwa einer Stunde und besonders bevorzugt innerhalb
von Minuten nach Bildung der Vormischung verwendet. Selbstverständlich hängt die
Zeit von den Lager bedingungen und der allgemeinen Stabilität des Wirkstoffs
und des Permeationsenhancers ab. Dem Fachmann ist geläufig, dass
Kühlung
die Zeit, innerhalb der die Vormischung verwendet werden kann, verlängert. Beispielsweise
kann die Vormischung bei Lagerung bei Raumtemperatur innerhalb eines
oder mehrerer Tage verwendet werden, während die Zeit durch Kühlung (z.
B. 4 bis 5°C)
auf einen Monat, möglicherweise
auf etwa zwei bis drei Monate verlängert werden kann. Bei Verabreichung
der Zusammensetzung in Form einer Vormischung verstreicht zwischen
der Herstellung der Vormischung und ihrer topischen Applikation
auf eine Körperfläche oder
einen Hautbereich soviel Zeit, dass die Konzentration des Wirkstoffs
in der Vormischung nicht unter eine vorbestimmte akzeptable Konzentration
sinkt, wie zuvor beschrieben. Zum Beispiel sollte die Wirkstoffkonzentration
in der Vormischung nicht weniger als 90% der vorbestimmten akzeptablen
Konzentration, vorzugsweise nicht weniger als 95% der vorbestimmten
akzeptablen Konzentration und stärker
bevorzugt nicht weniger als 99% der vorbestimmten akzeptablen Konzentration
sein. Bei Verwendung der Vormischung beträgt die zwischen der Herstellung
der Vormischung und der Applikation auf der Hautfläche verstrichene
Zeit weniger als etwa sieben Tage. Beim Mischen der Wirkstoffzusammensetzung
und der Permeationsenhancer-Zusammensetzung auf der Haut unter Bildung
einer endgültigen
aktiven Zusammensetzung, die den Wirkstoff gemischt mit dem Permeationsenhancer
enthält,
wie hierin beschrieben, wird eine zweite Permeationsrate des Wirkstoffs
erhalten, z. B. eine Rate, die wenigstens etwa das zwei- bis fünffache,
vorzugsweise wenigstens etwa zehnfache, stärker bevorzugt wenigstens etwa
dreißigfache
und besonders bevorzugt wenigstens etwa fünfzig- bis achtzigfache oder
mehr der ersten Wirkstoffpermeationsrate in Abwesenheit des Permeationsenhancers
beträgt.
Durch die physische Trennung der wirkstoffhaltigen Zusammensetzung
und der den Permeationsenhancer umfassenden Zusammensetzung und
das anschließende
Mischen der zwei Zusammensetzungen genau zum Zeitpunkt der Applikation,
um die aktive Zusammensetzung auf der Körperfläche oder Körperhaut zu bilden, oder durch
Vormischen der zwei Zusammensetzungen zu einem geeigneten Zeitpunkt
vor der Applikation auf der Haut und anschließendes Auftragen der Vormischung
auf die Körperfläche oder
Haut werden die Bildung und das Vorhandensein eines oder mehrerer
Wirkstoffabbauprodukte in der aktiven Zusammensetzung, die auf die
Körperoberfläche oder
Hautfläche aufgebracht
werden (und die möglicherweise
aufgrund der Wirkung des Permeationsenhancer in die Haut permeieren
könnten)
wesentlich vermindert oder vermieden.
-
Nach
der vorliegenden Beschreibung kann man erfindungsgemäß mehr als
eine Wirkstoffzusammensetzung und/oder Permeationsenhancer-Zusammensetzung
verwenden, vorausgesetzt, dass alle Zusammensetzungen während der
Lagerung getrennt aufbewahrt und danach zum Zeitpunkt der Verwendung
kombiniert werden.
-
Die
Erfindung eignet sich insbesondere für einen Wirkstoff, der in Gegenwart
eines Permeationsenhancer unter den Bedingungen und im Zeitrahmen
einer üblichen
Lagerung für
Pharmazeutika instabil ist. Die Erfindung betrifft außerdem ein
Verfahren, um in einem warmblütigen
Säuger,
einschließlich
des Menschen, einen gewünschten
Hautpenetrationsgrad einer oder mehrerer pharmakologisch aktiver
Verbindungen, die ihrerseits eine geringe Hautpermeationsrate oder
einen geringen Hautpermeationsgrad aufweisen und deren Hautpermeation
sich beschleunigen lässt,
zu erreichen, die aber für
eine Langzeitkompatibilität
oder -stabilität mit
einem oder mehreren bestimmten Permeationsenhancern ungeeignet sind.
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Das
Verhältnis
von Wirkstoff zu Permeationsenhancer in der aktiven Zusammensetzung
lässt sich
gemäß fachüblicher
Praxis beeinflussen, indem die Konzentrationen der Komponenten in
geeigneter Weise eingestellt werden, beispielsweise indem die Größe der Austrittsöffnungen
für jede
Komponente verändert
wird. Zum Beispiel zeigt 1 eine Doppelkammerspritzen-Vorrichtung
mit regulierbaren Zylinder- und Auslassgrößen zum Ausbringen der Wirkstoff-
und Permeationsenhancer-Zusammensetzungen
gemäß diesem
Aspekt der Erfindung. In der in 1 veranschaulichten
Vorrichtung können
die Durchmesser ebenso wie die Größe der Auslässe der zwei Spritzenkammern
unabhängig
voneinander variiert oder verändert
werden, um die erforderlichen Mengen der zwei Zusammensetzungen,
die in den jeweiligen Spritzenkammern enthalten sind, auszubringen.
-
Die
vorliegende Erfindung umfasst auch die Fähigkeit des Fachmanns, den
Grad und das Ausmaß der Permeation
in die Haut nach Applikation des Wirkstoffs und des Permeationsenhancers
einzustellen, beispielsweise durch Veränderung der Menge an Enhancer,
um eine vorbestimmte Menge zum Mischen mit dem Wirkstoff zu erzeugen
und eine maximale thermodynamische Aktivität für die Permeation zu erreichen.
Durch Veränderung
oder genaues Anpassen der Menge oder des Ausmaß an verwendetem Permeationsenhancer lässt sich
folglich der Grad der Hautpermeation variieren. Dieser Aspekt der
Erfindung lässt
sich durch Verwendung verschiedener Verabreichungsweisen erreichen,
in denen die Menge an Permeationsenhancer zur Erzielung eines bestimmten
Permeationsgrades eingestellt ist. Als ein Beispiel kann die Konzentration
an Wirkstoff 1 Gew.-% betragen, während die Konzentration an
Permeationsenhancer z. B. von 0,1 bis 0,3% variiert, um einen variab len
Flux und eine variable Permeationsrate zu erzielen. Als weiteres
Beispiel kann mit einer Doppelspritze die Verabreichung des Permeationsenhancer
mit minimaler Einsatzrate starten und sich zu einer größeren Permeationstiefe
in die Haut aufbauen, indem die Einsatzrate bis zur maximalen Rate
variiert wird. Alternativ lassen sich die Einsatz- und Ausstoßraten des
Permeationsenhancers regulieren, so dass eine Vorrichtung unterschiedliche
Permeationsraten ermöglicht.
Bei dieser Verfahrensweise kann man eine Behandlung mit einer Rate
beginnen und danach die Rate im Laufe der Verabreichung oder zu
einem späteren Verabreichungszeitpunkt
erhöhen
(oder erniedrigen). Eine weitere Alternative umfasst die Verwendung
zweier Vorrichtungen, wie Doppelspritzen, in denen eine Spritze
dazu dient, einen ersten Permeationsgrad zu liefern und eine zweite
Spritze dazu dient, einen zweiten Permeationsgrad zu einem späteren Verabreichungszeitpunkt
zu liefern. Einem solchen Dosisplan kann man folgen, um verschiedene
Permeationsgrade zu erzielen, wobei man eine Reihe verschiedener
Spritzen verwendet, die angepasst sind, unterschiedliche Mengen
Permeationsenhancer nach der Applikation auf die Haut abzugeben.
-
Die
Erfindung lässt
sich durch Verwendung verschiedener Darreichungssysteme ausführen, wobei
die wirkstoffhaltigen Zusammensetzungen und die Permeationsenhancer-haltigen
Zusammensetzungen physisch getrennt, in Kompartimenten untergebracht,
in getrennten Behältern
aufbewahrt oder gelagert sein können, bevor
sie bei der topischen Applikation auf der Haut tatsächlich gemischt
werden. Als ein spezielles Beispiel verwendet man vorteilhaft ein
Zweifachdarreichungssystem, wenn eine wirkstoffhaltige Zusammensetzung und
eine Hautpermeationsenhancer-haltige Zusammensetzung verwendet werden.
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Üblicherweise
können
die Vorrichtungen zur Aufnahme und Ausbringung der erfindungsgemäßen pharmakologisch
aktiven Zusammensetzung und der Permeationsenhancerzusammensetzung
vor dem Auftrag und Mischen der Zusammensetzungen in Form von Quetschtuben
oder Schlauchtuben, steifen Tuben, Flaschen, weithalsigen Flaschen,
Ampullen, Spray-Dispensern (z. B. Sprühdosen), transdermalen Pflastern, imprägnierten
Pads, Spritzen, Pumpen, sonstigen Dispensern, Kapseln, Mikrokapseln,
Mikropartikeln oder einer beliebigen anderen geeigneten oder zweckmäßigen, im
Stand der Technik bekannten Form vorliegen. Die erfindungsgemäß verwendete
Darreichungsvorrichtung verhindert optimal den physischen Kontakt
zwischen der pharmakologisch aktiven Zusammensetzung und der Permeationsenhancer-Zusammensetzung
während der
Lagerung und bis zum Zeitpunkt der Verwendung oder kurz davor.
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Eine
Art der Spenderverpackung ist einstückig, d. h. sie umfasst einen
einzigen Behälter,
der nicht zerbrochen werden kann, z. B. eine einzige Tube oder ein
spritzgegossenes Paar von Tuben oder zylindrischer Behälter, wobei
dieselbe Vorrichtung, derselbe Entleerungsmechanismus und dieselbe Öffnung zur
Applikation sowohl der wirkstoffhaltigen Zusammensetzung als auch
der Permeationsenhancer-haltigen
Zusammensetzung verwendet werden. Viele Ausgestaltungen von für den erfindungsgemäßen Gebrauch
geeigneten Vorrichtungen stehen dem Fachmann zur Verfügung. Beispielsweise
kann man in den US-Patenten 4,823,985; 5,156,846; 5,223,262; 4,592,487;
4,379,454; 4,497,794; in der WO 92/17183; und in dem spanischen
Patent P.8803996 verschiedene Spender und Vorrichtungen finden,
die zur Verwendung geeignet sind oder die der Fachmann modifizieren
kann, damit sie die notwendigen Merkmale für eine getrennte Aufbewahrung
in Kompartimenten und das anschließende gemeinsame Applizieren
oder aufeinanderfolgende Applizieren der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
aufweisen.
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Weitere,
erfindungsgemäß brauchbare
Spender werden nachfolgend beschrieben. Beispielsweise kann ein
einzelnes zylindrisches Gefäß oder ein
solcher Behälter
mit einer vertikalen Wand entlang der Durchmesserlinie zur Abgrenzung
zweier Kompartimente verwendet werden, um eine pharmakologisch aktive
Zusammensetzung mit einer ersten geringen Permeationsrate (z. B.
die erste Zusammensetzung) und eine inkompatible Permeationsenhancer-Zusammensetzung
(z. B. die zweite Zusammensetzung), in der die pharmakologisch aktive
Zusammensetzung instabil ist, erfindungsgemäß zu trennen und vorzuhalten.
Zwei separate Vorrichtungen können
ebenfalls verwendet werden, d. h. eine Vorrichtung für die erste
und eine für
die zweite Zusammensetzung.
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Man
kann eine einzelne Vorrichtung zur Aufnahme und Ausbringung beider
Zusammensetzungen verwenden, wobei nacheinander die erste Zusammensetzung
und anschließend
sofort oder eine kurze Zeit später die
zweite Zusammensetzung aus derselben Vorrichtung ausgebracht wird.
Die aufeinanderfolgende Ausbringung, d. h. das Umschalten von der
ersten zu der zweiten Zusammensetzung kann manuell oder automatisch erfolgen.
Alternativ kann der eine Entleerungsmechanismus so gestaltet sein,
dass die in der Verpackung getrennt aufbewahrte erste und zweite
Zusammensetzung, aus der selben Öffnung
oder Auslass oder aus nebeneinander befindlichen Öffnungen
oder Auslässen
derselben Vorrichtung zum Zeitpunkt der Applikation gleichzeitig
ausgebracht werden können.
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Bei
manueller Betriebsweise, als nur einem Beispiel, würde der
Patient oder der Arzt die Vorrichtung, z. B. mit einem Wahlschalter
so einstellen, dass die erste Zusammensetzung ausgebracht wird,
und danach die Vorrichtung so einstellen, dass die zweite Zusammensetzung
ausgebracht wird. Alternativ könnte
die Vorrichtung bei manueller Betriebsweise so voreingestellt sein,
dass die erste Zusammensetzung ausgebracht wird und würde danach
manuell umgestellt, dass die zweite Zusammensetzung ausgebracht
wird oder umgekehrt. Bei automatischer Betriebsweise als weiterem
Beispiel würde
der Spender die in einer vorbestimmten Menge zuvor eingefüllte erste
Zusammensetzung ausbringen und erst nach deren Entleerung dann die
zweite Zusammensetzung ausbringen. Bei automatischer Betriebsweise
könnte
die Person nicht wissen, dass nach dem Umschalten eine andere Zusammensetzung
ausgebracht wurde. Alternativ kann der Spender an Stelle einer vorbestimmten
Menge der ersten Zusammensetzung eine voreingestellte Anzahl an
Portionen der ersten Zusammensetzung ausbringen, d. h. der pharmakologisch
aktiven Zusammensetzung mit der geringen Permeationsrate. Der Spender
würde dann
automatisch von der ersten auf die zweite Zusammensetzung umschalten;
an diesem Punkt könnte
der Benutzer nichts mehr entnehmen und wüsste die zweite Zusammensetzung
zu diesem Zeitpunkt zu verwenden. In dieser Betriebsweise würde beispielsweise
der Spender etwa 7, 14, 28 oder 56 Portionen ausbringen, je nachdem
ob die erste Zusammensetzung über
7 oder 14 Tage ausgebracht werden sollte und ob die Dosierung 4-mal
täglich,
2-mal täglich
oder 1-mal täglich
erfolgen sollte. Diese Parameter könnten bei der Herstellung oder
nach Verordnung des Arztes durch den Apotheker in das Gerät eingegeben
werden.
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Für zwei von
der Erfindung umfasste Zusammensetzungen, worin eine Zusammensetzung
einen Wirkstoff in einem pharmazeutisch verträglichen Vehikel, Träger oder
Exzipienten umfasst und die andere Zusammensetzung einen Permeationsenhancer
umfasst, können
die Zusammensetzungen spezifisch in einer dualen Spenderverpackung,
in einer Doppelkammerpackung oder in einem transdermalen Darreichungssystem,
das gebrauchsfertig zur topischen Applikation durch den Benutzer
oder Patienten ist, verpackt sein (z. B. siehe 2, 3 und 4).
Der Benutzer oder Patient würde üblicherweise
die zwei Zusammensetzungen gleichzeitig auf dem behandelten Breich
oder Hautbereich anwenden und danach die Zusammensetzungen in situ
durch Fingerdruck oder einer reibenden Bewegung vermischen, um die
aktive Behandlungszusammensetzung zur topischen Penetration zu erzeugen.
Die zwei Zusammensetzungen können
auch in der Packung oder dem Spender durch Bruch einer Membran oder
eines Siegels gemischt werden, die (das) die ersten und zweiten
Zusammensetzungen trennt, und dadurch wird eine Lösung oder
Emulsion in der Packung zur topischen Verabreichung oder Applikation
der aktiven Zusam mensetzung auf der Haut erzeugt. Geeignete Packungen
und Vorrichtungen für
solche Zwecke sind im Handel erhältlich.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
stellen eine Art und Weise bereit, mit der viele verschiedene Wirkstoffe
oder Medikamente, die eine geringe topische Absorption aufweisen
oder deren Dosierung in hohen Konzentrationen erforderlich ist,
effektiv topisch verabreicht werden können, z. B. in einem transdermalen
System. Ein bevorzugtes Mittel zur Aufnahme und Darreichung einer
physisch getrennten Wirkstoffzusammensetzung und Permeationsenhancer-Zusammensetzung
auf die Haut ist folglich das des transdermalen Pflasters oder einer ähnlichen
Vorrichtung wie im Stand der Technik bekannt und beschrieben. Beispiele derartiger
Vorrichtungen sind in den US-Patenten 5,146,846, 5,223,262, 4,379,454
und in der internationalen Patentanmeldung WO 92/17183 angegeben.
Die transdermale Art der Aufbewahrung und Darreichung der Zusammensetzungen
auf die Haut und Bildung der aktiven Zusammensetzung ist bequem
und gut an die Zwecke der Erfindung angepasst. Im Allgemeinen besteht
eine transdermale Darreichungsform für die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
aus zwei Kammern, Reservoiren oder Kompartimenten, die physisch
durch eine undurchlässige
Membran, Wand, Siegel oder Trennwand getrennt sind, die (das) unmittelbar
vor oder genau zum Zeitpunkt der topischen Befestigung des Mittels
oder der Vorrichtung an der Hautfläche eingedrückt oder zerbrochen werden
kann, wenn es der Benutzer gezielt zerbricht (siehe 2–4).
Die Membran und dergleichen bewirken eine separate und getrennte
Lagerung der zwei Zusammensetzungen und verhindern vor dem Zerreißen der
Membran ein Durchsickern oder eine Diffusion des Inhalts eines Kompartiments
in das andere Kompartiment während
der normalen und routinemäßigen Herstellung,
des normalen und routinemäßigen Verpackens,
der normalen und routinemäßigen Lagerung
und einer eventuellen Applikation auf der Haut.
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Die
Unterseite der unteren Fläche
oder Grundfläche
der transdermalen Vorrichtung wird an einem ausgewählten lokalisiertem
Hautbereich befestigt; die obere Fläche ist im Wesentlichen parallel
zu der Hautfläche und
kann angehoben oder von der Hautfläche wegbewegt werden. In einem
der separaten Kompartimente der Vorrichtung befindet sich die Wirkstoffzusammensetzung,
die in der Formulierung in einem pharmakologisch verträglichen
Vehikel stabil ist. Das zweite Kompartiment enthält die Zusammensetzung mit
dem Permeationsenhancer. Nach dem Anbringen der Transmembranvorrichtung
auf der Haut und gezieltem und anhaltendem Fingerdruck auf die obere
Fläche
der Vorrichtung reisst die Membran oder Trennwand zwischen den Kompartimenten
und bricht, und die zwei ursprünglich
getrennt aufbewahrten Zusammensetzungen werden durch eine kreisförmige oder
kräftige
reibende Bewegung mit den Fingern auf der Oberfläche des Pflasters unter Bildung der
aktiven, den Wirkstoff und ebenfalls den Permeationsenhancer umfassenden
Zusammensetzung auf der Haut gemischt.
-
Wenn
für die
Vorrichtung mehr als zwei getrennte Kompartimente vorgesehen sind,
können
weitere pharmazeutisch verträgliche
Verbindungen, einschließlich
verschiedener Arten an Wirkstoffen und/oder Permeationsenhancern
darin gelagert, gemischt und transdermal einem Patienten wie gewünscht oder
zugesichert verabreicht werden. Diesbezüglich umfasst eine Ausführungsform
der Erfindung mehr als eine Wirkstoffzusammensetzung und/oder mehr
als eine Permeationsenhancer-Zusammensetzung,
die bis zum topischen Auftrag auf einer Hautstelle separat in getrennten
Kompartimenten, Behältern,
Reservoiren und dergleichen in Abhängigkeit von der Art der Aufbewahrungs-
und Darreichungsvorrichtung enthalten sein können. Das Mischen oder Vermengen
der verschiedenen Zusammensetzungen kann dann gleichzeitig mit dem
Auftrag oder unmittelbar oder kurze Zeit nach dem Auftrag der Zusammensetzungen
auf der Haut erfolgen wie zuvor beschrieben. Zusätzlich kann man eine Vormischung
der erfindungsgemäßen Komponentenzusammensetzungen
oder einer Unterkombination davon unmittelbar oder kurze Zeit vor
den topischen Auftrag auf die Haut herstellen und die anderen Komponentenzusammensetzungen
zum Zeitpunkt dem topischen Auftrag der Vormischung beigefügen und
mit ihr kombinieren.
-
Im
Hinblick auf das zuvor Gesagte versteht es sich, dass eine Vielzahl
von Vorrichtungen und Behältern
zur Aufnahme und/oder Lagerung und Anwendung des Wirkstoffs und
des Permeationsenhancers und deren pharmazeutisch verträglichen
Träger,
Excipienten oder Formulierungen in der Erfindung verwendet werden
können.
Die Art der Vorrichtung sollte keine Auswirkungen auf den Umfang
oder die Durchführbarkeit
des Verfahrens haben, vorausgesetzt, dass die den Wirkstoff umfassende
Zusammensetzung und die den Permeationsenhancer umfassende Zusammensetzung
während
der Lagerung getrennt aufbewahrt werden und sich erst zum Zeitpunkt
der Verwendung, unmittelbar vor der Verwendung oder kurze Zeit vor
der Verwendung mischen oder vereinigen können. Die Zusammensetzungen
können
kurz vor der Verwendung vorgemischt werden, entweder innerhalb oder
außerhalb
der Vorrichtung, und danach wird die endgültige aktive Zusammensetzung
topisch auf die Haut aufgetragen.
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Eine
weitere neue Art und Weise, die aktive Wirkstoffkomponente vor der
Verwendung abgetrennt von der inkompatiblen Permeationsenhancer-Komponente aufzubewahren
und darzureichen, umfasst das Lösen oder
Formulieren des Wirkstoffs in einem kompatiblen, pharmazeutisch
verträglichen
Lösungsmittel
oder in einem als Excipient geeignetem Vehikel und das anschließende Einkapseln
der Wirkstofflösung
oder -formulierung in Mikrokapseln, Mikropartikeln, Mikrosphären oder
Kombinationen davon. Die wirkstoffhaltigen Mikrokapseln werden in
einer geeigneten Zusammensetzung wie einem Gel oder einer Creme
suspendiert, die einen Permeationsenhancer enthält und als ein äußeres Lösungsmittel
dient, in dem die wirkstoffhaltigen Mikrokapseln suspendiert sind.
In einem solchen Aufbewahrungs- und Darreichungsmittel sind die
Mikrokapseln beispielsweise aus einer Substanz oder einem Material
hergestellt, das keine Diffusion in oder aus der Mikrokapsel erlaubt
und kein nennenswertes Auslaugen ihrer Inhalte zulässt. Die
Mikrokapseln können
jedoch unter Fingerdruck reissen, zerbrechen oder zerteilt werden,
beispielsweise nachdem die die Mikrokapseln umfassende Zusammensetzung
auf der Haut aufgetragen ist und durch den Benutzer auf der Hautfläche verrieben oder
vermengt wird. Das Reiben oder Mischen der Zusammensetzung, die
Mikrokapseln mit eingekapseltem Wirkstoff umfasst, zum Zeitpunkt
der Anwendung auf der Haut ermöglicht
die Freisetzung des Wirkstoffs aus den eingerissenen, zerbrochenen
oder zerteilten Mikrokapseln und ermöglicht das Mischen des freigesetzten Wirkstoffs
mit dem äußeren, den
Permeationsenhancer umfassenden Lösungsmittel. Folglich werden
dem Benutzer an der Applikationsstelle eine Mischung und Kombination
des aktiven Wirkstoffs und des Permeationsenhancer in einer Ausgangszusammensetzung
wie gewünscht
bereitgestellt.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung können,
je nach Art der verwendeten Vorrichtung oder des verwendeten Darreichungsmittels,
mehrere Kompartimente, Kammern, Reservoire, Behälter, Flaschen oder Phiolen,
eine Reihe von Komponenten in getrennter Form enthalten, aus denen
die Wirkstoffzusammensetzung und/oder die Permeationsenhancer-Zusammensetzung,
d. h. Mehrkomponenten-Zusammensetzungen, bestehen. Die getrennten
Komponenten werden schließlich
zum oder kurz vor dem Zeitpunkt der Verwendung unter Bildung der
aktiven Zusammensetzung gemischt. Das Mischen der Komponenten kann
zum Zeitpunkt des topischen Auftrags und des Vermengens auf der
Körper-
oder der Hautoberfläche
erfolgen. Alternativ können
die Komponenten unter Bildung der Wirkstoffzusammensetzung und der
Permeationsenhancer-Zusammensetzung vorgemischt werden und die zwei
Zusammensetzungen können
auf die Haut aufgetragen und darauf innerhalb einer festgelegten
Zeitspanne nach der Bildung der Vormischung gemischt werden, um so
die aktive Zusammensetzung zu bilden. Auf diese Weise kann man bei spielsweise
die Komponenten einer Wirkstoffzusammensetzung vor dem Gebrauch
getrennt halten und diese dann mischen, um die vollständige Wirkstoffzusammensetzung
zum Zeitpunkt der Verwendung zu schaffen. Die vollständige Wirkstoffzusammensetzung
wird zum Zeitpunkt der Verwendung noch mit der den Permeationsenhancer
umfassenden Zusammensetzung vermischt, um die aktive Wirkstoffzusammensetzung
mit erhöhter
Hautpenetration herzustellen.
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In
der vorliegenden Erfindung brauchbare Wirkstoffe können in
beliebiger pharmazeutisch verträglicher
chemischer Form wie als Säure,
Base, Salz, Ester, Ether, Amid, Amin vorliegen. Der Wirkstoff kann öllöslich und/oder
wasserlöslich
oder löslich
in pharmazeutisch verträglichen
Lösungsmitteln
wie Alkoholen, Glykolen und Ethern sein. Als nur ein Beispiel dieses
neuen Aspekts der Erfindung befindet sich eine Komponente einer
Wirkstoffzusammensetzung, die eine bestimmte verträgliche chemische
Form des Wirkstoffs, beispielsweise ein Salz oder eine Säure enthält, in einem
Kompartiment. Eine Zusammensetzung mit einem Permeationsenhancer
in einer Formulierung zur topischen Applikation, z. B. Gel, Creme,
Salbe, Lotion, Lösung
befindet sich in einem zweiten Kompartiment. Ein als Exzipient geeignetes
Vehikel für
die Wirkstoff- und Permeationsenhancer-Komponenten befindet sich
in einem dritten Kompartiment, wobei der als Vehikel geeignete Exzipient
besondere Eigenschaften wie pH, Ionenstärke, Pufferkapazität, Lösevermögen und
dergleichen aufweist und beim Mischen mit dem Inhalt des ersten
Wirkstoff-Kompartiments und dem Inhalt des zweiten Permeationsenhancer-Kompartiments
eine thermodynamisch aktive Zusammensetzung für den Wirkstoff und den Permeationsenhancer
bildet, so dass sie eine maximale Aktivität bezüglich der Verteilung und Permeation
durch die Haut aufweisen. Alle drei separat aufbewahrten Zusammensetzungen
werden gleichzeitig oder nacheinander auf die Haut aufgetragen und
darauf durch Reiben an der Auftragstelle unter Bildung der aktiven
Zusammensetzung gemischt oder vermengt. Die aktive Zusammensetzung
umfasst die effektive und aktive chemische Form des Wirkstoffs,
die in situ nach dem Vermengen gebildet wird. Vorzugsweise werden
die relativen Mengen an Lösungsmittel,
Wirkstoff und Permeationsenhancer, die in der endgültigen aktiven
Zusammensetzung vorliegen, so gewählt, dass die endgültige Zusammensetzung
im Hinblick auf den Wirkstoff und den Permeationsenhancer gesättigt ist.
Der pH, das Lösevermögen und
die Ionenstärke
der endgültigen
aktiven Zusammensetzung werden so geplant, dass die maximale thermodynamische
Aktivität
des Wirkstoffs und des Permeationsenhancers gesichert ist, und dies
führt zu
einer vorteilhaften Verteilung des Wirkstoffs in der Haut. In der
aktiven Zusammensetzung werden die die Salz- oder Säureform
des Wirkstoffs umfassende Zusammensetzung und die den Permeationsenhancer
umfassende Zusammensetzung gemischt, so dass die Penetration des
aktiven Wirkstoffs in und durch die Haut beschleunigt wird, indem
sich eine höhere
Penetrationsrate einstellt, relativ zu derjenigen, die der Wirkstoff
in Abwesenheit des Permeationsenhancers aufweist. Dieser Aspekt
der Erfindung umfasst die Verwendung eines Wirkstoffs in der Form
eines Propharmakons in einem Kompartiment, das nach dem Mischen
und Vermengen mit dem als Exzipienten geeigneten Vehikel in einem zweiten
Kompartiment wie zuvor beschrieben und dem Permeationsenhancer an
der Auftragsstelle auf der Haut in die aktive Form des Wirkstoffs überführt wird.
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Als
ein spezielleres Beispiel kann man die Zusammensetzung mit dem Phospholipase-A2-Inhibitor BMS-188184-01
in der Disäureform,
wie nachfolgend im Beispiel 2 beschrieben, herstellen und in einem
Kompartiment unterbringen; ein Vehikel mit einem pH (z. B. ein pH
von etwa 7,9 bis 8,5) herstellen und in einem zweiten Kompartiment
unterbringen und eine Dodecyl-N,N-dimethylaminoacetat umfassende
Zusammensetzung, die üblicherweise
für eine
Langzeitlagerung mit der Phospholipase-A2-Inhibitorverbindung in
dem ersten Kompartiment und mit dem Vehikel in dem zweiten Kompartiment
inkompatibel ist, herstellen und in einem dritten Kompartiment unterbringen.
Bei gleichzeitigem Auftragen auf die Haut oder Vormischen und anschließendem Auftragen
der Vormischung auf die Haut kurze Zeit nach der Bildung der Vormischung
werden die drei Zusammensetzungen vermengt und die solubilisierte
Form des Phospholipase-A2-Inhibors wird gebildet und mit dem bevorzugten
Permeationsenhancer kombiniert, was dazu führt, dass die aktive Zusammensetzung eine
hohe Hautpenetrationsrate aufweist. Es ist bevorzugt, dass die endgültig gemischte
aktive Zusammensetzung so konzipiert ist, dass sie für die maximale
thermodynamische Aktivität
des Wirkstoffs und des Permeationsenhancers sorgt. Es ist für den Fachmann
offensichtlich, dass die Anzahl der Zusammensetzungen zur Herstellung
und Verwendung in der Erfindung zwei oder mehr betragen kann, was
von der Art des Wirkstoffs und den Formulierungen abhängt, die
gewünscht
oder erforderlich sind, um die aktive Zusammensetzung mit dem aktiven
Wirkstoff und dem Permeationsenhancer zu komplettieren. Ersichtlich
kann man auch einen oder mehrere Wirkstoffe und einen oder mehrere
Permeationsenhancer zubereiten, separat aufbewahren, gemeinsam auf
die Haut auftragen oder innerhalb einer kurzen Zeitspanne nacheinander
auftragen, sofern notwendig oder gewünscht. Wenn Zusammensetzungen
mit mehreren Wirkstoffen und Permeationsenhancern zusammen verwendet
werden, müssen
sie natürlich
kompatibel, sicher und wirksam in der aktiven, zur topischen Anwendung
und Hautpermeation gebildeten Zusammensetzung sein.
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Alternativ
kann man eine erste, den Wirkstoff in einem speziellen Vehikel umfassende
Zusammensetzung herstellen und in einem Behälter unterbringen und eine
zweite Zusammensetzung herstellen, die das Lösungsmittel für den Wirkstoff
ist und auch den Permeationsenhancer umfasst, insbesondere einen
Permeationsenhancer, der Instabilität und/oder Abbau des Wirkstoffs
verursacht, und in einem zweiten Behälter unterbringen. Wenn die
erste und die zweite Zusammensetzung 1) gemeinsam auf den Körper oder
der Haut aufgebracht und topisch an der Stelle gemischt werden;
2) innerhalb kurzer Zeit nacheinander aufgetragen und auf der Hautstelle
gemischt werden, oder 3) vorgemischt und dann kurze Zeit nach dem
Vormischen auf die Haut aufgetragen werden, wird die Wirkstoffzusammensetzung
in der Zusammensetzung mit dem Permeationsenhancer als Lösungsmittel
solubilisiert und die Hautpenetration des so solubilisierten Wirkstoffs
ist gegenüber
der des Wirkstoffs in Abwesenheit eines solchen Lösungsvermittlers
beschleunigt.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
sind für
eine beliebige medizinische, kosmetische, protektive oder sonstige
Behandlung einer Körperfläche an einem
beliebigen Teil des Körpers,
einschließlich
der Haut, Kopfhaut, Nägel
und der oralen, genitalen und rektalen Schleimhaut, in Gegenwart
oder Abwesenheit von Haaren geeignet. Wie hierin zuvor beschrieben
sind die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
für die Verabreichung
von Wirkstoffen in den großen
Blutkreislauf über
eine transdermale Route vorteilhaft, wobei zur systemischen Therapie
ein Wirkstoff topisch zur Absorption durch die Haut aufgetragen
wird.
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Es
ist für
den Fachmann offensichtlich, dass, sofern zweckdienlich, pharmazeutisch
oder dermatologisch verträgliche
Salze der zuvor beschriebenen pharmakologischen Wirkstoffe verwendet
werden können. Beispielsweise
umfasst ein pharmazeutisch oder dermatologisch verträgliches
Salz ein pharmazeutisch verträgliches
Salz eines Wirkstoffs, das therapeutische Eigenschaften in Säugern, einschließlich des
Menschen, aufweist. Die Herstellung solcher Salze ist dem Fachmann
auf dem Gebiet der Pharmazie bekannt. Im Allgemeinen können pharmazeutisch
verträgliche
Salze eines Wirkstoffes Acetate, Maleate, Napsilate, Tosylate, Succinate,
Palmitate, Stearate, Oleate, Palmoate, Laurate, Valerate, Sulfate,
Tartrate, Citrate und Halogenide, z. B. Iodide, Chloride, Hydrochloride,
Bromide und Hydrobromide umfassen.
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Beispiele
für dermatologisch
verträgliche
Vehikel zur Formulierung mit einem pharmazeutisch aktiven Wirkstoff
der Erfindung umfassen ein geeignetes nicht toxisches oder pharmazeutisch
verträgliches
topisches Trägermaterial
oder Vehikel wie Zubereitungen in Form einer Lösung, Suspension, Emulsion,
Lotion, Salbe, Emollients, Wundsalbe, Unguentum, Creme, Gels, Sols,
Kataplasmas, Emplastrums, Pflasters, Folie, Bandage oder Wundverbands,
die dem Fachmann auf dem Gebiet der topischen pharmazeutischen Formulierung sämtlich bekannt
sind.
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Wenn
ein Wirkstoff und/oder Permeationsenhancer keine Langzeitlagerstabilität in der
aktiven Zusammensetzung hat, die eine maximale thermodynamische
Aktivität
haben soll, müssen
Modifikationen vorgenommen werden, je nachdem, ob der Wirkstoff
und/oder Permeationsenhancer öllöslich oder
wasserlöslich
ist. Wenn der Wirkstoff beispielsweise öllöslich ist, kann er zur Bildung
einer ersten Zusammensetzung mit Langzeitstabilität in einem
wässrigen
System suspendiert oder in einem nicht wässrigen, ölhaltigen System solubilisiert
oder suspendiert sein. Wenn der Permeationsenhancer keine Langzeitstabilität hat, kann
man ihn in ähnlicher
Weise von der Wirkstoffzusammensetzung in Form einer zweiten Zusammensetzung
getrennt halten. Eine dritte Zusammensetzung ist dann vorgesehen,
so dass der Wirkstoff und Permeationsenhancer eine maximale thermodynamische
Aktivität
für Wirkstoff
und Permeationsenhancer aufweisen, wenn die endgültige aktive Zusammensetzung
durch Mischen der drei getrennten, zuvor beschriebenen Zusammensetzungen
gebildet wird.
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Das
folgende hypothetische Beispiel soll diesen Aspekt der Erfindung
erläutern.
In diesem Beispiel muss eine Formulierung eine aktive Zusammensetzung
bilden, in der ein öllöslicher
Wirkstoff und ein öllöslicher
Permeationsenhancer in solchen Mengen vorliegen, dass jeder eine
maximale thermodynamische Aktivität aufweist; wenn jedoch der
Wirkstoff und der Permeationsenhancer kombiniert werden, weisen
sie nicht die notwendige Langzeitstabilität auf. Ein Weg, den die vorliegende
Erfindung zur Lösung
dieses Problems aufzeigt, besteht darin, dass der Wirkstoff in einer
wässrigen
Creme-Grundlage (Öl-in-Wasser-Emulsion)
als erste Formulierung, die in einem ersten Kompartiment aufbewahrt
wird, suspendiert und der Permeationsenhancer dann in einem ölhaltigen
Träger
als zweite Formulierung, die in einem zweiten Kompartiment aufbewahrt
wird, gelöst
wird. Um das Lösevermögen zu gewährleisten,
werden ein Lösungsmittel
ebenso wie pH-Modifizierer und Puffer, sofern erforderlich, als
dritte Formulierung auf wässriger
Gelgrundlage formuliert, die in einem dritten Kompartiment aufbewahrt
wird. Die Inhalte des ersten, zweiten und dritten Kompartiments
werden auf einem zu behandelnden Hautbereich gemischt und unter
Bildung der aktiven Zusammensetzung zum Zeitpunkt der Verwendung
vermengt.
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Im
Allgemeinen unterliegt die Hautpermeationsrate (d. h. die maximale
thermodynamische Aktivität) folgender
Reihenfolge: Die Hautpermeationsrate einer optimal solubilisierten
Lösung
(in anderen Worten, eine gesättigte
Lösung)
ist größer als
die einer verdünnten
Lösung.
Man muss den Effekt der Kombination der Lösungsmittel in der endgültigen aktiven
Zusammensetzung auf die Löslichkeit
des Wirkstoffs, dessen Permeation erhöht werden muss, berücksichtigen.
Für Säuren und
Basen ist im Allgemeinen die Hautpermeationsrate für nicht
ionisierte Formen höher
als für
ionisierte Formen. Wie oben angegeben, ist es bevorzugt, dass die den
Permeationsenhancer umfassende Zusammensetzung so gestaltet ist,
dass der Permeationsenhancer seine maximale thermodynamische Aktivität in der
endgültigen
aktiven Zusammensetzung hat. Beispielsweise zeigen Permeationsenhancer
wie Menthon und d-Limonen eine optimale Performance in alkoholischen
Trägern,
während
der Hautpermeationsenhancer Natriumlaurylsulfat eine optimale Performance
in wässrigen
Zusammensetzungen, die eine optimale Menge an Propylenglykol enthalten,
zeigt.
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Es
gibt viele Hautpenetrations- oder Hautpermeationsenhancer, die in
der Erfindung brauchbar sein können.
Als ein optimaler Richtwert sollte ein bestimmter Permeationsenhancer
oder Kombination von Enhancern für
eine wenigstens 2-fache bis 5-fache, vorzugsweise wenigstens 10-fache,
bevorzugter wenigstens 30-fache und ganz besonders bevorzugt wenigstens
50- bis 80-fache oder höhere
Beschleunigung der Wirkstoffpermeation in die Haut sorgen, bezogen
auf den Grad der Permeation in Abwesenheit des Permeationsenhancers.
Beispiele für
geeignete Hautpermeationsenhancer zur Verwendung in der Erfindung
umfassen Alkohole (z. B. Ethanol, Propanol, Nonanol); Fettalkohole
(Laurylalkohol); Fettsäuren
(z. B. Valeriansäure,
Capronsäure,
Caprinsäure);
Fettsäureester
(z. B. Isopropylmyristat, n-Hexansäureisopropylester);
Alkylester (z. B. Ethylacetat, Butylacetat); Polyole (z. B. Propylenglykol,
Propandion, Hexantriol); Sulfoxide (z. B. Dimethylsulfoxid, Decylmethylsulfoxid);
Amide (z. B. Harnstoff, Dimethylacetamid, Pyrrolidon-Derivate);
oberflächenaktive Stoffe
(z. B. Natriumlaurylsulfat, Cetyltrimethylammoniumbromid, Polaxamere,
Spans, Tweens, Gallensalze, Lecithin); Terpene (z. B. d-Limonen, α-Terpenol, 1,8-Cineol,
Menthon); Alkanone (z. B. N-Heptan, N-Nonan); biologisch abbaubare
Hautpermeationsenhancer (z. B. Dodecyl-N,N-dimethylaminoacetat,
N,N-Dimethylaminoisopropionat)
und Wasser. Die Permeationsenhancer können als Lösungen, Suspensionen, Emulsionen, Gele,
Cremes, Lotionen, Salben, Pflaster, Verbände, Liposome, Aerosolsprays,
Kataplasmen, Emplastrum, Folien oder Bandage zubereitungen formuliert
werden, die dem Fachmann auf dem Gebiet der topischen pharmazeutischen
Formulierung sämtlich
bekannt sind.
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Die
Auswahl eines speziellen Permeationsenhancer zur Verwendung in der
Erfindung und die Ermittlung der entsprechenden Konzentrationen
an Wirkstoff und Permeationsenhancer kann, sofern notwendig oder
gewünscht,
durch den Fachmann unter Verwendung der Hautpermeation-Assays wie
hierin beschrieben, optimiert oder verändert werden.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
können
auch weitere Bestandteile der Art enthalten, die üblicherweise
von dem Fachmann auf dem Gebiet der Formulierung von Zusammensetzungen
zur topischen Applikation verwendet werden. Diese können beispielsweise
Träger,
Emollientien, oberflächenaktive Stoffe,
Emulgiermittel, Emulsionsstabilisatoren, Verdickungsmittel, Konservierungsmittel,
Antioxidantien, Polymere, Chelatbildner, Duftstoffe, Polymere, Haftmittel,
synthetische Membranen und Schutzfolien (Trennfolien) umfassen.
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Im
Vergleich zu Cremeformulierungen stellen Salben auf Petrolatumbasis
im Allgemeinen eine bessere Hautpermeation der darin enthaltenen
pharmakologischen Wirkstoffe bereit. Dies ist der okkludierenden
Beschaffenheit solcher Salben zuzuschreiben. Die Erfindung ermöglicht die
Formulierung von Salbenzusammensetzungen, die (einen) pharmakologische(n)
Wirkstoff(e) enthalten, zum Mischen mit Cremezusammensetzungen,
die Permeationsenhancer umfassen, mit den entsprechenden Anteilen
der Komponenten in den Zusammensetzungen, um eine aktive Cremezusammensetzung
mit einer erhöhten
Hautpenetrationsrate des (der) darin enthaltenem(n) Wirkstoff(s)
zu erzeugen. Außerdem
sind Salben auf Petrolatumbasis schmierig. In einigen Fällen kann
es wünschenswert
sein, weniger schmierige und kosmetisch attraktivere topische Produkte wie
Cremes, Lotionen, Gele und Lösungen
zu haben, deren Hautpenetration des pharmakologischen Wirkstoffs ähnlich denen
einer Salbe ist. Die Herstellung und Applikation solcher gewünschter
Produkte kann durch die vorliegende Erfindung erzielt werden.
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Als
allgemeiner Richtwert sollte ein bestimmter Wirkstoff während seiner
Haltbarkeitsdauer, insbesondere bei Formulierung mit anderen Komponenten
und/oder mit anderen Permeationsenhancern nicht signifikant abgebaut
werden; 90–95%
des Wirkstoffs sollten während
seiner Lagerzeit intakt und wirksam bleiben. Bei Wirkstoffen mit
einem geringen Stabilitätsprofil
setzt man im Durchschnitt 10 bis 30% mehr ein, um wenigstens eine
1- bis 4-jährige
Haltbarkeit bei Lagerung bei Raumtemperatur zu haben. Ein Wirkstoff,
der in einer Zusammensetzung wegen der Instabilität oder Inkompatibilität mit anderen
Bestandteilen, mit denen er formuliert ist, zersetzt wird, kann
im Laufe der Zeit zu inakzeptablen Konzentrationen an Abbauprodukten
führen. Wenn
solche Produkte beim Ausbringen oder topischen Auftragen auf die
Haut mit einem bestimmten Permeationsenhancer oder Gemischen davon
in der Zusammensetzung vorliegen, können sie beim Auftragen und Reiben
in die Haut eindringen und so das Eindringen nicht erwünschter
Abbauprodukten zusammen mit dem nicht abgebauten Wirkstoff in den
großen
Blutkreislauf eines Patienten ermöglichen. Wie beschrieben, führen die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
zu signifikanten Vorteilen gegenüber
dem Stand der Technik, da sie einen solchen Wirkstoffabbau und die
resultierenden potentiell schädlichen
Abbauprodukte ausschließen
und somit die vollständige
Permeation und Aktivität
des intakten, aktiven Wirkstoffs faktisch in Abwesenheit von Wirkstoffabbauprodukten
ermöglichen.
In ähnlicher
Weise schließen
die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
die Instabilität
und den Abbau des Permeationsenhancers aus, der bei Kombination
mit bestimmten Wirkstoffen ebenfalls potentiell gefährliche
Abbauprodukte während
der Langzeitlagerung mit solchen inkompatiblen Wirkstoffen hervorbringen
kann. In dieser Hinsicht verhindert die Erfindung außerdem das Aufbringen
von Abbauprodukten (entweder aus dem Wirkstoff oder aus dem Permeationsenhancer)
auf die Haut und vermindert dadurch das Risiko, dass solche Abbauprodukte
unabsichtlich in die Haut und den großen Blutkreislauf des Benutzers
oder Empfängers
gelangen. Die vorliegende Erfindung stellt auch ein Verfahren bereit,
bei dem die Überalterung
eines Wirkstoffs, der mit einem Permeationsenhancer instabil ist,
vermieden wird. Dies führt
zu einer signifikanten Kostenersparnis, insbesondere wenn der Wirkstoff
sehr teuer ist.
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Vorzugsweise
ist der pharmakologische Wirkstoff in der aktiven Zusammensetzung
in einer Menge von etwa 0,001 bis 80 Gew.-%, stärker bevorzugt 0,01 bis 20
Gew.-% vorhanden, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.
Die effektive Menge eines speziellen Wirkstoffs wird jedoch in Übereinstimmung
mit Parametern, die der Arzt oder Veterinärmediziner gut kennt, schwanken.
Diese Parameter umfassen den zu behandelnden Zustand, das Alter,
Geschlecht, Gewicht und den Gesundheitszustand der Einzelperson und
den ausgewählte
speziellen Wirkstoff.
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Im
Hinblick auf die vorstehende Beschreibung der Erfindung wird man
außerdem
erkennen, dass ein Fachmann eine spezielle und geeignete Kombination
von Wirkstoff und Permeationsenhancer problemlos ermitteln kann.
Ein Fachmann ist auch in der Lage, die entsprechenden Konzentrationen
an Wirkstoff und Permeationsenhancer wie benötigt oder erforderlich zu verändern, so
dass Nutzen und Vorteile der Erfindung klar zu erkennen sind. Als
nur ein signifikanter Vorteil der Erfindung sei genannt, dass die
Permeation eines Wirkstoffs, der nicht in die Haut eindringt oder
nur kaum in die Haut eindringt, erhöht und/oder beschleunigt werden kann,
indem der Wirkstoff oder ein Derivat davon mit einem Permeationsenhancer
kombiniert wird, mit dem der Wirkstoff ansonsten instabil ist und
sich zersetzt. Vor der vorliegenden Erfindung wäre der Fachmann folglich abgeneigt
gewesen, einen Wirkstoff mit einem Permeationsenhancer zu verwenden
und zu kombinieren, wenn ihre Inkompatibilität bekannt war und/oder ihre
Kombination und Verwendung zum Abbau eines ihrer Bestandteile führte.
-
Beispiele
-
Die
im Folgenden beschriebenen Beispiele sollen die verschiedenen Aspekte
zur Durchführung
der Erfindung erläutern.
Sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist, sind die Konzentrationen
der Komponentenbestandteile in Gew.-/Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Zusammensetzung, angegeben.
-
Beispiel 1
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A. in vitro-Hautpenetrationsstudie
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Das
folgende Prüfverfahren
kann mit menschlicher Haut durchgeführt werden, um die epidermale,
dermale oder transdermale Penetration der erfindungsgemäß eingesetzten
pharmakologischen Wirkstoffe zu ermitteln. Das Verfahren ist auch
auf die Haut anderer warmblütiger
Tiere, zum Beispiel Mäuse,
Ratten und Kaninchen anwendbar.
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1. Hautpräparation
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Man
verwendete normale, durch operative Brustverkleinerung erhaltene,
exzidierte humane Haut oder von der Firefighters Skin Bank erhaltene
Leichenbauchhautproben. Die Hautproben wurden in einer Tiefkühltruhe
bei –30°C bis zu
ihrer Verwendung gelagert. Es wurde nur normal aussehende Haut verwendet.
Anamnestische Hinweise auf chronische Krankheit, Hauterkrankung
oder Hautschädigung
schlossen die Verwendung solcher Hautproben von der Studie aus.
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Die
von der Firefighters Skin Bank erhaltene Haut wurde als sterile
Spalthaut, bei der der Großteil
der darunter gelegenen Dermis bereits entfernt war, geliefert. Die
Haut wurde aufgetaut und in gewöhnlicher
Kochsalzlösung
etwa 30 Minuten vor ihrer Verwendung gespült.
-
Die
durch operative Brustverkleinerung erhaltene Haut war eine Vollhaut.
Sie wurde bei Raumtemperatur in normaler Kochsalzlösung aufgetaut
und danach in einem Mikrotom mit Kohlendioxid gefroren und in einer
Schichtdicke von etwa 200 Mik rometer geschnitten. Danach wurde sie
in gewöhnlicher
Kochsalzlösung bis
etwa 8 Stunden vor ihrer Verwendung bei 5°C gelagert.
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2. Hautpenetration
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Die
Hautschnitte wurden auf flache Franz-Diffusionszellen mit einem
Diffusionsquerschnitt von 0,636 cm2 oder
1,8 cm2 gelegt. Eine 50 oder 100 Mikroliter
Probe einer Testformulierung wurde in dem Donor-Kompartiment auf
die Hautfläche
des Stratum corneums aufgetragen und das Rezeptor-Kompartiment wurde
mit 4 bis 8 ml gewöhnlicher,
bei pH 7,4 gepufferter Kochsalzlösung
oder mit 30%iger wässriger
Isopropanollösung gefüllt. Die
Wahl der Rezeptorflüssigkeit
hing von dem Wirkstoffkandidaten ab, dessen Penetration zu evaluieren
war. Das Hauptziel bestand darin, Sink-Bedingungen in dem Rezeptor-Kompartiment
aufrechtzuerhalten. Die Rezeptorflüssigkeit wurde während des
Versuchs gut durchrührt
und temperiert, indem man Wasser mit 37°C durch den Wassermantel der
Diffusionszelle zirkulierte. In geeigneten Zeitabständen wurden
150 bis 500 Mikroliter Proben aus dem Rezeptor-Kompartiment entnommen und auf den Wirkstoffgehalt
mittels HPLC oder Szintillationszählung zum Nachweis des radioaktiven
Wirkstoffs (zum Beispiel mit 14C oder 3H markiert) analysiert. Die Rezeptorflüssigkeit
wurde nach jeder Entnahme wieder aufgefüllt. Vor der Verwendung wurde
die gesamte Rezeptorflüssigkeit
sorgfältig
entgast.
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3. Hautretention (Zubereitung
der Epidermis und Dermis zur Analyse)
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Die
Hautpermeationsversuche wurden über
44 Stunden oder 68 Stunden durchgeführt und danach wurde das Stratum
corneum dreimal mit 0,5 ml Alkohol, anschließend einmal mit 0,5 ml einer
3%igen wässrigen
Tween 80 Lösung
und danach dreimal mit 0,5 ml deionisiertem Wasser gewaschen. Wattestäbchen (Q-Tips)
wurden während
des Spülens
verwendet, um die restliche Dosis von der Oberfläche wiederzugewinnen. Man schnitt
die der Formulierung ausgesetzte Haut kreisförmig ein. Die Epidermis wurde
am kreisförmigen
Schnitt langsam mit einem spitzen abgeflachten Spatel hochgehoben
und mit Hilfe einer Pinzette von der Dermis getrennt. Die Epidermis
und die Dermis wurden auf zuvor gewogene Teflonstreifen übertragen
und in einem Exsiccator bis zur Gewichtskonstanz 72 Stunden getrocknet.
Bei Verwendung von 30%igem wässrigen Isopropanol
als Rezeptorflüssigkeit
ließen
sich Epidermis und Dermis nicht trennen; in diesem Fall wurde die gesamte,
der Formulierung ausgesetzte Haut wie zuvor beschrieben gespült, geschnitten
und auf einen zuvor gewogenen Teflonstreifen übertragen und 72 Stunden getrocknet.
Die getrocknete Haut mit bekanntem Gewicht wurde danach in einen
5 ml Messkolben überführt, 2 ml
Soluene-350 wurden zugefügt
und der Kolben wurde 24 Stunden oder länger bis zur vollständigen Auflösung der
Hautproben in einen Ofen mit 30°C
gestellt. Die Inhalte der Messkolben wurden danach auf 5 ml mit
absolutem Ethanol aufgefüllt,
filtriert und mit Hilfe von HPLC auf den Wirkstoffgehalt untersucht.
Zur Evaluierung der Hautretention bei Wirkstoffen, die mit radioaktivem 14C oder 3H markierten
waren, wurde die in Soluene-350 gelöste Haut mit Hionic-Fluor Lösung gemischt und
vor dem Auszählen
der Radioaktivität
12 Stunden bei 5°C
gelagert.
-
Beispiel 2
-
(2Z,4Z)-3-Methyl-4-(3-carboxyphenyl)-5-[(1,2,3,4-tetrahydro-1,1,4,4-tetramethyl)-6-anthracenyl]-2,4-pentadiensäure (BMS-188184)
ist ein wirksamer Phospholipase-A2-Inhibitor (PLA2), hergestellt
von Bristol-Myers Squibb Company, wie beschrieben und angegeben
in dem U.S. Patent 5,436,369, auf dessen Offenbarung hiermit im
vollen Umfang Bezug genommen wird. Die Wirkstoffverbindung ist als
Di-Säure (C31H32O4;
MW 468,6; Bristol-Myers Squibb Bezeichnung: BMS-188184-01) und als Di-Kaliumsalz (C31H30O4K2; MW 544,78; Bristol-Myers Squibb Bezeichnung:
BMS-188184-02) brauchbar. Während
das Di-Kaliumsalz löslich
in Formulierungen auf Wasserbasis ist, ist die Di-Säure faktisch
unlöslich
in Formulierungen auf Wasser- oder Ölbasis. Die Di-Kaliumsalzform
des PLA2-Inhibitorwirkstoffs BMS-188184-02 wurde routinemäßig in den
vorliegend beschriebenen Versuchen verwendet. Außerdem stellte man fest, dass
der Phospholipase-A2-Inhibitorwirkstoff BMS-188184-02-, wie in den
Beispielen im Folgenden beschrieben, instabil in zahlreichen Permeationsenhancern
wie oberflächenaktiven
Stoffen, Fettsäuren,
Polyolen und verschiedenen pharmazeutischen Lösungmitteln, z. B. Wasser,
Polyethylenglykol (PEG), Alkohol und Propylenglykol und TranscutolTM (Ethoxydiglykol) und für eine Langzeitlagerung inkompatibel
damit ist.
-
BMS-188184-01
und ihre Salze sind in Gegenwart von Licht, oberflächenaktiven
Stoffen, Emulgatoren, Schwermetallverunreinigungen, Peroxiden und
verschiedenen pharmazeutischen Lösungsmitteln
sehr instabil. Außerdem
wurde die Stabilität
von BMS-188184-05 (Di-n-methylglucamin-Salz) (5A und 5B) in
verschiedenen pharmazeutischen Lösungsmitteln,
d. h. Propylenglykol (PG) in Handelsqualität, Propylenglykol in analytischer
Qualität,
TranscutolTM, Ethanol SD-40, PEG-8 und Wasser
mit der Zeit bei 30°C
und 40°C untersucht.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Stabilität von BMS-188184 in diesen
Lösungsmitteln
gering ist. Wenn weniger als 90% des Wirkstoffs in 10 Tagen, bezogen
auf dessen Anfangskonzentration, vorliegt, so beträgt die Lagerstabilität von BMS-188184
in diesen Lösungsmitteln
bei 30°C
weniger als 10 Tage. Dieses Beispiel veranschaulicht deutlich die
fehlende Langzeitlagerstabilität
von BMS-188184 (insbesondere bei Kombination als einpha sige Zusammensetzung)
in Gegenwart von Hautpermeationsenhancern wie Propylenglykol, PEG-8,
Ethanol SD-40, Wasser und Ethoxydiglykol.
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Beispiel 3
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in
vitro-Permeationsstudien an humaner Haut wurden durchgeführt unter
Verwendung von 1% BMS-188184-02 Formulierungen wie in den nachfolgenden
Tabellen 1 und 2 beschrieben.
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Tabelle
1
Formulierung auf GEAHLENE
** Grundlage
mit 1% BMS-188184-02
-
Tabelle
2
Salbenformulierungen mit 1% BMS-188184-02
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Formulierung
1 (Tabelle 1) ist ein Mineralölträger, der
mit dem geschützten
Polymer GEAHLENE verdickt ist und wird künftig im Folgenden als GEAHLENE-Grundlage bezeichnet.
Formulierung 2 (Tabelle 1) ist eine Formulierung auf GEAHLENE-Grundlage,
die den bekannten Hautpermeationsenhancer BMS-203322 (2 N-Nonyl, 1,3 Dioxan)
enthält.
Tabelle 2 beschreibt Formulierungen auf Petrolatumsalbengrundlage
mit verschiedenen bekannten Hautpermeationsenhancern. Formulierung
3 (Tabelle 2) enthält
Dibutyladipat (DBA) und Isopropylmyristat (IPM) als Hautpermeationsenhancer,
während
Formulierungen 4 und 5 (Tabelle 2) IPM und Glycerinmonocaprylat
(GMC) beziehungsweise IPM plus BMS-203322 als Hautpermeationsenhancer
enthalten. Es ist selbstverständlich,
dass die verschiedenen Bestandteile der in den Tabellen 1 und 2
angegebenen Formulierungen aufgrund ihren Eigenschaften und/oder
Funktionen in den Formulierungen verwendet wurden. Demgemäß können andere
Bestandteile mit gleichen oder ähnlichen
Eigenschaften und/oder Funktionen als Ersatz für einen speziellen Bestandteil
verwendet werden, sofern erforderlich oder gewünscht. Auch kann ein spezieller
Bestandteil mehr als eine Funktion haben. In diesen Formulierungen
können
beispielweise DBA und IPM als Emollentien/Permeationsenhancer fungieren;
Petrolatum kann als ein Okklusiv/Emollient dienen; und Aluminum-Stärkeoctenylsuccinat
kann die Fettigkeit herabsetzen und erweichende Eigenschaften haben
wie dem Fachmann bekannt. Zusätzlich
können
Ozokerit und Bienenwachs als Verdicker in den Formulierungen 3,
4 und 5 dienen, während
BHT und Ascorbylpalmitat als Antioxidantien fungieren.
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Die 6 und 7 zeigen
die Hautpermeationsprofile der in den Tabellen 1 und 2 beschrieben
Formulierungen mit 1% BMS-188184-02. Die Reihenfolge der Hautpermeation
war folgende: Petrolatumsalbe mit DBA/IPM (Formulierung 3) = Petrolatumsalbe
mit IPM und BMS-203322 (Formulierung 4) > GEAHLENE-Grundlage mit BMS-203322 (Formulierung
2) = GEAHLENE-Grundlage (Formulierung 1) > Petrolatumsalbe mit IPM und GMC (Formulierung
5). Im Vergleich zu der GEAHLENE-Grundlage (Formulierung 1) zeigten Formulierungen
3 und 4 (enthaltend DBA/IPM, beziehungsweise BMS-203322) eine 1,5fache
Beschleunigung der Hautpermeation von BMS-188184-02. Diese 1,5fache
Beschleunigung der Permeation kann für einen wahrnehmbaren Unterschied
in der klinischen Aktivität
nicht ausreichend signifikant sein. Demgemäß gilt eine mindestens 2fache
Beschleunigung der Hautpermeation des Wirkstoffs als signifikant.
Die Salbenformulierung mit dem bekannten Hautpermeationsenhancer
GMC zeigte eine 50%ige Herabsetzung der Hautpermeation von BMS-188184-02,
bezogen auf die Formulierung auf GEAHLENE-Grundlage.
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Die
in diesem Beispiel dargestellten Ergebnisse deuten somit an, dass
man a priori nicht vorhersagen kann, ob ein Hautpermeationsenhancer
die Permeation eines bestimmten Wirkstoffs erhöht; die vorliegende Erfindung
stellt jedoch ein Mittel zur Erhöhung
der Permeation eines speziellen Wirkstoffs, ungeachtet einer geringen
Permeationsrate des Wirkstoffs und einer Langzeitinkompatibilität zwischen
Wirkstoff und einem Permeationsenhancer bereit. In dem vorliegenden
Fall vermag beispielsweise GMC nicht die Permeation von BMS-188184-02
zu beschleunigen, weil es einen Komplex mit dem Wirkstoff gebildet
haben kann oder die thermodynamische Aktivität von GMC in der zuvor beschriebenen
nicht-wässrigen
Petrolatumgrundlage nicht ausreichend hoch sein kann. Deshalb ist
es wichtig, dass die maximale thermodynamsiche Aktivität des Permeationsenhancer
in der endgültigen
aktivien Zusammensetzungen vorliegt. Es wird bevorzugt, dass GMC
in einer wässrigen
Formulierung auf Cremebasis vorliegt; da jedoch GMC ein oberflächenaktiver
Stoff in Grundlagen auf Wasserbasis ist, ist es mit BMS-188184-02
in wässrigen
Formulierungen im Hinblick auf eine Langzeitlagerstabilität inkompatibel.
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Die
gesteigerte Stabilität
von BMS-188184-02 in verschiedenen Formulierungen mit Permeationsenhancern
ist in Tabelle 3 angegeben.
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Tabelle
3
Stabilität
von 1% BMS-188184-02 in Formulierungen mit verschiedenen Hautpermeationsenhancern
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Es
ist offensichtlich, dass BMS-188184-02 keine Langzeitstabilität in Gegenwart
von Hautpermeationsenhancern wie Salicylsäure, Caprylsäure und
GMC in Systemen mit einer einzigen Zusammensetzung hat. BMS-188184-02
ist stabil in GEAHLENE-Grundlage, die Mineralöl umfassen, und in Petrolatumsalben,
die Fettsäureester
wie IPM und DBA umfassen. Diese Permeationsenhancer zeigen jedoch
bei Verwendung in einem System mit einer einzigen Zusammensetzung/einem
einzigen Kompartiment keine zweifache oder höhere Permeationsbeschleunigung
von BMS-188184-02 im Vergleich zu Formulierungen auf GEAHLENE-Grundlage.
Demgemäß stellt
die vorliegende Erfindung ein neues und vorteilhaftes Mittel bereit,
um die Einschränkungen
bei Verwendung von Hautpermeationsenhancern mit einem Wirkstoff
in einem System mit einer einzigen Zusammensetzungen zu überwinden,
insbesondere, wenn die Enhancer mit dem Wirkstoff inkompatibel sind
oder der Wirkstoff mit den Enhancern und/oder den übrigen Bestandteilen
oder Komponenten in der endgültigen
aktiven Zusammensetzung inkompatibel ist.
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Beispiel 4
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Man
führte
in vitro-Hautpermeationsversuche unter Verwendung von Leichenhaut
durch, wobei der Phospholipase-A2-Inhibitorwirkstoff in einer ersten,
den Wirkstoff und die pharmakologisch verträglichen Bestandteile umfassenden
Zusammensetzung unter Bildung einer Salbe formuliert wurde. Die
erste Salbenzusammensetzung, die 2% Di-Kaliumsalz des Phospholipase-A2-Inhibitorwirkstoffs,
bezeichnet als BMS-188184-02, umfasste und in Petrolatumsalbe formuliert
war, ist in Tabelle 4, Formulierung 6 angegeben.
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Tabelle
4
Salbenformulierung mit 2% BMS-188184-02
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Tabelle
5 gibt die Stabilität
einer 5%igen Salbe, die BMS-188184-02 in einem Salbenträger umfasste, der ähnlich dem
in Formulierung 6, Tabelle 4 angegebenem ist:
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Eine
zweite Zusammensetzung mit verschiedenen Permeationsenhancer, die
beim Mischen und Langzeitlagerung mit dem Phospholipase-A2-Inhibitor
inkompatibel sind, wurde als Creme formuliert und enthielt Petrolatum,
Dimethicon, Steareth-2, Steareth-21, Laureth-23, Cetylalkohol, Carbomer
934, Natriumhydroxid, Benzylalkohol, Diazolidinylharnstoff, Propylenglykol,
Wasser und entweder 2% Decylmethylsulfoxid (Formulierung 8, Tabelle
6) als Permeationsenhancer oder 0,8% Natriumlaurylsulfat (Formulierung
7, Tabelle 6) als Permeationsenhancer.
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Tabelle
6
Cremeformulierung, enthaltend 0,8% SLS oder 2% Decylmethylsulfoxid
als Hautpermeationsenhancer
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Eine
weitere, ein Terpen als Permeationsenhancer umfassende Zusammensetzung
wurde als Gel formuliert, das SDA-40 Alkohol (d. h. Ethylalkohol),
Hydroxypropylcellulose, Wasser und entweder 5% Menthon (Formulierung
10, Tabelle 7) als Terpenpermeationsenhancer oder 5% d-Limonen (Formulierung
9, Tabelle 7) als Permeationsenhancer umfasste.
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Tabelle
7
Gelformulierung, umfassend 5% d-Limonen oder 5% Menthon als
Hautpermermeationsenhancer
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Die
repräsentativen,
in den Tabellen 4, 6 und 7 veranschaulichten Formulierungen in Form
dualer Systeme wurden so geplant, dass sie eine maximale thermodynamische
Aktivität
des Wirkstoffs und des Permeationsenhancer aufweisen, wenn sie unter
Bildung der endgültigen
Zusammensetzung gemischt werden. Die erste, 2 % BMS-188184-02 umfassende,
in Tabelle 4 (Formulierung 6) angegebene Formulierung weist für den Wirkstoff
eine Langzeitlagerstabilität
auf. Die zweiten, in Tabelle 6 angegebenen Cremezusammensetzungen (Formulierungen
7 und 8) umfassten die Hautpermeationsenhancer SLS (Formulierung
7) und Decylmethylsulfoxid (Formulierung 8). Diese Permeationsenhancer
weisen eine maximale thermodynamische Aktivität in einer Creme auf Wassergrundlage
auf, die eine optimierte Menge an Lösungsmittel und Permeationsenhancer (z.
B. Propylenglykol) und des okklusiven Agens Petrolatum umfasst.
Der pH der Creme beträgt
etwa 7,5 bis 8,3, was ein optimales pH-Milieu zum Lösen des
Wirkstoffs BMS-188184-02 ist. Die Cremeformulierung enthielt 2 Gew.-/Gew.-%
Propylenglykol, was gerade ausreichend ist, um eine gesättigte Lösung des
Wirkstoffs in der endgültigen
aktiven Zusammensetzung, die durch Mischen der Wirkstoff- und Permeationsenhancerzusammensetzungen
auf der Haut und anschließendes
Verdunsten des Wassers gebildet wird, zu bilden. Somit wird das
duale System Salbe/Creme so formuliert, dass die endgültige aktive
Zusammensetzung effektiv und optimal die Haut durchdringt.
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Das
duale System aus BMS-188184-02 Salbe (Formulierung 6, Tabelle 4)
mit Gel (Formulierungen 9 und 10, Tabelle 7), das Terpene, entweder
5% d-Limonen oder 5% Menthon, umfasste, wurde wie zuvor beschrieben
entworfen. Die Terpene weisen eine maximale, die Permeation beschleunigende
Aktivität
in alkoholischen Grundlagen auf und wurden folglich in wässrig-alkoholischen
Gelformulierungen formuliert. Die Konzentration an Permeationsenhancer
hängt nicht
nur von der Art des Penetrationsenhancers ab sondern auch von dem
Wirkstoff, dessen Hautpenetration beschleunigt werden soll. Eine
bevorzugte Konzentration an SLS beträgt zum Beispiel etwa 0,005
bis 1%, bevorzugter etwa 0,05 bis 0,4%. Eine bevorzugte Konzentration
an Decylmethylsulfoxid beträgt
etwa 0,05 bis 50%, bevorzugter 0,1 bis 2%. Eine bevorzugte Konzentration
für die Terpene
Menthon und d-Limonen ist 0,20 bis 10%, bevorzugter 0,25 bis 5%.
Der Fachmann kann die zur Beschleunigung der Permeation des Wirkstoffs
in die Haut erforderliche Konzentration an Permeation senhancer mit
Hilfe von in vitro-durchgeführten
routinemäßigen Hautpermeationsversuchen,
wie hierin beschrieben, ermitteln.
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Die
Permeationsstudien an Leichenhaut wurden im Wesentlichen wie in
Beispiel 1 beschrieben durchgeführt.
Die Ergebnisse der Hautpermeationsstudien unter Verwendung einer
dualen Abgabe einer ersten Wirkstoffzusammensetzung und einer zweiten
Permeationsenhancerzusammensetzung sind in 8 dargestellt.
In den in 8 gezeigten Studien lag BMS-188184-02
in der endgültigen
aktiven, den Wirkstoff und den Permeationsenhancer umfassenden Zusammensetzung
in einer Menge vor, die etwa 1,0 Gew.-/Gew.-% BMS-188184-01 entsprach.
Es wurden Hautproben von vier Versuchspersonen verwendet und an
jeder Probe wurden 2 Versuche durchgeführt und hinsichtlich der Gesamtmenge
an aktivem, im Laufe der Zeit (Stunden) permeierten Wirkstoff (μg/cm2) ausgewertet. Bezogen auf die Kontrolle
mit Mineralöl
GEAHLENE (gefüllte Kreise),
wurde der höchste
Anteil an aktivem Wirkstoff, der eine signifikante Hautpermeation
zeigte, nachgewiesen bei Verwendung der wirkstoffhaltigen Salbenzusammensetzung,
die als eine erste Zusammensetzung hergestellt und gleichzeitig
mit der Cremezusammensetzung auf der Haut abgegeben wurde, wobei
die Cremezusammensetzung Natriumlaurylsulfat (SLS) und Propylenglykol
als Permeationsenhancer umfasste und als eine zweite Zusammensetzung
hergestellt wurde (gefüllte
Quadrate), wie in 8 zu erkennen. Die ersten und
zweiten Zusammensetzungen wurden hergestellt, als separate Zusammensetzungen
gelagert, gemischt und danach auf der Hautfläche aufgetragen.
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Einen
hohen Hautpermeationsgrad zeigte auch die aktive Zusammensetzung,
die in Form einer ersten, den Wirkstoff umfassenden Salbenzusammensetzung
und einer zweiten, Propylenglykol und Decylmethylsulfoxid (DeMSO)
umfassenden Cremezusammensetzung als inkompatible Permeationsenhancerzusammensetzung
zubereitet und daraus hergestellt war (gefüllte, aufrechte Dreiecke).
Die aktive Zusammensetzung wurde beim Mischen der ersten und zweiten
Zusammensetzungen erhalten, danach auf der Haut aufgetragen und
anschließend
wurde der Permeationsassay durchgeführt und quantifiziert. Einen
Hautpermeationsgrad des Wirkstoffs ähnlich dem der gefüllten, aufrechten
Dreiecken zeigte die aktive Zusammensetzung, die in Form einer ersten,
den Wirkstoff umfassenden Salbengrundlage und einer zweiten, d-Limonen,
einen inkompatiblen Permeationsenhancer, umfassenden Gelzusammensetzung
zubereitet und daraus erhalten war (gefüllte, auf der Spitze stehende
Dreiecke). Einen erhöhten
Hautpermeationsgrad, wenn auch geringer ausgeprägt als die zuvor beschriebenen,
zeigte die aktive Zusammensetzung, die in Form einer ersten, den
Wirkstoff umfassenden Salbenzusammensetzung und einer zwei ten, Menthon
als inkompatiblen Permemationsenhancer umfassenden zweiten Gelzusammensetzung
(gefüllte
Rauten) zubereitet und daraus erhalten war.
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Beispiel 5
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In
diesem Beispiel führte
man in vivo-Hautpermeationsanalysen durch, um den PLA2 Wirkstoff BMS-188184-02
und den Permeationsenhancer SLS in einem erfindungsgemäßen dualen
Darreichungssystem zu untersuchen. In dem erfindungsgemäßen dualen
Darreichungssystem wurde eine erste, den Wirkstoff umfassende Zusammensetzung
und eine zweite, den Permeationsenhancer umfassende Zusammensetzung hergestellt.
Die Wirkstoffzusammensetzung wurde wie beschrieben (Formulierung
6, Tabelle 4) als Salbe formuliert und die Permeationsenhancerzusammensetzung
wurde wie beschrieben (Formulierung 7, Tabelle 6) als Creme formuliert.
Die ersten und zweiten Zusammensetzungen wurden hergestellt, getrennt
gelagert, gleichzeitig auf die Haut aufgetragen und auf der Hautfläche im Volumenverhältnis 1
: 1 gemischt, um eine endgültige,
den Wirkstoff und den Permeationsenhancer umfassende Zusammensetzung
zu bilden, welche die aktive Zusammensetzung ist.
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Die
Konzentrationen des Wirkstoffs in der Haut wurden in den lebenden
Epidermis- und Dermisschichten der Haut nach topischer Applikation
bestimmt. Für
diese Untersuchungen verwendete man das Verfahren an haarlosen Ratten
als experimentelles Modellsystem.
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Kurzgefasst
wurde ein 25 μl
Aliquot der Testformulierung auf eine Hautfläche von 5 cm2 auf
der Rückenhaut
haarloser Ratten aufgetragen. Nach dem Auftragen wurden die Tiere
zu unterschiedlichen Zeitpunkten getötet und der behandelte Hautbereich
wurde herausgeschnitten. Das Stratum corneum wurde mit einem Cyanoacrylat-Strippverfahren
entfernt. Dieses Verfahren entfernt 98,5% des Stratum corneums und
entfernt somit Wirkstoffverunreinigungen durch den Wirkstoff an
der zurückbleibenden
Oberfläche.
Das Strippverfahren wird wie folgt durchgeführt: eine dünne Schicht Cyanacrylat wurde
auf einen Glasobjektträger
in Standardgröße aufgetragen
und direkt auf die herausgeschnittene Haut gelegt. Man ließ den Leim
5 Minuten trocknen und zog dann die Haut von dem Objektträger ab.
Das Verfahren wurde wiederholt, um das Stratum corneum zu entfernen.
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Eine
Punchbiopsie wird ebenfalls durchgeführt, in flüssigem Stickstoff blitzgefroren
und bis zur Analyse bei –80°C gelagert.
Hautbiopsieproben wurden homogenisiert und Proteine wurden mit Acetonitril
ausgefällt.
Die Extrakte wurden filtriert und die pharmakologische Wirkstoffverbindung
in den Testformulierungen wurden durch Umkehrphasen-HPLC quantifiziert.
Die Menge an Verbindung in den kombinierten epidermalen und dermalen
Kompartimenten wird als μg/g
Haut (Gewichtsprozent) quantifiziert.
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9 zeigt
die Ergebnisse eines Vergleichs der Konzentrationen von BMS-188184-02 in der
Haut nach topischer Applikation der zu prüfenden Wirkstoff- und Permeationsenhancer-Zusammensetzungen,
die auf der Haut mit einem erfindungsgemäßen dualen Abgabesystem abgegeben
und an der Applikationsstelle kombiniert wurden. In diesen Versuchen
war der Wirkstoff BMS-188184-02 in der den Wirkstoff umfassenden Salbenzusammensetzung
in einer Menge von etwa 2 Gew.-/Gew.-% vorhanden (Formulierung 6,
Tabelle 4). Demgemäß lag der
Wirkstoff nach dem Auftragen und Mischen der Wirkstoffzusammensetzung
und der Permeationsenhancerzusammensetzung auf der Haut in einer
Menge von etwa 1% in der endgültigen,
aktiven Zusammensetzung vor. In den 9 und 10 stehen
die gefüllten
Kreise für
eine endgültige,
aktive Zusammensetzung, umfassend etwa 1% Wirkstoff und 0,4% Natriumlaurylsulfat
(SLS) als Permeationsenhancer; die gefüllten Quadrate stehen für eine Einphasenzusammensetzung
mit etwa 1% Wirkstoff in einer Formulierung auf GEAHLENE-Grundlage
(Formulierung 1, Tabelle 1), die als Kontrolle in diesen Studien
fungierte. Die gefüllten
Dreiecke stehen für
eine endgültige
aktive Zusammensetzung mit etwa 1% Wirkstoff in Ethanol als Permeationsenhancer.
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Wie
man den Ergebnissen in 9 entnehmen kann, erhöhte die
aktive, eine Kombination aus Wirkstoff und Permeationsenhancer SLS
und Propylenglykol umfassende Zusammensetzung signifikant die Wirkstoffabgabe
an die Haut, mit Spitzenkonzentrationen in der Haut innerhalb einer
Stunde nach Applikation. Nach zwei Stunden hat die endgültige, aktive,
SLS als Permeationsenhancer umfassende Zusammensetzung wenigstens
die neunfache Menge an Wirkstoff im Vergleich zu der Menge an Wirkstoff,
welche die Kontrollwirkstoffformulierung auf GEAHLENE-Grundlage abgegeben
hat, abgegeben und die fünffache
Menge an Wirkstoff im Vergleich zu der Menge an Wirkstoff, die die
Ethanol und Wirkstoff umfassende Formulierung abgegebenen hatte.
Diese in vivo-Ergebnisse am Modell der haarlosen Ratte stimmen mit
den Ergebnissen überein,
die man bei den in Beispiel 4 beschriebenen in vitro-Penetrationsstudien
an humaner Haut beobachtete.
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Die
Konzentrationen an Wirkstoff BMS-188184-02 wurden auch im Plasma
mit Spitzenplasmakonzentrationen von 2,4 μg/ml nach 2 Stunden nachgewiesen
(10). Das Vorliegen des Wirkstoffs im Plasma bestätigte, dass
die endgültige
Zusammensetzung, die aus dem dualen Auftrag von Wirkstoff und Permeationsenhancer
auf die Haut und Mischen derselben darauf resultierte, den Wirkstoff
an die dermale Schicht abzugeben vermag, wo sie Zugang zum vaskulären Raum
erhalten konnte.
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Bei
Einkomponentenzusammensetzungen auf GEAHLENE-Grundlage, die eine
Lösungsformulierung mit
Ethanol als Permeationsenhancer umfassten, wurden keine Blutspiegelwerte
des Wirkstoffs festgestellt. 6 Stunden nach der topischen Applikation
lag die Konzentration des Wirkstoffs im Plasma unter der Nachweisgrenze.
Diese Daten stimmen mit der Beobachtung eines stark erhöhten Flux
in in vitro-Hautpenetrationsstudien unter Verwendung humaner Haut überein,
wie in Beispiel 4 beschrieben.
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Beispiel 6
-
Wie
in Tabelle 8 dargestellt, wurden duale Systeme mit verschiedenen
Permeationsenhancern mit der einphasigen Kontrolle verglichen, welche
den Wirkstoff und die GEAHLENE-Mineralölformulierung umfasst. Tabelle
8
1% BMS-188184 aktive Salbenzusammensetzung Zusammenfassung
der Hautpermeation
- n
- Anzahl der Proben
von jeder Versuchsperson
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11 zeigt
die Ergebnisse von Fluxanalysen unter Verwendung verschiedener Gel-
oder Cremepermeationsenhancerzusammensetzungen und der Wirkstoffzusammensetzung
in einer Salbenformulierung, wobei es sich bei dem Wirkstoff um
einen Phospholipase-A2-Inhibitor handelt. Wie beschrieben ist der Wirkstoff
nach dem Mischen mit verschiedenen, in den Studien verwendeten Permeationsenhancern
für eine Langzeitlagerung
instabil. In jeder endgültigen
Zusammensetzung war der Wirkstoff BMS-188184-02 in einer Menge von
etwa 1 Gew.-/Gew.-% vorhanden. [A] stellt die Ergebnisse der GEAHLENE
(Mineralöl)
und den Wirkstoff umfassenden Formulierung dar, die als Kontrolle
diente; [B] stellt die Ergebnisse einer endgültigen, aktiven Zusammensetzung
dar, die durch Mischen der wirkstoffhaltigen Salbenzusammensetzung
mit einer Cremezusammensetzung hergestellt worden war, die 2 Gew.-/Gew.-%
Propylenglykol zusammen mit SLS als Permeationsenhancer umfasste,
wobei SLS in einer Konzentration von etwa 0,4 Gew.-% in der endgültigen Zusammensetzung
vorlag; [C] stellt die Ergebnisse einer endgültigen, aktiven Zusammensetzung
dar, die durch Mischen der wirkstoffhaltigen Salbenzusammensetzung
mit einer Cremezusammensetzung hergestellt worden war, die 2 Gew.-/Gew.-%
Propylenglykol zusammen mit Decylmethylsulfoxid (DeMSO) als Permeationsenhancer
umfasste, wobei DeMSO in einer Konzentration von etwa 1 Gew.-% in
der endgültigen
Zusammensetzung vorlag; [D] stellt die Ergebnisse einer endgültigen,
aktiven Zusammensetzung dar, die durch Mischen der wirkstoffhaltigen
Salbenzusammensetzung mit einer d-Limonen als Permeationsenhancer
umfassenden Cremezusammensetzung hergestellt worden war, wobei d-Limonen
in einer Konzentration von etwa 2,5 Gew.-% in der endgültigen Zusammensetzung
vorlag; und [E] stellt die Ergebnisse einer endgültigen, aktiven Zusammensetzung
dar, die durch Mischen der wirkstoffhaltigen Salbenzusammensetzung
mit einer Menthon als Permeationsenhancer umfassenden Cremezusammensetzung
hergestellt worden war, wobei Menthon in einer Konzentration von
etwa 2,5 Gew.-% in der endgültigen
Zusammensetzung vorlag. Man verwendete die Leichenhaut von vier
Versuchspersonen, wobei mit jeder Probe zwei Versuche durchgeführt wurden.
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Wie
in Tabelle 8 und in den 11 und 12 dargestellt,
findet man den größten Flux
des Wirkstoffs durch die Haut bei Verwendung von SLS als Permeationsenhancer
in der aktiven Zusammensetzung (d. h., 6,66 (1,33) μg/cm2-h), bezogen auf die GEAHLENE und den Wirkstoff
umfassende Kontrollmischung. Dieses Ergebnis zeigt, dass SLS, das
unter normalen Umständen
zu einer Instabilität
und zum Abbau des Phospholipase-A2-Inhibitors führt, mit dem es während der
Lagerung kombiniert ist, die Penetration des Wirkstoffs durch die
Haut um fast das 40fache zu beschleunigen vermag. Die nächstwirksamste
aktive Zusammensetzung umfasste Decylmethylsulfoxid als Permeationsenhancer;
DMS erhöhte
die Penetration des Wirkstoffs durch die Haut um fast das 27fache,
bezogen auf die Kontrolle GEAHLENE. Die aktive, d-Limonen als Permeationsenhancer
umfassende Zusammensetzung beschleunigte die Penetration des Wirkstoffs
um fast das 24fache, bezogen auf die Kontrolle; und die Menthon
umfassende beschleunigte die Penetration des Wirkstoffs um fast
das 17fache. 13 zeigt die Menge an Wirkstoff
(μg), zurückgehalten
pro mg Haut. In 8 sind die Wirkstoffzusammensetzung
und die Permeationsenhancerzusammensetzungen [A] bis [E] identisch mit
den für 11 beschriebenen.
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14 zeigt
die Erhöhung
der Hautretention von verschiedenen, in Beispiel 4 beschriebenen
Formulierungen, die ein dualen System darstellen. Die Erhöhung der
Hautretention bei BMS-188184-02 war um das 5- bis 7fache höher bei
dualen Systemformulierungen, die Permeationsenhancer umfassten als
bei Formulierungen mit GEAHLENE, die als Kontrolle dienten.