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Hintergrund
der Erfindung
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Didemnin
B ist ein makrozyklisches Depsipeptid, das aus einer Spezies von
im Meer lebenden Tunikaten isoliert wird. Didemnin B zeigt starke
anti-virale, immunosuppressive und Anti-Tumor-Aktivität in vitro
und in vivo und war das erste marine Naturprodukt, das in die Stufe
klinischer Tests gegen Krebs beim Menschen eintrat (Li et al., 1992,
Studies in Natural Products Chemistry, 10:241-302; Sakai et al.,
1996, J. Med. Chem. 39:2819-2834; Wipf, 1995, Chem. Rev. 95:2115-2134).
Didemnin B ist ein Didemnin, also ein Produkt einer Familie von
Verbindungen, die potent eine Protein-Synthese und eine Zell-Zyklus-Entwicklung
inhibieren und eine schnellere Apoptose induzieren als jedes andere
Naturprodukt, das bis heute isoliert wurde (Grubb et al., 1995,
Biochem. Biophys. Res. Commun. 215:1130-1136; Johnson et al., 1996,
FEBS Lett. 383:1-5; Johnson et al., 1999, Immunol. Cell Biol. 77:242-248;
Johnson et al., 1999, J. Cell. Biochem. 72:269-278). Andere Mitglieder
dieser Familie von Verbindungen, einschließlich Didemnin M und Dehydrodidemnin
B, zeigen ebenfalls zytotoxische und zytostatische Wirkungen.
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Tamandarin
A (auch bezeichnet als {(2s)Hiv2} Didemnin
B) ist eine natürlich
vorkommende, mit Didemnin verwandte Verbindung, die kürzlich aus
einer im Meer lebenden Tunikaten-Art isoliert wurde. Tamandarin A
zeigt biologische Aktivität,
die analog den Aktivitäten
ist, die von Didemnin B gezeigt werden. Beispielsweise ist Tamandarin
A ein starker Inhibitor der Protein-Synthese, des Zellwachstums
und der Tumorigenese. Tamandarin A zeigt größere Aktivität in vivo
gegen Pankreas-Karzinome als dies Didemnin B tut (Liang et al., 1999,
Org. Lett. 1:1319-1322). Eine signifikante Beschränkung der
Verwendung von Tamandarin A entweder für Forschungs- oder für praktische
Anwendungen, ist der beschränkte
Vorrat von Tamandarin A, das von natürlichen Quellen erhältlich ist,
und die Schwierigkeit und Kosten des Isolierens dieses Produktes.
Es besteht ein Bedarf für
ein Verfahren zum Synthetisieren von Tamandarin A und anderen Didemnin-Analogen
(einschließlich
Dehydrodidemnin-Analogen).
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Trotz
der potenten Fähigkeiten
von Didemnin B in isolierten Studien wird seine klinische Wirksamkeit beeinträchtigt durch
Nebenwirkungen, die mit therapeutischen Dosen der Verbindung assoziiert
sind. Wie bei vielen anti-proliferativen Mitteln zeigt Didemnin
B ein relativ schmales therapeutisches Fenster. Obwohl Didemnin
M und Dehydrodidemnin B verbesserte therapeutische Potentiale zeigen,
bezogen auf Didemnin B, besteht nach wie vor ein Bedarf für anti-proliferative
Mittel, die weniger Toxizität
bei einer therapeutischen Dosierung zeigen (d. h. Didemnin-Analoge,
die einen größeren therapeutischen
Index haben).
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Die
vorliegende Erfindung befriedigt den oben angesprochenen Bedarf.
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Kurze Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft Tamandarin- und Didemnin-Analoge, die einen Deoxo-Prolin-Rest oder
einen Dehydroprolin-Rest in ihrer Struktur aufweisen. In einer Ausführungsform
betrifft die Erfindung eine Zusammensetzung, die ein Tamandarin-Analog
mit der folgenden Struktur der Formel I umfasst:
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In
der Formel I ist R1 gewählt aus der Gruppe, die besteht
aus
- – H,
- – (tert-butyloxycarbonyl),
- – Leucin,
- – (N-methyl-)leucin,
- – (N-methyl-)leucin-(ein
erstes Fluorophor),
- – (N-methyl-)leucin-prolin,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-pyruvat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat-(ein
erstes Fluorophor)
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat-glutamin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat-glutamin-cyclopentanoat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-alanin-leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-(N-methyl-alanin-)leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-pyruvat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat-(ein
erstes Fluorophor)
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat-glutamin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat-glutamin-cyclopentanoat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-alanin-leucin-pyroglutamat,
und
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-(N-methyl-alanin-)leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-pyruvat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat-(ein
erstes Fluorophor),
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat-glutamin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat-glutamin-cyclopentanoat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-alanin-leucin-pyroglutamat
und
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-(N-methyl-alanin-)leucin-pyroglutamat.
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R2 und R3 in der Formel
I können
separate Einheiten sein, oder sie können zusammengenommen eine einzige
Einheit sein. Wenn R2 und R3 separate
Einheiten sind, ist R3 entweder eine Methyl-Gruppe
oder ein Hydrid-Rest, und R2 ist gewählt aus
der Gruppe, die besteht aus einer Isoleucin-Seitenkette, einer Valin-Seitenkette,
einer Alanin-Seitenkette, einer Norleucin-Seitenkette, einer Norvalin-Seitenkette,
einer Leucin-Seitenkette,
einer Histidin-Seitenkette, einer Tryptophan-Seitenkette, einer
Arginin-Seitenkette,
einer Lysin-Seitenkette, einem zweiten Fluorophor und einem Substituenten,
der die Struktur von Formel III aufweist.
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Wenn
R
2 und R
3 zusammengenommen
ein einziger Substituent sind, hat dieser Substituent die Struktur
der Formel IV:
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In
den Formeln III und IV ist jeder der Reste R5,
R6, R7, R8 und R9 unabhängig von
den anderen Resten gewählt
aus der Gruppe, die besteht aus -H, -OH, -OCH3,
-CO(C6H5), -Br,
-I, -F, -Cl, -CH3 und -C2H5.
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R4 in der Formel I ist eine Isoleucin-Seitenkette.
Ebenfalls in Formel I ist X entweder -O- oder -(NH)-, Y ist entweder
ein Hydrid-Rest oder eine Hydroxy-Schutzgruppe, und R10 ist
entweder eine Leucin-Seitenkette oder eine Lysin-Seitenkette. Das
Didemnin-Analog ist ein Analog, das von Tamandarin A verschieden
ist (d. h. {(2S)Hiv2}Didemnin B). In einer
Ausführungsform
zeigt jede Prolin- oder Lactat-Einheit,
die in R1 zugegen ist, (S)-Stereochemie.
In einer anderen Ausführungsform
ist jede Einheit, die in R1 in der Lage
ist, Stereochemie zu zeigen, in ihrer natürlich vorkommenden Form zugegen
(d. h. in der (S)-Form für
Aminosäure-Reste
und Lactat). Es wird angenommen, dass Cyclopentanoat natürlich in
einer (S)-Stereochemie auftritt.
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In
einer anderen Ausführungsform
betrifft die Erfindung eine Zusammensetzung, die ein Didemnin-Analog
umfasst, das die Struktur von Formel XXI aufweist:
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In
der Formel XXI hat jeder der Reste R1, R2, R3, R4,
R5, R6, R7, R8, R9 und
R10 dieselbe Bedeutung wie in Formel I.
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In
bevorzugten Klassen von Deoxoprolin-Tamandarin- und -Didemnin-Analogen, die die
Formel I und XXI aufweisen, hat R2 die Struktur
von Formel III, ist R3 Methyl, ist R4 eine Isoleucin-Seitenkette, ist jeder der Reste
R5, R6, R8 und R9 ein Hydrid-Rest,
ist R7 Methoxy, ist R10 eine
Leucin-Seitenkette, ist X -O-, und ist Y ein Hydrid-Rest. Beispiele
von Tamandarin- und Didemnin-Analogen, die in die Erfindung eingeschlossen
sind, sind die Verbindungen 103, 104, 105, 106, 107, 108, 109, 110,
115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 122, 123, 124, 125, 126, 127,
128, 129, 130, 133, 134, 136, 137, 139, 141, 142, 143, 201, 202,
203 und 204, die in den Figuren gezeigt sind.
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In
einer Ausführungsform
hat das Tamandarin- oder Didemnin-Analog einen photoreaktiven Substituenten,
wie beispielsweise eine R
2-Einheit mit der
Struktur
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Der
photoreaktive Substituent kann direkt an das Analog gebunden sein,
oder er kann über
einen Linker gebunden sein, der eine Kette aufweist, die 1 bis etwa
13 oder mehr Kohlenstoff-Atome umfasst und gegebenenfalls sekundäre Amin-
oder Amid-Einheiten in der Kette aufweist.
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In
einer anderen Ausführungsform
weist das Tamandarin- oder Didemnin-Analog ein Fluorophor gebunden auf,
wie beispielsweise ein Analog, in dem ein Fluorophor an die Omega-Amino-Einheit
einer Lysin-Seitenkette am Rest R2 oder
am Rest R10 gebunden ist. Ein Beispiel der
Struktur eines derartigen fluoreszenten Didemnin- Analogs ist in 29 gezeigt.
Alternativ dazu kann das Didemnin-Analog gebunden sein (z. B. kovalent
gebunden sein) an einen Träger.
In den meisten Ausführungsformen
ist Y in den Formeln I und XXI vorzugsweise ein Hydrid-Rest.
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Die
Erfindung schließt
eine Ausführungsform
eines Tamandarin- oder Didemnin-Analogs ein, das aktiviert werden
kann (oder dessen Aktivität
erhöht
werden kann) durch enzymatisches Abspalten einer Einheit, die an
das Analog gebunden ist. Beispielsweise schließt die Erfindung Zusammensetzungen
ein, die ein Analog umfassen, das eine Struktur aufweist, die gewählt ist
aus der Gruppe, die besteht aus den Formeln (a) bis (d) wie folgt:
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In
den Formeln (a)-(d) haben die Reste R
2,
R
3, R
4, R
10, X und Y dieselben Identitäten, wie
sie oben für die
Formel I beschrieben sind. R
13 ist eine
durch ein Enzym abspaltbare Einheit, die durch ein Enzym gespalten werden
kann, wie beispielsweise eines, das gewählt ist aus der Gruppe, die
besteht aus Carboxypeptidase, beta-Lactamase, beta-Galactosidase, Penicillin-V-Amidase,
Cytosindeaminase, Nitroreductase, alkalische Phosphatase, beta-Glucwonidase
und katalytischer Antikörper.
Beispielsweise kann R
13 die Struktur einer
der Formeln V und VI aufweisen:
Beispiele
derartiger Analoge schließen
Verbindung 131 und Verbindung 132 ein.
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Die
Erfindung betrifft auch Zusammensetzungen, die ein Didemnin-Fragment
mit der Struktur der Formel VII umfassen:
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In
der Formel VII ist Y entweder ein Hydrid-Rest oder eine Hydroxy-Schutzgruppe, ist
X entweder -O- oder -(NH)-, ist R
4 entweder
eine Isoleucin-Seitenkette
oder eine Valin-Seitenkette und ist APG eine Amin-Schutzgruppe.
R
11 kann irgendeiner der Reste aus der Gruppe
-OH, -NH
2, -O(allyl), -O(pentafluorphenyl) und
ein Substituent mit der Struktur der Formel VIII sein:
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In
der Formel VIII haben R1, R2,
R3 und R10 dieselben
Identitäten,
wie sie oben für
Formel I beschrieben wurden, und R12 kann
entweder ein Hydrid-Rest oder eine -2-(Trimethylsilyl-)ethoxycarbonyl-Einheit
sein.
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Die
in der vorliegenden Beschreibung beschriebenen Tamandarin- und Didemnin-Analoge
können
zusammen mit einem oder mehreren pharmazeutisch annehmbaren Träger(n) unter
Herstellung pharmazeutischer Zubereitungen formuliert werden. Diese
Zubereitungen können
verabreicht werden an eine Säuger-Zelle (z.
B. eine humane Zelle) (d. h. entweder in vitro oder in vivo), um
eine Protein-Synthese zu inhibieren, ein Wachstum zu inhibieren,
eine Proliferation zu inhibieren, eine Tumorigenese zu inhibieren
oder eine Apoptose in der Zelle oder in einem oder mehreren Gewebe(n)
des Säugers
zu verstärken.
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Die
Erfindung schließt
weiter ein Verfahren zur Herstellung eines Didemnin-Fragments ein. Dieses Verfahren
umfasst ein Kuppeln eines ersten Reaktanden mit der Struktur
einem zweiten Reaktanden
mit der Struktur
unter Erhalt eines ersten
Didemnin-Fragments mit der Struktur
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In
dieser Struktur ist X entweder -O- oder -(NH)-, ist APG eine Amin-Schutzgruppe;
ist Y eine Hydroxy-Schutzgruppe (z. B. eine Triisopropylsilyl-Gruppe);
und kann R
4 entweder eine Isoleucin-Seitenkette
oder eine Valin-Seitenkette sein. Das erste Didemnin-Fragment kann
hydrolysiert werden unter Erhalt eines zweiten Didemnin-Fragments
mit der Struktur
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Ein
Aktivator (ACT) kann an die Carbonyl-Einheit des zweiten Didemnin-Fragments gebunden
werden unter Erhalt eines dritten Didemnin-Fragments mit der Struktur
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Das
dritte Didemnin-Fragment kann an einen dritten Reaktanden gekuppelt
werden, der die folgende Struktur aufweist:
unter Erhalt eines vierten
Didemnin-Fragments mit der Struktur
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In
dieser Struktur haben die Reste R2 und R3 die Identitäten, die oben für Formel
I beschrieben wurden, ist APG eine Amin-Schutzgruppe, ist SEM eine
2-(Trimethylsilyl-)ethoxycarbonyl-Gruppe
und ist R10 entweder eine Leucin-Seitenkette
oder eine Lysin-Seitenkette.
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Die
Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines Didemnin-Analogs von dem vierten
Didemnin-Fragment. Dieses Verfahren umfasst das Entfernen der SEM-
und CBZ-Einheiten von dem vierten Didemnin-Fragment und das Zyklisieren
des Fragments unter Erhalt eines ersten Didemnin-Analogs mit der
folgenden Struktur:
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Die
APG-Gruppe (die beispielsweise eine Carbobenzyloxy-Einheit oder
eine tert-Butyloxycarbonyl-Einheit sein kann) kann von dem ersten
Didemnin-Analog entfernt werden unter Erhalt eines zweiten Didemnin-Analogs
mit der Struktur
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Dieses
zweite Didemnin-Analog kann gekuppelt werden mit einem vierten Reagenz
mit der Struktur
unter Erhalt eines dritten
Didemnin-Analogs mit der Struktur
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In
diesen Strukturen kann R14 einer der folgenden
Reste sein:
- – (tert-butyloxycarbonyl),
- – Leucin,
- – (N-methyl-)leucin,
- – (N-methyl-)leucin-(ein
erstes Fluorophor),
- – (N-methyl-)leucin-prolin,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-pyruvat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat-(ein
erstes Fluorophor)
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat-glutamin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat-glutamin-cyclopentanoat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-alanin-leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-4-(N-methyl-alanin-)leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-pyruvat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat-(ein
erstes Fluorophor),
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat-glutamin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat-glutamin-cyclopentanoat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-alanin-leucin-pyroglutamat,
und
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-(N-methyl-alanin-)leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-pyruvat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat-(ein
erstes Fluorophor),
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat-glutamin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat-glutamin-cyclopentanoat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-alanin-leucin-pyroglutamat
und
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-(N-methyl-alanin-)leucin-pyroglutamat.
oder
R14 kann eine dieser Einheiten sein, die
mit einer durch ein Enzym abspaltbaren Einheit gekoppelt sind, die
abspaltbar ist durch ein Enzym wie beispielsweise eines der Enzyme
Carboxypeptidase, beta-Lactamase, beta-Galactosidase, Penicillin-V-Amidase,
Cytosindeaminase, Nitroreductase, alkalische Phosphatase, beta-Glucuronidase
und katalytische Antikörper.
Wenn Y eine Hydroxy-Schutzgruppe ist, dann kann diese von dem dritten
Didemnin-Analog entfernt werden (entweder vor oder nach der Anbindung
von R14), und zwar unter Erhalt eines vierten
Didemnin-Analogs mit der Struktur
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Die
Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Herstellung von Deoxoprolin-haltigen
Tamandarin- und Didemnin-Analogen. Diese Verfahrensweisen machen
Gebrauch von bekannten Verfahren zur Herstellung von Tamandarin-
oder Didemnin-Analogen und werden so modifiziert, dass man einen
Deoxoprolin-Rest anstelle eines Prolin-Rests des Analogs einbaut.
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Die
Erfindung betrifft noch weiter ein Verfahren zur Herstellung von
Dehydroprolin-haltigen
Tamandarin- oder Didemnin-Analogen. Diese Verfahrensweisen machen
Gebrauch von bekannten Verfahrensweisen zur Herstellung von Tamandarin-
oder Didemnin-Analogen und werden modifiziert unter Einbau eines
Dehydroprolin-Restes anstelle eines Prolin-Restes des Analogs.
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Kurze Beschreibung
der
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1, die die 1A und 1 umfasst, bezeichnet die Struktur von
Tamandarin A (d. h. {(2S)Hiv2}Didemnin B). 1A ist die Struktur von (–)-Tamandarin A (Verbindung
101). 1B ist die Struktur eines Diastereomers
(Verbindung 102) von (–)-Tamandarin A. Das
chirale Zentrum, an dem sich diese beiden Moleküle unterscheiden, ist mit einem
Pfeil bezeichnet.
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2, die 2A und 2B umfasst,
zeigt die Struktur von Tamandarin M (d. h. {(2S)Hiv2}Didemnin M). 2A ist die Struktur von (–)-Tamandarin M (Verbindung
103). 2B ist die Struktur eines Diastereomers
(Verbindung 104) von (–)-Tamandarin M. Das
chirale Zentrum, an dem sich diese beiden Moleküle unterscheiden, ist mit einem
Pfeil bezeichnet.
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3, die 3A und 3B umfasst,
zeigt die Struktur von Tamandarin B (d. h. {(2S)Hiv2}Didemnin B). 3A ist die Struktur von (–)-Tamandarin B (Verbindung
105). 3B ist die Struktur eines Diastereomers
(Verbindung 106) von (–)-Tamandarin B. Das
chirale Zentrum, an dem sich diese beiden Moleküle unterscheiden, ist mit einem
Pfeil bezeichnet.
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4, die 4A, 4B, 4C und 4D umfasst,
zeigt die Struktur einiger fluoreszenter Didemnin-Analoge des Tamandarin-Typs. 4A ist die Struktur von Verbindung 107. 4B ist die Struktur von Verbindung 108. Das chirale
Zentrum, an dem sich Verbindungen 107 und 108 unterscheiden, ist
mit einem Pfeil bezeichnet. 4C ist die
Struktur von Verbindung 109. 4D ist
die Struktur von Verbindung 110. Das chirale Zentrum, an dem sich
Verbindungen 109 und 110 unterscheiden, ist mit einem Pfeil bezeichnet.
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5, umfassend 5A und 5B,
zeigt eine Klasse von immobilisierbaren Didemnin-Analogen des Tamandarin-Typs. 5A ist die Struktur eines Didemnin-Analogs der
Formel I, wie sie in der vorliegenden Anmeldung gezeigt ist, worin
R10 eine Lysin-Seitenkette ist. 5B ist
die Struktur des Didemnin-Analogs von 5A,
gebunden an einen festen Träger
(solid support; SS).
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6, umfassend 6A und 6B,
zeigt eine andere Klasse immobilisierbarer Didemnin-Analoge des Tamandarin-Typs. 6A ist die Struktur eines Didemnin-Analogs der
Formel I, wie sie in der vorliegenden Anmeldung gezeigt ist, worin
R1 für
-Leucin steht. 6B ist die Struktur des Didemnin-Analogs
von 6A, gebunden an einen festen
Träger
(solid support; SS).
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7 ist
die Struktur von Verbindung 115.
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8 ist
die Struktur von Verbindung 116.
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9 ist
die Struktur von Verbindung 117.
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10 ist die Struktur von Verbindung 118.
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11 ist die Struktur von Verbindung 119.
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12 ist die Struktur von Verbindung 120.
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13 ist die Struktur von Verbindung 121.
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14 ist die Struktur von Verbindung 122.
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15 ist die Struktur von Verbindung 123.
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16 ist die Struktur von Verbindung 124.
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17 ist die Struktur von Verbindung 125.
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18 ist die Struktur von Verbindung 126.
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19 ist die Struktur von Verbindung 127.
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20 ist die Struktur von Verbindung 128.
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21 ist die Struktur von Verbindung 129.
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22 ist die Struktur von Verbindung 130.
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23 zeigt eine enzymatische Abspaltung der Cephalosporin-Einheit
des Didemnin-Analogs
131 durch beta-Lactamase unter Erhalt von Verbindung 101.
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24 zeigt eine enzymatische Abspaltung der Glucosid-Einheit
des Didemnin-Analogs
132 durch beta-Glucwonidase unter Erhalt von Verbindung 101.
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25, umfassend 25A und 25B, ist ein Paar Strukturen, das den Struktur-Unterschied zwischen
Tamandarin A (101; 25A) und Didemnin B (201; 25B) veranschaulicht. Der makrozyklische Kern
von 101 unterscheidet sich von dem von 201 darin, dass 101 eine
alpha-Hydroxyisovaleryl-Einheit (Hiv-Einheit) enthält und 201
eine alpha-(alpha-Hydroxyisovaleryl-)propionyl-Einheit (Hip-Einheit)
in der analogen Position enthält,
wie angegeben wird, durch die Klammern und gepunkteten Linien in
jeder der Figuren.
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26, umfassend 26A-26E, zeigt ein synthetisches Verfahren zur Erzeugung
von Didemnin-Analogen, wie es in der vorliegenden Beschreibung beschrieben
ist.
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27 ist die Struktur von (–)-Tamandarin A (d. h. {(2S)Hiv2}Didemnin B), was die Zähl-Konvention veranschaulicht,
wie sie für
Didemnin-Analoge in der vorliegenden Beschreibung und in der Druckschrift „Sakai et
al., 1996, J. Med. Chem. 39:2819-2834" verwendet wird.
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28, umfassend 28A und 28B, zeigt die Struktur des Didemnin-Analogs des
Dehydrotamandarin-Typs (d. h. {(2S)Hiv2}Dehydrodidemnin
B). 28A ist die Struktur von (–)-Dehydrotamandarin
(Verbindung 133). 28B ist die Struktur eines
Diastereomers von (–)-Dehydrotamandarin
(Verbindung 134). Das chirale Zentrum, an dem sich diese beiden
Moleküle
unterscheiden, ist mit einem Pfeil bezeichnet. Die Position, an
der sich die Didemnin-Analoge des Dehydrotamandarin-Typs von Didemnin-Analoge des Tamandarin-Typs
unterscheiden, ist mit einem Sternchen bezeichnet.
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29 ist die Struktur eines Didemnin-Analogs des
Fluoreszenz-Dehydrotamandarin-Typs. „FL" ist ein Fluorophor.
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30 ist die Struktur von Verbindung 136.
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31 ist die Struktur von Verbindung 137.
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32 zeigt ein Didemnin-Analog des Dehydrotamandarin-Typs,
das an einen festen Träger
(SS) gebunden ist.
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33 ist die Struktur von Verbindung 139.
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34 ist die Struktur von Verbindung 140.
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35, umfassend 35A und 35B, zeigt die Struktur von Dehydrotamandarin
B, auch bezeichnet als {(2S)Hiv2 Norstal1} Didemnin B). 35A ist
die Struktur von (–)-Dehydrotamandarin
B (Verbindung 141). 35B ist die Struktur eines
Diastereomers von (–)-Dehydrotamandarin
B (Verbindung 142). Das chirale Zentrum, an dem sich diese beiden
Moleküle
unterscheiden, ist mit einem Pfeil bezeichnet.
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36 ist die Struktur von Verbindung 143.
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37, umfassend 37A und 37B, zeigt ein Synthese-Verfahren zum Erzeugen
von (–)-Dehydrotamandarin
(d. h. {(2S)Hiv2}Dehydrodidemnin B, Verbindung
133).
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38, umfassend 38A, 38B und 38C,
zeigt ein Synthese-Verfahren zum Erzeugen von fluoreszenten Didemnin-Analogen,
wie sie in der vorliegenden Beschreibung beschrieben sind.
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39 ist die Struktur eines bevorzugten Deoxoprolin-Tamandarin-Analogs,
das bezeichnet wird als Verbindung 201a.
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40 ist die Struktur eines bevorzugten Deoxoprolin-Didemnin-Analogs,
bezeichnet als Verbindung 202.
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Jede
der 41, 42 und 43 zeigt ein Verfahren zur Herstellung von Deoxoprolin-enthaltenden
Seitenketten-Einheiten für
Tamandarin- oder Didemnin-Analoge.
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44 zeigt ein Verfahren zur Herstellung von Dehydroprolin-enthaltenden
Seitenketten-Einheiten für Tamandarin-
oder Didemnin-Analoge.
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45 ist die Struktur eines bevorzugten Dehydroprolin-Tamandarin-Analogs,
das als Verbindung 203 bezeichnet wird.
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46 ist die Struktur eines bevorzugten Dehydroprolin-Didemnin-Analogs,
das als Verbindung 204 bezeichnet wird.
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Jede
der 47, 48, 49 und 50 zeigt
ein Verfahren zur Herstellung von Didemnin-Analogen mit photoreaktiven
Seitenketten-Einheiten.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft Tamandarin- und Didemnin-Analoge einschließlich Analoge,
die einen Deoxoprolin-Rest oder einen Dehydroprolin-Rest in ihrer
Struktur aufweisen. Die Erfindung betrifft Zusammensetzungen, die
solche Analoge umfassen, und Verfahren zur Herstellung und Verwendung
dieser Analoge. Diese Analoge sind nützlich für – neben anderen Dingen – ein Inhibieren
von Protein-Synthese, Zell-Wachstum, Zell-Proliferation und Tumorigenese.
Die Analogen gemäß der Erfindung
können
auch anti-virale, Anti-Tumor, Apoptose-induzierende und immunosuppressive
Wirkung in Tieren einschließlich
in Menschen zeigen.
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Die
Erfindung schließt
Zusammensetzungen ein, die ein Tamandarin-Analog umfassen, das die
folgende Struktur aufweist:
worin R
1,
R
2, R
3, R
4, R
10, X und Y die
oben beschriebenen Identitäten
haben. Beispiele von Analogen gemäß dieser Formel sind in den
Figuren gezeigt.
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Die
Erfindung schließt
auch Zusammensetzungen ein, die ein Didemnin-Analog umfassen, das
die folgende Struktur aufweist:
worin R
1,
R
2, R
3, R
4, R
10, X und Y die
oben beschriebenen Identitäten
haben.
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Definitionen
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Jeder
der folgenden Begriffe, wie sie in der vorliegenden Beschreibung
und in den Patentansprüchen verwendet
werden, hat die Bedeutung, die mit ihnen in diesem Abschnitt verbunden
wird.
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Die
Artikel „ein" und „eine" werden in der vorliegenden
Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet, um auf eines
oder mehr als eines (d. h. auf wenigstens eines) der grammatikalischen
Objekte des Artikels hinzuweisen. Beispielsweise bedeutet der Begriff „ein Element" ein Element oder
mehr als ein Element.
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Aminosäure-Reste,
wie sie in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet werden,
werden durch den vollen Namen der jeweiligen Aminosäure-Reste
wiedergegeben, werden durch den 3-Buchstaben-Code wiedergegeben,
der diesen Resten entspricht, oder werden durch den 1-Buchstaben-Code
wiedergegeben, der dem jeweiligen Rest entspricht, wie durch die
folgende Tabelle angegeben wird:
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Der
Begriff „Aminosäure-Seitenkette", wie er in der vorliegenden
Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet wird, bezieht
sich auf eine Einheit, die alle Atome einer Aminosäure umfasst,
ausgenommen das α-Kohlenstoff-Atom,
ein Wasserstoff-Atom, das an das α-Kohlenstoff-Atom
gebunden ist, die Atome der α-Carboxyl-Einheit und die Atome
der α-Amin-Einheit.
Beispielsweise bezieht sich der Begriff „Alanin-Seitenkette" auf eine Methyl-Gruppe,
und der Begriff „Valin-Seitenkette" bezieht sich auf
eine 2-Propyl-Gruppe.
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Der
Begriff „Inhibition" eines Prozesses
in einer Zelle (z. B. Inhibition der Protein-Synthese, Inhibition des
Zell-Wachstums, Inhibition des Zell-Zyklus-Fortschritts, Inhibition
der Zell-Proliferation oder Inhibition von Tumorigenese) bedeutet
eine Reduktion (z. B. um wenigstens 10%, 25%, 50%, 75%, 90%, 95%
oder sogar 100%) der Geschwindigkeit, mit der der Prozess fortschreitet,
eine Reduktion (z. B. um wenigstens 10%, 25%, 50%, 75%, 90%, 95%
oder sogar 100%) der Geschwindigkeit, mit der der Prozess initiiert
wird, oder beides.
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Der
Begriff „Verstärkung" eines Prozesses
in einer Zelle (z. B. Verstärkung
von Apoptose) bedeutet ein Erhöhen
(z. B. um wenigstens 10%, 25%, 50%, 75%, 90%, 95% oder sogar 100%)
der Geschwindigkeit, mit der der Prozess fortschreitet, Erhöhen (z.
B. um wenigstens 10%, 25%, 50%, 75%, 90%, 95% oder sogar 100%) der
Geschwindigkeit, mit der der Prozess initiiert wird, oder beides.
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Der
Begriff „pharmazeutisch
annehmbarer Träger", wie er in der vorliegenden
Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet wird, bedeutet
eine chemische Zusammensetzung, mit der ein Didemnin-Analog oder
-Fragment, wie es in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüche beschrieben ist,
zusammengegeben werden kann, und die im Anschluss an das Zusammengeben
an ein Subjekt verabreicht werden kann (z. B. an einen Menschen
oder an ein anderes Tier).
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Der
Begriff „physiologisch
annehmbarer" Ester
oder entsprechendes Salz, wie er in der vorliegenden Beschreibung
und in den Patentansprüchen
verwendet wird, bedeutet eine Ester- oder Salz-Form eines Didemnin-Analogs
oder -Fragments, wie dies in der vorliegenden Beschreibung beschrieben
ist, das mit anderen Komponenten einer pharmazeutischen Zusammensetzung
verträglich
ist und das nicht schädlich
ist für
ein Subjekt, an das die Zusammensetzung verabreicht werden soll.
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Der
Begriff „parenterale
Verabreichung" einer
pharmazeutischen Zusammensetzung, wie er in der vorliegenden Beschreibung
und in den Patentansprüchen
verwendet wird, schließt
jeden Weg einer Verabreichung ein, der gekennzeichnet ist durch
physikalisches Brechen eines Gewebes eines Subjekts und Verabreichung
der pharmazeutischen Zusammensetzungen durch den Bruch in dem Gewebe.
Eine parenterale Verabreichung schließt also ein, ist jedoch nicht
beschränkt
auf, eine Verabreichung einer pharmazeutischen Zusammensetzung durch
Injizieren der Zusammensetzung, durch Applizieren der Zusammensetzung
durch einen chirurgischen Einschnitt, durch Aufbringen der Zusammensetzung
durch eine das Gewebe durchdringende, nicht chirurgische Wunde und
dergleichen. Insbesondere kann eine parenterale Verabreichung einschließen, ist
jedoch nicht beschränkt
auf eine Verabreichung einer pharmazeutischen Zusammensetzung durch
Injektion der Zusammensetzung, durch Aufbringung der Zusammensetzung
durch einen chirurgischen Einschnitt, durch Aufbringung der Zusammensetzung
durch eine das Gewebe durchdringende, nicht-chirurgische Wunde und
dergleichen. Insbesondere kann der Begriff „parenterale Verabreichung" einschließen, ist
jedoch nicht beschränkt
auf subkutane, intraperitoneale, intramuskuläre, intrasternale Injektion
und über
die Nieren ablaufende dialytische Infusions-Techniken.
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Der
Begriff „anti-virale
Aktivität", wie er in der vorliegenden
Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet wird, bedeutet
ein Verhindern einer Replikation eines Virus in der Zelle, ein Verhindern
einer Infektion der Zelle durch einen Virus oder das Umkehren einer
physiologischen Wirkung einer Infektion der Zelle durch einen Virus.
Ein anti-virales Mittel ist eine Zusammensetzung eines Materials,
das – wenn
es an eine Zelle abgegeben wird – anti-virale Aktivitäten zeigt.
Anti-viale Mittel sind wohlbekannt und sind in der Literatur beschrieben.
Beispielsweise ist AZT (zidovudine, Retrovir® von
der Firma Glaxo Wellcome Inc., Research Triangle Park, NC) ein anti-virales Mittel, von
dem angenommen wird, dass es eine Replikation von HIV in humanen
Zellen verhindert.
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Der
Begriff „Deoxoprolin-Einheit" oder „Deoxoprolin-Rest", wie er in der vorliegenden
Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet wird, ist eine
chemische Einheit, die die folgende Struktur aufweist:
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Der
Begriff „Dehydroprolin-Einheit" oder „Dehydroprolin-Rest", wie er in der vorliegenden
Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet wird, ist eine
chemische Einheit, die die folgende Struktur aufweist:
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Beschreibung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Tamandarin- und Didemnin-Analoge,
einschließlich
solcher, die eine Deoxoprolin-Einheit oder eine Dehydroprolin-Einheit
in ihrer Struktur aufweisen (und natürlich solcher Verbindungen,
die keine Deoxoprolin-Einheit
oder keine Dehydroprolin-Einheit in ihrer Struktur aufweisen). Diese Analoge
zeigen starke bzw. potente pharmakologische Eigenschaften, wenn
sie an Menschen oder andere Säuger
verabreicht werden. Um ein Beispiel anzugeben, können diese Verbindungen eine
Protein-Synthese und ein Zell-Wachstum und eine Zell-Proliferation
inhibieren. Diese Verbindungen können
auch eine Apoptose in Zellen verstärken. Diese Eigenschaften machen
die Verbindungen nützlich
für das
Behandeln einer Vielzahl von Störungen,
die gekennzeichnet sind durch eine oder mehrere der Erscheinungen
einer anormalen Proteinsynthese, eines anormalen Zell-Wachstums,
einer anormalen Proliferation von Zellen und einer anormalen Apoptose.
Beispiele solcher Störungen
schließen
eine Tumorigenese, ein Tumor-Wachstum, eine Tumor-Metastase, Infektionen
einer Zelle durch ein Virus und Replikation eines Virus innerhalb
einer Zelle ein.
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Unter
den Zusammensetzungen gemäß der Erfindungen
sind diejenigen, die ein Tamandarin-Analog umfassen, das die Struktur
von Formel I aufweist, oder ein Didemnin-Analog umfassen, das die
Struktur von Formel XXI aufweist.
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Der
Substituent R1 der Formeln I und XXI kann
eine Deoxoprolin-Einheit in seiner Struktur haben und kann beispielsweise
ein Wasserstoff-Atom oder eine Amin-Schutzgruppe sein, die zum Schutz von
Aminosäuren
geeignet ist. Solche Schutzgruppen sind in diesem technischen Bereich
bekannt und werden im Rahmen der vorliegenden Offenbarung in Bezug
genommen. Beispiele geeigneter Schutzgruppen können gefunden werden in Druckschriften
wie beispielsweise „Green
und Wutz; 1999; Protecting Groups in Organic Synthesis, Wiley, New
York" und „Bodansky;
1993; Principles of Peptide Synthesis, Springer Berlin". Alternativ kann
der Substituent R1 ein Aminosäure-Rest
sein (z. B. ein Leucin-Rest) oder kann ein Polypeptid sein, das
einen oder mehrere Aminosäure-Reste
umfasst. Beispiele solcher Reste und Polypeptide schließen ein:
- – (N-methyl-)leucin
- – (N-methyl-)leucin-(ein
erstes Fluorophor),
- – (N-methyl-)leucin-prolin,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-pyruvat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat-glutamin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat-glutamin-cyclopentanoat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-lactat-leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-alanin-leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-prolin-(N-methyl-alanin-)leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-pyruvat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat-glutamin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-lactat-glutamin-cyclopentanoat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-lactat-leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-alanin-leucin-pyroglutamat,
und
- – (N-methyl-)leucin-deoxo-prolin-(N-methyl)-alanin-leucin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-pyruvat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat-(ein
erstes Fluorophor),
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat-glutamin-pyroglutamat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-lactat-glutamin-cyclopentanoat,
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-alanin-leucin-pyroglutamat
und
- – (N-methyl-)leucin-dehydro-prolin-(N-methyl-alanin-)leucin-pyroglutamat.
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Weitere
Beispiele alternativer R1-Substituenten
schließen
Peptide ein, die ein Fluorophor umfassen (z. B. Rhodamin oder Coumarin),
einen Aminosäure-Rest,
ein Polypeptid, eine enzymatisch abspaltbare Gruppe oder eine andere
chemische Einheit umfassen, die gebunden ist (z. B. kovalent gebunden
ist) an einem Träger (z.
B. eine Glas- oder Siliciumoxid-Platte, eine Agarose- oder andere
Polymer-Kugel usw.) das Fluorophor oder die enzymatisch abspaltbare
Gruppe können
direkt mit dem Analog verbunden sein, oder dieses kann daran gebunden
sein mit einem Linker, der 1 bis etwa 13 oder mehr Kohlenstoff-Atome
darin aufweist (und der gegebenenfalls eine oder mehrere Sekundär-Amin oder
-Amid-Einheiten einschließt).
Wenn R1 einen N-Methylleucin-Rest umfasst,
kann das α-Kohlenstoff-Atom
des Restes entweder (R)- oder (S)-Stereochemie aufweisen. Andere Aminosäure-Reste
innerhalb des Restes R1 können entweder
(R)- oder (S)-Stereochemie aufweisen, jedoch haben sie vorzugsweise
(S)-Stereochemie
an ihrem α-Kohlenstoff-Atom.
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Wenn
R1 einen Lactat-Rest umfasst, ist der Lactat-Rest
vorzugsweise ein (S)-Lactat-Rest.
In einer bevorzugten Ausführungsform
hat jeder Aminosäure-Rest
innerhalb der Gruppe R1, der von dem Leucin-Rest (oder
N-Methylleucin-Rest) verschieden ist (wenn dieser zugegen ist),
der direkt an das Stickstoff-Atom des Rings der Formel I oder XXI
gebunden ist, (S)-Stereochemie.
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R3 kann entweder gewählt sein aus -CH3 und
-H. Alternativ kann R3 zusammen mit R2 ein einziger Substituent sein.
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Der
Substituent R2 kann eine Aminosäure-Seitenkette
sein, wie beispielsweise eine Isoleucin-Seitenkette (d. h. eine
2-Butyl-Einheit, die vorzugsweise (R)-Stereochemie aufweist), eine
Valin-Seitenkette (d. h. eine 2-Propyl-Einheit), eine Alanin-Seitenkette (d. h.
eine Methyl-Einheit), eine Norleucin-Seitenkette (d. h. eine 1-Butyl-Einheit), eine Norvalin-Seitenkette
(d. h. eine 1-Propyl-Einheit), eine Leucin-Seitenkette (d. h. eine Isobutyl-Einheit,
die vorzugsweise (S)-Stereochemie aufweist), eine Phenylalanin-Seitenkette
(d. h. eine Phenylmethyl-Einheit), eine Histidin-Seitenkette (d.
h. eine 4-Methylimidazol-Einheit), eine Tryptophan-Seitenkette (d.
h. eine 3-Methylindol-Einheit),
eine Tyrosin-Seitenkette (d. h. eine 4-Hydroxyphenylmethyl-Einheit), eine Arginin-Seitenkette
(d. h. eine 4-Guanidinylbutyl-Einheit) und eine Lysin-Seitenkette
(d. h. eine 4-Aminobutyl-Einheit).
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Ein
Substituent R
2 kann ein Fluorophor umfassen
(z. B. ein Fluorophor, das mit einer der Aminosäure-Seitenketten, die vorstehend
beschrieben wurden, verknüpft
ist). Darüber
hinaus kann der Substituent R
2 die Struktur
der Formel III aufweisen
-
In
einer alternativen Ausführungsform
sind R
2 und R
3 zusammen
ein Substituent, der die Struktur von Formel IV aufweist:
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In
den Formeln III und IV kann jeder der Reste R5,
R6, R7, R8 und R9 unabhängig vom
jeweils anderen ein Substituent sein, der gewählt ist aus der Gruppe, die
besteht aus -H, -OH, -OCH3, -CO(C6H5), -Br, -I, -F,
-Cl, -CH3 und -CH2CH3.
-
R4 kann eine Isoleucin-Seitenkette oder eine
Valin-Seitenkette sein.
-
X
kann -O- oder -(NH)- sein.
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Y
kann -H oder eine Hydroxy-Schutzgruppe sein. Beispiele von Hydroxy-Schutzgruppen, die
bei Y zugegen sein können,
schließen
eine Alkyl-substituierte Silyl-Einheit,
eine Aryl-substituierte Silyl-Einheit oder ein Silan ein, das sowohl
mit Alkyl- als auch
mit Aryl-Einheiten substituiert ist. Ein Beispiel einer nützlichen
Hydroxy-Schutzgruppe
ist eine Triisopropylsilyl-Einheit. Andere Hydroxy-Schutzgruppen,
die bei Y in der Formel I verwendet werden können, werden beschrieben in
Druckschriften wie beispielsweise „Green und Wutz; 1999; Protecting
Groups in Organic Synthesis, Wiley, New York".
-
R10 kann eine Aminosäure-Seitenkette sein, wie beispielsweise
eine Leucin-Seitenkette
oder eine Lysin-Seitenkette. Alternativ kann R10 eine
Aminosäure
oder eine andere chemische Einheit sein, die gebunden ist an (z.
B. kovalent gebunden ist an) einen Träger (z. B. einen festen Träger). Ein
Beispiel eines Trägers
mit einem Analog, das die Struktur von Formel I aufweist, das damit
gebunden ist, ist in 5B gezeigt.
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Eine
andere Gruppe von Zusammensetzungen, die in die Erfindung eingeschlossen
sind, sind diejenigen, die ein Tamandarin-Analog umfassen, das eine
Struktur aufweist, die gewählt
ist aus der Gruppe, die besteht aus den Formeln (a)-(d), wie sie
oben angegeben wurden.
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Jeder
der Reste R2, R3,
R4, R10 X und Y
hat dieselbe Bedeutung in den Formeln (a)-(d), die er in den Formeln
I und XXI hat.
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In
den Formeln (a)-(d) kann R
13 Wasserstoff
oder eine chemische Einheit sein, die enzymatisch abspaltbar sein
kann (d. h. eine durch ein Enzym abspaltbare Einheit) oder kann
photoreaktiv sein. Der Begriff „eine durch ein Enzym abspaltbare
Einheit", wie er
in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet
wird, kann irgendeine chemische Einheit einschließen, die
abgespalten werden kann (d. h. chemisch abgelöst werden kann von einem Molekül) in Gegenwart
eines speziellen Enzyms. Beispiele von Enzymen, die in der Lage
sind, chemisch eine durch ein Enzym abspaltbarer Einheit abzulösen, schließen ein: Carboxypeptidasen,
beta-Lactamase, beta-Galactosidase, Penicillin-V-Amidase, Cytosindeaminase,
Nitroreductase, alkalische Phosphatase, beta-Glucuronidase und katalytische
Antikörper.
Beispiele von durch ein Enzym abspaltbarer Einheiten, die in eine
in der vorliegenden Beschreibung oder in den Patentansprüchen beschriebene
Verbindung eingebaut sein können,
schließen
ein: Cephalosporine, beta-Glucoside, Phosphat, Pyrophosphat, beta-D-Galactoside,
Nitrobenzamidin, Cytosin, Carbamate, Peptide und Aminosäuren. Alternativ dazu
kann R
13 eine durch ein Enzym abspaltbare
Einheit wie beispielsweise ein Dipeptid sein, das mit Glutaminpyroglutamat
verknüpft
ist, oder kann eine Einheit sein, die die Struktur von Formel V
oder Formel VI aufweist:
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Rein
veranschaulichend ist in der Verbindung 131, die in 23 abgebildet ist, R13 eine
durch ein Enzym abspaltbare Einheit, die die Struktur von Formel
V aufweist (d. h. eine Cephalosporin-Einheit). Die Cephalosporin-Einheit
von Verbindung 131 kann gespalten werden durch Kontakt mit dem Enzym
beta-Lactamase unter Erzeugung der Verbindung 101. Ein Substituent
R13, der die Struktur von Formel VI hat,
kann beispielsweise in Form eines Natrium- oder Kalium-Salzes vorliegen.
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Nach
Abspaltung einer durch ein Enzym abspaltbaren Einheit durch ein
Enzym kann das resultierende Didemnin-Analog eine oder mehrere der
physiologischen Aktivitäten
zeigen, die in der vorliegenden Beschreibung beschrieben sind. Ein
Tamandarin- oder
Didemnin-Analog, das die Struktur einer der Formeln (a)-(d) aufweist,
worin R13 eine durch ein Enzym abspaltbare
Einheit ist, kann gegebenenfalls diese Aktivitäten vor der Abspaltung der
durch ein Enzym abspaltbaren Einheit zeigen. Jedoch zeigt in einer
bevorzugten Ausführungsform
das Analog therapeutische Aktivität nur im Anschluss an die Abspaltung
der durch ein Enzym abspaltbaren Einheit davon.
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Wie
oben beschrieben, kann ein Tamandarin- oder Didemnin-Analog, das
die Struktur einer der Formeln I, XXI und (a)-(d) aufweist, an einen
Träger
gebunden sein. Die Identität
des Trägers
ist nicht kritisch. Der Träger
kann im wesentlichen irgendein Material sein, an das solch ein Analog
gebunden werden kann (z. B. durch kovalentes Befestigen über eine
der Einheiten R10, R2,
R3 oder R1). Beispiele
von Träger-Materialien schließen gebundene
Silicate, vernetzte Agarose, Polyacrylamid, Dextran und Allyldextran
ein. Solche Träger-Materialien
können
chemisch modifiziert werden unter Verwendung reaktiver chemischer
Einheiten, um ein kovalentes Binden des Analogs an den Träger zu erleichtern.
Chemische Modifikationen dieses Typs sind in diesem technischen
Bereich bekannt und können
beispielsweise eine Modifikation eines Trägers mit Cyanogenbromid-Gruppen,
Epoxid-Gruppen, Mesyl-Gruppen und Carboxyhexyl-Gruppen einschließen. Reaktionsvorschriften
zur Herstellung eines Trägers
und anschließenden
Bindung einer Verbindung an den Träger sind in diesem technischen
Bereich erhältlich
und können
von Fachleuten mit Sachverstand in diesem technischen Bereich zur
Verwendung mit einem Didemnin-Analog modifiziert werden, wie es
in der vorliegenden Beschreibung beschrieben ist.
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Beispiele
von Didemnin-Analogen, die die Struktur von Formel I oder XXI aufweisen,
schließen
ein: Verbindung 21 und Verbindungen 101 bis 143, von denen einige
in einer oder mehreren der 1 bis 39 abgebildet
sind.
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In
der Verbindung 21 ist R1 -(tert-Butyloxycarbonyl),
ist R2 eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
R3 ist -CH3, R4 ist eine Isoleucin-Seitenkette, R10 ist eine Leucin-Seitenkette, X ist -O-,
und Y ist -(Triisopropylsilyl).
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Bevorzugte
Tamandarin-Analoge sind basiert auf der Struktur von Tamandarin
A. In Tamandarin A ({(2S)Hiv2}Didemnin B;
Verbindung 101) ist R1 -(N-Methyl-R-leucin-)prolinlactat,
ist R2 eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
ist R3 -CH3, ist
R4 eine Isoleucin-Seitenkette, ist R10 eine Leucin-Seitenkette, ist X -O-, und
ist Y -H.
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In
Tamandarin M ({(2S)Hiv2}Didemnin M; Verbindung
103) ist R1 -(N-Methyl-R-leucin-)prolin-lactat-glutamin-pyroglutamat,
ist R2 eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H, und R7 ist -OCH3),
ist R3 -CH3, ist
R4 eine Isoleucin-Seitenkette, ist R10 eine Leucin-Seitenkette, ist X -O-, und
ist Y -H.
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Bevorzugte
Didemnin-Analoge basieren auf der Struktur von Didemnin B. In Tamandarin
B ({(2S)Hiv2 Norstal}Didemnin B; Verbindung
105) ist R1 -(N-Methyl-R-leucin-)prolin-lactat, ist R2 eine O-Methyltyrosin-Seitenkette (d. h.
R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
ist R3 -CH3, ist
R4 eine Valin-Seitenkette, ist R10 eine Leucin-Seitenkette, ist X -O-, und
ist Y -H.
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In
der Verbindung 107 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)glycin-(7-dimethylcoumarin-4-acetat),
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
steht R3 für -CH3, steht
R4 für
eine Isoleucin-Seitenkette, steht R10 für eine Leucin-Seitenkette,
steht X für
-O-, und steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 109 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)prolin-lactat-rhodamin, steht R2 für
eine O-Methyltyrosin-Seitenkette (d. h. R5,
R6, R8 und R9 sind jeweils -H und R7 ist
-OCH3), steht R3 für -CH3, steht R4 für eine Isoleucin-Seitenkette, steht
R10 für
eine Leucin-Seitenkette, steht X für -O-, und steht Y für -H.
-
In
der Verbindung 111 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)prolinlactat,
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
steht R3 für -CH3,
steht R4 für eine Isoleucin-Seitenkette,
steht R10 für eine Lysin-Seitenkette, steht
X für -O-,
und steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 113 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-),
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette (d. h. R5, R6, R8 und
R9 sind jeweils -H und R7 ist
-OCH3), steht R3 für -CH3, steht R4 für eine Isoleucin-Seitenkette,
steht R10 für eine Leucin-Seitenkette, steht
X für -O-,
und steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 115 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)prolinlactat,
steht R2 für eine Lysin-Seitenkette, steht
R3 für
-CH3, steht R4 für eine Isoleucin-Seitenkette,
steht R10 für eine Leucin-Seitenkette,
steht X für
-O-, und steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 123 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)prolinlactat,
R2 und R3 zusammen
sind ein Tetrahydroisochinolin-Substituent mit der Struktur von
Formel IV, R5, R6 und
R8 stehen jeweils für -H, steht R7 für -OCH3, steht R4 für eine Valin-Seitenkette, steht
R10 für
eine Leucin-Seitenkette, steht X für -O-, und steht Y für -H.
-
In
der Verbindung 124 steht R7 für -(N-Methyl-R-leucin-)prolinlactat,
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
steht R3 für -CH3,
steht R4 für eine Isoleucin-Seitenkette,
steht R10 für eine Leucin-Seitenkette,
steht X für
-(NH)-, und steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 128 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)prolinlactatglutamincyclopentanoat,
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
steht R3 für -CH3, steht
R4 für
eine Isoleucin-Seitenkette,
steht R10 für eine Leucin-Seitenkette,
steht X für
-O-, und steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 129 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)prolin-(N-methyl-S-alanin-)leucinpyroglutamat,
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3), steht
R3 für
-CH3, steht R4 für eine Iso leucin-Seitenkette,
steht R10 für eine Leucin-Seitenkette,
steht X für
-O-, und steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 131 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)prolinlactat,
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
steht R3 für -CH3,
steht R4 für eine Isoleucin-Seitenkette,
steht R10 für eine Leucin-Seitenkette,
steht R13 für eine Cephalosporin-Einheit,
die durch das Enzym beta-Lactamase
abspaltbar ist, steht X für
-O-, und steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 132 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-(S)-prolin-(S)-lactat),
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
steht R3 für -CH3,
steht R4 für eine Isoleucin-Seitenkette,
steht R10 für eine Leucin-Seitenkette,
steht R13 für eine beta-Glucosid-Einheit,
die durch das Enzym beta-Glucuronidase abspaltbar ist, steht X für -O-, und
steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 134 steht R1 für -(N-Methyl-S-leucin-)(S)-prolinpyruvat,
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
steht R3 für -CH3,
steht R4 für eine Isoleucin-Seitenkette,
steht R10 für eine Leucin-Seitenkette,
steht X für
-O-, und steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 137 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)(S)-prolinpyruvat,
R2 und R3 zusammen
sind ein Tetrahydroisochinolin-Substituent mit der Struktur von
Formel IV, R5, R6 und
R8 sind jeweils -H, R4 steht
für eine
Isoleucin-Seitenkette, steht R10 für eine Leucin-Seitenkette,
steht X für
-O-, und steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 138 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)(S)-prolin-pyrolinpyruvat, steht
R2 für
eine O-Methyltyrosin-Seitenkette (d. h. R5,
R6, R8 und R9 sind jeweils -H und R7 ist
-OCH3), steht R3 für -CH3, steht R4 für eine Isoleucin-Seitenkette, steht
R10 für
eine Lysin-Seitenkette, die kovalent an einen Träger gebunden ist, steht X für -O-, und
steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 142 steht R1 für -(N-Methyl-S-leucin-)(S)-prolinpyruvat,
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
steht R3 für -CH3,
steht R4 für eine Valin-Seitenkette, steht
R10 eine Leucin-Seitenkette, steht X für -O-, und
steht Y für
-H.
-
In
der Verbindung 143 steht R1 für -(N-Methyl-R-leucin-)(S)-prolinpyruvat,
steht R2 für eine O-Methyltyrosin-Seitenkette
(d. h. R5, R6, R8 und R9 sind jeweils
-H und R7 ist -OCH3),
steht R3 für -CH3,
steht R4 für eine Isoleucin-Seitenkette,
steht R10 für eine Leucin-Seitenkette,
steht X für
-NH- und steht Y für
-H.
-
Die
strukturelle Ähnlichkeit
von Didemnin B und Tamandarin A ({(2S)Hiv2}Didemnin
B; Verbindung 101) wird veranschaulicht in 25.
Die primäre
strukturelle Übereinstimmung,
die durch Klammern und gepunktete Linien angegeben wird, liegt in
dem Makrozyklus-Teil dieser Verbindungen. Tamandarin A, das in 25A gezeigt ist, enthält eine α-Hydroxyisovaleryl-Einheit (Hiv-Einheit),
und Didemnin B, das in 25B gezeigt
ist, enthält
eine α-(α-Hydroxyisovaleryl)propionyl-Einheit
(Hip-Einheit). Die einfachere Makrozyklus-Struktur von Tamandarin
A und von irgendwelchen Verbindungen, die die Struktur von Formel
I oder Formel XXI haben, kann einfacher synthetisiert werden als
die Makrozyklus-Struktur von Didemnin B. Verbindungen, die die Struktur
entweder von Formel I oder von Formel XXI haben, können leichter
(und allgemein preiswerter) hergestellt werden als Verbindungen,
die identisch sind bis auf die Gegenwart einer Hip-Einheit anstelle
der Hiv-Einheit.
-
Eine
weitere Gruppe von Verbindungen, die die physiologischen Aktivitäten zeigen
kann, die in der vorliegenden Beschreibung beschrieben sind, und
die in der Erfindung eingeschlossen sind, sind Verbindungen, die
Fragmenten von Didemnin-Analogen
entsprechen, die die Struktur von Formel I oder Formel XXI haben. Fragmente,
die diese Aktivität
zeigen, schließen
diejenigen ein, die die Struktur von Formel VII haben:
-
In
Formel VII haben X, Y und R4 die identifizierten
Definitionen, die für
die Formeln I und XXI beschrieben wurden, und APG ist eine Amin-Schutzgruppe.
Beispiele von Amin-Schutzgruppen, die in den aktiven Fragmenten
zugegen sein können,
schließen
ein: Carbobenzyloxy-Einheiten (CBZ-Einheiten) und tert-Butyloxycarbonyl-Einheiten (BOC-Einheiten).
Andere nützliche
Amin-Schutzgruppen sind beschrieben in den Druckschriften wie beispielsweise „Green
und Wutz; 1999; Protecting Groups in Organic Synthesis, Wiley, New
York" und „Bodansky;
1993; Principles of Peptide Synthesis, Springer, Berlin".
-
R
11 in Formel VII kann jede beliebige Gruppe
aus den Gruppen -OH, -NH
2, -(O-Allyl) und -(O-Pentafluorphenyl)
sein. Alternativ dazu kann R
11 ein Substituent
sein, der die Struktur aufweist, die in Formel VIII gezeigt ist:
-
In
Formel VIII können
R2, R3 und R10 die Identitäts-Definitionen haben, die
für die
Formeln I und XXI beschrieben wurden, und APG ist eine Amin-Schutzgruppe,
wie sie für
Formel VII beschrieben ist (obwohl diese nicht dieselbe APG-Gruppe
zu sein braucht wie in Formel VII). R12 kann
entweder -H oder eine Hydroxy-Schutzgruppe sein, wie sie in der
vorliegenden Beschreibung beschrieben ist. Verbindungen, die die
Struktur von Formel VII haben, können
hergestellt und verwendet werden, wie dies in der vorliegenden Beschreibung
beschrieben ist, und schließen
die Verbindungen ein, die mit 6, 17, 19 und 20 in 26 bezeichnet
sind.
-
Verfahrensweisen
zum Verwenden der hier beschriebenen Verbindungen
-
Die
Didemnin- und Tamandarin-Analoge, die in der vorliegenden Beschreibung
und in den Patentansprüchen
offenbart sind, können
verwendet werden, um eine Vielzahl von physiologischen Prozessen
zu beeinflussen. Jeder dieser Typen von Verbindungen kann verwendet
werden, um eine Protein-Synthese zu inhibieren. Weiter können die
Verbindungen verwendet werden, um eine Progression einer Zelle durch
den Zell-Zyklus
zu inhibieren. Zwar ist man nicht durch irgendeine spezielle Theorie
der Wirkungsweise gebunden, jedoch wird angenommen, dass die den
Zell-Zyklus inhibierende Aktivität
der Verbindungen dem Inhibieren der Protein-Synthese zugeschrieben
werden kann, der Inhibierung anderer zellulärer Aktivitäten zugeschrieben werden kann,
die mit einer DNS-Replikation oder Zell-Teilung assoziiert sind,
oder irgendeiner Kombination dieser Aktivitäten. Diese Tamandarin- und
Didemnin-Analoge induzieren auch eine Apoptose in Zellen. Die physiologischen
Aktivitäten,
die diesen Tamandarin- und Didemnin-Analogen zugeschrieben werden,
machen diese Verbindungen nützlich
zur Linderung einer Vielzahl von Störungen, in denen eine oder
mehrere der Erscheinungen Zell-Wachstum, Zell-Proliferation und
Zell-Überleben
anormal sind. Beispiele solcher Störungen schließen Krebs-Krankheiten
in verschiedenen Stufen (z. B. Tumorigenese, Tumor-Wachstum und
Metastasen-Bildung) und virale Infektionen in verschiedenen Stufen
(z. B. Infektion von Zellen mit Virus-Partikeln, Produktion von
Virus-Partikeln innerhalb einer Zelle und Überleben von mit einem Virus
infizierten Zellen) ein.
-
Zwar
ist man nicht durch irgendeine spezielle Theorie der Wirkungsweise
gebunden, doch wird angenommen, dass die physiologischen Aktivitäten, die
den Tamandarin- und Didemnin-Analogen, die in der vorliegenden Patentanmeldung
und in den Patentansprüchen
beschrieben sind, zuzuschreiben sind, von einer oder mehreren Wech selwirkungen
zwischen solchen Analogen und wenigstens einer Zell-Komponente resultieren.
Diese Wechselwirkung(en) führt/führen direkt
oder indirekt zu der beobachteten zellulären Response bzw. Antwort.
Dementsprechend umfasst die Erfindung eine Verwendung dieser Verbindungen
zum Identifizieren einer oder mehrerer zellulärer Komponente(n), die zu einem
Störungs-Phenotyp
in einem Lebewesen beiträgt/beitragen.
Eine Identifizierung solcher zellulärer Komponenten kann einen
wirksamen Weg der Behandlung zur Erleichterung der Störung aufzeigen.
Beispiele von Verbindungen, die für diesen Zweck nützlich sind, schließen Analoge
ein, die einen fluoreszierenden Substituenten (z. B. an den Resten
R
1 oder R
2), eine
photoreaktive chemische Einheit, wie beispielsweise eine Einheit,
die die folgende Struktur aufweist:
oder eine Einheit umfassen,
die an einen Träger
gebunden ist.
-
Fluoreszierende
und andere nachweisbar markierte Tamandarin- und Didemnin-Analoge, wie sie
in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen beschrieben
sind (sowie ihre physiologisch aktiven Fragmente), können verwendet
werden zum Identifizieren von Zellen, in denen diese Analoge und
Fragmente ihre physiologischen Wirkungen ausüben können. Beispielsweise können Zellen,
die ein fluoreszierendes Analog absorbieren oder binden, identifiziert
oder isoliert werden. Eine Identifizierung oder Isolierung solcher
Zellen kann verwendet werden zum Diagnostizieren einer Störung, die
mit der Gegenwart solcher Zellen assoziiert ist. Eine Identifizierung
oder Isolierung dieser Zellen kann auch zeigen, welches der Tamandarin- oder
Didemnin-Analoge
wirksam sind zur Behandlung einer Störung, die die Zellen einschließt.
-
Die
in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen beschriebenen
Tamandarin- und Didemnin-Analoge können verwendet werden für anti- proliferative, Anti-Tumor,
anti-virale und Immunosuppressiv-Zwecke. Beispielsweise können diese
Verbindungen verwendet werden in einer pharmazeutischen Zubereitung
oder einem Medikament, das an einen Patienten verabreicht werden
soll, der unter einer Störung leidet,
bei der eine oder mehrere der Erscheinungen Protein-Synthese, Zell-Wachstum, Proliferation
und Überleben
anormal sind. Solche Medikamente können verwendet werden zum Behandeln
von Störungen
wie beispielsweise Krebs-Krankheiten
(z. B. Brust-Krebs), viralen Infektionen, durch Pilze verursachte
Infektionen, durch Parasiten verursachten Infektionen und bakteriellen
Infektionen, Autoimmun-Störungen,
Allergien, anderen Hyper-Immunstörungen
und Atherosklerose.
-
Beispiele
von Anti-Tumor-Aktivitäten,
die von den Verbindungen gezeigt werden können, die in der vorliegenden
Beschreibung und in den Patentansprüchen beschrieben sind, schließen ein
eine Inhibierung der Tumorigenese, eine Inhibierung der Metastasierung,
eine Inhibierung des Tumor-Zell-Wachstums, eine Inhibierung der
Tumor-Zellen-Proliferation und eine Verstärkung der Tumor-Zellen-Apoptose.
Dehydrodidemnin zeigt Aktivität
gegen Zell-Linien, die von einigen menschlichen festen Tumor-Typen
abgeleitet sind, einschließlich
nicht kleine Zellen umfassenden Lungenkrebs- und Darmkrebs-Zell-Linien,
und zeigt selektive Anti-Tumor-Aktivität gegen nicht kleine Zellen
umfassenden Lungenkrebs, Melanome, Eierstock-Krebs und Kolorektal-Krebs
(„Depenbrock
et al., 1998, Brit. J. of Cancer 78(6):739-744"). Wie in der vorliegenden Beschreibung und
in den Patentansprüchen
beschriebenen Tamandarin- und
Didemnin-Analoge zeigen Anti-Tumor-Aktivitäten in Zellen einer oder mehrerer
dieser Zell-Linien, sowie in Zellen des korrespondierenden Tumor-Typs
in vivo. Eine Bestimmung der Wirksamkeit irgendeines besonderen
Analogs gegen irgendeinen besonderen Tumor-Typ kann durchgeführt werden
unter Anwendung von Standard-Verfahrensweisen,
die beispielsweise einschließen
eine oder mehrere der 60 Standard-Tumor-Zell-Linien, die im U. S. National
Cancer Institute Drug Screening Program gehalten werden.
-
Beispiele
von anti-viralen Aktivitäten,
die von den Tamandarin- und Didemnin-Analogen gezeigt werden können, die
in der vorliegenden Patentanmeldung und in den Patentansprüchen beschrieben
sind, schließen
ein Inhibieren des Bindens eines Virus an ein Zell-Target, eine
Inhibierung einer Infektion einer Zelle durch ein Virus, eine Inhibierung
der Zell-Synthese von Virus-Komponenten; eine Inhibierung der intrazellulären Anordnung
von Virus-Partikeln, eine Inhibierung der Freisetzung der Virus-Partikeln
aus einer infizierten Zelle, ein Inhibieren des Wachstums einer
durch einen Virus infizierten Zelle, ein Inhibieren einer Proliferation
einer durch ein Virus infizierten Zelle und die Induktion des Todes
(d. h. eine Apoptose) einer durch einen Virus infizierten Zelle
ein. Die anti-virale Aktivität
der in der vorliegenden Beschreibung beschriebenen Verbindungen kann
beispielsweise verwendet werden zur Behandlung oder Vorbeugung von
viralen Infektionen bei Säugern und
damit assoziierten Symptomen. Rein zur Angabe eines Beispiels können die
Didemnin- und Tamandarin-Analoge zur Behandlung oder Vorbeugung
von Infektionen durch Viren wie beispielweise das Rift Valley Fever-Virus,
das Dengue-Virus oder irgendeines der Pferde-Encephalitis-Viren
verwendet werden.
-
Beispiele
immunosuppressiver Aktivitäten,
die von den Tamandarin- und Didemnin-Analogen gezeigt werden können, die
in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen offenbart
sind, schließen eine
Inhibierung der zellulären
Immun-Antwort auf
ein Immunogen (z. B. ein infektiöses
Mittel oder eine transplantierte Zelle oder ein transplantiertes
Gewebe) und eine Inhibierung einer humoralen Immun-Antwort auf ein Immunogen
ein. Beispiele von Störungen,
in denen Immunosupression wünschenswert
sein kann, schließen
Autoimmun-Störungen,
in Verbindungen mit einer Transplantat-Abstoßung stehende Störungen (z.
B. die Abstoßung
eines Gewebe-Transplantats
oder eines Knochenmarks-Transplantats), die Entwicklung einer Immun-Antwort auf eine
implantierte Vorrichtung (z. B. einen Stent oder eine Herz-Klappe),
Immuno-Hypersensibilität
und Anaphylaxe ein.
-
Die
Tamandarin- und Didemnin-Analoge, die in der vorliegenden Beschreibung
und in den Patentansprüchen
beschrieben werden, können
in vitro an eine Zelle oder ein Gewebe verabreicht werden (z. B.
einer kultivierten Zelle oder einem kultivierten Gewebe oder einer
Zelle oder einem Gewebe, das von einem Tier vor der Einführung in dasselbe
oder in ein davon verschiedenes Tier gewonnen wurde). Alternativ
können
die Analogen an die Zelle oder das Gewebe in vivo verabreicht werden,
indem man das Analog oder eine pharmazeutische Zusammensetzung,
die das Analog umfasst, an ein Tier (z. B. einen Säuger wie
beispielsweise einen Menschen) verabreicht, das/der Zelle oder das
Gewebe umfasst.
-
In
einer Ausführungsform
der in der Beschreibung und in den Patentansprüchen beschriebenen Behandlungs-Verfahren
wird ein Tamandarin- oder Didemnin-Analog, das in der Beschreibung
beschrieben ist, und das eine durch ein Enzym abspaltbare Gruppe
daran gebunden aufweist (z. B. eine Verbindung, die die Struktur
der Formel XXI aufweist) an ein Tier verabreicht. Bei Abspaltung
der durch ein Enzym abspaltbaren Gruppe wird die Verbindung von
einer inaktiven (oder weniger aktiven) Form in eine aktive (oder
mehr aktive) Form überführt, wie
dies in den 23 und 24 gezeigt
wird. So kann ein Tamandarin- oder Didemnin-Analog selektiv an dem
Körper-Ort aktiviert werden,
an dem die Enzym-Aktivität
stattfindet.
-
Das
Enzym, das zum Abspalten eines Tamandarin- oder Didemnin-Analogs
verwendet wird, das eine durch ein Enzym abspaltbare Einheit gebunden
aufweist, kann ein Enzym sein, das natürlich an der Körperstelle
in einem Tier vorkommt. Alternativ dazu kann das Enzym dem Lebewesen
zugeführt
werden, beispielsweise als Zusammensetzung, die das Enzym oder eine
Nukleinsäure
umfasst, die für
das Enzym kodiert. Als ein weiteres Beispiel kann das Enzym gekoppelt
werden (z. B. kovalent, unter Verwendung eines Vernetzungsmittels
oder durch Expression als Enzym-Antikörper-Fusions-Protein) an einen Antikörper, der
sich spezifisch an ein Gewebe bindet (z. B. Krebs-Zellen wie beispielsweise
Leukämie-Zellen
oder Zellen eines festen Tumors), und zwar an dem Körper-Ort
an dem Tier, und der Antikörper-Enzym-Komplex
kann an ein Tier verabreicht werden. Eine Verabreichung eines Tamandarin-
oder Didemnin-Analogs,
das daran gebunden eine durch ein Enzym abspaltbare Gruppe aufweist,
an dasselbe Tier führt
zu einer bevorzugten Aktivierung der Verbindung an dem Gewebe- oder Körper-Ort.
Die physiologische Wirkung der Verbindung kann dadurch auf den Ort
des Gewebes oder des Körpers
lokalisiert werden, und irgendeine Nebenwirkung, die der aktivierten Verbindung
zuschreibbar ist, kann dadurch reduziert oder minimiert werden.
-
Ein
an einen Träger
gebundenes Tamandarin- oder Didemnin-Analog kann verwendet werden
zum Identifizieren von Zellen, die an ihren Oberflächen oder
anderswo Rezeptor-Proteine, Glykoproteine oder dergleichen umfassen,
die in der Lage sind, mit dem Analog in Wechselwirkung zu treten
oder sich an dieses zu binden. Als Beispiel kann ein Tamandarin-
oder Didemnin-Analog, das die Struktur von Formel I oder XXI aufweist
und an einen Träger
gebunden ist, aufgrund seiner Wechselwirkung mit einem besonderen
Zell-Rezeptor zum Identifizieren oder physiologischen Isolieren
von Zellen eines besonderen Typs verwendet werden (z. B. Tumor-Zellen),
die durch die Gegenwart des speziellen Rezeptors gekennzeichnet
sind.
-
Verfahren zur Herstellung
der hier beschriebenen Verbindungen
-
Die
vorliegende Erfindung schließt
Verfahren zur Herstellung von Didemnin-Analogen und -Fragmenten ein, wie sie
in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen beschrieben
sind. Verfahren zur Herstellung von Tamandarin- und Didemnin-Analogen
wurden beschrieben (z. B. Harris et al., 1987, Tetrahedron Lett.
28:2837-2840; Harns et al., 1988, Tetrahedron 44:3489-3500; Ewing
et al., 1986, Tetrahedron 42:5863-5868; Ewing W. R., 1988, Ph. D.
Dissertation, University of Pennsylvania, Philadelphia PA; Ewing
et al., 1989, Tetrahedron Lett. 30:3757-3760; Li et al., 1990, J.
Am. Chem. Soc. 112:7659-7672; Mayer et al., 1994, J. Org. Chem.
59:5192-5205; Mayer
et al., 1994, Tetrahedron: Asymmetry 5:519-522; Xiao et al., 1997, Tetrahedron:
Asymmetry 9:47-53; Pfizenmayer et al., 1998, 8:3653-3656; US-Patentanmeldung mit
dem amtlichen Aktenzeichen 09/545,848, eingereicht am 7. April 2000).
Die Inhalte jeder dieser Druckschriften und der Patentanmeldung
werden durch die Inbezugnahme in die vorliegende Offenbarung übernommen.
Das genaue Verfahren, das zur Herstellung eines Tamandarin- oder
Didemnin-Makrozyklus oder eines Analogs davon angewendet wird, ist
nicht kritisch.
-
Vorzugsweise
führt das
Verfahren, das angewendet wird, zur stereoselektiven Synthese einer
hier beschriebenen Verbindung. Beispielsweise ist die Synthese von
(–)-Tamandarin-A ({(2S)Hiv2}Didemnin B; Verbindung 101) beispielhaft
angegeben in Beispiel 1.
-
Bei
der Bezugnahme auf Verfahren zur Herstellung der hier beschriebenen
Analoge und Fragmente haben die Substituenten R2,
R3, R4, R5, R6, R7,
R8, R9, R10, X und Y dieselben Bedeutungen, wie sie
oben verwendet wurden.
-
Die
Durchführung
einer schützenden
Reaktion, wie sie in der vorliegenden Offenbarung verwendet wird,
kann jede beliebige Reaktion einschließen, durch die eine oder mehrere
chemische Einheit(en) kovalent (jedoch reversibel) an ein Atom aus
der Gruppe Stickstoff-Atom, Sauerstoff-Atom und Schwefel-Atom eines Moleküls gebunden
wird/werden. Ein solches Binden verhindert, dass das Atom oder die
Atome an nicht erwünschten
chemischen Reaktionen teilnehmen, d. h. kovalent an andere chemische
Einheiten gebunden werden und entweder Protonen oder Elektronen
oder beides an andere chemische Einheiten abgeben oder von diesen
annehmen. Eine so gebundene chemische Einheit wird bezeichnet als „eine Schutzgruppe". Um ein Beispiel
anzugeben: Das Stickstoff-Atom einer Verbindung, die die Struktur
von Formel IX aufweist, wie beispielsweise D-Allo-Isoleucin, kann
geschützt
werden unter Verwendung eines Reagenz wie beispielsweise Carbobenzyloxysuccinimid
(CBZ-Succinimid). Die Verwendung dieses Reagenz in einem Standard-Reaktionsablauf
führt zu
einem geschützten
D-Allo-Isoleucin, d. h. N(α)-CBZ-D-alloisoleucin,
das die Struktur von Verbindung 8 in 26A aufweist.
In Verbindung 8 dient die CBZ-Einheit als Amin-Schutzgruppe, und das Stickstoff Atom,
an das sie gebunden ist, kann nicht in einfacher Weise weitere chemische
Reaktionen durchführen. Weiter
wird rein zum Zweck des Beispiels angegeben, dass dann, wenn X für -(NH)-
steht, eine geschützte Amin-Gruppe (z. B. -N(CBZ)-)
in hier beschriebenen Reaktionen verwendet werden kann. Als alternatives
Beispiel wird angegeben, dass die Hydroxyl-Einheit von Verbindung
11 in 26A geschützt werden kann unter Verwendung
eines Reagenz wie beispielsweise Triisopropylsilyltriflat (TIPSOTf)
unter Erhalt von Verbindung 12 in 26A.
-
In
dieser Verbindung ist Y eine Triisopropylsilyl-Einheit (TIPS-Einheit)
und dient als die Hydroxy-Gruppe schützende Gruppe, die chemische
Reaktionen mit dem Sauerstoff-Atom verhindert, an das diese Einheit gebunden
ist.
-
Reaktions-Vorschriften
zur Durchführung
von Schutz-Reaktionen und umfassende Information über chemische
Einheiten, die als Schutz-Gruppen verwendet werden können, findet
sich in Druckschriften wie beispielsweise „Green und Wutz, 1999, Protecting
Groups in Organic Synthesis, Wiley, New York" oder „Bodansky, 1993, Principles
of Peptide Synthesis, Springer, Berlin".
-
Didemnin-Analoge
und -Fragmente können
hergestellt werden durch Umwandeln einer Verbindung, die die Struktur
von Formel IX aufweist:
in eine Verbindung, die die
Struktur von Formel X aufweist
-
Solch
eine Reihe von Reaktionen kann einschließen, ist jedoch nicht beschränkt auf
eine Schutz-Reaktion, eine Aktivierungs-Reaktion, eine Veresterungs-Reaktion
und eine Ester-Hydrolyse-Reaktion. Die Amin-Gruppe von Formel IX
wird vorzugsweise vor der Durchführung
der Veresterungs- und Hydrolyse-Reaktionen geschützt. Ein spezielles Beispiel
dafür,
eine Verbindung herzustellen, die die Struktur von Formel X hat, ist
in Beispiel 1 angegeben. In den Formeln X-XVIII bezieht sich „APG" auf eine Amin- Schutzgruppe wie
beispielsweise eine Carbobenzyloxy-Einheit (CBZ-Einheit) oder eine
tert-Butyloxycarbonyl-Einheit (BOC-Einheit). Alternative Amin-Schutzgruppen
können
auch verwendet werden, wie in der vorliegenden Anmeldung und im Stand
der Technik beschrieben ist.
-
Ein
Beispiel einer Aktivierungs-Reaktion, die in das Verfahren zur Herstellung
einer Verbindung eingeschlossen ist, die die Struktur von Formel
X aufweist, ist in 26A angegeben, Reaktion B.
Eine Aktivierung einer Verbindung wie beispielsweise eine Verbindung
8 kann ein Reagenz wie beispielsweise Pentafluorphenol (PFPOH) unter
Erhalt von Verbindung 9 einschließen. Verbindung 9 ist ein Beispiel
einer aktivierten Zwischenstufe, die noch leichter nachfolgende
Reaktionen eingeht, wie beispielsweise eine Veresterung an dem Carbonyl-Kohlenstoff-Atom
ihrer PFP-Ester-Einheit.
Veresterungs-Reaktionen, die keine aktivierte Zwischenstufe erfordern,
können
auch verwendet werden, um eine Verbindung herzustellen, die die
Struktur von Formel X aufweist.
-
Jede
Verfahrensweise einer Ester-Hydrolyse, wie sie in diesem technischen
Gebiet bekannt ist, die keine rauen Reaktions-Bedingungen umfasst,
die eine Racemisierung begünstigen,
kann zur Herstellung einer Verbindung mit der Struktur der Formel
X verwendet werden. Beispielsweise kann eine Verbindung, die die folgende
Struktur aufweist:
unter Verwendung einer starken
Base in einer Lösungsmittel-Mischung
hydrolysiert werden, wie dies beispielhaft in
26A angegeben ist, Reaktion F. Reagenzien und
Bedingungen, die für
eine Ester-Hydrolyse unter milderen Bedingungen geeignet sind (d.
h. Bedingungen einschließen,
die nicht eine Racemisierung fördern), können leicht von
einem Fachmann mit üblichem
Sachverstand in diesem technischen Gebiet gewählt werden.
-
Eine
Verbindung mit der Struktur
kann verestert werden mit
beispielsweise Allylbromid (z. B. wie beschrieben in Beispiel 1),
unter Erhalt einer Verbindung mit der Struktur der Formel XI:
-
Eine
Verbindung, die die Struktur von Formel IX aufweist, und eine Verbindung,
die die Struktur von Formel XI aufweist, können gekoppelt werden (z. B.
verestert werden), und zwar unter Erhalt einer Verbindung mit der
Struktur der Formel XII:
(z. B. Reaktion I von
26B). Gegebenenfalls kann eine derartige Reaktion
durchgeführt
werden unter Verwendung eines Katalysators, eines Kupplungsreagenz
oder eines Veresterungs-Reagenz. Reagenzien und Bedingungen, die
für diesen
Typ Reaktion nützlich
sind, sind in diesem technischen Gebiet bekannt und sind beispielhaft
in Beispiel 1 angegeben. Didemnin-Fragmente, die die Struktur von
Formel XII aufweisen, zeigen eine oder mehrere der pharmakologischen
Aktivitäten,
die in der vorliegenden Beschreibung beschrieben sind.
-
Eine
Verbindung, die die Struktur von Formel XII aufweist, kann unter
Erhalt einer Verbindung hydrolysiert werden, die die Struktur von
Formel XIII aufweist:
-
Wie
an anderer Stelle der vorliegenden Beschreibung beschrieben ist,
sind Reaktions-Bedingungen und
Reagenzien, die für
eine Ester-Hydrolyse geeignet sind, in diesem technischen Gebiet
bekannt und können
in einfacher Weise von einem erfahrenen Fachmann angewendet werden.
Ein Beispiel dieses Typs von Hydrolyse ist in 26B abgebildet, Reaktion J. Die Didemnin-Fragmente,
die die Struktur von Formel XIII aufweisen, zeigen eine oder mehrere
der pharmakologischen Aktivitäten,
wie sie in der Beschreibung beschrieben ist/sind.
-
Die
Carboxyl-Gruppe einer Verbindung, die die Struktur von Formel XIII
aufweist, kann aktiviert werden unter Erhalt einer Verbindung, die
die Struktur von Formel XIV aufweist:
-
In
der Formel XIV bezieht sich „ACT" auf eine aktivierende
Gruppe wie beispielsweise eine Pentafluorphenyl-Einheit (PFP-Einheit).
Ein weiteres Beispiel einer aktivierenden Gruppe ist eine N-Hydroxysuccinimid-Einheit.
Eine chemische Aktivierung kann durchgeführt werden unter Verwendung
von Reagenzien wie beispielsweise eines aktivierenden Reagenz, eines
Katalysators, eines Donors mit einer aktivierenden Gruppe oder dergleichen.
Beispielsweise wird Verbindung VI, die in 26C gezeigt
ist, durch kovalentes Binden einer PFP-Gruppe unter Erhalt von Verbindung
19 aktiviert. Reaktions-Beschreibungen zum Aktivieren einer Verbindung
sind auf die in der vorliegenden Beschreibung offenbarte Weise in
diesem technischen Gebiet bekannt. Die Didemnin-Fragmente, die die
Struktur von Formel XIV aufweisen, zeigen eine oder mehrere der
in der vorliegenden Beschreibung beschriebenen pharmakologischen
Aktivität(en).
-
Die
aktivierte Verbindung, die die Struktur von Formel XIV aufweist,
kann mit einem dritten Reaktanden gekoppelt werden, der die Struktur
von Formel XV aufweist:
unter Erhalt einer Verbindung,
die die Struktur von Formel XVI aufweist:
-
In
den Formeln XV und XVI bezieht sich der Ausdruck SEM auf 2-(Trimethylsilyl-)ethoxycarbonyl.
Ein Beispiel dieser Reaktion ist in Reaktion M von 26C abgebildet, worin die Verbindung 19 mit der
Verbindung 18 unter Erhalt von Verbindung 20 gekoppelt wird. Die
Reagenzien und Bedingungen, die zur Herstellung eines geschützten Peptids
wie beispielsweise Verbindung 18 nötig sind, werden beschrieben
beispielsweise in „Li
et al., 1990, J. Am. Chem. Soc. 112:1659-7672". Didemnin-Analoge, die die Struktur
von Formel XVI aufweisen, zeigen eine oder mehrere der in der vorliegenden
Beschreibung beschriebenen pharmakologischen Aktivitäten.
-
Ein
Didemnin-Analog, das eine oder mehrere der in der vorliegenden Beschreibung
beschriebenen pharmakologischen Aktivitäten aufweist, kann hergestellt
werden durch Entfernen einer der Amino-Schutzgruppen und der Carbonylhydroxyl-Schutzgruppen einer
Verbindung, die die Struktur von Formel XVI aufweist, und Zyklisieren
der Verbindung unter Erhalt eines PSI mit der Struktur von Formel
XVII:
-
Ein
Beispiel von Reaktionen dieses Typs ist in Schritt N von 26D gezeigt. Chemisch kann das Entfernen einer
Schutzgruppe von einer Verbindung wie derjenigen, die die Struktur
von Formel XVI aufweist, bewirkt werden durch Umsetzen der Verbindung
mit einem oder mehreren Reagenzien zum Entfernen einer Schutzgruppe
der Verbindung. Beispielhafte Reaktionen zur Entfernung einer Schutzgruppe
werden in der vorliegenden Beschreibung offenbart beispielsweise
für Verbindung
20, wie dies in 26D gezeigt ist. Andere Vorschriften
zum Entfernen einer Schutzgruppe von einer Verbindung sind in diesem
technischen Bereich bekannt und können von einem versierten Fachmann
in einfacher Weise angewendet werden zum Entfernen der Schutzgruppe
von einer Verbindung, die die Struktur von Formel XVI aufweist.
Ein Zyklisieren einer von Schutzgruppen befreiten Verbindung, die
darüber
hinaus die Struktur von Formel XVI aufweist, kann bewirkt werden
unter Verwendung irgendeines in diesem technischen Bereich bekannten
Verfahrens zur Makrozyklisierung von Peptiden. Beispielsweise können die
Makrozyklisierungs-Bedingungen ähnlich
oder identisch denjenigen sein, die angewendet werden bei der Zyklisierung,
die zur Verbindung 21 führt,
abgebildet in 26D und beschrieben in Beispiel
1. Didemnin-Analoge, die die Struktur von Formel XVII aufweisen,
zeigen eine oder mehrere der therapeutischen Aktivitäten, die
in der vorliegenden Beschreibung beschrieben ist/sind.
-
Eine
oder mehrere der schützenden
Gruppen einer Verbindung, die die Struktur von Formel XVII aufweist,
kann/können
entfernt werden unter Erhalt einer Verbindung, die die Struktur
von Formel XVIII aufweist:
-
Dieser
Typ von Reaktion zur Entfernung von Schutzgruppen ist beispielhaft
beschrieben in Reaktion O von 26E.
Didemnin-Analoge, die die Struktur von Formel XVIII haben, zeigen
eine oder mehrere der therapeutischen Aktivitäten, die in der vorliegenden
Beschreibung beschrieben ist/sind.
-
Noch
eine andere aktive Verbindung kann hergestellt werden durch Kuppeln
einer Verbindung, die die Struktur von Formel XVIII aufweist, und
eines Reagenz mit der Struktur gemäß Formel XIX:
unter Erhalt eines PSI mit
der Struktur von Formel XX:
-
Diese
Reaktion ist beispielhaft beschrieben in Reaktion N von 26E. R14 kann beispielsweise
irgendeine der Einheiten sein, die oben als R1 beschrieben
ist. Die Substituenten-Gruppe R14 kann eine
durch ein Enzym abspaltbarer Einheit umfassen, vorzugsweise an ihrem
oder nahe ihrem distalen Ende (relativ zu dem Makrozyklus). Eine
derartige Einheit kann abspaltbar sein durch ein Enzym, beispielsweise
eine Carboxypeptidase, eine beta-Lactamase, eine beta-Galactosidase,
eine Penicillin-V-Amidase, eine Cytosindeaminase, eine Nitroreductase,
eine alkalische Phosphatase, eine beta-Glucwonidase und einen katalytischen
Antikörper.
Ein Beispiel einer Einheit R14, die eine
durch ein Enzym abspaltbare Einheit aufweist, ist -(N-Methyl-)leucin-(S)prolin-(S)lactat-(S)glutamin-(S)pyroglutamat.
Andere Beispiele von durch ein Enzym abspaltbare Einheiten sind
in der vorliegenden Beschreibung beschrieben. Beispielsweise können Verbindungen
131 und 132, die in den 23 bzw. 24 abgebildet
sind, herge stellt werden unter Verwendung der hier beschriebenen
Verfahrensweisen. Didemnin-Analoge
und -Fragmente, die eine durch ein Enzym abspaltbare Einheit daran
gebunden aufweisen und die darüber
hinaus die Struktur einer der Formeln XII bis XVIII aufweisen, zeigen
im Anschluss an ein Abspalten einer durch ein Enzym abspaltbaren
Gruppe davon eine oder mehrere der therapeutischen Aktivitäten, die
in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen beschrieben
ist/sind.
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Ein
Variieren der Substituenten der Didemnin-Analoge und -Fragmente
kann geringfügige
Modifizierungen der allgemeinen Verfahrensweisen erfordern, wie
sie hier beschrieben werden. Es versteht sich, dass die Erfindung
solche Modifikationen einschließt,
da sie leicht durch einen mit üblichem
Sachverstand in dem technischen Gebiet der synthetischen Chemie
ausgestatteten Fachmann entworfen werden können.
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Tamandarin-
und Didemnin-Analoge können
auch hergestellt werden durch ein Verfahren, das ein Einarbeiten
eines Deoxoprolin-Restes oder eines Dehydroprolin-Restes in die Seitenkette
eines Tamandarin-Analogs oder Didemnin-Analogs einschließt. Der
Deoxoprolin-Rest oder Dehydroprolin-Rest kann verwendet werden anstelle
eines Prolin-Restes in irgendeinem bekannten Tamandarin- oder Didemnin-Analogs. Speziell
in Betracht kommende Tamandarin- und Didemnin-Analoge, die diejenigen
sind, in denen der Deoxoprolin-Rest oder Dehydroprolin-Rest an den
Makrozyklus über
einen Leucin-Rest gebunden ist, der eine methylierte Amin-Einheit
aufweist (z. B. ein -(N-Methyl-)leucin-(deoxo- oder dehydro-)prolin-enthaltendes
Tamandarin- oder
Didemnin-Analog). Natürlich
kann der (Deoxo- oder Dehydro-)prolin-Rest weiter substituiert sein,
beispielsweise durch Lactat, durch Pyruvat, durch Lactat-Fluorophor,
durch Lactat-Glutamin-Pyroglutamat, durch Lactat-Glutamin-Cyclopentanoat,
durch Alanin-Leucin-Pyroglutamat oder durch -(N-Methyl-alanin-)Leucin-Pyroglutamat.
Einer oder mehrere der Reste (Deoxo- oder Dehydro-)Prolin, Lactat,
Glutamin, Pyroglutamat, Cyclopentanoat und Alanin-Reste ist/sind
vorzugsweise das (S)-Enantiomer.
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Das
Einarbeiten eines Deoxoprolin-Restes kann erreicht werden durch
irgendein in diesem technischen Gebiet bekanntes Verfahren. Beispiele
von Verfahrensweisen des Einbauens eines Deoxoprolin-Restes sind
in dieser Offenbarung eingearbeitet in Beispiel 5 und in den 41 bis 43.
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In
einer Ausführungsform
umfasst das Verfahren zum Einarbeiten eines Deoxoprolin-Restes das Schützen der
Hydroxy- und Amin-Einheiten von Leucin, ein Methylieren der Leucin-Amin-Einheit
und das Entfernen der Schutzgruppen der Leucin-Amin-Einheit. Die Amin-Gruppe von Prolin
wird geschützt,
und die Ester-Funktion des Prolins wird zu einem Aldehyd reduziert
(z. B. unter Verwendung einer starken Base wie beispielsweise LiBH4, verbunden mit einer Oxidation mit einem
Oxidationsmittel wie beispielsweise Pyridin-SO3). Eine
reduktive Aminierung (z. B. in Gegenwart eines nicht-wässrigen
Lösungsmittels,
einer starken Base und eines Carbonsäure-Katalysators, z. B. in Gegenwart von
Na(AcO)3BH, AcOH und CH2Cl2) kann angewendet werden, um das Hydroxy-geschützte Leucin
mit dem Amin-geschützten
Prolin zu kuppeln (z. B. unter Bildung von Verbindung 43 in 43, in einer Ausführungsform). Die reduktive
Aminierung kann beispielsweise durchgeführt werden, wie beschrieben
wurde durch Abdel-Magid und Mitarbeiter (z. B. „Abdel-Magid et al., 1990, Tetrahedron
Lett. 31:5595-5598"; „Abdel-Magid
et al., 1990, Synlett. 537-539").
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Das
resultierende Leucin-Deoxoprolin-dipeptid kann weiter mit anderen
Einheiten substituiert werden (z. B. mit -Lactat, -Pyruvat, -Lactat-Fluorophor,
-Lactat-Glutamin-Pyroglutamat,
Lactat-Glutamin-Cyclopentanoat, -Alanin-Leucin-Pyroglutamat oder
-(N-Methylalanin-)Leucin-Pyroglutamat), mit (vorzugsweise) oder ohne
zuerst die Schutzgruppe zu entfernen. Das Leucin-Deoxoprolin-Dipeptid
(das gegebenenfalls weiter substitiuiert ist) kann an einen Tamandarin-
oder Didemnin-Makrozyklus
in der Position gebunden werden, die in den Formeln I und XXI mit „R1" identifiziert
ist.
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Das
Einarbeiten eines Dehydroprolin-Restes kann durch irgendein Verfahren
erreicht werden, das in diesem technischen Bereich bekannt ist.
Beispiele von Verfahrensweisen der Einarbeitung eines Dehydroprolin-Restes
sind in der Offenbarung der vorliegenden Erfindung eingeschlossen
in Beispiel 6 und in 44.
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In
einer Ausführungsform
umfasst das Verfahren zum Einarbeiten eines Dehydroprolin-Restes
ein Schützen
der Carboxyl- und Amino-Gruppen von 4-Hydroxyprolinat, ein Mesylieren der
4-Hydroxy-Einheit, das Verdrängen
der Mesylat-Einheit
durch eine Aryl-Selenyl-Einheit, das oxidative Eliminieren der Aryl-Selenyl-Einheit und das Entfernen
der Schutzgruppen von der Carboxyl-Einheit. Die resultierende Dehydroprolin-Einheit
kann gekoppelt werden mit einem oder mehreren zusätzlichen
Aminosäure-Resten
oder organischen Säuren
(z. B. denjenigen, die in der Beschreibung identifiziert werden,
wobei man die Amino-Schutzgruppe entfernt, wenn dies notwendig oder
erwünscht
ist) und kann mit einem Tamandarin- oder Didemnin-Makrozyklus gekoppelt
werden, der durch konventionelle Mittel erstellt oder erhalten wurde.
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Pharmazeutische
Zusammensetzungen
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Die
Erfindung schließt
pharmazeutische Zusammensetzungen ein, die wenigstens eines der
Tamandarin- und Didemnin-Analoge und der physiologisch aktiven Fragmente
umfassen, die in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen beschrieben
sind. Solche Zusammensetzungen können
das Analog/Fragment und einen pharmazeutisch annehmbaren Träger umfassen.
Um ein Beispiel zu nennen: eine pharmazeutische Zusammensetzung
kann einen pharmazeutisch annehmbaren Träger und ein Tamandarin- oder
Didemnin-Analog umfassen, das die Struktur irgendeiner der Formeln
I, XXI und (a) bis (d) als aktives Mittel umfassen. Als weiteres
Beispiel kann eine pharmazeutische Zusammensetzung einen pharmazeutisch annehmbaren
Träger
und eine oder mehrere der Verbindungen umfassen, die in den Figuren
dieser Offenbarung abgebildet sind.
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Derartige
pharmazeutische Zusammensetzungen können beispielsweise in Verfahrensweisen
verwendet werden, die in der vorliegenden Beschreibung beschrieben
sind, um einen oder mehrere der Vorgänge Protein-Synthese, Zell-Zyklus-Progression,
Tumorigenese, Wachstum und Proliferation in einer Zelle zu verhindern
und zu inhibie ren. Darüber
hinaus können
solche Zusammensetzungen in Verfahrensweisen verwendet werden, wie
sie in der vorliegenden Beschreibung zur Verstärkung von Apoptose in einer
Zelle beschrieben werden.
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Pharmazeutische
Zusammensetzungen, die in den Verfahren gemäß der Erfindung nützlich sind,
können
systemisch in oralen festen Formulierungen, ophtalmischen Formulierungen,
Zäpfchen-Formulierungen, Aerosol-Formulierungen,
topischen Formulierungen oder anderen ähnlichen Formulierungen verabreicht
werden. Zusätzlich
zu dem aktiven Mittel können
solche pharmazeutischen Zusammensetzungen pharmazeutisch annehmbare
Träger
und andere Komponenten enthalten, die bekannt dafür sind,
eine Arzneistoff-Verabreichung zu verstärken und zu erleichtern. Andere
mögliche
Formulierungen wie beispielsweise Nanopartikel, Liposome, wiederversiegelte
Erythrozyten und immunologisch basierte Systeme können auch
verwendet werden, um das aktive Mittel gemäß den Verfahrensweisen der
Erfindung zu verabreichen.
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Die
Erfindung schließt
pharmazeutische Zusammensetzungen ein, die aus dem aktiven Mittel
in einer Form bestehen, die geeignet für eine Verabreichung an eine
Person geeignet ist, oder die pharmazeutische Zusammensetzung kann
das aktive Mittel und einen oder mehrere pharmazeutisch annehmbare
Träger,
eine oder mehrere zusätzliche
Komponenten oder eine gewisse Kombination dieser genannten Ingredienzien
umfassen. Das aktive Mittel kann in der pharmazeutischen Zusammensetzung
in Form eines physiologisch annehmbaren Esters oder Salzes zugegen
sein, wie beispielsweise in Kombination mit einem physiologisch
annehmbaren Kation oder Anion, wie dies in diesem technischen Bereich
wohlbekannt ist.
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Die
Formulierungen der pharmazeutischen Zusammensetzungen, die in der
vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen beschrieben sind, können hergestellt
werden nach irgendeinem Verfahren, wie es bekannt ist oder hiernach
im technischen Bereich der Pharmakologie entwickelt wird. Allgemein
schließen
solche zubereitenden Verfahrensweisen den Schritt ein, das aktive
Mittel in Assoziation mit einem Träger oder einer oder mehreren
anderen hinzukommenden Komponenten zu bringen und danach – sofern
nötig oder erwünscht – das Produkt
in die Form einer gewünschten
Einfach- oder Mehrfach-Dosis-Einheit zu bringen oder zu verpacken.
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Obwohl
die Beschreibungen der pharmazeutischen Zusammensetzungen, die erfindungsgemäß bereitgestellt
werden, prinzipiell gerichtet sind auf pharmazeutische Zusammensetzungen,
die geeignet sind für eine
ethische Verabreichung an Menschen, wird von Fachleuten mit üblichen
Sachverstand in diesem technischen Bereich verstanden, dass solche
Zusammensetzungen allgemein geeignet sind zur Verabreichung an Tiere
aller Arten. Man versteht gut eine Modifikation pharmazeutischer
Zusammensetzungen, die für
eine Verabreichung an Menschen geeignet sind, um die Zusammensetzungen
geeignet für
eine Verabreichung an verschiedene Tiere zu machen, und ein mit üblichem
Sachverstand versehener Veterinär-Pharmakologe
kann eine solche Spezifikation entwerfen und durchführen, wobei
höchstens
gewöhnliche
Experimente durchzuführen
sind, wenn überhaupt.
Lebewesen, an die eine Verabreichung der pharmazeutischen Zusammensetzungen
gemäß der Erfindung
in Betracht kommt, schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf Menschen und andere Primaten und Säuger, einschließlich kommerziell
relevanter Säuger
wie beispielsweise Rinder, Schweine, Pferde, Schafe, Katzen und
Hunde.
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Pharmazeutische
Zusammensetzungen, die nützlich
in den Verfahrensweisen gemäß der Erfindung sind,
können
hergestellt, abgepackt oder verkauft werden in Formulierungen, die
geeignet sind für
eine orale, rektale, vaginale, parenterale, topische, pulmonare,
intranasale, buccale, ophthalmische oder andere Verabreichungs-Route.
Andere in Betracht kommende Formulierungen schließen projektierte
Nanopartikel, liposomale Zubereitungen, erneut versiegelte Erythrozyten,
die das aktive Mittel enthalten, und immunologisch basierte Formulierungen
ein.
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Eine
pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der Erfindung kann hergestellt,
verpackt oder verkauft werden als formlose Masse, als Einzel-Dosis-Einheit
oder als Mehrheit von Einzel-Dosis-Einheiten. Der Begriff „Dosis-Einheit", wie er in der vorliegenden
Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet wird, ist eine
bestimmte Menge der pharmazeutischen Zusammensetzung, die eine vorbestimmte
Menge des aktiven Mittels umfasst. Die Menge des aktiven Mittels
ist allgemein gleich der Dosierung des aktiven Mittels, das an ein
Lebewesen verabreicht würde,
oder eine geeignete Teilmenge einer solchen Dosis-Menge, wie beispielsweise
die Hälfte
oder ein Drittel einer solchen Dosis-Menge.
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Zusätzlich zu
dem aktiven Mittel kann eine pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der Erfindung und
weiter ein oder mehrere zusätzliche
pharmazeutisch aktive Mittel wie beispielsweise andere Tumor-Therapie-Mittel,
andere anti-infektive Mittel oder dergleichen umfassen.
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Formulierungen
einer pharmazeutischen Zusammensetzung gemäß der Erfindung mit gesteuerter oder
verzögerter
Freisetzung können
unter Anwendung herkömmlicher
Technologie hergestellt werden.
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Eine
Formulierung einer pharmazeutischen Zusammensetzung gemäß der Erfindung,
die für
eine orale Verabreichung geeignet ist, kann hergestellt werden,
verpackt werden oder verkauft werden in Form einer genau abgemessenen
festen Dosis-Einheit, was einschließt, jedoch nicht beschränkt ist
auf eine Tablette, eine Hart- oder Weich-Kapsel, eine Kapsel (Cachet), eine Pastille
oder eine Lutschtablette, von denen jede eine vorbestimmte Menge
des aktiven Mittels enthält.
Andere Formulierungen, die geeignet sind für eine orale Verabreichung,
schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf eine pulverförmige
oder granulatförmige
Formulierung, eine wässrige
oder ölige
Suspension, eine wässrige
oder ölige
Lösung
oder eine Emulsion.
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Gemäß der Verwendung
in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen ist
eine „ölige" Flüssigkeit
eine Flüssigkeit,
die ein Kohlenstoff enthaltendes flüssiges Molekül umfasst
und die einen weniger polaren Charakter zeigt als Wasser.
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Eine
Tablette, die das aktive Mittel umfasst, kann beispielsweise hergestellt
werden durch Verpressen oder Formen des aktiven Mittels, gegebenenfalls
mit einem oder mehreren zusätzlichen
Komponenten. Verpresste Tabletten können hergestellt werden durch
Verpressen des aktiven Mittels in freifließender Form wie beispielsweise
als Pulver- oder Granulat-Zubereitung in einer geeigneten Vorrichtung,
gegebenenfalls gemischt mit einer oder mehreren Komponenten aus
der Gruppe Bindemittel, Gleitmittel, Träger, oberflächenaktives Mittel bzw. Tensid
und Dispergiermittel. Geformte Tabletten können hergestellt werden durch
Formen einer Mischung des aktiven Mittels, eines pharmazeutisch
annehmbaren Trägers
und wenigstens ausreichend Flüssigkeit
zum Befeuchten der Mischung in einer geeigneten Vorrichtung. Pharmazeutisch
annehmbare Träger,
die bei der Herstellung von Tabletten verwendet werden, schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf inerte Verdünnungsmittel,
granulierende und desintegrierende Mittel, Bindemittel und Gleitmittel.
Bekannte dispergierende Mittel schließen ein, sind jedoch nicht
beschränkt
auf Kartoffelstärke
und Natrium-Stärkeglycolat.
Bekannte oberflächenaktive
Mittel schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf Natriumlaurylsulfat. Bekannte Verdünnungsmittel schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf Calciumcarbonat, Natriumcarbonat, Lactose, mikrokristalline
Cellulose, Calciumphosphat, Calciumhydrogenphosphat und Natriumphosphat.
Bekannte granulierende und desintegrierende Mittel schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf Maisstärke und
Alginat. Bekannte Bindemittel schließen ein, sind jedoch nicht
beschränkt
auf Gelatine, Akaziengummi, vorgelatinisierte Maisstärke, Poylvinylpyrrolidon
und Hydroxypropylmethylcellulose. Bekannte Gleitmittel schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf Magnesiumstearat, Stearat, Siliciumoxid und Talkum.
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Tabletten
können
nicht mit einem Überzug
versehen sein, oder sie können
unter Anwendung bekannter Verfahrensweisen beschichtet werden, um
eine verzögerte
Desintegration im Gastrointestinal Trakt eines Lebewesens zu erreichen,
wodurch eine verzögerte
Freisetzung und Absorption des aktiven Mittels erreicht wird. Beispielsweise
kann ein Material wie beispielsweise Glycerylmonostearat oder Glyceryldistearat
zum Überziehen
von Tabletten verwendet werden. Weiter können – um noch ein Beispiel anzugeben – Tabletten unter
Anwendung von Verfahrensweisen mit einem Überzug versehen werden, die
beschrieben sind in den US-Patenten Nrn. 4,256,108, 4,160,452 und
4,265,874, um Tabletten mit osmotisch kontrollierter Freisetzung zu
bilden. Tablet ten können
weiter ein Süßungsmittel,
einen Geschmacksstoff, ein Färbemittel,
ein Konservierungsmittel oder irgendeine Kombination dieser Mittel
umfassen, um eine pharmazeutisch elegante und genießbare Zubereitung
bereitzustellen.
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Hart-Kapseln,
die das aktive Mittel umfassen, können hergestellt werden unter
Verwendung einer physiologisch abbaubaren Zusammensetzung, wie beispielsweise
Gelatine. Solche Hart-Kapseln umfassen das aktive Mittel und können weiter
zusätzliche
Komponenten umfassen, die beispielsweise einschließen ein
inertes festes Verdünnungsmittel
wie beispielsweise Calciumcarbonat, Calciumphosphat oder Kaolin.
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Weich-Gelatine-Kapseln,
die das aktive Mittel umfassen, können hergestellt werden unter
Verwendung einer physiologisch abbaubaren Zusammensetzung wie beispielsweise
Gelatine. Derartige Weich-Kapseln umfassen das aktive Mittel, das
gemischt sein kann mit Wasser oder einem Öl-Medium wie beispielsweise Erdnussöl, flüssiges Parafin
oder Olivenöl.
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Flüssige Formulierungen
einer pharmazeutischen Zusammensetzung gemäß der Erfindung, die geeignet
sind für
eine orale Verabreichung, können
hergestellt, abgepackt und verkauft werden entweder in flüssiger Form
oder in Form eines trockenen Produktes, das vorgesehen ist für eine Rekonstitution
mit Wasser oder einem anderen geeigneten Vehikel vor einer Verwendung.
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Flüssige Suspensionen
können
hergestellt werden unter Verwendung herkömmlicher Verfahrensweisen unter
Erhalt einer Suspension des aktiven Mittels in einem wässrigen
oder öligen
Vehikel. Wässrige
Vehikel schließen
beispielsweise Wasser und isotonische Kochsalz-Lösung ein. Ölige Vehikel schließen beispielsweise
Mandelöl, Ölester,
Ethylalkohol, pflanzliche Öle
wie beispielsweise Erdnussöl,
Olivenöl,
Sesamöl
oder Kokosnussöl,
fraktionierte pflanzliche Öle
und Mineralöle
wie beispielsweise flüssiges
Parafin ein. Flüssige Suspensionen
können
weiter eine oder mehrere zusätzliche
Komponenten umfassen, die einschließen, jedoch nicht beschränkt sind
auf suspendierende Mittel, dispergierende oder befeuchtende Mittel,
emulgierende Mittel, Milde rungsmittel, Konservierungsmittel, Puffer,
Salze, Geschmacksstoffe, Färbemittel
und Süßungsmittel. Ölige Suspensionen
können
weiter ein Verdickungsmittel umfassen. Bekannte suspendierende Mittel
schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf Sorbitolsirup, hydrierte essbare Fette, Natriumalginat, Polyvinylpyrrolidon,
Tragant-Gummi, Akazien-Grummi und Cellulose-Derivate wie beispielsweise
Natriumcarboxymethylcellulose, Methylcellulose, Hydroxypropylcellulose.
Bekannte dispergierende oder befeuchtende Mittel schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf natürlich
vorkommende Phosphatide wie beispielsweise Lecithin, Kondensationsprodukte
von Alkylenoxid mit einer Fettsäure,
mit einem langkettigen aliphatischen Alkohol, mit einem von einer
Fettsäure
und einem Hexitol abgeleiteten Partialester, oder mit einem von
einer Fettsäure
und einem Hexitolanhydrid abgeleiteten Partialester (z. B. Polyoxyethylenstearat,
Heptadecaethylenoxycetanol, Polyoxyethylensorbitolmonooleat und
Polyoxyethylensorbitanmonooleat). Bekannte emulgierende Mittel schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf Lecithin und Akazien-Gummi. Bekannte Konservierungsmittel schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf Methyl-, Ethyl- oder n-Propyl-p-hydroxybenzoate, Ascorbat und Sorbat.
Bekannte Süßungsmittel
schließen
beispielsweise Glycerin, Propylenglycol, Sorbitol, Sucrose und Saccharin
ein. Bekannte Verdickungsmittel für ölige Suspensionen schließen beispielsweise
Bienenwachs, Hartparaffin und Cetylalkohol ein.
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Flüssige Lösungen des
aktiven Mittels in wässrigen
oder öligen
Lösungsmitteln
können
hergestellt werden in im wesentlichen derselben Weise wie flüssige Suspensionen,
wobei der Hauptunterschied ist, dass das aktive Mittel in dem Lösungsmittel
gelöst
und nicht in dem Lösungsmittel
suspendiert wird. Flüssige
Lösungen
der pharmazeutischen Zusammensetzungen gemäß der Erfindung können jede
der Komponenten umfassen, die im Hinblick auf flüssige Suspensionen beschrieben
wurden, wobei es sich versteht, dass suspendierende Mittel nicht
notwendigerweise ein Lösen
des aktiven Mittels in dem Lösungsmittel
unterstützen. Wässrige Lösungsmittel
schließen
beispielsweise Wasser und isotonische Kochsalz-Lösung ein. Ölige Lösungsmittel schließen beispielsweise
Mandelöl, Ölester,
Ethylalkohol, pflanzliche Öle
wie beispielsweise Erdnussöl, Olivenöl, Sesamöl oder Kokosnussöl, fraktionierte
pflanzliche Öle
und Mineralöle
wie beispielsweise flüssiges
Parafin ein.
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Pulverförmige oder
granulare Formulierungen in einer pharmazeutischen Zusammensetzung
gemäß der Erfindung
können
hergestellt werden unter Anwendung bekannter Verfahrensweisen. Solche
Formulierungen können
direkt an ein Lebewesen verabreicht werden, können beispielsweise zur Herstellung
von Tabletten, zum Füllen
von Kapseln oder zur Herstellung einer wässrigen oder öligen Suspension
oder Lösung
verwendet werden durch Zusatz eines wässrigen oder öligen Vehikels
dazu. Jede dieser Formulierungen kann weiter ein oder mehrere dispergierende
oder befeuchtende Mittel, ein suspendierendes Mittel und ein Konservierungsmittel
umfassen. Zusätzliche
Trägerstoffe
wie beispielsweise Füllstoffe
und süßende, geschmackgebende
oder färbende
Mittel können
auch in diese Formulierungen eingeschlossen sein.
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Eine
pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der Erfindung kann auch hergestellt,
verpackt oder verkauft werden in Form einer Öl-in-Wasser-Emulsion oder einer
Wasser-in-Öl-Emulsion.
Die ölige
Phase kann ein pflanzliches Öl
wie beispielsweise Olivenöl
oder Erdnussöl
sein, ein Mineralöl
wie beispielsweise flüssiges
Parafin, oder eine Kombination aus diesen. Solche Zusammensetzungen
können
weiter ein oder mehrere emulgierende Mittel wie beispielsweise natürlich vorkommende
Gummen wie beispielsweise Akazia-Gummi oder Tragacanth-Gummi, natürlich vorkommende
Phosphatide wie beispielsweise Sojobohnenphosphatid oder Lecithinphosphatid,
Ester oder Partialester, die von Kombinationen von Fettsäuren und
Hexitolanhydriden abgeleitet sind, wie beispielsweise Sorbitanmonooleat,
und Kondensationsprodukte solcher Partialester mit Ethylenoxid wie
beispielsweise Polyoxyethylensorbitanmonooleat umfassen. Diese Emulsionen
können
auch zusätzliche
Komponenten enthalten, die beispielsweise süßende oder geschmackgebende Mittel
einschließen.
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Eine
pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der Erfindung kann hergestellt,
abgepackt oder verkauft werden in einer Formulierung, die geeignet
ist für
eine rektale Verabreichung. Eine derartige Zusammensetzung kann
vorliegen in Form beispielswei se eines Zäpfchens, einer Retentions-Einlauf-Zubereitung
und einer Lösung
für eine
rektale oder Darm-Spülung.
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Zäpfchen-Formulierungen
können
hergestellt werden durch Zusammengeben des aktiven Mittels mit einem
nicht-irritierenden pharmazeutisch annehmbaren Exzipienten, der
ein Feststoff bei normaler Temperatur (d. h. etwa 20°C) ist und
der eine Flüssigkeit
bei der Rektal-Temperatur des Lebewesens ist (d. h. etwa 37°C bei einem
gesunden Menschen). Geeignete pharmazeutisch annehmbare Exzipienten
schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf Kakaobutter, Polyethylenglycole und verschiedene Glyceride.
Zäpfchen-Formulierungen
können
weiter verschiedene zusätzliche
Komponenten enthalten, die einschließen, jedoch nicht beschränkt sind
auf Oxidations-Inhibitoren
und Konservierungsmittel.
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Retentions-Einlauf-Zubereitungen
oder -Lösungen
für eine
rektale oder Darm-Spülung können hergestellt
werden durch Zusammengeben des aktiven Mittels mit einem pharmazeutisch
annehmbaren flüssigen Träger. Wie
in diesem technischen Gebiet wohlbekannt ist, können Einlauf-Zubereitungen
verabreicht werden unter Verwendung von (und können abgepackt werden innerhalb)
einer Abgabevorrichtung, die an die rektale Anatomie des Lebewesens
angepasst ist. Einlauf-Zubereitungen können weiter verschiedene zusätzliche Komponenten
umfassen, die einschließen
(jedoch nicht beschränkt
sind auf) Oxidations-Inhibitoren und Konservierungsmittel.
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Eine
pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der Erfindung kann hergestellt,
abgepackt oder verkauft werden in einer Formulierung, die geeignet
für eine
vaginale Verabreichung ist. Eine derartige Zusammensetzung kann
in Form beispielsweise eines Zäpfchens,
eines imprägnierten
oder beschichteten, in die Vagina einsetzbare Materials wie beispielsweise
eines Tampons, einer Dusch-Zubereitung oder einer Lösung für eine Vaginal-Spülung vorliegen.
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Verfahren
zum Imprägnieren
oder Beschichten eines Materials mit einer chemischen Zusammensetzung
sind in diesem technischen Bereich bekannt und schließen ein, sind
jedoch nicht beschränkt
auf Verfahren zum Abscheiden oder Binden einer chemischen Zusammensetzung
auf eine Oberfläche,
Verfahren zum Einarbeiten einer chemischen Zusammensetzung in die
Struktur eines Materials während
der Synthese des Materials (d. h. wie beispielsweise bei einem physiologisch
abbaubaren Material) und Verfahren zum Absorbieren einer wässrigen
oder öligen
Lösung
oder Suspension in ein absorbierendes Material mit oder ohne anschließendes Trocknen.
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Dusch-Zubereitungen
oder -Lösungen
für eine
Vaginal-Spülung
können
hergestellt werden durch Zusammengeben des aktiven Mittels mit einem
pharmazeutisch annehmbaren flüssigen
Träger.
Wie in diesem technischen Bereich wohlbekannt ist, können Dusch-Zubereitungen
verabreicht werden unter Anwendung (und können abgepackt werden in) einer
Abgabe-Vorrichtung, die an die vaginale Anatomie des Lebewesens angepasst
ist. Dusch-Zubereitungen können
weiter verschiedene zusätzliche
Komponenten umfassen, die einschließen, jedoch nicht beschränkt sind
auf Oxidations-Inhibitoren, Antibiotika, Anti-Pilz-Mittel und Konservierungsmittel.
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Formulierungen
einer pharmazeutischen Zusammensetzung, die für eine parenterale Verabreichung geeignet
sind, können
das aktive Mittel in Kombination mit einem pharmazeutisch annehmbaren
Träger
wie beispielsweise sterilem Wasser oder steriler isotonischer Kochsalz-Lösung umfassen.
Solche Formulierungen können
hergestellt, abgepackt oder verkauft werden in einer Form, die geeignet
ist für
eine Bolus-Verabreichung
oder eine für
kontinuierliche Verabreichung. Injizierbare Formulierungen können hergestellt,
abgepackt oder verkauft werden in Einheits-Dosis-Form wie beispielsweise
in Ampullen oder in mehrere Dosierungen umfassenden Behältern, die
ein Konservierungsmittel enthalten. Formulierungen für eine parenterale
Verabreichung schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf Suspensionen, Lösungen,
Emulsionen in öligen
oder wässrigen
Vehikeln, Pasten und implantierbaren, für eine verzögerte Abgabe vorgesehenen oder
bioabbaubaren Formulierungen. Solche Formulierungen können weiter
eine oder mehrere zusätzliche
Komponenten umfassen, die einschließen, jedoch nicht beschränkt sind
auf suspendierende, stabilisierende oder dispergierende Mittel.
In einer Ausführungsform
einer Formulierung für
eine parenterale Verabreichung wird das aktive Mittel bereitgestellt
in trockener (d. h. pulverförmiger
oder granulatförmiger)
Form für
eine Rekonstitution mit einem geeigneten Vehikel (z. B. sterilem,
pyrogenfreiem Wasser) vor einer parenteralen Verabreichung der rekonstituierten
Zusammensetzung.
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen können hergestellt, abgepackt
oder verkauft werden in Form einer sterilen, injizierbaren wässrigen
oder öligen
Suspension oder Lösung.
Diese Suspension oder Lösung
kann formuliert werden gemäß der bekannten
Verfahrensweisen des Standes der Technik und kann zusätzlich zu
dem aktiven Mittel weitere Komponenten umfassen, wie beispielsweise
die dispergierenden Mittel, befeuchtenden Mittel oder suspendierenden
Mittel, die in der vorliegenden Beschreibung beschrieben sind. Derartige
sterilen injizierbaren Formulierungen können hergestellt werden unter
Verwendung eines nicht-toxischen, parenteral annehmbaren Verdünnungsmittels
oder Lösungsmittels
wie beispielsweise Wasser oder 1,3-Butandiol. Andere annehmbare
Verdünnungsmittel
und Lösungsmittel
schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf Ringers-Lösung,
isotonische Natriumchlorid-Lösung
und fixierte Öle
wie beispielsweise synthetische Mono- oder Diglyceride. Andere parenterale
verabreichbare Formulierungen, die nützlich sind, schließen diejenigen
ein, die das aktive Mittel in mikrokristalliner Form, in einer liposomalen
Zubereitung oder als eine Komponente von biologisch abbaubaren Polymer-Systemen
umfassen. Zusammensetzungen für
eine verzögerte
Freisetzung oder für
eine Implantation können
pharmazeutisch annehmbare Polymere oder hydrophobe Materialien umfassen,
wie beispielsweise eine Emulsion, ein Ionen-Austausch-Harz, ein
wenig lösliches
Polymer oder ein wenig lösliches
Salz.
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Formulierungen,
die für
eine topische Verabreichung geeignet sind, schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf flüssige
oder halbflüssige
Zubereitungen wie beispielsweise Einreibungen, Lotionen, Öl-in-Wasser-Emulsionen
oder Wasser-in-Öl-Emulsionen wie beispielsweise
Cremes, Salben oder Pasten sowie Lösungen oder Suspensionen. Topisch
verabreichbare Formulierungen können
beispielsweise umfassen etwa 1% bis etwa 10% (w/w) an aktivem Mittel,
obwohl die Konzentration des aktiven Mittels so hoch sein kann wie
das Löslichkeits-Limit
des aktiven Mittels in dem Lösungsmittel.
Formulierungen für
eine topische Verabreichung können
weiter eine oder mehrere zusätzliche
Komponente(n) umfassen, wie sie in der vorliegenden Beschreibung
beschrieben ist/sind.
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Eine
pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der Erfindung kann hergestellt,
abgepackt oder verkauft werden in einer Formulierung, die geeignet
für eine
pulmonare Verabreichung über
die Mundhöhle
ist. Eine derartige Formulierung kann trockene Teilchen umfassen,
die das aktive Mittel umfassen und die einen Durchmesser im Bereich
von etwa 0,5 bis etwa 7 Nanometer und vorzugsweise von etwa 1 bis
etwa 6 Nanometer haben. Solche Zusammensetzungen liegen passenderweise
in Form von trockenem Pulvern für
eine Verabreichung unter Verwendung einer Vorrichtung vor, die ein
Trockenpulver-Reservoir umfasst, auf das ein Strom eines Treibmittels
gerichtet werden kann, um das Pulver zu dispergieren, oder einer
Verabreichung unter Verwendung eines ein sich selbst vorantreibendes
Lösungsmittel/Pulver
abgebenden Behälters
wie beispielsweise einer Vorrichtung, die das aktive Mittel gelöst oder
suspendiert in einem bei niedrigem Siedepunkt siedenden Treibmittel
in einem verschlossenen Behälter
umfasst. Vorzugsweise umfassen solche Pulverteilchen, in denen wenigstens
98% der Teilchen, bezogen auf das Gewicht, einen Durchmesser haben,
der größer ist
als 0,5 nm, und wenigstens 95% der Teilchen (auf die Zahl bezogen)
einen Durchmesser von weniger als 7 nm haben. Noch mehr bevorzugt
haben wenigstens 95% der Teilchen (bezogen auf das Gewicht) einen
Durchmesser größer als
1 nm, und wenigstens 90% der Teilchen (auf die Zahl bezogen) haben
einen Durchmesser von weniger als 6 nm. Trockenpulver-Zusammensetzungen
schließen
vorzugsweise ein festes, feines, pulverförmiges Verdünnungsmittel wie beispielsweise
Zucker ein, und werden passenderweise bereitgestellt in Einheits-Dosis-Form.
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Bei
niedrigem Siedepunkt siedende Treibmittel schließen allgemein flüssige Treibmittel
ein, die einen Siedepunkt unterhalb von 65°F bei Atmosphärendruck
haben. Allgemein kann das Treibmittel 50 bis 99,9% (w/w) der Zusammensetzung
ausmachen, und das aktive Mittel kann 0,1 bis 20% (w/w) der Zusammensetzung ausmachen.
Das Treibmittel kann weiter zusätzliche
Komponenten umfassen, wie beispielsweise ein flüssiges, nicht-ionisches oder
ein festes anionisches oberflächenaktives
Mittel bzw. Tensid oder ein festes Verdünnungsmittel (das vorzugsweise
eine Teilchengröße in derselben
Größenordnung
wie die Teilchen hat, aus denen das aktive Mittel besteht).
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Pharmazeutische
Zusammensetzungen gemäß der Erfindung,
die für
eine pulmonale Abgabe formuliert sind, können auch das aktive Mittel
in Form von Tröpfchen
einer Lösung
oder Suspension bereitstellen. Solche Formulierungen können hergestellt,
abgepackt oder verkauft werden als wässrige oder verdünnte alkoholische
Lösungen
oder Suspensionen, gegebenenfalls steril, die das aktive Mittel
umfassen, und können passenderweise
verabreicht werden unter Verwendung einer Vernebelungs- oder Atomisierungs-Vorrichtung. Solche
Formulierungen können
weiter eine oder mehrere zusätzliche
Komponenten umfassen, die einschließen jedoch nicht beschränkt sind
auf Geschmacksstoffe wie beispielsweise Saccharin-Natrium, ein flüchtiges Öl, ein pufferndes Mittel, ein oberflächenaktives
Mittel und ein Konservierungsmittel wie beispielsweise Methylhydroxybenzoat.
Die Tröpfchen,
die auf diesem Wege der Verabreichung bereitgestellt werden, haben
vorzugsweise einen mittleren Durchmesser im Bereich von etwa 0,1
bis etwa 200 Nanometer.
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Die
in der vorliegenden Beschreibung als nützlich für eine pulmonale Abgabe beschriebenen
Formulierungen sind auch nützlich
für eine
intranasale Abgabe einer pharmazeutischen Zusammensetzung gemäß der Erfindung.
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Eine
weitere Formulierung, die für
eine intranasale Verabreichung geeignet ist, ist ein grobes Pulver, das
das aktive Mittel umfasst und eine mittlere Teilchengröße von etwa
0,2 bis 500 Mikrometer aufweist. Eine solche Formulierung wird verabreicht
in der Weise, in der Schnupftabak genommen wird, d. h. durch schnelles Einatmen
durch die Nasenpassage aus einem Behälter eines Pulvers, der nahe
an die Nasenlöcher
gehalten wird.
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Formulierungen,
die für
eine nasale Verabreichung geeignet sind, können beispielsweise so geringe Mengen
wie etwa 0,1% (w/w) bis so große
Mengen wie 100% (w/w) des aktiven Mittels umfassen und können weiter
eine oder mehrere der zusätzlichen
Komponenten umfassen, die in der vorliegenden Beschreibung beschrieben
sind.
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Eine
pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der Erfindung kann hergestellt
abgepackt oder verkauft werden in einer Formulierung, die geeignet
ist für
eine buccale Verabreichung. Solche Formulierungen können beispielsweise
in Form von Tabletten oder Lutschpastillen vorliegen, die unter
Anwendung herkömmlicher
Verfahrensweisen hergestellt werden, und können beispielsweise 0,1 bis
20% (w/w) an aktivem Mittel umfassen, wobei der Rest eine oral lösbare oder
abbaubare Zusammensetzung und gegebenenfalls eine oder mehrere der
zusätzlichen
Komponenten umfasst, die in der vorliegenden Beschreibung beschrieben
sind. Alternativ dazu können
Formulierungen, die für
eine buccale Verabreichung geeignet sind, ein Pulver oder eine in
die Form eines Aerosols oder einer atomisierten Zubereitung gebrachte
Lösung
oder Suspension umfassen, die das aktive Mittel umfasst. Solche
pulverförmigen,
aerosolisierten oder atomisierten Formulierungen haben dann, wenn
sie dispergiert sind vorzugsweise eine mittlere Teilchen- oder Tröpfchen-Größe im Bereich
von etwa 0,1 bis etwa 200 nm und können weiter eine oder mehrere
der zusätzlichen
Komponenten umfassen, die in der vorliegenden Beschreibung beschrieben
sind.
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Eine
pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der Erfindung kann hergestellt,
abgepackt oder verkauft werden in einer Formulierung, die geeignet
ist für
eine ophthalmische Verabreichung. Solche Formulierungen können beispielsweise
in Form von Augentropfen vorliegen, die beispielsweise eine 0,1-
bis 1,0-%ige (w/w) Lösung
oder Suspension des aktiven Mittels einem wässrigen oder öligen flüssigen Träger einschließen. Solche
Tropfen können
weiter Puffer-Mittel, Salze oder eine oder mehrere andere der zusätzlichen
Komponenten umfassen, die in der vorliegenden Beschreibung beschrieben
sind. Andere ophthalmisch verabreichbare Formulierungen, die nützlich sind,
schließen
solche ein, die das aktive Mittel in mikrokristalliner Form oder
in einer liposomalen Zubereitung umfassen.
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Der
Begriff „zusätzliche
Komponenten" wie
er in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet
wird, schließt
ein, ist jedoch nicht beschränkt
auf eine oder mehrere der folgenden Komponente(n): Träger (Exzipienten),
oberflächenaktive
Mittel (Tenside), dispergierende Mittel, inerte Verdünnungsmittel,
granulierende und desintegrierende Mittel, Bindemittel, Gleitmittel,
Süssungsmittel,
geschmackgebende Mittel, Färbemittel,
Konservierungsmittel, physiologisch abbaubare Zusammensetzungen
wie beispielsweise Gelatine, wässrige
Vehikel und Lösungsmittel, ölige Vehikel
und Lösungsmittel,
suspendierende Mittel, dispergierende oder befeuchtende Mittel,
emulgierende Mittel, Milderungsmittel, Puffer, Salze, Verdickungsmittel,
Füllstoffe,
emulgierende Mittel, Oxidations-Inhibitoren, Antibiotika, Anti-Pilz-Mittel,
stabilisierende Mittel und pharmazeutisch annehmbare polymere oder
hydrophobe Materialien. Andere „zusätzliche Komponenten", die in die pharmazeutischen
Zusammensetzungen gemäß der Erfindung
eingeschlossen werden können,
sind in diesem technischen Bereich bekannt und werden beispielsweise
beschrieben in der Druckschrift „Genaro (Hrsg.), 1985, Remington's Pharmaceutical
Sciences, Mack Publishing Co., Easton, PA", und diese Druckschrift wird durch
die In-Bezugnahme offenbarungsmäßig in die
vorliegende Beschreibung in vollem Umfang übernommen.
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Die
relativen Mengen des aktiven Mittels, des pharmazeutisch annehmbaren
Trägers
und irgendwelcher zusätzlicher
Komponenten in einer pharmazeutischen Zusammensetzung gemäß der Erfindung
schwanken in Abhängigkeit
von der Identität,
der Größe, des
Typs und der Schwere des Krankheitszustandes des behandelten Lebewesens
bzw. der behandelten Person und hängen weiter ab von dem Verabreichungs-Weg, auf
dem die Zusammensetzung verabreicht werden soll. Beispielsweise
kann die Zusammensetzung zwischen 0,1% und 100% (w/w) an aktivem
Mittel umfassen.
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Typische
Dosierungen des aktiven Mittels, die an ein Tier, vorzugsweise an
einen Menschen verabreicht werden können, liegen im Bereich einer
Menge von 1 Mikrogramm bis etwa 100 g pro Kilogramm Körpergewicht
des Tieres. Zwar schwankt die präzise
Dosierung, die verabreicht wird, in Abhängigkeit von einer ganzen Anzahl
von Faktoren, die einschließen,
jedoch nicht beschränkt
sind auf den Typ des Tiers und den Typ des Krankheitszustands, der
behandelt wird, das Alter des Tiers und den Weg der Verabreichung.
Vorzugsweise schwankt die Dosierung des aktiven Mittels von etwa
1 mg bis etwa 10 g pro Kilogramm Körpergewicht des Tiers. Noch
mehr bevorzugt schwankt die Dosierung von etwa 10 mg bis 1 g pro
Kilogramm Körpergewicht
des Tieres. Alternativ dazu kann die Dosierung bestimmt werden in
Einheiten von Quadratmetern der Körperoberfläche eines Tiers (d. h. Milligramm
oder Kilogramm pro Quadratmeter, mg/m2 oder
kg/m2). Vorzugsweise schwankt diese Dosierung
im Bereich von etwa 0,1 mg bis etwa 5 g pro Quadratmeter Körperoberfläche des
Tieres. Noch mehr bevorzugt schwankt die Dosierung von etwa 1 mg
bis etwa 1 g pro Quadratmeter der Körperoberfläche des Tieres.
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Das
aktive Mittel kann verabreicht werden an ein Tier in einer Frequenz
so häufig
wie einige Male pro Tag, oder es kann weniger häufig verabreicht werden, beispielsweise
einmal pro Tag, einmal pro Woche, einmal alle zwei Wochen, einmal
im Monat oder sogar noch seltener, wie beispielsweise einmal pro
mehrere Monate oder sogar einmal pro Jahr oder weniger. Die Häufigkeit
der Dosierung ist für
in diesem Bereich erfahrene Fachleute bestimmbar und hängt von
verschiedenen Faktoren ab, die einschließen, jedoch nicht beschränkt sind
auf den Typ und die Schwere der Krankheit, die behandelt wird, den
Typ und das Alter des Tieres, usw..
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Die
Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die folgenden Beispiele
beschrieben. Diese Beispiele werden angegeben zum Zweck der Veranschaulichung,
und die Erfindung ist nicht auf diese Beispiele beschränkt, sondern
umfasst vielmehr alle Variationen, die als Ergebnis der durch die
vorliegende Beschreibung und den Patentansprüchen gelieferte Lehre offenbar
sind.
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Beispiele
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Die
Reagenzien und Verfahrensweisen, die in den Beispielen angewendet
wurden, werden nun präsentiert.
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So
lange nichts anderes angegeben wird, wurden alle Reaktionen durchgeführt in Gegenwart
einer inerten Atmosphäre
(d. h. Argon oder Stickstoff). Alle Lösungsmittel waren solche mit
einer Reinheit vom Reagenzien-Reinheitsgrad (z. B. destillierte
Lösungsmittel,
Chromatographie-Lösungsmittel
und von der Aufarbeitung einer Reaktion stammende Lösungsmittel)
oder waren vom HPLC-Reinheitsgrad (d. h. Reaktions-Lösungsmittel). Wasserfreier
Diethylether und Tetrahydrofuran (THF) wurden über Natrium und Benzophenon destilliert.
Der Siedepunkt-Bereich des verwendeten Hexans war 38 bis 55°C. Methylenchlorid
(CH2Cl2), Benzol,
Toluol und N,N-Dimethylformamid
(DMF) wurden über
Calciumhydrid (CaH2) destilliert. Organische
Säuren
und Basen waren vom Reagenzien-Reinheitsgrad. Triethylamin (Et3N), Diisopropylethylamin (DIPEA), Morpholin
und N-Methylmorpholin wurden über
Calciumhydrid (CaH2) destilliert. Alle anderen
Reagenzien einschließlich
Dimethylaminophenol und Diethyl-1,3-acetondicarboxylat waren vom
höchst
möglichen
im Handel erhältlichen
Reinheitsgrad. Eine analytische Dünnschicht-Chromatographie (thin-layer
chromatography, TLC) wurde durchgeführt unter Verwendung von Silicagel-Platten
(60-F254) der Firma EM Separations Tech. bzw. Merck (0,25 mm), die
vorbeschichtet waren mit einem Fluoreszenz-Indikator. Eine Visualisierung
wurde bewirkt unter Verwendung von UV-Licht (254 nm) unter Verwendung
von Phosphomolybdänsäure (7%
w/v) in 95%igem Ethanol. Schmelzpunkte (mp) wurden bestimmt unter
Verwendung einer Kapillar-Schmelzpunkt-Vorrichtung (der Firma Thomas-Hoover)
und sind ohne Korrektur angegeben. Protonen- und Kohlenstoff-Magnetresonanz-Spektren
(1H- bzw. 13C-NMR)
wurden aufgezeichnet auf einem AM-500-(500 Mhz)-FOURIER-Transform-Spektrometer der
Firma Bruker, und die chemische Verschiebungen wurde ausgedrückt in Teilen
pro 1 Million (parts per million, ppm), relativ zu CHCl3 als
internem Standard (7,24 ppm für 1H und 77,0 für 13C).
Multiplizitäten
der Signale sind angegeben als Singlett (s), Doublett (d), Doublett
von Doubletts (dd), Doublett von Triplett (dt), Triplett (t), Quartett
(q) und Multipletts (m) und breites Singlett (bs). Infrarot-(IR-) Spektren
wurden erhalten unter Verwendung eines Spektrophotometers der Firma
Perkin-Elmer, Modell 1600 FT-IR. Absorptionen sind angegeben als
Wellenzahl (cm–1). Optische Rotationen
(in Grad) wurden gemessen unter Verwendung eines Polarimeters der
Firma Perkin-Elmer, Model 341. Hochauflösende Massenspektren (high
resolution mass spectra; HRMS) wurden erhalten unter Verwendung
entweder des Geräts
VG 70-70HS oder
des Geräts
Micromass AutoSpect. Elementar-Analysen wurden durchgeführt unter
Verwendung eines CHNS/O-Analysizers der Firma Perkin-Elmer (Gerät mit der
Bezeichnung 2400, Reihe II). Eine Flash-Säulen-Chromatographie wurde
durchgeführt
unter Verwendung von Silica-Gel 60 der Firma Merck (240-400 Mesh)
unter Verwendung der Lösungsmittel-Systeme,
die für
die einzelnen Experimente angegeben sind.
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Beispiel 1
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Total-Synthese von (–) Tamandarin
A
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Ein
Verfahren zum Synthetisieren von (–) Tamandarin A ist in diesem
Beispiel beschrieben. Das Verfahren ist veranschaulicht in 26. Das Verfahren wird begonnen mit der
Synthese von Verbindung 13, die in 26A abgebildet
ist.
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Reaktion A von 26A: Synthese der Verbindung 8
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Eine
Lösung,
die 5,13 ml (36,9 mMol) Et3N umfasste, wurde
tropfenweise einer Lösung
zugesetzt, die 1,56 g (11,9 mMol) von Verbindung 7 (D-allo-isoleucin)
und 50 ml frisch destilliertes CH2Cl2 umfasste, und zwar bei 0°C. Der resultierenden
Mischung wurden 3,114 g (12,5 mMol) Carbobenzyloxysuccinimid (Cbz-Succinimid)
zugesetzt. Diese Reaktion wurde bei 0°C 1 h lang gerührt und
unter Rühren
bei Raumtemperatur über Nacht
gehalten. Die Reaktionsmischung wurde konzentriert, mit 20 ml gesättigter
Lösung
von NaHCO3 verdünnt und zweimal mit 10 ml-Alliquots
Ether gewaschen. Die zusammengegebenen Ether-Schichten wurden mit
10 ml gesättigter
Lösung
von Natriumbicarbonat (NaHCO3) extrahiert.
Die kombinierten wässrigen
Schichten wurden auf 0°C
abgekühlt,
auf einen pH-Wert von 2 durch tropfenweise Zugabe von 1 N KHSO4 angesäuert
und dreimal mit 20 ml Ethylacetat (EtOAc) extrahiert. Die EtOAc-Schichten
wurden zusammengegeben, mit 20 ml gesättigter Lösung von NaCl gewaschen und
in Gegenwart von wasserfreiem Natriumsulfat (Na2SO4) getrocknet. Die resultierende Lösung wurde
filtriert und unter verringertem Druck konzentriert und ergab 3,13 g
der Verbindung 8 (99%ige Ausbeute). Verbindung 8 wurde erhalten
als farbloses Öl
und wurde direkt im nächsten
Schritt ohne Reinigung verwendet. Die analytischen Daten für Verbindung
8 waren wie folgt: Rf: 0,08 (20:80 Ethylacetat:Hexan);
1H NMR (500 (MHz, CDCl3) δ 0,86-0,90
(m, 3H), 0,93-0,97 (m, 3H), 1,20-1,27 (m, 1H), und 1,42-1,47 (m,
1H), 1,98-2,09 (m, 1H) 4,47-4,50 (dd, J1 =
9,1 Hz, J2 = 3,4 Hz, 1H) 5,10 (s, 2H), 5,17-5,19
(d, J = 9,1 Hz, 1H), 7,29-7,35 (m, 5H), 13CNMR
(250 MHz, CDCl3) δ 11,69, 14,35, 26,20, 37,42,
56,96, 67,20, 128,14, 128,24, 128,55, 135,06, 156,42, 177,41; IR
(CHCl3) 2470-3540, 3440, 2980, 2950, 2890,
1720, 1510, 1455, 1405, 1385, 1325-1355, 1230-1280, 1165, 1095,
1040, 1005, 910 cm–1.
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Reaktion B und C von 26A: Synthese von Verbindung 10
-
Eine
Lösung,
die 3,534 g (13,3 mMol) von Verbindung 8 (d. h. rohes Cbz-D-allo-isoleucin) und
50 ml wasserfreies CH2Cl2 enthielt,
wurde in einem Eisbad auf 0°C
gekühlt.
Jede der folgenden Verbindungen wurde in fester Form der gekühlten Lösung zugegeben:
2,574 g (14,0 mMol) Pentafluorphenol (PFPOH), 3,064 g (16,0 mMol)
1-Ethyl-3-(3-dimethylaminopropyl-)carbodiimid-hydrochlorid
(EDAC·HCl)
und 0,325 g (2,7 mMol) 4-Dimethylaminopyridin (DMAP). Die resultierende
Mischung wurde bei 0°C
für eine
halbe Stunde unter Rühren
gehalten und wurde bei Raumtemperatur weitere 4 h gehalten. Die
Mischung wurde mit 50 ml CH2Cl2 verdünnt. Die
CH2Cl2-Schicht wurde
einmal unter Verwendung von 25 ml einer 10%igen Lösung von
Chlorwasserstoffsäure
(HCl) gewaschen, einmal unter Verwendung von 25 ml einer 5%igen
Lösung
von NaHCO3 gewaschen und einmal unter Verwendung
von 25 ml einer gesättigten
Lösung
von NaCl gewaschen. Die gewaschene CH2Cl2-Schicht wurde in Gegenwart von Na2SO4 getrocknet,
filtriert und unter verringertem Druck konzentriert. Der resultierende
PFP-Ester, Verbindung 9 (5,70 g) wurde als farbloses Öl erhalten
und im nächsten Schritt
ohne Reinigung verwendet. Die folgende Analyse-Daten wurden für Verbindung
9 erhalten: Rf: 0,52 (20:80 EtOAc:Hexan);
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.90-1.12
(m, 6H), 1.29-1.39 (m, 1H) und 1.45-1.52 (m, 1H), 2.05-2.15 (m,
1H), 4.79-4.84 (m, 1H), 5.10 (s, 2H), 5.12-5.14 (d, J = 9.1 Hz,
1H), 7.29-7.37 (m, 5H); 13C NMR (250 MHz, CDCl3) δ 11.68, 14.25,
26.24 37.64, 57.09 67.45, 128.20, 128.35, 128.59, und 135.95, 136.9,
139.0, 140.0 und 142.0, 156.13, 168.87.
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Eine
Lösung,
die 5,70 g von Verbindung 9 und 25 ml wasserfreies THF umfasste,
wurde auf –78°C gekühlt. Eine
Enolat-Lösung,
die das Lithiumenolat von Methylacetat umfasste, wurde hergestellt
durch Kühlen einer
Lösung,
die 49,2 mMol Lithiumdialdehyd und 25 ml wasserfreies THF umfasste,
in einem Eisbad auf –78°C, zugegeben
von 3,92 ml (49,2 mMol) Methylacetat zu der Lösung mittels einer Spritze
und Halten der resultierenden Lösung
unter Rühren
bei –78°F für 1 h. Die
resultierende Enolat-Lösung wurde
tropfenweise der Verbindung 9 umfassenden Lösung zugesetzt, und die resultierende
Mischung wurde unter Rühren
0,75 h bei –78°C gehalten.
Die Reaktion wurde bei –78°C abgeschreckt
durch Zugabe von 50 ml einer gesättigten Lösung von
wässrigem
Ammoniumchlorid (NH4Cl). Die abgeschreckte
Lösung
wurde auf Raumtemperatur gebracht, und das THF wurde unter verringertem
Druck entfernt. Die resultierende wässrige Lösung wurde dreimal mit 25 ml-Aliquots
von CH2Cl2 extrahiert.
Die vereinigten CH2Cl2-Schichten
wurden einmal unter Verwendung von 25 ml einer 10%igen Lösung von
Chlorwasserstoffsäure
(HCl) gewaschen, einmal unter Verwendung von 25 ml einer 5%igen
Lösung
von NaHCO3 gewaschen und einmal unter Verwendung
von 25 ml einer gesättigten
Lösung
von NaHCl gewaschen. Die gewaschene CH2Cl2-Schicht wurde in Gegenwart von Na2SO4 getrocknet,
filtriert und unter verringertem Druck konzentriert. Diese Reaktion
ergab ein gelbes Öl,
das gereinigt wurde durch Flash-Säulen-Chromatographie. Das gelbe Öl wurde
auf eine Silica-Gel-Säule
gegeben und mit einer Lösung
eluiert, die EtOAc und Hexan in einem Verhältnis von 10:95 umfasste. Das
aus der Chromatogaphie erhaltene Produkt war 3,42 g eines farblosen Öls, das
dem β-Ketoester
entsprach, nämlich
Verbindung 10. Die Ausbeute an Verbindung 10 betrug 80%, berechnet
für beide
Reaktionen B und C. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
10 erhalten: Rf: 0,42 (35:65 EtOAc:Hexan);
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.75-0.79
(m, 3H), 0.90-0.98 (m, 3H), 1.26-1.30 (m, 1H) und 1.42-1.46 (m,
1H), 1.97-1.99 (m, 1H), 3.53 (s, 2H), 3.72 (s, 3H), 4.56-4.58 (d,
J = 7.6 Hz, 1H), 5.10 (s, 2H), 5.26-5.28 (d, J = 6.4 Hz, 1H), 7.30-7.36
(m, 5H); 13C NMR (250 MHz, CDCl3) δ 11.83, 13.79,
26.83, 36.12, 46.56, 52.46, 63.00, 67.19, 128.10, 128.24, 128.56,
136.16, 156.42, 166.96, 201.68; IR (CHCl3)
3349.1, 2964.4, 1748.3, 1712.9, 1520.6, 1454.8, 1328.2, 1232.1 cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C17H23NO5Na (M+Na+): 344,1498; gefunden: 344,1490; [α]D 20 –27,85 (c
0,53, CHCl3); Analyse: berechnet für C17H23NO5;
C: 63,52; H: 7,22, N: 4,36; gefunden: C: 63,32, H: 7,15, N: 4,24.
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Reaktion D von 26A: Synthese von Verbindung 11
-
Eine
Lösung,
die 2,797 g (8,7 mMol) Verbindung 10 und 30 ml Methanol (MeOH, HPLC-Reinheit)
umfasste, wurde auf –78°C gekühlt, und
1,644 g (30,5 mMol) Kaliumborhydrid (KBH4)
wurden in Portionen zugesetzt. Die resultierende Mischung wurde
anfänglich
unter Rühren
bei –78° C für 10 min
gehalten. Das Reaktions-Gefäß wurde
als nächstes
auf –20°C aufgewärmt und
bei dieser Temperatur für
30 min gehalten. Im Anschluss daran wurde das Reaktions-Gefäß auf 0°C erwärmt und
unter Rühren
bei dieser Temperatur für
10 min gehalten. Die resultierende Mischung wurde bei 0°C abgeschreckt,
indem man eine Lösung,
die Eisessig umfasste, tropfenweise zusetzte, bis der pH-Wert der
wässrigen
Schicht nicht niedriger als pH = 6 war, und zwar bei Testen mit
Lackmus-Papier. Die resultierende neutralisierte Zwei-Schichten-Lösung wurde
unter verringertem Druck konzentriert, und 50 ml einer Lösung wurden
zugesetzt, die EtOAc und H2O in einem Verhältnis von 1:1
umfasste. Die organische Schicht wurde von der wässrigen Schicht abgetrennt
und wurde mit 10 ml einer gesättigten
Lösung
von NaCl gewaschen. Die gewaschene organische Schicht wurde in Gegenwart
von Na2SO4 getrocknet,
filtriert und unter verringertem Druck konzentriert. Das so erhaltene
Rohprodukt waren 2,786 g eines farblosen Öls, das Verbindung 11 und sein
Stereoisomer in einem Verhältnis
von 11:1 umfasste. Ein Kristallisieren des farblosen Öls in einer
Lösung,
die Ether und Hexan umfasste, lieferte die reine Verbindung 11 als
weißen
kristallinen Feststoff in einer 99%igen Ausbeute. Die folgenden
Analyse-Daten wurden für Verbindung
11 erhalten: Rf: 0,29 (35:65, EtOAc:Hexan)
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.83-0.85
(m, 3H), 0.89-0.92 (m, 3H), 1.19-1.23 (m, 1H) und 1.32-1.34 (m,
1H), 1.91-1.93 (m, 1H), 2.45-2.51 (dd, J1 =
16.7 Hz, J2 = 9.1 Hz, 1H) und 2.58-2.62
(dd, J1 = 16.7 Hz, J2 =
2.7 Hz, 1H), 3.12-3.14 (d, J = 4.5 Hz, 1H), 3.68 (s, 3H), 3.90-3.91
(m, 1H), 4.62-4.65 (d, J = 10.0 Hz, 1H), 5.07-5.08 (d, J = 5.1 Hz,
2H), 7.29-7.35 (m, 5H);
13CNMR (250
MHz, CDCl3) δ 12.10, 13.64, 27.52, 34.28,
38.74, 52.25, 57.57, 67.39, 69.43, 128.50, 128.61, 128.97 und 136.82,
157.08, 174.09; IR(CHCl3) 3421, 3316, 2951, 1709, 1537, 1443, 1229
cm;
HRMS (m/z) berechnet für
C17H25NO5Na (M+Na+): 346,1630; gefunden: 346,1645; [α]D 20 –10,9 (c
0,595, CHCl3); Analyse: berechnet für C17H25NO5;
C: 63,12; H: 7,80, N: 4,33; gefunden: C: 63,32, H: 7,85, N: 4,06.
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Reaktion E von 26A: Synthese von Verbindung 12
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Eine
Lösung,
die 0,8636 g (2,67 mMol) Verbindung 11 als farbloses Öl und 10
ml CH2Cl2 umfasste, wurde
unter einer Argon-Atmosphäre
gegeben und auf 0°C
gekühlt.
Eine Lösung,
die 0,778 ml (6,68 mMol), 2,6-Lutidin umfasste, wurde zugesetzt,
gefolgt von der Zugabe einer Lösung,
die 1,08 ml (4,01 mMol) Triisopropylsilyltriflat umfasste (i-Pr3SiOTf). Die Reaktions-Mischung wurde anfänglich unter
Rühren
bei 0°C
für die Zeit
von 30 min gehalten, und im Anschluss daran wurde die Reaktions-Mischung bei Raumtemperatur
für 2 h gehalten.
Die resultierende Mischung wurde mit 20 ml CH2Cl2 verdünnt.
Die CH2Cl2-Schicht
wurde einmal unter Verwendung von 15 ml einer 10%igen Lösung von
Chlorwasserstoffsäure
(HCl) gewaschen, einmal unter Verwendung von 15 ml einer 5%igen
Lösung
von NaHCO3 gewaschen und einmal unter Verwendung
von 15 ml einer gesättigten
Lösung
von NaCl gewaschen. Die resultierende gewaschene CH2Cl2-Schicht wurde in Gegenwart von wasserfreiem
Na2SO4 getrocknet,
filtriert und unter verringertem Druck konzentriert. Der konzentrierte
Rückstand
wurde durch Flash-Säulen-Chromatographie
gereinigt, wobei man mit Lösungen
eluierte, die Ether und Hexan in einem Verhältnis von 2:98 bis 15:85 umfassten.
Chromatographie ergab 1,204 g (94% Ausbeute) Verbindung 12 als Haupt-Isomer
in Form eines farblosen Öls.
Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung 12 erhalten. Rf: 0,65 (35:65 EtOAc:Hexan)
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.84-0.91
(m, 6H), 0.99-1.05 (m, 21H), 1.121.34 (m, 2H), 1.81-1.84 (m, 1H), 2.54-2.62
(m, 2H), 3.54 (s, 3H), 3.73-3.75 (m, 1H), 4.34-4.36 (m, 1H), 4.69-4.71
(d, J = 10.5 Hz, 1H), 5.01-5.04 (d, J = 12.3 Hz, 1H) und 5.09-5.11
(d, J = 12.3 Hz, 1H), 7.28-7.34 (m, 5H), 13C
NMR (250 MHz, CDCl3) δ 12.50, 12.74, 13.97, 18.08,
27.44, 34.40, 40.45, 51.54, 58.62, 66.67, 70.49, 128.03, 128.08,
128.46 und 136.67, 156.51, 172.00; IR(CHCl3)
3450, 3359, 2944, 2863, 1728, 1510, 1459, 1434, 1384, 1308, 1232,
1171, 1090 cm–1,
HRMS
(m/z) berechnet für
C26H45NSiO5Na (M+Na+): 480,3145; gefunden: 480,3128; [α]D 20 +15,88 (c: 0,57, CHCl3); Analyse: berechnet für C17H25NO5; C: 65,09;
H: 9,46, N: 2,92; gefunden: C: 64,80, H: 9,41, N: 2,69.
-
Reaktion F von 26A: Synthese von Verbindung 13
-
Eine
Lösung,
die eine 1 N NaOH enthielt (20 ml; 11 mMol), wurde einer Lösung zugesetzt,
die 0,84 g (1,753 mMol) Verbindung 12, 10 ml THF und 10 ml MeOH
umfasste, die auf 0°C
gekühlt
war. Diese Reaktions-Mischung wurde unter Rühren für 2 h bei 0°C gehalten. Die Reaktions-Mischung
wurde dann unter Rühren bei
Raumtemperatur über
Nacht gehalten. Die Reaktions-Mischung wurde unter verringertem
Druck konzentriert und mit 10 ml H2O verdünnt. Die
resultierende Mischung wurde auf 0°C in einem Eisbad abgekühlt, durch Zusatz
einer Lösung
auf einen pH-Wert von 2 angesäuert,
die eine 1 N KHSO4 umfasste, und wurde dreimal mit
je 10 ml-Aliquots von EtOAc extrahiert. Die EtOAc-Schichten wurden
zusammengegeben, mit 10 ml einer gesättigten Lösung von NaCl gewaschen und
in Gegenwart von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert und konzentriert.
Diese Reaktion ergab 0,7709 g (95% Ausbeute) von Verbindung 13 in
Form eines weißen Schaums.
Verbindung 13 wurde in der anschließenden Reaktion ohne Reinigung
verwendet. Die Analyse-Daten für
Verbindung 13 waren wie folgt: Rf: 0,08
(35:65 Ethylacetat:Hexan);
1HNMR (500
MHz, CDCl3) δ 0.86-1.00 (m, 6H), 1.06-1.08
(m, 21H), 1.19-1.24 (m, 1H) und 1.64-1.72 (m, 1H), 1.85-1.92 (m,
1H), 2.50-2.80 (m, 2H), 3.60-3.80 (m, 1H), 4.28-4.33 (m, 1H), 4.86-4.88
(d, J = 10.4 Hz, 1H), 5.06-5.22 (m, 2H), 7.29-7.45 (m, 5H).
-
Reaktion G von 26B: Synthese von Verbindung 15
-
Die
Synthese einer geschützten
Form von (2S)-α-Hydroxyisovaleryl-Isostatin
(6) ist in 26B abgebildet. In der Reaktion
G von 26B wurde L-Valin (14) in einer
Lösung
gelöst,
die Natriumnitrit (NaNO2) und eine 1 N Schwefelsäure (H2SO4) umfasste. Die
Reaktion wurde durchgeführt
unter Anwendung eines Standard- Verfahrens
wie dies beispielsweise beschrieben ist in „Green und Wutz (1999), Protecting
Groups in Organic Synthesis, Wiley, New York" oder „Bodansky (1993), Principles
of Peptide Synthesis; Springer, Berlin". Diese Reaktion ergab α-Hydroxyvalin
(15.)
-
Reaktion H von 26B: Synthese von Verbindung 16
-
In
Reaktion H wurden 2,46 g (17,78 mMol) wasserfreies Kaliumcarbonat
(K2CO3) und 1,25
g (3,4 mMol) Tetrabutylammoniumiodid (Bu4NI)
einer Lösung
zugesetzt, die 2 g (16,93 mMol) α-Hydroxyvalin
(15) und 20 ml redestilliertes DMF enthielt. Dem folgte eine tropfenweise
Zugabe von 5,86 ml (67,72 mMol) Allylbromid. Die resultierende Lösung wurde
bei Raumtemperatur 1 h lang gerührt.
Die Reaktions-Mischung
wurde unter verringertem Druck konzentriert, mit 20 ml H2O verdünnt
und dreimal mit je 20 ml-Aliquots Ether extrahiert. Die vereinigten
organischen Schichten wurden einmal unter Verwendung von 15 ml einer
10%igen Lösung
von Chlorwassestoffsäure
(HCl) gewaschen, einmal unter Verwendung von 15 ml einer 5%igen
Lösung von
NaHCO3 gewaschen und einmal unter Verwendung
von 15 ml einer gesättigten
Lösung
von NaCl gewaschen. Die resultierenden gewaschenen organischen Schichten
wurden in Gegenwart von Na2SO4 getrocknet, filtriert
und unter verringertem Druck konzentriert. Diese Reaktion ergab
2,53 g (96% Ausbeute) von Verbindung 16 in Form eines orangen-farbenen Öls. Verbindung
16 wurde in der anschließenden
Reaktion ohne Reinigung verwendet. Die folgenden Analyse-Daten wurden
für Verbindung
16 erhalten: Rf: 0,50 (25:75 EtOAc:Hexan);
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.71-0.86
(d, J = 6.8 Hz, 3H), 0.92-1.00 (d, J = 7.0 Hz, 3H), 2.04-2.10 (m,
1H), 2.65-2.66 (d, J = 6.1 Hz, 1H), 4.03-4.05 (dd, J = 5.9 Hz, J2 = 3.5 Hz, 1H), 4.62-4.70 (m, 2H), 5.24-5.27
(dd, J1 = 10.4 Hz, J2 =
1.1 Hz, 1H) und 5.31-5.35 (dd, J1 = 17.2
Hz, J2 = 3.5 Hz, IH), 5.86-5.94 (m, 1H); 13C NMR (250 MHz, CDCl3) δ 15.93, 18.76,
32.17, 66.04, 75.03, 119.12, 131.48, 174.62; IR (CHCl3)
3521-3458, 2964, 2880, 1735, 1646, 1462, 1367, 1257, 1204, 1136,
1073, 1026,983, 931 cm–1
-
Reaktion I von 26B: Synthese von Verbindung 17
-
Eine
Lösung,
die 0,6827 g (1,47 mMol) von Verbindung 13 und 2,5 ml frisch destilliertes
Toluol umfasste, wurde unter einer inerten Atmosphäre angeordnet
und auf 0°C
gekühlt.
Eine Lösung,
die 0,232 g (1,47 mMol) von Verbindung 16 und 2,5 ml Toluol umfasste,
wurde tropfenweise der gekühlten
Lösung
von Verbindung 13 zugesetzt. Dem folgte die Zugabe von 0,333 g (1,61
mMol) Dicyclohexylcarbodiimid (DCC) und 0,036 g (0,29 mMol) DMAP.
Die Reaktions-Mischung wurde bei 0°C für 2 h gerührt und bei Raumtemperatur über Nacht
gehalten. Die Reaktion wurde durch Abschrecken beendet durch Zusatz
von 2 ml einer Lösung,
die MeOH und Essigsäure
(AcOH) in einem Verhältnis
von 1:2 sowie EtOAc umfasste, und die Mischung wurde 20 min lang
bei Raumtemperatur gerührt.
Die resultierende Mischung wurde unter verringertem Druck konzentriert.
Der Rückstand,
der nach dieser Verfahrensweise zwückblieb, wurde in 10 ml Ether
gelöst,
was zur Bildung eines Feststoffes führte, der durch Filtration
entfernt wurde. Das Filtrat wurde einmal unter Verwendung von 10
ml einer 10%igen Lösung
von Citronensäure
gewaschen, einmal unter Verwendung von 10 ml einer 5%igen Lösung von
NaHCO3 gewaschen und einmal unter Verwendung
von 10 ml einer Kochsalz-Lösung
(d. h. einer gesättigten
NaCl-Lösung)
gewaschen. Die organische Schicht wurde in Gegenwart von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet,
filtriert und konzentriert. Der resultierende Rückstand wurde durch Flash-Säulen-Chromatographie
gereinigt, wobei man mit einer Lösungsmittel-Mischung
eluierte, die Ether und Hexan in einem Verhältnis 2:98 bis 12:88 umfasste.
Ein Konzentrieren des Eluats unter reduziertem Druck führte zu
0,5774 g (65% Ausbeute) von Verbindung 17 in Form eines farblosen Öls. Die
folgenden Analyse-Daten wurden für
Verbindung 17 erhalten: Rf: 0,55 (20:80
Ethylacetat:Hexan);
1H NMR (500 MHz,
CDCl3) δ 0.85-1.08
(m, 33H), 1.16-1.19 (m, 1H), 1.34-1.36 (m, 1H), 1.80-1.82 (m, 1H), 2.18-2.21
(m, 1H), 2.68-2.73 (m, 2H), 3.78-3.82 (m, 1H), 4.37-4.42 (m, 1H),
4.55-4.64(m, 2H), 4.77-4.78 (d, J = 4.4 Hz, 1H), 4.86-4.88 (d, J
= 10.7 Hz, 1H), 5.07 (s, 2H), 5.21-5.23 (dd, J1 =
9.4 Hz, J2 = 0.9 Hz, 1H), 5.28-5.32 (dd,
J1 = 17.0 Hz, J2 =
1.2 Hz, 1H), 5.83-5.87 (m, 1H), 7.27-7.34 (m, 5H), 13C
NMR (250 MHz, CDCl3) δ 12.69, 12.93, 14.14, 17.25,
18.12, 18.78, 26.33, 29.98, 34.48, 40.28, 58.15, 66.69, 68.67, 70.66,
76.74, 118.82, 128. 01, 128.40, 128.47, 136.75, 131.63, 156.48,
169.13, 170.78; IR(CHCl3) 3380, 2964, 2867,
1743, 1508, 1463,1374, 1201, 1129, 994,882 cm;
HRMS (m/z) berechnet
für C33H55SiO7Na
(M+Na+): 628,364552;
gefunden: 628,365878; Analyse: berechnet für C33H55NSiO7; C: 65,41;
H: 9,16; gefunden: C: 65,09, H: 9,05.
-
Reaktion J von 26B: Synthese von Verbindung 6
-
In
Reaktion J wurde Tetrakis-(triphenylphosphin-)palladium (Pd(PPh3)4; 0,044 g; 0,038
mMol) einer Lösung
zugesetzt, die 0,2315 g (0,38 mMol) des Isostatin-Hiv-allylesters, Verbindung
17, und 3 ml frisch destilliertes THF enthielt. Frisch destilliertes
Morpholin (0,33 ml; 3,8 mMol) wurde tropfenweise der resultierenden Mischung
zugesetzt. Die Zugabe von Reagenzien erfolgte in einem dunklen Kolben,
und die Reaktions-Mischung wurde unter Rühren bei Raumtemperatur und
in einem dunklen Kolben für
wenigstens 8 h gehalten. Die Reaktions-Mischung wurde unter verringertem
Druck konzentriert und mit 5 ml CH2Cl2 verdünnt.
Die aus dieser Verfahrensweise erhaltene Lösung wurde einmal mit 5 ml
einer Lösung
gewaschen, die 1 N HCl umfasste, und einmal unter Verwendung von
5 ml H2O. Die gewaschene organische Schicht
wurde in Gegenwart von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert. Der Rückstand
wurde in 5 ml Ether gelöst,
filtriert und erneut unter verringertem Druck konzentriert. Der
Rest, der nach dieser Verfahrensweise zurückblieb, war ein weißer Schaum,
der Verbindung 6 entsprach (0,218 g; quantitative Ausbeute). Verbindung
6 wurde in der nachfolgenden Reaktion ohne Reinigung verwendet.
-
Die
Synthese einer linearen Hexapeptid-Verbindung (20) ist in 26C abgebildet. Verbindung 5 wurde hergestellt,
wie beschrieben in „Li
et al., 1990, J. Am. Chem. Soc. 112:7659-7672".
-
Reaktion K von 26C: Synthese von Verbindung 18
-
Eine
Lösung,
die 0,6653 g (0,74 mMol) von Verbindung 5 und 10 ml MeOH umfasste,
wurde einer Suspension zugesetzt, die 0,1996 g von 10% Palladium
auf Kohle (Pd/C), 10 ml MeOH und 10 ml EtOAc umfasste. Die Reaktions-Mischung
wurde unter Verwendung einer Parr-Vorrichtung für 5 h bei Raumtemperatur bewegt. Die
resultierende Aufschlämmung
wurde durch Celite® filtriert, und das Celite®-Material
wurde mit einem Überschuss
Lösungsmittel-Mischung
gewaschen, die MeOH und EtOAc in einem Verhältnis von 1:1 umfasste. Das Filtrat
wurde in Gegenwart von waserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert, und man erhielt so Verbindung 18 (0,552 g; 98%
Ausbeute). Verbindung 18 (d. h. Leucylprolyl-N,O-dimethyltyrosin-N-Boc-O-SEM-Threonin)
wurde erhalten in Form eines weißen Feststoffs bei Anwendung
dieser Verfahrensweise und wurde in der nachfolgenden Reaktion ohne
Reinigung verwendet. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
18 erhalten: Rf: 0,03 (40:60, Aceton:Hexan);
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ –0.001 (s,
9H), 0.64-0.86 (m, 2H), 0.88-0.96 (m, 6H), 1.19-1.21 (d, J = 6.3
Hz), 1.33-1.34 (d, J = 6.3 Hz, 3H, RI), 1.44 (s, 9H), 1.63-1.92
(m, 3H), 1.92-2.01, 2.08-2.24 (m, 4H), 2.73 (s, 3H), 2.86-2.96(m),
3.10-3.19 (m, 2H), 3.45-3.72 (m, 4H), 3. 75 (s, 3H), 4.34-4.69 (m,
3H), 4.78-4.81 (dd, J1 = 8.0 Hz, J2 = 3.3 Hz, 1H), 5.01-5.10 (m, 1H), 5.17-5.52(m),
7.58-7.60 (d, J = 9.7 Hz, 3H), 6.77-6.83 (m, 2H), 7.00-7.10 (m,
2H); 13C NMR (250 MHz, CDCl3) δ –1.46, 16.87,
17.96, 22.00, 23.19, 23.76, 25.14, 28.16, 29.31, 33.65, 39.31, 47.34,
50.54, 55.37, 55.46, 58.66, 62.25, 68.16, 72.36, 81.i5, 89.83, 114.39,
128.75, 128.75, 130.47, 157.04, 158.84, 168.15, 168.95, 169.57,
173.13; IR(CHCl3) 3285, 2951, 1740, 1709,
1641, 1511, 1448, 1365, 1250, 1161 cm;
HRMS (m/z) berechnet
für C37H63N4SiO10 (M+H+):
751,4314; gefunden: 751,4343; [α]D 20 –44,68 (c:
1,03, CHCl3); Analyse: berechnet für C37H62N4SiO10; C: 59,17; H: 8,33, N: 7,46; gefunden:
C: 59,17, H: 8,35, N: 7,26.
-
Reaktion L von 26C: Synthese von Verbindung 19
-
In
Reaktion L wurde die gesamte Ausbeute von Verbindung 6 aus Reaktion
J gelöst
in 1 ml frisch destillierten CH2Cl2, und die Mischung wurde abgekühlt auf
0°C.
-
Dieser
Lösung
wurden 0,074 g (0,40 mMol) PFPOH, 0,088 g (0,46 mMol) EDAC·HCl und
0,0093 g (0,076 mMol) DMAP zugesetzt. Die resultierende Mischung
wurde bei 0°C
30 min lang gerührt.
Die Reaktions-Mischung wurde bei Raumtemperatur für weitere
4 Stunden gehalten und wurde mit 10 ml CH2Cl2 verdünnt.
Die organische Schicht wurde einmal unter Verwendung von 5 ml einer
10%igen Lösung
von HCl gewaschen, einmal unter Verwendung von 5 ml einer 5%igen
Lösung
von NaHCO3 gewaschen und einmal unter Verwendung
von 5 ml einer gesättigten
Lösung
von NaCl gewaschen. Die CH2Cl2-Schicht
wurde in Gegenwart von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert. Der resultierende Rückstand wurde durch Flash-Säulen-Chromatographie gereinigt,
eluiert mit einer Lösungsmittel-Mischung, die
Ether und Hexan in einem Verhältnis
von 3:97 bis 7:93 umfasste. Ein Konzentrieren des Eluats unter verringertem
Druck ergab 0,2315 g eines farblosen Öls, das dem PFP-Ester entsprach,
Verbindung 19 (83% Ausbeute für
Reaktion J von 26B und Reaktion L von 26C). Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
19 erhalten: Rf: 0,57 (20:80, EtOAc:Hexan);
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.86-1.09
(m, 33H), 1.18-1.20 (m, 1H), 1.271.29 (m, 1H), 1.84-1.86 (m, 1H), 2.31-2.36
(m, 1H), 2.69-2.72 (m, 1H), 2.80-2.85 (m, 1H), 3.79-3.82 (m, 1H),
4.38-4.42 (m, 1H), 4.78-4.80 (d, J = 10.7 Hz, 1H), 4.97-4.98 (d,
J = 4.4 Hz, 1H), 5.00-5.06 (m, 2H), 7.25-7.29 (m, 5H); 13C
NMR (250 MHz, CDCl3) δ 12.72, 12.95, 14.07, 17.20,
18.09, 18.45, 27.52, 30.19, 34.40, 40.12, 58.17, 65.82, 66.74, 70.47,
127.92, 128.18, 128.33, 136.57, 138.83, 140.06, 140.65, 141.97,
156.56, 165.68, 170.76; IR(CHCl3) 3480,
2962, 2868, 1793, 1730, 1516, 1464, 1381, 1214, 1094, 995, 880 cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C36H50NF5SiO7Na (M+Na+): 754,3174;
gefunden: 754,3191;
-
Reaktion M von 26C: Synthese von Verbindung 20
-
Eine
Lösung,
die 0,2855 g (0,39 mMol) von Verbindung 19 und 1,5 ml CH2Cl2 umfasste, wurde
in einem Eisbad auf 0°C
abgekühlt.
Dieser Lösung
wurden 0,17 ml (0,98 mMol) DIEA tropfenweise zugesetzt, und die
resultierende Mischung wurde unter Rühren bei 0°C für 20 min gehalten. Eine Lösung, die
0,522 g von Verbindung 18, 0,0095 g (0,078 mMol) DMAP und 1,5 ml
CH2Cl2 umfasste,
wurde der Lösung
zugegeben, die Verbindung 19 umfasste, wofür man eine Spritze verwendete.
Die resultierende Mischung wurde bei 0°C 1 h lang gerührt und
bei Raumtemperatur für
eine weitere Stunde gehalten. Die Reaktion wurde bei 0°C durch Zugabe von
3 ml gesättigter
Lösung
von NH4Cl und Verdünnen der Reaktion mit 10 ml
CH2Cl2 abgeschreckt.
Die resultierende Mischung wurde bei Raumtemperatur abgetrennt.
Die wässrige
Schicht wurde dreimal unter Verwendung von 10 ml-Aliquots von CH2Cl2 extrahiert,
und die vereinigten organischen Schichten wurden einmal unter Verwendung
von 10 ml einer 10%igen Lösung
von HCl, einmal unter Verwendung von 10 ml einer 5%igen Lösung von
NaHCO3 und einmal unter Verwendung von 10
ml einer gesättigten
NaCl-Lösung
gewaschen. Die gewaschene organische Schicht wurde in Gegenwart
von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet,
filtriert und unter verringertem Druck konzentriert. Die Reaktion
ergab 0,4861 g (96% Ausbeute) der vollständig geschützten Hexapeptid-Vorstufe,
Verbindung 20. Verbindung 20 wurde bei Anwendung dieser Verfahrensweise in
Form eines weißen
Schaums erhalten und wurde in der anschließenden Reaktion ohne weitere
Reinigung verwendet. Die Analyse Daten für das Hexapeptid 20 waren wie
folgt: Rf: 0,47 (05:95, Aceton: CH2Cl2)
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ –0.0008
(s, 9H), 0.73-0.83 (m, 2H), 0.850.92 (m, 9H), 0.92-1.08 (m, 21H),
1.45 (s, 9H), 1.13-2.19 (m, 11H), 2.43-2.46 (m, 1H) und 2.54-2.58
(m, 1H), 2.64 und 2.88 (s, 3H, RI), 3.09-3.17 (m, 2H), 3.44-3.73
(m, 4H), 3.75 (s, 3H), 3.79-3.89 (m, 1H), 4.38-4.45 (m, 1H), 4.21-4.35
(m, 3H), 4.70-4.81 (m, 1H), 4.96-5.06 (m, 3H), 5.18-5.43 (m, 3H)
und 8.32-8.34 (d, J = 9.0 Hz, 3H), 5.46-5.48 (d, J = 6.1 Hz, 1H), 6.74-6.83
(m, 2H), 6.95-7.11 (m, 2H), 7.25-7.38 (m, 5H), 7.75-7.77 (d, J =
8.5 Hz) und 8.858.87 (d, J = 10.1 Hz, 2H); 13C
NMR (250 MHz, CDCl3) δ –1.45, 11.73, 12.73, 14.47,
16.54, 17.73, 17.99, 18.14, 18.92, 21.40, 23.54, 24.42, 25.13, 28.21,
28.27, 29.20, 29.67, 30.13, 33.59, 34.86, 39.58, 39.73, 46.87, 49.04,
55.13, 55.39, 56.90, 58.94, 62.24, 66.42, 68.12, 70.96, 72.25, 78.71,
80.39, 89.85, 113.92, 114.37, 127.70, 127.76, 127.86, 128.35, 128.45,
128.81, 128.91, 137.01, 130.44, 130.86, 156.39, 158.40, 158.82,
169.20, 169.75, 169.97, 170.58, 171.77, 173.85; IR (CHCl3) 3275, 2952, 2868, 1735, 1704, 1636,1511,
1454, 1380, 1365, 1250, 1167, 1110, 1047 cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C67H111N5Si2O16Na
(M+Na+): 1.320,7462;
gefunden: 1.320,7520; [α]D 20 –44,56 (c: 1,13,
CHCl3); Analyse: berechnet für C67H111N5S2O16: C: 61,95; H:
8,62, N: 5,40; gefunden: C: 61,75, H: 8,59, N: 5,15.
-
Zyklisierung
des Hexapeptids 20 unter Erhalt von Verbindung 21 ist abgebildet
in 26D.
-
Reaktion N von 26D: Synthese von Verbindung 21
-
Eine
Lösung,
die 0,3505 g (0,27 mMol) von Verbindung 20 und 5 ml CH2Cl2 umfasste, wurde auf 0°C abgekühlt, und 0,21 g (0,81 mMol)
Magnesiumbromid-Etherat
(MgBr2·Et2O) wurden zugesetzt. Die resultierende Mischung
wurde bei 0°C
2 h lang gerührt
und bei Raumtemperatur für
weitere 4 h gehalten. Die Reaktions-Mischung wurde verdünnt durch
Zugabe von 10 ml CH2Cl2,
und sie wurde einmal unter Verwendung von 10 ml einer 10%igen Lösung von
HCl und einmal unter Verwendung von 10 ml einer gesättigten
NaCl-Lösung gewaschen.
Die CH2Cl2-Schicht
wurde in Gegenwart von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert. Der weiße
Schaum, der als Produkt dieser Reaktion zur Ablösung der Schutzgruppen erhalten
wurde, wurde in der anschließenden
Hydrogenolyse-Reaktion ohne Reinigung verwendet. Die gesamte Ausbeute
an weißem
Schaum (0,3195 g) wurde in 10 ml MeOH gelöst und einer Hydrogenolyse unterzogen,
wie sie für
die Herstellung von Verbindung 18 beschrieben wurde. Die Hydrogenolyse-Reaktion ergab
0,296 g eines weißen
Schaums, der in der anschließenden
Kopplungs-Reaktion ohne Reinigung verwendet wurde. Das Hydrogenolyse-Produkt
wurde in 27 ml frisch destilliertem DMF gelöst, und die Mischung wurde
auf 0°C
abgekühlt.
Der gekühlten
Lösung
wurden 0,123 g (0,32 mMol) 2-(1H-9-Azobenzotriazol-1-yl-)1,1,3,3-tetramethyluroniumhexafluorphosphat
(HATU) zugegeben, gefolgt von der tropfenweisen Zugabe von 0,141
ml (0,81 mMol) DIEA. Die resultierende Mischung wurde bei 0°C 1 h lang
gerührt
und unter Rühren
bei Raumtemperatur für
wenigstens 8 h gehalten. Die Reaktions-Mischung wurde unter verringertem Druck
konzentriert, mit 10 ml EtOAc verdünnt und einmal unter Verwendung
von 10 ml einer 10%igen Lösung von
HCl, einmal unter Verwendung von 10 ml einer 5%igen Lösung von
NaHCO3 und einmal unter Verwendung von 10
ml einer gesättigten
NaCl-Lösung
gewaschen. Die CH2Cl2-Schicht
wurde in Gegenwart von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert und unter verringerem
Druck konzentriert. Der aus dieser Verfahrensweise erhaltene rohe
Rückstand
wurde durch Flash-Säulen-Chromatographie
unter Verwendung einer Lösungsmittel-Mischung
gereinigt, die Aceton und Hexan in einem Verhältnis von 5:95 bis 15:85 umfasste.
Das resultierende Eluat wurde unter verringertem Druck konzentriert
und ergab 0,173 g des geschützten
Makrozyklus, Verbindung 21, in Form eines weißen Schaums. Die Ausbeute an
Verbindung 21 war 63% für
die drei Reaktionen, startend mit Verbindung 20 (d. h. Entfernung
der Schutzgruppe, Hydrogenolyse und Kopplung). Die folgenden Analyse-Daten
wurden für
Verbindung 21 erhalten: Rf: 0,55 (30:70,
Aceton:Hexan)
–1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.78-1.07
(m, 39H), 1.21-1.48 (m, 17H), 1.56-1.92 (m, 4H), 1.95-2.11 (m, 2H), 2.43-2.44
(m, 1H), 3.11-3.17 (m, 1H), 2.53 (s, 3H), 2.89-3.02 (m, 1H), 3.30-3.34 (m, 1H), 3.49-3.52
(m, 1H), 3.60-3.62 (m, 1H), 3.66-3.70 (m, 1H), 3.77 (s, 3H), 4.14-4.19
(m, 1H), 4.37-4.43 (m, 1H), 4.46-4.48 (d, J = 7.6 Hz, 1H), 4.55-4.86
(m, 1H), 4.88-4.91(m), 7.60-7.66 (m, 4H), 6.82-6.83 (d, J = 8.5
Hz, 2H), 7.06-7.07 (d, J = 8.5 Hz, 2H), 7.41-7.48 (m, 2H); 13C
NMR (250 MHz, CDCl3) δ 12.24, 12.66, 14.21, 15.11,
15.61, 17.98, 18.60, 18.74, 19.31, 21.10, 23.92, 25.24, 27.21, 28.42,
30.48, 34.87, 37.92, 39.00, 41.65, 47.10, 48.52, 55.67, 56.16, 57.25,
63.26, 66.33, 68.65, 71.78, 80.46, 81.66, 114.50, 130.31, 130.82,
156.40, 159.01, 169.13, 170.90, 171.34, 172.78, 176.75; IR(CHCl3) 3330, 2952, 2876, 1735, 1629, 1508, 1447,
1243, 1168, 1024, 843 cm,
HRMS (m/z) berechnet für C53H89N5SiO12Na (M+Na+): 1.038,6175; gefunden: 1.038,6166.
-
Die
Schluss-Reaktionen bei der Total-Synthese von (–)-Tamandarin A, 101, sind
in 26E abgebildet. Verbindung
4 wurde in derselben Weise hergestellt, wie dies vorher beschrieben
wurde in der Druckschrift „Li
et al., 1990, J. Am. Chem. Soc. 112:7659-7672".
-
Reaktion O von 26E: Synthese von Verbindung 22
-
Eine
Lösung,
die 167 mg (0,165 mMol) des geschützten Makrozyklus (Verbindung
21) und 20 ml EtOAc umfasste, wurde auf –30°C abgekühlt. Gasförmige HCl wurde in die Lösung eingeleitet,
und die Temperatur der Reaktions-Mischung wurde während des
Einleitens von HCl zwischen –10°C und –20°C gehalten. Die
Reaktions-Mischung
wurde gerührt
und bei einer Temperatur zwischen –10°C und –20°C für wei tere 30 min gehalten.
Die Reaktions-Mischung wurde auf 0°C aufgewärmt und bei 0°C für 1 h gehalten.
Das Reaktions-Gefäß wurde
mit N2-Gas für wenigstens 30 min gespült, während die
Temperatur des Gefäßes bei
0°C gehalten
wurde. Die gespülte
Lösung
wurde auf Raumtemperatur aufgewärmt
und unter verringertem Druck konzentriert. Der nach dem Konzentrieren
der Reaktions-Mischung zurückbleibende
Rückstand
wurde trituriert und gewaschen durch Dekantieren unter Verwendung
von drei 5 ml-Aliquots einer Lösungsmittel-Mischung, die
tert-Butylmethylether und Hexan in einem Verhältnis 1:4 umfasste. Der Feststoff,
der durch diese Verfahrensweise produziert wurde, wurde durch Filtration
gewonnen und unter verringertem Druck getrocknet und ergab 127,5
mg (quantitative Ausbeute) des Hydrochlorid-Salzes von Verbindung
22. Verbindung 22 wurde als weißer
Feststoff erhalten und wurde in der letzten Kopplungs-Reaktion ohne
Reinigung eingesetzt.
-
Reaktion
P von 26E: Synthese von (–)-Tamandarin
A (Verbindung 101) Eine Lösung,
die 63,3 mg (0,082 mMol) Verbindung 22, 37,7 mg (0,12 mMol) erbindung
4 und 0,50 ml CH2Cl2 umfasste,
wurde in einem Eisbad auf 0°C
abgekühlt.
Dieser gekühlten
Lösung
wurden 53,1 mg (0,12 mMol) Benzotriazol-1-yl-oxy-tris(dimethylamino-)phosphoniumhexafluorphosphat
(BOP) und 0,035 ml (0,32 mMol) NMM zugesetzt. Die Reaktions-Mischung
wurde 30 min bei 0°C
gerührt,
und man ließ sie
auf Raumtemperatur aufwärmen.
Die Reaktions-Mischung wurde unter Rühren bei Raumtemperatur für wenigstens
weitere 8 h gehalten. Die resultierende Lösung wurde mit 2 ml einer gesättigten
Lösung
von NaCl verdünnt
und mit 10 ml EtOAc extrahiert. Die extrahierte organische Schicht
wurde einmal unter Verwendung von 10 ml einer 10%igen Lösung von
HCl, einmal unter Verwendung von 10 ml einer 5%igen Lösung von
NaHCO3 und einmal unter Verwendung von 10
ml einer gesättigten
Lösung
von NaCl gewaschen. Die gewaschene organische Schicht wurde in Gegenwart
von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet,
filtriert und unter verringertem Druck konzentriert. Der rohe Rückstand
wurde durch Flash-Säulen-Chromatographie
unter Verwendung einer Lösungsmittel-Mischung
gereinigt, die MeOH und CH2Cl2 in
einem Verhältnis
von 2:98 bis 5:95 umfasste. Diese Verfahrensweise ergab 0,0471 g
Tamandarin A (Verbindung 101) in Form eines gelb-grünlichen
Feststoffes. Die Ausbeute an Verbindung 101 betrug 56%, berechnet
für beide
Reaktionen 0 und P und betrug 12%, berechnet für die Reaktionen A bis F, I,
J und L bis P (d. h. ausgehend von D-allo-isoleucin). Die folgenden
Analyse-Daten wurden für
Tamandarin A erhalten (101): Rf: 0,57 (10:90;
MeOH: CH2Cl2)
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.86-1.08
(m, 24H), 1.19-2.30 (dd, Je = 17.1 Hz, J2 = 7.9 Hz, 1H), 3.29-3.33
(d, J = 17.0 Hz, 1H), 2.62 (s, 3H), 3.14 (s, 3H), 3.16-3.21 (dd,
J1 = 14.4 Hz, J2 =
11.1 Hz, 1H), 3.43.45 (m, 1H), 3.59-3.80 (m, 5H), 3.82 (s, 3H),
3.90-3.95 (m, 1H), 4.03-4.08 (m, 1H), 4.29-4.30 (m, 1H), 4.37-4.42
(m, 1H), 4.67-4.69 (m, 1H), 4.74-4.77 (m, 1H), 4.89-4.93 (m, 1H),
5.06 (d, J = 4.3 Hz, 1H), 5.31-5.35 (q, J1 =
11.6 Hz, J2 = 3.3 Hz, 1H), 5.44-5.46 (m,
1H), 6.86-6.88 (d, J = 8.3 Hz, 2H), 7.09-7.11 (d, J = 8.3 Hz, 2H),
7.37-7.39 (d, J = 9.1 Hz, 1H), 7.48-7.50 (d, J = 5.1 Hz, 1H), 7.78-7.80
(d, J = 9.7 Hz, 1H); 13C NMR (250 MHz, CDCl3) δ 11.78, 14.07,
16.52, 17.55, 18.93, 20.28, 20.90, 21.32, 23.47, 23.79, 24.83, 24.90,
25.98, 27.33, 27.96, 28.40, 30.11, 31.26, 33.55, 33.93, 35.73, 38.70,
39.41, 39.65, 46.66, 47.02, 48.28, 54.91, 55.27, 56.71, 56.97, 57.90,
66.07, 66.22, 68.98, 70.70, 78.87, 114.08, 130.07, 130.33, 156.62,
168.52, 169.57, 170.11, 170.35, 170.59,171.09, 172.67, 173.84, 174.53;
IR(CHC13) 3330, 2952, 2876, 1735, 1629, 1508,1447, 1243,1168, 1024,
843 cm–1; HRMS
(m/z) berechnet für
C54H85N7O14Na (M+Na+): 1.078,6052; gefunden: 1.078,6044; [α]D 20 –43,93 (c:
1,05, CHCl3).
-
Die
Erfinder nehmen an, dass die Reihe von Reaktionen, die oben offenbart
wurde, die erste stereoselektive Synthese von (–)-Tamandarin A darstellt.
-
Beispiel 2
-
Biologische
Aktivität
von Tamandarin A
-
Die
in diesem Beispiel beschriebenen Experimente zeigen, dass Tamandarin
A ein wirksamer Protein-Synthese-Inhibitor und ein Anti-Tumor-Mittel
ist. Anfängliche
Ergebnisse sind gezeigt in Tabelle 1 für eine Inhibierung der Protein-Biosynthese
(Spalte 1) für
die Zytotoxizität
(Spalte 2) und für
die Anti-Tumor-Aktivität von
Tamandarin A (Spalte 3), verglichen mit der verwandten Anti-Tumor-Verbindung
Didemnin B. Die Ergebnisse in Tabelle 1 sind angegeben in Einheiten
der Konzentration der gewählten
Verbindung Tabelle
1
-
Der
Ausdruck „GI50",
wie er in der vorliegenden Beschreibung verwendet wird, bezieht
sich auf die Dosis einer Verbindung, die in der Lage ist, eine 50%ige
Inhibierung des Zell-Wachstum zu produzieren. Der Wert GI50 wird abgeschätzt durch Vergleichen des Wachstums
von Zellen, denen eine Verbindung verabreicht wurde, mit dem Wachstum
derselben Zellen, denen die Verbindung nicht verabreicht wurde.
-
Der
Ausdruck „LC50",
wie er in der vorliegenden Beschreibung verwendet wird, bezieht
sich auf die Dosis einer Verbindung, die in der Lage ist, eine 50%ige
Lethalität
bei den Zellen zu produzieren. Der Wert von LC50 wird
abgeschätzt
durch Vergleichen des Tods von Zellen in einer Population von Zellen,
denen eine Verbindung verabreicht wurde, mit dem Tod von Zellen
in einer Population derselben Zellen, denen die Verbindung nicht
verabreicht wurde.
-
Der
Ausdruck „NCI-60" bezieht sich auf
ein 60-Tumor-Zell-Linien-Panel, das erhalten wurde vom National
Cancer Institute (NCI, Frederick, MD). Der Ausdruck „NCI-60,
Mittelwert" ist
das mittlere GI50 oder das mittlere LC50 für
das mit der ausgewählten
Verbindung behandelte Panel.
-
Diese
in vitro-Ergebnisse zeigen an, dass Tamandarin A eine mit Didemnin
B vergleichbare Potenz zeigt, das ein bekanntes Anti-Krebs-Mittel
ist. Tamandarin A ist signifikant weniger zytotoxisch in diesen
Assays, als es Didemnin B ist. Der Vergleich gibt die Nützlichkeit
von Tamandarin A und anderen Didemnin-Analogen als pharma zeutische
Mittel mit Anti-Krebs-Aktivität
und anderen Aktivitäten
an, die charakteristisch für Didemnin
B sind.
-
Beispiel 3
-
Synthese von (–)-Dehydrotamandarin
-
Ein
Verfahren zum Synthetisieren von (–)-Dehydrotamandarin ist in
diesem Beispiel beschrieben. Das Verfahren schließt die makrozyklische
Verbindung 22 ein, die so gebildet werden kann, wie dies in Beispiel
1 beschrieben ist. Das Verfahren, das in diesem Beispiel beschrieben
ist, ist in 37 veranschaulicht und
beginnt mit der Synthese von Verbindung 27, abgebildet in 37A.
-
Reaktion O von 37A: Synthese von Verbindung 26
-
Einer
Lösung,
die 0,1084 g (0,33 mMol) Verbindung 25 und 1 ml frisch destilliertes
CH2Cl2 umfasste, wurden
0,182 g (0,43 mMol) Dess-Martin-Periodinan zugesetzt. Die resultierende
Mischung wurde bei Raumtemperatur 4 h lang gerührt. Die Reaktions-Mischung
wurde verdünnt
mit 10 ml Ether und wurde in 6 ml einer gesättigten NaHCO3-Lösung gegossen,
die 5% Na2S2O3 umfasste. Ein weiteres 10 ml-Aliquot wurde
der zwei-phasigen Mischung zugesetzt und die Schichten wurden getrennt.
Die organische Schicht wurde einmal unter Verwendung von 10 ml einer
gesättigten
NaHCO3-Lösung
und einmal unter Verwendung von 10 ml Wasser gewaschen. Die gewaschene
organische Schicht wurde in Gegenwart von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet,
filtriert und unter verringertem Druck konzentriert. Der durch diese
Verfahrensweise erhaltene Rückstand wurde
durch Flash-Säulen-Chromatographie
gereinigt, mit einer Lösungsmittel-Mischung
eluiert, die MeOH und CH2Cl2 in
einem Verhältnis
von 5:95 umfasste und ergab 0,083 g gereinigte Verbindung 26 (77%
Ausbeute) in Form eines weißen
Schaums. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung 26 erhalten: Rf: 0,61 (10:90, MeOH: CH2Cl2);
–1H
NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.86-1.05 (m, 6H), 1.41-1.54
(m, 1H), 1.70-1.74 (m, 2H), 1.87-1.89
(m, 3H) und 2.05-2.19 (m, 1H), 2.33 (s, 3H), 2.97 (s, 2H), 3.59-3.63
(m, 2H), 3.70 (s, 3H), 4.95-4.98 (t, J = 7.97 Hz, 1H), 5.11-5.13
(m, 1H);
HRMS (m/z) berechnet für C16H26N2O5 (M+H+): 327,1920; gefunden:
327,1912; [α]D 20 +1,14 (c: 0,49,
CHCl3).
-
Reaktion R von 37A: Synthese von Verbindung 27
-
Eine
Lösung,
die 0,0678 g (0,21 mMol) Verbindung 26, 4 ml destillierten THF und
4 ml MeOH umfasste, wurde auf 0°C
abgekühlt.
Dieser Lösung
wurden 8 ml einer Lösung
zugesetzt, die 0,2 M LiOH umfasste. Die Reaktions-Mischung wurde
anfänglich
unter Rühren
bei 0°C
für 1 h
lang gehalten, wonach die Reaktions-Mischung auf Raumtemperatur
aufgewärmt
und unter Rühren
für wenigstens
8 h bei dieser Temperatur gehalten wurde. Die resultierende Mischung
wurde unter verringertem Druck konzentriert, auf 0°C abgekühlt und
unter Verwendung einer 1 N KHSO4 auf einen
pH-Wert von 3 angesäuert. Die
angesäuerte
Mischung wurde dreimal mit 5 ml-Aliquots EtOAc extrahiert. Die vereinigten
EtOAc-Schichten wurden in Gegenwart von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert, und man erhielt 0,042 g (64% Ausbeute) von Verbindung
27 in Form eines weißen
Feststoffs. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung 27 erhalten:
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.86-1.03
(m, 6H), 1.35-1.50 (m, 1H), 1.70-1.77 (m, 2H), 1.85-1.93 (m, 2H)
und 2.07-2.18 (m, 2H), 2.33 (s, 3H), 3.02 (s, 3H), 3.58-3.86 (m,
2H), 4.78-4.81 (m, 1H), 5.08-5.12 (m, 1H); 13C
NMR (250 MHz, CDCl3) δ 21.26 und 22.55, 23.21, 24.64,
26.36 und 28.17, 31.16, 37.09, 45.70, 56.79, 58.66, 163.32, 173.12,
174.59, 199.07.
-
Reaktion S von 37B: Synthese von (–)-Dehydrotamandarin (Verbindung
133)
-
Eine
Lösung,
die 19,7 mg (0,063 mMol) Verbindung 27, 33,4 mg (0,042 mMol) Verbindung
20 und 0,50 ml CH2Cl2 umfasste,
wurde in einem Eisbad auf 0°C
abgekühlt.
Dieser abgekühlten
Lösung
wurden 28 mg (0,063 mMol) BOP und 0,0185 ml (0,17 mMol) NMM zugesetzt.
Die Reaktions-Mischung wurde 30 min lang bei 0°C gerührt, und man ließ sie auf
Raumtemperatur kommen. Die Reaktions-Mischung wur de unter Rühren bei
Raumtemperatur für
wenigstens weitere 8 h gehalten. Die resultierende Lösung wurde
mit 2 ml einer gesättigten
Lösung
von NaCl verdünnt,
und sie wurde mit 10 ml EtOAc extrahiert. Die extrahierte organische Schicht
wurde einmal unter Verwendung von 5 ml einer 10%igen Lösung von
HCl, einmal unter Verwendung von 5 ml einer 5%igen Lösung von
NaHCO3 und einmal unter Verwendung von 5
ml einer gesättigten
Lösung von
NaCl gewaschen. Die gewaschenen organischen Schichten wurden in
Gegenwart von wasserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert. Der Roh-Rückstand
wurde durch Flash-Säulen-Chromatographie gereinigt
und mit einer Kombination von Lösungsmittel-Mischungen
eluiert, die MeOH und CH2Cl2 im
Verhältnis
von 2:98 bis 1:90 umfassten, und man erhielt 18,1 mg Dehydrotamandarin (Verbindung
133) in Form eines gelb-weißen
Feststoffs. Die Ausbeute an Verbindung 133 betrug 41%, berechnet
für beide
Reaktionen O (d. h. die Entfernung der Schutzgruppen in Verbindung
21 unter Erhalt von Verbindung 22 in Beispiel 1) und S. Die folgenden
Analyse-Daten wurden erhalten für
Dehydrotamandarin A: Rf: 0,48 (10:90, MeOH:
CH2Cl2):
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.80-1.00
(m, 24H), 1.16-1.45 (m 11H), 1.51-2.25 (m, 10H), 2.382.48 und 3.19-3.30
(m, 2H), 2.52-2.53 (d, J = 6.2 Hz, 3H), 2.57 (s, 3H), 3.04 und 3.08
(s, 3H, Rotomere), 3.12-3.16 (m, 1H) und 3.31-3.35 (m, 1H), 3.53-3.72
(m, SH), 3.77 (s, 3H), 3.81-4.03 (m, 1H), 4.05-4.10 (m, 1H), 4.25-4.26 (m,
1H), 4.61-4.65 (m, 1H), 4.68-4.71 (m, 1H), 4.854.88 (m, 1H), 5.00-5.01
(d, J = 4.6 Hz, 1H), 5.15-5.20 (m, 1H), 5.28-5.31 (m, 1H), 6.81-6.83 (d, J = 7.5
Hz, 2H), 7.05-7.07 (d, J = 8.2 Hz, 2H), 7.28-7.30 (d, J = 9.8 Hz, 1H)
und 7.33-7.35 (d, J = 10.2 Hz, 1H), 7.39-7.40 (d, J = 5.5 Hz, 1H),
7.72-7.74 (d, J = 9.7 Hz, 1H) und 7.78-7.80 (d, J = 9.7 Hz, 1H); 13C NMR (500 MHz, CDCl3) δ 11.80, 14.11,
16.52, 17.63, 18.91, 20.87, 21.33, 22.32, 23.53, 24.89 (Überlappung),
24.83, 27.08, 27.35, 27.99, 29.62, 30.13, 31.00, 33.56, 34.04, 35.10, 35.84,
38.90, 39.65, 46.72, 48.29, 48.81, 54.78, 55.27 (Überlappung),
56.91, 57.46, 58.91, 66.10, 68.92, 70.90, 78.94, 114.12, 130.00,
130.36, 158.68, 161.50, 168.43, 169.59, 170.61, 171.00, 172.26,
173.00, 174.52, 197.36; IR (KBr) 3339, 2960, 2927, 2872, 1736, 1715,
1655, 1633, 1508, 1460, 1438, 1248, 1177, 1085, 1031, 830 cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C54H83N7O14Na (M+Na+): 1.076,5896; gefunden: 1.076,5946; [α]D 20 –35,29 (c:
0,35, CHCl3).
-
Beispiel 4
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Synthese von
fluoreszierenden Tamandarin-Analogen
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Ein
Verfahren zum Synthetisieren von fluoreszierendem Tamandarin, Verbindung
108, ist in diesem Beispiel beschrieben. Wie in Beispiel 3 schließt das veranschaulichte
Verfahren in diesem Beispiel die makrozyklische Verbindung 22, die
so erzeugt werden kann, wie dies in Beispiel 1 beschrieben ist,
ein. Das in diesem Beispiel beschriebene Verfahren ist in 38 veranschaulicht und wird initiiert
durch eine Synthese von Verbindung 206a, abgebildet in 38A.
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Reaktion T von 38A: Synthese von Verbindung 205a
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Eine
Lösung,
die 10,00 g (49,5 mMol) Diethyl-1,3-Acetondicarboxylat, 7,12 g (51,9
mMol) m-Dimethylaminophenol, 8,56 g (62,8 mMol) Zinkchlorid und
25 ml absolutes Ethanol umfasste, wurde bei Rückfluss 13 h lang gehalten.
Die Reaktions-Mischung
wurde mit 50 ml EtOAc verdünnt
und unter Verwendung von 25 ml H2O gewaschen.
Die aus dieser Verfahrensweise erhaltene wässrige Schicht wurde dreimal
mit 50 ml-Aliquots EtOAc extrahiert. Die vereinigten EtOAc-Schichten
wurden in Gegenwart von wasserfreiem Magnesiumsulfat (MgSO4) getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert. Der resultierende Roh-Feststoff wurde aus absolutem
Ethanol umkristallisiert, und dies ergab 2,64 g (20% Ausbeute) von
Verbindung 205a in Form orange-farbener Kristalle. Die folgenden
Analyse-Daten wurden für
Verbindung 205a erhalten: Smp 131-132°C; Rf:
0,20 (Aceton:Hexan, 30:70);
1H NMR
(500 MHz, CDCl3) δ 1.22 (3H, t, J = 7.1 Hz), 3.01
(6H, s), 3.64 (2H, s), 4.15 (2H, q, J = 7.2 Hz), 6.02 (1H, s), 6.48
(1H, d, J = 2.6 Hz), 6.58 (1H, dd, J2 =
2.6 Hz, J2 = 8.9 Hz), 7.37 (1H, d, J = 8.9); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ 14.02, 38.16,
40.01, 61.49, 98.28, 108.45, 108.93, 110.63, 125.22, 148.39, 152.91,
155.89, 161.65, 169.01; IR(KBr) 2907 (w), 1720 (s), 1600 (2), 1534
(m), 1484 (m), 1427 (m), 1405 (s), 1371 (m), 1330 (m), 1232(m) cm–1;
HRMS
berechnet für
C15H18NO4 (M+H+):
276,1236; gefunden: 276,1244; Analyse: berechnet für C15H17NO4;
C: 65,43; H: 6,23, N: 5,09; gefunden: C: 65,26, H: 6,36, N: 5,03.
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Reaktion U von 38A: Synthese von Verbindung 205b
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Eine
Lösung,
die 0,46 g (11,0 mMol) Lithiumhydroxid-Hydrat (LiOH-H2O)
und 25 ml H2O umfasste, wurde einer Lösung zugesetzt,
die 1,50 g (5,5 mMol) Verbindung 205a und 10 ml THF umfasste. Die
Reaktions-Mischung wurde unter Rühren
bei Raumtemperatur 2,5 h gehalten. Die resultierende Lösung wurde
mit 10 ml Ether gewaschen und auf einen pH-Wert von 2 angesäuert. Bei
Ansäuern
bildete sich ein Niederschlag und dieser wurde durch Filtration
gewonnen. Der Niederschlag umfasste 0,364 g Verbindung 25b in Form
gelber Kristalle. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
205b erhalten: Smp 166-167°C;
1H NMR (500 MHz, CDCl3/DMSO) δ 3.01 (6H,
s), 3.62 (2H, s), 6.00 (1H, s), 6.44 (1H, d, J = 2.3 Hz), 6.58 (1H, dd,
J = 2.4 Hz, J = 8.9 Hz), 7.40 (1H, d, J = 9.0 Hz); 13C
NMR (125 MHz, CDCl3/DMSO) δ 38.42, 40.25,
98.34, 108.89, 109.35, 110.67, 125.84, 149.59, 153.22, 156.15, 162.00,
171.33; IR (KBr) 2923 (m), 1690 (s), 1619 (s), 1534 (m), 1404 (m),
1248 (m), 1145 (m), 1055 (m) cm–1;
HRMS
berechnet für
C13H14NO4 (M+H+):
248,0922; gefunden: 248,0929.
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Reaktion V von 38A: Synthese von Verbindung 206a
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Eine
Lösung,
die 0,364 g (1,47 mMol) Verbindung 205b und 5 ml frisch destilliertes
CH2Cl2 umfasste, wurde
unter Argon-Atmosphäre
gesetzt und auf 0°C
abgekühlt.
Dieser Lösung
wurden 0,282 g (1,47 mMol) EDAC·HCl und 0,035 g (0,29 mMol)
DMAP zugesetzt. Die resultierende Mischung wurde 10 min lang gerührt, und
0,246 g (1,47 mMol) Glycin-tert-butylester wurden zugesetzt. Die
Reaktions-Mischung wurde unter Rühren bei
0°C 2 h
lang gehalten, auf Raumtemperatur aufgewärmt und bei Raumtemperatur
für wenigstens
weitere 8 h gehalten. Die Reaktions-Mischung wurde mit CH2Cl2 verdünnt und
einmal unter Verwendung von 10 ml einer 10%igen Lösung von
HCl und einmal unter Verwendung von 10 ml einer gesättigten
NaCl-Lösung gewaschen.
Die kombinierten, gewaschenen CH2Cl2-Schichten wurden in Gegenwart von wasserfreiem
MgSO4 getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert. Der resultierende Rückstand wurde durch Flash-Säulen-Chromatographie
unter Eluieren mit einer Lösungsmittel-Mischung
gereinigt, die gleiche Mengen von EtOAc und CH2Cl2 enthielt, und führte zu 0,250 g (42% Ausbeute)
von Verbindung 206a in Form eines gelben Feststoffs. Die folgenden
Analyse-Daten wurden für
Verbindung 206a erhalten:
1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ 1.42 (s, 9H), 3.03 (s, 6H),
3.64 (s, 2H), 3.88 (d, J = 5.12 Hz, 2H), 6.05 (s, 1H), 6.48 (brs,
IH), 6.58 (d, J = 2.5 Hz, IH), 6.60 (dd, J1 =
2.6 Hz, J2 = 8.9 Hz, 1H), 7.45 (d, J = 8.9
Hz, 1H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ 168.5, 167.8,
161.6, 156.0, 153.1, 149.2, 125.6, 110.5, 109.2, 108.3, 98.3, 82.5,
42.4, 40.3, 40.1, 27.9; IR(CHCl3) 3450,
1679, 1618, 1530, 1405, 1370, 1230, 1157 cm–1,
HRMS
(Cl) (m/z) berechnet für
C19H24N2O5 (M+H+):
360,1685; gefunden: 360,16686; [α]D 20 –43,93 (c:
1,05, CHCl3); Analyse: berechnet für C19H24N2O5; C: 63,30; H: 6,72, N: 7,78; gefunden:
C: 62,99, H: 6,60, N: 7,52.
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Reaktion W von 38B: Synthese von Verbindung 207a
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Eine
Lösung,
die 0,250 g (0,69 mMol) Gly-DACA-tert-Butylester, Verbindung 206a
und CH2Cl2 umfasste,
wurde auf 0°C
abgekühlt
und für
10 min bei dieser Temperatur gehalten. Der gekühlten Lösung wurde eine Lösung tropfenweise
zugesetzt, die 10% Trifluoressigsäure (TFA) umfasste. Diese Zugabe
war im Verlauf von 10 min abgeschlossen. Die resultierende Mischung
wurde unter Rühren
bei Raumtemperatur für
wenigstens 8 h gehalten. Die Reaktions-Mischung wurde unter Verwendung
eines Rotations-Verdampfers zur Trockene eingedampft, und der resultierende
Rückstand,
der 0,033 g (0,108 mMol) Verbindung 206a umfasste, wurde in der
nachfolgenden Reaktion ohne weiteres Reinigen verwendet.
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Eine
Lösung,
die 0,03 g (0,108 mMol) von Verbindung 206b und CH2Cl2 umfasste, wurde auf 0°C abgekühlt. Der gekühlten Lösung wurden
0,027 g (0,108 mMol) BOP und 0,012 g (0,108 mMol) NMM zugesetzt. Die
resultierende Mischung wurde unter Rühren 30 min gehalten. Ein Überschuss
des Methylesters von N-Methyl-D-leucin
wurde der gerührten
Mischung zugesetzt. Danach wurde die Mischung unter Rühren bei
0°C für wenigstens
8 h gehalten. Die Reaktions-Mischung wurde mit CH2Cl2 verdünnt
und einmal unter Verwendung von 10 ml einer 10%igen Lösung von
HCl und einmal unter Verwendung von 10 ml einer gesättigten
NaCl-Lösung
gewa schen. Die zusammengegebenen, gewaschenen CH2Cl2-Schichten wurden in Gegenwart von wasserfreiem
MgSO4 getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert. Der resultierende Rückstand wurde durch Flash-Säulen-Chromatographie
unter Eluieren mit einer Lösungsmittel-Mischung
gereinigt, die gleiche Mengen an EtOAc und CH2Cl2 umfasste. Ein Eindampfen des Eluats ergab
0,030 g (63% Ausbeute) von Verbindung 207a in Form eines gelben
Feststoffs. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindwng 207a erhalten:
[α]D 20 +19.08 (c 0.865,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ 0.87 (, J = 6.52 Hz, 3H), 0.91
(d, J = 6.79 Hz, 3H), 1.40 (m, 1H), 1.69 (m, 2H), 2.85 (s, 3H),
3.01 (s, 6H), 3.63 (s, 2H), 3.67 (s, 3H), 4.06 (m, 2H), 5.22 (dd,
J1 = 10.6 Hz, J2 =
5.2 Hz, 1H), 6.04 (s, 1H), 6.47 (d, J = 2.5 Hz, 1H), 6.57 (dd, J1 = 2.5 Hz, J2 =
8.9 Hz, 1H), 6.76 (brs, 1H), 7.42 (d, J = 8.9 Hz, 1H); CNMR (125
MHz, CDCl3) δ 171.7, 168.6 167.8, 161.6,
155.9, 152.9, 149.1, 125.4, 110.5,109.1, 108.4, 98.3, 54.7, 52.3,
41.8, 40.1, 39.9, 37.1, 30.0, 24.8, 23.1, 21.3 cm–1.
HRMS
(m/z) berechnet für
C23H31N3O6 (M+Na+):
468,2111; gefunden: 468,2133.
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Reaktion X von 38B: Synthese von Verbindung
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Eine
Lösung,
die 0,135 g (0,304 mMol) Verbindung 207a und THF umfasste, wurde
auf 0°C
abgekühlt, und
eine Lösung,
die 0,025 g (0,606 mMol) LiOH·H2O in 2 ml Wasser umfasste, wurde zugesetzt.
Diese Zugabe wurde über
einen Zeitraum von 5 min abgeschlossen. Die resultierende Mischung
wurde unter Rühren
bei 0°C
30 min lang gehalten, und danach wurde die Mischung auf Raumtemperatur
erwärmt.
Die Reaktions-Mischung wurde bei Raumtemperatur für 1,5 h
gehalten und danach zweimal unter Verwendung von 4 ml-Aliquots Ether
gewaschen. Die gewaschene wässrige
Schicht wurde zur Trockene unter verringertem Druck eingedampft.
Der resultierende Rückstand,
der Verbindung 207b umfasste, wurde in einer Lösung gelöst, die 2 ml Wasser und 4 ml
EtOAc umfasste, auf 0°C
abgekühlt
und auf einen pH-Wert von 2 durch Zugabe einer Lösung angesäuert, die 1 N KHSO4 umfasste.
Die abgetrennte wässrige
Schicht, die durch diese Verfahrensweise gebildet worden war, wurde
zweimal mit 4 ml-Aliquots EtOAc gewaschen. Die vereinigten organischen Schichten
wurden in Gegenwart von wasserfreiem MgSO4 filtriert
und zur Trockene unter verringertem Druck konzentriert. Der aus
dieser Verfahrensweise resultierende Rückstand umfasste 0,010 g (0,023
mMol) von Verbindung 207b und wurde in der nachfolgenden Reaktion
ohne Reinigung verwendet.
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Reaktion
Y von 38C: Synthese von Verbindung
107 Eine Lösung,
die 0,010 g (0,023 mMol) Verbindung 207b und CH2Cl2 umfasste, wurde auf 0°C abgekühlt. Dieser gekühlten Lösung wurden
0,010 g (0,023 mMol) BOP und 0,010 ml (0,092 mMol) NMM zugegeben.
Die resultierende Mischung wurde unter Rühren bei 0°C für 10 min gehalten, und das
Hydrochlorid-Salz von Verbindung 22 (0,018 g, 0,023 mMol) wurde
zugesetzt. Die Reaktion wurde bei 0°C für 1 h und bei Raumtemperatur
für wenigstens
weitere 8 h gehalten. Die resultierende Lösung wurde mit 1 ml Kochsalz-Lösung verdünnt und
zweimal unter Verwendung von 2 ml-Aliquots EtOAc extrahiert. Die
durch die Extraktion gebildete organische Schicht wurde einmal unter
Verwendung von 1 ml einer 10%igen Lösung von HCl und zweimal unter
Verwendung von 1 ml-Aliquots Wasser gewaschen. Die gewaschene organische
Schicht wurde in Gegenwart von wasserfreiem MgSO4 getrocknet,
filtriert und unter verringertem Druck konzentriert. Der resultierende
Rückstand
wurde durch Flash-Säulen-Chromatographie gereinigt,
wobei man mit einer Lösungsmittel-Mischung
eluierte, die Aceton und Hexan in einem Verhältnis von 30:70 umfasste. Ein
Verdampfen des Eluats ergab 0,008 g (30% Ausbeute) der fluoreszierenden
Verbindung 107. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
107 erhalten:
[α]D 20 –160.1 (c
0.3, CHCl3); 1H
NMR (500 MHz, CDCl3) δ 0.73-0.93 (m, 24H), 1.07-1.74
(m, 15H), 2.04 (m, 2H), 2.14 (s, 3H), 2.15 (m, 2H), 2.31 (m, 2H),
2.53 (s, 4H), 2.84 (s, 2H), 3.03 (s, 6H), 3.17 (brd, J = 10.4 Hz,
2H), 3.35 (m, 1H), 3.57 (m, 2H), 3.68 (s, 2H), 3.78 (s, 3H), 3.99
(brd, 2H), 4.08-4.12 (m, 3H), 4.55-4.56 (m, 1H), 4.78-4.80 (m, 1H),
4.825.01 (m, 2H), 5.13-5.14 (brd, 1H), 6.08 (s, 1H), 6.51 (s, 1H),
6.61 (d, J = 9.1 Hz, 1H), 6.83 (d, J = 8.54 Hz, 2H), 7.07 (d, J
= 8.35 Hz, 2H), 7.24-7.41 (m, 3H), 7.51 (d, J = 8.90 Hz, 1H), 7.81
(d, J = 8.65 Hz, 1H); IR(KBr) 3462, 2953, 2358, 1732, 1658, 1632,
1555, 1538, 1456, cm–1;
HRMS (m/z) berechnet
für C64H92N8O16 (M+Na+):
1.251,6529; gefunden: 1.251,6528.
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Beispiel 5
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Synthese einer
Deoxoprolin-Seitenketten-Einheit und Koppeln an einen Didemnin-Makrozyklus
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Eine
Aminomethylen-Einfachbindung wurde verwendet, um die Amid-Bindung
zwischen D-Leucin und L-Prolin in der Seitenkette von Didemnin B
zu ersetzen. Synthetisch wurde die Aminomethylen-Bindung hergestellt
durch reduktive Aminierung, wie dies beschrieben wurde („Abdel-Magid
et al., 1990, Tetrahedron Lett. 31:5595-5598"; „Abdel-Magid
et al., 1990, Synlett. 537-539").
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In
einem ersten Synthese-Verfahren wurde eine erschöpfende Methylierung von Cbz-D-Leucin
unter Verwendung von Dimethylsulfat durchgeführt, wie in 41 veranschaulicht ist. Die Cbz-Gruppe wurde unter Anwendung
einer Hydrolyse entfernt und so dimethyliertes D-Leucin erhalten,
das Amin-frei war (Verbindung 40). Das Amin wurde in der reduktiven
Aminierung ohne Reinigung verwendet. Im Handel erhältliches
L-Prolin wurde zuerst unter Verwendung von SOCl2 in
MeOH verestert, und seine Amino-Gruppe wurde anschließend unter
Verwendung von Boc2O geschützt. Nach
dem Reinigen wurde die Ester-Funktion zum Aldehyd in zwei Schritten
reduziert. NaBH4 wurde mit LiCl unter Erzeugung
von LiBH4 in situ kombiniert, und diese
Verbindung wurde zum Reduzieren des Esters zu dem entsprechenden
Alkohol verwendet. Eine Oxidation mit einem SO3·Pyridin-Reagenz
ergab den als Verbindung 42 bezeichneten Aldehyd in guter Ausbeute.
Eine Reduktion des Esters zum Aldehyd in einem Schritt unter Verwendung
von DIBAL konnte durchgeführt
werden, war jedoch abhängig
von der Frische des Reduktionsmittels und war nicht sehr gut reproduzierbar.
Eine reduktive Aminierung zwischen dem Aldehyd, der als Verbindung
40 bezeichnet ist, und dem frischen Amin (Verbindung 42) ergab Verbindung
43. Die Boc-Gruppe von 43 wurde unter Verwendung von TFA/CH2Cl2 entfernt. Das
resultierende freie Amin wurde mit Brenztraubensäure unter Verwendung von BOP
gekoppelt, und man erhielt so die geschützte Ψ (CH2NH)-Seitenkette,
die als Verbindung 44 bezeichnet wird.
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Der
nächste
Schritt war eine Hydrolyse des Methylesters von Verbindung 44. Jedoch
stellte sich heraus, dass dieser Schritt nicht trivial war. Vielleicht
aufgrund einer sterischen Behinderung war der Methylester schwierig
unter Verwendung von 2 Äquivalenten
LiOH·H2O in THF/H2O zu
spalten. Wenn die Menge an LiOH·H2O
auf 10 Äquivalente
erhöht
wurde, schien der Methylester zu hydrolysieren, da das Massen-Spektrum der Reaktions-Mischung
den Säure-Peak
zeigte. Jedoch war die Säure
so hydrophil und innerhalb des Überschusses
an anorganischen Salzen eingeschlossen, dass sie nicht durch irgendein
organisches Lösungsmittel extrahiert
werden konnte. Wir versuchten auch, die Säure unter Verwendung von Ether
zu fällen,
fällten
jedoch nur anorganische Salze. Aufgrund dieses Reinigungs-Problems
entschieden wir, den Methylester nicht zum Schützen der Säure zu verwenden. Wir brauchten
eine Schutzgruppe, die alle synthetischen Schritte überleben
könnte,
jedoch keine wässrigen
Bedingungen für
ihre Entfernung erforderte. Es wurde gefunden, dass die Benzyl-Gruppe
diesen Zwecken gut diente.
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Das
Synthese-Verfahren wurde modifiziert, wie in 42 angegeben
ist. Um mit dem Benzylester kompatibel zu sein, wurde die Leucin-Amino-Gruppe
durch Boc anstelle von Cbz geschützt.
Eine selektive Methylierung der Amino-Gruppe ergab die als Verbindung
46 bezeichnete Säure.
Die freie Säure
wurde benzyliert und ergab den gewünschten Benzylester, Verbindung
47. Die Boc-Schutzgruppe wurde unter Verwendung von TFA entfernt.
Das resultierende Amin (Verbindung 48) wurde mit geschütztem Prolinal
durch reduktive Aminierung kondensiert. Ein Entfernen der Boc-Schutzgruppe und
anschließendes
Koppeln mit Brenztraubensäure ergab
Verbindung 50. Eine Hydrogenolyse wurde durchgeführt, um die Benzyl-Gruppe zu
entfernen, und ergab die gewünschte Ψ (CH2NH)-Seitenkette in Form der freien Säure (Verbindung
51). Ein Koppeln der Seitenkette der freien Säure mit einem Didemnin-Makrozyklus
ergab das gewünschte
Deoxoprolin-Didemnin-Analog, das als Verbindung 12 bezeichnet wurde.
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Ein
zweites Deoxoprolin-Didemnin-Analog (bezeichnet als Verbindung 72a)
wurde unter Verwendung einer ähnlichen
Synthese-Strategie synthetisiert, wie in 43 veranschaulicht
ist und nachfolgend im einzelnen beschrieben wird.
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Benzyl-N-Boc-D-leucinat
(Verbindung 46).
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Eine
Lösung
von N-Boc-D-leucin (1,0 g, 4,1 mMol) in 20 ml DMF wurde auf 0°C abgekühlt. Fein
gepulvertes Li2CO3 (1,5
g, 20,5 mMol) wurde zugesetzt, gefolgt von der Zugabe von Benzylbromid
(2,43 ml, 20,5 mMol). Die Reaktions-Mischung wurde 6 h gerührt und
durch TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht. Sobald
die Reaktion abgeschlossen war, wurde die Reaktions-Mischung mit
H2O verdünnt
und dreimal mit EtOAc extrahiert. Die EtOAc-Extrakte wurden zusammengegeben
und mit Kochsalz-Lösung
gewaschen. DMF wurde im Vakuum entfernt. Die Roh-Mischung wurde
mit Säulen-Chromatographie
unter Eluieren mit 20% Aceton/Hexan gereinigt und ergab Verbindung
46 in 78%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
46 erhalten: Rf: 0,60 (40% Aceton/Hexan);
[α]D 20 +16 (c = 1.0,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ Ha)
0.92 (m, 6H), Hb) 1.48 (s, 9H), Hc) 1.50-1.59 (m, 1H), Hd) 1.60-1.69 (dd,
2H), He) 4.36 (m, 1H), Hf) 4.90 (d, 1H),
Hg) 5.11-5.20 (m, 2H), Hh) 7.33 (m, 5H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 21.8, Ca) 22.7,
Cc) 24.7, Cb) 28.2,
Cd) 41.6, Ce) 52.1,
Cg) 66.7, Ci) 79.6,
Ch) 128.0, 128.2, 128.4, Cl)
135.5, Cj) 155.3, Ck)
173.2; IR (rein) 3367 (br), 2958 (s), 1732 (s), 1715 (s), 1500(s),
1455 (m), 1366 (w), 1120 (m) cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C11H23N4O2 (M+H+):
322,2017; gefunden: 322,2018.
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N-Boc-N-methylbenzyl-D-leucinat
(Verbindung 47)
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Eine
Lösung
von Verbindung 46 (1,2 g, 3,74 mMol) in 200 ml THF wurde auf 0°C abgekühlt. NaHMDS (1
M in THF, 5,6 ml, 5,6 mMol) wurde zugesetzt. Dem folgte die Zugabe
von Methyliodid (1,0 ml, 18,7 mMol). Die Reaktions-Mischung wurde über Nacht
gerührt
und durch TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht.
Sobald die Reaktion abgeschlossen war, wurde die Reaktions-Mischung
mit Ether verdünnt.
Die organische Schicht wurde mit 5% HCl, 5% NaHCO3 und
Kochsalz-Lösung
gewaschen. Die resultierende Lösung wurde über Na2SO4 getrocknet und
konzentriert. Die Roh-Mischung wurde durch Säulen-Chromatographie gereinigt
unter Eluieren mit 20% Aceton/Hexan, und dies ergab Verbindung 47
in 71%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
47 erhalten: Rf: 0,55 (30% Aceton/Hexan);
[α]D 25 +20.4 (c = 1.2,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ Ha)
0.85-0.90 (m, 6H), Hc) & Hd) 1.35-1.65 (m, 3H), Hb) 1.45 (s, 9H), He)
2.75 (d, 3H), Hf) 4.53-4.58 & 4.81-4.88 (rm,
1H), Hg) 5.10 (s, 2H), Hh)
7.15-7.28 (m, 5H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 22.0 und 23.5, Cc)
25.8, Cb) 29.0, Cd)
31.0, Ce) 38.0, Cf)
57.0, Cg) 66.1, Ci) 80.2,
Ch) 128.0, 128.2, 128.4, C1) 136.5, Cj)
156.3, Ck) 173.2; IR (rein) 2958.3(m), 1742.7 (s), 1696.8 (s), 1455.6
(s), 1390.7 (s), 1366.6 (s), 1323.5 (s), 1151.3 (s) cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C11H23N4O2 (M + H): 336,2174; gefunden: 336,2178.
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Benzyl-N-methyl-D-leucinat-hydrochlorid-Salz
(Verbindung 48).
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Verbindung
47 (0,1 g) wurde in HCl·Dioxan
(5 ml) gelöst
und bei Raumtemperatur gerührt.
Sobald die Reaktion abgeschlossen war, wurde das Lösungsmittel
im Vakuum entfernt. Toluol wurde zweimal zugesetzt, und die Mischung
wurde konzentriert. Der Rückstand
wurde unter verringertem Druck über
Nacht getrocknet und ergab das gewünschte HCl-Salz (Verbindung
48) in einer Ausbeute von 98%. Die folgenden Analyse-Daten wurden
für Verbindung
48 erhalten: Rf: Basis-Linie (10% MeOH/CH2Cl2);
[α]D 25 +48.5 (c = 0.2,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDC–1) δ Ha) 0.91 (d, 6H), Hb)
1.75 (m, 1H)Hc) c-1.90-1.95 (dd, 2H), Hd) 2.71 (s, 3H), He)
3.83 (t, 1H), Hf) 5.20-5.30 (rm, 2H), Hg) 7.35-7.40 (m, 5H), Hh)
9.85 & 10.15
(br, 2H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 21.8, und 23.4, Cc)
25.8, Cb) 31.9, Cd)
38.2, Ce) 60.1, Cf)
68.8, Cg) 128.4, 128.6, 128.8, Cj) 134.6, Ci) 168.2;
IR (rein) 2958.3 (m), 1742 (s), 1696 (s), 1455 (s), 1390 (s), 1366
(s), 1323 (s), 1151 (s) cm–1;
HRMS (m/z) berechnet
für C11H23N4O2 (M+H+):
336,2174; gefunden: 336,2178.
-
Methyl-N-Boc-L-prolinat
(Verbindung 41).
-
Im
Handel erhältliches
N-Boc-L-prolin (5,0 g, 23,2 mMol) wurde in Aceton gelöst (200
ml). K2CO3 (3,8 g,
27,84 mMol) wurde bei 0°C
zugesetzt, gefolgt von der Zugabe von MeI (2,9 ml, 46,4 mMol). Die
Reaktions-Mischung wurde über
Nacht gerührt.
Die Reaktion wurde mit 5% NaHCO3-Lösung abgeschreckt
und mit Ether extrahiert. Die vereinigten Ether-Schichten wurden
mit 5% HCl und Kochsalz-Lösung
gewaschen, und die erhaltenen organischen Schichten wurden konzentriert,
was das Roh-Produkt
(Verbindung 41) in 91%iger Ausbeute ergab. Diese Verbindung wurde
durch Säulen-Chromatographie
unter Eluieren mit 20% Aceton/Hexan gereinigt. Die folgenden Analyse-Daten
wurden für
Verbindung 41 erhalten: Rf: 0,4 (30% Aceton/Hexan);
[α]D 25– 61.2 (c = 0.8, CHCl3); 1H NMR (500 MHz,
CDCl3) δ Ha) 1.45 (s, 9H), Hb)
1.98 (dd, 2H)Hc) 1.88 & 2.22 (m, rm, 2H), Hd)
3.42-3.58 (m, 2H), He) 3.74 (s, 3H), Hf) 4.24 & 4.35
(rm, 1H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Cb) 24.2, und 24.4, Ca)
28.3, Cc) 31.6 and 31.8, Cd) 47.3, Cf)52.1,
Ce)59.7, Cg) 80.1,
Ch) 153.8, Ci)174.0;
IR (rein) 2975 (m), 1749 (s), 1700 (s), 1396 (s), 1365 (s), 1200
(s), 1161 (s), 1151 (s);
HRMS (m/z) berechnet für C11H23N4O2 (M+H+):
230,1391; gefunden: 230,1389.
-
N-Boc-L-prolinol
(Verbindung 41a).
-
Verbindung
41 wurde in 200 ml THF/EtOH (1:1) gelöst. LiCl (1,8 g, 32,7 mMol)
und NaBH4 (1,2 g, 32,7 mMol) wurden in Teilmengen
bei 0°C
zugegeben. Die Reaktions-Mischung wurde über Nacht gerührt und durch
TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht.
Noch mehr LiCl und NaBH4 wurden während des
Verfahrens zugegeben. Sobald die Reaktion vollständig abgeschlossen war, wurde
der weiße
Feststoff gewonnen und mit Ether gewaschen. Das Lösungsmittel
wurde unter Verwendung eines Rotations-Verdampfers entfernt. Der
Rückstand
wurde auf einen pH-Wert
von 4 neutralisiert und dann zweimal mit EtOAc extrahiert. Die EtOAc-Extrakte
wurden zusammengegeben, mit Kochsalz-Lösung gewaschen, getrocknet
und konzentriert. Das Roh-Produkt wurde durch Säulen-Chromatographie unter
Eluieren mit 10% Aceton/Hexan gereinigt und ergab den gewünschten
Alkohol (Verbindung 41a) in 83%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten
wurden für
Verbindung 41a erhalten: Rf: 0,30 (30% Aceton/Hexan);
[α]D 25 –60.0 (c
= 0.8, CHCl3); 1H
NMR (500 MHz, CDCl3) δ Ha)
1.48 (s, 9H), Hb) 1.60 & 2.05 (rm, 2H)Hc)
1.83-1.98 (dd, 2H), Hd) 3.35 & 3.45 (rm, 2H),
He) 3.61-3.70 (m, 2H), Hf)
4.03 (m, 1H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Cc) 23.8,
Ca) 28.4, Cb) 28.9,
Cf) 47.3, Cf) 59.9,
Cd) 67.3, Cg) 80.0,
Ch) 156.8; IR (rein) 3424 (br), 2973 (s),
2877 (s), 1695 (s), 1670 (s), 1477 (s), 1406 (s), 1366.2 (s);
HRMS
(m/z) berechnet für
C11H23N4O2 (M+H+):
202,1443; gefunden: 202,1449.
-
N-Boc-L-prolinal
(Verbindung 42).
-
Eine
Lösung
von Verbindung 41a (2,0 g, 9,9 mMol) und Et3N
in 200 ml CH2Cl2 wurde
auf –78° C abgekühlt. Ein
SO3·Pyridin-Komplex
(4,7 g, 29,7 mMol) in DMSO (30 ml) wurde der vorstehenden Lösung zugesetzt.
Die Reaktions-Mischung wurde auf Raumtemperatur erwärmt, über Nacht
gerührt
und mittels TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht.
Sobald die Reaktion vollständig
abgelaufen war, wurde die Reaktions-Mischung mit Ether verdünnt. Die
organische Schicht wurde mit 5% HCl, 5% NaHCO3 und
Kochsalz-Lösung
gewaschen. Die resultierende Lösung
wurde über
Na2SO4 getrocknet
und konzentriert. Die Roh-Mischung wurde mit einer kurzen Säule unter
Ergeben des gewünschten
Aldehyds (Verbindung 42) in 81%iger Ausbeute gereinigt. Die folgenden
Analyse-Daten wurden für
Verbindung 42 erhalten: Rf: 0,55 (30% Aceton/Hexan);
[α]D 25 +20.4° (c = 1.2,
CHCl3), 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ Ha)
1.45 (s, 9H), Hb) 1.75-1.90 (m, 2H), He) 1.90-2.15 (m, 2H), Hd) 3.203.50 (t, 2H),
He) 3.90-4.20 (d, 1H), Hf)
9.72 (d, 1H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Cb) 24.0, Cc) 27.3, Ca)
28.9, Cd) 47.5, Ce)
65.5, Cg) 80.1, Ch)
154.2, Cf) 200.1.
-
N-Broc-pro-y(NHCH
2)-N-methylbenzyl-D-leucinat (Verbindung
43).
-
Verbindung
42 (0,1 g, 0,5 mMol) wurde in CH2Cl2 (8 ml) gelöst, und freie Amin-Verbindung
48 (0,15 g, 0,55 mMol) wurde unter effizientem Rühren zugesetzt. Bei 0°C wurde AcOH
(0,02 ml, 0,3 mMol) als Katalysator zugesetzt und für 10 min
gerührt,
bevor NaBH(OAc)3 (0,13 g, 0,6 mMol) der
Reaktions-Mischung zugesetzt wurde. Die Reaktions-Mischung wurde
bei Raumtemperatur gerührt
und durch TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht.
Sobald die Reaktion vollständig
abgelaufen war, wurde die Mischung mit CH2Cl2 verdünnt. Der Überschuss
an Reagenz wurde abgefangen durch eine tropfenweise Zugabe von gesättigter
NH4Cl-Lösung.
Die organische Schicht wurde mit 5% HCl, 5% NaHCO3 und
Kochsalz-Lösung
gewaschen, getrocknet und konzentriert. Das Roh-Produkt wurde durch
Flash-Chromatographie gereinigt, wobei man mit 20% EtOAc/Petrolether
eluierte, und ergab das gewünschte
Amin (Verbindung 43). Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
43 erhalten: Rf: 0,50 (30% Aceton/Hexan);
[α]D 25 –44.0 (c
= 1.1, CHCl3); 1H
NMR (500 MHz, CDCl3) δ Ha)
0.92 (m, 6H), Hb) 1.45 (s, 9H), Hc), Hd) & He) 1.50-1.90
(m, 5H), Hf) & Hg) 2.3-2.45
(m, 5H), Hh1) 2.22-2.90 (m, 1H), Hh2) & Hi) 3.25-3.4 (m, 3H), Hj) & Hk) 3.70-3.95
(m, 2H), Hl) 5.35 (m, 5H), Hm) 7.30 (m,
5H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 22.2, Cd) 23.4,
Cc) 25.6, Cb) 28.4,
Ce) 28.8, Cg) 36.6,
Cf) 38.4, Ch) 46.2,
Ci) 56.1, Cj) 58.5,
Cl) 56.2, Ck) 66.0,
Cn) 79.6, Cm) 128.2, Cq) 136.2, Co) 154.1,
Cp) 174.2; IR (rein) 2955 (s), 2868 (s),
1730 (s), 1693 (s), 1455 (s), 1392 (s), 1364 (s), 1170 (s) cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C24H38N2O4 (M+H+):
419,2910; gefunden: 419,2897.
-
L-Pro-Ψ-(NHCH
2)-N-methylbenzyl-D-leucinat-hydrochlorid
(Verbindung 44).
-
Verbindung
43 (0,1 g) wurde in HCl·Dioxan
(5 ml) gelöst,
und die Lösung
wurde bei Raumtemperatur gerührt.
Sobald die Reaktion abgeschlossen war, wurde das gesamte Lösungsmittel
im Vakuum entfernt. Toluol wurde zweimal zugesetzt, und die Mischung
wurde konzentriert. Der Rückstand
wurde unter verringertem Druck über
Nacht getrocknet und ergab das gewünschte HCl-Salz (Verbindung
44) in 98%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
44 erhalten: Rf: Basis-Linie (60% EA/PE):
[α]D 25 +15.3 (c = 0.6,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ Ha)
0.91-1.10 (d, 6H), Hb), Hc) & Hd)
1.68-2.30 (m, 5H), He) 2.83 (dd, 2H), Hf) 3.12 (s, 3H), Hg) & Hh) 3.31-3.65
(m, 4H), Hi) & Hj) 4.11-4.30
(m, 2H), Hk) 5.28 (s, 2H), Hk)
7.40 (m, 5H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Cc) 20.8, Cb) 23.5,
Ca) 25.9, Cd) 26.1,
Ce) 36.2, Cf) 46.2, Cg) 55.8, Ch) 61.6, Ci)
64.2,0) 67.0, Ck) 68.2, Cl)
125.0, 128.0, 128.8, 128.9 & 134.1,
Cn) 137.9, Cm) 167.0; IR (rein) 2954 (s), 2360 (s), 2338 (s), 1740
(s), 1455 (s), 1389 (s), 1197 (s), 1141 (s); cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C19H3N2O2 (M+H+):
319,2386; gefunden: 319,2392.
-
L-Lactyl-Pro-Ψ-(NHCH
2)-N-methylbenzyl-D-leucinat (Verbindung
50a).
-
Verbindung
44 (20 mg, 0,063 mMol) wurde in CH2Cl2 gelöst
(0,5 ml) und Milchsäure
(5,55 mg, 0,063 mMol) wurde bei 0°C
zugesetzt, gefolgt von der Zugabe von BOP (28 mg, 0,063 mMol) und
NMM (0,035 ml, 0,31 mMol). Die Reaktions-Mischung wurde bei 0°C gerührt und durch TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht.
Sobald die Reaktion vollständig
abgelaufen war, wurde die Reaktions-Mischung mit Ether verdünnt. Die
organische Schicht wurde mit 5% HCl, 5% NaHCO3 und
Kochsalz-Lösung
gewaschen. Die resultierende Lösung
wurde über
Na2SO4 getrocknet
und konzentriert. Die Roh-Mischung wurde durch Säulen-Chromatographie gereinigt,
wobei man mit 30% Aceton/Hexan eluierte, und dies ergab Verbindung
50a in 61%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten für Verbindung
wurden für
50a erhalten: Rf: 0,50 (50% Aceton/Hexan);
[α]D 25 +21.0 (c = 0.2,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ Ha)
0.82-0.92 (d, 6H), Hb) 1.20 (d, 3H), Hc) 1.45-1.66 (m, 2H), Hd)
1.66-1.72 (m, 1H), He) & Hf) 1.76-1.90 (m, 4H), Hg) & Hh) 2.25-2.45
(m, 5H), Hi), Hj) & Hk)
3.19-3.85 (m, 4H), Hi) 4.10-4.21 (rm, 1H),
Hm) 5.05-5.18 (s, 2H), Hn)
7.12-7.38 (m, 5H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 22.0, Cc) 22.8,
Cd) 24.2, Ce) 24.8,
Cb) 25.4, Cf) 28.1,
Cg) 37.8, Ch) 38.6,0)
45.8, Ci) 46.2, Ck) 56.0, Cl)
56.8, Cm) 66.0, Cn)
128.8, Co) 136.1, Cp)
173.8, Cq) 174.1; IR (rein), 3415 (br),
2955 (s), 2869 (m), 1729 (s), 1638 (s), 1455(m), 1379(m), 1366(m),
1147(m), 1126(m);
HRMS (m/z) berechnet für C22H34N2O4 (M+Na+): 413,2416;
gefunden: 413,2423.
-
N-Methyl-leu-Ψ-(NHCH
2)-lac-pro-Säure (Verbindung 51a).
-
Verbindung
50a (20 mg, 0,063 mMol) wurde in 0,5 ml MeOH/EtOAc (1:1) gelöst. Die
Mischung wurde einer Lösung
von MeOH und EtOH (1:1) zugesetzt, die Pd/C-Katalysator (10 mg)
enthielt. Die Reaktions-Mischung wurde in einem Parr-Hydrierer unter H2 geschüttelt
(40 pounds per square inch, gauge) und wurde durch TLC überwacht.
Sobald die Reaktion vollständig
abgelaufen war, wurde der Katalysator durch Filtration entfernt.
Die verbleibende Lösung
wurde im Vakuum konzentriert. Das Roh-Produkt (Verbindung 51 a)
wurde direkt im nächsten
Schritt verwendet. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
51a erhalten: Rf: 0,20 (10% MeOH/CH2Cl2);
[α]D 25 +65.0 (c = 0.2,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ Ha)
0.82-0.92 (d, 6H), Hb) 1.34 (d, 3H), Hc) 1.45-1.55 (m, 1H), Hd)
1.78-1.91 (m, 2H), He) 1.91-2.0 (m, 2H),
Hf) 2.0-2.18 (m, 2H), Hg)
2.81 (s, 3H), Hh) 3.03-3.18 (d, 2H), Hl)
3.45-3.54 (m, 1H), Hj) 3.56-3.68 (t, 2H),
Hk) 4.25- 4.35
(m, 1H), H1) 4.40-4.49 (m, 1H); 13C NMR
(125 MHz, CDCl3) δ Ca)
21.0, Cb) 22.8, Cc)
23.4, Cd) 24.8, Ce)
25.8, Cf) 29.4, Cg)
36.5, Ch) 38.6, Ci)
47.2, Cj) 55.2, Ck)
66.4, Cl) 68.2, Cm)
172.4, Cn) 176.2; IR (rein), 3336 (br),
2957 (s), 2870 (m), 1718 (m), 1627 (s), 1466 (s), 1368 (s), 1250
(m), 1197 (w), 1128(w);
HRMS (m/z) berechnet für C15H27N2O4 (M+Na+):
323,1947; gefunden: 323,1939.
-
Cyclo[N-(N-3,4-didehydro-L-prolyl-N-methyl-D-leucyl)-O[[N-[(2S,3S,4S)-3-[(3S,4R,5S)-4-amino-3-hydroxy-5-methylheptanoyl]oxy-3-oxo-2,5-dimethylhexanoyl]-L-leucyl]-L-prolyl-N,O-dimethyl-L-tyrosyl]-L-threonyl]
(Verbindung 72a).
-
Die
rohe Säure
(12,5 mg, 0,038 mMol) wurde zusammengegeben mit dem Makrozyklus-HCl-Salz (15,0
mg, 0,019 mMol) in CH2Cl2 (0,25
ml) bei 0°C.
HATU (8,2 mg, 0,020 mMol) und DIEA (0,026 ml, 4 Äquivalente) wurden zugegeben.
Die Reaktion wurde bei 0°C über Nacht
gerührt
und durch TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht.
Sobald die Reaktion vollständig
abgelaufen war, wurde die Mischung mit Et2O
verdünnt,
und die organische Schicht wurde mit 5% HCl, 5% NaHCO3 und
Kochsalz-Lösung
gewaschen. Die resultierende Lösung
wurde über
Na2SO4 getrocknet
und konzentriert. Der rohe Rückstand
wurde durch Säulen-Chromatographie
unter Elu ieren mit 5% MeOH/CH2Cl2 gereinigt, und dies ergab das gewünschte Produkt
(Verbindung 72a) in 72%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten
wurden für
Verbindung 72a erhalten: Rf: 0,40 (10% MeOH/CH2Cl2);
[α]D 25 +81.2 (c = 0.15,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ Ha)
0.85-0.97 (m, 24H), Hb) 1.17-1.27 (m, 2H), Hc) 1.28-1.39 (s, 3H), Hd)
1.40 (d, 3H), He) 1.43 (d, 3H), Hf) 1.46-1.50 (m, 1H) und 1.61 (t, 1H), Hg) 1.681.73 (m, 1H), Hh)
1.74-1.79 (m, 1H), Hi) 1.82-1.88 (m, 2H),
2.02-2.08 (m, 1H) und 2.11-2.17 (m, 2H), Hj)
2.34-2.37 (m, 1H), Hk) 2.57 (s, 3H), H1) 2.38 (d, 2H), Hm) 3.18
und 3.39 (dd, 1H), Hn) 2.83 (s, 3H), Ho) 3.37-3.57 (m, 2H), Hp)
3.60 (d, 1H), Hq) 3.70-3.73 (m, 1H), Hr) 3.80 (s, 3H), Hs)
4.05-4.14 (m, 3H) und 4.36-4.48 (m, 2H), Ht)
4.27 (q, 1H), Hu) 4.56 (dd, 1H), Hv) 4.65 (dd, 1H), Hw)
4.81 (t, 1H), Hx) 5.19 (d, 1H), Hy) 5.35 (dd, 1H), Hz) 5.42 (dd, 1H), Haa) 5.61 (dd, 1H), Hbb)
5.73-5.75 (m, 1H), Hcc) 6.11 (dd, 1H), Hdd) 6.85 (d, 2H), Hee)
7.08 (d, 2H), Hff) 7.20 (d, 1H), Hgg) 7.54 (d, 1H), Hhh)
7.78 (d, 1H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca), Cc) 11.7, 14.7,
15.2, 16.3, 16.9, 18.6, 20.1 und 20.9, Cd)
23.3, Ce) 23.7, Cb)
24.8 und 27.2, Ci) 24.9, 25.0 und 33.9,
Cf) 27.9, Cg) 31.2,
Ch) 31.3,0) 33.9, Cl)
36.2, Cm) 38.7, Ck) 38.8,0) 41.3, Co) 46.9,
Cq) 49.46, Cs) 49.52,
53.0, und 67.9, Cr) 55.3, Cv)
55.4, Cw) 55.5, Cu)
57.2, Cy) 57.6, Ct)
63.9, Caa) 65.9, Cs)
66.4, Cp) 66.5, Cx)
70.4, Cz) 81.5, Cdd)
114.1, Ccc) 124.0, Cbb) 129.1,
Cii) 130.0, Cee)
130.3, Cjj) 158.6, Ckk)
168.6, 169.3, 170.5, 170.6, 171.3, 171.5, 172.4, 173.9, Cn) 204.9; IR (rein) 3331 (br), 2956 (s),
2871 (m), 1732 (s), 1638.3 (br, Überlappung),
1543(m), 1513 (s), 1448(m), 1379(m), 1247 (w), 1167 (w) cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C57H91N7O14 (M + H): 1.098,6702; gefunden: 1.098,6726.
-
Beispiel 6
-
Synthese einer 3,4-Dehydroprolin-Seitenketten-Einheit
und Koppeln an einen Didemnin-Makrozyklus
-
Die
Synthese der 3,4-Dehydroprolin-Einheit begann mit trans-4-Hydroxy-L-prolin (Verbindung
52), die wie beschrieben hergestellt wurde („Rueger et al., 1982, Can.
J. Chem. 60:2918";
siehe 44). Die Säure wurde zuerst geschützt als
Ethylester. Die Amino-Gruppe wurde weiter geschützt unter Verwendung von Boc2O unter Erhalt von Verbindung 53. Die Hydroxy-Gruppe
wurde unter Verwendung von MsCl und Pyridin mesyliert. Das Mesylat
(d. h. die Methylsulfonat-Einheit von Verbindung 53) wurde verdrängt durch
Natriumbenzolselenid unter Inversion der Stereochemie unter Erhalt
von Verbindung 54. Eine oxidative Eliminierung der Phenylselenium-Gruppe
ergab das entsprechende Alken (Verbindung 55) in 73%iger Ausbeute.
-
Wenn
Verbindung 54 direkt den basischen Eliminierungs-Bedingungen ausgesetzt
worden wäre,
würden
zwei Regioisomere erzeugt werden. Eine oxidative Eliminierung von
Verbindung 54 durch Phenylselenium als Zwischenstufe ergab jedoch
nur das gewünschte
Regioisomer. Diese Regioselektivität kann der Tatsache zugeschrieben
werden, dass der Übergangszustand,
der zu dem unerwünschten
Isomer führt,
ein größeres Dipol-Moment
mit höherer
Energie hat.
-
Eine
Hydrolyse des Ethylesters (Verbindung 55) ergab die freie Dehydroprolin-Säure (Verbindung 56), die mit
dem D-Leucin-Ester unter Erhalt von Verbindung 57 gekoppelt wurde.
Eine Hydrolyse des Methylesters ergab die freie Säure, die
mit dem Didemnin-Makrozyklus-Salz unter Verwendung von HATU gekoppelt
wurde, und dies ergab Verbindung 58. Die Boc-Schutzgruppe wurde
unter Verwendung von HCl-Gas entfernt, und das HCl-Salz wurde unter
Verwendung gesättigter
NaHCO3-Lösung
neutralisiert, und dies ergab das am Ende gewünschte Analog, Verbindung 59.
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Diese
Schritte in dieser Synthese werden nun weiter im einzelnen beschrieben.
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Ethyl-N-Boc-trans-4-hydroxyprolinat
(Verbindung 53). Ethyl-trans-4-hydroxyprolinat-hydrochlorid
(1,0 g, 0,005 Mol) wurde in gesättigter
CH2Cl2 gelöst (10 ml).
Et3N (2,09 ml, 0,015 Mol) wurde bei 0°C zugesetzt. Dem
folgte die Zugabe von Boc2O (2,23 g, 0,01
Mol). Die Reaktions-Mischung wurde über Nacht gerührt. Sobald
die Reaktion vollständig
abgelaufen war, wurde der pH-Wert gemessen, und dieser be trug 8.
Die Reaktions-Mischung wurde gewaschen mit Ether, und die Ether-Schicht
wurde verworfen. Die wässrige
Schicht wurde mit 1 N KHSO4 auf einen pH-Wert
von 4 angesäuert,
und dem folgte eine dreimalige Extraktion mit Ethylacetat. Die organischen
Extrakte wurden zusammengegeben, mit Kochsalz-Lösung gewaschen, getrocknet
und konzentriert. Die Roh-Mischung wurde durch Säulen-Chromatographie gereinigt,
wobei man mit 20% Aceton/Hexan eluierte, und dies ergab das gewünschte Produkt
(Verbindung 53) in 71%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten
wurden für
Verbindung 53 erhalten. Rf: 0,50 (40% Aceton/Hexan);
[α]D 25 +71.3 (c = 0.2,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ Ha)
1.07-1.13 (t, 6H), Hb) 1.32-1.36 (m, 9H),
He) 1.84-2.15 (m, dr, 2H), Hd)
3.23-3.49 (m, dr, 2H), He) 3.78-3.95 (br,
1H), Hf) 3.96-4.09 (m, 2H), Hg)
4.17-4.26 (m, 1H), Hh) 4.27-4.32 (t, 1H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 14.0, Cb) 28.1,
Cc) 38.2, Cd) 54.2,
Cf) 57.7, Cg) 61.0,
Ch) 69.0, Cj) 80.0, Cj)
153.9, Ck) 172.6; IR (rein) 3448 (br), 2978
(s), 2935 (m), 1746 (m), 1702 (s), 1676 (s), 1477 (m), 1402 (s),
1367 (m), 1339 (m) cm–1;
HRMS (m/z) berechnet
für C11H23N4O2 (M + H): 260,1497; gefunden: 260,1503.
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Ethyl-N-Boc-cis-4-phenylselenyl-L-prolinat
(Verbindung 54). Natriumborhydrid (0,15 g, 0,004 Mol) wurde in kleinen
Teilmengen bei Raumtemperatur einer Lösung von Diphenyl-diselenid
(0,556 g, 0,0018 Mol) in EtOH zugesetzt. Die Mischung wurde etwa
5 min gerührt,
bis die hellgelbe Farbe verschwand. Das wie oben beschrieben hergestellte
Mesylat (1,0 g, 0,003 Mol) wurde zugesetzt. Die Lösung wurde
2 h lang am Rückfluss gekocht,
und das Lösungsmittel
wurde im Vakuum entfernt. Der Rückstand
wurde mit Et2O verdünnt (5 ml), und die organische
Schicht wurde mit H2O (10 ml) und Kochsalz-Lösung gewaschen.
Die resultierende organische Schicht wurde getrock net und konzentriert.
Das rohe Öl
wurde durch Säulen-Chromatographie
gereinigt, wobei man mit 10% Aceton/Hexan eluierte, und dies ergab
das Produkt (Verbindung 54) in 85%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten
wurden für
Verbindung 54 erhalten: Rf: 0,53 (30% Aceton/Hexan);
[α]D 25 –16.4 (c
= 0.3, CHCl3); 1H
NMR (500 MHz, CDCl3) δ Ha)
1.21-1.24 (t, 3H), Hb) 1.45 (s, 9H), Hc) 2.05 & 2.68
(dr, 2H), Hd) 3.40 (m, 1H), He)
3.58 (m, 1H), Hfi) 3.95 (m, 1H), Hf2) & Hg) 4.10-4.28 (m, 2H), Hh)
7.25,7.55 (m, 5H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 14.0, Cb) 28.2,0)
36.1, Cd) 39.8, Ce)
53.6, Cf) 58.8, Cg)
60.8, Ci) 80.2, Ch)
127.0, 128.2, 134.3,0) 152.8, Ck) 171.8;
IR (rein) 2977.0, 1747.1,1701.9, 1477.4,1394.4,1190.1, 1114.1 (m)
cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C18H25NO4Se (M+H+):
399,0948; gefunden: 399,0957.
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Ethyl-N-Boc-3,4-dehydro-L-prolinat
(Verbindung 55). Eine Mischung aus Verbindung 54 (0,9 g, 2,26 mMol)
und CH2Cl2 wurde
anfänglich
auf 0°C
in einem Eisbad abgekühlt.
Pyridin (0,27 ml, 3,4 mMol) wurde tropfenweise dieser Lösung zugesetzt.
Eine Lösung
von 30%igem wässrigem
H2O2 (0,58 ml) wurde
dann schrittweise über
einen Zeitraum von 5 min zugesetzt. Die Reaktion wurde bei Raumtemperatur
1 h lang gerührt
und dann mit EtOAc verdünnt.
Die organische Schicht wurde mit 5% HCl, gesättigter Na2CO3-Lösung
und Kochsalz-Lösung
gewaschen. Die resultierende Lösung
wurde getrocknet und konzentriert. Der Rückstand wurde durch Säulen-Chromatographie
gereinigt und ergab das gewünschte
Produkt (Verbindung 55) in 73%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten
wurden für
Verbindung 55 erhalten: Rf: 0,63 (30% Aceton/Hexan);
[α]D 25 –32.3 (c
= 0.3, CHCl3); 1H
NMR (500 MHz, CDCl3) δ Ha)
1.15-1.30 (t, 3H), Hb) 1.45 (s, 9H), Hc) & Hd) 4.15-4.30 (m, 4H), He)
4.98 (d, 1H), Hf) 5.75 (dt, 1H), Hg) 5.95 (dd, 1H); 13C
NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca)
14.1, Cb) 29.2, Cc)
53.8, Cd) 61.8, Cd)
67.0, Ch) 80.1, Cf)
125.0, Cg) 129.2, Ci)
154.0, Cj) 170.2; IR (rein) 3458 (br), 2979
(s), 1786 (s), 1750 (s), 1710 (s), 1448 (m), 1395 (m), 1369 (s),
1318 (s), 1258(m), 1159 (s), 1896(m) cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C12H19NO4 (M+H+):
242,1392; gefunden: 242,1386.
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N-Boc-3,4-dehydro-L-prolin
(Verbindung 56). Der Ethylester 55 (0,18 g, 0,8 mMol) wurde in THF/H2O (1:1, 10 ml) gelöst. LiOH·H2O
(0,33 g, 8 mMol) wurde der Lösung
bei 0°C
zugesetzt. Die Mischung wurde für etwa
6 h gerührt
und durch TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht.
Sobald die Reaktion vollständig abgelaufen
war, wurde das THF im Vakuum entfernt. Gesättigte NaHCO3-Lösung wurde
zugesetzt, und die Lösung
wurde zweimal mit Ether gewaschen. Alle wässrigen Schichten wurden zusammengegeben
und auf einen pH-Wert von 4 mit 1 N KHSO4 angesäuert. Ethylacetat
wurde zum Extrahieren der angesäuerten
wässrigen
Lösung
verwendet, und zwar dreimal. Die Extrakte wurden getrocknet und
konzentriert, und dies ergab die gewünschte Säure (Verbindung 56) in 92%iger
Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung 56 erhalten: Rf: 0,20 (30% Aceton/Hexan);
[α]D 25 +8.4 (c = 0.2,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ Ha)
1.49 (s, rm, 9H), Hb) 4.25 (d, 2H), Hc) 5.05 (d, 1H), Hd)
5.80 (dt, 1H), He) 6.01 (dd, 1H), Hf) 8.40 (br, 1H); 13C
NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca)
28.9, Cb) 53.9, Cc)
66.2, Cg) 81.8, Cd)
124.2, Ce) 129.9, Ch)
154.5, Ci) 165.3; IR (rein) 3000-3400 (br),
2957 (s), 1736 (s), 1704 (s), 1666 (s), 1400.2 (s), 1367 (m), 1177
(s), 1136 (s) cm–1;
HRMS (m/z) berechnet
für C10H15NO4 (M+H+): 213,1079; gefunden:
242,1086.
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N-Boc-3,4-Dehydro-L-prolylmethyl-N-methyl-leucinat
(Verbindung 57). Verbindung 56 (0,1 g, 0,469 mMol) wurde in CH2Cl2 (5 ml) gelöst. Bei
0°C wurde
HATU (0,26 g, 0,58 mMol) zugesetzt, gefolgt von der Zugabe von DIEA
(0,26 ml, 1,88 mMol). Zuletzt wurde Dimethyl-D-leucin-hydrochlorid-Salz
(0,09 g, 0,469 mMol) der Mischung zugesetzt. Die Reaktions-Mischung
wurde 6 h lang gerührt
und durch TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht.
Sobald die Reaktion zum Abschluss gekommen war, wurde die Mischung
mit Et2O verdünnt, und die organische Schicht
wurde mit 5% HCl, 5% NaHCO3 und Kochsalz-Lösung gewaschen.
Die resultierende Lösung
wurde getrocknet und konzentriert. Der rohe Rückstand wurde durch Säulen-Chromatographie gereinigt
und ergab das gewünschte
Produkt (Verbindung 57) in 76%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten
wurden für
Verbindung 57 erhalten: Rf: 0,32 (30% Aceton/Hexan);
[α]D 25 –22.7 (c
= 0.4, CHCl3); 1H
NMR (500 MHz, CDCl3) δ Ha)
0.90-1.05 (d, rm, 6H), Hb) 1.48 (s, rm,
9H), Hc) & Hd) 1.65-1.80 (m, 3H), He)
3.05 (s, 3H), Hf) 3.75 (s, 3H), Hg) 4.20-4.35 (m, 2H), Hh)
5.28 (t, 1H), Hi) 5.40 (d, 1H), Hj) 5.70 (dt, 1H), Hk)
6.01 (dd, 1H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 22.0, 23.8, Cc)
25.2, Cb) 29.0, Cd)
37.8, Ce) 52.2, Ch)
53.8, Ci) 65.8, Cl)
80.0, Cj) 124.0, Ck)
129.2, Cm) 159.5, Cn)
171.0, Co) 172.2; IR (rein) 2956 (s), 1743
(s), 1705 (s), 1667 (s), 1400 (s), 1366 (m), 1316 (w), 1258 (w),
1177 (m), 1128(m) cm–1;
HRMS (m/z) berechnet
für C18H30N2O5 (M+H+):
355,2233; gefunden: 355,2225.
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N-Boc-3,4-Dehydro-L-prolyl-N-methylleucin
(Verbindung 57a). Verbindung 57 (0,13 g, 0,37 mMol) wurde gelöst in THF/H2O (1:1, 5 ml). LiOH·H2O
(0,15 g, 3,7 mMol) wurde der Lösung
bei 0°C
zugesetzt. Die Mischung wurde etwa 6 h lang gerührt und durch TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht.
Sobald die Reaktion vollständig
abgelaufen war, wurde das THF im Vakuum entfernt. Gesättigte NaHCO3-Lösung wurde zugesetzt,
und die Mischung wurde zweimal mit Ether gewaschen. Alle wässrigen
Schichten wurden zusammengegeben und mit 1 N KHSO4 auf
einen pH-Wert von 4 angesäuert.
Ethylacetat wurde zum dreimaligen Extrahieren der angesäuerten wässrigen
Lösung
verwendet. Die Extrakte wurden getrocknet und konzentriert, und
dies ergab die gewünschte
Säure (Verbindung
57a) in 92%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
57a erhalten: Rf: 0,20 (40% Aceton/Hexan);
[α]D 25 +52.3 (c = 0.2,
CHCl3); 1H NMR (500
MHz, CDCl3) δ Ha)
0.85-1.05 (d, rm, 6H), Hb) 1.48 (s, rm,
9H), Hc) & Hd) 1.651.92 (m, 3H), He)
3.12 (s, rm, 3H), Hf) br, 1H, Hg)
4.10-4.28 (m, 2H), Hh) 5.15 (t, 1H), Hi) 5.35 (d, 1H), Hj)
5.70 (dt, 1H), Hk) 6.01 (dd, 1H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 23.3, 24.5, Cc)
25.0, Cb) 28.3, Cd)
31.5, Cg) 38.5, Ce)
53.6, Ci) 55.8, Ch)
65.2, CD 80.0, Cj) 124.1, Ck)
129.5, Cm) 153.8, Cn)
171.3,0) 175.3; IR (rein) 3300 (br), 2957 (s), 1731 (m), 1783 (s),
1667 (s), 1612(m), 1481(m), 1400 (s), 1367(m), 1177 (s), 1136.7
(s) cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C17H28N2O5 (M+H+):
341,2076; gefunden: 341,2063.
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Cyclo[N-(N-Boc-3,4-dehydro-L-prolyl-N-methyl-D-leucyl)-O[[N-[(2S,3S,4S)-4[(3S,4R,5S)-4-amino-3-hydroxy-5-methylheptanoyl]oxy-3-oxo-2,5-dimethyl-hexanoyl]-L-leucyl]-L-prolyl-N,O-dimethyl-L-tyrosyl]-L-threonyl] (Verbindung
58). Die rohe Säure
57a (5,0 mg, 0,012 mMol) wurde mit dem Makrozyklus-HCl-Salz (14,9
mg, 0,012 mMol) in CH2Cl2 (0,1
ml) bei 0°C
zusammengegeben. HATU (48 mg, 0,012 mMol) und DIEA (0,048 ml, 0,048
mMol) wurden zugesetzt. Die Reaktions-Mischung wurde bei 0°C über Nacht
gerührt
und durch TLC (Dünnschicht-Chromatographie) überwacht.
Sobald die Reaktion vollständig
abgelaufen war, wurde die Mischung mit Et2O
verdünnt,
und die organische Schicht wurde mit 5% HCl, 5% NaHCO3 und
Kochsalz-Lösung gewaschen.
Die resultierende Lösung
wurde getrocknet und konzentriert. Der Roh-Rückstand wurde durch Säulen-Chromatographie
gereinigt, wobei man mit 5% MeOH/CH2Cl2 eluierte, und dies ergab das gewünschte Produkt
(Verbindung 58) in 72%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten
wurden für
Verbindung 58 erhalten: Rf: 0,40 (10% MeOH/CH2Cl2);
[α]D 25 –83.2 (c
= 0.3, CHCl3); 1H
NMR (500 MHz, CDCl3) δ Ha)
0.85-0.97 (m, 24H), Hb) 1.17-1.27 (m, 3H),
Hc) 1.45 (s, 9H), Hd)
1.40 (d, 3H), He) 1.43 (d, 3H), Hf) 1.46-1.50 (m, 1H) und 1.61 (t, 1H), Hg) 1.68-1.73 (m, 1H), Hh)
1.74-1.79 (m, 1H), Hi) 1.821.88 (m, 2H),
2.02-2.08 (m, 1H) und 2.11-2.17 (m, 2H), Hj)
2.34-2.37 (m, 1H), Hk) 2.57 (s, 3H), Hl) 2.63 (dd, 1H) und 2.95 (d, 1H), Hm) 3.18 und 3.39 (dd, 1H), Hn)
3.23 (s, 3H), Ho) 3.57-3.61 (m, 2H), Hp) 3.33 (d, 1H), Hq)
3.69-3.71 (m, 1H), Hr) 3.80 (s, 3H), Hs) 4.05-4.14 (m, 2H) und 4.36-4.48 (m, 2H), Ht) 4.27 (q, 1H), Hu)
4.56 (dd, 1H), Hv) 4.65 (dd, 1H), Hw) 4.81 (t, 1H), Hx)
5.19 (d, 1H), Hy) 5.35 (dd, 1H), Hz) 5.42 (dd, 1H), Haa)
5.61 (dd, 1H), Hbb) 5.73-5.75 (m, 1H), Hcc) 6.11 (dd, 1H), Hdd)
6.85 (d, 2H), Hee) 7.08 (d, 2H), Hff) 7.20 (d, 1H), Hgg)
7.54 (d, 1H), Hhh) 7.78 (d, 1H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 11.7, 14.7, 15.2, 16.3, 16.9, 18.6, 20.1
und 20.9, Cd) 23.3, Ce)
23.7, Ca) 24.8 und 27.2, Ci)
24.9, 25.0 und 33.9, Cf) 27.9,0) 28.6, Cg) 31.2, Ch) 31.3,0) 33.9, Ci)
36.2, Cm) 38.7, Ck)
38.8, Cn) 41.3, Co)
46.9, Cq) 49.46, Cs)
49.52, 53.0, und 67.9, Cr) 55.3, Cv) 55.4, Cw) 55.5,
Cu) 57.2, Cy) 57.6,
Ct) 63.9, Caa) 65.9,
Cp) 66.5, Cx) 70.4,
Cz) 81.5, Cz) 81.7,
Cdd) 114.1, Ccc)
124.0, Cbb) 129.1, Cii)
130.0, Cee) 130.3, Cjj)
158.6, Ckk) 168.6, 169.3, 170.5, 170.6,
171.3, 171.5, 172.4, 173.9, 204.9; IR (rein) 3337 (s), 2959 (s),
2870 (m), 1733 (s), 1645 (s), 1640 (s), 1543 (m), 1514 (m), 1454
(m), 1407 (m), 1368 (m), 1302 (w), 1248 (m), 1171 (m) cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C59H91N7O15 (M+Na+):
1.160,6471; gefunden: 1.160,6415.
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Cyclo[N-(N-3,4-dehydro-L-prolyl-N-methyl-D-leucyl)-O[[N-[(2S,3S,4S)-4-[(3S,4R,5S)-4-amino-3-hydroxy-5-methylheptanoyl]oxy-3-oxo-2,5-dimethylhexanoyl]-L-leucyl]-L-prolyl-N,O-dimethyl-L-tyrosyl]-L-threonyl]
(Verbindung 59). Verbindung 58 (4 mg) wurde in HCl·Dioxan
(0,5 ml) gelöst,
und die Mischung wurde bei Raumtemperatur gerührt. Sobald die Reaktion abgeschlossen
war, wurde das Lösungsmittel
im Vakuum entfernt. Toluol wurde zweimal zugegeben, und die Lösung wurde
konzentriert. Der Rückstand
wurde im Vakuum über
Nacht getrocknet, und dies ergab das ge wünschte HCl-Salz in 98%iger
Ausbeute. Das HCl-Salz wurde in EtOAc gelöst, mit gesättigter NaHCO3 gewaschen,
und die organische Schicht wurde erneut mit Kochsalz-Lösung gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
konzentriert, und dies ergab das gewünschte Produkt (Verbindung
59) in 75%iger Ausbeute. Die folgenden Analyse-Daten wurden für Verbindung
59 erhalten: Rf: 0,20 (10% MeOH/CH2Cl2);
[α]D 25 –242.3 (c
= 0.2, CHCl3); 1H
NMR (500 MHz, CDCl3) δ Ha)
0.79-0.97 (m, 24H), Hb) 1.12-1.23 (m, 3H), Hd) 1.32-1.40 (d, 3H), He)
1.43 (d, 3H), Hf) 1.46-1.50 (m, 1H) und
1.61 (t, 1H), Hg) 1.68-1.73 (m, 1H), Hh) 1.74-1.79 (m, 1H), Hi) & Hj)
1.82-1.88 (m, 2H), 2.02-2.08 (m, 1H) und 2.11-2.17 (m, 3H), Hk) 2.25 (s, 3H), Hl)
2.51 (d, 2H), Hm) 3.18 und 3.39 (dd, 1H),
Hn) 2.95 (s, 3H), Ho)
3.57-3.61 (m, 2H), Hp) 3.33 (d, 1H), Hq) 3.69-3.71 (m, 1H), Hr) 3.73
(s, 3H), Hs) 3.90-4.18 (m, 2H), Ht) 4.49 (q, 1H), Hu)
4.56 (dd, 1H), Hv) 4.65 (dd, 1H), Hw) 4.81 (t, 1H), Hx) 5.19
(m, 3H), Hbb) & Haa) 5.73-5.75
(m, 3H), Hee) & Hz) 6.01
(dd, 3H), Hdd) 6.85 (d, 2H), Hee)
7.08 (d, 2H), Hff) 7.20 (d, 1H), Hgg) 7.54 (d, 1H), Hhh)
7.78 (d, 1H); 13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ Ca) 11.7, 14.7, 15.2, 16.3, 16.9, 18.6, 20.1
und 20.9, Cd) 23.3, Ce) 23.7, Ca)
24.8 und 27.2, C;) 24.9, 25.0 und 33.9, Cf)
27.9,0) 28.6, Cg) 31.2, Ch)
31.3, Cj) 33.9, Cl)
36.2, Cm) 38.7, Ck)
38.8, Cn) 41.3, Co)
46.9, Cq) 49.46, Cs)
49.52, 53.0, und 67.9, Cr) 55.3, Cv) 55.4, Cw) 55.5,
Cu) 57.2, Cy) 57.6,
Ct) 63.9, Caa) 65.9,
Cp) 66.5, Cx) 70.4,
Cz) 81.5, Cdd) 114.1,
Ccc) 124.0, Cbb)
129.1, Cl) 130.0, Cee)
130.3, Cjj) 158.6, Ckk)
168.6,169.3, 170.5, 171.3, 171.5, 172.4, 173.9, Cll)
204.9; IR (rein) 3337 (s), 2958 (s), 2861 (m), 1734 (s), 1642 (s),
1638 (s), 1547 (m), 1514 (m), 1451 (m), 1385 (w), 1243 (w), 1166
(w) cm–1;
HRMS
(m/z) berechnet für
C54H83N7O13 (M+H+):
1.038,6127; gefunden: 1.038,6103.
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Beispiel 7
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Synthese und biologische
Bewertung von Didemnin-Photoaffinitäts-Analogen
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Zwei
Proteine, die mit Didemninen eine Bindung eingehen, wurden identifiziert,
nämlich
der Eukaryonten-Verlängerungs-Faktor
1α (EF-1a; „Crews
et al., 1994, J. Biol. Chem. 269:15411-15414") und Palmitoyl-Protein-Thioesterase
1 (PPT1; „Crews
et al., 1996, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 93:4316-4319"). Jedoch wird die
präzise
strukturelle Wechselwirkung zwischen Didemnin B und diesen beiden
Proteinen noch nicht vollständig
verstanden. Die in diesem Beispiel beschriebenen Experimente wurden
durchgeführt,
um photoreaktive Didemnin-Derivate zu erzeugen, die verwendet werden
können,
um das Binden der entsprechenden Didemnine mit diesen oder anderen
zellulä ren
Targets zu untersuchen, und mit dem Ziel, dass Analoge, photoreaktive
Tamandarin-Derivate synthetisiert werden können.
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Die
Synthese von Didemnin-Analogen, die als Verbindungen 403, 404, 405
und 406 bezeichnet werden, ist in diesem Beispiel beschrieben. Diese
Verbindungen haben die Struktur von Formel XXI, worin R2 ein Substituent
ist, der die Struktur von Formel III aufweist, R3 Methyl
ist, R4 eine Isoleucin-Seitenkette ist,
jeder der Reste R5, R6,
R8 und R9 ein Hydrid-Rest
ist, R7 ein Methoxy-Rest ist, R10 eine
Leucin-Seitenkette ist, X für -O-
steht, Y ein Hydrid-Rest ist und R1 die
Identität
hat, die in den 47A, 47B, 47C bzw. 47D gezeigt
ist.
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Jede
der Verbindungen 403, 404, 405 und 406 ist ein Didemnin A-Derivat,
und jedes dieser Moleküle umfasst
eine 4-Benzoylbenzoesäure-Einheit.
Dieser Typ Benzophenon-Derivat wurde als photoreaktive Gruppe gewählt, da
sie mehrere Vorteile bei der Photo-Affinitäts-Markierung zeigt, wie beschrieben
wurde („Dorman et
al., 1994, Biochemistry 33:5661-5673"; Fleming, 1995, Tetrahedron 51:12479-12520"). Benzophenone lassen
sich leicht bei Umgebungslicht handhaben, werden jedoch photoaktiviert
durch Licht mit einer Wellenlänge von
etwa 350 nm. Licht, das diese Wellenlänge aufweist, schädigt allgemein
Proteine nicht und wurde verwendet, um Licht-induzierte Veränderungen
in den Target-Proteinen, die in diesen Experimenten verwendet wurden,
zu vermeiden. Das aktivierte Diradikal von Benzophenon neigt dazu,
Lösungsmittel-Moleküle und Nucleophile
zu vermeiden, und vernetzt sich vorzugsweise an den nicht-reaktiven Kohlenstoff-Zentren.
Da die Photoanregung von Benzophenonen reversibel ist, kann ein
gegebenes Molekül
des Analogs, das nicht proximal zu der Liganden-Bindungsstelle liegt, einige Anregungs-Relaxations-Zyklen
eingehen, ohne nicht spezifische Seiten-Reaktionen einzugehen. Als
Ergebnis neigen Benzophenone dazu, mit größerer Zeit-Spezifität zu vernetzen
als Photophore wie beispielsweise Arylazide, die eine ineversible
Photolyse-Reaktion eingehen.
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Die
Seiterilcetten-Teile der Verbindungen 403, 404, 405 und 406 wurden
synthetisiert und dann in einem finalen Schritt an fortgeschrittenen
Makrolid-Zwischenstufen gekoppelt. 48 zeigt
die Synthese der D-Leucin-Einheit, die allen vier Analogen gemeinsam
ist. D-Leucin wurde in sein Benzylcarbamat umgewandelt (Verbindung
407), und zwar unter Verwendung von Benzylchloroformiat in NaHCO3 und Wasser. Verbindung 407 wurde unter
Verwendung von Dimethylsulfat in Gegenwart von pulverförmigem KOH,
THF und Bu4N+HSO4 – dialkyliert. Katalytische
Hydrogenolyse des Carbamats über
einem Pd/C-Katalysator in Gegenwart von Wasserstoff und Ethylacetat:Methanol
(1:1), gefolgt von einem Einfangen mit HCl in Gegenwart von Methanol
ergab das Aminhydrochlorid-Salz, Verbindung 409. Wie in 49 gezeigt ist, wurde Verbindung 409 mit 4-Benzoylbenzoesäure unter
Beibehaltung der Säure
mit BOP-Cl gekoppelt, einem Reagenz, das allgemein nützlich beim
Koppeln von N-Methylaminen in Gegenwart von NMM und DMF ist, und
zwar bei 0°C
für 30
Minuten. Danach wurde das Reaktions-Produkt mit Verbindung 409 in
Kontakt gebracht. Ein Entfernen der Methyl-Gruppe durch Ester-Verseifung
ergab Verbindung 412.
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Das
mit Verbindung 410 bezeichnete Benzophenon-Derivat (siehe 50) wurde durch BOP-vermitteltes Koppeln mit einem
Glycinmethylester-Linker in Gegenwart von BOP, NMM, DMF und dem
Glycinmethylester-Hydrochlorid-Salz verlängert. Eine Verseifung der
Ester-Verbindung 413 in Gegenwart von LiOH, Wasser, THF und Methanol,
gefolgt von einem Koppeln mit dem Amin-Salz 409 in Gegenwart von
BOP-Cl, NMM und DMF und anschließende Verseifung in Gegenwart
von LiOH, Wasser, THF und Methanol ergab Verbindung 415. Verbindung
417 wurde in analoger Weise hergestellt, wobei man einen 6-Aminohexansäuremethylester
verwendete. Verbindung 419 wurde hergestellt durch zweimaliges Koppeln
von Verbindung 410 mit 6-Aminohexansäuremethylester
vor dem Koppeln mit Verbindung 409 und anschließende Verseifung.
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Die
Verbindungen 412, 415, 417 und 419 wurden mit dem vorher beschriebenen
makrozyklischen Salz gekoppelt (hergestellt wie beschrieben; „Mayer
et al. 1994, J. Org. Chem. 59:5192-5205"; „Mayer
et al., 1995, Acta Crystallogr. C51:1609-1614"),
und zwar unter Verwendung des BOP-Kopplungs-Reagenz unter Erhalt von
Verbindungen 403, 404, 405 bzw. 406 in 68- bis 81%iger Ausbeute.
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Um
ihre Geeignetheit für
ein Photoaffinitäts-Markieren
des EF-1α-Bindungs-Proteins zu bewerten, wurden
die Verbindungen 403, 404, 405 und 406 auf ihr Vermögen zum
Inhibieren der Protein-Biosynthese getestet. Die Ergebnisse dieser
Bewertung sind aufgeführt
in Tabelle 2. Das Zell-freie Translations-Assay-System war wie beschrieben
(„SirDeshpande
et al., 1995, Biochemistry 34:9177-9184"; „Ahuja
et al., J. Med. Chem. 2000, 43:4212-4218"). In diesem Assay zeigte Didemnin B
eine halbmaximale Inhibitor-Konzentration (IC50)
von 3 μM.
Die Ergebnisse in Tabelle 2 zeigen, dass das Vermögen zur
Inhibierung der Protein-Biosynthese intakt bleibt, selbst wenn eine
große
Benzophenon-Einheit in die Struktur von Didemnin B eingebaut wird.
Die Länge
des Linkers scheint einen marginalen Effekt auszuüben, wobei
die beiden kürzesten
Seitenketten (d. h. Verbindungen 403 und 404) nahe gleich potent
mit Didemnin B sind. Eine Erhöhung
der Seitenketten-Länge
korreliert mit mäßigen Verringerungen
des Inhibitor-Vermögens.
Diese Ergebnisse sind konsistent mit denjenigen, die von anderen
erhalten wurden („Sakai
et al., 1996, J. Med. Chem. 39:2819-2834"; „Ahuja
et al., J. Med. Chem. 2000, 43:4212-4218") und zeigen, dass eine Protein-Biosynthese-Inhibierung in breitem
Maße tolerant
für eine
Seitenketten-Modifikation ist.
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Tabelle
3 listet vorläufige
Ergebnisse auf, die erhalten wurden bei Verwendung des NCl-60-Tumor-Zell-Screens
(beschrieben in der Druckschrift „Boyd et al., 1995, Drug Dev.
Res. 34:91-109").
Die Daten in Tabelle 3 geben an, dass die Benzophenon- Photoaffinitäts-Analogen
verwendet werden können,
um die Anti-Tumor-Aktivität
von Didemninen zu untersuchen. Eine Überprüfung des Parameters 50%ige
Inhibierung des Wachstums (GI
50) zeigt,
dass alle vier Analogen ihr Vermögen
im Vergleich zu Didemnin B beibehalten. Im Gegensatz zu den Ergebnissen,
die im Hinblick auf eine in vitro-Protein-Biosynthese erhalten wurden,
scheint es keine klare Beziehung zwischen der Linker-Länge und
der Aktivität
zu geben. Jedoch erfordert die Gesamt-Wachstums-Inhibierung (total growth inhibition;
TGI) durch die vier Analogen signifikant höhere Konzentrationen, als sie
bei Didemnin B erforderlich sind. Interessanterweise zeigen alle
vier Analogen eine drei- bis zehnfach niedrigere Toxizität, gemessen
durch den die lethale Konzentration ermitteltenden Parameter LC
50. Tabelle
3
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Die
Ergebnisse der Experimente, die in diesem Beispiel vorgelegt werden,
zeigen, dass Benzophenon-enthaltende Analoge von Didemninen durch
Total-Synthese hergestellt werden können. Eine biologische Bewertung
der Analoge gibt an, dass ein Einbau von Benzophenon in das Seitenketten-Peptid
eine brauchbare Strategie zum Photoaffinitäts-Markieren molekularer Targets
von Didemninen ist.
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Die
Offenbarung jedes Patents, jeder Patentanmeldung und jeder Veröffentlichung,
die in der vorliegenden Beschreibung zitiert wurde, wird durch die
In-Bezugnahme in
ihrer Gesamtheit in die vorliegenden Offenbarung übernommen.
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Zwar
wurde die vorliegende Erfindung offenbart unter Bezugnahme auf spezielle
Ausführungsformen; jedoch
können
andere Ausführungsformen
und Varianten der vorliegenden Erfindung von anderen Personen, die
in diesem technischen Bereich erfahren sind, ausgearbeitet werden,
ohne vom wahren Geist und Umfang der Erfindung wegzukommen. Die
angefügten
Ansprüche
schließen
alle solche Ausführungsformen
und äquvialenten
Variationen ein.