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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
Erfindung stellt isolierte Nukleinsäure- und Aminosäuresequenzen
von vier neuen G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, die in Brustkrebszellen
amplifiziert sind, Antikörper
für solche
Rezeptoren, Verfahren zum Nachweisen solcher Nukleinsäuren und
Rezeptoren und Verfahren zum Screenen auf Modulatoren von G-Protein-gekoppelten
Rezeptoren bereit.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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G-Protein-gekoppelte
Rezeptoren sind Zellenoberflächenrezeptoren,
die extrazelluläre
Signale indirekt zu stromabwärts
liegenden Effektoren transduzieren, die intrazelluläre Signalisierungsproteine,
-enzyme oder -kanäle
sein können,
und Änderungen
in der Aktivität
dieser Effektoren dann anschließende
Zellenereignisse vermitteln. Die Wechselwirkung zwischen dem Rezeptor
und dem stromabwärts
liegenden Effektor wird durch ein G-Protein, ein heterotrimeres
Protein, das GTP bindet, vermittelt. G-Protein-gekoppelte Rezeptoren ("GPCRs") weisen typischerweise
sieben Transmembranbereiche zusammen mit einer extrazellulären Domäne und einem
zytoplasmatischen Ende am C-Ende auf. Diese Rezeptoren bilden eine
große
Superfamilie von verwandten Rezeptormolekülen, die bei vielen Signalisierungsprozessen
eine Schlüsselrolle
spielen, wie z.B. sensorische und Hormonsignaltransduktion. Eine
große
Familie von olfaktorischen GPCRs wurde beispielsweise identifiziert
(siehe z.B. Buck & Axel,
Cell 65:175–187
(1991)). Die weitere Identifikation von GPCRs ist zum Verstehen
des normalen Prozesses der Signaltransduktion und ebenso seiner
Beteiligung an pathologischen Prozessen wichtig. GPCRs können beispielsweise
für die
Krankheitsdiagnose sowie für
die Arzneimittelentdeckung verwendet werden. Die weitere Identifikation
von neuen GPCRs ist daher von großem Interesse.
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Eine
Veröffentlichung
von Carmeci et al. offenbart Details eines Gens für GPR30,
ein solches Gen weist eine Homologie zur G-Protein-gekoppelten Rezeptorsuperfamilie
auf, die der Östrogenrezeptorexpression
in Brustkrebs zugeordnet ist. Der darin offenbarte G-Protein-gekoppelte
Rezeptor ist jedoch von dem verschieden, der in der vorliegenden
Anmeldung identifiziert wird.
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Alle
Bezugnahmen auf SEQ ID NRN. 1, 2, 3, 4, 7 und 8 innerhalb der Beschreibung
werden nur für Informationszwecke
gemacht und sollen nicht in den Schutzbereich der beanspruchten
Erfindung fallen.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt somit zum ersten Mal vier neue Nukleinsäuren bereit,
die G-Protein-gekoppelte Rezeptoren codieren, die in Brustkrebszellen
amplifiziert und/oder überexprimiert
sind. Diese Nukleinsäuren
und die Polypeptide, die sie codieren, werden als "in Brustkrebs amplifizierte
G-Proteingekoppelte Rezeptoren" oder "BCA-GPCRs", d.h. "BGA-GPCR-1 ", "BCA-GPCR-2", "BCA-GPCR-3" und "BCA-GPCR-4", bezeichnet. Diese
BCA-GPCRs sind Komponenten von Signaltransduktionswegen in Zellen
und können
zur Diagnose von Krebs, insbesondere Brustkrebsen, sowie in Screeningtests
für therapeutische
Verbindungen, z.B. für
die Behandlung von Krebs, verwendet werden. Antikörper für und Antagonisten
von BCA-GPCR-3 können
beispielsweise als Krebstherapeutika verwendet werden.
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In
einem Aspekt stellt die vorliegende Erfindung eine isolierte Nukleinsäure bereit,
die ein Polypeptid codiert, wobei das durch die Nukleinsäure codierte
Polypeptid mehr als 70% Aminosäureidentität mit einer Aminosäuresequenz
von SEQ ID NR.: 6 umfaßt.
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In
einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung eine isolierte
Nukleinsäure
bereit, die ein Polypeptid codiert, wobei die Nukleinsäure unter stringenten
Hybridisierungsbedingungen spezifisch mit einer Nukleinsäure mit
einer Nukleotidsequenz von SEQ ID NR.: 5 hybridisiert.
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In
einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung eine isolierte
Nukleinsäure
bereit, die ein Polypeptid codiert, wobei das durch die Nukleinsäure codierte
Polypeptid mehr als etwa 70% Aminosäureidentität mit einem Polypeptid mit
einer Aminosäuresequenz
von SEQ ID NR.: 6 umfaßt,
wobei die Nukleinsäure
selektiv unter mäßig stringenten
Hybridisierungsbedingungen mit einer Nukleotidsequenz von SEQ ID
NR.: 5 hybridisiert.
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In
einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung einen Expressionsvektor
mit einer isolierten Nukleinsäure,
die ein Polypeptid der Erfindung codiert, und eine Wirtszelle mit
dem Expressionsvektor bereit.
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In
einem Ausführungsbeispiel
umfaßt
die Nukleinsäure
eine Nukleotidsequenz von SEQ ID NR.: 5. In einem weiteren Ausführungsbeispiel
stammt die Nukleinsäure
von einem Menschen, einer Maus oder einer Ratte. In einem weiteren
Ausführungsbeispiel
ist die Nukleinsäure
durch Primer amplifiziert, die unter stringenten Hybridisierungsbedingungen
mit derselben Sequenz wie Primersätze spezifisch hybridisieren,
die aus der Gruppe ausgewählt
sind, die aus folgendem besteht:
ATGTTGGGGAACGTCGCCATC (SEQ
ID NR.: 9) und
TCATCCACAGAGCCTCCAGAT (SEQ ID NR.: 10);
ATGGGAAAGGACAATCCAGTT
(SEQ ID NR.: 11) und
CTAAGAGAGTAACTCCAGCAA (SEQ ID NR.: 12);
ATGGAAATAGCCAATGTGAGTTC
(SEQ ID NR.: 13) und
TAAATTTGCGCCAGCTTGCCTG (SEQ ID NR.: 14);
und
ATGGTGAGACATACCAATGAGAG (SEQ ID NR.: 15) und
CATAAAATATTTACTCCCAGAGCC
(SEQ ID NR.: 16).
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In
einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein isoliertes
Polypeptid bereit, wobei das Polypeptid mehr als etwa 70% Aminosäuresequenzidentität mit einer
Aminosäuresequenz
von SEQ ID NR.: 6 umfaßt.
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In
einem Ausführungsbeispiel
bindet das Polypeptid spezifisch an polyklonale Antikörper, die
gegen SEQ ID NR.: 6 erzeugt werden, oder an einen immunogenen Teil
davon. In einem weiteren Ausführungsbeispiel
stammt das Polypeptid von einem Menschen, einer Ratte oder einer
Maus. In einem weiteren Ausführungsbeispiel
weist das Polypeptid eine Aminosäuresequenz
von SEQ ID NR.: 6 oder einen immunogenen Teil davon auf.
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In
einem weiteren Aspekt stellt die Erfindung einen Antikörper bereit,
der an ein isoliertes Polypeptid bindet, wobei das Polypeptid mehr
als etwa 70% Aminosäuresequenzidentität mit einer
Aminosäuresequenz von
SEQ ID NR.: 6 umfaßt.
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In
einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zum Identifizieren einer Verbindung bereit, die die Signaltransduktion
von BCA-PCR moduliert, wobei das Verfahren die Schritte umfaßt: (i)
in Kontakt bringen der Verbindung mit einem Polypeptid mit mehr
als 70% Aminosäuresequenzidentität mit der
Aminosäuresequenz
von SEQ ID NR.: 6, und (ii) Bestimmen des funktionalen Effekts der
Verbindung auf das Polypeptid.
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In
einem Ausführungsbeispiel
ist das Polypeptid an eine feste Phase gebunden. In einem weiteren Ausführungsbeispiel
ist das Polypeptid an eine feste Phase kovalent gebunden.
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In
einem Ausführungsbeispiel
wird der funktionale Effekt durch Messen von Änderungen der intrazellulären cAMP,
IP3 oder Ca2+ bestimmt. In einem weiteren
Ausführungsbeispiel
ist der funktionale Effekt ein chemischer Effekt oder ein physikalischer
Effekt. In einem weiteren Ausführungsbeispiel
wird der funktionale Effekt durch Messen der Bindung der Verbindung
an das Polypeptid gemessen.
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In
einem Ausführungsbeispiel
ist das Polypeptid rekombinant. In einem weiteren Ausführungsbeispiel wird
das Polypeptid in einer Zelle oder Zellenmembran exprimiert, z.B.
einer eukaryotischen Zelle oder Zellenmembran.
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In
einem Ausführungsbeispiel
ist der Krebs Brustkrebs.
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In
einem weiteren Ausführungsbeispiel
ist die Verbindung ein Antagonist eines Polypeptids, wobei das Polypeptid
mehr als 70% Aminosäureidentität zur Aminosäuresequenz
von SEQ ID NR.: 6 umfaßt.
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In
einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zum Behandeln von Krebs bereit, wobei das Verfahren die Schritte
des Kontaktierens einer Krebszelle mit einer therapeutisch wirksamen Menge
eines Antikörpers
umfaßt,
wobei der Antikörper
spezifisch an ein Polypeptid mit mehr als 70% Aminosäureidentität mit der
Aminosäuresequenz
der SEQ ID NR.: 6 bindet.
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In
einem Ausführungsbeispiel
bindet der Antikörper
spezifisch an ein Polypeptid mit mehr als 70% Aminosäureidentität mit der
Aminosäuresequenz
von SEQ ID NR.: 6.
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In
einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zum Nachweisen der Anwesenheit einer BCA-GPCR-Nukleinsäure oder
eines BCA-GPCR-Polypeptids
in menschlichem Gewebe bereit, wobei das Verfahren die Schritte
umfaßt:
(i) Isolieren einer biologischen Probe; (ii) Kontaktieren der biologischen
Probe mit einem BCA-GPCR-spezifischen Reagenz, das selektiv mit
einer BCA-GPCR-Nukleinsäure oder
einem BCA-GPCR-Polypeptid verbindet; und (iii) Erfassen des Anteils
an BCA-GPCR-spezifischem Reagenz, das selektiv mit der Probe verbindet.
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In
einem Ausführungsbeispiel
ist das BCA-GPCR-spezifische Reagenz aus der Gruppe ausgewählt, die
aus: BCA-GPCR-spezifischen Antikörpern,
BCA-GPCR- spezifischen
Oligonukleotidprimern und BCA-GPCR-spezifischen Nukleinsäuresonden
besteht.
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In
einem weiteren Ausführungsbeispiel
ist das Gewebe Brustkrebsgewebe.
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In
einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Herstellung eines G-Protein-gekoppelten Rezeptorpolypeptids
bereit, wobei das Verfahren den Schritt des Exprimierens des Polypeptids
aus einem rekombinanten Expressionsvektor mit einer Nukleinsäure, die
das Polypeptid codiert, umfaßt, wobei
die Aminosäuresequenz
des Polypeptids mehr als etwa 70% Aminosäureidentität mit einem Polypeptid mit
einer Aminosäuresequenz
von SEQ ID NR.: 6 umfaßt.
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In
einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Herstellung einer rekombinanten Zelle mit einem Polypeptid bereit,
wobei das Verfahren den Schritt der Transduktion der Zelle mit einem
Expressionsvektor mit einer Nukleinsäure, die das Polypeptid codiert,
umfaßt,
wobei die Aminosäuresequenz
des Polypeptids mehr als etwa 70% Aminosäureidentität mit einem Polypeptid mit
einer Aminosäuresequenz
von SEQ ID NR.: 6 umfaßt.
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KURZBESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1:
Brustkrebstumore und Zellinien mit amplifizierten Kopien des BCA-GPCR-3-Gens.
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2:
BCA-GPCR-3-mRNA-Überexpression
in Brustkrebszellinien.
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3:
Quantitative Daten von BCA-GPCR-3-mRNA-Überexpression in Brustkrebszellinien.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Einleitung
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Die
vorliegende Erfindung stellt zum ersten Mal Nukleinsäuren bereit,
die vier neue G-Protein-gekoppelte Rezeptoren codieren. Auf diese
Nukleinsäuren
und die Rezeptoren, die sie codieren, wird einzeln als BCA-GPCR-1,
2, 3 und 4 bezeichnet Bezug genommen. Diese BCA-GPCRs sind Komponenten
von Signaltransduktionswegen und sind einem genomischen Bereich
zugeordnet, der in Brustkrebszellen amplifiziert ist. Diese Nukleinsäuren stellen
wertvolle Sonden für
die Identifikation von Brustkrebszellen bereit, da die Nukleinsäuren in
bestimmten Brustkrebszellen spezifisch amplifiziert sind oder sehr
nahe (innerhalb 100 kb) liegen oder Bereiche sind, die in Brustkrebszellen
spezifisch amplifiziert und/oder überexprimiert sind. Nukleinsäuren, die
die BCA-GPCRs der Erfindung codieren, können unter Verwendung von Verfahren
wie z.B. Umkehrtranskription und Amplifikation von mRNA, Isolation
von gesamter RNA oder Poly-A+-RNA, Northern-Blotting, Dot-Blotting,
In-Situ-Hybridisierung, RNase-Schutz,
S1-Abbau, Prüfen
von DNA-Mikrochipanordnungen und dergleichen identifiziert werden.
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Die
Chromosomlokalisierung der Gene wurde bestimmt und alle vier der
Gene befinden sich am Chromosom 1q44 in der folgenden Orientierung,
ausgehend vom Centromerende, 5' zu
3'-Strang: BCA-GPCR-1 (3'-5'-Orientierung); ungefähr 40 kb;
BCA-GPCR-2 (5'-3'-Orientierung); ungefähr 40 kb;
BCA-GPCR-3 (3'-5'-Orientierung); ungefähr 60 kb; BCA-GPCR-4 (5'-3'-Orientierung), mit
dem Telomerende endend. Diese Gene, die menschliche BCA-GPCRs codieren,
können
verwendet werden, um Krankheiten, Mutationen und Anlagen zu identifizieren,
die durch BCA-GPCRs verursacht werden und mit diesen verbunden sind,
wie z.B. Krebs, z.B. Brustkrebs. Die BCA-GPCRs der Erfindung sind
auch für
die Krebsdiagnose, insbesondere Brustkrebs, nützlich.
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Die
Isolation von neuen BCA-GPCRs stellt ein Mittel zum Testen auf und
zum Identifizieren von Modulatoren der Signaltransduktion von G-Protein-gekoppelten
Rezeptoren, z.B. Aktivatoren, Inhibitoren, Stimulatoren, Verstärkern, Agonisten und
Antagonisten, bereit. Solche Modulatoren der Signaltransduktion
sind für die
pharmakologische Modulation von Signalisierungswegen, z.B. in Krebszellen
wie z.B. Brustkrebs, nützlich. Solche
Aktivatoren und Inhibitoren, die unter Verwendung von BCA-GPCRs
identifiziert werden, können
auch für
eine weitere Untersuchung der Signaltransduktion verwendet werden.
Folglich stellt die Erfindung Tests für die Signaltransduktionsmodulation
bereit, wobei die BCA-GPCRs
als direkte oder indirekte Reportermoleküle für den Effekt von Modulatoren
auf die Signaltransduktion wirken. BCA-GPCRs können in Tests in vitro, ex
vivo und in vivo verwendet werden, z.B. um Änderungen der Transkriptionsaktivierung
von GPCRs; Ligandenbindung; Phosphorylierung und Dephosphorylierung;
GPCR-Bindung an G-Proteine; G-Proteinaktivierung, regulierende Molekülbindung;
Spannungs-, Membranpotential- und Leitungsänderungen; Ionenfluß, Änderungen in
intrazellulären
zweiten Botenstoffen wie z.B. cAMP und Inositoltriphosphat; Änderungen
der intrazellulären Kalziumspiegel;
und Neurotransmitterfreisetzung zu messen.
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Verfahren
zum Testen auf Modulatoren der Signaltransduktion umfassen In-Vitro-Ligandenbindungstests
unter Verwendung der BCA-GPCRs, Teilen davon, wie z.B. der extrazellulären Domäne, oder
chimäre Proteine
mit einer oder mehreren Domänen
eines GPCR, Oozyten-GPCR-Expression oder Gewebekulturzellen-GPCR-Expression,
die entweder natürlich
vorkommt oder rekombinant ist; Membranexpression eines GPCR, die
entweder natürlich
vorkommt oder rekombinant ist; Gewebeexpression eines GPCR; Expression
eines GPCR in einem transgenen Tier usw.
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Funktional
stellen die BCA-GPCRs einen Sieben-Transmembran-G-Proteingekoppelten
Rezeptor der G-Protein-gekoppelten Rezeptorfamilie dar, die mit
einem G-Protein in Wechselwirkung treten, um die Signaltransduktion
zu vermitteln (siehe z.B. Fong, Cell Signal 8:217 (1996); Baldwin,
Curr. Opin. Cell Biol. 6:180 (1994)). Die Gene, die die BCA-GPCRs
codieren, befinden sich am Chromosom 1q44 und gehören zu einem Bereich,
der in Brustkrebszellen amplifiziert ist.
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Strukturell
codiert die Nukleotidsequenz von menschlichem BCA-GPCR-1 (siehe
z.B. SEQ ID NR.: 1) ein Polypeptid mit einem vorhergesagten Molekulargewicht
von ungefähr
31 kDa und einem vorhergesagten Bereich von 26–36 kDa (siehe z.B. SEQ ID
NR.: 2). Verwandte BCA-GPCR-1-Gene von anderen Spezies sollten sich
mindestens etwa 70% Aminosäureidentität über einen
Aminosäurebereich
von mindestens etwa 25 Aminosäuren
in der Länge,
wahlweise 50 bis 100 Aminosäuren
in der Länge,
teilen.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch polymorphe Varianten des BCA-GPCR-1
bereit, der in SEQ ID NR.: 1 dargestellt ist: Variante #1, in der
ein Isoleucinsäurerest
gegen einen Leucinrest in der Aminosäureposition 7 vom Methionin
ausgetauscht ist; Variante #2, in der ein Glutaminsäurerest
gegen einen Aspartamsäurerest
in der Aminosäureposition
142 vom Methionin ausgetauscht ist; und Variante #3, in der ein
Alaninrest gegen einen Glycinrest in der Aminosäureposition 6 vom Methionin
ausgetauscht ist.
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Strukturell
codiert die Nukleotidsequenz von menschlichem BCA-GPCR-2 (siehe
z.B. SEQ ID NR.: 3) ein Polypeptid mit einem vorhergesagten Molekulargewicht
von ungefähr
37 kDa und einem vorhergesagten Bereich von 32–42 kDa (siehe z.B. SEQ ID
NR.: 4). Verwandte BCA-GPCR-2-Gene von anderen Spezies sollten sich
mindestens etwa 70% Aminosäureidentität über einen
Aminosäurebereich
mit mindestens etwa 25 Aminosäuren
in der Länge,
wahlweise 50 bis 100 Aminosäuren
in der Länge,
teilen. BCA-GPCR-2 ist zumindest etwa 2–3-fach in 15% von primären Brusttumoren
und -tumorzellinien amplifiziert.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch polymorphe Varianten des in SEQ
ID NR.: 4 dargestellten BCA-GPCR-2 bereit: Variante #1, in der ein
Leucinsäurerest
gegen einen Isoleucinrest in der Aminosäureposition 9 ausgetauscht
ist; Variante #2, in der ein Asparaginsäurerest gegen einen Glutaminsäurerest
in der Aminosäureposition
19 ausgetauscht ist; und Variante #3, in der ein Alaninrest gegen
einen Glycinrest in der Aminosäureposition
6 ausgetauscht ist.
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Strukturell
codiert die Nukleotidsequenz von menschlichem BCA-GPCR-3 (siehe
z.B. SEQ ID NR.: 5, exprimiert in Plazenta und Hoden) ein Polypeptid
mit einem vorhergesagten Molekulargewicht von ungefähr 37 kDa
und einem vorhergesagten Bereich von 32–42 kDa (siehe z.B. SEQ ID
NR.: 6). Verwandte BCA-GPCR-3-Gene von anderen Spezies sollten sich
mindestens etwa 70% Aminosäureidentität über einen
Aminosäurebereich
von mindestens etwa 25 Aminosäuren
in der Länge,
wahlweise 50 bis 100 Aminosäuren
in der Länge,
teilen. BCA-GPCR-3 ist mindestens etwa 3–7-fach in etwa 15% von primären Brusttumoren
und -tumorzelllinien amplifiziert (siehe 1). Außerdem sind
die BCA-GPCR-3-mRNA-Spiegel in Brustkrebszellinien von sowohl amplifizierten
als auch nicht-amplifizierten Tumoren erhöht (siehe 2–3).
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch polymorphe Varianten des BCA-GPCR-3,
der in SEQ ID NR.: 6 dargestellt ist, bereit: Variante #1, in der
ein Leucinsäurerest
gegen einen Isoleucinrest in der Aminosäureposition 8 ausgetauscht
ist; Variante #2, in der ein Asparaginsäurerest gegen einen Glutaminsäurerest
in der Aminosäureposition
73 ausgetauscht ist; und Variante #3, in der ein Alaninrest gegen
einen Glycinrest in der Aminosäureposition
7 ausgetauscht ist.
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Strukturell
codiert die Nukleotidsequenz von menschlichem BCA-GPCR-4 (siehe
SEQ ID NR.: 7) ein Polypeptid mit einem vorhergesagten Molekulargewicht
von ungefähr
37 kDa und einem vorhergesagten Bereich von 32–42 kDa (siehe z.B. SEQ ID
NR.: 8). Verwandte BCA-GPCR-4-Gene von anderen Spezies sollten sich
mindestens etwa 70% Aminosäureidentität über einen
Aminosäurebereich
von mindestens etwa 25 Aminosäuren
in der Länge,
wahlweise 50 bis 100 Aminosäuren
in der Länge,
teilen. BCA-GPCR-4 ist mindestens etwa 2–3-fach in 15% der primären Brusttumore
und -tumorzellinien amplifiziert.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch polymorphe Varianten des BCA-GPCR-4,
der in SEQ ID NR.: 8 dargestellt ist, bereit: Variante #1, in der
ein Leucinsäurerest
gegen einen Isoleucinrest in der Aminosäureposition 7 ausgetauscht
ist; Variante #2, in der ein Glutaminsäurerest gegen einen Asparaginsäurerest
in der Aminosäureposition
13 ausgetauscht ist; und Variante #3, in der ein Serinrest gegen
einen Glycinrest in der Aminosäureposition
10 ausgetauscht ist.
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Spezifische
Bereiche des BCA-GPCR-Nukleotids und der Aminosäuresequenzen können verwendet werden,
um polymorphe Varianten, Interspezies-Homologe und Allele von BCA-GPCRs
zu identifizieren. Diese Identifikation kann in vitro, z.B. unter
stringenten Hybridisierungsbedingungen, oder PCR (unter Verwendung
von Primern, die mit SEQ ID NRN.: 1, 3, 5 und 7, z.B. SEQ ID NRN.:
9–16,
hybridisieren), und Sequenzanalyse oder unter Verwendung der Sequenzinformation
in einem Computersystem zum Vergleich mit anderen Nukleotidsequenzen
durchgeführt
werden. Typischerweise wird die Identifikation von polymorphen Varianten
und Allelen eines BCA-GPCR durch Vergleichen einer Aminosäuresequenz
von etwa 25 Aminosäuren oder
mehr, z.B. 50–100
Aminosäuren,
durchgeführt.
Die Aminosäureidentität von ungefähr mindestens
70% oder darüber,
wahlweise 75%, 80%, 85% oder 90–95%
oder darüber,
demonstriert typischerweise, daß ein Protein
eine polymorphe Variante, ein Interspezies-Homolog oder ein Allel
eines BCA-GPCR ist. Der Sequenzvergleich wird unter Verwendung der
BLAST und BLAST 2.0 Sequenzvergleichsalgorithmen mit Standardparametern
durchgeführt,
die nachstehend erörtert
werden. Antikörper,
die spezifisch an einen BCA-GPCR oder einen bewahrten Bereich davon
binden, können
auch verwendet werden, um Allele, Interspezies-Homologe und polymorphe
Varianten zu identifizieren. Es wird erwartet, daß die polymorphen
Varianten, Allele und Interspezies-Homologe die Sieben-Transmembran-Struktur
eines G-Protein-gekoppelten Rezeptors beibehalten.
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BCA-GPCR-Nukleotid-
und Aminosäuresequenzinformationen
können
auch verwendet werden, um Modelle von BCA-GPCRs in einem Computersystem
zu konstruieren. Diese Modelle werden anschließend verwendet, um Verbindungen
zu identifizieren, die BCA-GPCRs aktivieren oder inhibieren können. Solche
Verbindungen, die die Aktivität
eines BCA-GPCR modulieren, können
verwendet werden, um die Rolle von BCA-GPCRs bei der Signaltransduktion
zu untersuchen.
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Definitionen
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"BCA-GPCR" und "BCA-GPCR-1, 2, 3
oder 4" beziehen
sich auf neue G-Proteingekoppelte Rezeptoren, für welche die Gene am Chromosom
1q44 liegen und zu einem Bereich des Chromosoms gehören, der in
Brustkrebszellen amplifiziert ist. Die BCA-GPCRs der Erfindung weisen
sieben Transmembranbereiche auf und weisen eine "Aktivität eines G-Protein-gekoppelten
Rezeptors" auf,
z.B. binden sie an G-Proteine als Reaktion auf extrazelluläre Reize
und fördern
die Produktion von zweiten Botenstoffen wie z.B. IP3, cAMP und Ca2+ über
die Stimulation von stromabwärts
liegenden Effektoren wie z.B. Phospholipase C und Adenylatcyclase
(für eine
Beschreibung der Struktur und Funktion von GPCRs siehe z.B. Fong,
oben, und Baldwin, oben).
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Topologisch
weisen BCA-GPCRs eine N-endständige "extrazelluläre Domäne", eine "Transmembran-Domäne" mit siebten Transmembranbereichen
und entsprechenden zytoplasmatischen und extrazellulären Schleifen
und eine C-endständige "zytoplasmatische
Domäne" auf (siehe z.B.
Buck & Axel,
Cell 65:175–187
(1991)). Diese Domänen
können
unter Verwendung von Verfahren, die Fachleuten bekannt sind, wie
z.B. Sequenzanalyseprogramme, die hydrophobe und hydrophile Domänen identifizieren,
strukturell identifiziert werden (siehe z.B. Kyte & Doolittle, J.
Mol. Biol. 157:105–132
(1982)). Solche Domänen
sind zur Herstellung von chimären
Proteinen und für
In-Vitro-Tests der Erfindung nützlich.
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"Extrazelluläre Domäne" bezieht sich daher
auf die Domäne
eines BCA-GPCR, die von der Zellmembran hervorragt und häufig an
einen extrazellulären
Liganden bindet. Diese Domäne
ist häufig
für In-Vitro-Ligandenbindungstests,
sowohl in der löslichen
als auch festen Phase, nützlich.
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"Transmembran-Domäne" umfaßt sieben
Transmembranbereiche plus die entsprechenden zytoplasmatischen und
extrazellulären
Schleifen. Bestimmte Bereiche der Transmembran-Domäne können auch
an der Ligandenbindung beteiligt sein.
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"Zytoplasmatische
Domäne" bezieht sich auf
die Domäne
eines BCA-GPCR, die nach dem siebten Transmembranbereich in das
Zytoplasma ragt und sich zum C-Ende
des Polypeptids fortsetzt.
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"GPCR-Aktivität" bezieht sich auf
die Fähigkeit,
eines GPCR, ein Signal zu transduzieren. Eine solche Aktivität kann z.B.
in einer heterologen Zelle durch Koppeln eines GPCR (oder eines
chimären
GPCR) mit einem G-Protein und einem stromabwärts liegenden Effektor wie
z.B. PLC und Messen der Zunahmen im intrazellulären Kalzium gemessen werden
(siehe z.B. Offermans & Simon,
J. Biol. Chem. 270:15175–15180 (1995)).
Die Rezeptoraktivität
kann durch Aufzeichnen von durch Liganden induzierten Änderungen
in [Ca2+]i unter
Verwendung von fluoreszierenden Ca2+-Indikatorfarbstoffen
und fluorometrischer Abbildung wirksam gemessen werden.
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Die
Begriffe "BCA-GPCR" und "BCA-GPCR-1, 2, 3
oder 4" beziehen
sich daher auf polymorphe Varianten, Allele, Mutanten und Interspezies-Homologe
und BCA-GPCR-Domänen davon,
die: (1) etwa 70% Aminosäuresequenzidentität, vorzugsweise
etwa 75, 80, 85, 90 oder 95% oder einer höhere Aminosäuresequenzidentität mit SEQ
ID NR.: 2, 4, 6 oder 8 über
ein Fenster von etwa 25 Aminosäuren,
vorzugsweise 50–100 Aminosäuren, aufweisen;
oder (3) (mit einer Größe von mindestens
etwa 100, vorzugsweise mindestens etwa 500 oder 1000 Nukleotiden)
unter stringenten Hybridisierungsbedingungen mit einer Sequenz SEQ
ID NR.: 1, 3, 5 oder 7 und konservativ modifizierten Varianten davon
spezifisch hybridisieren. Dieser Begriff bezieht sich auch auf eine
Domäne
eines BCA-GPCR, wie vorstehend beschrieben, oder eines Fusionsproteins
mit einer Domäne
eines BCA-GPCR, die mit einem heterologen Protein verbunden ist.
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Eine "Wirtszelle" ist eine natürlich vorkommende
Zelle oder eine transformierte Zelle, die einen Expressionsvektor
enthält
und die Replikation oder Expression des Expressionsvektors unterstützt. Wirtszellen können kultivierte
Zellen, Explantate, Zellen in vivo und dergleichen sein. Wirtszellen
können
prokaryotische Zellen, wie z.B. E. coli oder eukaryotische Zellen
wie z.B. Hefe-, Insekten-, Amphibien- oder Säugerzellen wie z.B. CHO, HeLa
und dergleichen sein.
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"Biologische Probe", wie hierin verwendet,
ist eine Probe von biologischem Gewebe oder Fluid, die/das Nukleinsäuren oder
Polypeptide von neuen BCA-GPCRs
enthält.
Solche Proben umfassen, sind jedoch nicht begrenzt auf Gewebe, das
von Menschen, Mäusen
und Ratten isoliert ist. Biologische Proben können auch Gewebesektionen wie
z.B. gefrorene Sektionen, die für
histologische Zwecke entnommen werden, umfassen. Eine biologische
Probe wird typischerweise aus einem eukaryotischen Organismus wie
z.B. Insekten, Protozoen, Vögeln,
Fischen, Reptilien und vorzugsweise einem Säuger wie z.B. einer Ratte,
einer Maus, einer Kuh, einem Hund, einem Meerschweinchen oder einem
Kaninchen und am meisten bevorzugt einem Primaten wie z.B. Schimpansen
oder Menschen, erhalten. Bevorzugte Gewebe umfassen z.B. normales
Prostata-Epithelialgewebe, Plazenta- und Hodengewebe.
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Der
Ausdruck "funktionale
Effekte" im Zusammenhang
mit Tests zum Testen von Verbindungen, die die durch BCA-GPCR vermittelte
Signaltransduktion modulieren, umfaßt die Bestimmung irgendeines
Parameters, der indirekt oder direkt unter dem Einfluß eines
BCA-GPCR steht, z.B. ein funktionaler, physikalischer oder chemischer
Effekt. Er umfaßt
Ligandenbindung, Änderung
des Ionenflusses, Membranpotential, Stromfluß, Transkription, G-Protein-Bindung, Genamplifikation,
Expression in Krebszellen, GPCR-Phosphorylierung oder -Dephosphorylierung,
Signaltransduktion, Rezeptor-Liganden-Wechselwirkungen, Konzentrationen von zweiten
Botenstoffen (z.B. cAmp, cGMP, IP3 oder
intrazelluläres
Ca2+), in vitro, in vivo und ex vivo und
umfaßt auch andere
physiologische Effekte wie z.B. Zunahmen oder Abnahmen der Neurotransmitter-
oder Hormonfreisetzung.
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Mit "Bestimmen des funktionalen
Effekts" sind Tests
für eine
Verbindung gemeint, die einen Parameter erhöht oder verringert, der indirekt
oder direkt unter dem Einfluß eines
BCA-GPCR steht, z.B. funktionale, physikalische und chemische Effekte.
Solche funktionalen Effekte können
durch ein beliebiges Mittel, das Fachleuten bekannt ist, gemessen
werden, z.B. Änderungen
der spektroskopischen Eigenschaften (z.B. Fluoreszenz, Absorptionsvermögen, Brechungsindex),
hydrodynamische (z.B. Form), chromatographische oder Löslichkeitseigenschaften,
Patch-Clamping, gegen Spannung empfindliche Farbstoffe, ganze Zellenströme, Radioisotopausfluß, induzierbare
Marker, Transkriptionsaktivierung von BCA-GPCRs; Ligandenbindungstests; Spannungs-,
Membranpotential- und Leitungsänderungen;
Ionenflußtests; Änderungen
der intrazellulären zweiten
Botenstoffe wie z.B. cAMP und Inositoltriphosphat (IP3); Änderungen
der intrazellulären
Kalziumspiegel; Neurotransmitterfreisetzung und dergleichen.
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"Inhibitoren", "Aktivatoren", und "Modulatoren" von BCA-GPCRs werden
austauschbar verwendet, um auf inhibierende, aktivierende oder modulierende
Moleküle
Bezug zu nehmen, die unter Verwendung von In-Vitro- und In-Vivo-Tests auf die Signaltransduktion
identifiziert werden, z.B. Liganden, Agonisten, Antagonisten und
ihre Homologen und Nachahmer. Inhibitoren sind Verbindungen, die
z.B. an teilweise binden an, teilweise oder vollständig die
Stimulation der Signaltransduktion blockieren, diese senken, verhindern,
deren Aktivierung verzögern,
diese inaktivieren, unempfindlich machen oder abwärtsregulieren,
z.B. Antagonisten. Aktivatoren sind Verbindungen, die z.B. binden
an, die Signaltransduktion stimulieren, erhöhen, öffnen, aktivieren, erleichtern,
deren Aktivierung verstärken,
diese empfindlich machen oder aufwärtsregulieren, z.B. Agonisten.
Modulatoren umfassen Verbindungen, die z.B. die Wechselwirkung eines
Polypeptids mit: extrazellulären
Proteinen, die Aktivatoren oder einen Inhibitor binden; G-Proteinen,
G-Protein-Alpha-, -Beta- und
-Gamma-Untereinheiten; und Kinasen ändern. Modulatoren umfassen
auch genetisch modifizierte Versionen von BCA-GPCRs, z.B. mit geänderter
Aktivität,
sowie natürlich
vorkommende und synthetische Liganden, Antagonisten, Agonisten, Antikörper, kleine
chemische Moleküle
und dergleichen. Solche Tests auf Inhibitoren und Aktivatoren umfassen
z.B. die Expression von BCA-GPCRs in vitro, in Zellen oder Zellmembranen,
das Anwenden von vermutlichen Modulatorverbindungen und dann das
Bestimmen der funktionalen Effekte auf die Signaltransduktion, wie
vorstehend beschrieben.
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Proben
oder Tests, die BCA-GPCRs umfassen, die mit einem potentiellen Aktivator,
Inhibitor oder Modulator behandelt werden, werden mit Kontrollproben
ohne den Inhibitor, Aktivator oder Modulator verglichen, um das
Ausmaß der
Inhibierung zu untersuchen. Den Kontrollproben (unbehandelt mit
Inhibitoren) wird ein relativer BCA-GPCR-Aktivitätswert von 100% zugewiesen.
Die Inhibierung eines BCA-GPCR ist erreicht, wenn der BCA-GPCR-Aktivitätswert relativ
zur Kontrolle etwa 80%, vorzugsweise 50%, bevorzugter 25–0% ist.
Die Aktivierung eines BCA-GPCR ist erreicht, wenn der BCA-GPCR-Aktivitätswert relativ
zur Kontrolle (unbehandelt mit Aktivatoren) 110%, bevorzugter 150%,
bevorzugter 200–500%
(d.h. zwei bis fünfmal
höher relativ
zur Kontrolle), bevorzugter 1000–3000% höher ist.
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Die
Begriffe "isoliert", "gereinigt" oder "biologisch rein" beziehen sich auf
Material, das im wesentlichen oder wesentlich frei von Komponenten
ist, die es normalerweise begleiten, wie in seinem natürlichen
Zustand zu finden. Reinheit und Homogenität werden typischerweise unter
Verwendung von analytischen Chemieverfahren wie z.B. Polyacrylamid-Gelelektrophorese
oder Hochleistungs-Flüssigchromatographie
bestimmt. Ein Protein, das die vorherrschende Spezies ist, die in
einer Zubereitung vorhanden ist, ist im wesentlichen gereinigt.
insbesondere wird eine isolierte BCA-GPCR-Nukleinsäure von
offenen Leserahmen getrennt, die das BCA-GPCR-Gen flankieren und
andere Proteine als den BCA-GPCR codieren. Der Begriff "gereinigt" bedeutet, daß eine Nukleinsäure oder
ein Protein im wesentlichen ein Band in einem Elektrophoresegel
verursacht. Insbesondere bedeutet es, daß die Nukleinsäure oder
das Protein zumindest zu 85% rein, bevorzugter zu mindestens 95%
rein und am meisten bevorzugt zu mindestens 99% rein ist.
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"Biologisch aktiver" BCA-GPCR bezieht
sich auf einen BCA-GPCR mit einer Signaltransduktionsaktivität und einer
Aktivität
eines G-Protein-gekoppelten Rezeptors, wie vorstehend beschrieben.
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"Nukleinsäure" bezieht sich auf
Desoxyribonukleotide oder Ribonukleotide und Polymere davon entweder
in ein- oder doppelsträngiger
Form. Der Begriff umfaßt
Nukleinsäuren,
die bekannte Nukleotidanaloge oder modifizierte Gerüstreste
oder Bindungen enthalten, die synthetisch sind, natürlich vorkommen
und nicht-natürlich vorkommen,
die ähnliche
Bindungseigenschaften aufweisen wie die Bezugsnukleinsäure und die
in einer Weise ähnlich
zu den Bezugsnukleotiden metabolisiert werden. Beispiele von solchen
Analogen umfassen ohne Begrenzung Phosphorthioate, Phosphoramidate,
Methylphosphonate, Chiralmethylphosphonate, 2-O-Methylribonukleotide,
Peptid-Nukleinsäuren
(PNAs).
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Wenn
nicht anders angegeben, umfaßt
eine spezielle Nukleinsäuresequenz
auch implizit konservativ modifizierte Varianten davon (z.B. degenerierte
Codon-Substitutionen)
und komplementäre
Sequenzen sowie die explizit angegebene Sequenz. Insbesondere können degenerierte
Codon-Substitutionen durch Erzeugen von Sequenzen, in denen die
dritte Position von einem oder mehreren ausgewählten (oder allen) Codons mit Mischbasen-
und/oder Desoxyinosinresten ersetzt ist, erreicht werden (Bather
et al., Nucleic Acid Res. 19:5081 (1991); Ohtsuka et al. J. Biol.
Chem. 260:2605–2608
(1985); Rossolini et al., Mol. Cell. Probes 8:91–98 (1994)). Der Begriff Nukleinsäure wird
austauschbar mit Gen, cDNA, mRNA, Oligonukleotid und Polynukleotid
verwendet.
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Die
Begriffe "Polypeptid", "Peptid" und "Protein" werden hierin austauschbar
verwendet, um sich auf ein Polymer von Aminosäureresten zu beziehen. Die Begriffe
gelten für
Aminosäurepolymere,
in denen ein oder mehrere Aminosäurereste
ein künstlicher
chemischer Nachahmer einer entsprechenden natürlich vorkommenden Aminosäure ist,
sowie für
natürlich
vorkommende Aminosäurepolymere
und ein nicht-natürlich vorkommendes
Aminosäurepolymer.
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Der
Begriff "Aminosäure" bezieht sich auf
natürlich
vorkommende und synthetische Aminosäuren sowie Aminosäureanaloge
und Aminosäurenachahmer,
die in einer Weise ähnlich
zu den natürlich
vorkommenden Aminosäuren
funktionieren. Natürlich
vorkommende Aminosäuren
sind diejenigen, die durch den genetischen Code codiert werden,
sowie diejenigen Aminosäuren,
die später
modifiziert werden, z.B. Hydroxyprolin, γ-Carboxyglutamat und O-Phosphoserin.
Aminosäureanaloge
bezieht sich auf Verbindungen, die dieselbe grundlegende chemische
Struktur wie natürlich
vorkommende Aminosäuren
aufweisen, d.h. ein α-Kohlenstoff, der
an einen Wasserstoff, eine Carboxylgruppe, eine Aminogruppe und
eine R-Gruppe gebunden ist, z.B. Homoserin, Norleucin, Methioninsulfoxid,
Methioninmethylsulfonium. Solche Analoge weisen modifizierte R-Gruppen
(z.B. Norleucin) oder modifizierte Peptidgerüste auf, behalten jedoch dieselbe
grundlegende chemische Struktur bei wie eine natürlich vorkommende Aminosäure. Aminosäurenachahmer
bezieht sich auf chemische Verbindungen, die eine Struktur aufweisen,
die von der allgemeinen chemischen Struktur einer Aminosäure verschieden
ist, die jedoch in einer Weise ähnlich
zu einer natürlich
vorkommenden Aminosäure funktioniert.
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Aminosäuren können hierin
entweder mit ihren üblicherweise
bekannten Drei-Buchstaben-Symbolen oder
mit den Ein-Buchstaben-Symbolen, die von der IUPAC-IUB Biochemical
Nomenclature Commission empfohlen werden, bezeichnet werden. Nukleotide
können
ebenso mit ihren üblicherweise
akzeptierten Ein-Buchstaben-Codes bezeichnet werden.
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"Konservativ modifizierte
Varianten" gilt
sowohl für
Aminosäure-
als auch Nukleinsäuresequenzen.
Bezüglich
spezieller Nukleinsäuresequenzen
bezieht sich konservativ modifizierte Varianten auf diejenigen Nukleinsäuren, die
identische oder im wesentlichen identische Aminosäuresequenzen
codieren, oder wenn die Nukleinsäure
keine Aminosäuresequenz
codiert, auf im Wesentlichen identische Sequenzen. Aufgrund der Degeneration
des genetischen Codes codieren eine große Anzahl von funktional identischen
Nukleinsäuren irgendein
gegebenes Protein. Die Codone GCA, GCC, GCG und GCU codieren beispielsweise
alle die Aminosäure
Alanin. In jeder Position, in der ein Alanin durch ein Codon festgelegt
wird, kann das Codon folglich in irgendeines der entsprechenden
beschriebenen Codons geändert
werden, ohne das codierte Polypeptid zu ändern. Solche Nukleinsäurevariationen
sind "stille Variationen", die eine Spezies
von konservativ modifizierten Variationen sind. Jede Nukleinsäuresequenz
hierin, die ein Polypeptid codiert, beschreibt auch jede mögliche stille
Variation der Nukleinsäure.
Ein Fachmann wird erkennen, daß jedes
Codon in einer Nukleinsäure (außer AUG,
das gewöhnlich
das einzige Codon für
Methionin ist, und TGG, das gewöhnlich
das einzige Codon für
Tryptophan ist) modifiziert werden kann, um ein funktional identisches
Molekül
zu ergeben. Folglich ist jede stille Variation einer Nukleinsäure, die
ein Polypeptid codiert, in jeder beschriebenen Sequenz impliziert.
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Ein
Fachmann wird erkennen, daß hinsichtlich
Aminosäuresequenzen
einzelne Substitutionen, Deletionen oder Additionen an einer Nukleinsäure, einem
Polypeptid, einem Polypeptid oder einer Proteinsequenz, die eine
einzelne Aminosäure
oder einen kleinen Prozentsatz von Aminosäuren in der codierten Sequenz ändert, addiert
oder deletiert, eine "konservativ
modifizierte Variante" ist,
wobei die Änderung
zur Substitution einer Aminosäure
mit einer chemisch ähnlichen
Aminosäure
führt.
Tabellen der konservativen Substitution, die funktional ähnliche
Aminosäuren
bereitstellen, sind auf dem Fachgebiet gut bekannt. Solche konservativ
modifizierten Varianten sind zusätzlich
zu polymorphen Varianten, Interspezies-Homologen und Allelen der
Erfindung und schließen
diese nicht aus.
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Die
folgenden acht Gruppen enthalten jeweils Aminosäuren, die konservative Substitutionen
zueinander sind:
- 1) Alanin (A), Glycin (G);
- 2) Asparaginsäure
(D), Glutaminsäure
(E);
- 3) Asparagin (N), Glutamin (Q);
- 4) Arginin (R), Lysin (K);
- 5) Isoleucin (I); Leucin (L), Methionin (M), Valin (V);
- 6) Phenylalanin (F), Tyrosin (Y), Tryptophan (W);
- 7) Serin (S), Threonin (T); und
- 8) Cystein (C), Methionin (M).
(siehe z.B. Creighton,
Proteins (1984)).
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Makromolekulare
Strukturen wie z.B. Polypeptidstrukturen können hinsichtlich verschiedener
Organisationsniveaus beschrieben werden. Für eine allgemeine Erörterung
dieser Organisation siehe z.B. Alberts et al., Molecular Biology
of the Cell (3. Ausg., 1994), und Cantor und Schimmel, Biophysical
Chemistry Teil 1: The Conformation of Biological Macromolecules
(1980). "Primäre Struktur" bezieht sich auf
die Aminosäuresequenz
eines speziellen Peptids. "Sekundäre Struktur" bezieht sich auf
lokal geordnete, dreidimensionale Strukturen innerhalb eines Polypeptids.
Diese Strukturen sind im allgemeinen als Domänen bekannt. Domänen sind Teile
eines Polypeptids, die eine kompakte Einheit des Polypeptids bilden
und typischerweise 25 bis ungefähr 500
Aminosäuren
lang sind. Typische Domänen
bestehen aus Abschnitten mit geringerer Organisation wie z.B. Ausdehnungen
von β-Faltblatt
und α-Helizes. "Tertiäre Struktur" bezieht sich auf
die vollständige
dreidimensionale Struktur eines Polypeptidmonomers. "Quaternäre Struktur" bezieht sich auf
die dreidimensionale Struktur, die durch die nicht-kovalente Verbindung
von unabhängigen
tertiären
Einheiten gebildet wird. Anisotrope Terme sind auch als Energieterme
bekannt.
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Ein "Marker" oder ein "nachweisbarer Anteil" ist eine Zusammensetzung,
die durch spektroskopische, photochemische, biochemische, immunchemische
oder chemische Mittel nachweisbar ist. Nützliche Marker umfassen beispielsweise 32P, Fluoreszenzfarbstoffe, elektronendichte
Reagenzien, Enzyme (z.B. wie üblicherweise
in einem ELISA verwendet), Biotin, Digoxigenin oder Haptene und
Proteine, für
die Ant oder 7 nachweisbar gemacht werden kann, z.B. durch Integrieren
eines Radiomarkers in das Peptid, und die verwendet werden, um Antikörper nachzuweisen,
die spezifisch mit dem Peptid reaktiv sind).
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Eine "markierte Nukleinsäuresonde
oder ein markiertes Oligonukleotid" ist eines, das entweder kovalent, durch
ein Verbindungsstück
oder eine chemische Bindung oder nicht-kovalent, durch ionische, Van-der-Waals-,
elektrostatische oder Wasserstoffbindungen an einen Marker gebunden
ist, so daß die
Anwesenheit der Sonde durch Nachweisen der Anwesenheit des an die
Sonde gebundenen Markers nachgewiesen werden kann.
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Wie
hierin verwendet, ist eine "Nukleinsäuresonde
oder ein Oligonukleotid" als
Nukleinsäure
definiert, die in der Lage ist, an eine Zielnukleinsäure einer
komplementären
Sequenz durch eine oder mehrere Arten von chemischen Bindungen,
gewöhnlich
durch komplementäre
Basenpaarung, gewöhnlich
durch Wasserstoffbindungsbildung, zu binden. Wie hierin verwendet,
kann eine Sonde natürliche
(d.h. A, G, C oder T) oder modifizierte Basen (7-Deazaguanosin,
Inosin usw.) umfassen. Außerdem
können
die Basen in einer Sonde mit einer anderen Verbindung als einer
Phosphodiesterbindung verbunden sein, so lange sie die Hybridisierung nicht
stören.
Sonden können
folglich beispielsweise Peptidnukleinsäuren sein, in denen die Bestandteilsbasen vielmehr
durch Peptidbindungen als Phosphodiesterbindungen verbunden sind.
Es ist für
einen Fachmann verständlich,
daß Sonden
Zielsequenzen, denen vollständige
Komplementarität
mit der Sondensequenz fehlt, in Abhängigkeit von der Stringenz
der Hybridisierungsbedingungen binden können. Die Sonden werden vorzugsweise
direkt mit Isotopen, Chromophoren, Lumiphoren, Chromogenen markiert
oder indirekt markiert, wie z.B. mit Biotin, an das ein Streptavidinkomplex
später
binden kann. Durch Testen auf die Anwesenheit oder Abwesenheit der
Sonde kann man die Anwesenheit oder Abwesenheit der ausgewählten Sequenz
oder Teilsequenz nachweisen.
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Der
Begriff "rekombinant" gibt an, wenn er
mit Bezug z.B. auf eine Zelle oder eine Nukleinsäure, ein Protein oder einen
Vektor verwendet wird, daß die
Zelle, die Nukleinsäure,
das Protein oder der Vektor durch die Einführung einer heterologen Nukleinsäure oder
eines heterologen Proteins oder die Änderung einer natürlichen
Nukleinsäure
oder eines natürlichen
Proteins modifiziert wurde oder daß die Zelle von einer so modifizierten
Zelle abgeleitet ist. Rekombinante Zellen exprimieren folglich beispielsweise
Gene, die innerhalb der natürlichen
(nicht-rekombinanten)
Form der Zelle nicht zu finden sind, oder exprimieren natürliche Gene,
die ansonsten anomal exprimiert, unterexprimiert oder überhaupt
nicht exprimiert sind.
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Der
Begriff "heterolog" gibt an, wenn er
mit Bezug auf Teile einer Nukleinsäure verwendet wird, daß die Nukleinsäure zwei
oder mehr Teilsequenzen umfaßt,
die in derselben Beziehung zueinander in der Natur nicht zu finden.
Sind. Die Nukleinsäure
wird beispielsweise typischerweise rekombinant erzeugt, wobei sie zwei
oder mehr Sequenzen von nicht verwandten Genen aufweist, die angeordnet
sind, um eine neue funktionale Nukleinsäure herzustellen, z.B. einen
Promoter von einer Quelle und einen Codierbereich von einer anderen
Quelle. Ebenso gibt ein heterologes Protein an, daß das Protein
zwei oder mehr Teilsequenzen umfaßt, die in derselben Beziehung
zueinander in der Natur nicht zu finden sind (z.B. ein Fusionsprotein).
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Ein "Promotor" ist als Anordnung
von Nukleinsäure-Steuersequenzen
definiert, die die Transkription einer Nukleinsäure lenken. Wie hierin verwendet,
umfaßt
ein Promotor erforderliche Nukleinsäuresequenzen nahe der Startstelle
der Transkription, wie z.B. im Fall eines Promotors des Typs Polymerase
II ein TATA-Element.
Ein Promotor umfaßt
auch wahlweise distale Verstärker-
oder Repressorelemente, die nicht weniger als mehrere tausend Basenpaare
von der Startstelle der Transkription angeordnet sein können. Ein "konstitutiver" Promotor ist ein
Promotor, der unter den meisten Umgebungs- und Entwicklungsbedingungen
aktiv ist. Ein "induzierbarer" Promotor ist ein
Promotor, der unter Umgebungs- oder Entwicklungsregulierung aktiv
ist. Der Begriff "wirksam
verbunden" bezieht
sich auf eine funktionale Verbindung zwischen einer Nukleinsäure-Expressionssteuersequenz
(wie z.B. einem Promotor oder einer Anordnung von Transkriptionsfaktor-Bindungsstellen)
und einer zweiten Nukleinsäuresequenz,
wobei die Expressionssteuersequenz die Transkription der Nukleinsäure entsprechend
der zweiten Sequenz lenkt.
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Ein "Expressionsvektor" ist ein Nukleinsäuregebilde,
das rekombinant oder synthetisch erzeugt wird, mit einer Reihe von
festgelegten Nukleinsäureelementen,
die die Transkription einer speziellen Nukleinsäure in einer Wirtszellen ermöglichen.
Der Expressionsvektor kann ein Teil eines Plasmids, eines Virus
oder eines Nukleinsäurefragments
sein. Typischerweise umfaßt
der Expressionsvektor eine zu transkribierende Nukleinsäure, die
wirksam mit einem Promotor verbunden ist.
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Die
Begriffe "identisch" oder Prozent "Identität" im Zusammenhang
mit zwei oder mehr Nukleinsäure- oder
Polypeptidsequenzen beziehen sich auf zwei oder mehr Sequenzen oder
Teilsequenzen, die gleich sind oder einen festgelegten Prozentsatz
von Aminosäureresten
oder Nukleotiden aufweisen, die gleich sind (d.h. etwa 70% Identität, vorzugsweise
75%, 80%, 85%, 90% oder 95% Identität über einen festgelegten Bereich im
Vergleich zu und ausgerichtet auf maximale Übereinstimmung über ein
Vergleichsfenster, oder einen festgelegten Bereich, wie unter Verwendung
von BLAST oder BLAST 2.0 Sequenzvergleichsalgorithmen mit nachstehend
beschriebenen Standardparametern oder durch manuelle Ausrichtung
und visuelle Untersuchung gemessen. Solche Sequenzen werden dann
als "im Wesentlichen
identisch" bezeichnet.
Diese Definition bezieht sich auch auf das Komplement einer Testsequenz.
Vorzugsweise existiert die Identität über einen Bereich, der mindestens
etwa 25 Aminosäuren
oder Nukleotide lang ist, oder bevorzugter über einen Bereich, der 50–100 Aminosäuren oder
Nukleotide lang ist.
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Zum
Sequenzvergleich wirkt typischerweise eine Sequenz als Bezugssequenz,
mit der Testsequenzen verglichen werden. Wenn ein Sequenzvergleichsalgorithmus
verwendet wird, werden die Test- und Bezugssequenzen in einen Computer
eingegeben, Teilsequenzkoordinaten werden festgelegt, falls erforderlich, und
Sequenzalgorithmus-Programmparameter
werden festgelegt. Standardprogrammparameter können verwendet werden oder
alternative Parameter können
festgelegt werden. Der Sequenzvergleichsalgorithmus berechnet dann
den Prozentsatz der Sequenzidentitäten für die Testsequenzen relativ
zur Bezugssequenz auf der Basis der Programmparameter.
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Ein "Vergleichsfenster", wie hierin verwendet,
umfaßt
einen Bezug auf ein Segment von irgendeiner der Anzahl von benachbarten
Positionen, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus 20 bis 600,
gewöhnlich etwa
50 bis etwa 200, gewöhnlicher
etwa 100 bis etwa 150 besteht, in denen eine Sequenz mit einer Bezugssequenz
mit derselben Anzahl von benachbarten Positionen verglichen werden
kann, nachdem die zwei Sequenzen optimal ausgerichtet sind. Verfahren
zur Ausrichtung von Sequenzen zum Vergleich sind auf dem Fachgebiet
gut bekannt. Die optimale Ausrichtung von Sequenzen zum Vergleich
kann z.B. durch den Algorithmus lokaler Homologie von Smith & Waterman, Adv.
Appl. Math. 2:482 (1981), durch den Homologieausrichtungsalgorithmus
von Needleman & Wunsch,
J. Mol. Biol. 48:443 (1970), durch das Verfahren der Suche nach Ähnlichkeit
von Pearson & Lipman,
Proc. Nat'I., Adad.
Sci. USA 85:2444 (1988), durch computerisierte Implementierungen
dieser Algorithmen (GAP, BESTFIT, FASTA und TFASTA im Wisconsin
Genetics Softwarepaket, Genetics Computer Group, 575 Science Dr.,
Madison, WI) oder durch manuelle Ausrichtung und visuelle Untersuchung
(siehe z.B. Current Protocols in Molecular Biology (Ausubel et al.,
Hrsg. 1995 Ergänzung)) durchgeführt werden.
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Ein
bevorzugtes Beispiel eines Algorithmus, der zum Bestimmen des Prozentsatzes
der Sequenzidentität
und der Sequenzähnlichkeit
geeignet ist, sind die BLAST und BLAST 2.0 Algorithmen, die in Altschul
et al., Nuc. Acids Res. 25:3389–3402
(1977) bzw. Altschul et al. J. Mol. Biol. 215:403–410 (1990),
beschrieben sind. BLAST und BLAST 2.0 werden mit den hierin beschriebenen
Parametern verwendet, um den Prozentsatz der Sequenzidentität für die Nukleinsäuren und
Proteine der Erfindung zu bestimmen. Eine Software zum Durchführen von
BLAST-Analysen ist durch das National Center for Biotechnology Information
(http:/www.ncbi.nlm.nih.gov/) öffentlich
erhältlich.
Dieser Algorithmus beinhaltet zuerst das Identifizieren von Sequenzpaaren
mit hoher Bewertung (HSPs) durch Identifizieren von kurzen Worten
mit der Länge
W in der Abfragesequenz, die mit einer gewissen Schwellenbewertung
T mit positivem Wert übereinstimmen
oder diese erfüllen, wenn
sie auf ein Wort mit der gleichen Länge in einer Datenbanksequenz
ausgerichtet sind. T wird als Umgebungswort-Bewertungsschwelle (Altschul
et al., oben) bezeichnet. Diese anfänglichen Umgebungsworttreffer wirken
als Keime für
die Einleitung von Suchen, um längere
HSPs zu finden, die sie enthalten. Die Worttreffer werden in beiden
Richtungen entlang jeder Sequenz so weit, wie die kumulative Ausrichtungsbewertung
erhöht
werden kann, erweitert. Kumulative Bewertungen werden für Nukleotidsequenzen
unter Verwendung der Parameter M (Rückwärtsbewertung für ein Paar
von übereinstimmenden
Resten; immer > 0)
und N (Strafbewertung für
nicht übereinstimmende
Reste; immer < 0)
berechnet. Für
Aminosäuresequenzen
wird eine Bewertungsmatrix verwendet, um die kumulative Bewertung
zu berechnen. Die Erweiterung der Worttreffer in jeder Richtung
wird angehalten, wenn: die kumulative Ausrichtungsbewertung um die
Größe X von
ihrem maximalen erzielten Wert abfällt; die kumulative Bewertung
auf Null oder darunter geht aufgrund der Ansammlung von einer oder
mehreren Restausrichtungen mit negativer Bewertung; oder das Ende
von einer Sequenz erreicht ist. Die BLAST-Algorithmusparameter W,
T und X bestimmen die Empfindlichkeit und Geschwindigkeit der Ausrichtung.
Das BLASTN-Programm (für
Nukleotidsequenzen) verwendet als Vorgaben eine Wortlänge (W)
von 11, eine Erwartung (E) von 10, M = 5, N = 4 und einen Vergleich
beider Stränge.
Für Aminosäuresequenzen
verwendet das BLASTP-Programm als Vorgaben eine Wortlänge von
3 und eine Erwartung (e) von 10 und die BLOSUM62-Bewertungsmatrix (siehe Henikoff & Henikoff, Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 89:10915 (1989)) Ausrichtungen (B) von 50,
Erwartung (E) von 10, M = 5, N = 4 und einen Vergleich beider Stränge.
-
Der
BLAST-Algorithmus führt
auch eine statistische Analyse der Ähnlichkeit zwischen zwei Sequenzen
durch (siehe z.B. Karlin & Altschul,
Proc. Nat'I. Acad.
Sci. USA 90:5873–5787
(1993)). Ein Maß der Ähnlichkeit,
das vom BLAST-Algorithmus
bereitgestellt wird, ist die kleinste Summenwahrscheinlichkeit (P(N)),
die eine Angabe der Wahrscheinlichkeit bereitstellt, mit der eine Übereinstimmung
zwischen zwei Nukleotid- oder Aminosäuresequenzen zufällig auftreten
würde.
Eine Nukleinsäure
wird beispielsweise als einer Bezugssequenz ähnlich betrachtet, wenn die
kleinste Summenwahrscheinlichkeit in einem Vergleich der Testnukleinsäure mit
der Bezugsnukleinsäure
geringer als 0,2, bevorzugter geringer als etwa 0,01 und am meisten
bevorzugt geringer als etwa 0,001 ist.
-
Ein
weiteres Beispiel eines nützlichen
Algorithmus ist PILEUP. PILEUP erzeugt eine Mehrfach-Sequenzausrichtung
von einer Gruppe von verwandten Sequenzen unter Verwendung von fortschreitenden, paarweisen
Ausrichtungen, um die Beziehung und den Prozentsatz der Sequenzidentität zu zeigen.
Es trägt auch
einen Baum oder ein Dendogramm auf, das die Clusterbeziehungen zeigt,
die verwendet werden, um die Ausrichtung zu erzeugen. PILEUP verwendet
eine Vereinfachung des fortschreitenden Ausrichtungsverfahrens von
Feng & Doolittle,
J. Mol. Evol. 35:351–360
(1987). Das verwendete Verfahren ist ähnlich zu dem Verfahren, das
von Higgins & Sharp,
CABIOS 5:151–153
(1989) beschrieben ist. Das Programm kann bis zu 300 Sequenzen jeweils
mit einer maximalen Länge
von 5000 Nukleotiden oder Aminosäuren
ausrichten. Die Mehrfachausrichtungsprozedur beginnt mit der paarweisen
Ausrichtung der zwei ähnlichsten
Sequenzen, wobei ein Cluster von zwei ausgerichteten Sequenzen erzeugt
wird. Dieser Cluster wird dann auf die nächste am besten verwandte Sequenz
oder Cluster von ausgerichteten Sequenzen ausgerichtet. Zwei Anhäufungen
von Seguenzen werden durch eine einfache Erweiterung der paarweisen
Ausrichtung von zwei einzelnen Sequenzen ausgerichtet. Die Endausrichtung
wird durch eine Reihe von fortschreitenden, paarweisen Ausrichtungen
erreicht. Das Programm wird durch Festlegen von speziellen Sequenzen
und ihrer Aminosäure-
oder Nukleotidkoordinaten für
Bereiche des Sequenzvergleichs und durch Festlegen der Programmparameter
durchgeführt. Unter
Verwendung von PILEUP wird eine Bezugssequenz mit anderen Testsequenzen
verglichen, um den Prozentsatz der Sequenzidentitätsbeziehung
unter Verwendung der folgenden Parameter zu bestimmen. Standardspaltgewicht
(3,00), Standardspaltlängengewicht
(0,10) und gewichtete Endspalte. PILEUP kann aus dem GCG-Sequenzanalyse-Softwarepaket,
z.B. Version 7.0 (Devereaux et al., Nuc. Acids Res. 12:387–395 (1984)),
erhalten werden.
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Eine
Angabe, daß zwei
Nukleinsäuresequenzen
oder Polypeptide im Wesentlichen identisch sind, besteht darin,
daß das
durch die erste Nukleinsäure
codierte Polypeptid mit den Antikörpern, die gegen das von der
zweiten Nukleinsäure
codierte Polypeptid angehoben sind, immunologisch kreuzreaktiv ist,
wie nachstehend beschrieben. Folglich ist ein Polypeptid typischerweise
im Wesentlichen zu einem zweiten Polypeptid beispielsweise identisch,
wenn sich die zwei Peptide nur durch konservative Substitutionen
unterscheiden. Eine andere Angabe, daß zwei Nukleinsäuresequenzen
im Wesentlichen identisch sind, besteht darin, daß die zwei Moleküle oder
ihre Komplemente unter stringenten Bedingungen miteinander hybridisieren,
wie nachstehend beschrieben. Noch eine weitere Angabe, daß zwei Nukleinsäuresequenzen
im Wesentlichen identisch sind, besteht darin, daß dieselben
Primer verwendet werden können,
um die Sequenz zu amplifizieren.
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Der
Ausdruck "hybridisiert
selektiv (oder spezifisch) mit" bezieht
sich auf die Bindung, Verdoppelung oder Hybridisierung eines Moleküls nur mit
einer speziellen Nukleotidsequenz unter stringenten Hybridisierungsbedingungen,
wenn diese Sequenz in einem komplexen Gemisch (z.B. gesamte zelluläre oder
Bibliotheken-DNA oder RNA) vorliegt.
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Der
Ausdruck "stringente
Hybridisierungsbedingungen" bezieht
sich auf Bedingungen, unter denen eine Sonde mit ihrer Zielteilsequenz,
typischerweise in einem komplexen Nukleinsäuregemisch, aber nicht mit anderen
Sequenzen hybridisiert. Stringente Bedingungen sind sequenzabhängig und
sind unter verschiedenen Umständen
unterschiedlich. Längere
Sequenzen hybridisieren spezifisch bei höheren Temperaturen. Eine umfangreiche
Führung
zur Hybridisierung von Nukleinsäuren
ist in Tijssen, Techniques in Biochemistry and Molecular Biology – Hybridization
with Nucleic Probes, "Overview
of principles of hybridization and the strategy of nucleic acid
assays" (1993),
zu finden. Im Allgemeinen werden stringente Bedingungen als etwa
5–10°C niedriger
als der thermische Schmelzpunkt (Tm) für die spezifische
Sequenz bei einer definierten Ionenstärke pH ausgewählt. Die
Tm ist die Temperatur (unter definierter
Ionenstärke,
pH, und Nukleinsäurekonzentration), bei
der 50% der Sonden komplementär
zum Ziel mit der Zielsequenz bei Gleichgewicht hybridisieren (wenn die
Zielsequenzen im Überschuß vorliegen,
werden bei Tm 50% der Sonden im Gleichgewicht
belegt). Stringente Bedingungen sind diejenigen, unter denen die
Salzkonzentration geringer ist als etwa 1,0 M Natriumion, typischerweise
etwa 0,01 bis 1,0 M Natriumionenkonzentration (oder andere Salze)
bei pH 7,0 bis 8,3 und die Temperatur zumindest etwa 30°C für kurze
Sonden (z.B. 10 bis 50 Nukleotide) und mindestens etwa 60°C für lange
Sonden (z.B. mehr als 50 Nukleotide) ist. Stringente Bedingungen
können
auch mit der Zugabe von Destabilisierungsmitteln wie z.B. Formamid
erreicht werden. Für
selektive oder spezifische Hybridisierung ist ein positives Signal
mindestens zweimal der Hintergrund, vorzugsweise 10-mal die Hintergrundhybridisierung. Beispielhafte
stringente Hybridisierungsbedingungen können folgende sein: 50% Formamid,
5 × SSC
und 1 % SDS, Inkubieren bei 42°C,
oder 5 × SSC,
1 % SDS, Inkubieren bei 65°C,
mit Waschen in 0,2 × SSC
und 0,1% SDS bei 65°C.
-
Nukleinsäuren, die
unter stringenten Bedingungen nicht miteinander hybridisieren, sind
dennoch im Wesentlichen identisch, wenn die Polypeptide, die sie
codieren, im Wesentlichen identisch sind. Dies geschieht beispielsweise,
wenn eine Kopie einer Nukleinsäure
unter Verwendung der maximalen Codondegeneration, die durch den
genetischen Code zugelassen wird, erzeugt wird. In solchen Fällen hybridisieren
die Nukleinsäuren
typischerweise unter mäßig stringenten
Hybridisierungsbedingungen. Beispielhafte "mäßig stringente
Hybridisierungsbedingungen" umfassen
eine Hybridisierung in einem Puffer von 40% Formamid, 1M NaCl, 1%
SDS bei 37°C
und Waschen in 1 × SCC
bei 45°C.
Eine positive Hybridisierung ist mindestens zweimal der Hintergrund.
Fachleute werden leicht erkennen, daß alternative Hybridisierungs-
und Waschbedingungen verwendet werden können, um Bedingungen ähnlicher
Stringenz vorzusehen.
-
"Antikörper" bezieht sich auf
ein Polypeptid mit einem Gerüstbereich
von einem Immunoglobulingen oder Fragmenten davon, das spezifisch
an ein Antigen bindet und dieses erkennt. Die erkannten Immunoglobulingene
umfassen die Kappa-, Lambda-, Alpha-, Gamma-, Delta-, Epsilon- und
Mu-Gene des konstanten Bereichs sowie die Myriad-Immunoglobulingene
des variablen Bereichs. Leichte Ketten werden entweder als Kappa
oder Lambda klassifiziert. Schwere Ketten werden als Gamma, Mu,
Alpha, Delta oder Epsilon klassifiziert, die wiederum die Immunoglobulinklassen
IgG, IgM, IgA, IgD bzw. IgE definieren.
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Eine
beispielhafte Immunoglobulin- (Antikörper) Struktureinheit umfaßt ein Tetramer.
Jedes Tetramer besteht aus zwei identischen Paaren von Polypeptidketten,
wobei jedes Paar eine "leichte" (etwa 25 kDa) und eine "schwere" Kette (etwa 50–70 kDa)
aufweist. Das N-Ende jeder Kette definiert einen variablen Bereich
von etwa 100 bis 110 oder mehr Aminosäuren, die hauptsächlich für die Antigenerkennung
verantwortlich sind. Die Begriffe variable leichte Kette (VL) und variable schwere Kette (VH)
beziehen sich auf diese leichten bzw. schweren Ketten.
-
Antikörper existieren
z.B. als intakte Immunoglobuline oder als Anzahl von gut gekennzeichneten Fragmenten,
die durch Abbau mit verschiedenen Peptidasen hergestellt werden.
Pepsin baut somit beispielsweise einen Antikörper unter den Disulfidbindungen
im Gelenkbereich ab, um F(ab)'2, ein Dimer von Fab, zu erzeugen, das selbst
eine leichte Kette aufweist, die mit VH-CH1 durch eine Disulfidbindung verbunden ist.
Das F(ab)'2 kann unter milden Bedingungen reduziert
werden, um die Disulfidbindung im Gelenkbereich aufzubrechen, wodurch
das F(ab)'2-Dimer in ein Fab'-Monomer umgewandelt wird. Das Fab'-Monomer ist im Wesentlichen Fab mit
einem Teil des Gelenkbereichs (siehe Fundamental Immunology (Paul
Hrsg., 3. Ausg. 1993)). Obwohl verschiedene Antikörperfragmente
hinsichtlich des Abbaus eines intakten Antikörpers definiert sind, wird
ein Fachmann erkennen, daß solche
Fragmente entweder chemisch oder unter Verwendung von rekombinanter
DNA-Methodologie neu synthetisiert werden können. Folglich umfaßt der Begriff
Antikörper,
wie hierin verwendet, auch Antikörperfragmente,
die entweder durch die Modifikation von ganzen Antikörpern hergestellt werden,
oder diejenigen, die neu unter Verwendung von rekombinanten DNA-Methodologien
(z.B. Ein-Ketten-Fv) synthetisiert werden, oder diejenigen, die
unter Verwendung von Phagen-Display-Bibliotheken identifiziert werden
(siehe z.B. McCafferty et al., Nature 348:552–554 (1990)).
-
Zur
Herstellung von monoklonalen oder polyklonalen Antikörpern kann
ein beliebiges auf dem Fachgebiet bekanntes Verfahren verwendet
werden (siehe z.B. Kohler & Milstein,
Nature 256:495–497
(1975); Kozbor et al., Immunology Today 4: 72 (1983); Cole et al.,
S. 77–96
in Monoclonal Antibodies and Cancer Therapy (1985)). Verfahren für die Herstellung
von Ein-Ketten-Antikörpern
(US-Patent 4 946
778) können
dazu ausgelegt werden, Antikörper
für Polypeptide
dieser Erfindung herzustellen. Transgene Mäuse oder andere Organismen
wie z.B. andere Säuger
können
auch verwendet werden, um humanisierte Antikörper zu exprimieren. Alternativ
kann die Phagen-Display-Technologie verwendet werden, um Antikörper und
heteromere Fab-Fragmente zu identifizieren, die spezifisch an ausgewählte Antigene
binden (siehe z.B. McCafferty et al., Nature 348:552–554 (1990);
Marks et al., Biotechnology 10:779–783 (1992)).
-
Ein "chimärer Antikörper" ist ein Antikörpermolekül, in dem
(a) der konstante Bereich oder ein Teil davon geändert, ersetzt oder ausgetauscht
ist, so daß die
Antigenbindungsstelle (variabler Bereich) mit einem konstanten Bereich
einer anderen oder geänderten
Klasse, einer Effektorfunktion und/oder Spezies oder einem vollständig anderen
Molekül,
das dem chimären
Antikörper
neue Eigenschaften verleiht, z.B. einem Enzym, Toxin, Hormon, Wachstumsfaktor,
Arzneimittel usw., verbunden ist; oder (b) der variable Bereich
oder ein Teil davon geändert,
ersetzt oder gegen einen variablen Bereich mit einer anderen oder
geänderten
Antigenspezifität
ausgetauscht ist.
-
Ein "Anti-BCA-GPCR"-Antikörper ist
ein Antikörper
oder ein Antikörperfragment,
der/das spezifisch an ein Polypeptid bindet, das durch ein BCA-GPCR-Gen,
cDNA oder eine Teilsequenz davon codiert wird.
-
Der
Begriff "Immuntest" ist ein Test, der
einen Antikörper
verwendet, um ein Antigen spezifisch zu binden. Der Immuntest ist
durch die Verwendung von spezifischen Bindungseigenschaften eines
speziellen Antikörpers
gekennzeichnet, um das Antigen zu isolieren, auf dieses abzuzielen
und/oder dieses zu quantifizieren.
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Der
Ausdruck "bindet
spezifisch (oder selektiv)" an
einen Antikörper
oder "ist spezifisch
(oder selektiv) immunreaktiv mit",
wenn auf ein Protein oder Peptid Bezug genommen wird, bezieht sich
auf eine Bindungsreaktion, die die Anwesenheit des Proteins in einer
heterogenen Population von Proteinen oder anderer Biologie bestimmt.
Unter festgelegten Immuntestbedingungen binden die festgelegten
Antikörper
folglich an ein spezielles Protein mindestens zweimal den Hintergrund
und binden im Wesentlichen nicht in einer signifikanten Menge an
andere Proteine, die in der Probe vorliegen. Die spezifische Bindung
an einen Antikörper
unter solchen Bedingungen kann einen Antikörper erfordern, der wegen seiner
Spezifität
für ein
spezielles Protein ausgewählt
wird. Polyklonale Antikörper,
die gegen einen speziellen BCA-GPCR erhöht sind, können beispielsweise ausgewählt werden,
um nur diejenigen polyklonalen Antikörper zu erhalten, die mit dem
BCA-GPCR spezifisch immunreaktiv sind, und nicht mit anderen Proteinen,
abgesehen von polymorphen Varianten, Orthologen und Allelen des
BCA-GPCR. Diese Auswahl kann durch Subtrahieren von Antikörpern, die
mit BCA-GPCR-Molekülen
kreuzreagieren, erreicht werden. Eine Vielfalt von Immuntestformaten
kann verwendet werden, um Antikörper
auszuwählen,
die spezifisch mit einem speziellen Protein immunreaktiv sind. Festphasen-ELISA-Immuntests
werden beispielsweise routinemäßig verwendet,
um Antikörper
auszuwählen,
die mit einem Protein spezifisch immunreaktiv sind (siehe z.B. Harlow & Lane, Antibodies,
A Laboratory Manual (1988) für
eine Beschreibung von Immuntestformaten und Bedingungen, die verwendet
werden können,
um die spezifische Immunreaktivität zu bestimmen). Typischerweise
ist eine spezifische oder selektive Immunreaktion mindestens zweimal
das Hintergrundsignal oder Rauschen und typischerweise mehr als
10 bis 100-mal der Hintergrund. Antikörper, die nur mit einem speziellen
BCA-GPCR-Orthologen, z.B. von spezifischen Spezies wie z.B. einer
Ratte, einer Maus oder einem Menschen, reagieren, können auch
hergestellt werden, wie vorstehend beschrieben, indem Antikörper subtrahiert
werden, die an denselben BCA-GPCR von anderen Spezies binden.
-
Der
Ausdruck "verbindet
selektiv mit" bezieht
sich auf die Fähigkeit
einer Nukleinsäure,
mit einer anderen "selektiv
zu hybridisieren",
wie vorstehend definiert, oder die Fähigkeit eines Antikörpers, an
ein Protein "selektiv
(oder spezifisch) zu binden",
wie vorstehend definiert.
-
Isolation
von Nukleinsäuren,
die BCA-GPCRs codieren.
-
A. Allgemeine rekombinante
DNA-Verfahren
-
Diese
Erfindung beruht auf Routineverfahren auf dem Gebiet der rekombinanten
Genetik. Basistexte, die die allgemeinen Verfahren zur Verwendung
in dieser Erfindung offenbaren, umfassen Sambrook et al., Molecular
Cloning, A Laboratory Manual (2. Ausg. 1989); Kriegler, Gene Transfer
and Expression: A Laboratory Manual (1990); und Current Protocols
in Molecular Biology (Ausubel et al., Hrsg., 1994).
-
Für Nukleinsäuren werden
die Größen entweder
Kilobasen (kb) oder Basenpaaren (bp) gegeben. Diese sind Abschätzungen,
die von Agarose- oder Acrylamid-Gelelektrophorese, von sequenzierten
Nukleinsäuren
oder von veröffentlichten
DNA-Sequenzen abgeleitet sind. Für
Proteine werden die Größen in Kilodalton (kDa)
oder Aminosäurerestnummern
gegeben. Proteingrößen sind
aus Gelelektrophorese, aus sequenzierten Proteinen, aus abgeleiteten
Aminosäuresequenzen
oder aus veröffentlichten
Proteinsequenzen abgeschätzt.
-
Oligonukleotide,
die nicht kommerziell erhältlich
sind, können
gemäß dem Festphasen-Phosphoramidittriester-Verfahren,
das zuerst von Beaucage & Caruthers,
Tetrahedron Letts. 22:1859–1862
(1981), beschrieben wurde, unter Verwendung eines automatisierten
Synthesizers, wie in Van Devanter et al., Nucleic Acids Res. 12:6159–6168 (1984)
beschrieben, chemisch synthetisiert werden. Die Reinigung von Oligonukleotiden
geschieht entweder durch natürliche
Acrylamid-Gelelektrophorese oder durch Anionenaustausch-HPLC, wie
in Pearson & Reanier,
J. Chrom. 255:137–149
(1983), beschrieben.
-
Die
Sequenz der klonierten Gene und synthetischen Oligonukleotide kann
nach dem Klonieren z.B. unter Verwendung des Kettenabbruchverfahrens
zum Sequenzieren von doppelsträngigen
Schablonen von Wallace et al., Gene 16:21–26 (1981), überprüft werden.
-
B. Klonierungsverfahren
für die
Isolation von Nukleotidsequenzen, die BCA-GPCRs codieren
-
Im
Allgemeinen werden die Nukleinsäuresequenzen,
die BCA-GPCRs codieren, und verwandte Nukleinsäuresequenzhomologe aus cDNA
und genomischen DNA-Bibliotheken durch Hybridisierung mit einer Sonde
kloniert oder unter Verwendung von Amplifikationsverfahren mit Oligonukleotidprimern
isoliert. BCA-GPCR-Sequenzen
werden beispielsweise typischerweise aus Säugernukleinsäure- (genomisch
oder cDNA) Bibliotheken durch Hybridisieren mit einer Nukleinsäuresonde,
deren Sequenz aus SEQ ID NRN.: 1, 3, 5 oder 7 abgeleitet werden
kann, isoliert. Geeignete Gewebe, aus denen BCA-GPCR-RNA und -cDNA
isoliert werden können,
umfassen z.B. Brustkrebszellen, normale Prostata-Epithelialzellen,
Plazenta oder Hoden.
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Amplifikationsverfahren
unter Verwendung von Primern können
auch verwendet werden, um BCA-GPCR-Nukleinsäuren aus DNA oder RNA zu amplifizieren
und isolieren. Die degenerierten Primer, die die folgenden Aminosäuresequenzen
codieren, können
auch verwendet werden, um eine Sequenz eines BCA-GPCR zu amplifizieren:
SEQ ID NRN.: 9–16
(siehe z.B. Dieffenfach & Dveksler,
PCR Primer: A Laboratory Manual (1995)). Diese Primer können z.B.
verwendet werden, um entweder die Sequenz voller Länge oder
eine Sonde von einem bis mehreren hundert Nukleotiden zu amplifizieren,
die dann verwendet wird, um eine Säugerbibliothek nach BCA-GPCRs
voller Länge
zu screenen.
-
Nukleinsäuren, die
BCA-GPCRs codieren, können
auch aus Expressionsbibliotheken unter Verwendung von Antikörpern als
Sonden isoliert werden. Solche polyklonalen oder monoklonalen Antikörper können unter
Verwendung der Sequenz von SEQ ID NRN.: 2, 4, 6 oder 8 angehoben
werden.
-
Polymorphe
BCA-GPCR-Varianten, Allele und Interspezies-Homologe, die zu einem
BCA-GPCR im Wesentlichen identisch sind, können unter Verwendung von BCA-GPCR-Nukleinsäuresonden
und Oligonukleotiden unter stringenten Hybridisierungsbedingungen
durch Screeningbibliotheken isoliert werden. Alternativ können Expressionsbibliotheken
verwendet werden, um BCA-GPCRs und polymorphe BCA-GPCR-Varianten, Allele
und Interspezies-Homologe durch immunologisches Nachweisen von exprimierten
Homologen mit Antisera oder gereinigten Antikörpern, die gegen BCA-GPCRs
hergestellt sind, die auch das BCA-GPCR-Homolog erkennen und selektiv
an dieses binden, zu klonieren.
-
Um
eine cDNA-Bibliothek herzustellen, sollte man eine Quelle wählen, die
reich an BCA-GPCR-mRNA ist. Die mRNA wird dann unter Verwendung
von Umkehrtranskriptase zu cDNA gemacht, zu einem rekombinanten
Vektor ligiert und in einen rekombinanten Wirt zur Ausbreitung,
zum Screenen und zum Klonieren transfiziert. Verfahren zur Herstellung
und zum Screenen von cDNA-Bibliotheken
sind gut bekannt (siehe z.B. Gubler & Hoffman, Gene 25:263–269 (1983);
Sambrook et al., oben; Ausubel et al., oben).
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Für eine genomische
Bibliothek wird die DNA aus dem Gewebe extrahiert und entweder mechanisch geschert
oder enzymatisch abgebaut, um Fragmente von etwa 12–20 kb zu
ergeben. Die Fragmente werden dann durch Gradientenzentrifugation
von unerwünschten
Größen getrennt
und werden in Bakteriophagen-Lambdavektoren konstruiert. Diese Vektoren
und Phagen werden in vitro verpackt. Rekombinante Phagen werden
durch Plaquehybridisierung analysiert, wie in Benton & Davis, Science
1964180–182
(1977) beschrieben. Eine Koloniehybridisierung wird ausgeführt, wie
im Allgemeinen in Grunstein et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA,
72:3961–3965
(1975), beschrieben.
-
Ein
alternatives Verfahren zum Isolieren von BCA-GPCR-Nukleinsäuren und
ihrer Homologe kombiniert die Verwendung von synthetischen Oligonukleotidprimern
und die Amplifikation einer RNA- oder DNA-Schablone (siehe US-Patente
4 683 195 und 4 683 202; PCR Protocols: A Guide to Methods and Applications
(Innis et al., Hrsg., 1990)). Verfahren wie z.B. Polymerasekettenreaktion
(PCR) und Ligasekettenreaktion (LCR) können verwendet werden, um Nukleinsäuresequenzen
von BCA-GPCRs direkt aus mRNA, aus cDNA, aus genomischen Bibliotheken
oder cDNA-Bibliotheken zu amplifizieren. Degenerierte Oligonukleotide können festgelegt
werden, um BCA-GPCR-Homologe unter Verwendung der hierin bereitgestellten
Sequenzen zu amplifizieren. Restriktions-Endonukleasestellen können in
die Primer integriert werden. Polymerasekettenreaktion oder andere
In-Vitro-Amplifikationsverfahren können auch nützlich sein, beispielsweise
um Nukleinsäuresequenzen
zu klonieren, die zu exprimierende Proteine codieren, um Nukleinsäuren zur
Verwendung als Sonden zum Nachweisen der Anwesenheit von BCA-GPCR
codierender mRNA in physiologischen Proben, für Nukleinsäuresequenzierung oder für andere
Zwecke herzustellen. Gene, die durch die PCR-Reaktion amplifiziert
werden, können
aus Agarosegelen gereinigt und zu einem geeigneten Vektor kloniert
werden.
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Die
Genexpression von BCA-GPCRs kann auch durch auf dem Fachgebiet bekannte
Verfahren analysiert werden, z.B. Umkehrtranskription und Amplifikation
von mRNA, Isolation von gesamter RNA oder Poly-A+-RNA,
Northern-Blotting, Dot-Blotting, In-Situ-Hybridisierung, RNase-Schutz,
Prüfen
von DNA-Mikrochipanordnungen
und dergleichen. In einem Ausführungsbeispiel
wird die hochdichte Oligonukleotid-Analysetechnologie (z.B. GeneChipTM) verwendet, um homologe und polymorphe
Varianten der GPCRs der Erfindung zu identifizieren. In dem Fall,
in dem die identifizierten Homologen mit einer bekannten Krankheit
verbunden sind, können
sie mit GeneChipTM als Diagnosewerkzeug
beim Nachweis der Krankheit in einer biologischen Probe verwendet
werden, siehe z.B. Gunthand et al., AIDS Res. Hum. Retroviruses
14: 869–876
(1998); Kozal et al., Nat. Med. 2:753–759 (1996); Matson et al.,
Anal. Biochem. 224:110–106
(1995); Lockhart et al., Nat. Biotechnol. 14:1675–1680 (1996);
Gingeras et al., Genome Res. 8:435–448 (1998); Hacia et al.,
Nucleic Acids Res. 26:3865–3866
(1998).
-
Synthetische
Oligonukleotide können
verwendet werden, um rekombinante BCA-GPCR-Gene zur Verwendung als Sonden
oder zur Expression von Protein zu konstruieren. Dieses Verfahren
wird unter Verwendung einer Reihe von überlappenden Oligonukleotiden,
die gewöhnlich
40 – 120
bp lang sind, die sowohl die Sinn- als auch Nicht-Sinn-Stränge des
Gens darstellen, durchgeführt.
Diese DNA-Fragmente werden dann Doppelstrangbildung unterzogen,
ligiert und kloniert. Alternativ können Amplifikationsverfahren
mit präzisen Primern
verwendet werden, um eine spezifische Teilsequenz der BCA-GPCR-Nukleinsäure zu amplifizieren. Die
spezifische Teilsequenz wird dann zu einem Expressionsvektor ligiert.
-
Die
Nukleinsäure,
die einen BCA-GPCR codiert, wird typischerweise vor der Transformation
in prokaryotische oder eukaryotische Zellen zur Replikation und/oder
Expression in Zwischenvektoren kloniert. Diese Zwischenvektoren
sind typischerweise Prokaryotenvektoren, z.B. Plasmide, oder Pendelvektoren.
-
Wahlweise
können
Nukleinsäuren,
die chimäre
Proteine mit BCA-GPCRs oder Domänen
davon codieren, gemäß Standardverfahren
hergestellt werden. Eine Domäne
wie z.B. eine Ligandenbindungsdomäne, eine extrazelluläre Domäne, eine
Transmembrandomäne
(z.B. eine mit sieben Transmembranbereichen und entsprechenden extrazellulären und
cytosolischen Schleifen), die Transmembrandomäne und eine zytoplasmatische
Domäne,
eine aktive Stelle, ein Untereinheitsverbindungsbereich usw. können beispielsweise
kovalent mit einem heterologen Protein verbunden werden. Eine extrazelluläre Domäne kann
beispielsweise mit einer heterologen GPCR-Transmembrandomäne verbunden
werden oder eine heterologe extrazelluläre GPCR-Domäne kann mit einer Transmembrandomäne verbunden
werden. Andere heterologe Proteine der Wahl umfassen z.B. grünes fluoreszentes
Protein, Luciferase oder β-Gal.
-
C. Expression in Prokaryoten
und Eukaryoten
-
Um
eine Expression mit hohem Niveau eines klonierten Gens oder einer
klonierten Nukleinsäure
wie z.B. jener cDNAs, die BCA-GPCRs codieren, zu erhalten, subkloniert
man typischerweise einen BCA-GPCR zu einem Expressionsvektor, der
einen starken Promotor für
die direkte Transkription, einen Transkriptions/Translations-Terminator,
und wenn für
eine Nukleinsäure,
die ein Protein codiert, eine Ribosombindungsstelle für die Translationseinleitung
enthält.
Geeignete bakterielle Promotoren sind auf dem Fachgebiet gut bekannt
und z.B. in Sambrook et al. und Ausubel et al. beschrieben. Bakterielle
Expressionssysteme zum Exprimieren des BCA-GPCR-Proteins sind z.B.
in E. coli, Bacillus sp. und Salmonella (Palva et al., Gene 22:229–235 (1983);
Mosbach et al., Nature 302:543–545
(1983), beschrieben. Ausrüstungen
für solche
Expressionssysteme sind kommerziell erhältlich. Eukaryotische Systeme
für Säugerzellen,
Hefe und Insektenzellen sind auf dem Fachgebiet gut bekannt und
sind auch kommerziell erhältlich.
In einem Ausführungsbeispiel ist
der eukaryotische Expressionsvektor ein Adenovirusvektor, ein Adeno-zugehöriger Vektor
oder ein retroviraler Vektor.
-
Der
Promotor, der verwendet wird, um die Expression einer heterologen
Nukleinsäure
zu lenken, hängt
von der speziellen Anwendung ab. Der Promotor ist wahlweise etwa
im gleichen Abstand von der heterologen Transkriptionsstartstelle
angeordnet wie von der Transkriptionsstartstelle in seiner natürlichen
Festlegung. Wie auf dem Fachgebiet bekannt ist, kann jedoch einer
gewissen Variation in diesem Abstand ohne Verlust der Promotorfunktion
Rechnung getragen werden.
-
Zusätzlich zum
Promotor enthält
der Expressionsvektor typischerweise eine Transkriptionseinheit oder
eine Expressionskassette, die alle zusätzlichen Elemente enthält, die
für die
Expression der BCA-GPCR codierenden Nukleinsäure in Wirtszellen erforderlich
sind. Eine typische Expressionskassette enthält somit einen Promotor, der
wirksam mit der Nukleinsäuresequenz
verbunden ist, die einen BCA-GPCR codiert, und Signale, die für eine effiziente
Polyadenlyierung des Transkripts, der Ribosombindungsstellen und
der Translationsbeendung erforderlich sind. Die Nukleinsäuresequenz,
die einen BCA-GPCR codiert, kann typischerweise mit einer spaltbaren
Signalpeptidsequenz verbunden sein, um die Sekretion des codierten
Proteins durch die transformierte Zelle zu fördern. Solche Signalpeptide
würden
unter anderem die Signalpeptide von Gewebeplasminogenaktivator,
Insulin und Neuronenwachstumsfaktor und Juvenilhormonesterase von
Heliothis virescens umfassen. Zusätzliche Elemente der Kassette
können
Verstärker,
und wenn genomische DNA als Strukturgen verwendet wird, Introne
mit funktionalen Spleißdonor-
und -akzeptorstellen umfassen.
-
Zusätzlich zu
einer Promotorsequenz sollte die Expressionskassette auch einen
Transkriptionsendbereich stromabwärts vom Strukturgen enthalten,
um für
eine effiziente Beendung zu sorgen. Der Endbereich kann aus demselben
Gen wie der Promotorsequenz erhalten werden oder kann aus verschiedenen
Genen erhalten werden.
-
Der
spezielle Expressionsvektor, der verwendet wird, um die genetische
Information in die Zelle zu transportieren, ist nicht besonders
kritisch. Ein beliebiger der herkömmlichen Vektoren, die zur
Expression in eukaryotischen oder prokaryotischen Zellen verwendet
werden, kann verwendet werden. Bakterielle Standard-Expressionsvektoren
umfassen Plasmide wie z.B. auf pBR322 basierende Plasmide, pSKF,
pET23D und Fusionsexpressionssysteme wie z.B. GST und LacZ. Epitopmarker
können
auch zu rekombinanten Proteinen hinzugefügt werden, um zweckmäßige Isolationsverfahren
bereitzustellen, z.B. c-myc.
-
Expressionsvektoren,
die regulierende Elemente von eukaryotischen Viren enthalten, werden
typischerweise in eukaryotischen Expressionsvektoren verwendet,
z.B. SV40-Vektoren, Papilloma-Virus-Vektoren und Vektoren, die vom
Epstein-Barr-Virus abgeleitet sind. Andere beispielhafte eukaryotische
Vektoren umfassen pMSG, pAV009/A+, pMTO10/A+, pMAMneo-5, Baculovirus pDSVE, und einen
beliebigen anderen Vektor, der die Expression von Proteinen unter
der Leitung des frühen
SV40-Promotors, späteren
SV40-Promotors, Metallothionein-Promotors,
Mäusesäugertumorvirus-Promotors,
Rous-Sarcoma-Virus-Promotors, Polyhedrin-Promotors oder anderer
Promotoren, die als für
die Expression in eukaryotischen Zellen wirksam gezeigt wurden,
ermöglicht.
-
Einige
Expressionssysteme haben Marker, die eine Genamplifikation bereitstellen,
wie z.B. Thymidinkinase, Hygromycin B Phosphotransferase und Dihydrofolatreduktase.
Alternativ sind Expressionssysteme mit hoher Ausbeute, die keine
Genamplifikation beinhalten, auch geeignet, wie z.B. unter Verwendung
eines Baculovirus-Vektors in Insektenzellen, mit einer BCA-GPCR
codierenden Sequenz unter der Leitung des Polyhedrin-Promotors oder
anderen starken Baculovirus-Promotoren.
-
Die
Elemente, die typischerweise in Expressionsvektoren eingeschlossen
sind, umfassen auch ein Replikon, das in E. coli funktioniert, ein
Gen, das Antibiotikaresistenz codiert, um die Auswahl von Bakterien, die
rekombinante Plasmide beherbergen, und eindeutige Restriktionsstellen
in nicht-wesentlichen Bereichen des Plasmids zu ermöglichen,
um die Insertion von eukaryotischen Sequenzen zu ermöglichen.
Das gewählte spezielle
Antibiotikaresistenzgen ist nicht kritisch, irgendeines der vielen
auf dem Fachgebiet bekannten Resistenzgene ist geeignet. Die prokaryotischen
Sequenzen werden optimal gewählt,
so daß sie
die Replikation der DNA in eukaryotischen Zellen nicht stören, falls
erforderlich.
-
Standard-Transfektionsverfahren
werden verwendet, um bakterielle, Säuger-, Hefe- oder Insektenzellinien
zu erzeugen, die große
Mengen von BCA-GPCR-Protein
exprimieren, die dann unter Verwendung von Standardverfahren gereinigt
werden (siehe z.B. Colley et al., J. Biol. Chem. 264:17619–17622 (1989);
Guide to Protein Purification, in Methods in Enzymology, Band 182
(Deutscher, Hrsg., 1990)). Die Transformation von eukaryotischen
und prokaryotischen Zellen wird gemäß Standardverfahren durchgeführt (siehe
z.B. Morrison, J. Bact. 132:349–351
(1977); Clark-Curtiss & Curtiss,
Methods in Enzymology 101:347–362
(Wu et al., Hrsg., 1983).
-
Beliebige
der gut bekannten Verfahren zum Einführen von fremden Nukleotidsequenzen
in Wirtszellen können
verwendet werden. Diese umfassen die Verwendung von Kalziumphosphat-Transfektion,
Polybren, Protoplastfusion, Elektroporation, Liposomen, Mikroinjektion,
Plasmavektoren, Virusvektoren und beliebiger der anderen gut bekannten
Verfahren zur Einführung
von klonierter genomischer DNA, cDNA, synthetischer DNA oder anderem
fremden genetischen Material in eine Wirtszelle (siehe z.B. Sambrook
et al., oben). Es ist nur erforderlich, daß die spezielle Gentechnikprozedur,
die verwendet wird, in der Lage ist, mindestens ein Gen erfolgreich
in die Wirtszelle einzuführen,
die in der Lage ist, einen BCA-GPCR zu exprimieren.
-
Nachdem
der Expressionsvektor in die Zellen eingeführt ist, werden die transfizierten
Zellen unter Bedingungen kultiviert, die die Expression eines BCA-GPCR begünstigen,
welcher aus der Kultur unter Verwendung von nachstehend identifizierten
Standardverfahren zurückgewonnen
wird.
-
Reinigung
von BCA-GPCRs
-
Entweder
natürlich
vorkommende oder rekombinante BCA-GPCRs können zur Verwendung in funktionalen
Tests gereinigt werden. Wahlweise werden rekombinante BCA-GPCRs
gereinigt. Natürlich
vorkommende BCA-GPCRs werden z.B. aus einem beliebigen geeigneten
Gewebe oder einer beliebigen geeigneten Zelle, die natürlich vorkommende
BCA-GPCRs exprimiert, gereinigt. Rekombinante BCA-GPCRs werden aus einem
beliebigen geeigneten bakteriellen oder eukaryotischen Expressionssystem,
z.B. CHO-Zellen oder Insektenzellen, gereinigt.
-
Ein
BCA-GPCR kann durch Standardverfahren auf beträchtliche Reinheit gereinigt
werden, einschließlich
selektives Ausfällen
mit solchen Substanzen wie Ammoniumsulfat; Säulenchromatographie, Immunreinigungsverfahren
und andere (siehe z.B. Scopes, Protein Purification: Principles
and Practice (1982); US-Patent
Nr. 4 673 641; Ausubel et al., oben; und Sambrook et al., oben).
-
Eine
Anzahl von Verfahren kann verwendet werden, wenn ein rekombinanter
BCA-GPCR gereinigt wird. Proteine mit festgelegten molekularen Haftungseigenschaften
können
beispielsweise reversibel mit einem BCA-GPCR fusioniert werden.
Mit dem geeigneten Liganden kann ein BCA-GPCR selektiv an einer
Reinigungssäule
adsorbiert werden und dann von der Säule in einer relativ reinen
Form befreit werden. Das fusionierte Protein wird dann durch enzymatische
Aktivität
entfernt. Schließlich
könnte
ein BCA-GPCR unter Verwendung von Immunaffinitätssäulen gereinigt werden.
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A. Reinigung von BCA-GPCRs
aus rekombinanten Zellen
-
Rekombinante
Proteine werden durch transformierte Bakterien oder eukaryotische
Zellen wie z.B. CHO-Zellen oder Insektenzellen in großen Mengen,
typischerweise nach Promotorinduktion, exprimiert; die Expression
kann jedoch konstitutiv sein. Die Promotorinduktion mit IPTG ist
ein Beispiel eines induzierbaren Promotorsystems. Zellen werden
gemäß Standardverfahren
auf dem Fachgebiet gezüchtet.
Frische oder gefrorene Zellen werden zur Isolation von Protein verwendet.
-
Proteine,
die in Bakterien exprimiert werden, können unlösliche Aggregate bilden ("Einschlußkörper"). Verschiedene Protokolle
sind für
die Reinigung von BCA-GPCR-Einschlußkörpern geeignet.
Die Reinigung von Einschlußkörpern beinhaltet
beispielsweise typischerweise die Extraktion, Trennung und/oder
Reinigung von Einschlußkörpern durch
Aufbrechen von Bakterienzellen, z.B. durch Inkubation in einem Puffer
mit 50 mM TRIS/HCL, pH 7,5, 50 mM NaCl, 5 mM MgCl2,
1 mM DTT, 0,1 mM ATP und 1 mM PMSF. Die Zellsuspension kann unter
Verwendung von 2–3
Durchgängen
durch eine French-Press lysiert werden, unter Verwendung eines Polytron
(Brinkman Instruments) homogenisiert werden oder auf Eis beschallt
werden. Alternative Verfahren zum Lysieren sind für Fachleute
ersichtlich (siehe z.B. Sambrook et al., oben; Ausubel et al., oben).
-
Falls
erforderlich, werden die Einschlußkörper solubilisiert und die
lysierte Zellsuspension wird typischerweise zentrifugiert, um ungewollten
unlöslichen
Stoff zu entfernen. Proteine, die die Einschlußkörper gebildet haben, können durch
Verdünnung
oder Dialyse mit einem kompatiblen Puffer renaturiert werden. Geeignete
Lösungsmittel
umfassen, sind jedoch nicht begrenzt auf Harnstoff (von etwa 4 M
bis etwa 8 M), Formamid (mindestens etwa 80%, Volumen/Volumen-Basis) und Guanidinhydrochlorid
(von etwa 4 M bis etwa 8 M). Einige Lösungsmittel, die in der Lage
sind, Aggregat bildende Proteine zu solubilisieren, beispielsweise
SDS (Natriumdodecylsulfat), 70% Ameisensäure, sind zur Verwendung in
diesem Verfahren aufgrund der Möglichkeit
der irreversiblen Denaturierung der Proteine, die von einem Mangel
an Immunogenität
und/oder Aktivität begleitet
wird, ungeeignet. Obwohl Guanidinhydrochlorid und ähnliche
Mittel Denaturierungsmittel sind, ist diese Denaturierung nicht
irreversibel und die Renaturierung kann bei der Entfernung (beispielsweise
durch Dialyse) oder Verdünnung
des Denaturierungsmittels auftreten, was die Rückbildung des immunologisch
und/oder biologisch aktiven Proteins ermöglicht. Andere geeignete Puffer
sind Fachleuten bekannt. Der BCA-GPCR wird aus anderen bakteriellen
Proteinen durch Standard-Trennverfahren, z.B. mit Ni-NTA-Agaroseharz, getrennt.
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Alternativ
ist es möglich,
den BCA-GPCR aus Bakterienperiplasma zu reinigen. Nach der Lyse
der Bakterien, wenn der BCA-GPCR in das Periplasma der Bakterien
exportiert wird, kann der Periplasmaanteil der Bakterien durch kalten
osmotischen Schock zusätzlich
zu anderen Fachleuten bekannten Verfahren isoliert werden. Um rekombinante
Proteine aus dem Periplasma zu isolieren, werden die Bakterienzellen
zentrifugiert, um ein Pellet zu bilden. Das Pellet wird in einem
Puffer, der 20% Saccharose enthält,
resuspendiert. Um die Zellen zu lysieren, werden die Bakterien zentrifugiert
und das Pellet wird in eiskaltem 5 mM MgSO4 resuspendiert
und für
ungefähr
10 Minuten in einem Eisbad gehalten. Die Zellsuspension wird zentrifugiert
und der Überstand
dekantiert und aufbewahrt. Die rekombinanten Proteine, die im Überstand
vorliegen, können
von den Wirtsproteinen durch Standard-Trennverfahren, die Fachleuten
gut bekannt sind, getrennt werden.
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B. Standard-Proteintrennverfahren
zum Reinigen von BCA-GPCRs
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Löslichkeitsfraktionierung
-
Häufig kann
als Anfangsschritt, insbesondere wenn das Proteingemisch komplex
ist, eine anfängliche Salzfraktionierung
viele der ungewollten Wirtszellenproteine (oder Proteine, die von
den Zellkulturmedien abgeleitet sind) von den rekombinanten interessierenden
Proteinen trennen. Das bevorzugte Salz ist Ammoniumsulfat. Ammoniumsulfat
fällt Proteine
durch effektives Verringern der Menge an Wasser im Proteingemisch aus.
Die Proteine fällen
dann auf der Basis ihrer Löslichkeit
aus. Je hydrophober ein Protein ist, desto wahrscheinlicher fällt es bei
niedrigeren Ammoniumsulfatkonzentrationen aus. Ein typisches Protokoll
umfaßt
das Zugeben von gesättigtem
Ammoniumsulfat zu einer Proteinlösung,
so daß die
resultierende Ammoniumsulfatkonzentration zwischen 20 und 30% liegt.
Diese Konzentration fällt
die meisten hydrophoben Proteine aus. Der Niederschlag wird dann
weggeworfen (wenn nicht das interessierende Protein hydrophob ist)
und Ammoniumsulfat wird zum Überstand
in einer bekannten Konzentration zugegeben, um das interessierende
Protein auszufällen.
Der Niederschlag wird dann in Puffer solubilisiert und das überschüssige Salz
entweder durch Dialyse oder Diafiltration entfernt, falls erforderlich.
Andere Verfahren, die auf der Löslichkeit
von Proteinen beruhen, wie z.B. kalte Ethanolausfällung, sind
Fachleuten gut bekannt und können
verwendet werden, um komplexe Proteingemische zu fraktionieren.
-
Größendifferenzfiltration
-
Das
Molekulargewicht eines BCA-GPCR kann verwendet werden, um ihn von
Proteinen mit größerer und
kleinerer Größe unter
Verwendung von Ultrafiltration durch Membranen mit unterschiedlicher
Porengröße (beispielsweise
Amicon- oder Millipore-Membranen)
zu isolieren. Als ersten Schritt wird das Proteingemisch durch eine
Membran mit einer Porengröße ultrafiltriert,
die eine niedrigere Molekulargewichtsgrenze aufweist als das Molekulargewicht
des interessierenden Proteins. Der Filterrückstand der Ultrafiltration
wird dann an einer Membran mit einer Molekulargrenze ultrafiltriert,
die größer ist
als das Molekulargewicht des interessierenden Proteins. Das rekombinante
Protein geht durch die Membran in das Filtrat. Das Filtrat kann
dann Chromatographie unterzogen werden, wie nachstehend beschrieben.
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Säulenchromatoaraphie
-
BCA-GPCRs
können
auch von anderen Proteinen auf der Basis ihrer Größe, ihrer
Nettooberflächenladung,
Hydrophobizität
und Affinität
für Liganden
getrennt werden. Außerdem
können
Antikörper,
die gegen Proteine angehoben sind, mit Säulenmatrizes konjugiert werden
und die Proteine immungereinigt werden. Alle diese Verfahren sind
auf dem Fachgebiet gut bekannt. Für einen Fachmann ist ersichtlich,
daß Chromatographieverfahren
in einem beliebigen Maßstab
und unter Verwendung einer Ausrüstung
von vielen verschiedenen Herstellern (z.B. Pharmacia Biotech) durchgeführt werden
können.
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Immunologischer
Nachweis von BCA-GPCRs
-
Zusätzlich zum
Nachweis von BCA-GPCR-Genen und der Genexpression unter Verwendung
der Nukleinsäure-Hybridisierungstechnologie
kann man auch Immuntests verwenden, um BCA-GPCRs nachzuweisen, z.B.
um Zellen wie z.B. Krebszellen, insbesondere Brustkrebszellen, und
Varianten von BCA-GPCRs zu identifizieren. Immuntests können verwendet
werden, um BCA-GPCRs qualitativ oder quantitativ zu analysieren.
Ein allgemeiner Überblick über die
anwendbare Technologie ist in Harlow & Lane, Antibodies: A Laboratory Manual
(1988), zu finden.
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A. Antikörper für BCA-GPCRs
-
Verfahren
zum Erzeugen von polyklonalen und monoklonalen Antikörpern, die
spezifisch mit BCA-GPCRs reagieren, sind Fachleuten bekannt (siehe
z.B. Coligan, Current Protocols in Immunology (1991); Harlow & Lane, oben; Goding,
Monoclonal Antibodies: Principles and Practice (2. Ausg. 1986);
und Kohler & Milstein, Nature
256:495–497
(1975). Solche Verfahren umfassen die Antikörperherstellung durch Auswahl
von Antikörpern
aus Bibliotheken von rekombinanten Antikörpern in Phagen- oder ähnlichen
Vektoren sowie die Herstellung von polyklonalen und monoklonalen
Antikörpern
durch Immunisieren von Kaninchen oder Mäusen (siehe z.B. Huse et al.,
Science 246:1275–1281
(1989); Ward et al., Nature 341:544–546 (1989)). Solche Antikörper können für therapeutische
und diagnostische Anwendungen verwendet werden, z.B. bei der Behandlung und/oder
Erkennung von Brustkrebs.
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Eine
Anzahl von BCA-GPCRs mit Immunogenen können verwendet werden, um Antikörper herzustellen,
die mit BCA-GPCRs spezifisch reaktiv sind. Ein rekombinanter BCA-GPCR
oder ein Antigenfragment davon wird beispielsweise isoliert, wie
hierin beschrieben. Ein rekombinantes Protein kann in eukaryotischen oder
prokaryotischen Zellen exprimiert werden, wie vorstehend beschrieben,
und gereinigt werden, wie im Allgemeinen vorstehend beschrieben.
Ein rekombinantes Protein ist das bevorzugte Immunogen für die Herstellung
von monoklonalen oder polyklonalen Antikörpern. Alternativ kann ein
synthetisches Peptid, das von den hierin offenbarten Sequenzen abgeleitet
ist und mit einem Trägerprotein
konjugiert ist, als Immunogen verwendet werden. Ein natürlich vorkommendes
Protein kann auch entweder in reiner oder unreiner Form verwendet werden.
Das Produkt wird dann in ein Tier injiziert, das in der Lage ist,
Antikörper
zu erzeugen. Entweder monoklonale oder polyklonale Antikörper können zur
anschließenden
Verwendung in Immuntests zum Messen des Proteins erzeugt werden.
-
Verfahren
zur Herstellung von polyklonalen Antikörpern sind Fachleuten bekannt.
Ein Inzuchtstamm von Mäusen
(z.B. BALB/C-Mäusen)
oder Kaninchen wird mit dem Protein unter Verwendung eines Standardhilfsmittels
wie z.B. Freund's
Hilfsmittels und eines Standard-Immunisierungsprotokolls immunisiert.
Die Immunreaktion des Tiers auf die Immunogenzubereitung wird überwacht,
indem Testblutentnahmen genommen werden und der Titer der Reaktivität auf den
BCA-GPCR bestimmt
wird. Wenn geeignet hohe Titer von Antikörper des Immunogens erhalten
werden, wird Blut vom Tier gesammelt und Antisera werden hergestellt. Die
weitere Fraktionierung der Antisera zum Anreichern von Antikörpern, die
gegen das Protein reaktiv sind, kann durchgeführt werden, falls erwünscht (siehe
Harlow & Lane,
oben).
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Monoklonale
Antikörper
können
durch verschiedene Verfahren erhalten werden, die Fachleuten vertraut
sind. Kurz gesagt werden Milzzellen von einem Tier, die mit einem
gewünschten
Antigen immunisiert sind, üblicherweise
durch Fusion mit einer Myelomzelle immortalisiert werden (siehe
Kohler & Milstein,
Eur. J. Immunol. 6:511–519
(1976)). Alternative Verfahren zur Immortalisierung umfassen die
Transformation mit Epstein-Barr-Virus, Oncogenen oder Retroviren
oder andere auf dem Fachgebiet gut bekannte Verfahren. Kolonien,
die aus einzelnen immortalisierten Zellen entstehen, werden auf
die Erzeugung von Antikörpern
mit der gewünschten
Spezifität
und Affinität
für das
Antigen gescreent und die Ausbeute der monoklonalen Antikörper, die
durch solche Zellen erzeugt werden, kann durch verschiedene Verfahren
verbessert werden, einschließlich Injektion
in die Bauchfellhöhle
eines Wirbeltierwirts. Alternativ kann man DNA-Sequenzen, die einen
monoklonalen Antikörper
oder ein bindendes Fragment davon codieren, durch Screenen einer
DNA-Bibliothek von menschlichen B-Zellen gemäß dem allgemeinen Protokoll,
das von Huse et al., Science 246:1275–1281 (1989), umrissen ist,
isolieren.
-
Monoklonale
Antikörper
und polyklonale Sera werden gesammelt und gegen das Immunogenprotein in
einem Immuntest, beispielsweise einem Festphasen-Immuntest, wobei das Immunogen an einem
festen Träger
fixiert ist, titriert. Typischerweise werden polyklonale Antisera
mit einem Titer von 104 oder größer ausgewählt und
auf ihre Kreuzreaktivität
gegen Nicht-BCA-GPCR-Proteine oder sogar andere verwandte Proteine von
anderen Organismen unter Verwendung eines Konkurrenz-Bindungsimmuntests
getestet. Spezifische polyklonale Antisera und monoklonale Antikörper binden
gewöhnlich
mit einem Ka von mindestens etwa 0,1 mM, gewöhnlicher mindestens etwa 1 μM, wahlweise
mindestens etwa 0,1 μM
oder besser und wahlweise 0,01 μM oder
besser.
-
Sobald
BCA-GPCR-spezifische Antikörper
zur Verfügung
stehen, können
BCA-GPCRs durch
eine Vielzahl von Immuntestverfahren nachgewiesen werden. Für eine Überprüfung von
immunologischen und Immuntestverfahren siehe Basic and Clinical
Immunology (Stites & Terr
Hrsg. 7. Ausg. 1991). Überdies
können die
Immuntests der vorliegenden Erfindung in einer beliebigen von mehreren Konfigurationen
durchgeführt werden,
die in Enzyme Immunoassay (Maggio, Hrsg., 1980); und Harlow & Lane, oben, umfangreich überprüft sind.
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B. Immunologische Bindungstests
-
BCA-GPCRs
können
unter Verwendung eines beliebigen von einer Anzahl von gut erkannten
immunologischen Bindungstests nachgewiesen und/oder quantifiziert
werden (siehe z.B. US-Patente 4 366 241; 4 376 110; 4 517 288; und
4 837 168). Für
eine Überprüfung der
allgemeinen Immuntests siehe auch Methods in Cell Biology: Antibodies
in Cell Biology, Band 37 (Asai, Hrsg., 1993); Basic and Clinical
Immunology (Stites & Terr,
Hrsg., 7. Ausg. 1991). Immunologische Bindungstests (oder Immuntests)
verwenden typischerweise einen Antikörper, der spezifisch an ein
Protein oder Antigen der Wahl (in diesem Fall den BCA-GPCR oder
eine Antigenteilsequenz davon) bindet. Der Antikörper (z.B. Anti-BCA-GPCR) kann
durch ein beliebiges einer Anzahl von Mitteln, die Fachleuten gut
bekannt sind und wie vorstehend beschrieben, hergestellt werden.
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Immuntests
verwenden auch häufig
ein Markierungsmittel, um spezifisch an den durch den Antikörper und
das Antigen gebildeten Komplex zu binden und diesen zu markieren.
Das Markierungsmittel kann selbst einer der Anteile sein, die den
Antikörper/Antigen-Komplex
umfassen. Folglich kann das Markierungsmittel ein markiertes BCA-GPCR-Polypeptid
oder ein markierter Anti-BCA-GPCR-Antikörper sein. Alternativ kann
das Markierungsmittel ein dritter Anteil wie z.B. ein sekundärer Antikörper sein,
der spezifisch an den Antikörper/BCA-GPCR-Komplex bindet (ein
sekundärer
Antikörper
ist typischerweise für
Antikörper
der Spezies, aus der der erste Antikörper abgeleitet ist, spezifisch).
Andere Proteine, die in der Lage sind, konstante Immunoglobulinbereiche
spezifisch zu binden, wie z.B. Protein A oder Protein G, können auch
als Markierungsmittel verwendet werden. Diese Proteine weisen eine
starke nicht-immunogene Reaktivität mit konstanten Immunoglobulinbereichen
von einer Vielzahl von Spezies auf (siehe z.B. Kronval et al., J.
Immunol. 111:1401–140.6 (1973);
Akerstrom et al., J. Immunol. 135:2589–2542 (1985)). Das Markierungsmittel
kann mit einem nachweisbaren Anteil wie z.B. einem Biotin modifiziert
werden, an das ein anderes Molekül
spezifisch binden kann, wie z.B. Streptavidin. Eine Vielzahl von
nachweisbaren Anteilen sind Fachleuten gut bekannt.
-
In
den ganzen Tests können
die Inkubations- und/oder Waschschritte nach jeder Kombination von
Reagenzien erforderlich sein. Inkubationsschritte können von
etwa 5 Sekunden bis mehreren Stunden, wahlweise von etwa 5 Minuten
bis etwa 24 Stunden, variieren. Die Inkubationszeit hängt jedoch
vom Testformat, vom Antigen, vom Lösungsvolumen, von den Konzentrationen
und dergleichen ab. Gewöhnlich
werden die Tests bei Umgebungstemperatur ausgeführt, obwohl sie über einen
Bereich von Temperaturen, wie z.B. 10°C bis 40°C, durchgeführt werden können.
-
Nicht-kompetitive
Testformate
-
Immuntests
zum Nachweis von BCA-GPCRs in Proben können entweder kompetitiv oder
nicht-kompetitiv sein. Nicht-kompetitive Immuntests sind Tests,
in denen die Menge an Antigen direkt gemessen wird. In einem bevorzugten "Sandwich"-Test können beispielsweise
die Anti-BCA-GPCR-Antikörper
direkt an ein festes Substrat gebunden werden, auf dem sie fixiert
sind. Diese fixierten Antikörper
erfassen dann BCA-GPCRs, die in der Testprobe vorhanden sind. Der
so fixierte BCA-GPCR wird dann durch ein Markierungsmittel wie z.B. einen
zweiten BCA-GPCR-Antikörper,
der einen Marker trägt,
gebunden. Alternativ kann dem zweiten Antikörper ein Marker fehlen, aber
er kann wiederum durch einen markierten dritten Antikörper gebunden
werden, der für
Antikörper
der Spezies spezifisch ist, von der der zweite Antikörper abgeleitet
ist. Der zweite oder dritte Antikörper wird typischerweise mit
einem nachweisbaren Anteil wie z.B. Biotin modifiziert, an den ein
anderes Molekül
spezifisch bindet, z.B. Streptavidin, um einen nachweisbaren Anteil
bereitzustellen.
-
Komgetitive Testformate
-
In
kompetitiven Tests wird die Menge an BCA-GPCR, die in der Probe
vorhanden ist, durch Messen der Menge eines bekannten, zugegebenen
(exogenen) BCA-GPCR,
der vom Anti-BCA-GPCR-Antikörper durch
den unbekannten BCA-GPCR, der in einer Probe vorliegt, verdrängt (durch
Konkurrenz) wird, indirekt gemessen. In einem kompetitiven Test
wird eine bekannte Menge an BCA-GPCR zu einer Probe zugegeben und
die Probe wird dann mit einem Antikörper in Kontakt gebracht, der
spezifisch an den BCA-GPCR bindet. Die Menge an exogenem BCA-GPCR,
der an den Antikörper
gebunden ist, ist umgekehrt proportional zur Konzentration an BCA-GPCR,
der in der Probe vorliegt. In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
wird der Antikörper
auf einem festen Substrat fixiert. Die Menge an BCA-GPCR, der an
den Antikörper
gebunden ist, kann entweder durch Messen der Menge an BCA-GPCR,
der in einem BCA-GPCR/Antikörper-Komplex vorliegt,
oder alternativ durch Messen der Menge an restlichem unkomplexiertem
Protein bestimmt werden. Die Menge an BCA-GPCR kann durch Bereitstellen
eines markierten BCA-GPCR-Moleküls
erfaßt
werden.
-
Ein
Hapten-Inhibierungstest ist ein weiterer bevorzugter kompetitiver
Test. In diesem Test wird der bekannte BCA-GPCR an einem festen
Substrat fixiert. Eine bekannte Menge an Anti-BCA-GPCR-Antikörper wird zur
Probe zugegeben und die Probe wird dann mit dem fixierten BCA-GPCR
in Kontakt gebracht. Die Menge an Anti-BCA-GPCR-Antikörper, der
an den bekannten fixierten BCA-GPCR gebunden ist, ist zur Menge
an BCA-GPCR, der in der Probe vorliegt, umgekehrt proportional.
Wiederum kann die Menge an fixiertem Antikörper durch Erfassen entweder
der fixierten Fraktion des Antikörpers
oder der Fraktion des Antikörpers,
die in Lösung
bleibt, erfaßt
werden. Die Erfassung kann direkt sein, wenn der Antikörper markiert
ist, oder indirekt sein durch die anschließende Zugabe eines markierten
Anteils, der spezifisch an den Antikörper bindet, wie vorstehend
beschrieben.
-
Kreuzreaktivitätsbestimmungen
-
Immuntests
in kompetitiven Bindungsformat können
auch für
Kreuzreaktivitätsbestimmungen
verwendet werden. Ein Protein, das zumindest teilweise durch SEQ
ID NRN.: 2, 4, 5 und 8 codiert wird, kann beispielsweise an einem
festen Träger
fixiert werden. Proteine (z.B. BCA-GPCR-Proteine und Homologe) werden
zum Test zugegeben, die um die Bindung der Antisera an das fixierte
Antigen konkurrieren. Die Fähigkeit
der zugegebenen Proteine, um die Bindung der Antisera an das fixierte
Protein zu konkurrieren, wird mit der Fähigkeit von BCA-GPCRs, die
durch SEQ ID NR.: 2, 4, 6 oder 8 codiert werden, mit sich zu konkurrieren,
verglichen. Der Prozentsatz der Kreuzreaktivität für die obigen Proteine wird
unter Verwendung von Standardberechnungen berechnet. Diejenigen
Antisera mit weniger als 10% Kreuzreaktivität mit jedem der vorstehend
aufgelisteten zugegebenen Proteine werden ausgewählt und gesammelt. Die kreuzreagierenden
Antikörper
werden wahlweise aus den gesammelten Antisera durch Immunabsorption
mit den zugegebenen betrachteten Proteinen, z.B. entfernt verwandten
Homologen, entfernt.
-
Die
immunabsorbierten und gesammelten Antisera werden dann in einem
kompetitiven Bindungsimmuntest verwendet, wie vorstehend beschrieben,
um ein zweites Protein, von dem angenommen wird, daß es vielleicht
ein Allel oder eine polymorphe Variante eines BCA-GPCR ist, mit
dem Immunogenprotein (d.h. dem BCA-GPCR von SEQ ID NRN.: 2, 4, 6
oder 8) zu vergleichen. Um diesen Vergleich durchzuführen, werden
die zwei Proteine jeweils in einem breiten Bereich von Konzentrationen
getestet und die Menge von jedem Protein, die erforderlich ist,
um 50% der Bindung der Antisera an das fixierte Protein zu inhibieren,
wird bestimmt. Wenn die Menge des zweiten Proteins, die erforderlich
ist, um 50% der Bindung zu inhibieren, geringer ist als 10mal die
Menge des Proteins, das durch SEQ ID NRN.: 2, 4, 6 oder 8 codiert
wird, das erforderlich ist, um 50% der Bindung zu inhibieren, dann
wird vom zweiten Protein behauptet, daß es spezifisch an die polyklonalen
Antikörper
bindet, die für
ein BCA-GPCR-Immunogen
erzeugt werden.
-
Andere Testformate
-
Western-Blot-
(Immunoblot) Analyse wird verwendet, um die Anwesenheit von BCA-GPCR
in der Probe nachzuweisen und zu quantifizieren. Das Verfahren umfaßt im Allgemeinen
das Trennen von Probenproteinen durch Gelelektrophorese auf der
Basis des Molekulargewichts, das Übertragen der getrennten Proteine auf
einen geeigneten festen Träger
(wie z.B. einen Nitrocellulosefilter, einen Nylonfilter oder einen
derivatisierten Nylonfilter), und das Inkubieren der Probe mit den
Antikörpern,
die spezifisch BCA-GPCR binden. Die Anti-BCA-GPCR-Antikörper binden
spezifisch an den BCA-GPCR auf dem festen Träger. Diese Antikörper können direkt
markiert werden oder können
alternativ anschließend
unter Verwendung von markierten Antikörpern (z.B. markierten Schaf-Anti-Maus-Antikörpern),
die spezifisch an die Anti-BCA-GPCR-Antikörper binden, nachgewiesen werden.
-
Andere
Testformate umfassen Liposom-Immuntests (LIA), die Liposomen verwenden,
die dazu ausgelegt sind, spezifische Moleküle (z.B. Antikörper) zu
binden und eingekapselte Reagenzien oder Marker freizusetzen. Die
freigesetzten Chemikalien werden dann gemäß Standardverfahren erfaßt (siehe
Monroe et al., Amer. Clin. Prod. Rev. 5:34–41 (1986)).
-
Reduktion
von nicht-spezifischer Bindung
-
Ein
Fachmann wird erkennen, daß es
häufig
erwünscht
ist, die nicht-spezifische Bindung in Immuntests zu minimieren.
Insbesondere wenn der Test ein Antigen oder einen Antikörper beinhaltet,
das/der an einem festen Substrat fixiert ist, ist es erwünscht, das
Ausmaß an
nicht-spezifischer Bindung an das Substrat zu minimieren. Mittel
zum Reduzieren solcher nicht-spezifischer Bindung sind Fachleuten
gut bekannt. Typischerweise beinhaltet dieses Verfahren das Beschichten
des Substrats mit einer proteinischen Zusammensetzung. Insbesondere
werden Proteinzusammensetzungen wie z.B. Rinderserumalbumin (BSA),
nicht-fettes Milchpulver und Gelatine umfangreich verwendet, wobei
Milchpulver am meisten bevorzugt ist.
-
Marker
-
Der
spezielle Marker oder die nachweisbare Gruppe, die im Test verwendet
wird, ist kein kritischer Aspekt der Erfindung, solange sie die
spezifische Bindung des im Test verwendeten Antikörpers nicht
signifikant stört.
Die nachweisbare Gruppe kann ein beliebiges Material mit einer nachweisbaren
physikalischen oder chemischen Eigenschaft sein. Solche nachweisbaren
Marker wurden auf dem Gebiet der Immuntests gut entwickelt und im
Allgemeinen kann fast jeglicher Marker, der bei solchen Verfahren
nützlich
ist, auf die vorliegende Erfindung angewendet werden. Folglich ist
ein Marker eine beliebige Zusammensetzung, die durch spektroskopische,
photochemische, biochemische, immunchemische, elektrische, optische
oder chemische Mittel nachweisbar ist. Nützliche Marker in der vorliegenden
Erfindung umfassen Magnetkügelchen
(z.B. DYNABEADSTM), Fluoreszenzfarbstoffe
(z.B. Fluoresceinisothiocyanat, Texas-Rot, Rhodamin und dergleichen),
Radiomarker (z.B. 3H, 125I, 35S, 14C oder 32P), Enzyme (z.B. Meerrettichperoxidase,
alkalische Phosphatase und andere, die übliche in einem ELISA verwendet
werden) und colorimetrische Marker wie z.B. kolloidales Gold oder gefärbte Glas-
oder Kunststoffkügelchen
(z.B. Polystyrol, Polypropylen, Latex usw.).
-
Der
Marker kann direkt oder indirekt mit der gewünschten Komponente des Tests
gemäß Verfahren, die
auf dem Fachgebiet gut bekannt sind, gekoppelt werden. Wie vorstehend
angegeben, kann eine breite Vielfalt von Markern verwendet werden,
wobei die Wahl des Markers von der erforderlichen Empfindlichkeit,
der leichten Konjugation mit der Verbindung, Stabilitätsanforderungen,
der verfügbaren
Instrumentenausrüstung und
Entsorgungsvorkehrungen abhängt.
-
Nicht-radioaktive
Marker werden häufig
durch indirekte Mittel angehängt:
Im Allgemeinen wird ein Ligandenmolekül (z.B. Biotin) kovalent an
das Molekül gebunden.
Der Ligand bindet dann an andere Moleküle (z.B. Streptavidin) Molekül, das entweder
von Natur aus nachweisbar ist oder kovalent an ein Signalsystem wie
z.B. ein nachweisbares Enzym, eine fluoreszierende Verbindung oder
eine chemilumineszierende Verbindung gebunden ist. Die Liganden
und ihre Ziele können
in einer beliebigen geeigneten Kombination mit Antikörpern, die
BCA-GPCRs erkennen, oder sekundären
Antikörpern,
die Anti-BCA-GPCR
erkennen, verwendet werden.
-
Die
Moleküle
können
auch direkt mit Signalerzeugungsverbindungen konjugiert werden,
z.B. durch Konjugation mit einem Enzym oder Fluorophor. Als Marker
interessierende Enzyme sind hauptsächlich Hydrolasen, insbesondere
Phosphatasen, Esterasen und Glycosidasen, oder Oxidotasen, insbesondere
Peroxidasen. Fluoreszente Verbindungen umfassen Fluorescein und
seine Derivate, Rhodamin und seine Derivate, Dansyl, Umbelliferon
usw. Chemilumineszente Verbindungen umfassen Luciferin und 2,3-Dihydrophthalazindione,
z.B. Luminol. Für
eine Überprüfung verschiedener
Markierungs- oder Signalerzeugungssysteme, die verwendet werden
können,
siehe US-Patent Nr. 4 391 904.
-
Mittel
zum Nachweisen von Markern sind Fachleuten gut bekannt. Wenn der
Marker beispielsweise ein radioaktiver Marker ist, umfassen die
Mittel zum Nachweis folglich einen Szintillationszähler oder
einen photographischen Film wie bei der Autoradiographie. Wenn der
Marker ein fluoreszenter Marker ist, kann er durch Anregen des Fluorochroms
mit der geeigneten Wellenlänge
von Licht und Erfassen der resultierenden Fluoreszenz erfaßt werden.
Die Fluoreszenz kann visuell mittels eines photographischen Films,
durch die Verwendung von elektrischen Detektoren wie z.B. ladungsgekoppelten
Bauelementen (CCDs) oder Photovervielfachern und dergleichen erfaßt werden.
Ebenso können
enzymatische Marker durch Vorsehen der geeigneten Substrate für das Enzym
und Erfassen des resultierenden Reaktionsprodukts erfaßt werden.
Schließlich
können
einfache colorimetrische Marker einfach durch Beobachten der dem
Marker zugeordneten Farbe erfaßt werden.
In verschiedenen Tauchstabtests erscheint konjugiertes Gold somit
häufig
rosa, während
verschiedene konjugierte Kügelchen
in der Farbe des Kügelchens
erscheinen.
-
Einige
Testformate erfordern nicht die Verwendung von markierten Verbindungen.
Agglutinierungstests können
beispielsweise verwendet werden, um die Anwesenheit der Zielantikörper nachzuweisen.
In diesem Fall werden mit Antigen beschichtete Teilchen durch Proben
mit den Zielantikörpern
agglutiniert. In diesem Format muß keine der Komponenten markiert
werden und die Anwesenheit des Zielantikörpers wird durch einfache visuelle
Untersuchung nachgewiesen.
-
Tests für Modulatoren
von BCA-GPCRs
-
A. Tests für die BCA-GPCR-Aktivität
-
BCA-GPCRs
und ihre Allele und polymorphen Varianten sind G-Proteingekoppelte
Rezeptoren, die an der Signaltransduktion teilnehmen und einem Bereich
zugeordnet sind, der in Brustkrebszellen amplifiziert ist. Die Aktivität von BCA-GPCR-Polypeptiden
kann unter Verwendung einer Vielzahl von In-Vitro- und In-Vivo-Tests
festgestellt werden, um funktionale, chemische und physikalische
Effekte zu bestimmen, z.B. Messen der Ligandenbindung (z.B. Bindung
radioaktiver Liganden), von zweiten Botenstoffen (z.B. cAMP, cGMP,
IP3, DAG oder Ca2+),
des Ionenflusses, der Phosphorylierungspegel, der Transkriptionspegel,
der Neurotransmitterpegel und dergleichen. Ferner können solche
Tests verwendet werden, um auf Inhibitoren und Aktivatoren von BCA-GPCR zu testen. Modulatoren
können
auch genetisch veränderte
Versionen eines BCA-GPCR sein. Screeningtests der Erfindung werden
verwendet, um Modulatoren zu identifizieren, die als Therapeutikum
von z.B. Antikörpern
gegen BCA-GPCRs und Antagonisten der BCA-GPCR-Aktivität verwendet
werden können.
-
Der
BCA-GPCR des Tests wird aus einem Polypeptid mit einer Sequenz von
SEQ ID NRN.: 2, 4, 6 oder 8 oder einer konservativ modifizierten
Variante davon ausgewählt.
Alternativ wird der BCA-GPCR des Tests von einem Eukaryoten abgeleitet
und umfaßt
eine Aminosäureteilsequenz
mit Aminosäuresequenzidentität SEQ ID
NRN.: 1–2
oder 7. Im Allgemeinen ist die Aminosäuresequenzidentität mindestens
70%, wahlweise mindestens 85%, wahlweise mindestens 90–95%. Wahlweise
umfaßt
das Polypeptid der Tests eine Domäne eines BCA-GPCR wie z.B.
eine extrazelluläre
Domäne,
eine Transmembrandomäne,
eine zytoplasmatische Domäne,
eine Ligandenbindungsdomäne,
eine Untereinheitsverbindungsdomäne,
eine aktive Stelle und dergleichen. Entweder ein BCA-GPCR oder eine
Domäne
davon kann mit einem heterologen Protein kovalent verbunden sein,
um ein chimäres
Protein zu erzeugen, das in den hierin beschriebenen Tests verwendet
wird.
-
Modulatoren
der BCA-GPCR-Aktivität
werden unter Verwendung von BCA-GPCR-Polypeptiden getestet, wie vorstehend
beschrieben, die entweder rekombinant sind oder natürlich vorkommen.
Das Protein kann isoliert, in einer Zelle exprimiert, in einer von
einer Zelle abgeleiteten Membran exprimiert, in Gewebe oder in einem
Tier exprimiert werden, entweder rekombinant sein oder natürlich vorkommen.
Brustkrebszellen, normale Prostata-Epithelialzellen, Plazenta, Hodengewebe,
transformierte Zellen oder Membranen können beispielsweise verwendet
werden. Die Modulation wird unter Verwendung von einem der hierin
beschriebenen In-Vitro- oder In-Vivo-Tests getestet. Die Signaltransduktion
kann auch in vitro mit Reaktionen im löslichen oder festen Zustand
unter Verwendung eines chimären
Moleküls
wie z.B. einer extrazellulären
Domäne
eines Rezeptors, die mit einer heterologen Signaltransduktionsdomäne kovalent
verbunden ist, oder einer heterologen extrazellulären Domäne, die
kovalent an die Transmembran und/oder zytoplasmatische Domäne eines
Rezeptors gebunden ist, untersucht werden. Die Genamplifikation
kann auch untersucht werden. Ferner können Ligandenbindungsdomänen des
interessierenden Proteins in vitro in Reaktionen im löslichen
oder festen Zustand verwendet werden, um auf Ligandenbindung zu
testen.
-
Die
Ligandenbindung an BCA-GPCR, eine Domäne oder ein chimäres Protein
kann in Lösung,
in einer zweilagigen Membran, die an einer festen Phase befestigt
ist, in einer Lipideinschicht oder in Vesikeln getestet werden.
Die Bindung eines Modulators kann unter Verwendung von z.B. Änderungen
der spektroskopischen Eigenschaften (z.B. Fluoreszenz, Absorptionsvermögen, Brechungsindex),
hydrodynamischen (z.B. Form), chromatographischen oder Löslichkeitseigenschaften
getestet werden.
-
Rezeptor-G-Protein-Wechselwirkungen
können
auch untersucht werden. Die Bindung des G-Proteins an den Rezeptor
oder seine Freisetzung aus dem Rezeptor kann beispielsweise untersucht
werden. Bei Abwesenheit von GTP führt beispielsweise ein Aktivator
zur Bildung eines engen Komplexes eines G-Proteins (alle drei Untereinheiten)
mit dem Rezeptor. Dieser Komplex kann in einer Vielzahl von Weisen
nachgewiesen werden, wie vorstehend angegeben. Ein solcher Test
kann modifiziert werden, um nach Inhibitoren zu suchen. Zugeben
eines Aktivators zum Rezeptor und G-Protein bei Abwesenheit von
GTP, Bilden eines engen Komplexes und dann Screenen auf Inhibitoren
durch Betrachten der Dissoziation des Rezeptor-G-Protein-Komplexes.
In Gegenwart von GTP dient die Freisetzung der Alpha-Untereinheit
des G-Proteins aus den anderen zwei G-Proteinuntereinheiten als Kriterium
für die
Aktivierung.
-
Ein
aktiviertes oder inhibiertes G-Protein ändert wiederum die Eigenschaften
der stromabwärts
liegenden Effektoren wie z.B. Proteine, Enzyme und Kanäle. Die
klassischen Beispiele sind die Aktivierung von cGMP-Phosphodiesterase
durch Transducin im visuellen System, Adenylatcyclase durch das
stimulierende G-Protein,
Phospholipase C durch Gq und andere Cognat-G-Proteine und die Modulation
von verschiedenen Kanälen
durch Gi und andere G-Proteine. Stromabwärts liegende Konsequenzen können auch
untersucht werden, wie z.B. Erzeugung von Diacylglycerol und IP3
durch Phospholipase C und wiederum für Kalziummobilisierung durch
IP3.
-
Aktivierte
GPCR-Rezeptoren werden zu Substraten für Kinasen, die das C-Abschlußende des
Rezeptors (und möglicherweise
ebenso andere Stellen) phosphorylieren. Somit fördern Aktivatoren die Übertragung von 32P von gammamarkiertem GTP zum Rezeptor,
was mit einem Szintillationszähler
getestet werden kann. Die Phosphorylierung des C-Abschlußendes fördert die
Bindung von arrestinartigen Proteinen und stört die Bindung von G-Proteinen.
Der Kinase/Arrestin-Weg spielt eine Schlüsselrolle bei der Desensibilisierung
von vielen GPCR-Rezeptoren. Für
eine allgemeine Überprüfung der
GPCR-Signaltransduktion
und Verfahren zum Testen der Signaltransduktion siehe z.B. Methods
in Enzymology, Bände
237 und 238 (1994) und Band 96 (1983); Bourne et al., Nature 10:349:117–27 (1991);
Bourne et al., Nature 348:125–32
(1990); Pitcher et al., Annu. Rev. Biochem. 67:653–92 (1998).
-
Proben
oder Assays, die mit einem potentiellen BCA-GPCR-Inhibitor oder
-Aktivator behandelt werden, werden mit Kontrollproben ohne die
Testverbindung verglichen, um das Ausmaß der Modulation zu untersuchen.
Kontrollproben (unbehandelt mit Aktivatoren oder Inhibitoren) wird
ein relativer BCA-GPCR-Aktivitätswert von
100 zugewiesen. Die Inhibierung eines BCA-GPCR ist erreicht, wenn
der BCA-GPCR-Aktivitätswert
relativ zur Kontrolle etwa 90%, wahlweise 50%, wahlweise 25–0% ist.
Die Aktivierung eines BCA-GPCR ist erreicht, wenn der BCA-GPCR-Aktivitätswert relativ
zur Kontrolle 110%, wahlweise 150%, 200–500% oder 1000–2000% ist.
-
Änderungen
des Ionenflusses können
durch Bestimmen von Änderungen
der Polarisation (d.h. elektrisches Potential) der Zelle oder Membran,
die einen BCA-GPCR
exprimiert, festgestellt werden. Ein Mittel zum Bestimmen von Änderungen
in der zellulären
Polarisation liegt im Messen von Änderungen des Stroms (wodurch Änderungen
der Polarisation gemessen werden) mit Spannungsbegrenzungs- und Patch-Clamp-Verfahren,
z.B. "an der Zelle
angebrachter" Modus, "Innen-Außen"-Modus, und Modus
der "ganzen Zelle" (siehe z.B. Ackerman
et al., New Engl. J. Med. 336:1575–1595 (1997)). Ganze Zellenströme werden zweckmäßigerweise
unter Verwendung der Standardmethodologie bestimmt (siehe z.B. Hamil
et al., PFlugers. Archiv. 391:85 (1981). Andre bekannte Tests umfassen:
radiomarkierte Ionenflußtests
und Fluoreszenztests unter Verwendung von spannungsempfindlichen
Farbstoffen (siehe z.B. Vestergarrd-Bogind et al., J. Membrane Biol.
88:67–75
(1988); Gonzales & Tsien,
Chem. Biol. 4:269–277
(1997); Daniel et al., J. Pharmacol. Meth. 25:185–193 (1991);
Holevinsky et al., J. Membrane Biology 137:59–70 (1994)). Im Allgemeinen
liegen die zu testenden Verbindungen im Bereich von 1 pM bis 100
mM vor.
-
Die
Effekte der Testverbindungen auf die Funktion der Polypeptide können durch
Untersuchen von irgendeinem der vorstehend beschriebenen Parameter
gemessen werden. Irgendeine geeignete physiologische Änderung,
die sich auf die GPCR-Aktivität
auswirkt, kann verwendet werden, um den Einfluß einer Testverbindung auf
die Polypeptide dieser Erfindung zu bewerten. Wenn die funktionalen
Konsequenzen unter Verwendung von intakten Zellen oder Tieren bestimmt
werden, kann man auch eine Vielzahl von Effekte messen, wie z.B.
Transmitterfreisetzung, Hormonfreisetzung, Transkriptionsänderungen
sowohl an bekannten als auch uncharakterisierten genetischen Markern
(z.B. Northern-Blots), Änderungen
im Zellenmetabolismus wie z.B. Zellenwachstum oder pH-Änderungen, und Änderungen
in den intrazellulären
zweiten Botenstoffen wie z.B. Ca2+, IP3
oder cAMP.
-
Bevorzugte
Tests für
G-Protein-gekoppelte Rezeptoren umfassen Zellen, die mit ionen-
oder spannungsempfindlichen Farbstoffen beladen sind, um die Rezeptoraktivität zu melden.
Tests zum Bestimmen der Aktivität
solcher Rezeptoren können
auch bekannte Agonisten und Antagonisten für andere G-Protein-gekoppelte Rezeptoren als negative
oder positive Kontrollen verwenden, um die Aktivität von getesteten
Verbindungen zu bewerten. In Tests für die Identifikation von modulierenden
Verbindungen (z.B. Agonisten, Antagonisten) werden Änderungen
des Pegels der Ionen im Zytoplasma oder der Membranspannung unter
Verwendung eines ionenempfindlichen bzw. Membranspannungs-Fluoreszenzindikators überwacht.
Unter den ionenempfindlichen Indikatoren und Spannungssonden, die
verwendet werden können,
befinden sich jene, die im Katalog Molecular Probes 1997 offenbart
sind. Für
G-Protein-gekoppelte Rezeptoren können promiskuitive G-Proteine
wie z.B. Gα15
und Gα16
im Test der Wahl verwendet werden (Wilkie et al., Proc. Nat'l Acad. Sci. USA 88:10049–10053 (1991)).
Solche promiskuitiven G-Proteine ermöglichen die Kopplung eines
breiten Bereichs von Rezeptoren mit Signaltransduktionswegen in
heterologen Zellen.
-
Die
Rezeptoraktivierung leitet typischerweise anschließende intrazelluläre Ereignisse
ein, z.B. erhöht in
zweiten Botenstoffen wie z.B. IP3, das intrazelluläre Speicher
von Kalziumionen freisetzt. Die Aktivierung von einigen G-Proteingekoppelten
Rezeptoren stimuliert die Bildung von Inositoltriphosphat (IP3)
durch durch Phospholipase C vermittelte Hydrolyse von Phosphatidylinositol
(Berridge & Irvine,
Nature 312:315–21 (1984)).
IP3 stimuliert wiederum die Freisetzung von intrazellulären Kalziumionenspeichern.
Somit kann eine Änderung
der zytoplasmatischen Kalziumionenspiegel oder eine Änderung
der Spiegel der zweiten Botenstoffe wie z.B. IP3 verwendet werden,
um die Funktion des G-Protein-gekoppelten
Rezeptors zu bewerten. Zellen, die solche G-Proteingekoppelten Rezeptoren
exprimieren, können
erhöhte
zytoplasmatische Kalziumspiegel infolge des Beitrags von sowohl
intrazellulären
Speichern als auch über
Aktivierung von Ionenkanälen
aufweisen, in welchem Fall es erwünscht, wenn auch nicht erforderlich
sein kann, solche Tests in kalziumfreiem Puffer, der wahlweise mit
einem Chelatisierungsmittel wie z.B. EGTA ergänzt ist, durchzuführen, um
die Fluoreszenzreaktion, die sich aus der Kalziumfreisetzung von
internen Speichern ergibt, zu unterscheiden.
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Andere
Tests können
das Bestimmen der Aktivität
von Rezeptoren beinhalten, die, wenn sie aktiviert werden, zu einer Änderung
des Spiegels der intrazellulären
cyclischen Nukleotide, z.B. cAMP oder cGMP, durch Aktivieren der
Inhibieren von stromabwärts
liegenden Effektoren wie z.B. Adenylatcyclase führen. Es gibt cyclische durch
Nukleotid gattergesteuerte Ionenkanäle, z.B. Stab-Photorezeptorzellenkanäle und olfaktorische
Neuronenkanäle,
die für
Kationen bei der Aktivierung durch Bindung von cAMP oder cGMP durchlässig sind
(siehe z.B. Altenhofe et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 88:9868–9872 (1991)
und Dhallan et al., Nature 347:184–187 (1990)). In Fällen, in
denen die Aktivierung des Rezeptors zu einer Senkung der Spiegel
der cyclischen Nukleotide führt,
kann es bevorzugt sein, die Zellen Mitteln auszusetzen, die die
intrazellulären
Spiegel von cyclischen Nukleotiden erhöhen, z.B. Forskolin, bevor
eine Rezeptoraktivierungsverbindung in dem Test zu den Zellen zugegeben
wird. Zellen für
diese Art von Test können
durch Cotransfektion einer Wirtszelle mit DNA, die einen durch ein
cyclisches Nukleotid gattergesteuerten Ionenkanal codiert, GPCR-Phosphatase und
DNA, die einen Rezeptor codiert (z.B. bestimmte Glutamatrezeptoren,
Muskarin-Acetylcholin-Rezeptoren, Dopaminrezeptoren, Serotoninrezeptoren
und dergleichen), die, wenn sie aktiviert werden, eine Änderung
in den Spiegel von cyclischen Nukleotiden im Zytoplasma verursachen,
hergestellt werden.
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In
einem Ausführungsbeispiel
können Änderungen
des intrazellulären
CAMP oder cGMP unter Verwendung von Immuntests gemessen werden.
Das in Offermanns & Simon,
J. Biol. Chem. 270:15175–15180 (1995)
beschriebene Verfahren kann verwendet werden, um den Spiegel von
cAMP zu bestimmen. Das in Felley-Bosco et al., Am. J. Resp. Cell
and Mol. Biol. 11:159–164
(1994) beschriebene Verfahren kann auch verwendet werden, um den
Spiegel von cGMP zu bestimmen. Ferner ist eine Testausrüstung zum
Messen von cAMP und/oder cGMP im US-Patent 4 115 538, das durch
den Hinweis hierin aufgenommen wird, beschrieben.
-
In
einem weiteren Ausführungsbeispiel
kann eine Phosphatidylinositol- (PI) Hydrolyse gemäß dem US-Patent
5 436 128, das durch den Hinweis hierin aufgenommen wird, analysiert
werden. Kurz gesagt, der Test beinhaltet das Markieren von Zellen
mit 3H-Myoinositol für 48 oder mehr h. Die markierten
Zellen werden mit einer Testverbindung für eine Stunde behandelt. Die
behandelten Zellen werden lysiert und in Chloroform-Methanol-Wasser
extrahiert, wonach die Inositolphosphate durch Ionenaustauschchromatographie
getrennt und durch Szintillationszählung quantifiziert wurden.
Die mehrfache Stimulation wird durch Berechnen des Verhältnisses
von cpm in Gegenwart von Agonist zu cpm in Gegenwart von Pufferkontrolle
bestimmt. Ebenso wird die mehrfache Inhibierung durch Berechnen
des Verhältnisses
von cpm in Gegenwart von Antagonist zu cpm in Gegenwart von Pufferkontrolle
(die einen Agonisten enthalten kann oder nicht) bestimmt.
-
In
einem weiteren Ausführungsbeispiel
können
Transkriptionspegel gemessen werden, um die Effekte einer Testverbindung
auf die Signaltransduktion zu bewerten. Eine Wirtszelle, die das
interessierende Protein enthält,
wird mit einer Testverbindung für
eine ausreichende Zeit in Kontakt gebracht, um irgendwelche Wechselwirkungen
zu bewirken, und dann wird der Pegel der Genexpression gemessen.
Die Menge an Zeit zum Bewirken von solchen Wechselwirkungen kann
empirisch bestimmt werden, wie z.B. durch Ablauf eines Zeitverlaufs
und Messen des Pegels der Transkription als Funktion der Zeit. Die
Menge an Transkription kann unter Verwendung eines beliebigen Verfahrens,
das Fachleuten als geeignet bekannt ist, gemessen werden. Die mRNA-Expression
des interessierenden Proteins kann beispielsweise unter Verwendung
von Northern-Blots erfaßt
werden oder ihre Polypeptidprodukte können unter Verwendung von Immuntests
identifiziert werden. Alternativ können auf Transkription basierende
Tests unter Verwendung eines Reportergens verwendet werden, wie
im US-Patent 5 436 128 beschrieben, das durch den Hinweis hierin
aufgenommen wird. Die Reportergene können z.B. Chloramphenicolacetyltransferase,
Fire-Fly-Luciferase, bakterielle Luciferase, β-Galactosidase und alkalische Phosphatase
sein. Ferner kann das interessierende Protein als indirekter Reporter über Befestigung
an einem zweiten Reporter wie z.B. einem grünen fluoreszierenden Protein
verwendet werden (siehe z.B. Mistili & Spector, nature Biotechnology 15:961–964 (1997)).
-
Die
Menge an Transkription wird dann mit der Menge an Transkription
entweder in derselben Zelle bei Abwesenheit der Testverbindung verglichen
oder sie kann mit der Menge an Transkription in einer im Wesentlichen
identischen Zelle, der das interessierende Protein fehlt, verglichen
werden. Eine im Wesentlichen identische Zelle kann von denselben
Zellen, aus denen die rekombinante Zelle hergestellt wurde, die
jedoch nicht durch Einführen
von heterologer DNA modifiziert wurden, abgeleitet sein. Irgendein
Unterschied in der Menge an Transkription weist darauf hin, daß die Testverbindung
in gewisser Weise die Aktivität
des interessierenden Proteins geändert
hat.
-
B. Modulatoren
-
Die
als Modulatoren von BCA-GPCRs getesteten Verbindungen können eine
beliebige kleine chemische Verbindung oder eine biologische Einheit,
z.B. ein Makromolekül
wie z.B. ein Protein, ein Zucker, eine Nukleinsäure oder ein Lipid sein. Alternativ
können
Modulatoren genetisch geänderte
Versionen eines BCA-GPCR
sein. Typischerweise sind Testverbindungen kleine chemische Moleküle und Peptide.
Im Wesentlichen kann eine beliebige chemische Verbindung als potentieller
Modulator oder Ligand in den Tests der Erfindung verwendet werden,
obwohl am häufigsten
Verbindungen, die in wässerigen
oder organischen (insbesondere auf DMSO basierenden) Lösungen gelöst werden
können,
verwendet werden. Die Tests sind dazu ausgelegt, große chemische
Bibliotheken durch Automatisieren der Testschritte und Bereitstellen
von Verbindungen von irgendeiner Zweckmäßigen Quelle für die Tests,
die typischerweise parallel ablaufen (z.B. in Mikrotiterformaten
oder Mikrotiterplatten in Robotertests), zu screenen. Es ist zu
erkennen, daß es
viele Lieferanten von chemischen Verbindungen gibt, einschließlich Sigma
(St. Louis, MO), Aldrich (St. Louis, MO), Sigma-Aldrich (St. Louis,
MO), Fluka Chemika-Biochemica Analytika (Buchs Schweiz) und dergleichen.
-
In
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
beinhalten Screeningverfahren mit hohem Durchsatz die Bereitstellung
einer kombinatorischen chemischen oder Peptidbibliothek, die eine
große
Anzahl von potentiellen therapeutischen Verbindungen (potentiellen
Modulator- oder Ligandenverbindungen) enthält. Solche "kombinatorischen chemischen Bibliotheken" oder "Ligandenbibliotheken" werden dann in einem
oder mehreren Tests gescreent, wie hierin beschrieben, um diejenigen
Bibliothekenmitglieder zu identifizieren (insbesondere chemische
Spezies oder Unterklassen), die eine gewünschte charakteristische Aktivität zeigen.
Die so identifizierten Verbindungen können als herkömmliche "Leitverbindungen" dienen oder können selbst
als potentielle oder tatsächliche
Therapeutika verwendet werden.
-
Eine
kombinatorische chemische Bibliothek ist eine Sammlung von verschiedenen
chemischen Verbindungen, die entweder durch chemische Synthese oder
biologische Synthese, durch Kombinieren einer Anzahl von chemischen "Konstruktionsblöcken" wie z.B. Reagenzien
erzeugt werden. Eine lineare kombinatorische chemische Bibliothek
wie z.B. eine Polypeptidbibliothek wird beispielsweise durch Kombinieren
eines Satzes von chemischen Konstruktionsblöcken (Aminosäuren) in
jeder möglichen
Weise für
eine gegebene Verbindungslänge
(d.h. die Anzahl von Aminosäuren
in einer Polypeptidverbindung) gebildet. Millionen von chemischen
Verbindungen können
durch solches kombinatorisches Mischen von chemischen Konstruktionsblöcken synthetisiert
werden.
-
Die
Herstellung und das Screenen von kombinatorischen chemischen Bibliotheken
ist Fachleuten gut bekannt. Solche kombinatorischen chemischen Bibliotheken
umfassen, sind jedoch nicht begrenzt auf Peptidbibliotheken (siehe
z.B. US-Patent 5 010 175, Furka, Int. J. Pept. Prot. Res. 37:487–493 (1991)
und Houghton et al., Nature 354:84–88 (1991)). Andere Chemien
zum Erzeugen von Bibliotheken mit chemischer Verschiedenheit können auch
verwendet werden. Solche Chemien umfassen, sind jedoch nicht begrenzt
auf: Peptoide (z.B. PCT-Veröffentlichung
Nr. WO 91/19735), codierte Peptide (z.B. PCT-Veröffentlichung WO 93/20242),
zufällige
Biooligomere (z.B. PCT-Veröffentlichung
Nr. WO 92/00091), Benzodiazepine (z.B. US-Pat. Nr. 5 288 514), Diversomere
wie z.B. Hydantoine, Benzodiazepine und Dipeptide (Hobbs et al.,
Proc. Nat. Acad. Sci. USA 90:6909–6913 (1993)), vinylartige
Polypeptide (Hagihara et al., J. Amer. Chem. Soc. 114:6568 (1992)), nicht-peptidale
Peptidnachahmer mit Glucosegerüst
(Hirschmann et al., J. Amer. Chem. Soc. 114:9217–9218 (1992)), analoge organische
Synthesen von Bibliotheken von kleinen Verbindungen (Chen et al.,
J. Amer. Chem. Soc. 116:2661 (1994)), Oligocarbamate (Cho et al.,
Science 261:1303 (1993)) und/oder Peptidylphosphonate (Campbell
et al., J. Org. Chem. 59:658 (1994)), Nukleinsäurebibliotheken (siehe Ausubel,
Berger und Sambrook, alle oben), Peptidnukleinsäurebibliotheken (siehe z.B.
US-Patent 5 539 083), Antikörperbibliotheken
(siehe z.B. Vaughn et al., Nature Biotechnology, 14(3):309–314 (1996)
und PCT/US96/10287), Kohlenhydratbibliotheken (siehe z.B. Liang
et al., Science, 274:1520–1522
(1996) und US-Patent 5 593 853), Bibliotheken für kleine organische Moleküle (siehe
z.B. Benzodiazepine, Baum C&EN,
18. Jan. Seite 33 (1993); Isoprenoide, US-Patent 5 569 588; Thiazolidinone und
Metathiazanone, US-Patent 5 549 974; Pyrrolidine, US-Patente 5 525
735 und 5 519 134; Morpholinverbindungen, US-Patent 5 506 337; Benzodiazoepine 5
288 514, und dergleichen).
-
Vorrichtungen
für die
Herstellung von kombinatorischen Bibliotheken sind kommerziell erhältlich (siehe z.B.
357 MPS, 390 MPS, Advanced Chem Tech, Louisville KY, Symphony, Rainin,
Woburn, MA, 433A Applied Biosystems, Foster City, CA, 9050 Plus,
Millipore, Bedford, MA). Außerdem
sind zahlreiche kombinatorische Bibliotheken selbst kommerziell
erhältlich
(siehe z.B. ComGenex, Princeton, N.J., Tripos, Inc., St. Louis,
MO, 3D Pharmaceuticals, Exton, PA, Martek Biosciences, Columbia,
MD, usw.).
-
C. Tests mit hohem Durchsatz
im festen Zustand und löslich
-
In
einem Ausführungsbeispiel
stellt die Erfindung lösliche
Tests unter Verwendung von Molekülen
wie z.B. einer Domäne
wie z.B. einer Ligandenbindungsdomäne, einer extrazellulären Domäne, einer
Transmembrandomäne
(z.B. einer mit sieben Transmembranbereichen und cytosolischen Schleifen),
der Transmembrandomäne
und einer zytoplasmatischen Domäne,
einer aktiven Stelle, einem Untereinheitsverbindungsbereich usw.;
einer Domäne,
die mit einem heterologen Protein kovalent verbunden ist, um ein
chimäres
Molekül zu
erzeugen; einem BCA-GPCR; oder einer Zelle oder Gewebe, die/das
einen BCA-GPCR exprimiert, der entweder natürlich vorkommt oder rekombinant
ist, bereit. In einem anderen Ausführungsbeispiel stellt die Erfindung
In-Vitro-Tests auf Festphasenbasis in einem Format mit hohem Durchsatz
bereit, wobei die Domäne,
das chimäre
Molekül,
der BCA-GPCR oder die Zelle oder das Gewebe, die/das einen BCA-GPCR
exprimiert, an einem Festphasensubstrat befestigt ist.
-
In
den Tests mit hohem Durchsatz der Erfindung ist es möglich, bis
zu mehrere tausend verschiedene Modulatoren oder Liganden an einem
einzigen Tag zu screenen. Insbesondere kann jede Mulde einer Mikrotiterplatte
verwendet werden, um einen separaten Test gegen einen ausgewählten potentiellen
Modulator durchzuführen,
oder wenn Konzentrations- oder Inkubationszeiteffekte beobachtet
werden sollen, können
jeweils 5–10
Mulden einen einzelnen Modulator testen. Somit kann eine einzelne
Standard-Mikrotiterplatte etwa 100 (z.B. 96) Modulatoren testen.
Wenn Platten mit 1536 Mulden verwendet werden, dann kann eine einzige Platte
leicht etwa 100 bis etwa 1500 verschiedene Verbindungen testen.
Es ist möglich,
mehrere verschiedene Platten pro Tag zu testen; Testscreens für bis zu
etwa 6000–20000
verschiedene Verbindungen ist unter Verwendung der integrierten
Systeme der Erfindung möglich.
-
Das
interessierende Molekül
kann an die Komponente im festen Zustand direkt oder indirekt über eine kovalente
oder nicht-kovalente Bindung, z.B. über einen Marker, gebunden
werden. Der Marker kann ein beliebiger einer Vielzahl von Komponenten
sein. Im Allgemeinen wird ein Molekül, das den Marker bindet (ein Markerbinder)
an einem festen Träger
fixiert und das interessierende markierte Molekül (z.B. das interessierende
Signaltransduktionsmolekül)
wird am festen Träger
durch Wechselwirkung des Markers und des Markerbinders befestigt.
-
Eine
Anzahl von Markern und Markerbindern kann auf der Basis bekannter
Molekülwechselwirkungen, die
in der Literatur gut beschrieben sind, verwendet werden. Wenn beispielsweise
ein Marker einen natürlichen Binder
aufweist, beispielsweise Biotin, Protein A oder Protein G, kann
er in Verbindung mit geeigneten Markerbindern (Avidin, Streptavidin,
Neutravidin, dem Fc-Bereich eines Immunoglobulins usw.) verwendet
werden. Antikörper
für Moleküle mit natürlichen
Bindern wie z.B. Biotin sind auch umfangreich erhältlich und
geeignete Markerbinder; siehe SIGMA Immunochemicals 1998 Katalog
SIGMA, St. Louis MO).
-
Ebenso
kann eine beliebige haptene oder antigene Verbindung in Kombination
mit einem geeigneten Antikörper
verwendet werden, um ein Marker/Markerbinder-Paar zu erzeugen. Tausende von spezifischen
Antikörpern
sind kommerziell erhältlich
und viele zusätzliche
Antikörper
sind in der Literatur beschrieben. In einer üblichen Konfiguration ist der
Marker beispielsweise ein erster Antikörper und der Markerbinder ist
ein zweiter Antikörper,
der den ersten Antikörper
erkennt. Zusätzlich
zu Antikörper-Antigen-Wechselwirkungen
sind auch Rezeptor-Liganden-Wechselwirkungen
als Marker- und Markerbinder-Paare geeignet. Agonisten und Antagonisten
von Zellmembranrezeptoren (z.B. Zellenrezeptor-Liganden-Wechselwirkungen wie z.B. Transferrin, c-kit,
virale Rezeptorliganden, Cytokinrezeptoren, Chemokinrezeptoren,
Interleukinrezeptoren, Immunoglobulinrezeptoren und Antikörper, die
Cadhereinfamilie, die Integrinfamilie, die Selectinfamilie und dergleichen;
siehe z.B. Pigott & Power,
The Adhesion Molecule Facts Book I (1993). Ebenso können Toxine
und Venome, viarle Epitope, Hormone (z.B. Opiate, Steroide usw.),
intrazelluläre
Rezeptoren (die z.B. die Effekte von verschiedenen kleinen Liganden,
einschließlich
Steroiden, Schilddrüsenhormon,
Retinoiden und Vitamin D; Peptiden), Arzneimittel, Lectine, Zucker,
Nukleinsäuren
(sowohl lineare als auch cyclische Polymerkonfigurationen), Oligosaccharide,
Proteine, Phospholipide und Antikörper alle mit verschiedenen
Zellenrezeptoren in Wechselwirkung treten.
-
Synthetische
Polymere wie, z.B. Polyurethane, Polyester, Polycarbonate, Polyharnstoffe,
Polyamide, Polyethylenimine, Polyarylensulfide, Polysiloxane, Polyimide
und Polyacetate, können
auch einen geeigneten Marker oder Markerbinder bilden. Viele weitere
Marker/Markerbinder-Paare sind auch in den hierin beschriebenen
Testsystemen nützlich,
wie für
einen Fachmann bei der Durchsicht dieser Offenbarung ersichtlich
wäre.
-
Übliche Binder
wie z.B. Peptide, Polyether und dergleichen können auch als Marker dienen
und umfassen Polypeptidsequenzen wie z.B. Polyglysequenzen zwischen
etwa 5 und 200 Aminosäuren.
Solche flexiblen Binder sind Fachleuten bekannt. Poly(ethylenglycol)-Binder
sind beispielsweise von Shearwater Polymers, Inc., Huntsville, Alabama,
erhältlich.
Diese Binder weisen wahlweise Amidbindungen, Sulfhydrylbindungen
oder heterofunktionale Bindungen auf.
-
Markerbinder
werden an festen Substraten unter Verwendung eines beliebigen einer
Vielzahl von derzeit zur Verfügung
stehenden Verfahren fixiert. Feste Substrate werden üblicherweise
derivatisiert oder funktionalisiert, indem alles oder ein Teil des
Substrats einem chemischen Reagenz ausgesetzt wird, das eine chemische
Gruppe an der Oberfläche
fixiert, die mit einem Teil des Markerbinders reaktiv ist. Gruppen,
die zur Befestigung an einem längeren
Kettenteil geeignet sind, würden
beispielsweise Amine, Hydroxyl, Thiol und Carboxylgruppen umfassen.
Aminoalkylsilane und Hydroxyalkylsilane können verwendet werden, um eine
Vielzahl von Oberflächen
wie z.B. Glasoberflächen
zu funktionalisieren. Die Konstruktion von solchen Festphasen-Biopolymeranordnungen
ist in der Literatur gut beschrieben. Siehe z.B. Merrifield, J.
Am. Chem. Soc. 85:2149–2154
(1963) (die die Festphasensynthese von z.B. Peptiden beschreibt);
Geysen et al., J. Immun. Meth. 102:259–274 (1987) (die die Synthese
von Festphasenkomponenten an Stiften beschreibt); Frank & Doring, Tetrahedron
44:60316040 (1988) (die die Synthese von verschiedenen Peptidsequenzen
an Cellulosescheiben beschreibt); Folder et al., Science, 251:767–777 (1991);
Sheldon et al., Clinical Chemistry 39(4):718–719 (1993); und Kozal et al.,
Nature Medicine 2(7):753759 (1996) (die alle Anordnungen von Biopolymeren,
die an festen Substraten fixiert sind, beschreiben). Nicht-chemische
Methoden zum Fixieren von Markerbindern an Substraten umfassen andere übliche Verfahren
wie z.B. Wärme,
Vernetzung durch UV-Strahlung und dergleichen.
-
D. Tests auf Computerbasis
-
Noch
ein weiterer Test für
Verbindungen, die die BCA-GPCR-Aktivität modulieren, beinhaltet die
computergestützte
Arzneimittelkonstruktion, bei der ein Computersystem verwendet wird,
um eine dreidimensionale Struktur von BCA-GPCR auf der Basis der Strukturinformation,
die durch die Aminosäuresequenz
codiert wird, zu erzeugen. Die eingegebene Aminosäuresequenz
steht direkt und aktiv mit einem vorher festgelegten Algorithmus
in einem Computerprogramm in Wechselwirkung, um sekundäre, tertiäre und quaternäre Strukturmodelle
des Proteins zu ergeben. Die Modelle der Proteinstruktur werden
dann untersucht, um Bereiche der Struktur zu identifizieren, die
die Fähigkeit
haben, z.B. Liganden zu binden. Diese Bereiche werden dann verwendet,
um Liganden zu identifizieren, die an das Protein binden.
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Das
dreidimensionale Strukturmodell des Proteins wird durch Eingeben
von Protein-Aminosäuresequenzen
von mindestens 10 Aminosäureresten
oder entsprechenden Nukleinsäuresequenzen,
die ein BCA-GPCR-Polypeptid codieren, in das Computersystem erzeugt.
Die Aminosäuresequertz
des Polypeptids oder der das Polypeptid codierenden Nukleinsäure wird
aus der Gruppe ausgewählt,
die aus SEQ ID NRN: 1–8
und konservativ modifizierten Versionen davon besteht. Die Aminosäuresequenz
stellt die primäre
Sequenz oder Teilsequenz des Proteins dar, die die Strukturinformation
des Proteins codiert. Mindestens 10 Reste der Aminosäuresequenz
(oder einer Nukleotidsequenz, die 10 Aminosäuren codiert) werden in das
Computersystem von Computertastaturen, maschinenlesbaren Trägern, die
elektronische Speichermedien (z.B. Magnetdisketten, Bänder, Kassetten
und Chips), optische Medien (z.B. CD-ROM), Informationen, die durch
Internetseiten verteilt werden, und durch einen RAM eingegeben.
Das dreidimensionale Strukturmodell des Proteins wird dann durch
die Wechselwirkung der Aminosäuresequenz
und des Computersystems unter Verwendung einer Fachleuten bekannten
Software erzeugt.
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Die
Aminosäuresequenz
stellt eine primäre
Struktur dar, die die Information codiert, die zum Bilden der sekundären, tertiären und
quaternären
Struktur des interessierenden Proteins erforderlich ist. Die Software
betrachtet bestimmte Parameter, die durch die primäre Sequenz
codiert werden, um das Strukturmodell zu erzeugen. Diese Parameter
werden als "Energieterme" bezeichnet und umfassen
hauptsächlich
elektrostatische Potentiale, hydrophobe Potentiale, für Lösungsmittel
zugängliche
Oberflächen
und Wasserstoffbindung. Sekundäre
Energieterme umfassen Van-der-Waals-Potentiale. Biologische Moleküle bilden
die Struktur, die die Energieterme in einer kumulativen Weise minimieren.
Das Computerprogramm verwendet daher diese Terme, die von der primären Struktur
oder Aminosäuresequenz
codiert werden, um das sekundäre
Strukturmodell zu erzeugen.
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Die
tertiäre
Struktur des Proteins, das durch die sekundäre Struktur codiert wird, wird
dann auf der Basis der Energieterme der sekundären Struktur gebildet. Der
Benutzer kann an diesem Punkt zusätzliche Variablen eingeben,
wie z.B., ob das Protein an die Membran gebunden oder löslich ist,
seine Stelle im Körper
und seine zelluläre
Stelle, z.B. zytoplasmatisch, Oberfläche oder nuklear. Diese Variablen
zusammen mit den Energietermen der sekundären Struktur werden verwendet,
um das Modell der tertiären
Struktur zu bilden. Beim Modellieren der tertiären Struktur vergleicht das
Computerprogramm hydrophobe Flächen
der sekundären Struktur
mit gleichen und hydrophile Flächen
der sekundären
Struktur mit gleichen.
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Sobald
die Struktur erzeugt wurde, werden potentielle Ligandenbindungsbereiche
durch das Computersystem identifiziert. Dreidimensionale Strukturen
für potentielle
Liganden werden durch Eingeben von Aminosäure- oder Nukleotidsequenzen
oder chemischen Formen von Verbindungen erzeugt, wie vorstehend
beschrieben. Die dreidimensionale Struktur des potentiellen Liganden
wird dann mit jener des BCA-GPCR-Proteins verglichen, um Liganden
zu identifizieren, die an BCA-GPCR binden. Die Bindungsaffinität zwischen
dem Protein und den Liganden wird unter Verwendung von Energietermen
bestimmt, um festzustellen, welche Liganden eine verstärkte Wahrscheinlichkeit
für die
Bindung an das Protein haben.
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Computersysteme
werden auch verwendet, um auf Mutationen, polymorphe Varianten,
Allele und Interspezies-Homologe von BCA-GPCR-Genen zu screenen.
Solche Mutationen können
mit Krankheitszuständen
oder genetischen Anlagen verbunden sein. Wie vorstehend beschrieben,
kann GeneChipTM und die verwandte Technologie
auch verwendet werden, um auf Mutationen, polymorphe Varianten,
Allele und Interspezies-Homologe zu screenen. Sobald die Varianten
identifiziert sind, können
Diagnosetests verwendet werden, um Patienten mit solchen mutierten
Genen zu identifizieren. Die Identifikation der mutierten BCA-GPCR-Gene beinhaltet
das Empfangen einer Eingabe einer ersten Nukleinsäure oder
Aminosäuresequenz,
die einen BCA-GPCR codiert und die aus der Gruppe ausgewählt ist,
die aus SEQ ID NRN.: 1–8
besteht, und von konservativ modifizierten Versionen davon. Die
Sequenz wird in das Computersystem eingegeben, wie vorstehend beschrieben.
Die erste Nukleinsäure
oder Aminosäuresequenz
wird dann mit einer zweiten Nukleinsäure oder Aminosäuresequenz
verglichen, die eine beträchtliche
Identität
zur ersten Sequenz aufweist. Die zweite Sequenz wird in das Computersystem
in der vorstehend beschriebenen Weise eingegeben. Sobald die erste und
die zweite Sequenz verglichen werden, werden Nukleotid- oder Aminosäureunterschiede
zwischen den Sequenzen identifiziert. Solche Sequenzen können Allelunterschiede
in BCA-GPCR-Genen und Mutationen, die mit Krankheitszuständen und
genetischen Anlagen verbunden sind, darstellen.
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Ausrüstungen
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BCA-GPCRs
und ihre Homologe sind ein nützliches
Werkzeug zum Identifizieren von Zellen wie z.B. Krebszellen für die Gerichtsmedizin
und Vaterschaftsbestimmungen, für
die Diagnose von Krankheiten wie z.B. Krebs, z.B. Brustkrebs, und
für die
Untersuchung der Signaltransduktion. BCA-GPCR-spezifische Reagenzien, die spezifisch
mit BCA-GPCR-Nukleinsäuren hybridisieren,
wie z.B. BCA-GPCR-Sonden und -Primer, und BCA-GPCR-spezifische Reagenzien,
die spezifisch an ein BCA-GPCR-Protein binden, z.B. BCA-GPCR-Antikörper, werden
verwendet, um die Signaltransduktionsregulierung zu untersuchen.
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Nukleinsäuretests
auf die Anwesenheit von BCA-GPCR-DNA und -RNA in einer Probe umfassen
zahlreiche Verfahren, die Fachleuten bekannt sind, wie z.B. Southern-Analyse,
Northern-Analyse, Dot-Blots, RNase-Schutz, S1-Analyse, Amplifikationsverfahren
wie z.B. PCR und LCR und In-Situ-Hybridisierung. Bei der In-Situ-Hybridisierung
wird beispielsweise die Zielnukleinsäure von ihren zellulären Umgebungen
insofern befreit, als sie zur Hybridisierung innerhalb der Zelle
zur Verfügung
steht, während
die zelluläre
Morphologie für die
anschließende
Interpretation und Analyse bewahrt wird (siehe Beispiel I). Die
folgenden Artikel stellen einen Überblick über das
Fachgebiet der In-Situ-Hybridisierung
bereit: Singer et al., Biotechniques 4:230–250 (1986); Haase et al.,
Methods in Virology, Band VII, S. 189–226 (1984), und Nucleic Acid
Hybridization: A Practical Approach (Hames et al., Hrsg. 1987).
Außerdem
kann ein BCA-GPCR-Protein
mit den verschiedenen vorstehend beschriebenen Immuntestverfahren
nachgewiesen werden. Die Testprobe wird typischerweise sowohl mit
einer positiven Kontrolle (z.B. einer Probe, die einen rekombinanten
BCA-GPCR exprimiert) als auch einer negativen Kontrolle verglichen.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch Ausrüstungen zum Screenen auf Modulatoren
von BCA-GPCRs bereit. Solche Ausrüstungen können aus leicht erhältlichen
Materialien und Reagenzien hergestellt werden. Solche Ausrüstungen
können
beispielsweise irgendeines oder mehrere der folgenden Materialien
umfassen: einen BCA-GPCR, Reaktionsröhrchen und Anweisungen zum
Testen der BCA-GPCR-Aktivität.
Wahlweise enthält
die Ausrüstung
biologisch aktiven BCA-GPCR. Eine breite Vielfalt von Ausrüstungen
und Komponenten können
gemäß der vorliegenden
Erfindung in Abhängigkeit
von dem beabsichtigten Verwender der Ausrüstung und den speziellen Bedürfnissen
des Verwenders hergestellt werden.
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Verabreichung und pharmazeutische
Zusammensetzungen
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BCA-GPCR-Modulatoren
können
direkt an den Säugerprobanden
zur Modulation der Signaltransduktion in vivo, z.B. für die Behandlung
eines Krebses wie z.B. Brustkrebs, verabreicht werden. Die Verabreichung geschieht
durch irgendeinen der Wege, die normalerweise zur Einführung einer
Modulatorverbindung in letztlichen Kontakt mit dem zu behandelnden
Gewebe verwendet werden. Die BCA-GPCR-Modulatoren werden in einer
beliebigen geeigneten Weise verabreicht, wahlweise mit pharmazeutisch
verträglichen
Trägern.
Geeignete Verfahren zur Verabreichung solcher Modulatoren stehen
zur Verfügung
und sind Fachleuten gut bekannt und, obwohl mehr als ein Weg verwendet
werden kann, um eine spezielle Zusammensetzung zu verabreichen, kann
ein spezieller Weg häufig
eine unmittelbarere und wirksamere Reaktion vorsehen als ein anderer
Weg.
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Pharmazeutisch
verträgliche
Träger
werden teilweise durch die verabreichte spezielle Zusammensetzung
sowie durch das spezielle Verfahren, das zur Verabreichung der Zusammensetzung
verwendet wird, bestimmt. Folglich besteht eine breite Vielfalt
von geeigneten Formulierungen von pharmazeutischen Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung (siehe z.B. Remington's Pharmaceutical Sciences, 17. Ausg. 1985)).
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Die
BCA-GPCR-Modulatoren allein oder in Kombination mit anderen geeigneten
Komponenten können
zu Aerosolformulierungen hergestellt werden (d.h. sie können "zerstäubt" werden), um über Inhalation
verabreicht zu werden. Aerosolformulierungen können in unter Druck gesetzte
annehmbare Treibmittel wie z.B. Dichlordifluormethan, Propan, Stickstoff
und dergleichen gegeben werden.
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Formulierungen,
die zur Verabreichung geeignet sind, umfassen wässerige und nicht-wässerige
Lösungen,
isotonische sterile Lösungen,
die Antioxidantien, Puffer, Bakteriostatika und gelöste Stoffe,
die die Formulierung isotonisch machen, enthalten können, und
wässerige
und nicht-wässerige
sterile Suspensionen, die Suspensionsmittel, Solubilisatoren, Verdichtungsmittel,
Stabilisatoren und Konservierungsmittel umfassen können. In
der Praxis dieser Erfindung können
die Zusammensetzungen beispielsweise oral, örtlich, intravenös, intraperitoneal,
intravesikal oder intrathekal verabreicht werden. Wahlweise werden
die Zusammensetzungen oral oder nasal verabreicht. Die Formulierungen
von Verbindungen können
in abgedichteten Einheitsdosis- oder Mehrfachdosis-Behältern wie
z.B. Ampullen und Fläschchen
dargeboten werden. Lösungen
und Suspension Ethanol können
aus sterilen Pulvern, Körnchen
und Tabletten der vorher beschriebenen art zubereitet werden. Die
Modulatoren können
auch als Teil eines zubereiteten Nahrungsmittels oder Arzneimittels verabreicht
werden.
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Die
an einen Patienten verabreichte Dosis im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung sollte ausreichen, um eine günstige Reaktion im Probanden über die
Zeit zu bewirken. Solche Dosen werden prophylaktisch oder an eine
Person, die bereits an der Krankheit leidet, verabreicht. Die Zusammensetzungen werden
an einen Patienten in einer Menge verabreicht, die ausreicht, um
eine wirksame Schutz- oder therapeutische Reaktion im Patienten
hervorzurufen. Eine Menge, die angemessen ist, um dies zu bewerkstelligen, ist
als "therapeutisch
wirksame Dosis" definiert.
Die Dosis wird durch die Wirksamkeit der speziellen BCA-GPCR-Modulatoren
(z.B. GPCR-Antagonisten und Anti-GPCR-Antikörper), die verwendet werden,
und den Zustand der Person sowie das Körpergewicht oder die Oberfläche der
behandelnden Fläche
bestimmt. Die Größe der Dosis
wird auch durch die Existenz, die Art und das Ausmaß von irgendwelchen
nachteiligen Nebenwirkungen bestimmt, die die Verabreichung einer
speziellen Verbindung oder eines Vektors in einer speziellen Person
begleiten.
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Bei
der Festlegung der wirksamen Menge des zu verabreichenden Modulators
kann ein Arzt zirkulierende Plasmaspiegel des Modulators, Modulatortoxizitäten und
die Erzeugung von Anti-Modulator-Antikörpern auswerten. Im Allgemeinen
liegt das Dosisäquivalent
eines Modulators von etwa 1 ng/kg bis 10 mg/kg für eine typische Person.
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Zur
Verabreichung können
die BCA-GPCR-Modulatoren der vorliegenden Erfindung mit einer Rate verabreicht
werden, die durch den LD-50 des Modulators und die Nebenwirkungen
des Inhibitors bei verschiedenen Konzentrationen, wie auf die Masse
und Gesamtgesundheit des Patienten angewendet, bestimmt wird. Die
Verabreichung kann über
einzelne oder verteilte Dosen durchgeführt werden.
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BEISPIELE
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Die
folgenden Beispiele werden nur zur Erläuterung und nicht zur Begrenzung
bereitgestellt. Fachleute werden leicht eine Vielzahl von nicht-kritischen
Parametern erkennen, die geändert
oder modifiziert werden könnten,
um im Wesentlichen ähnliche
Ergebnisse zu ergeben.
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Beispiel I: Identifikation
und Klonieren von neuen BCA-GPCRs
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Vier
menschliche BCA-GPCRs wurde kloniert und ihre Nukleinsäuresequenzen
sind in SEQ ID NR.: 1, 3, 5 und 7 bereitgestellt. Die abgeleiteten
Aminosäuresequenzen
sind in SEQ ID NR.: 2, 4, 6 und 8 bereitgestellt. Die neuen BCA-GPCRs
wurden als BCA-GPCR-1, -2, -3 bzw. -4 bezeichnet.
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Diese
Sequenzen können
aus cDNA oder genomischer DNA mit Standard-PCR-Bedingungen unter Verwendung der folgenden
PCR-Primer amplifiziert werden:
ATGTTGGGGAACGTCGCCATC (SEQ
ID NR.: 9) und
TCATCCACAGAGCCTCCAGAT (SEQ ID NR.: 10) (BCA-GPCR-1)
ATGGGAAAGGACAATCCAGTT
(SEQ ID NR.: 11) und
CTAAGAGAGTAACTCCAGCAA (SEQ ID NR.: 12);
(BCA-GPCR-2)
ATGGAAATAGCCAATGTGAGTTC (SEQ ID NR.: 13) und
TAAATTTGCGCCAGCTTGCCTG
(SEQ ID NR.: 14); (BCA-GPCR-3)
und
ATGGTGAGACATACCAATGAGAG
(SEQ ID NR.: 15) und
CATAAAATATTTACTCCCAGAGCC (SEQ ID NR.:
16) (BCA-GPCR-4).
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Beispiel II: mRNA-Expression
und Genamplifikation von BCA-GPCR-3 in Brustkrebszellen und -tumoren
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Die
Genamplifikation von BCA-GPCR-3 in Brustkrebszellinien und -tumoren
wurde gemäß der Standardmethodologie
gemessen (siehe 1).
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Die
BCA-GPCR-3-mRNA-Expression in Brustkrebszellinien wurde unter Verwendung
von PT-PCR gemäß der Standardmethodologie
untersucht (siehe 2 und 3). BCA-GPCR-3-mRNA-Spiegel
waren in Krebszellinien sowohl von amplifizierten als auch nicht-amplifizierten
Tumoren erhöht,
ein Kennzeichen von Onkogenen.
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BCA-GPCR-1-Nukleinsäuresequenz:
SEQ ID NR.: 1
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BCA-GPCR-1-Aminosäuresequenz:
SEQ ID NR.: 2
-
BCA-GPCR-2-Nukleinsäuresequenz:
SEQ ID NR.: 3
-
BCA-GPCR-2-Aminosäuresequenz:
SEQ ID NR.: 4
-
BCA-GPCR-3-Nukleinsäuresequenz:
SEQ ID NR.: 5
-
BCA-GPCR-3-Aminosäuresequenz:
SEQ ID NR.: 6
-
BCA-GPCR-4-Nukleinsäuresequenz:
SEQ ID NR.: 7
-
BCA-GPCR-4-Aminosäuresequenz:
SEQ ID NR.: 8