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Gebiet der
Erfindung
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Die
hierin offenbarte Erfindung betrifft das Gebiet der medizinischen
Genetik, betrifft die Diagnose und Prognose einer Erkrankung oder
Anfälligkeit
für eine
Erkrankung, insbesondere auf dem Gebiet der Onkologie. Insbesondere
betrifft die Erfindung Immunassays, die zelluläre Konzentrationen an als Ziel
definierten Proteinen in voller Länge nachweisen, wobei eine
abnormal geringe Konzentration eines als Ziel definierten Proteins in
voller Länge,
oder wobei das Fehlen eines solchen als Ziel definierten Proteins
in voller Länge
eine Mutation oder Mutationen in einem Subjektgen wieder spiegelt.
Die Genmutationen von Interesse sind solche, die mit einer Erkrankung
bzw. Krankheit oder einer Anfälligkeit
für eine
Krankheit assoziiert sind, beispielsweise Krebs oder einer Prädisposition
gegenüber
Krebs.
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Hintergrund
der Erfindung
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Der
Nachweis von Trägern
zahlreicher mutierter Allele ist medizinisch von großem Nutzen,
um die klinische Behandlung des Patienten zu leiten. Das heißt, es ist
wertvoll zu wissen, ob eine Person eine Keimbahn- oder eine erworbene
Mutation aufweist, die mit einer Krankheit oder der Anfälligkeit
gegenüber
einer Krankheit in Verbindung steht.
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Besipielsweise
gibt das prä-operative
Identifizieren eines Darmkrebspatienten, der eine Keimbahnmutation
in einem Reparaturgen mit mangelnder Übereinstimmung (Mismatch Repair-Gen)
trägt,
die mit einem vererbbaren Nicht-Polyposis-Darmkrebs (Hereditary
non-polyposis colon cancer (HNPCC)) in Verbindung steht, einem Chirurgen
eine Anleitung dabei zu entscheiden, ob eine totale Kolektomie oder
eine Teilkolektomie durchgeführt
werden muss oder nicht. Wenn der Patient eine Keimbahnmutation aufweist,
dann ist die Chance für
einen zweiten Primärdarmkrebs
extrem hoch (vielleicht 70%). In diesem Falle wird eine totale Kolektomie üblicherweise
als anfängliche
chirurgische Behandlung empfohlen. Die Ziele des chirurgischen Eingriffs
beständen
darin, den Darmkrebs zu behandeln, der bereits existiert und die
Entwicklung neuer darmbezogener Malignitäten zu vermeiden. Das Vorhandensein
einer Keimbahnmutation in einem Krebspatienten führt nicht nur zu Unterschieden
in der chirurgischen Behandlung des Krebses, sondern auch zu möglichen Unterschieden
bezüglich
des Bedarfs nach einer adjuvanten Chemotherapie nach der Kolektomie.
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Das
Vermögen,
das Vorhandensein einer Keimbahnmutation in Patienten zu identifizieren,
wird ebenfalls zu effektiveren Ansätzen gegenüber der Krebsprävention
und Früherkennung
anderer Krebstypen führen (beispielsweise
außer
Darmkrebs), dessen Entwicklung solche Patienten als Risiko ausgesetzt
sind.
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Mit
anderen Worten, die Information aus einem Test, der von HNPCC-befallenen
Darmkrebspatienten identifiziert, sollte ein zweites klinisches
Screening solcher Patienten für
andere Krebsarten als Darmkrebs auslösen, die ebenfalls lebensbedrohlich
sein könnten.
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Zusätzlich wird
die positive Diagnose von Keimbahnmutationen in Krebspatienten das
Testen zum Nachweisen von Keimbahnmutationsträgern bei ihren Familienmitgliedern
erleichtern. Solche Tests werden zu effektiveren Krebsvorbeugestrategien
und zu einer besseren klinischen Behandlung für Krebsarten führen, die in
Familienmitgliedern nachgewiesen werden. Somit wird die durch diese
Erfindung bereitgestellte Information ebenfalls für den Arzt
bei einer Empfehlung des Screenings anderer Familienmitglieder des
Patienten von Nutzen sein, weil das Herausfinden einer Keimbahnmutation
solche Individuen einem hohen Risiko für Darmkrebs und andere Krebsarten
aussetzt.
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Ein
Hauptproblem bei der Diagnose/Prognose von Erbkrankheiten besteht
in dem enormen Arbeitsanfall und Kosten, die in die Durchführung üblicher
Molekül-basierter
Assays involviert sind, um die Erbmerkmale zu identifizieren, die
mit einer Krankheit, wie beispielsweise HNPCC, oder einer Anfälligkeit
gegenüber einer
Krankheit verbunden sind. Die vorliegende Erfindung stellt leichter
durchführbare
Verfahren, Immunoassays, zum Nachweis solcher Erbmerkmale bereit.
Die Assays dieser Erfindung sind relativ einfach, rasch (24 h),
weisen einen hohen Durchsatz auf (high throughput) und sind preiswert.
Die Assays dieser Erfindung machen das Screening vollständiger Populationen
möglich,
die einem Risiko solcher Erbkrankheiten ausgesetzt sind. Ebenfalls
können
die Assays dieser Erfindung Träger
von Krankheits- assoziierten
Erbmerkmalen identifizieren, bevor diese eine Krankheit, wie beispielsweise
Krebs, entwickeln.
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Die
Assays dieser Erfindung basieren auf der Annahme, dass die Genexpression
direkt mit der Gendosis in Verbindung steht, das heißt das Vorhandensein
von zwei Wildtyp-Allelen hat die Expression der zweifachen Menge
des Wildtypproteins in voller Länge
zur Folge als sie auftreten würde,
wenn nur ein Wildtyp-Allel vorliegen würde. Gemäß dieser Erfindung werden Immunoassays
zur Messung der Reduktion der Menge von Proteinen in voller Länge, die
durch ein Subjektgen exprimiert wird, gegenüber der normalen Expression,
verwendet. Im Gegensatz hierzu werden Mutationen in Genen, beispielsweise
in Mismatch Repair (MMR) Genen klassischerweise durch eine DNA-Sequenzanalyse
und/oder in vitro Translationstyp-Assays nachgewiesen [Giardiello,
F.M., „Genetic
Testing in Hereditary Colon Cancer", JAMA, 278: 1278–1281 (1997)], Tests die kostenintensiv
sind, Zeit verbrauchen und nur in ausgewählten akademischen und kommerziellen
Referenzlaboratorien angeboten werden.
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Repräsentative
Immunoassays sind offenbart, die zum Screenen in erster Linie für bestimmte
Typen von erblich bedingtem kolorektalem Krebs (colorectal cancer
(CRC)) oder einer Prädisposition
gegenüber
erblichem CRC verwendet werden. Solche repräsentativen Immunoassayverfahren
zum Screenen nach erblichem CRC oder nach einer Prädisposition
hierfür
basieren auf dem Nachweis der Veränderungen der Konzentration
an zellulärem
Protein in voller Länge,
die entweder (1) auf Mutationen des adenomatösen Polyposisgens (adenomatous
polyposis gene (APC)), einer Mutation, die mit einer familiären adenomatösen Polyposis (familial
adenomatous polyposis (FAP)) in Verbindung steht, oder auf (2) Mutationen
von Mismatch Repair (MMR) Genen zurückzuführen sind, insbesondere MLH1,
MSH2, PMS1, PMS2 und MSH6, Mutationen, die mit erblichem Nicht-Polyposisdarmkrebs
(HNPCC) in Verbindung stehen.
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Molekulargenetische
Verfahren, beispielsweise solche auf Grundlage des Nachweises von
Mutationen in der DNA-Sequenz eines Allels eines Gens von Interesse,
wurden dazu verwendet, Individuen zu diagnostizieren, die erbliche
Darmkrebsmerkmale tragen, beispielsweise HNPCC und FAP. Obwohl solche
Tests hoch spezifisch sein können
und ziemlich einfach durchzuführen
sind, wenn die präzise
Zielmutation bekannt ist, beispielsweise wenn HNPCC-Verwandte gescreent
werden, sind solche Tests schwierig durchzuführen, wenn die präzise Zielmutation
nicht bekannt ist. Im letzteren Fall wird das Herausfinden einer
kleinen DNA-Mutation und einer Viel zahl großer MMR-Gene eine gewaltige
Herausforderung, ähnlich
wie dem Suchen einer Nadel in einem Heuhaufen. Gerade in dieser
Situation werden Immunoassays dieser Erfindung so praktisch, weil
sie rasch und relativ preiswert durchzuführen sind.
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Weiterhin
kann eine positive Erkenntnis im Immunoassaytest dieser Erfindung
durch DNA-Sequenzieren
in einem kleinen Bruchteil der Zeit bestätigt werden, der notwendig
wäre, wenn
DNA-Tests alleine verwendet werden würden. Somit können die
Immunoassays dieser Erfindung als ergänzender „Prätest" bzw. „Vorlest" nützlich
werden. Diese Erfindung kann ebenfalls molekulargenetische Tests
in der Diagnose befallener Mitglieder bekannter Verwandter unterstützen, bei
denen die Mutation bereits identifiziert wurde.
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Wie
oben angezeigt, sind unbekannte Mutationen sehr schwer durch molekulargenetische
Tests nachzuweisen. Unbekannte Mutationen sind solche, die in Probanden,
isolierten Fällen
und Verwandten, die noch nicht untersucht wurden, zu finden sind.
Die Keimbahnmutationen in solchen Populationen, die hauptsächlich Einbasenpaarveränderungen,
kleine Insertionen und kleine Deletionen einschließen, können über einen
langen Anteil eines Gens verteilt werden und können irgendeinen von mehreren
möglichen
Loci bzw. Orten einschließen. Überdies
macht die umfangreiche Größe der codierenden
Region eine Identifizierung von Mutationen durch Gensequenzierung
sehr schwierig, arbeitsintensiv und kostenintensiv. Deswegen wurden
andere Techniken entwickelt und werden zum Nachweis des Vorhandenseins
von DNA-Variationen und Mutationen verwendet. Solche Techniken schließen eine
Denaturierungsgradientengelelektrophorese (denaturation gradient
gel electrophoresis (DGGE)), Einstrangkonformationspolymorphismus
(single strand conformation polymorphism (SSCP)) Analyse und RNAse-Schutzanalyse ein.
Jedoch weist jeder dieser Ansätze
ebenfalls Nachteile und/oder Beschränkungen auf, insbesondere bei
der Sensitivität
bzw. Empfindlichkeit. Beispielsweise ist die Sensitivität solcher
Techniken zum Nachweis von APC-Mutationen in FAP-Patienten lediglich
30 bis 70%, abhängig
vom verwendeten Verfahren. Neuere Techniken wurden entwickelt, um
Mutationen durch Untersuchen von Translationsprodukten nachzuweisen,
die in vitro synthetisiert wurden, weisen jedoch nur eine geringfügig bessere
Sensitivität
auf.
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Die
meisten molekulargenetischen Ansätze,
die oben diskutiert wurden, wurden entwickelt, um Einbasenpaarveränderungen,
kleine Insertionen und kleine Deletionen und/oder Mutationen nachzuweisen,
die zum Abbruch bzw. zur Termination der Translation führen. Jedoch
kann in einigen Fällen
die Deletion des gesamten Gens in der Keimbahn von Patienten eintreten.
Dies ist ein noch weiterer Nachteil früherer Verfahren, weil Deletionen
des gesamten Gens von molekulargenetischen Ansätzen verfehlt werden. Darüber hinaus
können
einige Patienten Promotor- oder
Spleißmutationen
aufweisen, die zu reduzierten Konzentrationen normaler Transkripte
führen,
das heißt
Mutationen, die sich außerhalb
der codierenden Region befinden, die durch die meisten Molekularverfahren
analysiert werden. Im Gegensatz hierzu können die Immunoassayverfahren
dieser Erfindung durch Nachweis der Konzentration an Wildtypprotein
eine größere Sensitivität als die
molekulargenetischen Ansätze
aufweisen, weil sie dazu in der Lage sind, zusätzlich zu Standardmutationen
die Mutationen nachzuweisen, die einen Allelverlust einschließen und
Mutationen in den Promotor-, Enhancer- und Spleißortregionen.
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Ein
weiterer Nachteil gegenwärtiger
molekulargenetischer Techniken besteht darin, dass die Technologie
der Molekulargenetik in den meisten Pathologielaboratorien nicht
etabliert ist. Ebenfalls können
die Ergebnisse molekulargenetischer Assays oftmals nicht schnell,
beispielsweise vor einem chirurgischen Eingriff, gewonnen werden.
Obwohl molekulargenetische Tests mit Krebsgewebeproben durchgeführt werden
können, kann
die Frage, ob die Mutation in den Krebszellen erworben oder Keimbahn-bezogen
ist, nicht beantwortet werden.
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Beispielsweise
besteht ein Ansatz, der gegenwärtig
untersucht wird, im Nachweis einer Mikrosatelliteninstabilität (das heißt Mutationen
in repetitiven bzw. sich wiederholenden DNA-Sequenzen) in Tumorproben, eher im Nachweis
spezieller MMR-Mutationen [Dietmaier et al., "Diagnostic microsatellite instability:
Definition and correlation with mismatch repair protein expression", Cancer Res., 57:
4749–4756
(1997)]. Der Mikrosatellitenansatz schließt molekularbiologische Techniken
(PCR- oder Southern Blot-Analyse) ein, um nach genetischen Veränderungen
in einer Reihe unterschiedlicher genetischer Orte (üblicherweise
fünf oder
mehr Gene werden gleichzeitig bezüglich einer Mikrosatelliteninstabilität untersucht)
zu screenen. Der Mikrosatellitenansatz wird ziemlich leicht durch
einen Molekulargenetiker durchgeführt und das Ziel besteht darin,
zu identifizieren, welche Polypen sich aus einer MMR-Mutation ergaben.
Jedoch unterscheidet dieser Ansatz nicht zwischen erworbenen und
Keimbahn-MMR-Mutationen und stellt keine Information bereit, die
nachweist, welches der fünf
bekannten MMR-Gene mutiert ist.
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Das
vorliegende Immunoassayverfahren kann im Gegensatz hierzu in jedem
Pathologielabor durchgeführt
werden und kann so entwickelt werden, dass es kosteneffektiv ist,
um große
Mengen an Individuen in einer kurzen Zeitspanne zu screenen. Die
Assays können
rasch durchgeführt
werden und die Ergebnisse sind sofort erzielbar. Wenn einmal eine
Veränderung
im Produkt eines speziellen Gens durch die Immunoassayverfahren
der Erfindung identifiziert ist, können molekulargenetische Tests
darauf verwendet werden, den präzisen
Ort der Mutation zu bestimmen.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Immunoassayverfahren
dieser Erfindung können
so eingerichtet werden, dass eine Krankheit oder Krankheitsanfälligkeitsmerkmale
in Pflanzen, Viren, Tieren, Pilzen und Mitglieder des Reichs der
Prokaryonten und Protoctista, beispielsweise Bakterien und Protozoen,
nachgewiesen werden. Vorzugsweise werden die Immunoassayverfahren
dieser Erfindung zum Nachweis einer Krankheit oder einer Krankheitsanfälligkeit
bei Vertebraten bzw. Wirbeltieren angewendet, besonders bevorzugt
bei Säugetieren
und noch mehr bevorzugt bei Menschen.
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Die
Immunoassayverfahren dieser Erfindung basieren auf der Theorie,
dass normale Individuen, das heißt solche ohne Mutation in
einem Subjektgen, eine 100%ige Expression dieses Wildtypsubjektgenproduktes
aufweisen und ebenfalls 100% Expression eines Wildtypreferenzgenproduktes.
Im Gegensatz hierzu weist ein Individuum mit einer Mutation in einem
Allel des selben Genes theoretisch eine nur 50%ige Expression des Wildtypsubjektgenprodukts
auf, während
eine 100%ige Expression des Referenzwildtypgenproduktes aufrecht
erhalten wird.
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Gemäß einem
Aspekt weisen die Immunoassayverfahren dieser Erfindung eine Krankheit
oder eine Krankheitsanfälligkeit
nach, die mit einer Keimbahnmutation in einem oder beiden Allelen
eines Subjektgenes in Verbindung steht. Die Immunoassayverfahren
dieser Erfindung beruhen ebenfalls in diesem Aspekt auf der Annahme,
dass die Keimbahnmutationen in zwei unterschiedlichen Genen eines
Individuums sehr selten sind.
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Repräsentative
Immunoassays dieser Erfindung sind solche zum Nachweis der Anfälligkeit
gegenüber HNPCC
und FAP in Menschen. Im Falle des Screenings nach dem HNPCC-Anfälligkeitsmerkmal
werden die Mengen an MLH1 und MSH2 Wildtyproteinen (die Expressi onsprodukte
der beiden Haupt-MMR-Gene) aus einer Probe eines Individuums gemessen,
beispielsweise aus frisch präparierten
Lymphozyten. Beinahe alle Individuen mit einer Keimbahn-MMR-Mutation weisen
100% eines dieser beiden MMR-Proteine in voller Länge auf,
jedoch nur 50% des anderen Proteins in voller Länge.
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Nach
Anwendung dieser Verfahren auf (a) eine normale Population und (b)
eine Population verifizierter HNPCC-Fälle ermöglichen die Immunoassayverfahren
dieser Erfindung die Einstellung von Kriterien, die es ermöglichen,
zwischen normalen und abnormalen Konzentrationen bzw. Niveaus der
Expression bzw. Expressionsstärken
von MMR-Proteinen in voller Länge
zu unterscheiden. Diese Verfahren beruhen auf dem Verhältnis der
Expressionsstärke
des Wildtypsubjektgenprodukts von Interesse und derjenigen eines
Referenzgenprodukts und der Berechnung eines Verhältnisses
von einem zum anderen. Beispielsweise kann im Falle von MMR-Mutationen das Verhältnis der
Menge an MSH2-Protein zur Menge an MLH1-Protein verwendet werden.
Es wird dann bestimmt, ob der numerische Wert des Verhältnisses
in klarer Weise in einem normalen Bereich oder in klarer Weise in
einen Bereich fällt,
der für
einen 50%igen Verlust der Expression des Subjektgenprodukts vorausgesagt
wurde, beispielsweise einen 50%igen Expressionsverlust entweder
des MSH2- oder MLH1-Proteins, wenn HNPCC gescreent wird.
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Eine
weitere empfohlene Zielpopulation für die Immunoassayverfahren
dieser Erfindung sind Patienten, bei denen erkannt wurde, dass sie
CRC aufweisen (10% der CRC-Patienten tragen per Vorhersage MMR-Mutationen).
Wenn es sich herausgestellt hat, dass ein CRC-Patient Träger einer
MMR-Mutation ist, wäre
es empfehlenswert, Blutsverwandte des Patienten (beispielsweise
des Probanden) zu ermutigen, ein Screening nach Polypen und/oder
CRC-verwandten Krebsarten durchzuführen, weil solche Verwandten
einem höheren
Risiko für
CRC unterliegen (ein Proband ist das erste Mitglied der Familie,
das beweiskräftig
als Träger
eines genetischen Merkmals identifiziert wurde, wie beispielsweise
des HNPCC-Merkmals).
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Gemäß einem
Aspekt sind die Immunoassays dieser Erfindung so entwickelt, dass
Träger
von erblichen Merkmalen identifiziert werden, die mit einer Krankheit
verbunden sind, wie beispielsweise die erblichen HNPCC- und FAP-Merkmale.
Die Ablesung des Assays, das heißt die Konzentrationen an Wildtypprotein,
korrelieren mit dem Genotyp. Auf diese Weise unterscheiden die Assays
zwischen Zellen, die für
ein Wildtyp-Allel homozygot sind und solche, die für ein Wildtyp-Allel
heterozygot sind, und unterscheiden somit zwischen Individuen mit
und ohne einem erblichen Merkmal. Diese Erfindung geht auf eines
der Probleme der nicht adäquaten
Behandlung von CRC ein, in dem eine verbesserte und frühere Diagnose
der üblichsten
Form von erblichem Darmkrebs, nämlich
HNPCC, bereitgestellt wird, eine Störung, die 10% der Patienten
betrifft, bei denen CRC diagnostiziert wurde.
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Die
Immunoassays dieser Erfindung können
zur Messung von (Wildtyp)Proteinen in voller Länge eingestellt werden, die
mit vielen anderen erblichen und genetischen Störungen (Krebs und Nicht-Krebs)
verbunden sind, die auf Mutationen zurückzuführen sind, die auf eine Proteintrunkierung
bzw. -verkürzung
(Keimbahn und erworben) zurückzuführen sind
oder die Abwesenheit einer Allelproteinexpression verursachen. Repräsentative
Gene, die Gegenstand von Trunkierung-verursachenden Mutationen und/oder
Allelverlust sind und die mit Mutationen in solchen Genen assoziierten
Krankheiten, sind wie folgt aufgelistet:
| APC | – CRC- und
GI-Krebsarten |
| ATM | – Ataxie-Telangiektasie;
Hämangioblastom;
Nierenzellcarcinom; Phäochromocytom |
| BRCA1 | – Brustkrebs |
| BRCA2 | – Brustkrebs |
| CFTR | – zystische
Fibrose |
| c-myb | – hämatologische
Malignitäten |
| Dystrophin | – Duchenne-Muskeldystrophie
(DMD) |
| E-Cadherin
(HSECAD) | – Brustkrebs
und Darmkrebs |
| EMD | – Emery-Dreifuss-Muskeldystrophie |
| FAA | – Fanconi-Anämie |
| IDS | – Hunter-Syndrom |
| MLH1 | – CRC-,
GI-, GU- und GYN-Krebsarten |
| MSH2 | – CRC-,
GI-, GU- und GYN-Krebsarten |
| NF1 | – Neurofibromatose
Typ 1 |
| NF2 | – Neurofibromatose
Typ 2 |
| p16
(CDKN2A und MTS1) | – familiäres Melanom |
| PKD1
und PKD2 | – polyzystische
Nierenerkrankung |
| PTCH | – Nävoidbasalzell-Carcinom |
| VHL | – von Hippel-Lindau-Krankheit |
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Hierin
sind repräsentative
Assays zum Nachweis von Mutationen im APC-Gen und in den MMR-Genen
beschrieben. Jedoch kann der Fachmann auf dem Gebiet solche Assays
leicht einstellen, um analoge Mutationen in anderen Genen nachzuweisen,
wie oben aufgelistet, wobei solche Mutationen bekannterweise mit einer
Krankheit oder einer Krankheitsanfälligkeit in Verbindung stehen
(siehe „Immunoassays
für andere
Proteine in voller Länge", unten).
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In
einem Sinne können
die Verfahren dieser Erfindung dazu verwendet werden, nach einer
abnormal niedrigen Konzentration eines als Ziel definierten Wildtypproteins
oder auf das Fehlen eines als Ziel definierten Wildtypproteins in
einer biologischen Probe, verwendet werden. Die Konzentration des
als Ziel definierten Wildtypproteins kann durch Berechnen des Verhältnisses
der Menge des Wildtypproteins zur Menge eines Referenzproteins in
einer biologischen Probe bestimmt werden und durch Bestimmen, ob
dieses Verhältnis
normal oder im Vergleich zu analogen normalen Verhältnissen,
die in Populationsstudien von nicht befallenen Individuen berechnet
wurden, abnormal ist. Das Referenzprotein kann mit der Krankheit
oder dem Krankheitsanfälligkeitsmerkmal,
auf das der Assay gerichtet ist, nicht verwandt sein oder es kann
das Expressionsprodukt eines anderen Subjektgens sein, das ebenfalls
mit der Krankheit oder der Krankheitsanfälligkeit in Verbindung steht,
auf das der Assay gerichtet ist. In der letzteren Ausführungsform
könnte
der Assay als Form einer differentiellen Diagnose/Prognose charakterisiert
sein, wodurch in einem Assay bestimmt wird, welche von mehreren
Genen durch eine Krankheits-assoziierte Mutation betroffen ist.
Beispielhaft hierfür
ist das Assayverfahren, das hierin speziell beschrieben ist, worin
MLH1 und MSH2 die Subjektgene sind und die Anfälligkeit gegenüber HNPCC
das Merkmal ist, auf das der Assay gerichtet ist.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
sind die Immunassayverfahren dieser Erfindung zum Nachweis einer
Krankheit oder eines Krankheitsanfälligkeitsmerkmals in einem
Organismus vorgesehen, wobei die Krankheit oder das Krankheitsanfälligkeitsmerkmal
mit einer Mutation oder Mutationen in einem Subjektgen in Verbindung
steht und die folgendes umfassen:
- (a) Isolieren
einer biologischen Probe aus dem Subjektorganismus;
- (b) immunologisches Quantifizieren der Menge an Wildtypprotein,
das durch das Subjektgen in der Probe exprimiert wird und der Menge
eines Referenzproteins, das durch ein zweites Gen der Probe exprimiert wird;
- (c) Berechnen des Verhältnisses
der Menge des Wildtypproteins, das durch das Subjektgen in der Probe exprimiert
wird, zur Menge des durch das zweite Gen in der Probe exprimierten
Referenzproteins;
- (d) Bestimmen, ob oder ob nicht von dem Subjektgen exprimiertes
Wildtypprotein in der Probe vorliegt oder ob das berechnete Verhältnis eine
abnormal niedrige Konzentration des Wildtypproteins, exprimiert
durch das Subjektgen in der Probe, widerspiegelt; und
- (e) Folgern, dass, wenn kein Wildtypprotein in der Probe vorliegt,
das Subjektgen eine Mutation in jedem seiner Allele enthält oder
dass, wenn das Verhältnis,
das in Schritt (c) berechnet wurde, anzeigt, dass eine abnormal
niedrige Konzentration an Wildtypprotein in dieser Probe vorliegt,
dieses Subjektgen eine Mutation in einem seiner Allele enthält und dass,
wenn beides der Fall ist, der Subjektorganismus von der Krankheit
oder dem Krankheitsanfälligkeitsmerkmal
befallen ist, das mit der Mutation oder den Mutationen in Verbindung
steht. Ein bevorzugtes beispielhaftes Referenzprotein in einer solchen
Ausführungsform
ist Actin, Tubulin oder Glyceraldehyd-3-phosphatdehydrogenase.
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Schritt
(d) dieser Ausführungsform
des Immunassayverfahrens dieser Erfindung kann einen Vergleich des
Verhältnisses
umfassen, der in Schritt (c) berechnet wurde, mit einem Durchschnittswert
von Verhältnissen von
Mengen des Wildtypproteins, das aus dem Subjektgen exprimiert wurde,
mit Mengen des Referenzproteins in vergleichbaren biologischen Proben
aus Organismen der selben taxonomischen Klassifikation, wie dem Subjektorganismus,
die von dieser Krankheit oder von diesem Krankheitsanfälligkeitsmerkmal
nicht betroffen sind.
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Wie
oben angezeigt, würde
die erwartete Reduktion der zellulären Konzentrationen Protein
in voller Länge
im Falle einer Trunkierung-verursachenden Mutation oder einer Mutation,
die einen Allelverlust verursacht, eine 50%ige Reduktion in der
Menge des Proteins in voller Länge
sein, das als ein Subjektgen exprimiert wird. Wenn beide Allele
von einer solchen Mutation beeinträchtigt sind, würde man
eine 100%ige Reduktion vom Normalen bezüglich der Expression des Proteins
in voller Länge
erwarten. Jedoch könnten
aufgrund der biologischen Variabilität eine Reduktion des Expression
der Proteins in voller Länge
von Normal (von einer einzelnen Allelmutation) als positives Resultat
betrachtet werden, gemäß einer
Schwellenkonzentration, die statistisch aus dem Bereich normaler
Werte in krankheitsfreien Individuen aus der allgemeinen Population
bestimmt wird. Wenn das verbleibende Allel eines Subjekts ebenfalls
mutiert wird, wie es im Falle von Krebs oftmals der Fall ist, fällt die
erwartete Ablesung der Erfindung von 50% auf 0%. Die Variabilität solcher
theoretischer Basislinien für
positive Resultate könnte ±20% sein,
vorzugsweise ±15%,
besonders bevorzugt ±10%.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
können
die Immunoassayverfahren dieser Erfindung eine Krankheit oder ein
Krankheitsanfälligkeitsmerkmal
in einem Organismus nachweisen, wobei die Krankheit oder das Krankheitsanfälligkeitsmerkmal
mit einer Mutation oder Mutationen eines oder zweier von mehreren Subjektgenen
in Verbindung steht, und umfasst folgendes:
- (a)
Isolieren einer biologischen Probe aus dem Organismus;
- (b) immunologisches Quantifizieren der Menge an Wildtypprotein
in der Probe, die von jedem der Subjektgene exprimiert wird;
- (c) Berechnen des Verhältnisses
der Menge des Wildtypproteins, das durch das Subjektgen in der Probe exprimiert
wird, zur Menge an Wildtypprotein, die von dem anderen Subjektgen
in der Probe exprimiert wurde oder zu jeder der Mengen an Wildtypprotein,
die von jedem der anderen Subjektgene in der Probe exprimiert wird;
- (d) Bestimmen, ob ein von jedem der Subjektgene oder von irgendeinem
der Subjektgene exprimiertes Wildtypprotein in der Probe nicht vorliegt,
oder ob das Verhältnis
oder die Verhältnisse,
die in Schritt (c) berechnet wurden, eine abnormal niedrige Konzentration
an Wildtypprotein widerspiegelt, das von jedem der Subjektgene oder
von irgendeinem der Subjektgene in der Probe exprimiert wird;
- (e) Folgern, dass, wenn das Wildtypprotein bekanntermaßen von
einem der Subjektgene normal exprimiert wird, nicht in der Probe
vorhanden ist, das Subjektgen eine Mutation in jedem seiner Allele
enthält
oder dass, wenn das Verhältnis
oder die Verhältnisse,
die in Schritt (c) berechnet wurden, anzeigt, eine abnormal niedrige
Konzentration eines Wildtypproteins vorliegt, das von einem der
Subjektgene in der Probe exprimiert wird, Folgern, dass das Subjektgen
eine Mutation in einem seiner Allele enthält; und, in jedem von beiden
Fällen,
Bestimmen, dass der Subjektorganismus von der Krankheit oder dem
Krankheitsanfälligkeitsmerkmal
beeinträchtigt
ist, das mit der Mutation oder den Mutationen in Verbindung seht.
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Schritt
(d) dieser Ausführungsform
kann einen Vergleich des Verhältnisses
oder von Verhältnissen
umfassen, die in Schritt (c) zum vergleichbaren Durchschnitt oder
Mittelwerten von Verhältnissen
berechnet wurde, die aus den Mengen von Wildtypproteinen berechnet
wurden, exprimiert durch die Subjektgene in vergleichbaren biologischen
Proben aus Organismen der selben taxonomischen Klassifikation, wie
der Subjektorganismus, die von dieser Krankheit oder von diesem
Krankheitsanfälligkeitsmerkmal
nicht beeinträchtigt sind.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung Immunoassayverfahren
zum Nachweis einer Krankheit oder eines Krankheitsanfälligkeitsmerkmals
in einem Organismus, wobei die Krankheit oder das Krankheitsanfälligkeitsmerkmal
mit einer Mutation oder Mutationen in einem Subjektgen in Verbindung
steht, das folgendes umfasst:
- (a) Isolieren
einer Probe aus normalen Zellen aus dem Organismus;
- (b) immunologisches Quantifizieren der Menge an Wildtypprotein,
exprimiert durch das Subjektgen in der Probe;
- (c) Bestimmen, ob irgendwelches Wildtypprotein in der Probe
vorliegt, und wenn dies der Fall ist, ob die Menge des in der Probe
vorliegenden Wildtypproteins im Vergleich zur Menge des Wildtypproteins,
das durch das Subjektgen in einer Kontrollprobe exprimiert wird,
abnormal niedrig ist; und
- (d) falls das Wildtypprotein in der Probe nicht vorliegt, Folgern,
dass das Subjektgen eine Mutation in jedem seiner Allele aufweist;
oder, wenn die Menge des Wildtypproteins in der Probe als im Vergleich
zur Menge des Wildtypproteins in der Kontrollprobe abnormal niedrig
bestimmt wird, Folgern, dass das Subjektgen eine Mutation in einem
Allel aufweist; und in jedem Fall von beiden bzw. in einem Fall
von beiden, Korrelieren der Folgerung mit dem Subjektorganismus,
der die Krankheit oder das Krankheitsanfälligkeitsmerkmal aufweist,
das mit der Mutation oder den Mutationen in Verbindung steht. Die
normalen Zellen sind vorzugsweise normale periphere Blutlymphozyten.
Wenn die Assayergebnisse anzeigen, dass das Subjektgen eine Mutation
in einem Allel aufweist, ist die abnormal niedrige Menge an Wildtypprotein
im allgemeinen ungefähr
50% der Kontrollmenge, wobei die oben erwähnte Variabilität wirksam
ist.
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Die
mit einer Krankheit oder einem Krankheitsanfälligkeitsmerkmal assoziierten
Mutationen, die durch die Immunoassayverfahren dieser Erfindung
nachgewiesen werden, können
Keimbahn- oder somatische
Mutationen sein, vorzugsweise Keimbahnmutationen. Solche Mutationen
sind entweder Trunkierung-verursachende Mutationen oder solche,
die einen Allelverlust verursachen. Beispielhafte Mutationen sind
aus der Gruppe ausgewählt,
die aus Non-Sense-Mutationen, Frameshift-Mutationen, Promotor-Mutationen,
Enhancer-Mutationen, Spleißstellen-Mutationen,
Null-Mutationen und Poly-A-Schwanz-Mutationen besteht.
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Die
Organismen, aus denen die biologischen Proben isoliert werden, können Viren,
Pflanzen, Pilze, Tiere sein oder können aus anderen Mitgliedern
des Reichs der Prokaryoten und der Protoktista stammen. Vorzugsweise
sind diese Organismen Wirbeltiere, besonders bevorzugt Säugetiere
und noch mehr bevorzugt Menschen.
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Die
durch die Immunoassayverfahren dieser Erfindung getesteten biologischen
Proben schließen
Gewebeproben, Körperflüssigkeiten
(beispielsweise Blut, Serum, Plasma), Gewebeextrakte, Zellen, Zelllysate, Zellextrakte, Überstände aus
normalen Zelllysaten, Überstände aus
präneoplastischen
Zelllysaten und Überstände aus
neoplastischen Zelllysaten ein.
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Bevorzugte
biologische Proben sind Zellproben, Zellextrakte, Zelllysate, Überstände aus
Zelllysaten, Gewebeproben und Gewebeextrakte. Weiterhin bevorzugt
sind normale Zellproben, normale Zellextrakte, Lysate von normalen
Zellen und Überstände aus
normalen Zelllysaten. Besonders bevorzugt sind Proben aus peripheren
Blutlymphozyten (PBLs), Lysaten aus PBLs, Überständen aus Lysaten von PBLs und
Extrakten von PBLs.
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Beispielhafte
Proben von Körperflüssigkeiten
können
unter anderem folgende Flüssigkeiten
einschließen:
Blut, Serum, Plasma, Samen, Brustexudat, Magensekrete, fäkale Suspensionen,
Galle, Speichel, Tränen,
Sputum, Schleim, Urin, Lymphflüssigkeit,
Cytosol, Aszites, Pleuraleffusionen, Amnionflüssigkeit, Blasenwaschungen,
bronchoalveolare Spülungen
und zerebrospinale Flüssigkeit.
Wenn eine Körperflüssigkeit
die durch ein Verfahren dieser Erfindung getestete Probe ist, wird
bevorzugt, dass das eine oder die mehreren als Ziel definierten
Wildtypgenprodukte in voller Länge
und, falls relevant, das Referenzprotein, aus einem größeren Volumen
einer Körperflüssigkeit
konzentriert werden, bevor sie durch immunologische Mittel quantifiziert werden,
wie beispielsweise durch Western Blot, Durchflusszytometrie oder
Sandwich-Immunoassay.
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Die
Verfahren dieser Erfindung sind zur Automatisierung geeignet. Die
oben ausgeführten
Assays können
in automatisierten Formaten ausgeführt werden. Bevorzugte automatisierte
Immunoassaysysteme, an die die Verfahren dieser Erfindung angepasst
werden können,
sind solche unter Verwendung einer Chemilumineszenz und magnetischen
Auftrennung.
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Abkürzungen
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Die
folgenden Abkürzungen
werden hierin verwendet:
| AFAP | – attenuierte
familiäre
adenomatöse
Polyposis |
| APC | – adenomatöse Polyposis
coli |
| ATCC | – American
Type Culture Collection |
| ATM | – Ataxie-Telangiektasie |
| BL | – Biolumineszenz |
| CL | – Chemilumineszenz |
| CRC | – kolorektaler
Krebs |
| DGGE | – Denaturierungsgradientengelelektrophorese |
| DMEM | – Dulbecco's modified Eagle
medium |
| DTT | – Dithiothreitol |
| EDTA | – Ethylendiamintetraessigsäure |
| EGTA | – [Ethylenbis(oxyethylennitrilo)]tetraessigsäure |
| EIA | – Enzymimmunassay |
| ELISA | – Enzym-gebundener
Immunsorbentassay |
| FAP | – familiäre adenomatöse Polyposis |
| FBS | – fötales Rinderserum |
| FITC | – Fluoreszeinisothiocyanat |
| GAPDH | – Glyceraldehyd-3-phosphatdehydrogenase |
| GI | – gastrointestinal |
| GU | – genitourinal |
| GYN | – gynäkologisch |
| HNPCC | – erblicher
Nicht-Polyposisdarmkrebs |
| kDA | – Kilodalton |
| MAb | – monoklonaler
Antikörper |
| MCR | – Mutationsclusterregion |
| MMR | – Mismatch-Repair |
| MW | – Molekulargewicht
bzw. Molekülmasse |
| PBL | – peripherer
Blutlymphozyt |
| PBS | – Phosphat-gepufferte
Salzlösung |
| PCR | – Polymerasekettenreaktion |
| PE | – Phycoerythrin |
| PMP | – paramagnetisches
Partikel |
| PMSF | – Phenylmethylsulfonylfluorid |
| PPV | – positiv
prädiktiver
Wert |
| PTT | – Proteintrunkierungstest |
| Rb | – Retinoblastom |
| RBC | – rote Blutzelle |
| RIA | – Radioimmunassay |
| RIPA | – Radioimmunpräzipitationsassay |
| RT | – Raumtemperatur |
| SDS | – Natriumdodecylsulfat |
| SDS-PAGE | – Natriumdodecylsulfat-Polyacrylamidgelelektrophorese |
| SSCP | – einsträngige Konformationspolymorphismusanalyse |
| TGFBR2 | – transformierender
Wachstumsfaktor, beta-Rezeptor 2 |
| WBC | – weiße Blutzelle |
| w/v | – Gewicht
pro Volumen |
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Ausführliche
Beschreibung
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Die
Assays dieser Erfindung sind hoch empfindlich, spezifisch, leicht,
schnell (24 h pro Umsatz), preiswert und an automatisierte Technologien
anpassbar. Diese Erfindung stellt Assays bereit, die für Erbkrankheiten
diagnostisch/prognostisch sind, die mit einer Mutation eines Subjektgens
in Verbindung stehen, die letztendlich eine Abnahme der zellulären Konzentration
eines Wildtypproduktes dieses Gens zur Folge hat. Die Immunassayverfahren
stellen einen Assay nach Proteinen in voller Länge bereit, die durch Gene
von Interesse codiert sind. Beispielhaft sind die Immunassays der
Erfindung, die dazu verwendet werden, Veränderungen in der zellulären Kon zentration
des Proteinprodukts des APC-Gens nachzuweisen, das mit FAP in Verbindung steht,
und des MMR-Gens, das mit HNPCC in Verbindung steht.
-
Individuen,
die eine erbliche Mutation tragen, die mit einem Merkmal in Verbindung
steht, weisen erwarteterweise eine reduzierte Gendosis des Wildtyp-Allels
für dieses
prädisponierende
Merkmal auf. Die unten dargestellten Beispiele zeigen, dass die
Assays dieser Erfindung Variationen bzw. Schwankungen in der Genproduktexpression
nachweisen können,
die mit der Gendosis korrelieren. Die Experimente, die hierin beschrieben
sind, etablieren das Vermögen
von Immunassays, beispielsweise eine Western Blot-Analyse, die zellulären Expressionsstärken bzw.
-konzentrationen von Zielgenproteinen nachzuweisen und zu quantifizieren,
wie beispielsweise der MMR- und APC-Proteine, und zu zeigen, dass
solch eine Konzentration mit der Wildtypgendosis des Subjektgens
korreliert.
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Der
Begriff „Gen", wie hierin definiert,
soll eine Nukleotidsequenz bedeuten, die eine vollständig codierende
Sequenz für
ein Proteinprodukt enthält.
Allgemein schließt
ein „Gen" Nukleotidsequenzen
ein, die stromaufwärts
(beispielsweise Promotorsequenzen, Enhancer, etc.) oder stromabwärts (beispielsweise
Transkriptionsterminationssignale, Polyadenylierungsstellen, etc.)
der codierenden Sequenzen einschließen, die die Expression des
codierten Proteins beeinflussen. Der Begriff „Allel" ist eine Kurzform von Allelomorph,
einer Reihe möglicher
alternativer Formen eines gegebenen Gens, die sich in ihrer DNA-Sequenz
unterscheiden und die Funktion eines einzelnen Produktes beeinflussen
(RNA und/oder Protein).
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Die
Assays dieser Erfindung sind diagnostisch und/oder prognostisch
(vorhersagend), das heißt
diagnostisch/prognostisch. Der Begriff „diagnostisch/prognostisch" ist hierin definiert,
so dass er die folgenden Verfahren entweder individuell oder kumulativ
umfasst, abhängig
vom klinischen Kontext: Die Bestimmung der Prädisposition gegenüber einer
Krankheit, die Bestimmung der Art einer Erkrankung, die Unterscheidung
einer Krankheit von einer anderen, die Vorhersage bezüglich des
vermeintlichen Outcomes eines Krankheitszustands, der Bestimmung
der Erwartung der Genesung von einer Krankheit, wie sie durch die
Art und Symptome eines Falles angezeigt werden, die Überwachung
des Krankheitsstatus eines Patienten, die Überwachung eines Patienten
bezüglich
des Wiederauftretens einer Krankheit und/oder der Bestimmung des
bevorzugten therapeutischen Plans für einen Patienten. Die diagnostischen/prognostischen
Verfahren dieser Erfindung sind beispielsweise zum Screenen von
Populationen auf das Vorhandensein einer neoplastischen oder präneoplastischen
Krankheit von Nutzen, bei der Bestimmung des Risikos der Entwicklung
einer neoplastischen Krankheit, bei der Diagnose des Vorhandenseins
einer neoplastischen und/oder präneoplastischen
Krankheit, bei der Überwachung
des Krankheitszustands von Patienten, die eine neoplastische Krankheit
aufweisen, und/oder bei der Bestimmung der Prognose für den Verlauf
einer neoplastischen Krankheit.
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Irgendwelche
konventionellen Immunassayformate können so angepasst werden, dass
das Zielgenprotein oder Proteine oder das Zielgenprotein und ein
oder mehrere Referenzproteine gemäß dieser Erfindung nachgewiesen
und quantifiziert werden (zumindest halbquantitativ). Solche Formate
schließen
Western Blots, vorzugsweise immunpräzipitierte Proteine, ELISAs,
RIAs, kompetetive EIAs und duale Antkörper-Sandwichassays ein, unter
anderen Assays, die üblicherweise
in der diagnostischen Industrie verwendet werden. Western Blots
von immunpräzipitierten
Proteinen und Sandwichimmunassays sind bevorzugt und Sandwichimmunassays
sind besonders bevorzugt.
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Besonders
bevorzugte Sandwichimmunassays sind solche, die entweder Fluoreszenz-markiert,
Enzym-gebunden oder Chemilumineszenz-gebunden sind. Automatisierte
Immunassays, wie hierin beschrieben, sind ebenfalls bevorzugt.
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Repräsentativ
für einen
Typ eines ELISA-Tests ist ein Format, bei dem eine Mikrotiterplatte
mit Antikörpern
beschichtet wird, die gegen ein Protein in voller Länge hergestellt
wurde, exprimiert durch ein Subjektgen oder gegen den Amino- oder
Carboxylterminus hiervon. Hierzu wird eine Patientenprobe, beispielsweise ein
Gewebe- oder Zellextrakt oder Zelllysat zugesetzt. Nach einer Inkubationsperiode,
die eine Proteinbindung an die Antikörper ermöglicht, wird die Platte gewaschen
und ein weiterer Satz relevanter Antikörper, die markiert sind, beispielsweise
gebunden an ein Enzym, wird zugesetzt, inkubiert, um eine Reaktion
stattfinden zu lassen und die Platte wird dann erneut gewaschen.
Danach wird beispielsweise ein Enzymsubstrat der Mikrotiterplatte
zugesetzt und für
eine Zeitspanne inkubiert, die es dem Enzym ermöglicht, am Substrat zu arbeiten und
die Extinktion bzw. Absorption des Endpräparats wird gemessen. Die Veränderung
der Extinktion ist zur Menge des gegenständlichen Proteins in voller
Länge in
der Probe proportional.
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Ein
beispielhaftes Immunassayverfahren dieser Erfindung zum Nachweisen
und Quantifizieren eines Wildtyptargetgenprodukts und eines Referenzproteins
in einer Wirbeltierprobe umfasst die folgenden Schritte:
- (a) Inkubieren der Wirbeltierprobe mit zwei
Reihen von Antkörpern,
einer Reihe, die an das Wildtyptargetgenprodukt bindet und die andere
Reihe, die an das Referenzprotein bindet, wobei jede Reihe von Antkörpern markiert
ist oder in anderer Weise von der anderen Reihe unterscheidbar nachweisbar
ist;
- (b) Überprüfen der
inkubierten Probe zur Bestimmung der Menge an Immunkomplexen, die
das Wildtyptargetgenprodukt umfasst und die Menge an Immunkomplexen,
die das Referenzprotein umfassen und Berechnen des Verhältnisses
dieser beiden Mengen.
-
Ein
weiteres beispielhaftes Immunassayverfahren gemäß der Erfindung ist dasjenige,
bei dem ein Konkurrenzimmunassay zum Nachweisen und Quantifizieren
eines Wildtypzielgenprodukts und eines Referenzproteins in einer
Wirbeltierprobe verwendet wird, um zu bestimmen, ob eine Mutation
im Zielgen vorliegt, umfassend die Schritte:
- a)
Inkubieren einer Wirbeltierprobe mit zwei Reihen von Antikörpern, wobei
jede Reihe gegenüber
einem Wildtypzielgenprodukt oder gegenüber einem Referenzprotein spezifisch
ist, und einer bestimmten Menge eines markierten (einschließlich anderer
Visualisierungsmittel) Wildtypzielgenproduktes und einer bestimmten
Menge des markierten Referenzproteins, wobei das markierte Genprodukt
und das markierte Referenzprotein unterschiedlich markiert sind
und um die Bindung an den jeweiligen Antikörper mit dem Wildtypzielgenprodukt
und einem Referenzprotein, die in der Probe vorliegen, konkurrieren;
- b) Überprüfen der
inkubierten Probe, um die Menge an markiertem Wildtypgenprodukt
oder Referenzprotein, das an die Antikörper gebunden ist, zu bestimmen;
und
- c) Bestimmen aus den Ergebnissen der Überprüfung in Schritt b) der Menge
an Zielgenprodukt und Referenzprotein, die in der Probe vorliegt,
Berechnen des Verhältnisses hiervon
und Bestimmen, ob eine reduzierte Menge des Zielproteins in voller
Länge der
Probe vorliegt, dass eine Mutation im Zielgen vorliegt.
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Wenn
einmal Antikörper
(einschließlich
biologisch aktiver Antikörperfragmente)
mit einer geeigneten Spezifität
erzeugt wurden, ist eine breite Vielzahl immunologischer Assayverfahren
zur Bestimmung der Bildung spezifischer Antikörper-Antigenkomplexe verfügbar. Zahlreiche
kompetitive und nicht-kompetitive Proteinbindungsassays wurden in
der wissenschaftlichen Literatur und in der Patentliteratur beschrieben
und eine große
Anzahl solcher Assays sind im Handel erhältlich. Beispielhafte Immunassays,
die zum Nachweisen eines Antigens geeignet sind, schließen solche
ein, die in den US-Patenten Nr. 5,686,258; 5,695,928; 5,770,457; 3,984,533;
3,996,345; 4,034,074 und 4,098,876 beschrieben sind.
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Antikörper, die
in Assays verwendet werden, können
markiert oder unmarkiert sein. Unmarkierte Antikörper können in der Agglutination verwendet
werden; markierte Antikörper
können
in einer breiten Vielzahl von Assays verwendet werden, die eine
breite Vielzahl von Markierungen verwenden.
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Geeignete
Nachweismittel schließen
die Verwendung von Markierungen ein, beispielsweise von Radionukliden,
Enzymen, Coenzymen, Fluoreszern bzw. fluoreszierenden Stoffen, Chemilumineszern
bzw. chemilumineszierenden Stoffen, Chromogenen, Enzymsubstraten
oder Cofaktoren, Enzymhemmern, freien Radikalen, Teilchen, Farbstoffen
und dergleichen. Solche markierten Reagenzien können in einer Vielzahl von wohlbekannten
Assays, beispielsweise Radioimmunassays, Enzymimmunassays, beispielsweise
ELISA, Fluoreszenzimmunassays und dergleichen verwendet werden.
Siehe beispielsweise US-Patent Nr. 3,766,162; 3,791,932; 3,817,837
und 4,233,402.
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Immunassaytestkits
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Die
oben dargestellten Assays können
in Testkits zum Nachweisen und Quantifizieren eines Wildtypzielgenprodukts
oder von Produkten verkörpert
sein oder eines Zielgenprodukts und eines Referenzproteins. Solche
Kits zum Nachweisen und Quantifizieren relevanter Wildtypgenprodukte
und/oder Referenzproteine können
das Genprodukt (die Genprodukte) oder Referenzprotein(e) von Interesse
und Antikörper
umfassen, die polyklonal und/oder monoklonal sind und gegenüber solchen
Wildtypgenprodukten oder Referenzproteinen spezifisch sind. Solche
diagnostischen/prognostischen Testkits können ein oder mehrere Sets
bzw. Reihen von Antikörpern,
polyklonal und/oder monoklonal, für ein Sandwichformat umfassen,
wobei die Antikörper Epitope
auf den Proteinen in voller Länge
erkennen und eine Reihe geeigneterweise markiert oder in anderer Weise
nachweisbar ist für
jedes Genprodukt oder Referenzprotein von Interesse.
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Ein
Kit zur Verwendung in einem Enzymimmunassay schließt typischerweise
einen Enzymgebundenen Antikörper
und ein Substrat für
das Enzym ein. Das Enzym kann beispielsweise an entweder einen Antikörper gebunden
sein, das für
ein Protein von Interesse spezifisch ist, oder an einen Antikörper gegen
einen solchen spezifischen Antikörper.
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Assays für kolorektalen
Krebs
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Verbesserte
und Frühdiagnose
von kolorektalem Krebs (CRC) ist von Nöten. Es existieren ungefähr 140.000
neue Fälle
von Darmkrebs, die jedes Jahr in den USA diagnostiziert werden und
noch viel mehr in anderen Ländern
der Welt. Eine beträchtliche
Anzahl dieser Fälle
(ungefähr
10%) weist einen erblichen Typ von Darmkrebs auf, wie beispielsweise
erbliche Non-Polyposisdarmkrebs
(HNPCC) oder familiäre
adenomatöse
Polyposis (FAP). Die Diagnose solcher erblichen Formen von Darmkrebs
würde in
vielen Fällen
dem Arzt nahelegen, einen umfassenderen chirurgischen Eingriff durchzuführen und/oder
dass eine Indikation für
eine chirurgische adjuvante Chemotherapie unterschiedlich sein kann
und/oder dass Mitglieder der Familie des Patienten gescreent werden
sollten. Bis jetzt ist dem Erfinder jedoch kein praktischer Test
zur Identifizierung solche Individuen mit einer erblichen Form von
Darmkrebs bekannt. Somit sollte die Entwicklung eines Tests für erblichen
Darmkrebs, der einfach ist, weithin verfügbar ist, schnell ist und preiswert
ist, für
den behandelnden Arzt klinisch wertvoll sein.
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Eine
Betonung des Werts der frühen
Diagnose prämaligner
darmbezogener Läsionen
bzw. Erkrankungen ist eine kürzlich
Studie, die zeigte, dass eine beträchtliche und signifikante Reduktion
der Morbidität
und Mortalität
durch Identifizieren von HNPCC in einem Individuum und in Familien
erreicht werden kann und dann rigorose klinische Follow-Ups durchgeführt werden
(beispielsweise regelmäßige Darmspiegelungsüberprüfungen für adenomatöse Polypen).
[Jarvinen, H. J., Mecklin, J. P., Sistonen, P., Screening reduces
colorectal cancer rate in families with hereditary nonpolyposis
colorectal cancer",
Gasterontology, 108: 1405–1411
(1995)].
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Häufigkeit
-
Die
Häufigkeit
von Keimbahnmutationen, die ein Mismatch-Reparaturgen (verantwortlich
für HNPCC) einschließt, ist
ungefähr
1 in allen 200 bis 300 Individuen in einer westlichen Population.
Weil eine zumindest 90%ige Penetranz bzw. Durchdringung mit Keimbahn-MMR-Mutationen (das heißt HNPCC-Patienten)
in Verbindung steht, werden beinahe alle Träger während ihrer Lebenszeit Krebs
entwickeln. Weil in der westlichen Welt über 1 Milliarde Menschen (USA
und Europa) leben, werden über
5 Millionen nach Vorhersage Keimbahn-MMR-Mutationen aufweisen. Es ist wichtig,
solche MMR-Mutationen zu identifizieren, bevor die Träger Krebs
entwickeln.
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Von
den mehr als 1 Milliarde Menschen, die in der westlichen Welt leben,
werden ungefähr
50% (1 von 2) kolorektale adenomatöse Polypen entwickeln (hierin
zur Vereinfachung als „Polypen" bezeichnet), bis
sie das Alter von 70 Jahren erreichen [Ransohoff and Lang, N. Engl.
J. Med., 325: 37 (1991)]. Die Lebenszeitwahrscheinlichkeit zur Entwicklung
von CRC in der westlichen Welt ist ungefähr 10fach kleiner oder 1 pro
20.
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Die
American Cancer Society empfiehlt, dass alle Individuen über 50 nach
Polypen gescreent werden. Die Ziele eines solchen Screenings sind
(1) die Früherkennung
von CRC in einem behandelbaren Stadium (im Allgemeinen durch chirurgischen
Eingriff); und (2) die Krebsprävention
durch Identifizierung und Entfernung von Polypen, bevor sie sich
zu Krebs weiter entwickeln.
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Ungefähr 10% aller
CRC-Fälle
sind angenommenermaßen
erblicher Krebs. Von diesen ist nur eine kleine Fraktion auf eine
Keimbahnmutation im APC-Gen zurückzuführen. Der
häufigste
erbliche Darmkrebs ist mit Keimbahn-MMR-Mutationen verbunden. Adenome
schreiten bekannterweise rascher zu Karzinomen in Patienten mit
MMR-Mutationen als in Patienten fort, die sporadische, nicht erbliche
Formen von CRC entwickeln. Wenn das Outcome eines flexiblen Sigmoidoskopieverfahrens
(das anfängliche
klinische Screening nach Polypen oder CRC) positiv ist, wird der
Gastroenterologe typischerweise mit einer Überprüfung des gesamten Darms (vollständige Darmspiegelung)
zum Nachweis zusätzlicher
Polypen oder von kolorektalen Tumoren fortschreiten. Es ist zu diesem
Zeitpunkt zu raten, dass ein Gastoenterologe die Immunassays dieser Erfindung
zum Nachweis von MMR-Mutationen verwendet.
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MMR-Immunassays
-
Die
Immunassayverfahren dieser Erfindung zum Nachweis von Mutationen,
die mit HNPCC in Verbindung stehen, basieren auf zwei Annahmen,
die MMR-Mutationen betreffen: (1) Dass HNPCC-Träger eine einzige Keimbahnmutation
in einem der vorliegenden vier DNA-Mismatch-Repair (MMR) Gene aufweisen – hMLH1,
hMSH2, hPMS2 und hPMS1; und (2) dass eine solche Mutation zu einer
reduzierten zellulären
Konzentration des Wildtypproteins in voller Länge führt, das durch das Gen codiert
ist (wobei das Genprodukt theoretisch als die Gendosis proportional
angesehen wird). Wenn eines der beiden Allele eines MMR-Gens mutiert
ist, wird gemäß dieser
Erfindung angenommen, dass eine 50%ige Reduktion der Menge an Protein
voller Länge
existiert, das in einem solchen individuellen Körpergewebe synthetisiert wird.
Ein solches Immunassayverfahren wäre insbesondere nach positiven
Funden von Polypen während
einer Endoskopie von Nutzen.
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Die
Schemata 1 und 2 nachstehend veranschaulichen die klinischen Verwendungen
von Assays zum Nachweis von Mutationen in den MMR-Genen – MSH2 und
MLH1.
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SCHEMA
1 Zielpopulation:
Darmkrebs und andere Arten von Krebspatienten
-
SCHEMA
2 Zielpopulation:
Patienten mit prämalignen
Darmläsionen
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Die
nachstehenden Beispiele veranschaulichen die Immunassayverfahren,
die zur Entwicklung dieser Erfindung verwendet wurden, um MMR-Mutationen
nachzuweisen, die mit HNPCC und anderen Krebsarten in Verbindung
stehen. Der Fokus auf die HNPCC-Assays dieser Erfindung liegt in
erster Linie auf zwei der MMR-Gene (MLH1 und MSH2), weil gezeigt
wurde, dass Mutationen in diesen beiden Genen für die Mehrzahl (ungefähr 90%)
der identifizierbaren Mutationen in HNPCC-Fällen verantwortlich sind [Peltomäki und de
la Chapelle, "Mutations
Predisposing to Hereditary Nonpolyposis Colorectal Cancer". Adv. Cancer Rev.
71: 93–119
(1997)]. Viele der bekannten Mutationen in MMR-Proteinen haben trunkierte
Proteine zur Folge (siehe oben).
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Patienten
mit einem genetischen Mismatch-Repair-Defekt in ihrer Keimbahn sind
nicht nur gegenüber der
Entwicklung von Darmkrebs prädisponiert,
sondern unterliegen auch einem signifikant höherem Risiko gegenüber der
Entwicklung von Krebs des Endometriums, der Eierstöcke, der
Prostata, des Magens, des Dünndarms,
des Pankreas und des Gallentraktes. Auf Grundlage der Penetranzrate
und der Häufigkeit
isolierter Fälle
wird angenommen, dass über
40% der Patienten mit Keimbahn Mismatch-Repair-Mutationen Krebs
entwickeln werden und keine Familiengeschichte von Krebs aufweisen
(über 400.000
erbliche Krebsfälle
weisen eine negative Familiengeschichte auf).
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Eine
potentielle Einschränkung
der Assays dieser Erfindung besteht darin, dass sie keine Mutationen, wie
beispielsweise Missense-Mutationen nachweisen, die ein Genprodukt
in voller Länge
zur Folge haben. Eine Einschätzung
dieser Einschränkung
für MMR-Mutationen
kann aus der folgenden Information bestimmt werden [Peltomäki und de
la Chapelle, siehe oben]: (1) Der Anteil von HNPCC-Fällen, der
unterschiedlichen Mutationen zuzuschreiben ist -MSH2 und MLH1 – machen
90% aus; den Rest (MSH6; PMS2; PMS1; TGFBR2) machen die übrigen 10%
aus; (2) die relativen Häufigkeiten
bzw. Verteilungen der Trunkierungs- und Nicht-Trunkierungsmutationen in MSH2- und
MLH1-Genen sind – MSH2
(nicht-trunkierend (missense) = 7% und trunkierend (Frameshift,
Non-Sense- und In-Frame-Deletion) = 93%) und MLH1 (nicht-trunkierend
(missense) = 31% und trunkierend (Frameshift, Non-Sense- und In-Frame-Deletion) = 69%).
Auf Grundlage dieser Informationen besteht die Vorhersage, dass
das Verhältnis
aller MMR-Mutationen, die ein Assay dieser Erfindung erfolgreich
unter Verwendung von Anti-MLH1 und Anti-MSH2 nachweisen könnte, zumindest
70% beträgt.
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Das
Unvermögen,
ungefähr
30% der HNPCC-Fälle
nachzuweisen, entspricht ungefähr
der selben Größenordnung,
wie sie für
andere molekulare genetische Tests berichtet wurde [Peltomäki und de
la Chapelle, siehe oben; Giardiello, F.M., siehe oben]. Jedoch mag
der Anteil an Hemizygotenfällen,
die nicht-trunkierende Mutationen einschließen, überschätzt sein, weil andere Mutationen,
beispielsweise Allelverlust und Promotormutationen (die durch andere
molekulargenetische Tests nicht einfach nachgewiesen werden können) durch
die Assays dieser Erfindung nachgewiesen werden sollten, wenn solche
Mutationen, beispielsweise solche, die einen Allelverlust oder Promotorregionen
einschließen,
die Expression aus einem Allel eines MMR-Gens eliminieren oder reduzieren.
Darüber
hinaus würden
Immunassays dieser Erfindung, um PMS1- und PMS2-Protein in voller
Länge in
Verbindung mit den MLH1- und MSH2-Assays nachzuweisen, die Anzahl von
MMR-Mutationen, die nicht identifiziert wurden, signifikant reduzieren.
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Weiterhin
kann bei nicht-trunkierenden Missense-Mutationen, die eine Substitution
einer Aminosäure einschließen, eine
Veränderung,
die die Gesamtlänge
des Polypeptidgerüsts
des Proteins nicht verändern
sollte, unterschiedliche Ansätze
dazu verwendet werden, solche Mutationen nachzuweisen, wenn ein
Immunassay zur Diagnose verwendet wird. Beispielsweise ist eine
bedeutende potentielle Konsequenz eine Aminosäuresubstitution (im Hinblick
auf die Fähigkeit,
diese nachzuweisen), dass eine solche Substitution die dreidimensionale
native Proteinstruktur in einem ausreichenden Umfang verändern kann,
dass sie die Epitop-Exposition in nativen NMR-Proteinen verändert, und dies kann durch
einen Immunassay unter Verwendung von Antikörpern gegenüber spezifischen Epitopen nachweisbar
sein.
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Somit
kann das Durchfluss-cytometrische Immunassay dazu in der Lage sein,
einige Arten von Proteinveränderungen
nachzuweisen, die auf Missense-Mutationen zurückzuführen sind, weil die Durchflusscytometrie
eine Analyse permeabilisierbarer Zellen einschließt, eine
Situation, in der die nativen 3-D Strukturen des MSH2- und MLH1-Proteins
konserviert werden sollte. Solche Mutationen können durch alternative Strategien nachgewiesen
werden, weil Assays für
MMR-Mutationen in
anderen Laboratorien entwickelt werden, die auf dem Nachweis funktioneller
Veränderungen
der enzymatischen Aktivität
nach zellulären
Mismatch-Reparaturen basieren [Bennett et al., Cancer Res., 57:
2956 (1997]. Eine weitere Möglichkeit
schließt
das Nachweisen von Veränderungen
der Proteinmobilität
unter Verwendung von 2-D Gelelektrophoresesystemen oder Hochleistungsflüssigkeitschromatographie
(HPLC) ein, analog zu Assays zur Diagnose von Hämoglobinopathien [ESA, Inc.,
Chelmsford, MA, USA)].
-
Antikörper gegen
MMR-Proteine
-
Antihumanes
MLH1, antihumanes MSH2 und Antimaus PMS2 sind im Handel von PharMingen
(San Diego, CA) erhältlich.
Antihumanes MLH1 und antihumanes MSH2 sind ebenfalls von Oncogene
Research Products (Cambridge, MA) im Handel erhältlich. Tabelle 1 charakterisiert
solche kommerziell erhältlichen
Antikörper.
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Tabelle
1 Kommerziell
erhältliche
Antikörper
gegen Mismatch-Repair-Proteine
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APC-Immunassay
-
Das
unten gezeigte Beispiel stellt die Basis für ein Immunassayverfahren bereit,
um erblichen Darmkrebs des FAP-Typs zu identifizieren. FAP ist wesentlich
weniger häufig
als HNPCC, stellt jedoch ein Modellsystem zur Auswertung der Fähigkeit
der Immunassays dieser Erfindung bereit, um erbliche Merkmale nachzuweisen.
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FAP
ist eine autosomal-dominant vererbte Krankheit, die ungefähr 1 von
5.000 Personen in den Vereinigten Staaten betrifft (das heißt ungefähr 50.000).
Sie ist durch die Entwicklung hunderter bis tausender adenomatöser Polypen
im Darm und Rektum gekennzeichnet [Boman, B.M. und Levin, B., „Familial
polyposis", Hosp.
Prac., 21: 155–1170
(1986)]. Diese Polypen können
sich tatsächlich
zu Krebs entwickeln, wenn eine prophylaktische Kolektomie nicht
durchgeführt
wird [Lynch H.T. et al., Boman, B.M. Fitzgibbons, R.J., „Familial polyposis
coli: genetics, surveillance and treatment", Nebr. Med. J., 73: 329–334 (1988)].
Tatsächlich
weisen unbehandelte FAP-Patienten
eine beinahe 100%ige Wahrscheinlichkeit zur Entwicklung von Darmkrebs
während
ihres Lebens auf.
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Keimbahnmutationen
des adenomatösen
Polyposis coli (APC) Gens treten in familiärer adenomatöser Polyposis
(FAP) auf. APC-Mutationen sind für
erblichen Darmkrebs in FAP-Patienten verantwortlich und scheinen
ein entscheidender Ausgangsfaktor in der Entwicklung auch von sporadischen
kolorektalem Krebs zu sein. Die Immunassays dieser Erfindung könnten bei
der Diagnose von Patienten mit vorher unbekannten APC-Mutationen
bei FAP-Probanden, isolierten Fällen
und Verwandten von Nutzen sein, die bisher noch nicht untersucht
wurden, weil sie die Nachteile anderer molekulargenetischer Verfahren
umgehen. Eine Diagnose von Patienten, die Keimbahn-APC-Mutationen
tragen, einschließlich
FAP, führen
zu effektiven, lebensrettenden Krebspräventionsmaßnahmen.
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Die
meisten Keimbahn-APC-Mutationen (>90%)
erzeugen neue Stoppkodons und weitere genetische Veränderungen,
die einen Abbruch der Translation verursachen, ein Mechanismus,
der ein trunkiertes APC-Protein erzeugt, mit Deletionen variabler
Größe in seinem
Carboxylanteil [Miyoshi et al., „Germline mutations of the
APC gene in 53 familial adenomatous polyposis patients", Proc. Natl. Acad.
Sci. (USA) 89: 4452–4456
(1992); Spirio et al., Cell, 75: 951–957 (1993); Groden et al.,
Cell, 66: 589 (1991)]. Während
alle Keimbahnmutationen bei FAP-Patienten Darmkrebs zur Folge haben,
scheint die Variation der Länge
trunkierter APC-Proteine mit anderen phenotypischen Manifestationen
bei FAP-Patienten zu korrelieren. Beispielsweise sind Keimbahnmutationen,
die in der Region zwischen den Kodonen 1250 und 1464 auftreten,
mit dem klinischen Auftreten von zahlreichen Polypen assoziiert
(mehr als 10/cm2), wohingegen Mutationen,
die außerhalb
dieses Bereichs auftreten, mit der Beobachtung von wenigen Polypen
(weniger als 10/cm2) assoziiert sind [Nagase
et al., Cancer Res., 52: 4055 (1992)]. Zusätzlich sind die Läsionen des
Augenhintergrunds, die mit FAP verbunden sind, beinahe immer abwesend,
wenn die Mutation 5' bis
Exon 9 auftritt [Olschwang et al., Cell, 75: 959 (1993)]. Letztendlich
führen
APC-Mutationen, die vor dem 5. Exon auftreten, sowohl zu milderen
Formen der Polyposis als auch dem späteren Ausbruch der Tumorbildung.
Eine weitere Einsicht in den Mechanismus, wobei eine APC-Mutation
zytologische Veränderungen
und phenotypische Unterschiede verursacht, erfordert die Bestimmung
der tatsächlichen
Rolle, die APC in Darmepithelzellen und anderen Zelltypen spielt.
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Weil
die meisten Mutationen des APC-Gens in FAP neue Stoppkodone verursachen,
die in Zellen zu trunkierten APC-Proteinen führen, wurde die Hypothese aufgestellt,
dass die Menge an exprimierten APC-Proteinen voller Länge gesenkt
wird. Somit basiert der Ansatz zum Nachweis einer APC-Mutation auf
einem einfachen Immunassay, der eine um 50% reduzierte Konzentration
an Genprodukt in voller Länge
nachweist. Deswegen sagte die Hypothese voraus, dass in Zellen,
die unterschiedliche Allele am APC-Ort besitzen, die ein mutiertes
Allel zusammen mit einem Wildtyp-Allel einschließen, solche Heterozygoten eine
nur 50%ige Konzentration des APC-Proteins in voller Länge aufweisen
würden.
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Um
diese Hypothese zu testen, wurden Zellen von FAF-Patienten als „Modell"-System in Verbindung mit
Anti-APC-Antikörpern
verwendet [Borman et al., Biochem. Biophys. Res. Commun., 206: 909
(1995), Chop et al., Anticancer Res., 15: 991 (1995)] unter Verwendung
einer quantitativen Immunpräzipitationsanalyse.
Beispiel 1 nachstehend verifiziert diese Hypothese und stellt einen
Beweis bereit, dass es möglich
ist, einen klinisch nützlichen
Assay zur Diagnose von Individuen zu entwickeln, die APC-Mutationen
in ihrer Keimbahn tragen.
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Die
Immunassayverfahren dieser Erfindung weisen die Konzentration an
APC-Protein in voller Länge nach.
Weitere haben den Ansatz genommen, trunkierte APC-Proteine zu identifizieren,
wie es durch ihre Wanderung hin zu einer niederen Molekulargewichtsposition
auf Western Blots bestimmt wird [Smith et al., „The APC gen product in normal
and tumor cells",
Proc. Natl. Acad. Sci., 90: 2846–2850 (1993)]. Obwohl das Molekulargewicht
des trunkierten APC-Proteins eine Information bereitstellt, die
bei der Lokalisierung der Mutationsstelle von Nutzen ist, sind viele
verkürzte
APC-Proteine instabil, was ihren Nachweis auf Western Blots ausschließt [ebd.].
Beispielsweise konnte eine Western Blot-Analyse niedere Molekulargewichtsbanden
nicht nachweisen, die trunkierten APC-Proteinen entsprachen, bei
3 von 7 FAP-Lymphoblastoidzelllinien,
von denen früher
festgestellt wurde, dass sie APC-Mutationen enthalten, die zu einer
Proteintrunkierung führen
[ebd.]. Die Assays dieser Erfindung weisen kein trunkiertes APC-Protein
nach, sondern vielmehr das Vorliegen und die Menge des verbleibenden
APC-Proteins in voller Länge.
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Man
könnte
nun fragen, wie der Immunassay sich mit anderen molekulargenetischen
Tests zum Nachweisen einer Keimbahn-Mutation vergleichen lässt. Bei
FAP-Verwandten, bei denen APC-Mutationen
bereits charakterisiert wurden, können diese Mutationen leicht
nachgewiesen und bei befallenen Mitgliedern einfach und genau unter
Verwendung molekulargenetischer Methoden nachgewiesen und identifiziert
werden, die direkt bezüglich
der relevanten Mutation testen. Deswegen können unter Verwendung molekulargenetischer Tests
Mitglieder solcher Familien, die einem Risiko unterliegen, in genauer
Weise diagnostiziert werden, insofern sie die Keimbahn-APC-Mutation
aufweisen oder nicht aufweisen. Nichtsdestotrotz kann, weil der
Immunassay so praktisch ist, er als zusätzlicher Test bei der Diagnose
betroffener Mitglieder bekannter FAP-Verwandter von Nutzen sein,
bei denen die APC-Mutation bereits identifiziert wurde.
-
Im
Gegensatz hierzu sind unbekannte APC-Mutationen bei FAP-Probanden,
isolierten Fällen
und Verwandten viel schwerer nachzuweisen, die bis jetzt noch nicht
untersucht wurden, weil verschiedene Keimbahn-APC-Mutationen, die
in erster Linie einzelne Basenpaarveränderungen, kleine Insertionen
und kleine Deletionen einschließen,
bekannterweise über
einen großen
Anteil des APC-Gens verteilt sind [Miyoshi et al., siehe oben].
Weiterhin macht die Größe des codierenden
Bereichs von APC (8535 Basenpaare) die Identifizierung von Mutationen
durch Gensequenzierung sehr schwer, arbeitsintensiv und kostenintensiv.
Deswegen wurden andere Techniken entwickelt und zum Nachweisen und
zum Identifizieren des Orts von Mutationen innerhalb des APC-Gens
entwickelt und verwendet.
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Solche
Techniken schließen
eine Denaturierungsgradientengelelektrophorese (DGGE), Einstrangkonformationspolymorphismus
(SSCP) Analyse und RNAse-Schutzanalyse ein. Die Empfindlichkeit
solcher Techniken zum Nachweisen von APC-Mutationen in FAP-Patienten
beträgt
nur 30 bis 70%, abhängig
vom verwendeten Verfahren, wie es diskutiert wurde in Powell et
al., „Molecular
diagnosis of familial adenomatous polyposis", N. Engl. J. Med., 329: 1982-1987 (1993). Neuere
Techniken, die zum Nachweis von APC-Mutationen entwickelt wurden,
schließen
die Analyse von APC-Translationsprodukten ein, die in vitro synthetisiert
wurden und eine geringfügig
bessere Empfindlichkeit bzw. Sensitivität aufweisen [ebd.; van der
Luijt et al., „Rapid
detection of translation-terminating mutations at the adenomatous
polyposis coli (APC) gene by direct protein truncation test", Genomics, 20: 1–4 (1994)].
Ein weiterer neuer Assay schließt
ein rasches kolorimetrisches Verfahren unter Verwendung einer β-Galactosidase
codierenden Sequenz ein, die in Frame mit klonierten APC-Gensegmenten
eingeführt
wurde [Varesco et al., „A
rapid screening method to detect nonsense and frameshift mutations:
identification of disease-causing APC alleles", Cancer Res., 53: 5581–5584 (1993)].
Jedoch wurde die Sensitivität
dieser letzteren Technik in klinischen Einstellungen bisher nicht
bestimmt.
-
Der
größte Teil
der molekulargenetischen Ansätze,
die oben diskutiert wurden, wurden entwickelt, um Einbasenpaarveränderungen,
kleine Insertionen und kleine Deletionen und/oder Mutationen nachzuweisen, die
zum Abbruch der Translation führen.
Jedoch tritt in einigen Fällen
eine Deletion des gesamten APC-Gens in der Keimbahn von FAP-Patienten
auf [Herrera et al., „Gardner
Syndrome in a man with interstitial deletion of 5q", Am. J. Med. Genetics,
25: 473–476
1986); Joslyn et al., „Identification
of deletion mutations and three new genes at the familial polyposis
locus", Cell, 66:
601–613
(1991); Groden et al., "Mutational
Analysis of Patients with Adenomatuous Polyposis: Identical Inactivating
Mutations in Unrelated Individuals", Am. J. Hum. Genet., 52: 263–272 (1993)],
ein Ereignis, das durch molekulargenetische Ansätze verfehlt würde. Darüber hinaus
weisen einige FAP-Patienten Promotor- oder Spleißmutationen auf, die zu reduzierten
Konzentrationen normaler APC-Transkripte führen [Powell et al (1993),
siehe oben]. Deswegen kombinierte ein früherer molekulargenetischer
Ansatz den molekularen Nachweis von APC-Trunkierung-verursachenden
Mutationen durch Analyse von APC-Translationsprodukten,
die in vitro mit einem Allel-spezifischen Expressionsassay synthetisiert
wurden, die zusammen eine verbesserte Sensitivität von 89% im Nachweis von Keimbahn-APC-Mutationen aufweisen
[Powell et al. (1993), siehe oben].
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Die
vorhergesagte Sensitivität
der Immunassays dieser Erfindung basierte auf der Fähigkeit,
die Konzentration eines Genprodukts in voller Länge zu bestimmen, beispielsweise
von APC, und wird beim Nachweis des Vorhandenseins von Keimbahnmutationen,
beispielsweise APC-Keimbahnmutationen,
nahezu 100% betragen. Dieser Ansatz sollte beim Nachweis von Mutationen
wertvoll sein, die eine Proteintrunkierung ebenso wie den Verlust
einer Allelexpression einschließen.
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Insgesamt
sollte die Immunpräzipiationsanalyse
zur Bestimmung der Menge an APC-Protein in voller Länge in Zellen
beim Nachweis von Keimbahn-APC-Mutationen besonders nützlich sein, die
in FAP-Patienten im heterozygoten Zustand existieren. Obwohl andere
molekulare Tests verfügbar
sind, können
die Immunassays dieser Erfindung mehrere Vorteile haben, weil sie
relativ einfach, zuverlässig
und preiswert sind, und weil der Nachweis von Genprodukt in voller
Länge viele
Nachteile anderer Assays umgeht. Die Immunassays sollten relativ
einfach in den meisten Krankenhäusern
oder Pathologielaboratorien durchzuführen sein. Darüber hinaus
sind zahlreiche Anti-APC-Antikörper,
die von APC-1 und APC-2 verschieden sind, verfügbar. Weil die vorhergesagte
Sensitivität
der Immunassays dieser Erfindung sehr hoch ist, sollten die Assays
bei der Förderung
anderer Verfahren von Nutzen sein, die auf der Molekulargenetik
basieren, bei denen es die Aufgabe ist, kürzlich charakterisierte APC-Mutationen
in gegebenen FAP-Verwandten
nachzuweisen, so dass betroffene Mitglieder in solchen Familien
ausgewertet werden können.
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Darüber hinaus
können
die Immunassays nach APC-Protein in voller Länge insbesondere beim Nachweisen
bisher unbekannter APC-Mutationen in FAP-Probanden, isolierten Fällen und
Verwandten, die bisher noch nicht untersucht wurden, von Nutzen
sein, Individuen, bei denen es ansonsten schwierig ist, zu diagnostizieren.
Der ultimative Wert der vorliegenden Erkenntnisse für FAP-Patienten
wird realisiert werden, wenn ein Immunassay von APC-Konzentrationen
in voller Länge
eine nützliche
Rolle in klinischen Einstellungen findet. Wenn dem so ist, können prophylaktische
Maßnahmen
(beispielsweise Kolektomie) institutionalisiert werden, um die Entwicklung
von kolorektalem Krebs bei solchen Individuen zu verhindern, von
denen identifiziert wurde, dass sie ein in schädlicher Weise mutiertes APC-Allel
in ihren Keimbahnen tragen [Boman und Levin, „Familial polyposis", Hosp. Pract., 21:
155–170
(1986); und Lynch et al., "Familial
polyposis coli: genetics, surveillance and treatment", Nebr. Med. J.,
73: 329–334
(1988)].
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Technologie zur Untersuchung
von Proteinkonzentrationen in PBL's
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Aufreinigung von Lymphozyten
auf einer SmaII-Probe von humanem Blut (20 ml)
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Ein
kommerziell verfügbares
Verfahren zum Isolieren von Lymphozyten ist das des VACU-TAINER® CPTTM Mononuclear Cell Preparation Tubes (Beckton
Dickinson; Franklin Lakes, NJ). Das Blut wird in ein VACUTAINER®-Röhrchen eingezogen,
das selbst geschleudert wird. Eine Gelbarriere im Röhrchen trennt
abgeschleuderte RBCs und Neutrophile am Boden von Lymphozyten und
Monozyten am Oberteil.
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Proteinextraktion
-
Verfahren
zum Extrahieren von Protein aus den gereinigten Lymphozyten so entwickelt,
dass sie quantitativ und reproduzierbar waren, was zur Folge hatte,
dass Protein durch immunologische Techniken untersucht werden kann.
Ein beispielhaftes Proteinextraktionsverfahren folgt. Die Proben
wurden ein- bis zweimal mit 5 ml Phosphat-gepufferter Salzlösung (PBS)
gewaschen und bei 2.000 U/min für
10 min bei 4°C
geschleudert. Um die Zellen zu lysieren, wurde 1X Stärke SDS-Gel
Beladungspuffer (50 mM Tris-Cl [pH 6,8], 100 mM Dithiothreitol [DTT;
frisch hergestellt], 2% SDS, 0,1% Bromphenol blau, 10% Glycerol)
jedem der gewaschenen Pellets zugesetzt (1 ml für kultivierte Darmkrebszellen,
200 μl für Lymphozyten
und Lymphoblastoidzellen). Die Zellen wurden sorgfältig vermischt
(vortex) und in siedendem Wasser (10 min) angeordnet. Die Zellen
wurden dann für
10 min in einer Mikrofuge geschleudert (Beckman Instruments Inc.;
Fullterton, CA), um das unlösliche
Material auszufällen,
das verworfen wurde.
-
Immunassays
für andere
Proteine in voller Länge
-
Die
Immunassayverfahren dieser Erfindung können angewendet werden, um
Proteine in voller Länge (Wildtyp)
zu messen, die mit vielen anderen erblichen und genetischen Störungen bzw.
Krankheiten (Krebs und Nicht-Krebs) verbunden sind, die auf Mutationen
zurückzuführen sind,
die auf eine Proteintrunkierung (Keimbahn und erworben) zurückzuführen sind
oder das Fehlen einer Allelproteinexpression verursachen. Beispielhaft
sind die nachfolgenden Gene, die Mutationen durchmachen, die trunkierte
Proteine oder Allelverlust zur Folge haben.
-
Assays
dieser Erfindung zum Nachweisen oder Quantifizieren von Wildtyptarget
bzw. Zielproteinen können
unter Verwendung kommerziell erhältlicher
Antikörper
entwickelt werden, wenn solche Antikörper für ein Zielprotein verfügbar sind.
Wenn keine solchen Antikörper
gegen ein Zielprotein kommerziell erhältlich sind oder wenn kommerziell
erhältliche
Antikörper
gegenüber
einem Targetprotein als nicht geeignet festgestellt werden, können geeignete
Antikörper
gegen ein Zielprotein durch herkömmliche
Verfahren hergestellt werden [siehe unten unter der Überschrift „Antikörper"]. Ein bevorzugtes
repräsentatives
Immunassayformat dieser Erfindung ist ein Sandwichtyp, Bead- bzw.
Kügelchen-gebundener
Immunassay.
- 1. Mutationen im BRCA1-Gen sind
für einige
erbliche Formen von Brustkrebs verantwortlich [Hogervorst F.B.L.,
Cornelis R.S., Bout M., van Vliet M. Oosterwijk J.C., Olmer Renske
et al., „Rapid
detection of BRCA1 mutations by the protein truncation test", Nature Genetics
10: 208-212 (1995);
Genbank Database, http://www.ncbi.nlm.nih.goy/irx/cgi-bin/birx-doc?genbank.].
Die mRNA ist 5711 Basenpaare lang und befindet sich auf Chromosom
17q21. Der Prozentsatz von Fällen
mit einer Proteintrunkierung, die Mutationen verursacht, beträgt 90% (Hogervorst
et al. (1995), siehe oben]. Monoklonale Antikörper gegen das BRCA1-Protein
sind kommerziell von Upstate Biotechnology Inc. [Waltham, MA (USA)]
und von Oncogene Research Products [Cambridge, MA (USA)] erhältlich.
- 2. Mutationen im BRCA2-Gen sind für einige erbliche Formen von
Brustkrebs verantwortlich [Lancaster, J.M., Wooster, R., Mangion,
J., Phelan, C.M., Cochran, C., Gumbs, C. et al., „BRCA2
mutations in primary breast and ovarian cancers", Nature Genetics, 13: 238–240 (1996);
Genbank Database, siehe oben]. Die mRNA ist 10.987 Basenpaare lang
und befindet sich auf Chromosom 13q12-q13. Der Prozentsatz von Fällen mit
Proteintrunkierungverursachenden Mutationen beträgt 90% [Lancaster et al., siehe
oben]. Polyklonale Antikörper
gegen das BRCA2-Protein sind kommerziell von Lab Vision Corp. [Fremont,
CA (USA)], von Oncogene Research Products [Cambridge, MA (USA)]
und von Santa Cruz Biotechnology [Santa Cruz, CA, (USA)] erhältlich.
- 3. Mutationen des ATM-Gens sind für Ataxie-Telangiektasie verantwortlich
[Fitzgerald, M.G., Bean, J.M., Hedge, S.R., Unsal, H., MacDonald,
D.J., Hankin, D.P. et al., „Heterozygous
ATM mutations do not contribute to early onset of breast cancer", Nature Genetics,
15: 307–310
(1997); Genbank Database, siehe oben]. Die mRNA ist 9385 Basenpaare
lang und befindet sich auf Chromosom 11q22-23. Der Prozentsatz von
Fällen
mit Proteintrunkierung-verursachenden Mutationen beträgt 90% [Fitzgerald
et al., siehe oben]. Antikörper
gegen das ATM-Protein sind im Handel von Serotec Ltd. erhältlich [Kidlington,
Oxford (UK)].
- 4. Mutationen im CFTR-Gen sind für die zystische Fibrose verantwortlich
[Romey et al., „Transcript
analysis of CFTR frameshift mutations in lymphocytes using the reverse
transcription-polymerase chain reaction technique and the protein
truncation test",
Hum. Genet., 98: 328-332
(1996); Genbank Database, siehe oben]. Die mRNA ist 6129 Basenpaare
lang und befindet sich auf Chromosom 7q31.3. Der Prozentsatz von Fällen mit
Proteintrunkierung-verursachenden Mutationen beträgt 15% [Romey
et al., siehe oben]. Im Handel erhältliche Antikörper gegen
das CFTR-Protein sind in Linscott's Index nicht aufgelistet.
- 5. Mutationen im DMD-Gen sind für Duchenne Muskeldystrophie
verantwortlich [Roest et al., "Protein
truncation test (PTT) for rapid detection of translation-terminating
mutations", Hum.
Mol. Genet., 2: 1719–1721 (1993);
Gardner et al., "The
identification of point mutations in Duchenne Muscular Dystrophy
patients by using reverse-transcription PCR and the protein truncation
test", Am. J. Hum.
Genet., 57: 311 (1995); Genbank Database, siehe oben]. Die mRNA
ist 2110 Basenpaare lang und befindet sich auf Chromosom xp21.3-p21.1.
Der Prozentsatz von Fällen
mit Proteintrunkierung verursachenden Mutationen beträgt 95% [Roest
et al., siehe oben; Gardner et al., siehe oben]. Antikörper gegen
den Carboxy-terminalen Anteil des DMD-Proteins sind kommerziell
von Biomedia Corp. [Foster City, CA (USA)], von Biogenesis Ltd.
[Sandown, NH (USA)] und von Biogenix Labs [San Ramon, CA (USA)]
erhältlich.
Antikörper
gegen den N-terminalen Anteil des DMD-Proteins sind ebenfalls von
solchen Unternehmen kommerziell erhältlich.
- 6. Mutationen im EMD-Gen sind für die Emery-Dreifuss Muskeldystrophie
verantwortlich [Leiden, unveröffentlicht,
wie erwähnt
in Hvervorst, F.B.L., "The
Protein Truncation Test",
Promega Notes Magazine, 62 : 7–14
(1997)]. Die mRNA ist 503 Basenpaare lang und befindet sich auf
Chromosom Xq28. Der Prozentsatz von Fällen mit Proteintrunkierung-verursachenden
Mutationen beträgt
80% [Leiden, siehe oben]. Antikörper gegen
das EMD-Protein sind in Linscott's
Index nicht als kommerziell erhältlich
aufgelistet.
- 7. Mutationen im FAA-Gen sind für die Fanconi-Anämie [Lo
Ten Foe et al., "Expression
cloning of a cDNA for the major Fanconi anaemia gene, FAA", Nat. Genet., 14:
320–323
(1996); Genbank Database, siehe oben]. Die mRNA ist 5503 Basenpaare
lang und befindet sich auf Chromosom 16q24.3. Der Prozentsatz von
Fällen
mit Proteintrunkierung-verursachenden Mutationen beträgt 80% [Lo
Ten Foe et al., siehe oben]. Antikörper gegen das FAA-Protein
sind in Linscott's
Index nicht als kommerziell erhältlich
aufgelistet.
- 8. Mutationen im IDS-Gen sind für das Hunter-Syndrom verantwortlich
[Hogervorst et al., Am. J. Hum. Genet., 55: A223 (1994); Genbank
Database, siehe oben]. Die mRNA ist 36.845 Basenpaare lang und befindet sich
auf Chromosom xq27.3-q28. Der Prozentsatz von Fällen mit Prote intrunkierung-verursachenden
Mutationen beträgt
ungefähr
50% [Hogervorst et al. (1994), siehe oben]. Antikörper gegen
das IDS-Protein sind in Linscott's
Index nicht als kommerziell erhältlich
aufgelistet.
- 9. Mutationen im NF1-Gen sind für Neurofibromatose Typ 1 verantwortlich
[Heim et al., "Screening
for truncated NF1 proteins",
Nat. Genet. 8: 218–219
(1994); Genbank Database, siehe oben]. Die mRNA ist 9.026 Basenpaare
lang und befindet sich auf Chromosom 17q11.2. Der Prozentsatz von
Fällen
mit Proteintrunkierung-verursachenden Mutationen ist 50% [Hein et
al., siehe oben]. Antikörper
gegen das NF1-Protein sind in Linscott's Index nicht als kommerziell erhältlich aufgelistet.
- 10. Mutationen im NF2-Gen sind für Neurofibromatose Typ 2 verantwortlich
[MacCollin et al., "Mutational analysis
of patients with neurofibromatosis 2", Am. J. Hum. Genet. 55: 314 (1994);
Genbank Database, siehe oben]. Die mRNA ist 339 Basenpaare lang
und befindet sich auf Chromosom 22q11-q13.1. Der Prozentsatz von
Fällen
mit Proteintrunkierung-verursachenden Mutationen beträgt 65% [MacCollin
et al., siehe oben]. Antikörper
gegen das NF2-Protein sind im Handel von Transduction Labs erhältlich [(Lexington,
KY (USA)].
- 11. Mutationen im PKD1-Gen sind für polyzystische Nierenkrankheit
verantwortlich [Ward et al., "The
polycystic kidney disease 1 gene encodes a 14 kb transcript and
lies within a duplicated region on chromosome 16", Cell, 77: 881–894 (1994); Roelfsema und
Breuning (Abstract), Am. Soc. Hum. Genet.: A240 (1994); Genbank
Database, siehe oben]. Die mRNA ist 53.522 Basenpaare lang und befindet
sich auf Chromosom 16p13.3. Der Prozentsatz von Fällen mit
Proteintrunkierung verursachenden Mutationen beträgt 95% [Roelfsema
und Breunig, siehe oben]. Antikörper
gegen das PKD1-Protein sind in Linscott's Index nicht als kommerziell erhältlich aufgelistet.
- 12. Mutationen im PTCH-Gen sind für das nävoide Basalzellkarzinom verantwortlich
[Johnson et al., "Human
homolog of patched, a candidate gene for the basal cell nevus syndrome", Science, 272, 1668–1671 (1996);
Genbank Database, siehe oben]. Die mRNA ist 6.568 Basenpaare lang
und befindet sich auf Chromosom 9q22/3. Es ist bekannt, dass Mutationen
im PTCH-Gen ein trunkiertes Protein zur Folgen haben können [Johnson
et al., siehe oben; Hahn et al., Cell 85: 841–851 (1996); Gailani et al.,
Nature Gen. 14: 78–81
(1996); Unden et al., Cancer Res., 56: 4562–4565 (1996); und Wicking et
al., Am. J. Hum. Genet., 60: 21–26
(1997)]. Antikörper
gegen das PTCH-Protein sind in Linscott's Index nicht als kommerziell erhältlich aufgelistet.
- 13. Mutationen im c-myb-Gen sind für hämatologische Malignitäten verantwortlich
[Badiani et al., Genes Dev. 8 (7): 770–782 (1994); Schaefer et al.,
J. Biol. Chem. 271 (23): 13.484–13.496
(1996); Genbank Database, siehe oben]. Die mRNA ist 40.433 Basenpaare
lang und befindet sich auf Chromosom 6q22. Es ist bekannt, dass
Mutationen in diesem Gen eine Proteintrunkierung verursachen können [Tomita
et al., "Truncated
c-myb expression in the human leukemic cell line TK-6", Leukemia, 12: 1422–1499 (1998);
Jiang et al., "Minimal
truncation of the c-myb gene product in rapid-onset B-cell lymphoma", J. Virol., 71:
6526–6533 (1997)].
Die Antikörper
gegen das c-myb-Protein können
von Upstate Biotechnology Inc. kommerziell bezogen werden [Waltham,
MA (USA)].
- 14. Mutationen im VHL-Gen sind für die von Hippel-Lindau Krankheit
verantwortlich [Latif et al., "Identification
of the von Hippel-Lindau disease tumor suppressor gene", Science 260: 1317-1320 (1993); Genbank Database,
siehe oben]. Die mRNA ist 14.543 Basenpaare lang und befindet sich
auf Chromosom 3p25. Es ist bekannt, dass Mutationen in diesem Gen
eine Proteintrunkierung verursachen können [Olschwang et al., "Germline mutation
profile of the VHL gene in von Hippel Lindau disease and in sporadic
hemangioblastoma",
Human Mutation, 12: 424–430
(1998); Ye et al., "Subcellular
localization of the von Hippel Lindau disease gene product is cell-cycle
dependent", International
Journal of Cancer, 78: 62–69
(1998); Maher et al., "Phenotypic
expression in von Hippel Lindau disease – Correlations with germline
VHL gene mutations", Journal
of Medical Genetics, 33: 328–332
(1996); Crossey et al., "Identification
of intragenic mutations in the von Hippel Lindau disease tumor suppressor
gene and correlation with disease phenotype", Human Molecular Genetics, 3: 1303–1308 (1994);
Shuin et al., "Frequent
somatic mutations and loss of heterozygosity of the von Hippel Lindau
tumor suppressor gene in primary human renal cell carcinomas", Cancer Research,
54: 2852–2855
(1994).] Die von Hippel-Lindau (VHL) Krankheit ist ein dominant
vererbtes familiäres Krebssyndrom,
das eine Prädisposition
gegenüber
retinalem, zerebellarem und spinalem Hämangioblastom, Nierenzellkarzinom,
Pheochromozytom und Pankreastumoren zeigt [Glavavc et al., "Mutations in the VHL
tumor suppressor gene and associated lesions in families with von
Hippel-Lindau disease from central Europe", Hum. Genet., 98 (3): 271–280 (1996)].
Allelverluste und Mutationen des VHL-Gens erwiesen sich als in die
Tumorentwicklung, wie im sporadischen Nierenkarzinom [Brauch et
al., "Hippel-Lindau
syndrome and sporadic renal cell carcinomas", Pathologe, 16 (5): 321–327 (1995)],
und in zererbellarem Hämangioblastom
[Lee et al., "Loss
of heterozygosity and mutations of von Hippel-Lindau gene on sporadic
cerebellar hemangioblastoma",
Proc. Annu. Meet. Am. Assoc. Cancer Res., 38: A3600 (1997)] involviert.
Antikörper gegen
das Protein sind kommerziell von Oncogene Research Products (Cambridge,
MA) und PharMingen [San Diego, CA (USA)] erhältlich.
- 15. Mutationen im E-Cadherin (HSECAD) Gen sind für Brustkrebs
und Kolonkrebs verantwortlich [Bussemakers et al., "Molecular cloning
and characterization of the human E-cadherin cDNA", Mol. Biol. Rep.
17: 123–128
(1993); Genbank Database, siehe oben]. Die mRNA ist 248 Basenpaare
lang und befindet sich auf Chromosom 16q22.1. Es ist bekannt, dass
Mutationen in diesem Gen eine Proteintrunkierung verursachen können [Guilford
et al., "E-cadherin
germline mutations in familial gastric cancer", Nature, 392: 402–405 (1998); Vos et al., "E-cadherin inactivation
in lobular carcinoma in situ of the breast: an early event in tumorigenesis". British Journal
of Cancer 76: 1131–1133
(1997); Berx et al., "E-cadherein
is inactiviated in a majority of invasive human lobular breast cancers
by truncation mutations throughout its extracellular domain", Oncogene, 13: 1919–1925 (1996);
Berx et al., "E-cadherin
is a tumor invasion suppressor gene mutated in human lobular breast
cancers", EMBO Journal)
14: 6107–6115
(1995).] Antikörper
gegen das E-Cadherin-Protein sind kommerziell von ICN Biomedicals
[Costa Mesa, CA, USA)], von Biogenex Labs [San Ramon, CA (USA)],
von Zymed Labs [South San Francisco, CA (USA)], von American Research
Products [Belmont, MA] und von Immunotech SA [Marseilles, Frankreich]
erhältlich.
- 16. Mutationen im p16-Gen (ebenfalls bekannt als das CDKN2A
Tumorsuppressorgen und MTS1-Gen) sind für das familiäre Melanom
verantwortlich [Hussussian et al., "Germline p16 mutations in familial melanoma", Nature Genetics
8: 15 (1994); Genbank Database, siehe oben] Die mRNA ist 422 Basenpaare
lang und befindet sich auf Chromosom 9p21. Es ist bekannt, dass
Mutationen in diesem Gen eine Proteintrunkierung verursachen können. [Monzon
et al., "CDKN2A
Mutations in Multiple Primary Melanomas"; N. Engl. Med., 338 (13): 879–887 (1998)].
Antikörper
gegen das p16-Protein sind kommerziell von Alexis Corp. [San Diego,
CA (USA)], PharMingen [San Diego, CA (USA)] und Oncogene Research
Products [Cambridge, MA (USA)] erhältlich.
-
Automatisiertes
Immunassaysystem
-
Die
Verfahren dieser Erfindung können
einfach an automatisierte Immunchemieanalysegeräte angepasst werden. Um die
Automatisierung der Verfahren dieser Erfindung zu vereinfachen und
um die Umsatzzeit zu reduzieren, kann ein Einfangantikörper in
einem Immunassay dieser Erfindung an magnetische Partikel gekoppelt
werden.
-
Ein
Antikörper
kann an solche magnetischen Kügelchen
durch Verwendung kommerziell verfügbarer Technologie, wie M-280
Schaf-anti-Kaninchen IgG beschichtete DynabeadsTM von
Dynal, Inc. [Lake Success, NY (USA)] und Kaninchenantikörper gegen
ein Zielprotein oder durch Verwendung von M-450 Tosyl-aktivierten Dynabeads
von Dynal, Inc. und kovalentes Koppeln eines relevanten Antikörpers hieran,
gekoppelt werden. Alternativ kann ein Mittel, wie beispielsweise
Glutaraldehyd für
das kovalente Binden eines gegenständlichen Antikörpers an
einen festen Träger,
vorzugsweise magnetische Kügelchen,
verwendet werden. Repräsentative Kopplungsmittel
können
organische Verbindungen, wie beispielsweise Thioester, Carbodiimide,
Succinimidester, Diisocyanate, Glutaraldehyde, Diazobenzole und
Hexamethylendiamine einschließen.
-
Wildtyp-Zielgenprodukte
und Bezugs- bzw. Referenzproteine können beispielsweise mit einem
quantitativen Magnetkügelchen-basierten
Immunassay vom Sandwich-Typ quantifiziert werden. Ein solches Assay kann
in im Handel erhältliche
automatisierte Immunassaysysteme integriert werden.
-
Ein
bevorzugtes automatisiertes/Immunassaysystem ist das automatisiertes
ACS:180® Chemilumineszenzsystem
[Bayer Corporation; Tarrytown, NY und Medfield, MA (USA) einschließlich ACS:
180 PLUS System; ACS: 180 SE System; und ACS: CENTAUR® System].
Das automatisierte ACS:180® Immunassaysystem ist
in Dudley, B.S., J. Clin. Immunassay, 14 (2): 77 (Sommer 1991) beschrieben.
Das System verwendet chemilumineszierende Marker als Tracer und
paramagnetische Teilchen (PMP) als Festphasenreagentien. Das ACS:180-System
umfasst sowohl kompetitive Bindung als auch Sandwichassays, wobei
jeder der Schritte automatisiert ist. Das ACS:180 verwendet paramagnetische
Teilchen von Mikrometergröße, die
die verfügbare Oberfläche maximieren
und stellt ein Mittel zur raschen magnetischen Auftrennung von gebundenem
Tracer von ungebundenem Tracer ohne Zentrifugierung bereit. Reagenzien
können
si multan oder sequentiell zugesetzt werden. Andere Markierungen,
beispielsweise eine enzymatische Markierung, könnte anstelle einer chemilumineszierenden
Markierung, beispielsweise eines Acridiniumesters, verwendet werden.
Lumineszierende Signale würden
vorzugsweise durch ein Luminometer nachgewiesen werden. Ebenfalls
bevorzugt ist das Bayer Immuno 1TM Immunassaysystem.
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Kontrollen
für ein
solches automatisiertes Immunassaysystem wären wie solche, die für eine Western Blot-Analyse
von MMR-Proteinen beispielhaft beschrieben wurden, wie sie hierin
beschrieben sind. Positive Kontrollen könnten Zelllinien von gesunden,
normalen Freiwilligen sein. Negative Kontrollen könnten Zelllinien sein,
von denen bekannt ist, dass sie für ein mutiertes Genprodukt
homozygot sind, beispielsweise HCT116-Zellen (homozygot für ein mutiertes
MLH1-Protein) und LoVo-Zellen (homozygot für ein mutiertes MSH2-Protein.
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Ein
beispielhaftes automatisiertes Immunassayformat zum Nachweisen und
Quantifizieren eines Genprodukts in voller Länge, beispielsweise MLH1 und/oder
MSH2, würde
folgendes umfassen: (1) einen ersten primären Antikörper, der gegen das Genprodukt
spezifisch ist, der beispielsweise für das Aminoende des Genprodukts
spezifisch ist, gekoppelt an Magnetkügelchen; (2) Inkubieren der
Zelllysate mit Magnetkügelchen,
die mit dem ersten primären
Antikörper
beschichtet sind; (3) Waschen zum Reduzieren einer unspezifischen
Bindung; (4) Inkubieren mit einem zweiten primären Antikörper, der für das Carboxylende des Genprodukts
in voller Länge
spezifisch ist und der direkt markiert ist, vorzugsweise chemilumineszent
markiert ist; und (5) Nachweisen und Quantifizieren eines Signals
von dieser Markierung, wobei das Signalniveau der Menge des Genprodukts
in dem Zelllysat proportional ist. Ein Reportersystem, das mit einem
Antikörper
verbunden ist, der für das
Carboxylende des Genprodukts spezifisch ist, wird bevorzugt, weil
das Protein in voller Länge
dasjenige ist, das quantifiziert werden soll.
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Verschiedene
Modifikationen im Hinblick auf das automatisierte Immunassaybasisformat
können
vom Fachmann auf dem Gebiet in einfacher Weise ins Auge gefasst
werden. Beispielsweise könnte
ein solches Assayformat derart variiert werden, dass zwei Genprodukte,
beispielsweise MLH1 und MSH2, oder ein Genprodukt und ein Referenzprotein,
beispielsweise APC und Tubulin, β-Actin
oder GAPH nachgewiesen und in derselben Zelllysatprobe, vorzugsweise
simultan, quantifiziert werden könnte.
Im beispielhaft dargelegten Format werden zwei Sätze bzw.
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Reihen
von Antikörpern
verwendet, wobei jeder Satz zwei primäre Antikörper umfasst, von denen jeder
ein unterschiedliches Epitop auf dem Zielprotein erkennt.
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Repräsentativer MSH2/MLH1 automatisierter
Immunassay
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Zum
Nachweis und zur Quantifizierung eines MSH2-Proteins in voller Länge könnte ein
Maus-Anti-MSH2-MAb
(monoclonal antibody = monoklonaler Antikörper) beispielsweise gegen
das Aminoende von MSH2 kovalent an Kügelchen gebunden werden, beispielsweise
an Dynabeads® (M-450
Tosyl-activiert; Dynal Inc.). Die an den monoklonalen Antikörper gekoppelten
Kügelchen
werden mit Zelllysaten, gefolgt von einem Waschschritt, inkubiert.
Darauf werden die gewaschenen Kügelchen
mit einem Maus-Anti-MSH2, AB1, beispielsweise ein Maus-MAb, gegen
das Carboxylende von MSH2 als zweitem primären Antikörper inkubiert.
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Analog
könnte
ein Anti-MLH1-Antikörper,
beispielsweise ein polyklonaler Kaninchenantikörper, gegen MLH1 (beispielsweise
AB2 von Oncogene Research Products) an M-280 Schaf Anti-Kaninchen IgG beschichtete
Dynabeads® gekoppelt
werden. Der zweite primäre
Antikörper
könnte
ein Maus Anti-MLH1-MAb sein [beispielsweise Klon G168–728; PharMingen
(San Diego, CA)), der an das volle Länge, jedoch nicht an das mutierte
MLH1 bindet [Thibodeau et al., Cancer Res., 56: 4836 (1996)].
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Das
Outcome des MLH1/MSH2-Assays wäre
die Erfassung des Verhältnisses
der Proteinkonzentrationen von MLH1 zu MSH2 in voller Länge oder
des Verhältnisses
entweder der Wildtypproteinkonzentration gegenüber einem Referenzprotein in
einer einzigen Probe, vorzugsweise einer Zelllysatprobe, besonders
bevorzugt einem Lysat aus PBLs, eines Subjekts mit Darmtumoren (Adenomen,
Krebs) oder von einem Familienmitglied eines Subjekts mit Darmtumoren
und eines Kontrollsubjekts. Abnormale MLH1/MSH2-Verhältnisse würden eine
Mutation oder Mutationen im Gen widerspiegeln, von denen dadurch
gezeigt wird, dass eine reduzierte Menge an Wildtypgenprodukt in
voller Länge
exprimiert.
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Antikörper
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Der
Begriff „Antikörper" ist hierin so definiert,
dass er nicht nur ganze Antikörper,
sondern auch biologisch aktive Bruchstücke bzw. Fragmente von Antikörpern, vorzugsweise
Fragmente, die Antigen-bindende Regionen enthalten, einschließt. Weiter
in die Definition von Antikörpern
sind bispezifische Antikörper
mit eingeschlossen.
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Die
Antikörper
der Erfindung können
durch herkömmliche
Verfahren und/oder durch gentechnische Verfahren hergestellt werden.
Antikörperfragmente
können
gentechnisch hergestellt werden, vorzugsweise aus den variablen
Regionen der leichten und/oder schweren Ketten (VH und
VL), einschließlich der hypervariablen Regionen
und noch mehr bevorzugt sowohl aus den VH- und VL-Regionen.
Beispielsweise schließt
der Begriff „Antikörper", wie hierin verwendet,
polyklonale und monoklonale Antikörper und biologisch aktive
Fragmente hiervon ein, einschließlich unter anderen Möglichkeiten „univalente" Antikörper [Glennie
et al., Nature 295: 712 (1982)]; FAB-Proteine, die Fab'- und F(ab')2-Fragmente
einschließen,
gleichgültig
ob kovalent oder nicht-kovalent aggregiert; leichte oder schwere
Ketten alleine, vorzugsweise variable schwere und leichte Kettenregionen
(VH- und VL-Regionen)
und besonders bevorzugt die hypervariablen Regionen (in anderer
Weise bekannt als die Komplementarität-bestimmenden Regionen (complementarity
determining regions = CDRs) dieser VH- und
VL-Regionen]; FC-Proteine; „Hybrid"-Antikörper, die
zur Bindung von mehr als einem Antigen in der Lage sind; Chimären aus
konstanten und variablen Regionen; „zusammengesetzte" Immunglobuline mit schweren
und leichten Ketten unterschiedlichen Ursprungs; „veränderte" Antikörper mit
verbesserter Spezifizität
und anderen Eigenschaften, wie durch Standardrekombinationstechniken
hergestellt, und ebenfalls durch Oligonukleotid-gelenkte Mutagenesetechniken
[Dalbadie-McFarland et al., PNAS (USA), 79: 6409 (1982)].
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Bispezifische
Antikörper
können
durch chemisches Koppeln durch zwei Antikörpern der erwünschten Spezifitäten hergestellt
werden. Bispezifische monoklonale Antikörper können vorzugsweise durch somatische
Hybridisierung von zwei Hybridomas entwickelt werden. Bispezifische
monoklonale Antikörper
zum Targeting zweier Zielproteine können durch Fusionieren einer
Hybridoma, die einen Ziel-spezifischen MAb produziert mit einer
Hybridoma, die monoklonale Antikörper
erzeugt, die gegen eine anderes Zielprotein spezifisch sind, hergestellt
werden. Die sich ergebenden Quadromas können gescreent werden, um eine
Quadroma auszuwählen,
die einen Hybridantikörper
mit der Spezifität
der Eltern-mAbs erzeugt.
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Es
existieren konventionelle Techniken zur Herstellung monoklonaler
und polyklonaler Antikörper,
die in der Immunassaytechnik wohl bekannt sind [beispielsweise Galfre
und Milstein, "Pre paration
of Monoclonal Antibodies: Strategies and Procedures", in Methods in Enzymology:
Immunochemical Techniques, 73: 1–46 (Langone und Vanatis (Hrsg.);
Academic Press; 1981); und in der klassischen Literatur, Kohler
und Milstein, Nature, 256: 495–497
(1975)]. Monoklonale Antikörper,
die für
diese Erfindung spezifisch sind, können durch Immunisierung geeigneter
Säugetiere
hergestellt werden, vorzugsweise von Nagetieren, besonders bevorzugt von
Kaninchen, Ratten oder Mäusen,
mit einem geeigneten Immunogen, das an ein Trägerprotein, falls notwendig,
gebunden ist. Speziell bevorzugte Antikörper die in den Assays dieser
Erfindung von Nutzen sind, sind murine, monoklonale Antikörper, die
gegen Epitope auf entweder dem Aminoende oder dem Carboxylende eines
gegenständlichen
Wildtypproteins gerichtet sind.
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Repräsentative
Hybridomas dieser Erfindung können
durch Fusion muriner Zelllinien gebildet werden, Human/Human Hybridomas
[Olsson et al., PNAS (USA), 77: 5429 (1980)] und Human/Murin Hybridomas [Schlom
et al., PNAS (USA), 77: 6841 (1980); Shearman et al. J. Immunol.
146 928–935
(1991); und Gorman et al., PNAS (USA), 88: 4181–4185 (1991)] können ebenfalls
durch andere Möglichkeiten
hergestellt werden.
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Antipeptidantikörper werden
ebenfalls durch konventionelle Verfahren in der Technik hergestellt,
wie in der europäischen
Patentveröffentlichung
Nr. 0 044 710 (veröffentlicht
am 27. Januar 1982) beschrieben ist. Kurz gesagt, solche Antipeptidantikörper können durch
Selektieren eines Peptids aus einer Zielaminosäuresequenz, dessen chemische
Synthese, dessen Bindung an ein geeignetes immunogenes Protein und
dessen Injizierung in ein geeignetes Tier, üblicherweise ein Kaninchen
oder eine Maus, hergestellt werden; darauf werden entweder polyklonale
oder monoklonale Antikörper
hergestellt, die letzteren durch ein Kohler-Milstein-Verfahren als
Beispiel.
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Abgesehen
von der konventionellen Hybidomatechnik können neuere Technologien zur
Erzeugung von Antikörpern
gemäß der Erfindung
verwendet werden. Beispielsweise resultierte die Verwendung der
PCR zum Klonieren und Exprimieren von Antikörper-V-Genen und die Verwendung
der Phage-Display-Technologie zur Auswahl von Antikörpergenen,
die Fragmente mit Bindungsaktivitäten codieren, zur Isolierung
von Antikörperfragmenten
aus Repertoires von PCR-amplifizierter V-Genen unter Verwendung
immunisierter Mäuse
oder Menschen [Marks et al., BioTechnology, 10: 779 (July 1992);
Chiang et al., BioTechniques, 7 (4): 360 (1989); Ward et al., Nature,
341 : 544 (Oktober 12, 1989); Marks et al., J. Mol. Biol., 222:
581 (1991); Clack son et al., Nature 352: (15. August 1991); und
Mullinax et al., PNAS (USA), 87: 8095 (Oktober 1990).
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Beschreibungen
von Verfahren zur Herstellung von Antikörpern, wobei der Begriff hierin
so definiert ist, dass er biologisch aktive Antikörperfragmente
einschließt,
durch Rekombinationstechniken im US-Patent Nr. 4,816,567 (erteilt
am 28. März
1989) zu finden; in der europäischen
Patentanmeldung mit der Veröffentlichungsnummer
(EP) 0 338 745 (veröffentlicht
am 25. Oktober 1989);
EP 0 368
684 (veröffentlicht
am 16. Juni 1990);
EP 0 239 400 (veröffentlicht
am 30. September 1987); WO 90/14424 (veröffentlicht am 29. November 1990);
WO 90/14430 (veröffentlicht
am 16. Mai 1990); Huse et al., Science, 246: 1275 (08. Dezember
1989); Marks et al., BioTechnology, 10: 779 (Juli 1992); La Sastry
et al., PNAS (USA), 86: 5728 (August 1989); Chiang et al., BioTechniques,
7 (40): 360 (1989); Orlandi et al., PNAS (USA), 86: 3833 (Mai 1989);
Ward et al. Nature, 341: 544 (12. Oktober 1989); Marks et al., J.
Mol. Biol. 222: 581 (1991); und Hoogenboom et al., Nucleic Acids Res.,
19 (15): 4133 (1991).
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Eine
Festphase, die in den Assays dieser Erfindung verwendet werden kann,
kann jede Oberfläche sein,
die üblicherweise
in Immunassays verwendet wird. Beispielsweise kann die Festphase
teilchenförmig sein;
sie kann die Oberfläche
von Kügelchen,
beispielsweise Glas- oder Polystyrolkügelchen sein; oder sie kann
die feste Wandoberfläche
irgendeiner in einer Vielzahl von Behältern sein, beispielsweise
Zentrifugenröhrchen,
Säulen,
Mikrotiterplattenwells, Filter, Membranen und Röhrchen unter anderen Behältern.
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Wenn
Teilchen als feste Phase verwendet werden, liegen sie vorzugsweise
in einer Größe im Bereich von
ungefähr
0,4 bis 200 μm, üblicherweise
von ungefähr
0,8 bis 4,0 μm,
vor. Magnetische oder magnetisierbare Teilchen sind eine bevorzugte
teilchenförmige
feste Phase und Mikrotiterplattenwells sind eine bevorzugte feste
Wandoberfläche.
Magnetische oder magnetisierbare Teilchen sind besonders bevorzugt,
wenn die Schritte der Verfahren dieser Erfindung in einem automatisierten
Immunassaysystem durchgeführt
werden.
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Marker
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Wie
geeignet, können
Antikörper,
die in den Immunassays dieser Erfindung verwendet werden, die als Tracer
verwendet werden, in einer Art und Weise markiert werden, direkt
oder indirekt, die ein Signal zur Folge hat, das sichtbar ist oder
sichtbar gemacht werden kann. Nachweisbare Markersubstanzen schließen Radionuklide,
wie beispielsweise 3H, 125I
und 131I; fluoreszierende Stoffe, beispielsweise
Fluoreszeinisothiocyanat und andere Fluorchrome, Phycobiliproteine,
Phycoerythin, Seltenerdmetallchelate, Texas-Rot, Dansyl und Rhodamin;
kolorimetrische Reagentien (Chromogene); elektronen-opaque Materialien,
beispielsweise kolloidales Gold; biolumineszente Stoffe; chemilumineszente
Stoffe, Farbstoffe, Enzyme, beispielsweise Meerrettichperoxidase,
alkalische Phosphatase, Glucoseoxidase, Glucose-6-phosphatdehydrogenase,
Acetylcholinesterase, α-, β-Galactosidase,
unter anderen, Coenzyme; Enzymsubstrate; Enzymcofaktoren und Enzyminhibitoren;
Enzymuntereinheiten; Metallionen; freie Radikale; oder irgendeine
andere immunologisch aktive oder inerte Substanz sein, die ein Mittel
zum Nachweisen oder Messen der Gegenwart oder Menge eines gebildeten
Immunkomplexes bereitstellt. Beispielhaft für Enzymsubstratkombinationen
sind Meerrettichperoxidase und Tetramethylbenzidin (TMB) und alkalische
Phosphatasen und Paranitrophenylphosphat (pNPP).
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Bevorzugte
Nachweis- oder Nachweis- und Quantifizierungssysteme gemäß der Erfindung
erzeugen ein lumineszierendes Signal, biolumineszent (BL) oder chemilumineszent
(CL). Im chemilumineszenten (CL) oder biolumineszenten (BL) Assay
wird die Intensität
oder die gesamte Lichtemission gemessen und mit der Konzentration
des unbekannten Analyten in Beziehung gesetzt. Das Licht kann quantitativ
unter Verwendung eines Luminometers (Photomultiplier Röhrchen als
Detektor) oder ein Ladung-gekoppelter Speicher bzw. Baustein oder
qualitativ mittels eines photographischen oder Röntgenfilms. Die Hauptvorteile
der Verwendung solcher Assays ist ihre Einfachheit und analytische
Empfindlichkeit, die den Nachweis und/oder die Quantifizierung sehr
kleiner Mengen des Analyten ermöglicht.
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Beispielhafte
lumineszierende Marker sind Acridiniumester, Acridiuniumsulfonylcarboxamide,
Luminol, Umbelliferon, Isoluminolderivate, Photoproteine, beispielsweise
Aequorin, und Luciferasen vom Glühwürmchen,
Meeresbakterien, Vargulla und Renilla. Luminol kann wahlweise mit
einem Enhancermolekül
verwendet werden, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe, die aus
4-Iodphenol oder 4-Hydroxyzimtsäure
besteht. Acridiniumester gehören
zu den bevorzugten Typen von CL-Markern gemäß dieser Erfindung. Typischerweise
wird ein CL-Signal durch Behandlung mit einem Oxidans unter basischen
Bedingungen erzeugt.
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Auch
sind bevorzugte lumineszierende Nachweissysteme solche, bei denen
das Signal (nachweisbarer Marker) durch eine enzymatische Reaktion
an einem Substrat erzeugt wird. CL- und BL-Nachweisschemata wurden
zur Untersuchung von alkalischen Phosphatasen (AP), Glucoseoxidase,
Glucose-6-phosphatdehydogenase, Meerrettichperoxidase (HRP) und
Xanthinoxidasemarker, unter anderen, entwickelt. AP und HRP sind
zwei bevorzugte Enzymmarker, die durch einen Bereich an CL- und
BL-Reaktionen quantifiziert werden können. Beispielsweise kann ein
AP mit einem Substrat verwendet werden, beispielsweise einem Adamantyl-1,2-dioxethanarylphosphat
(beispielsweise AMPPD oder CSPD; [Kricka, L.J., „Chemiluminescence and Bioluminescence,
Analysis by", auf
S. 167, Molecular Biology and Biotechnology: A Comprehensive Desk Reference
(Hrsg. R. A. Meyers) (VCH Publishers; N.Y., N.Y.; 1995)]; vorzugsweise
ein Dinatriumsalz von 4-Methoxy-4-(3-phosphatphenyl)spiro[1,2-dioxethan-3,2'-adamantan], mit oder ohne einem Enhancermolekül, vorzugsweise
1-(Trioctylphosphoniummethyl)-4-(tributylphosphoniummethyl)benzoldichlorid.
HRP wird vorzugsweise mit Substraten, beispielsweise 2',3',6'-Trifluorphenyl-3-methoxy-10-methylacridan-9-carboxylat verwendet.
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CL-
und BL-Reaktionen können
zur Analyse nicht nur von Enzymen, sondern auch anderen Substraten,
Cofaktoren; Inhibitoren, Metallionen und dergleichen, angepasst
werden. Beispielsweise sind Luminol, Glühwürmchenluciferase und Meeresbakterienluciferasereaktionen
Indikatorreaktionen für
die Produktion oder den Verbrauch von Peroxid, ATP bzw. NADPH. Sie
können
an andere Reaktionen gekoppelt werden, einschließlich Oxidasen, Kinasen und
Dehydrogenasen, und können
dazu verwendet werden, irgendeinen Bestandteil der gekoppelten Reaktion
zu messen (Enzym, Substrat, Cofaktor).
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Der
nachweisbare Marker kann direkt oder indirekt an einen Antikörper gebunden
werden, der in einem Assay dieser Erfindung verwendet wird. Beispielhaft
für eine
indirekte Bindung des nachweisbaren Markers ist die Verwendung eines
Bindungspaares zwischen einem Antikörper und einem Marker oder
die Verwendung eines Signalverstärkungs-
bzw. Amplifikationssystems.
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Beispielhaft
für Bindungspaare,
die dazu verwendet werden können,
Antikörper
der Assays dieser Erfindung an nachweisbare Marker zu binden, sind
Biotin/Avidin, Streptavidin oder Anti-Biotin; Avidin/anti-Avidin; Thyroxin/Thyroxin-bindendes
Globulin; Antigen/Antikörper;
Antikörper/anti-Antikörper; Kohlenhydrat/Lectine; Hapten/anti-Hapten-Antikörper; Farbstoffe
und hydrophobe Moleküle/hydrophobe
Proteinbindungsstellen; Enzyminhibitor, Coenzym oder Cofaktor/Enzym;
Polynukleinsäuren/homologe
Polynukleinsäuresequenz;
Fluoreszein/anti-Fluoreszein;
Dinitrophenol/anti-Dinitrophenol; Vitamin B12/intrinsischer
Faktor, Cortison, Cortisol/Cortisolbindungsprotein; und Liganden
für ein
spezifisches Rezeptorprotein/Membranverbundene spezifische Rezeptorproteine.
Bevorzugte Bindungspaare gemäß dieser
Erfindung sind Biotin/Avidin oder Streptavidin, besonders bevorzugt
Biotin/Streptavidin.
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Verschiedene
Mittel zum Binden von Markern direkt oder indirekt an Antikörper sind
in der Technik bekannt. Beispielsweise können Marker entweder kovalent
oder nicht-kovalent gebunden sein. Beispielhafte Antikörperkonjugationsverfahren
sind in: Avarmeas et al., Scan. J. Immunol., 8 (Suppl. 7): 7 (1978);
Bayer et al., Meth. Enzymol., 62: 308 (1979); Chandler et al., J.
Immunol. Meth. 53: 187 (1982); Ekeke und Abuknesha, J. Steroid Biochem.,
11: 1579 (1979); Engvall und Perlmann, J. Immunol., 109: 129 (1972);
Geoghegan et al., Immunol. Comm., 7: 1 (1978); und Wilson und Nakane,
Immunofluorescence and Related Techniques, S. 215 [E1-sevier/North Holland
Biomedical Press; Amsterdam (1978)] zu finden.
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Abhängig von
der Art des Markers können
verschiedene Techniken zum Nachweisen und Quantifizieren des Markers
verwendet werden. Für
fluoreszente Stoffe ist eine große Vielzahl von Fluorometern
verfügbar.
Für chemilunimeszente
sind Luminometer oder Filme verfügbar.
Mit Enzymen kann eine fluoreszierendes, chemilumineszierendes oder
farbiges Produkt fluorometrisch, luminometrisch, spektrophotometrisch
oder visuell bestimmt oder gemessen werden.
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Verschiedene
Typen von chemilumineszierenden Verbindungen, die ein Acridinium-,
Benzacridinium- oder Acridantyp eines heterocyclischen Ringsystems
aufweisen, sind bevorzugte Marker. Acridinium- und Benzacridiniumester
sind gegenwärtig
die am meisten bevorzugten chemilumineszierenden Verbindungen, wobei
bevorzugte Acridiniumester solche Verbindungen einschließen, die
heterocyclische Ringe oder Ringsysteme einschließen, die das Heteroatom in
einem positiven Oxidationszustand enthalten, einschließlich solcher Ringsysteme,
wie Acridinium, Benz[a]acridinium, Benz[b]acridinium, Benz[c]acridinium,
einem Benzimidazolkation, Chinolinium, Isochinolinium, Chinolizinium,
einem cyclischen substituierten Chinolinium, Phenanthridinium und
Chinoxalinium, wie sie in der Technik wohl bekannt sind.
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Die
Tracer können
durch Binden des ausgewählten
Antikörpers
entweder direkt oder indirekt an eine reaktive funktionelle Gruppe,
die auf dem Acridinium- oder Benzacridiniumester vorliegt, hergestellt
werden, wie es dem Fachmann auf dem Gebiet wohl bekannt ist, beispielsweise
siehe Weeks et al., Clinical Chemistry, 29 (8), 1474–1479, (1983).
Besonders bevorzugte Verbindungen sind Acridinium- und Benzacridiniumester
mit einer Arylringaustrittsgruppe, wobei die reaktive funktionelle
Gruppe entweder in der Para- oder der Metaposition des Arylrings
vorliegt [siehe US-Patent Nr. 4,745,181 und WO 94/21823.]
-
Die
folgenden Beispiele sind nur für
Veranschaulichungszwecke dargelegt und sollen die Erfindung keinesfalls
einschränken.
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Beispiel 1
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(a) Immunpräzipitation
eines APC-Genprodukts in voller Länge
-
Anti-APC-Antikörper wurden
in dieser Studie dazu verwendet, APC in voller Länge aus den Lymphozyten von
FAP-Patienten immun zu präzipitieren,
von denen bekannt ist, dass sie eine mutante und ein verbleibendes
Wildtyp-APC-Allel in ihrer Keimbahn aufweisen. Diese Studie unterstützt die
Theorie, die den Immunassays dieser Erfindung zugrunde liegt, dahingehend,
als die Lymphoblastoidzellen von den FAP-Patienten ungefähr 50% weniger
(50,1 % ± 5,1
%) immunpräzipitierbare
APC-Proteine in voller Länge
im Vergleich zu Kontrollen aufwiesen, denen Keimbahn-APC-Mutationen
fehlten. Die Ergebnisse korrelieren mit dem heterozygoten genotypischen
APC-Status in FAP-Zellen.
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Materialien
und Methoden
-
Anti-APC-Antikörper. Polyklonaler
anti-APC-Kaninchenantikörper
(APC-2) erzeugt im Laboratorium des Erfinders, wie an anderer Stelle
beschrieben [Bomann et al., „Radioimmunassay
of the APC gene product using antibodies against its middle and
carboxyl regions",
Biochem. Biophys. Res. Commun., 206: 909–915 (1995); Chop et al., "Immunodetection of
the presence or absence of full-length APC gene product in human colonic
tissues", Anticancer
Res., 15: 991–998
(1995)], wurden dazu verwendet, Immunpräzipitationsanalysen dur chzuführen. Der
APC-2-Antikörper
zielt auf ein definiertes Epitop ab, das sich in der Mittelregion
des APC-Proteins befindet (Aminosäuren 1336–1350). Dieser Antikörper ist
gegen das APC-Protein
in voller Länge
aktiv, jedoch nicht gegen die trunkierten APC-Proteine (denen APC-2-Epitope fehlen),
verursacht durch Keimbahm-APC-Mutationen in den meisten FAP-Individuen.
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Zelllinien.
Die humane Darmkrebszelllinie HCT116, von der bekannt ist, dass
sie APC in voller Länge enthält, wurde
von der American Type Culture Collection (ATCC, Manassas, VA, (USA))
bezogen. HCT116-Zellen wurden in DMEM-Medium gezüchtet, das 10% fötales Rinderserum
[Sigma Chemical Co., St Louis, MO (USA)] enthielt, und eine angefeuchtete
bzw. befeuchtete Atmosphäre
von 95% Luft/5% CO2 bei 37°C enthielt.
Kulturen von HCT116-Zellen bei ungefähr 60–80% Konfluenz (ungefähr 3 × 106 Zellen) in 25 cm2 Kunststoffgewebskulturkolben
[Corning Glass, Corning, NY (USA)] wurden dreimal mit Phosphat-gepufferter Salzlösung (PBS,
Sigma) gewaschen, mechanisch vom Boden des Kolbens abgekratzt, durch
Zentrifugation pelletiert und darauf zur Immunpräzipitation lysiert.
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Fünf Lymphoblastoidzelllinien
wurden untersucht, die vier Zelllinien einschlossen, gewonnen von
einem "eingeheirateten" Individuum. Die
Etablierung dieser Zelllinien durch Epstein-Barr-Virustransformation peripherer Lymphozyten
in Kulturen ist an anderer Stelle beschrieben [Spirio et al., "Alleles of the APC
genes An attenuated form of familial polyposis", Cell, 75: 951–957 (1993)]. Solche Zellen
wurden in Suspensionskultur mit RPMI 1640 gezüchtet, das 10% FBS enthielt.
Lymphoblastoidsuspensionskulturen wurden in ähnlicher Weise wie HCT116-Zellen
prozessiert, außer
dass sie durch Zentrifugation eher als durch Abschaben aus dem Kolben
pelletiert wurden.
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Diese
FAP-Lymphoblastoidzelllinien stammten aus betroffenen Mitgliedern
dreier nichtverwandter FAB-Familien mit bekannten APC-Mutationen
[Lynch et al., "Flat
adenomas in a colon-prone kindred", J. Natl. Cancer Inst., 80: 278–282 (1988);
Lynch et al., "Hereditary
colorectal cancer",
Semin. Oncol. 18: 337–366 (1991].
Diese Familien entsprachen den Kriterien für FAP auf Grundlage einer ausführlichen
Familiengeschichte und genetischer Verbindungsstudien [Lynch et
al. (1991), siehe oben; Spirio et al., "Linkage of a variant or attenuated form
of adenomatous polyposis coli to the adenomatous polyposis coli
(APC) locus," Am.
J. Hum. Genet. 51: 92–100
(1992)].
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Die
Lymphoblastoidzelllinien, die als FAP #1 (vom Individuum V-27 in
der Verwandtschaft 2764), FAP #2 (vom Individuum IV-17 in Familie
2764), FAP #3 (vom Individuum IV-26 in der Verwandtschaft 3101)
und FAP #4 (vom Individuum V-15 in der Verwandtschaft 6). Die APC-Keimbahnmutationen
wurden in diesen Familien [Spirio (1993), siehe oben] wie folgt
identifiziert. Zwei nicht-verwandte Familien 2764 und 3101 wiesen eine
identische APC-Mutation in Exon 4 auf (Nukleotidaustausch: TCATTG → TCTG),
die ein trunkiertes APC-Peptid von 145 Aminosäuren verursacht. Verwandtschaft
6 schließt
eine APC-Mutation in Exon 3 ein (TAGA-TAGC → TAGC), die ein trunkiertes
APC-Peptid einer Länge
von 83 Aminosäuren
zur Folge hat.
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Immunpräzipitation
von APC. Semikonfluente HCT116 (ungefähr 3 × 106 Zellen
in 25 cm2 Kunststoffgewebekulturkolben)
ebenso wie Suspension-kultivierte Lymphoblastoidzellen (107 normal- oder FAP-immortalisierte WBCs)
wurden mit 3 ml RIPA-Puffer lysiert (0,1% SDS, 0,5% Desoxycholat,
1% Nonidet P-40, 100 mM NaCl, 10 mM Tris [pH 7,4]), der Protease-
und Phosphataseinhibitoren enthielt (1 mM EGTA, 12 mM EDTA, 4,3
mM Na2MoO4, 1 mM
Na3VO4, 50 mM Phosphat
[Na+-Salz], 0,5 mM Dithiothreitol (DTT)
und 0,5 mM Phenylmethylsulfonylfluorid [PMSF]). Das Zelllysat wurde
gevortext, in einer Mikrofuge (Eppendorf) bei 13.000 U/min für 10 min
bei 4°C
zentrifugiert und der Überstand
wurde gesammelt. Die Proteinkonzentration in jedem Überstand
wurde unter Verwendung des Bio-Rad-Proteinassaykits (Hercules, CA)
bestimmt und die Proteinkonzentration dieses Überstands wurde darauf auf
gleich 4,35 mg/ml eingestellt.
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Um
die unspezifische Bindung zu entfernen, wurden die Überstände (200 μl Teilmengen)
mit Präimmun-Kaninchenserum
(25 μl/ml)
und einer 50%igen Aufschlämmung
von Protein A-Sepharose
CL 4B Kügelchen
(15 μl/ml,
Sigma) bei 4°C
für 1 h
inkubiert. Die Proben wurden wie oben für 15 min zentrifugiert und
der Überstand
wurde zur Immunpräzipitation
zurückgehalten.
Anti-APC-Seren (APC-2) wurden darauf den Lysaten zugesetzt. Die
Proben wurden über
Nacht bei 4°C
inkubiert. Darauf wurden Protein A-Sepharose 4B CL Kügelchen
(15 μl/ml
einer 50%igen Aufschlämmung)
zugesetzt und die Proben auf einer Schaukelplattform bei 4°C für 1 h inkubiert.
Das Protein A-Sepharose 4B CL Gemisch wurde durch Zentrifugation
wie oben für
3 min pelletiert und einmal mit RIPA-Lyse-Puffer gewaschen, der
10 mM NaCl enthielt, sechsmal mit Puffer, der 0,5 M NaCl enthielt
und einmal mehr mit 100 mM NaCl-Puffer. Das Protein A-Sepharose
4B CL-Pellet wurde in Gelbeladungspuffer (50 mM Tris-HCl [pH 6,8],
100 mM DTT, 2% SDS, 0,2% Bromphenol Blau, 20% Glycerin) resuspendiert,
für 3 min
gesiedet und zentrifugiert. Die immunpräzipitierten Proteine, die in
den Überständen enthalten
waren, wurden elektrophoretisch unter Verwendung von 2,8% Agarosegelen
aufgetrennt.
-
Proteine,
die auf Agarosegelen fraktioniert wurden, wurden durch konventionelles
vertikales Kapillarwirkungsblotting auf eine Nitrocellulosemembran
(0,45 μm,
MSI) über
Nacht übertragen.
Die Membran wurde mit 10% fettfreier Trockenmilch (in PBS) behandelt,
um eine unspezifische Anlagerung von Antikörpern daran zu blockieren und
wurden dann mit polyklonalen anti-APC-Antikörpern (APC-2 in 1:7500 Verdünnung) über Nacht
bei Raumtemperatur inkubiert. Proteinbanden am Blot wurden unter
Verwendung des Amplified Alkaline Phosphates Goat Anti-Rabbit Immunoblot
Systems (Bio-Rad Laboratories) gemäß den Anweisungen des Herstellers
nachgewiesen. Die Menge an APC-Protein am Immunpräzipitations-Blot
wurde quantitativ unter Verwendung von Densitometrie bestimmt [Speedmaster
Duo-Densitometer, Electronic Systems Engineering Co., Cushing, OK
(USA)].
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Ergebnisse
-
Die
Immunpräzipitationsanalyse
wies das Vorhandensein von APC in voller Länge in HCT116-Zellen, in Lymphoblastoidzellen
eines gesunden Subjekts und in FAP-Lymphoblastoidzelllinien nach,
die von betroffenen Mitgliedern in drei nicht-verwandten FAP-Familien
abgeleitet wurden. Diese Analyse zeigt, dass die HCT116-Referenzzelllinie
(die bekannterweise APC-Protein in voller Länge enthält) in klarer Weise 300 kDa Bande
exprimiert, die einem Wildtyp-APC-Protein entspricht. Die Analyse zeigt
ebenfalls, dass im Vergleich zur HCT116 Zelllinie die Lymphoblastoidzellen
von einem gesunden Subjekt eine äquivalente
Menge von volle Länge
APC-Protein aufweisen, und die Lymphoblastoidzellen von FAP-Subjekten
weniger Wildtyp-APC-Protein
aufweisen.
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Tabelle
2 zeigt die relative Konzentration an immunpräzipitiertem APC in voller Länge in Lymphoblastoidzelllinien
von den unterschiedlichen Subjekten, wie es durch die densitometrische
Auswertung von Immunpräzipitations-Blots
bestimmt wurde. HCT116 kultivierte Carcinomzellen dienten dazu,
das Basislinienniveau (100%) zu definieren. Die Lymphoblastoidzellen,
die von den gesunden Individuen abgeleitet wurden, wiesen eine relativ ähnliche
Menge an Wildtyp-APC-Protein (110%) im Vergleich zu derjenigen von
HCT116 auf. Im Gegensatz hierzu wiesen die FAP-Zelllinien APC-Konzentrationen
auf, die sich von 39 bis 60% der Kontrolle bewegten (Durchschnitt
= 50,5%, Standardabweichung des Mittelwertes = 5,1%).
-
Tabelle
2 APC-Proteinkonzentrationen
in voller Länge
in WBCs mit Keimbahn-APC-Mutationen
-
In
diesem Beispiel ist die erste Studie (zum gegenwärtigen Wissensstand der Erfinder)
beschrieben, die zeigt, dass APC-Mutationen zu einer Abnahme der
Expression von APC-Protein in voller Länge führen. Dies hat wahrscheinlich
deswegen eine biologische Relevanz, weil die Menge an APC-Protein
in voller Länge in
Darmzellen vielleicht ein entscheidender Faktor in Mechanismen ist,
die der Darmtumorigenese zugrunde liegen. Es wurde beispielsweise
früher
die Hypothese aufgestellt [Boman, B. M., "Biomolecular genetics of cancer", in: Lynch, H.,
(Hrsg.), Genetic Epidemiology of Cancer, Seiten 343–347, Boca
Raton, FL CRC Press (1989)], dass eine APC-Mutation, die ein APC-Allel
einschließt,
die Zellen gegenüber
den schädlichen
Wirkungen auf das Zellwachstum gegenüber empfindlicher machen könnten, die
durch andere erworbene genetische Veränderungen oder durch karzinogene
Substanzen induziert werden. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass
eine reduzierte Konzentration an APC-Protein in voller Länge tatsächlich als
Folge einer APC-Mutation auftritt, die ein APC-Allel einschließt.
-
Quantitativ
zeigen die Ergebnisse, dass die Konzentration an mit anti-APC-Antikörper immunpräzipitierbarem
Protein in den FAP-Lymphoblastoidzelllinien ungefähr 50% der
normalen Kontrollen betrug. Diese Konzentration an Immunreaktivität stimmt
mit der Tatsache überein,
dass FAP-Patienten nur ein Wildtyp-APC-Allel zusammen mit einem
mutierten Allel tragen und unter der Annahme, dass die Genproduktexpression
zur Gendosierung proportional ist.
-
Dieses
Beispiel unter Verwendung von FAP-Zellen als Modellsystem zeigt,
dass die Immunassays dieser Erfindung dazu brauchbar sind, Keimbahnmuationen
nachzuweisen, die die Konzentrationen des Zielproteins in voller
Länge reduzieren.
Dieses Beispiel stützt
solche Assays als einen einfachen, zuverlässigen und kostengünstigen
Weg, Individuen zu diagnostizieren, die ein schädliches, mutiertes Allel tragen.
Immunassays bezüglich
der Konzentrationen von APC-Konzentrationen
in voller Länge
sollten als praktischer diagnostischer Test zum Nachweisen von Individuen
von Nutzen sein, die von FAP betroffen sind.
-
(b) Repräsentativer
automatisierter APC-Immunassay
-
Zum
Nachweis und zur Quantifizierung von MSH2-Protein in voller Länge konnte
ein Maus anti-APC MAb, beispielsweise AB1, gegen das Aminoende von
APC (Oncogene Research Products) kovalent an Kügelchen, beispielsweise Dynabeads® (M-450
Tosyl-aktiviert; Dynal Inc.) gekoppelt werden. Die Kügelchen,
die an den monoklonalen Antikörper
gekoppelt wurden, werden mit Zelllysaten, gefolgt von einem Waschschritt, inkubiert.
Darauf werden die gewaschenen Kügelchen
beispielsweise mit einem Maus Anti-APD AB2 (Oncogene Research Products)
inkubiert, einem Maus MAb gegen das Carboxylende von APC, als zweitem
primärem
Antikörper.
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Beispiel 2
-
Western Blot Immunassay
für MLH1-
und MSH2-Proteine
-
Dieses
Beispiel beschreibt die Messung von MLH1- und MSH2-Proteinen (die
Expressionsprodukte von 2 Haupt-MMR-Genen) in frisch zubereiteten
Lymphozyten und in unsterblich gemachten Lymphozyten. Der Assay,
der eine Western Blot-Analyse einschließt, evaluiert die Expressionsstärken beider
Proteine in voller Länge
gleichzeitig in einer einzigen Lymphozytenprobe. Eine semiquantitative
Analyse von Konzentrationen von MLH1 und MSH2 durch Western Blot
ermöglicht
eine einfache und direkte Bestimmung des MLH1/volle Länge MSH2-Proteinverhältnisses
für die
selbe Probe.
-
Aufgrund
der Variabilität
der Probenbeladung und anderer verwirrender Faktoren bestimmte der
verwendete Ansatz die individuelle Expressionsstärke von jedem der beiden Proteine
und darauf wurde das Verhältnis
von einem zum anderen berechnet. Darauf wird bestimmt, ob der numerische
Wert des Verhältnisses in
klarer Weise in den normalen Bereich fällt oder in klarer Weise in
den Bereich, der vorausgesagt wurde, wenn ein 50%iger Verlust der
Expression einer der beiden Proteine vorlag.
-
Verfahren
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Probenpräparation
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Die
Proben wurden aus Kulturen immortalisierter Lymphozyten hergestellt.
Isolierte periphere Lymphozyten von gesunden Individuen wurden durch
Epstein-Barr-Virus-Transformation immortalisiert, um Lymphoblastoidzelllinien,
wie in Spiro et al., Cell, 75: 951 (1993) beschrieben, herzustellen.
Immortalisierte Lymphozyten, enthalten in einer Suspensionskultur
(15 ml) von Lymphoblastoid-Lymphozyten (60 bis 120 × 106 Zellen), gewonnen nach 7 Tagen in Kultur,
wurden verwendet.
-
Jede
Probe wurde ein- bis zweimal mit 5 ml Phosphat-gepufferter Salzlösung (PBS)
gewaschen und bei 2.000 U/min für
10 min bei 4°C
geschleudert. Um die Zellen zu lysieren, wurde 1X Stärke SDS-Gelbeladungspuffer
(50 mM Tris-Cl [pH 6,8], 100 mM Dithiothreitol [DTT; frisch hergestellt],
2% SDS, 0,1% Bromphenol Blau, 10% Glycerol) jedem der gewaschenen
Pellets zugesetzt (1 ml für
kultivierte Darmcarzinomzellen und Darmepithel, 200 μl für Lymphozyten
und Lymphoblastoidzellen). Die Zellen wurden sorgfältig unter
Verwendung eines Vortex vermischt und darauf in einem siedenden
Wasserbad für
10 min angeordnet. Die Zellen wurden dann für 10 min in einer Mikrozentrifuge
(Beckman) geschleudert, um unlösliches
Material auszufällen,
das verworfen wurde.
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Western Blots
-
Überstände (20 μl von jedem
gegebenen Zelllysat) aus dem obigen Zelllyseverfahren wurden in
eine der Wells des präparierten
Gels [8% SDS-PAGE, hergestellt gemäß Sambrook et al. (Hrsg.) A
Laboratory Manual: 18.49–18.54
[Cold Spring Harbor, NY (USA); 1995)] aufgebracht. Positi ve Kontrollen,
negative Kontrollen und Proteinmarker (Bio-Rad, Katalog-Nr. 1610309)
wurden immer mit eingeschlossen. Positive Kontrollen schlossen normale
Schleimhaut, SW480 and Di-Fi-Zellen
[humane rektale Adenocarcinomzelllinie; Novotny-Smith et al., J.
Cell Physiol., 157: 253–262
(1993)] ein, die sowohl MLH1- als auch MSH2-Proteine aufwiesen.
Kontrollen für
mutierte Mismach Repair Proteine schlossen HCT116-Zellen (MSH2 positiv;
MLH1 negativ) und LoVo-Zellen (MLH1 positiv; MSH2 negativ) ein (ATCC
CCL-229; humane Adenocarcinomzelllinie). Eine negative Kontrolle,
die jedes Mal laufengelassen wurde, war Lysatpuffer, der 2% fötales Rinderserum
aufwies (FBS; IIrvine Scientific, CA; Katalog-Nr. 3000). Die Gele
wurden auf einem Bio-Rad Protean II Gelelektrophoresegerät (60 bis
70 Volt, über
Nacht ) laufen gelassen [Biorad; Hercules, CA (USA)] bis der Aufspürfarbstoff aus
dem Bodenteil des Gels herauslief. Die Proteine im Gel wurden auf
eine Nitrocellulosemembran übertragen
[NF; MSI, Westboro, MA (USA)] unter Verwendung eines Bio-Rad Trans-Blot
Semi-Dry Apparatus (gemäß den Instruktionen
von Bio-Rad).
-
Eine
Western Blot-Hybridisierung wurde darauf durch Vorhybridisieren
des NF im Blockierungspuffer (50 ml, 5% [w/v] fettfreier Trockenmild
[Carnation] in PBS) und darauf Inkubieren mit zwei primären Antikörpern (Maus
monoklonale Anti-MSH2 [Katalog Nr. NA27; Titer = 1:500; Oncogene
Research Products] und monoklonaler Maus MLH 1 [Katalog Nr. 13291A;
Titer = 1:500; PharMingen]) in 5 ml Blockierungspuffer für 2 h bei Raumtemperatur
auf einer schwenkbaren Plattform, durchgeführt.
-
Der
Filter wurde dann dreimal mit 200 ml PBS- und einmal mit TTBS-Puffer
(20 mM Tris-Cl, pH 7.5, 500 mM NaCl, 0.05% Tween-20) gewaschen und
darauf mit sekundärem
Antikörper
(Bio-Rad Ziegen Anti-Maus Antikörper
[GAM) [Katalog Nr. 1706461; Titer = 1: 1000]) in 5% Trockenmilch
für 1 h
bei Raumtemperatur inkubiert.
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Das
NF wurde dreimal mit 200 ml TTBS-Puffer gewaschen und darauf in
Bio-Rad Farbentwicklungslösung
(Katalog Nr. 1706461) gemäß den Vorschriften
des Herstellers inkubiert. Die Banden wurden quantitativ nach MSH2-
oder MLH1-Proteinen unter Verwendung eines Gateway 2000 Computers
(G6-200 XL), eines Hewlett Packard Scanjet 5P Scanners und einer
UN SCAN-ITTM Scanning Software [Automatisiertes
Digitisierungssystem, Silk Scientific Corp.; Orem, UT 84059 (USA)]
analysiert.
-
Ergebnisse
-
Nachweis
der Konzentrationen an MMR-Proteinen in peripheren Lymphozyten.
Die vorläufigen
Daten zeigen, dass MMR-Proteine unter Verwendung einer Western Blot-Analyse
nachgewiesen werden können. Unter
Verwendung der speziellen Antikörper,
die aus kommerziellen Quellen (Tabelle 1) erhältlich sind, wurde eine Bande
für ein
Protein in voller Länge
für jedes
der beiden MMR-Genproteine, für
die Antikörper
verfügbar sind,
nachgewiesen. Eine Western Blot-Analyse
verwendete eine Hybridisierung mit beiden Antikörpern, nämlich Anti-MLH1 und Anti-MSH2, um simultan
Banden für
jedes Protein, nämlich
100 kDa für
MSH2 und 80 kDa für
MLH1 zu zeigen. Dies ermöglichte
eine Semiquantifizierung der Konzentrationen von MLH1 und MSH2 (unter
Verwendung einer densitometrischen Messung auf Gelbanden) und eine
direkte Bestimmung des Verhältnisses
von volle Länge
MLH1-Protein zu volle Länge
MSH2 für
die selbe Probe. Wie vorhergesagt, war das Molekulargewicht (MW)
der Banden innerhalb des experimentellen Fehlers, das selbe wie
das bekannte Molekulargewicht für
das zu untersuchende Protein. Darüber hinaus, wenn unterschiedliche
kommerzielle Antikörperzubereitungen
(Tabelle 1) für
das MSH2- und MLH1-Protein verwendet wurden, identische Ergebnisse (verwendet
individuell oder simultan) die Folge, was tatsächlich die Möglichkeit
von falsch positiven Ergebnissen ausschließt, die aufgrund eines unspezifischen
Kreuz-reagierenden Proteins auftreten.
-
Schlussfolgerungen
aus den vorläufigen
Daten aus der Western Blot-Analyse. [1] Zuverlässige Quellen von Antikörpern gegen
MMR-Proteine existieren und scheinen in den für ein repräsentatives Immunassay dieser
Erfindung verwendeten Vorschriften erfolgreich und preiswert zu
arbeiten. [2] MMR-Proteine werden in ausreichenden Konzentrationen
in humane Lymphozyten exprimiert, um durch einen Immunassay nachgewiesen
zu werden. Dies basierte auf der Fähigkeit, ein wesentliches Signal
(Bande auf Western Blot-Gel) für
jedes der getesteten MMR-Proteine
nachzuweisen und auf die Erkenntnis, dass diese Banden sich im korrekten
Molekulargewichtsbereich befanden. [3] Eine Semiquantifizierung
der Konzentrationen an MLH1 und MSH2 durch Western Blot-Analyse
ermöglicht
die einfache und direkte Bestimmung der Verhältnisse von MLH1/MSH2-Protein
in voller Länge
für die
selbe Probe.
-
Tabelle
3 veranschaulicht die vorhergesagte Bedeutung der Ergebnisse des
MLH1- und MSH2-Assays dieser
Erfindung, wobei eine „Promotormutation" diejenige ist, die
eine Transkription von einem Allel des MSH2- oder MLH1-Gens eliminiert.
-
-
Die
in Beispiel 2 eingeschlossenen Studien zeigen, dass reduzierte Mengen
des jeweiligen MMR-Proteins in voller Länge in den Zelllinien vorlagen,
die entweder MLH1 oder MSH2 defizient waren, Zelllinien, die als
negative Kontrollen verwendet wurden [HC116 (MSH2+; MLH1–); und
LoVo (MLH1+; MSH2–)]
im Vergleich zu den Zelllinien, die ein volles Komplement von MMR-Proteinen
[DiFi und SW480] exprimierten, die als normale Kontrollen verwendet
wurden.
-
Die
Konzentrationen an MMR-Protein in normalen PBLs erwiesen sich als
ungefähr
denen, die nahe den Zelllinien zu finden waren, die als positive
Kontrollen dienten.
-
Beispiel 3
-
Nachweis von MMR-Protein
in voller Länge
in intakten Lymphozyten durch Durchflusszytometrie
-
Dieses
Beispiel zeigt, dass MMR-Proteine in voller Länge erfolgreich in intakten
Lymphozyten durch Durchflusszytometrie nachgewiesen werden können. Die
MMR-Proteinkonzentrationen in voller Länge in Zellen können in
geeigneter Weise durch Durchflusszytometrie gemessen werden. Es
wird vorhergesagt, dass die Durchflusszytometrie vollständig quantitative
Daten erzeugen wird.
-
Vorläufige Daten
zeigen, dass die Durchflusszytometrie dazu verwendet werden kann,
das MSH2-Protein nachzuweisen. Eine Lymphoblastoidlinie wurde dazu
verwendet, Bedingungen zum Nachweis von intrazellulärem MSH2-Protein
unter Verwendung zweier unterschiedlicher anti-MSH2-Antikörper zu
etablieren. Die Zellen wurden fixiert und permeabilisiert (unter
Verwendung eines Fix & PermTM Zellpermeabilisationskits; Caltag Burlingame,
CA). Die Zellen wurden mit einem von beiden primären Antikörpern inkubiert. Einer ist
Anti-MSH2 AB1 (Oncogene Research Products) – der mit einer fluoreszierenden
Sonde (Phycoerythrin [PE] vormarkiert wurde. Dieser Antikörper ist
für den
Aminoterminus von MSH2 spezifisch. Der andere Antikörper ist Anti-MSH2
AB2 (Oncogene Research Product), der mit Fluoreszeinisothiocyanat
[FITC] vormarkiert wurde. Dieser Antikörper ist für den Carboxylterminus von
MSH2 spezifisch. Der Antikörpertiter,
der ein vernünftiges Signal
zu Hintergrundstörungsverhältnisse
jeden Antikörper
ergab, wurde bestimmt. Die Menge an Antikörperbindung an intrazelluläres MSH2
wurde unter Verwendung eines FACStarPLUS Flow
Cytometer SystemTM (Becton Dickinson; San
Jose, CA) quantifiziert. Die Instrumenteinstellung (Fluoreszenzkanalnummer
oder Photomultiplierrohrvolt) wurde so eingestellt, dass die relative
Fluoreszenzintensität
nachgewiesen wurde.
-
Ergebnisse
-
Beide
Antikörper
(AB1-PE und AB2-FITC) wiesen reproduzierbare intrazelluläre MSH2-Konzentrationen in
einer kultivierten Lymphoblastoidzelllinie nach, von der bekannt
ist, dass sie nur MSH2-Protein in voller Länge aufwiesen. Die durchflusszytometrische
Analyse unter Verwendung der Antikörper Ab1-PE (gegen MSH2-Amionoende)
und Ab2-FITC (gegen das MSH2-Carboxylende) zeigte das Vorliegen
von intrazellulärem MSH2-Protein
in den Lymphoblastoidzelllinien.
-
Schlussfolgerungen
aus Durchflusszytometriedaten: [1] Unter Verwendung von Durchflusszytometrie-Assays
kann MSH2-Protein qualitativ in einer immortalisierten Lymphozytenzelllinie
nachgewiesen werden. [2] Der durchflusszytometrische Nachweis von
MSH2-Protein in voller Länge
ist beinahe sicher spezifisch, weil nachweisbare Signale unter Verwendung
zweier unterschiedlicher Anti-MSH2-Antikörper – AB1-PE und AB2-FITC – gewonnen
wurden. Tatsächlich
wurde das Kernanfärben
durch Immunfluoreszenz bestätigt.
[3] Darüber
hinaus wurde die durchflusscytrometrische Analyse unter Verwendung
einer Lymphoblastoidzelllinie durchgeführt, der Typ von Zelllinie,
der für
eine Analyse durch einen bevorzugten automatisierten Immunassay dieser
Erfindung bevorzugt ist.
-
Beispiel 4
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Kügelchen-gebundener
Sandwich-Immunassay
-
(1) Kügelchen-gebundener Sandwich-Immunassay
für MMR-Proteine
-
Kürzliche
Experimente haben die Durchführbarkeit
eines bevorzugten automatisierten, Kügelchen-gebundenen Sandwichtyp-Assaysystems
dieser Erfindung etabliert. Anti-MSH2-Antikörper wurden an Kügelchen unter
Verwendung dreier unterschiedlicher Techniken gebunden: 1) Ab1-Antikörper (gegen
MSH2-Aminoende) wurden an Dynal Tosyl-aktivierte Magnetkügelchen
gekoppelt; 2) polyklonale Kaninchen anti-MSH2-Antikörper wurden
an Streptavidin-beschichtete Kügelchen
gekoppelt; und 3) Ab1 wurde an Magnetkügelchen unter Verwendung von
Glutaraldehyd zum Vernetzen gekoppelt. Reportermoleküle wurden
ebenfalls mit einem zweiten primären
Antikörper
(Ab2) konjugiert, der in dem Sandwich-basierten Assay durch zwei
Techniken verwendet wurde: a) Ab2-Antikörper (gegen MSH2-Carboxylende)
wurden mit FITC (zur Fluoreszent) konjugiert; b) die selben Antikörper wurden
an Acridiniumester (zur Chemilumines zenz) konjugiert. In signifikanter
Weise wurden ähnliche
MMR-Assayergebnisse unter Verwendung von zwei Typen beschichteter
Kügelchen
(Tosyl-aktivierte Kügelchen
und Streptavidinbeschichtete Kügelchen)
und unter Verwendung des Sandwich-basierten Assays mit einem FITC-gekoppelten
zweiten primären
Antikörper
erhalten. Beispielsweise zeigte die Durchflusszytometrie, dass Lysate
von DiFi-Zellen und HCT116-Zellen, von denen jede nur MSH2-Protein
in voller Länge
enthält,
wie vorhergesagt, ein messbares Signal (55% positive Kügelchen)
aufwiesen, wohingegen eine negative Kontrollzelllinie (LoVo), von
der bekannt ist, dass sie nur mutiertes, trunkiertes MSH2-Protein aufwies,
wie vorhergesagt, ein vernachlässigbares
Signal aufwies.
-
Schlussfolgerungen
aus den auf magnetischen Kügelchen-basierten
Immunassays. 1) Dieses Beispiel zeigt, dass Kügelchen-basierte Sandwich-Assays
für MSH2
unter Verwendung einer Durchflusszytometrie zum Nachweis fluoreszierender
Signale aus dem Kügelchen-gebundenen
Assaysystem funktionieren und quantitativ sind. 2) Diese Kügelchen-basierte
Technologie ist leicht an automatisierte Sandwichtyp-Immunassayformate
anpassbar.
-
(2) HNPCC-Nachweis in
einer klinischen/Gemeinschaftsstudie
-
Die
Verfahren von Abschnitt 1, oben, können zum Testen von Kohorten
von CRC-Patienten verwendet werden. Eine reduzierte Konzentration
von MMR-Proteinen tritt vorhergesagterweise in ungefähr 10% der CRC-Patienten
auf. Ein positiver Test wird eine vorläufige Diagnose von HNPCC anzeigen.
Anschließend
können
die vorläufige
Diagnose durch molekulargenetische Tests bestätigt werden, die ein Genotyp
zeigen, das mit der Expression eines trunkierten Proteins konsistent
ist.
-
Weiterhin
kann ein dualer Antikörperassay
verwendet werden, insbesondere, um Protein aus (1) HNPCC-Lymphozyten
unter Verwendung von immortalisierten Lymphozyten zu testen, für die das
HNPCC-Genotyp bekannt ist; (2) aus frischen Lymphozyten aus Mitgliedern
von HNPCC-Familien;
und (3) aus frischen oder gefrorenen Lymphozyten von CRC-Patienten.
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(2a) Testen des Assays
an HNPCC-Lymphozyten
-
2a.i. Testen der MMR-Konzentrationen
in immortalisierten Lymphozyten, wenn das HNPCC-Genotyp bekannt ist
-
Es
ist möglich,
die Konzentrationen von MMR-Protein in voller Länge unter Verwendung von Lymphozyten
von HNPCC-Patienten zu bestimmen, für die das Genotyp als Folge
von molekulargenetischen Tests bekannt ist. Eine entscheidende Kontrolle
sind immortalisierte WBCs von Familienmitgliedern, die beim Genotyp-Testen
für HNPCC
negativ sind und die erwarteterweise normale (100%ige) Konzentrationen
von MMR-Proteinen aufweisen.
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Das
Testen nach hMLH1 wird durch ein „Sandwich"-Typ-Immunassay durchgeführt, wobei
ein Kügelchen-gebundener
Typ von Assay durchgeführt
wird. Ein solcher „Sandwich"-Typ-Immunassay wird die
Spezifität
des Immunassays erhöhen.
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Es
wird vorhergesagt, dass Zellen aus HNPCC-positiven Patienten innerhalb
eines ziemlich engen Bereichs einer statistischen Varianz eine 50%ige
Abnahme der Konzentrationen an präzise einem MMR-Protein zeigen
werden. Die Vergleichsgruppen werden folgende sein: (a) frisch isolierte
Lymphozyten aus normalen menschlichen Freiwilligen; und (b) WBCs
aus Familienmitgliedern, die für
HNPCC nach Genotyptest negativ sind. Ebenfalls werden immortalisierte
WBCs von normalen, menschlichen Freiwilligen getestet werden, um die
Möglichkeit
zu testen, dass das Immortalisierungsverfahren selbst die Konzentrationen
an MMR-Proteinen verändert.
Die Studie wird bestätigen,
dass ein niedriger Wert, eine 50%ige Reduktion im Verhältnis des
Target-MMR-Proteins gegenüber
einem Referenzprotein im MMR-Proteinassay mit der Vorhersage der
HNPCC-Form von erblichem korreliert und zu der Vorhersage in der
Lage ist.
-
2a.ii. Testen der MMR-Konzentrationen
in voller Länge
in frischen Lymphozyten aus Mitgliedern von HNPCC-Familien, wenn
die HNPCC-Diagnose vorgenommen wurde
-
Ein
Test wird unter Verwendung von WBC-Proben aus solchen CRC-Patienten
durchgeführt,
die eine positive Familiengeschichte für HNPCC aufweisen (nicht immortalisiert;
kein Genotyp verfügbar).
Die Verwendung der Amsterdam-Kriterien und genetischer Tests legen
nahe, dass 70 bis 80% der CRC-Patienten in solchen Familien einen
positiven Genotyp aufweisen würden
(aus molekulargenetischen Tests) für HNPCC (Mutation in einem
von 4 Mismatch Repair Genen).
-
Es
wird vorhergesagt, dass (a) unter den Mitgliedern von HNPCC-Familien,
die einem 50% igen Risiko unterliegen, ein erblich mutiertes MMR-Gen
aufzuweisen (weil dies ein autosomaldominantes Gen ist), 50% signifikant
reduzierte Konzentrationen an MMR-Protein zeigen werden; (b) eine
ungefähr
50%ige Reduktion der Konzentrationen eines MMR-Proteins vorliegen
wird, das durch die Zelle, die das mutierte Gen enthält, exprimiert
wird (aufgrund des Verlusts einer der beiden Wildtyp-Allele); (c)
molekulargenetische Test können
verwendet werden, um sowohl positive als auch negative Diagnosen
von HNPCC zu bestätigen,
die durch die Immunassays dieser Erfindung bestimmt werden. Das
in diesem Unterabschnitt beschriebene Testen sollte den prädiktiven
Wert der Assays in dieser Erfindung zur Diagnose von HNPCC unter
Mitgliedern von HNPCC-Familien unter Feldbedingungen bestätigen.
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2a.iii. Testen der allgemeinen
Patientenpopulation mit kolorektalem Krebs (CRC)
-
Dieses
Experiment ist dem Vorhergehenden (2a.ii) ähnlich, außer dass eine andere Population
von Patienten untersucht wird, nämlich
all solche mit CRC. Es wird vorhergesagt, dass (1) 10% aller CRC-Patienten
bewiesenermaßen
HNPCC durch das Kriterium eines positiven Auffindens im Assay aufweisen
werden (basiert auf veröffentlichten
Studien); (2) molekulargenetische Tests werden bestätigen, dass
Individuen, die im Assay positiv sind, tatsächlich HNPCC positiv sind.
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Die
in diesem Unterabschnitt beschriebenen Tests sollten den prädiktiven
Wert der Assays dieser Erfindung zur Diagnose von HNPCC unter Mitgliedern
von CRC-Patienten unter Feldbedingungen bestätigen. Eine Variation des Tests
wird darin bestehen, Patienten mit Krebs zu untersuchen, der von
CRC verschieden ist, von dem jedoch bekannt ist, dass er mit HNPCC
in Verbindung steht, beispielsweise Endometriumkrebs. Ob ein signifikanter
Anteil solcher Patienten bezüglich
MMR-Mutationen positiv ist, wird zu bestimmen sein.
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2a.iv. Etablieren einer
Datenbasis von MMR-Werten bei Krebs- und Nicht-Krebspatienten
-
Eine
Datenbank mit MMR-Werten in „voller
Länge" sowohl für normale
menschliche Freiwillige als auch HNPCC-Patienten wird so etabliert
werden, dass der „normale" Bereich für MMR-Proteinkonzentrationen in
voller Länge
bestimmt werden kann. Weil HNPCC gegenwärtig angenommenerweise an die
10% aller Fälle von
CRC und einen noch kleineren Bruchteil aller Krebsarten darstellt
wird vorhergesagt, dass die überwältigende
Mehrheit von CRC-Patienten und Patienten mit anderen Formen von
Krebs MMR-Werte mit voller Länge
im „normalen" Bereich aufweisen
werden. Diese Datenbank wird tatsächlich Ergebnisse aus molekulargenetischen
Tests einschließen,
die die Genauigkeit des MMR-Proteintests bei der Diagnose von HNPCC
bestätigen
sollten.
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(2b) Testen eines Varianten-Immunassays – einer,
der zwei Antikörper
und eine „Sandwich"-Technik verwendet und
an die Automatisierung anpassbar ist
-
In
diesem Assay wird ein Antikörper,
der eines der MMR-Protein erkennt, immobilisiert (beispielsweise in
den Wells einer 96-Well Mikrotiterplatte). Ein Lysat einer Probe
aus peripheren Lymphozyten aus einem Patienten wird zugesetzt, um
es dem speziellen MMR-Protein zu ermöglichen, sich an die Platte
zu binden. Das Lysat wird durch Waschen entfernt und ein zweiter
Antikörper
wird zugesetzt, der ein anderes Epitop am MMR-Protein erkennt und
der ein Reportermolekül
einschließt,
zur Quantifizierung der Menge an Protein in voller Länge in der
Probe. Der Sandwichassay wird an ein automatisiertes ELISA-basiertes
System angepasst werden.