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DE4438692C2 - Verfahren zur elektrochemischen Gewinnung der Metalle Kupfer, Zink, Blei, Nickel oder Kobalt - Google Patents

Verfahren zur elektrochemischen Gewinnung der Metalle Kupfer, Zink, Blei, Nickel oder Kobalt

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DE4438692C2
DE4438692C2 DE4438692A DE4438692A DE4438692C2 DE 4438692 C2 DE4438692 C2 DE 4438692C2 DE 4438692 A DE4438692 A DE 4438692A DE 4438692 A DE4438692 A DE 4438692A DE 4438692 C2 DE4438692 C2 DE 4438692C2
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum elektrochemischen Abscheiden eines der Metalle Kupfer, Zink, Blei, Nickel oder Kobalt aus einer das Metall ionogen enthaltenden wäßrigen Elektrolyt-Lösung, die durch eine Elektrolysezelle mit senkrecht angeordneten, elektrisch in Serie geschalteten, bipolaren Elektroden geleitet wird, wobei jede der bipolaren Elektroden eine Kathodenseite und eine Anodenseite aufweist und das Metall an der Kathodenseite abgeschieden wird und wobei die Elektrolysezelle eine mit dem Pluspol einer Gleichstromquelle verbundene End-Anode und eine mit dem Minuspol der Gleichstromquelle verbundene End-Kathode aufweist.
Ein solches Verfahren der elektrochemischen Metallgewinnung ist aus dem US- Patent 5 248 398 bekannt. Die hierbei verwendeten bipolaren Elektroden bestehen aus einfachen Platten, die auch aus zwei Schichten gebildet sein können. Die Stromdichten liegen in der bekannten Elektrolysezelle im Bereich von 1 bis 27 A/m2.
Aus der US 4 033 839 ist ein Verfahren zur elektrochemischen Gewinnung von Metallen bekannt, bei dem in einem Elektrolyttank zwischen Kathoden- und Anodenseite eine Serie von bipolaren Elektroden angeordnet ist und zwischen den bipolaren Elektroden eine Gasentwicklung für die Zirkulation des Elektrolyts hervorgerufen wird, wobei die Stromdichte mehr als 20 Ampere pro Quadratfuß (= mehr als 215,28 A/m2) und die Strömungsgeschwindigkeit des Gases aber nur 1,5 bis 2 Kubikfuß pro Stunde und pro Quadratfuß (= 0,013 bis 0,017 cm/s) betragen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Abscheideleistung der Elektrolyse zu steigern und dadurch die Betriebskosten des Verfahrens zu verringern.
Erfindungsgemäß geschieht dies beim eingangs genannten Verfahren dadurch, daß zwischen der Kathodenseite und der Anodenseite mindestens einer bipolaren Elektrode eine elektrisch leitende Verbindung durch mindestens einen Metallsteg besteht und der Innenraum (Elektroden- Innenraum) zwischen der Kathodenseite und der Anodenseite und der Zwischenraum zwischen benachbarten Elektroden von der Elektrolyt-Lösung weitgehend unbehindert durchströmt wird, daß man im Zwischenraum Stromdichten im Bereich von 800 bis 8000 A/m2 einstellt und an der Anodenseite der bipolaren Elektrode oder Elektroden im Zwischenraum eine Gasentwicklung hervorruft, wobei die aufwärts gerichtete, aus der Elektrolysezelle abgeleitete Gasströmung eine Flüssigkeitsströmung entlang der Anodenseite erzeugt, deren vertikale Komponente im Mittelbereich der Anodenseite eine Strömungsgeschwindigkeit von 5 bis 100 cm/sec aufweist, und daß man Elektrolyt-Lösung vom Bereich des oberen Randes der Anodenseite in einen Rückströmraum leitet, in welchem die Lösung abwärts strömt, wobei die Lösung vom Rückströmraum in den unteren Bereich des Zwischenraums zurückgeführt wird.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren erzeugt man eine vertikale Elektrolyt-Zirkulation, wobei der Antrieb für die Flüssigkeitsbewegung vom Auftrieb der gebildeten Gasblasen stammt und ohne eine externe Pumpe erreicht wird. Dadurch verhindert man, daß an der Anodenseite durch die dort entstehenden Gasblasen eine am Elektrolyten zu sehr verarmte Grenzschicht entsteht. Gleichzeitig sorgt man so auch im oberen Bereich der Elektroden und damit im oberen Bereich der Kathodenseiten für einen relativ hohen Metallionengehalt. Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden die Gasblasen durch die Elektrolyt-Zirkulation rasch abgeführt und frischer Elektrolyt strömt schnellstmöglich nach. Dadurch wird der Betrieb der Elektrolysezelle mit hohen Stromdichten möglich, weil auch eine vermehrte Gasbildung beherrschbar wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren, bei welchem Metalle elektrolytisch aus einer Lösung gewonnen werden, eignet sich vor allem für Elektrolyten aus der Laugung oxidischer Erze sowie für die Aufarbeitung von Beizbädern. Einzelheiten dieser Art der Metallgewinnung sind in Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5. Auflage, Band A 9, Seiten 197 bis 217, beschrieben.
Um in der Elektrolysezelle im Bereich der Anodenseiten der Elektroden eine intensive vertikale Elektrolytströmung zu erreichen, muß man dem Elektrolyten einen Rückströmraum anbieten, in welchem der Elektrolyt ohne große Behinderung abwärts strömen kann. Dieser Rückströmraum soll zumindest so weit frei von Gasblasen sein, daß die abwärts gerichtete Flüssigkeitsbewegung nicht nennenswert behindert wird.
Für die Anordnung des Rückströmraums gibt es mehrere Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit besteht darin, in einer doppelten Seitenwand der Elektrolysezelle eine elektrodenfreie Seitenkammer auszubilden, in die der Elektrolyt oben eintreten und unten wieder austreten kann. Hierbei empfiehlt es sich, in den beiden gegenüberliegenden Seitenwänden der Elektrolysezelle jeweils eine Seitenkammer dieser Art vorzusehen. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, im Innenraum der Elektroden einen Rückströmraum auszubilden.
Beim Verfahren der Erfindung ist es vorteilhaft, die Elektrolysezelle mit angewärmtem Elektrolyten zu beschicken, so daß die Temperaturen in der Zelle im Bereich von 30 bis 80°C und vorzugsweise bei mindestens 35°C liegen. Bei der Wahl der Höhe und Breite der bipolaren Elektroden ist die horizontal gemessene Breite der Kathoden- und Anodenseite in weiten Bereichen frei wählbar. Für die Höhe (vertikal gemessen) empfehlen sich 0,5 bis 3 m und vorzugsweise mindestens 1 m, damit sich die vertikale Flüssigkeitsbewegung entlang der Anodenseite voll entwickeln kann. Zusätzlich ist es zweckmäßig, daß insbesondere die Anodenseite der bipolaren Elektroden in der Zelle im Elektrolyten voll eingetaucht angeordnet ist, damit der Elektrolyt an der Anodenseite ungehindert aufwärts strömen kann.
Üblicherweise scheidet man Kupfer aus einer Kupfersulfatlösung ab, wobei der Cu-Gehalt im frischen Elektrolyten üblicherweise 20 bis 100 g/l beträgt. Der Säuregehalt (H2SO4) im Elektrolyten liegt im Bereich von etwa 100 bis 200 g/l. Für Zink, Nickel und die anderen Metalle gilt ähnliches. Blei wird bevorzugt aus einer H2SiF6-Lösung abgeschieden. Die Spannung zwischen benachbarten bipolaren Elektroden liegt im Bereich von 1,5 bis 5 Volt und üblicherweise bei mindestens 2 Volt.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren arbeitet man im Zwischenraum zwischen benachbarten Elektroden mit Stomdichten im Bereich von 800 bis 8000 A/m2 und vorzugsweise mindestens 1500 A/m2. In der Praxis können diese Stromdichten bevorzugt auch im Bereich von 2000 bis 8000 A/m2 liegen. Die Gasentwicklung an der Anodenseite der Elektroden führt zu vertikalen Komponenten der Strömungsgeschwindigkeit des Elektrolyten im Mittelbereich der Anodenseite von 5 bis 100 cm/sec und üblicherweise von mindestens 20 cm/sec. Daraus ist ersichtlich, welch intensive vertikale Elektrolyt-Zirkulation im Bereich jeder bipolaren Elektrode beim Verfahren der Erfindung erzeugt wird.
Um den ohmschen Widerstand des Elektrolyten niedrig zu halten, empfiehlt es sich, die bipolaren Elektroden mit relativ geringer Breite des Zwischenraums anzuordnen. Die Zwischenraum-Breite, die den Abstand benachbarter bipolarer Elektroden angibt, liegt im Bereich von 10 bis 60 mm und vorzugsweise im Bereich von 20 bis 40 mm. Auch hat es sich gezeigt, daß bei verringerter Breite des Zwischenraums eine höhere, aufwärts gerichtete Gasgeschwindigkeit und damit eine beschleunigte Konvektion des Elektrolyten auftritt. Mit verbesserter Elektrolyt-Konvektion kann man die Metallionen-Konzentration im frischen Elektrolyten niedrig halten, was vorteilhaft ist, weil dadurch die Viskosität des Elektrolyten niedrig gehalten werden kann.
An den bipolaren Elektroden scheidet sich das gewünschte Metall an der Kathodenseite ab, die üblicherweise durch ein Metallblech (z. B. aus Titan) gebildet wird. Die Anodenseite kann ebenfalls durch ein Metallblech gebildet werden, doch werden hier möglichst große Oberflächen angestrebt, was man am besten durch ein perforiertes Blech, ein Gitter, ein Metallnetz oder Streckmetall erreicht. Als Material für die Anodenseite bietet sich ebenfalls Titan an, das zur Aktivierung in bekannter Weise zusätzlich z. B. mit Platin oder Iridium beschichtet ist. Der pH-Wert des Elektrolyten liegt üblicherweise im Bereich von 0 bis 2.
Ausgestaltungsmöglichkeiten des Verfahrens werden mit Hilfe der Zeichnung erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 in schematischer Darstellung eine vertikal geschnittene Elektrolysezelle,
Fig. 2 einen Horizontalschnitt durch eine erste Ausführungsform der Elektrolysezelle (Schnittlinie II-II in Fig. 1),
Fig. 3 einen vertikalen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 2,
Fig. 4 eine bipolare Elektrode mit einem Rückströmraum, vertikal geschnitten nach der Linie IV-IV in Fig. 5,
Fig. 5 einen Horizontalschnitt entlang der Linie V-V in Fig. 4,
Fig. 6 eine weitere Variante einer bipolaren Elektrode mit Bodenstütze, vertikal geschnitten nach der Linie VI-VI in Fig. 7 und
Fig. 7 die Ansicht der Kathodenseite der Fig. 6, gesehen in Richtung des Pfeils P in Fig. 6.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung den oben offenen Behälter (1) der Elektrolysezelle mit dem Boden (1a). Der Elektrolyt fließt durch die Leitung (2) zu, wobei ein Wärmeaustauscher (3) vorgesehen ist, der den Elektrolyten auf der gewünschten Temperatur hält. Die Elektrolysezelle (1) ist bis zum gestrichelt angedeuteten Flüssigkeitsspiegel (4) mit Elektrolyt gefüllt, gebrauchter Elektrolyt fließt durch die Leitung (5) ab.
In der Zelle (1) sind drei bipolare Elektroden (12) angeordnet, dazu eine End-Kathode (7) und eine End-Anode (8), die mit dem Minus- bzw. Pluspol einer nicht dargestellten Gleichstromquelle verbunden sind. Die bipolaren Elektroden haben keinen Stromanschluß, sie erhalten ihren Strom durch die elektrische Leitfähigkeit des Elektrolyten und sind durch ihre Lage zwischen der End-Anode (8) und der End-Kathode (7) elektrisch in Serie geschaltet.
Wie aus den Fig. 1 bis 3 hervorgeht, weist jede bipolare Elektrode (12) eine flächige Kathodenseite (K) und im Abstand davon eine ebenfalls flächige Anodenseite (A) auf. Die Kathodenseite und die Anodenseite sind durch mehrere Metallstege (15) elektrisch leitend verbunden, diese elektrisch leitende Verbindung kann auch durch etwas anders geformte Leiter, z. B. durch zungenförmige Streifen gebildet werden. Der Bereich zwischen der Anodenseite (A) und der Kathodenseite (K) einer bipolaren Elektrode wird im folgenden auch als Elektroden-Innenraum (40) bezeichnet, der Raum zwischen benachbarten Elektroden wird Zwischenraum (41) genannt. Der Abstand zwischen Anodenseite (A) und Kathodenseite (K) einer bipolaren Elektrode liegt üblicherweise im Bereich von 10 bis 60 mm. Der Abstand (X) zwischen benachbarten Elektroden, d. h. die Breite des Zwischenraums (41) (vgl. auch Fig. 2 und 3) beträgt zumeist 10 bis 60 mm und vorzugsweise 20 bis 40 mm.
Mit Hilfe der Fig. 2 und 3 wird erläutert, wie die Zelle (1) gemäß einer ersten Variante mit zwei seitlichen Rückströmräumen (16) und (17) für die Elektrolyt-Zirkulation ausgebildet ist. In Fig. 2, die einen Horizontalschnitt durch die Zelle zeigt, sind die bipolaren Elektroden (12) zwischen den beiden vertikalen Seitenwänden (18) und (19) angeordnet und dort lösbar befestigt. Zu jeder dieser Seitenwände existiert eine parallele Außenwand (18a) bzw. (19a), durch welche zusammen mit dem Boden (1a) der Zelle seitliche Kammern gebildet werden, welche als Rückströmräume (16) und (17) dienen.
Im vertikalen Schnitt entlang der Linie III-III, der in Fig. 3 dargestellt ist, blickt man gegen die Innenseite der Seitenwand (19), die mit oberen Öffnungen (20) und unteren Öffnungen (21) versehen ist. Durch die heftige Gasentwicklung an der Anodenseite (A) wird die Flüssigkeit unmittelbar vor der Anodenseite durch den Mammutpumpeneffekt der Gasblasen nach oben gezogen, wie das durch die Pfeile (22) dargestellt ist. Gleichzeitig wird Elektrolyt-Flüssigkeit aus dem Rückströmraum (17) (Fig. 2) durch die Öffnungen (21) in den Zwischenraum (41) gezogen, wie das durch die Pfeile (23) angedeutet ist. Vom oberen Bereich der Anodenseite (A), vgl. Fig. 3, gelangt der Elektrolyt durch die Öffnungen (20) schließlich in die Rückströmkammer (17) (Pfeile 24) und strömt dort abwärts, wodurch sich der vertikale Elektrolyt-Kreislauf schließt. Gebildetes Gas, z. B. Sauerstoff, wird durch die Leitung (14) abgezogen. Durch diese Elektrolyt-Zirkulation wird die nachteilige Belegung der Anodenseite mit Gasblasen erheblich reduziert, was Spannungsverluste in diesem Bereich verringert und die Leistungsfähigkeit der ganzen Zelle verbessert. Die Elektrolyt-Zirkulation wird ohne eine externe Pumpe erreicht.
Fig. 3 zeigt zu jeder bipolaren Elektrode (12) in der Seitenwand (19) jeweils nur eine obere Öffnung (20) und eine untere Öffnung (21), doch kann man abweichend davon im Bereich einer Elektrode auch mehrere obere und untere Öffnungen vorsehen. Die Erläuterungen für die Seitenwand (19) gelten sinngemäß auch für die vertikale Seitenwand (18) (Fig. 2), die ebenfalls mit Öffnungen versehen ist.
Man sorgt dafür, daß die vertikale Komponente der Flüssigkeitsströmung im mittleren Bereich der Anodenseite (A), die in Fig. 3 durch die Pfeile (22) angedeutet wird, eine Strömungsgeschwindigkeit von 5 bis 100 cm/sec und vorzugsweise mindestens 20 cm/sec aufweist.
Mit Hilfe der Fig. 4 und 5 wird erläutert, wie man auf die doppelten Außenwände der Elektrolysezelle, die in Fig. 2 durch die Bezugsziffern (18a) und (19a) bezeichnet sind, verzichten kann, und innerhalb jeder bipolaren Elektrode einen Rückströmraum ausbildet. Die Kathodenseite (K) ist hier wieder durch Metallstege (15) elektrisch leitend mit der Anodenseite (A) verbunden. Dazwischen befindet sich eine vertikale Trennwand (30) aus elektrisch nicht leitendem Material, z. B. Plexiglas, Polypropylen, Polyester oder Polyvinylchlorid. Der Abstand (a) zwischen der Anodenseite (A) und der Trennwand (30) beträgt üblicherweise das 0,01- bis 0,4-fache des Abstandes (b) zwischen der Anodenseite (A) und der Kathodenseite (K), vgl. Fig. 5.
Die Trennwand (30) sorgt dafür, daß der durch die Gasblasen, die an der Anodenseite (A) entstehen, aufwärts strömende Elektrolyt über die obere Kante (30a) der Trennwand (30) auf dem durch den Pfeil (31) angedeuteten Weg in den Rückströmraum (32) gelangen kann. Da Gasblasen auf beiden Seiten der Anodenseite entstehen, tritt Flüssigkeit auch aus dem Bereich zwischen der Anodenseite (A) und der Trennwand (30) in den Rückströmraum (32) ein, wie das durch den gebogenen Pfeil (31a) angedeutet ist. Im Rückströmraum (32) bewegt sich die Flüssigkeit abwärts (Pfeil 33) und strömt dann wieder von unten aufwärts entlang der Anodenseite (A).
Es ist nicht unbedingt nötig, daß die Trennwand (30) völlig flüssigkeitsdicht ausgebildet ist, vielmehr erreicht man die erwünschten Strömungsverhältnisse auch dann, wenn die Trennwand (30) einige Lücken oder Unterbrechungen aufweist, wie das aus Fig. 5 ersichtlich ist. Man kann ferner auf die Trennwand (30) ganz verzichten und arbeitet dann mit bipolaren Elektroden, wie sie in Fig. 1 bis 3 dargestellt sind. Als Rückströmraum dient hierbei der ganze Elektroden-Innenraum (40) jeder Elektrode. Bei einer solchen bipolaren Elektrode ist die Anode z. B. als Blech ausgeführt.
In den Fig. 2 bis 5 ist zeichnerisch dargestellt, daß die Anodenseite (A) aus Blech mit Durchbrechungen und vorzugsweise perforiertem Blech oder Streckmetall besteht. Abweichend davon kann man auf Öffnungen im Blech der Anodenseite auch verzichten, wobei man die aktivierende Beschichtung der Anodenseite nur auf der Außenseite anbringt, d. h. auf jener Seite, die nicht im direkten Kontakt mit den Stegen (15) steht. Dadurch entsteht nur an dieser Außenseite eine heftige Gasentwicklung.
Fig. 6 und 7 zeigen eine Stützleiste (35) aus elektrisch nicht leitendem Material, auf der sich die bipolare Elektrode mit ihrer Kathodenseite (K) abstützt. Die Stützleiste (35) geht vom Boden (1a) der Zelle aus und weist eine Öffnung (37) oder mehrere solcher Öffnungen für das Durchströmen des Elektrolyten auf. Die Stützleiste, die unter jeder Elektrode angeordnet sein kann, verhindert, daß durch metallhaltigen Schlamm, der sich auf dem Boden (1a) der Zelle sammeln kann, ein Kurzschluß zwischen den Elektroden entsteht. Gleichzeitig dient die Leiste (35) zur stabilen Befestigung der Elektrode in der Zelle. Die Höhe der Stützleiste beträgt üblicherweise 3 bis 10 cm.
Beispiele
In einer Versuchsanlage wird mit Elektrolysezellen gemäß Fig. 1 gearbeitet, die neben der End-Kathode und der End-Anode eine oder mehrere bipolare Elektroden gemäß Fig. 4 und 5 enthalten. In den Beispielen 1, 4 und 5 arbeitet man ohne Trennwand (30) und in den Beispielen 2 und 3 wird eine Trennwand (30) aus Plexiglas benutzt mit den Außenmaßen 100 × 50 cm, deren Abstand zur Anodenseite 1 mm beträgt. Als Rückströmraum bei der vertikalen Elektrolyt-Zirkulation dient in allen Fällen der Elektroden-Innenraum. Die bipolaren Elektroden haben eine Kathodenseite (K) aus Titanblech mit einer Höhe von 100 cm und einer Breite von 50 cm. Die Anodenseite (A) besteht aus Titan-Streckmetall, das außen mit Ta2O5 und IrO2 handelsüblich beschichtet ist, die Höhe beträgt ebenfalls 100 cm und die Breite 50 cm. Bei jeder bipolaren Elektrode beträgt der Abstand zwischen der Anodenseite und der Kathodenseite 20 mm und der Abstand (X) zur benachbarten Elektrode ebenfalls 20 mm. Bei der Abscheidung von Kupfer wird als Elektrolyt eine wäßrige CuSO4-Lösung verwendet, welche die Betriebstemperatur hat. Die vertikale Komponente der Strömungsgeschwindigkeit des Elektrolyten im Mittelbereich der Anodenseite liegt in allen Beispielen bei etwa 30 bis 35 cm/sec.
Beispiel 1
Die Versuchsbedingungen und Ergebnisse sind in Tabelle 1, Spalte A, zusammengestellt; es bedeutet:
Z = Anzahl der bipolaren Elektroden
Cu = Kupfergehalt im Elektrolyten zu Beginn des Versuchs
H2SO4 = freie Schwefelsäure im Elektrolyten
KL = Gehalt an Knochenleim im Elektrolyten
S = Stromdichte
U = Spannung zwischen benachbarten Elektroden
T = Elektrolyt-Temperatur
M = abgeschiedene Kupfermenge
A = Stromausbeute
E = Energieverbrauch pro t abgeschiedenem Metall.
Tabelle 1
Das abgeschiedene Kupfer ist kompakt, glatt und auf der Kathodenseite gleichmäßig verteilt.
Beispiel 2
Die Versuchsbedingungen und Ergebnisse finden sich in Tabelle 1, Spalte B. Das abgeschiedene Kupfer ist auch in diesem Fall glatt, kompakt und auf der Kathodenseite gleichmäßig verteilt.
Beispiel 3
Die Bedingungen und Ergebnisse finden sich in Tabelle 1, Spalte C. Auf jeder der vier Kathodenseiten werden 2 kg Kupfer glatt und gleichmäßig verteilt abgeschieden.
Beispiel 4
Bei diesem Versuch der Kupfergewinnung wird mit besonders hoher Stromdichte gearbeitet, vgl. Spalte D in Tabelle 1.
Beispiel 5
Hier wird mit einem Zinksulfat-Elektrolyten gearbeitet, der pro Liter 55 g Zn enthält. Auf dem Titanblech der Kathodenseite der bipolaren Elektrode war ein 2 mm dickes Aluminiumblech befestigt, auf welchem das Zink als glatte Schicht abgeschieden wurde.
Die in allen Fällen gemessenen Zugfestigkeiten der abgeschiedenen Metallschichten ergaben Werte, wie sie auch bei bekannten Elektrolysen üblich sind.

Claims (9)

1. Verfahren zum elektrochemischen Abscheiden eines der Metalle Kupfer, Zink, Blei, Nickel oder Kobalt aus einer das Metall ionogen enthaltenden wäßrigen Elektrolyt-Lösung, die durch eine Elektrolysezelle mit senkrecht angeordneten, elektrisch in Serie geschalteten, bipolaren Elektroden geleitet wird, wobei jede der bipolaren Elektroden eine Kathodenseite und eine Anodenseite aufweist und das Metall an der Kathodenseite abgeschieden wird und wobei die Elektrolysezelle eine mit dem Pluspol einer Gleichstromquelle verbundene End-Anode und eine mit dem Minuspol der Gleichstromquelle verbundene End-Kathode aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Kathodenseite und der Anodenseite mindestens einer bipolaren Elektrode eine elektrisch leitende Verbindung durch mindestens einen Metallsteg besteht und der Innenraum (Elektroden-Innenraum) zwischen der Kathodenseite und der Anodenseite und der Zwischenraum zwischen benachbarten Elektroden von der Elektrolyt-Lösung weitgehend unbehindert durchströmt wird, daß man im Zwischenraum Stromdichten im Bereich von 800 bis 8000 A/m2 einstellt und an der Anodenseite der bipolaren Elektrode oder Elektroden im Zwischenraum eine Gasentwicklung hervorruft, wobei die aufwärts gerichtete, aus der Elektrolysezelle abgeleitete Gasströmung eine Flüssigkeitsströmung entlang der Anodenseite erzeugt, deren vertikale Komponente im Mittelbereich der Anodenseite eine Strömungsgeschwindigkeit von 5 bis 100 cm/sec aufweist, und daß man Elektrolyt-Lösung vom Bereich des oberen Randes der Anodenseite in einen Rückströmraum leitet, in welchem die Lösung abwärts strömt, wobei die Lösung vom Rückströmraum in den unteren Bereich des Zwischenraums zurückgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückströmraum in mindestens einer doppelten Seitenwand der Elektrolysezelle ausgebildet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückströmraum im Elektroden-Innenraum mindestens einer bipolaren Elektrode ausgebildet ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Rückströmraum zwischen der Kathodenseite der Elektrode und einer im Elektroden-Innenraum angeordneten Trennwand befindet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Anodenseite durch ein mit zahlreichen Öffnungen versehenes Metallblech gebildet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Kathodenseite mindestens einer bipolaren Elektrode auf einer elektrisch nicht leitenden, flüssigkeitsdurchlässigen, vom Boden der Elektrolysezelle ausgehenden Stütze angeordnet ist.
7. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrolyt-Lösung in der Elektrolysezelle Temperaturen im Bereich von 30 bis 80°C aufweist.
8. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe der Anodenseite der bipolaren Elektroden 0,5 bis 3 m beträgt.
9. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die bipolaren Elektroden in der Elektrolysezelle vollständig eingetaucht in der Elektrolyt-Lösung angeordnet sind.
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