DE4404253A1 - Medizinische Hilfsvorrichtung - Google Patents
Medizinische HilfsvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine medizinische Hilfsvorrich
tung für Untersuchungen und zum Operieren in Körperhöhlungen
mittels darin einführbarer Instrumente.
Bei Operationen in Körperhöhlungen zum Beispiel dem Enddarm,
werden Beobachtungs- und/oder Operationsinstrumente in den
Darm eingeführt. Bei solchen Behandlungen ist es unvermeidbar,
daß in bestimmten Zeitabständen auf natürliche Weise oder
durch zum Beispiel einen laserchirurgischen oder
hochfrequenzchirurgischen Eingriff entstandene Gase am
Instrument vorbei entweichen und den Operateur
beeinträchtigen.
Bei solchen chirurgischen Eingriffen unter Verwendung von
Laserstrahlen oder bei der Hochfrequenz-Chirurgie werden an
der Operationsstelle durch Verbrennen des Gewebes schädliche
und auch übelriechende Stoffe freigesetzt, die nach dem
Entweichen nach außen insbesondere von dem Operateur, aber
auch von dem Hilfspersonal in nicht unerheblichem Maße
eingeatmet werden müssen. Problematisch ist hierbei auch, daß
die bei diesen Operationen entstehenden Gase giftige
Substanzen enthalten.
Das Entweichen von Gasen nach außen wird noch begünstigt, wenn
bei solchen Operationen für eine bessere Sicht und bessere
Manipulationsmöglichkeiten die Körperhöhlung, zum Beispiel der
Enddarm mit Druckluft oder Gas aufgeweitet wird.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine
Hilfsvorrichtung der eingangs erwähnten Art zu schaffen, mit
der die insbesondere bei einer laser- oder
hochfrequenzchirurgischen Operation in Körperhöhlungen
entstehenden Gase aufgefangen und praktisch vollständig
abgeführt werden können. Dabei soll diese Vorrichtung den
eigentlichen Untersuchungs- oder Operationsvorgang nicht
behindern.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß insbesondere
vorgeschlagen, daß die Hilfsvorrichtung ein in die
Körperhöhlung dichtend einführbares Stopfenteil mit einem
Durchgangskanal für ein Instrument aufweist und daß das
Stopfenteil Verbindungskanäle zumindest zwischen einem äußeren
Absauganschluß beziehungsweise einem äußeren Zuluftanschluß
jeweils mit in die Körperhöhlung mündenden Eintrittsöffnung
und Austrittsöffnung aufweist.
Dieses Stopfenteil bildet einerseits einen dichten Verschluß
der Körperhöhlung nach außen hin, so daß ein unkontrolliertes
Entweichen von Gas nach außen verhindert wird. Andererseits
werden durch die im Stopfenteil integrierte Absaugung in der
Körperhöhlung entstehende Gase direkt abgeführt, so daß keine
Beeinträchtigung des Operateurs durch nach außen entweichende
Gase mehr vorhanden ist.
Zweckmäßigerweise ist am Stopfenteil ein äußerer Druckgasan
schluß vorgesehen, der über einen Verbindungskanal mit einer
beim inneren Ende des Stopfenteiles befindlichen
Einströmöffnung verbunden ist.
Dadurch kann über das Stopfenteil nicht nur eine Absaugung von
Gasen aus der Körperhöhlung erfolgen, sondern gleichzeitig
auch ein in einigen Anwendungsfällen erwünschtes Aufblähen der
Körperhöhlung. Dies ist jetzt durch Verwendung des
abdichtenden und im Vergleich zu einem sonst eingeführten
Instrument dickeren Stopfenteiles wesentlich besser möglich,
da auch höhere Drücke und damit ein entsprechend größeres
Aufweiten möglich ist.
Um eine besonders gute Abdichtung zu ermöglichen, weist das
Stopfenteil im Bereich seines äußeren Endes eine vorzugsweise
auswechselbare, insbesondere formangepaßte Dichtmanschette
auf.
Diese ergibt in Verbindung mit der Ausbildung des
Stopfenteiles als etwas dickerer Verschlußkörper eine auch
höheren Drücken widerstehende Abdichtung der Körperhöhlung
nach außen hin. Außerdem bildet die Dichtmanschette auch einen
Einsteckanschlag für das Stopfenteil.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß das
Stopfenteil außenseitig im Verlauf seines in die Körperhöhlung
in Funktionsstellung eingreifenden Einsteckabschnittes
wenigstens eine im Querschnitt aufweitbare Dichtung auf, die
in Ruhestellung vorzugsweise im wesentlichen innerhalb des
Querschnitt-Umrisses des Einsteckabschnittes liegt.
Mit dieser Dichtung kann das Stopfenteil in Einstecklage
zusätzlich abgedichtet werden. Insbesondere besteht dadurch
auch die Möglichkeit, daß Stopfenteil selbst vergleichsweise
schlank auszubilden, so daß das Einführen in die Körperhöhlung
vereinfacht und trotzdem in Funktionslage eine gute Abdichtung
vorhanden ist.
Zweckmäßigerweise sind innerhalb des Durchgangskanales für das
einzuführende Instrument Dichtungen zwischen Stopfenteil und
Instrument, vorzugsweise Schiebedichtungen zum weitgehend
dichten Führen des Instrumentes vorgesehen.
Dadurch wird auch bei einem in der Körperhöhlung herrschenden
Überdruck ein Entweichen von Gas beim Durchgangskanal zwischen
Kanalwand und eingeführten Instrument vermieden.
Zusätzliche Ausgestalten der Erfindung sind in den weiteren
Unteransprüchen aufgeführt. Nachstehend ist die Erfindung mit
Ihren wesentlichen Einzelheiten anhand der Zeichnungen noch
näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer zum Teil aufgebrochen darge
stellten Hilfsvorrichtung und
Fig. 2 eine Stirnseitenansicht der Vorrichtung von der
Innenseite her.
Eine in den Figuren gezeigte Hilfsvorrichtung 1 dient als
Durchführung für Untersuchungs- und/oder Operations-
Instrumente 2 und zum Einführen von diesen in eine
Körperhöhlung 3, beispielsweise in den Enddarm. Eine solche
rektale Anordnung ist in Fig. 1 dargestellt.
Die Vorrichtung weist im wesentlichen ein in die Körperhöhlung
dichten einführbares Stopfenteil 4 mit einem inneren
Einsteckabschnitt 4a sowie einem äußeren Anschlußabschnitt 4b
auf.
Zur Durchführung eines Instrumentes 2 durch das Stopfenteil 4
weist dieses einen zentralen Durchgangskanal 5 auf. Durch ein
dort durchgeführtes Instrument ist der Durchgangskanal 5
weitgehend dicht verschlossen. Bevorzugt sind hier noch
Dichtungen 6 am inneren und äußeren Ende des Durchgangskanales
5 vorgesehen, die so ausgebildet sind, daß das Instrument
längs bewegt und auch verdreht werden kann, wobei trotzdem
eine gute Abdichtung vorhanden ist. Es können hier als
Dichtungen weichelastische Dichtungen vorgesehen sein, die
auch das Ein- beziehungsweise Durchführen von Instrumenten mit
unterschiedlichem Außendurchmesser bei gleichzeitig
ausreichender Abdichtung ermöglichen.
In das Stopfenteil 4 ist eine Absaugung integriert, mittels
der innerhalb der Körperhöhlung 3 entstehende Gase
kontrolliert abgeführt werden können. Das Stopfenteil 4 bildet
einen Verschluß des äußeren Endes der Körperhöhlung und weist
vorzugsweise an seinem inneren, stirnseitigen Ende eine oder
mehrere Eintrittsöffnungen 7 sowie eine oder mehrere
Austrittsöffnungen 8 auf. Diese Öffnungen 7 beziehungsweise 8
sind über Verbindungskanäle 9 und 10 mit einem Zuluftanschluß
11 beziehungsweise einem Absauganschluß 12 verbunden.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist das Stopfenteil 4 eine
Außenhülse 13 sowie eine koaxial dazu angeordnete Innenhülse
14 auf. Zwischen beiden ist eine Ringraum gebildet, der durch
Längstrennwände 15 in die beiden Verbindungskanäle 9 und 10
aufgeteilt ist.
Wie gut in Fig. 2 erkennbar münden die Verbindungskanäle 9 und
10 an der inneren Stirnseite als ringschlitzförmige,
halbkreisförmige Austrittsöffnung 8 beziehungsweise
Eintrittsöffnung 7.
Bedarfsweise können auch mehr als zwei Längstrennwände 15 zur
Bildung von mehr als zwei Verbindungskanälen vorgesehen sein.
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn am Stopfenteil 4,
insbesondere seinem äußeren Anschlußabschnitt 4b noch ein hier
nicht dargestellter Druckgasanschluß vorgesehen ist, über den
Druckgas in die Körperhöhlung 3 geführt werden kann. Dieses
dient zum Aufweiten der Körperhöhlung 3.
Gerade durch die erfindungsgemäße Hilfvorrichtung 1 ist eine
solche Aufweitung der Körperhöhlung 3 mittels Überdruckbeauf
schlagung gut möglich, weil durch das Stopfenteil 4 mit inte
grierter Gasabsaugung auch in diesem Falle ein
unkontrolliertes Entweichen von Gas aus der Körperhöhlung 3
und damit eine Beeinträchtigung des Operateurs vermieden wird.
Bei der Hilfsvorrichtung 1 kann auch ein Drucksensor
vorgesehen sein, mit dem der Innendruck in der Körperhöhlung 3
gemessen werden kann. Über diesen Drucksensor läßt sich dann
die Druckgaszufuhr so einstellen, daß sich möglichst konstante
Innendruckverhältnisse in der Körperhöhlung 3 einstellen. Ein
solcher Drucksensor könnte beispielsweise im Absaug-
Verbindungskanal 10 angeordnet sein.
Erwähnt sei in diesem Zusammenhang noch, daß eine
Druckgaszufuhr sowohl über das Stopfenteil 4 als auch über das
Untersuchungs- oder Operationsinstrument 2 erfolgen kann.
In den Figuren ist gut erkennbar, daß die Ein- und
Austrittsöffnungen 7, 8 so angeordnet sind, daß sie zur
Wandung der Körperhöhlung 3 beabstandet sind und somit von
dieser auch nicht unbeabsichtigt verschlossen werden können.
Das Stopfenteil 4 weist etwas im Übergangsbereich zwischen
Einsteckabschnitt 4a und Anschlußabschnitt 4b eine
formangepaßte Dichtmanschette 16 auf, die gleichzeitig auch
einen Einsteckanschlag bildet. Diese Dichtmanschette paßt sich
durch ihre Formgebung und auch durch Verwendung von
entsprechend elastischem Material dichtend der Körperkontur im
Einführbereich an, so daß auch dadurch eine zusätzliche
Abdichtung vorhanden ist.
Es besteht auch noch die Möglichkeit, am inneren Einsteckab
schnitt 4a bei dessen Außenumfang eine aufweitbare,
insbesondere aufblasbare Dichtung vorzusehen, die einerseits
für eine zusätzliche Abdichtung zwischen Stopfenteil 4 und
Körperhöhlung 3 sorgt und die darüberhinaus auch das
Stopfenteil 4 selbst gegen Verschieben innerhalb der
Körperhöhlung 3 sichert. Diese Zusatzdichtung kann so
ausgebildet sein, daß sie in Ruhestellung im wesentlichen
innerhalb des Querschnittumrisses des Einsteckabschnittes 4a
liegt. Dies könnte beispielsweise durch eine Ringnut
realisiert sein. Nach dem Aufblasen steht sie dann aus dieser
Ringnut und über den Außenumfang des Einsteckabschnittes 4a
vor.
Bei dem Zuluftanschluß 11 ist noch ein Rückschlagventil 17
vorgesehen, durch das ein Einströmen von abzuführendem Gas
auch bei stärkeren, impulsförmigen Druckerhöhungen vermieden
wird. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn über den
Zuluftanschluß 11 direkt Umgebungsluft angesaugt wird.
Mit 18 ist noch ein vorzugsweise elastischer
Ausgleichsbehälter bezeichnet, der beim Sauganschluß 12 mit
der Saugleitung verbunden ist. Dieser dient zum Ausgleich von
Druckschwankungen.
Erwähnt sei noch, daß die erfindungsgemäße Hilfsvorrichtung
auch in anderen medizinischen Bereichen, insbesondere im
Bereich der Speiseröhre, der Luftröhre und dergleichen
einsetzbar ist.
Claims (10)
1. Medizinische Hilfsvorrichtung für Untersuchungen und zum
Operieren in Körperhöhlungen mittels darin einführbarer
Instrumente, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein in die
Körperhöhlung dichtend einführbares Stopfenteil (4) mit
einem Durchgangskanal (5) für ein Instrument (2) aufweist
und daß das Stopfenteil Verbindungskanäle (9, 10)
zumindest zwischen einem äußeren Absauganschluß (12)
beziehungsweise einem äußeren Zuluftanschluß (11) jeweils
mit in die Körperhöhlung mündenden Eintritts
beziehungsweise Austrittsöffnungen (8, 9) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
am Stopfenteil (4) ein äußerer Druckgasanschluß vorgesehen
ist, der über einen Verbindungskanal mit einer beim
inneren Ende des Stopfenteiles befindlichen
Einströmöffnung verbunden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß innerhalb des Durchgangskanales (5)
Dichtungen (6) zwischen Stopfenteil (4) und dem
Instrument, vorzugsweise Schiebedichtungen zum weitgehend
dichten Führen des Instrumentes vorgesehen sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Stopfenteil (4) beziehungsweise sein
Einsteckabschnitt (4a) im Bereich seines äußeren Endes
eine vorzugsweise auswechselbare, insbesondere
formangepaßte Dichtmanschette (16) aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Stopfenteil (4) außenseitig im Ver
lauf seines in die Körperhöhlung in Funktionsstellung ein
greifenden Einsteckabschnittes (4a) wenigstens eine im
Querschnitt aufweitbare Dichtung aufweist, die in
Ruhestellung vorzugsweise im wesentlichen innerhalb des
Querschnitt-Umrisses des Einsteckabschnittes (4a) liegt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein den Innendruck in der Körperhöhlung
(3) messender Drucksensor mit der Vorrichtung verbunden
ist und daß vorzugsweise die Innendruck-Meßstelle im
Absaug-Verbindungskanal (10) des Stopfenteiles (4)
vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß im Zuluftkanal, vorzugsweise bei dem äu
ßeren Zuluftanschluß (11) des Stopfenteiles (4) ein Rück
schlagventil (17) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß insbesondere in der Nähe des äußeren
Sauganschlusses (12) am Stopfenteil ein vorzugsweise ela
stischer Ausgleichsbehälter (18) mit der Saugleitung ver
bunden ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß die inneren Ein- und Austrittsöffnungen
(7, 8) vorzugsweise stirnseitig am Stopfenteil (4) mit
Seitenabstand zum äußeren Umfang des Stopfenteiles nach
innen versetzt angeordnet sind, vorzugsweise nahe dem
Durchgangskanal (5) für ein Instrument.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Stopfenteil (4) eine Außenhülse (13)
sowie eine vorzugsweise koaxial dazu angeordnete
Innenhülse (14) aufweist, die in ihrem Querschnitt so
bemessen ist, daß zwischen Innenhülse und Außenhülse ein
Ringraum gebildet ist und daß sich in diesem die
vorzugsweise durch Längstrennwände (15) abgegrenzten Absaug-
bzw. Zuluft-Verbindungskanäle (10, 9) befinden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19944404253 DE4404253A1 (de) | 1994-02-10 | 1994-02-10 | Medizinische Hilfsvorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944404253 DE4404253A1 (de) | 1994-02-10 | 1994-02-10 | Medizinische Hilfsvorrichtung |
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| DE4404253A1 true DE4404253A1 (de) | 1995-08-17 |
Family
ID=6509969
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19944404253 Withdrawn DE4404253A1 (de) | 1994-02-10 | 1994-02-10 | Medizinische Hilfsvorrichtung |
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