DE4234974C2 - Verfahren zur Verstärkung der Stoffumsätze in metallurgischen Reaktionsgefäßen - Google Patents
Verfahren zur Verstärkung der Stoffumsätze in metallurgischen ReaktionsgefäßenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verstärkung der
Stoffumsätze in metallurgischen Reaktionsgefäßen, in denen sich eine Metallschmelze
befindet, der die Reaktionspartner unterhalb und oberhalb
der Metallbadoberfläche zugeführt und die aus dem Metallbad austretenden
Gase im Raum über der Schmelze durch in diesen Gasraum eingeblasene oxidierende
Gase nachverbrannt werden und die dabei entstehende Wärme an die
Metallschmelze rückübertragen wird.
Die Entwicklung neuer metallurgischer Prozesse ist in den letzten
Jahren darauf ausgerichtet, sowohl die Produktivität zu erhöhen als auch
die Energie der eingebrachten Brennstoffe besser auszunutzen. Die Howe
Memorial Lecture von 1987 mit dem Titel "Neue Konzepte und Methoden für
die Eisen- und Stahlerzeugung" setzt sich für den Bereich der
Eisenhüttenindustrie erstmals mit Begriffen der Energieübertragungsdichte
und der Bedeutung der Nachverbrennung von Prozeßgasen und der Rückübertragung
der dabei entstehenden Wärme auseinander. So sind hier Zahlen
über den Kohleverbrauch zum Aufschmelzen von 1 t Schrott in Abhängigkeit
vom Nachverbrennungsgrad ebenso zu finden, wie die Energieübertragungsdichte
in MW/m³ für die bislang bekanntgewordenen Verfahren zur Roheisen-
und Stahlerzeugung.
Der Ansatz, beim Stahlfrischen die Reaktionsgase, insbesondere CO
und CO₂ nachzuverbrennen und die dabei entstehende Verbrennungswärme für
die Erhöhung der Schrotteinschmelzkapazität zu nutzen, ist seit langem
bekannt und auch in Schutzrechten beschrieben. Beispielsweise bezieht
sich das deutsche (DD) Patent 1 01 916 auf die CO-Nachverbrennung im
Elektrolichtbogenofen und im Stahlerzeugungskonverter. Als
erfindungswesentlich wird die ungefähr waagerechte Einbaulage der Nachverbrennungsdüsen
genannt und die Regelung der Sauerstoffzufuhr zu diesen
Düsen in Relation zur Sauerstoffmenge, die über Bodendüsen in die
Schmelze gelangt. Jedoch haben die Lehren dieses Schutzrechtes aus dem
Jahre 1971 keinen Eingang in die Betriebspraxis gefunden.
Erst mit dem Verfahren gemäß der deutschen Patentschrift 27 55 165
ist es großtechnisch gelungen, im Mittel etwa 20% CO nachzuverbrennen
und die gewonnene Wärme mit hohem Wirkungsgrad von ca. 80% bis 90% an
die Schmelze rückzuübertragen. Es konnte auf diese Weise der Schrottsatz
bei der Stahlerzeugung im kombiniert blasenden Konverter deutlich erhöht
werden. Das wesentliche Merkmal dieses Verfahrens besteht darin, etwa
20% bis 80% der gesamten Sauerstoffmenge von oben durch auf die Badoberfläche
gerichtete Gasstrahlen, die als in den Gasraum blasende Freistrahlen
wirken, dem Frischprozeß zuzuführen. Eine weitere Schrottsatz
steigerung bei der Strahlerzeugung ist durch die Zufuhr kohlenstoffhaltiger
Brennstoffe an die Schmelze möglich, und zur Verbesserung des wärmetechnischen
Wirkungsgrades dieser Brennstoffe dient ebenfalls die Nachverbrennung
der Reaktionsgase, wie in dem deutschen Patent 28 38 983 beschrieben.
Bei der Erzeugung von Nichteisenmetallen, z. B. in der Blei- und
Kupferindustrie, haben sich ähnliche Verfahren eingeführt, bei denen die
Wärme aus der Nachverbrennung der Reaktionsgase genutzt wird.
Bei der Kohlevergasung im Eisenbad kann ebenfalls durch die teilweise
Verbrennung des erzeugten Kohlegases das Energieeinbringen in den
Vergasungsprozeß angehoben werden. Dieser Weg ist von besonderer Bedeutung
bei der Vergasung von Kohlesorten mit hohen flüchtigen Anteilen, die
andernfalls zu einer Abkühlung des Eisenbades führen. Darüber hinaus läßt
sich auch die Energie aus der teilweisen Nachverbrennung des erzeugten
Kohlegases im Eisenbadreaktor dazu ausnutzen, um beispielsweise Eisenerz
zu reduzieren. Das GB-Patent 20 82 624 beschreibt ein solches Verfahren.
Bei den sich zur Zeit weltweit in der Entwicklung befindlichen
Schmelzreduktionsverfahren für Eisenerze kann die Produktivität der Prozesse
einmal durch die Kopplung des Einschmelzreaktors mit
Vorreduktionsanlagen gesteigert werden, oder zum anderen ist auch bei
diesen Verfahren eine Erhöhung der Nachverbrennungsrate zielführend. Besonders
vorteilhafte Ausgestaltungen dieser beiden Entwicklungsrichtungen
sind in der bislang nicht veröffentlichten deutschen Patentanmeldung
42 06 828 und in dem US Patent 50 51 127 beschrieben. Die Verbesserung
der Produktivität in einem Verbundprozeß zur Schmelzreduktion von Eisenerz
nach der genannten Anmeldeschrift ist dadurch gekennzeichnet, daß
dieser Verbundprozeß aus mindestens drei Verfahrenseinheiten besteht und
der Einschmelzreaktor eine Verfahrenseinheit bildet, während die Teilreduktion
der Metallerze in mindestens zwei weiteren Verfahrenseinheiten
durchgeführt wird, und daß in jeder dieser drei Verfahrenseinheiten ein
unterschiedliches Abgas erzeugt wird. Die Verbesserung der Nachverbrennung
gemäß dem US Patent erreicht man insbesondere dadurch, daß der oder
die Gasstrahlen aus oxidierenden Gasen mit einem Drall durch eine oder
mehrere Düsen auf die Badoberfläche im Reaktionsgefäß geblasen werden.
Die
EP 04 18 627 A beschreibt ein Verfahren zum Betrieb eines
Schmelzreduktionsgefäßes, das dadurch gekennzeichnet ist, daß eine
Schlackenmenge, bezogen auf die Badoberfläche, von mindestens 2000 kg/m²
vorhanden sein muß. Der Prozeß arbeitet mit einer Sauerstoffaufblaslanze
und Unterbaddüsen, durch die Rührgas der Metallschmelze zugeführt wird.
Die Nachverbrennung der Reaktionsgase vollzieht sich in einer Schaumschlackenschicht
auf dem Eisenbad. Nach der in dieser Anmeldeschrift genannten
Formel zur Berechnung zur Rührleistung, sollte dieser Wert gemäß
Anspruch 4 zwischen 1 bis 6 kW/t liegen. Die Durchflußraten für die Rührgasmenge,
die der Schmelze durch die Unterbaddüsen zugeführt wird, betragen
70 bis 450 Nm³/h und Düse. Daraus errechnet sich bei einem genannten
Schmelzgewicht von 70 bis 110 t und vier Unterbaddüsen ein spezifischer
Wert von 0,05 bis 0,3 Nm³/t · min. Falls man die genannten Durchflußraten
für das unterhalb der Badoberfläche eingeleitete Rührgas überschreitet,
ergibt sich bei diesem Prozeß ein erhöhter Kontakt zwischen dem aufgeblasenen
Sauerstoff und der Eisenschmelze. Dies wiederum führt zu einer Oxidation
des Bades, und daraus resultiert eine Verringerung der Nachverbrennung.
Eine weitere veröffentlichte europäische Patentanmeldung mit der
Nummer 03 08 925 bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Schmelzen und Reduzieren von Eisenerzen. Die kennzeichnenden Merkmale
dieses Verfahrens bestehen darin, daß Sauerstoff über eine Aufblaslanze,
die Düsen zur Entkohlung und zusätzlich zur Nachverbrennung aufweist, und
Rührgas durch Seitendüsen und Bodendüsen in den Schmelzreduktionsofen geblasen
werden. Die Einblasraten der inerten Rührgase betragen für die Bodendüsen
0,5 bis 3 Nm³/min, und für die Seitenwanddüsen liegen sie zwischen
0,3 bis 2 Nm³/min, bezogen auf 1 t Metallschmelze. Weiterhin leitet
man der Metallschmelze Schlacken und Schlackenbildner von der Inbetriebnahme
des Prozesses an in Raten von 30 bis 100 kg/t Metall zu.
Diesen erwähnten, bekannten Verfahren zur Erhöhung der Produktivität
und zur Verbesserung der Energieausnutzung der eingebrachten Brennstoffe
bei der Strahlerzeugung, der Kohlevergasung im Eisenbad und der
Schmelzreduktion von Eisenerzen ist gemeinsam, daß sie nur im begrenzten
Umfang Eingang in die Produktionspraxis gefunden haben und daß die
tatsächlich betriebssicher erreichten Nachverbrennungsraten niedriger als
erwartet liegen und nur in Ausnahmefällen Werte von bis zu 30% bei
gleichzeitig hoher Wärmerückübertragung von ca. 70% erreichen. Zusätzlich
macht sich in den Reaktionsgefäßen ein erhöhter Verschleiß der feuerfesten
Ausmauerung im Gasraum der Gefäße mit zunehmendem Nachverbrennungsgrad
bemerkbar.
Die Schmelzreduktionsverfahren mit der Sauerstoffaufblaslanze und
dem Reaktionsmedium der Schaumschlackenschicht auf dem Eisenbad sind
hinsichtlich ihrer Stoffumsätze begrenzt, da sich die Einblasraten der
Reaktionspartner nicht ohne Nachteile für den Aufbau und den Erhalt dieser
Schaumschlackenschicht steigern lassen.
In der DE-PS 30 08 145 wird ein Verfahren zum Herstellen
von Stahl beschrieben, bei dem ebenfalls erzeugtes
Gas mit Staub, Schlacken- und Stahltröpfchen verunreinigt
ist. Eine Lehre dahingehend, daß Tröpfchen der
Metallschmelze absichtlich in den Gasraum geschleudert
werden, um dadurch eine Umsatzsteigerung bei einer in
der Metallschmelze durchzuführenden Reaktion zu erreichen,
ist dieser Druckschrift nicht zu entnehmen.
In der DE-OS 39 03 705 ist eine sogenannte
"Übergangszone" oberhalb einer Metallschmelze beschrieben.
Es ist dieser Druckschrift jedoch ebenfalls
nicht zu entnehmen, daß durch Herausschleudern von
Teilchen der Metallschmelze über eine solche Übergangszone
hinaus in den freien Gasraum eine
wesentliche Umsatzsteigerung der Reaktion zu erzielen
ist.
Die Aufgabenstellung der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur
Verstärkung der Stoffumsätze in metallurgischen Reaktionsgefäßen ohne
Schaumschlackenschicht für die Stahlerzeugung, die Kohlevergasung im
Eisenbad und die Schmelzreduktion von Metallerzen so zu gestalten, daß
betriebssicher und reproduzierbar hohe Nachverbrennungsgrade von über
30%, bei gleichzeitig hohem Wirkungsgrad von größer 70% für die Übertragung
der entstandenen Wärme an die Metallschmelze, und somit eine hohe
Energieübertragungsdichte für den Prozeß zu erreichen sind, um damit die
Stoffumsätze in dem metallurgischen Reaktionsgefäß bei gleichzeitig gutem
Konzentrationsausgleich in der Schmelze zu verstärken und so
die Produktivität zu steigern.
Diese Aufgabe ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst,
daß sich im Gasraum dieser metallurgischen Reaktionsgefäße auf ballistischen
Flugbahnen Anteile der Schmelze in Form von Tröpfchen,
Spritzern und größeren Teilchen der Schmelze bewegen, die fontänenartig
durch die über Unterbaddüsen eingeleitete Gasmenge aus der Schmelze
herausgeschleudert werden. Bevorzugte weitere Merkmale und
Ausführungsformen der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 17 ausgeführt.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Verstärkung der
Stoffumsätze in metallurgischen Reaktionsgefäßen, in denen sich eine Metallschmelze
befindet, der die Reaktionspartner unterhalb und oberhalb
der Metallbadoberfläche zugeführt und die aus dem Metallbad austretenden
Reaktionsgase im Gasraum über der Schmelze, in dem sich Tropfen und
Spritzer, bestehend aus Metall und/oder Schlacke befinden, durch in den
Gasraum eingeblasene oxidierende Gase weitgehend nachverbrannt werden und
die dabei entstehende Wärme mit hohem Wirkungsgrad an die Metallschmelze
rückübertragen wird.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, die Stoffumsätze durch
das Einblasen großer Gasmengen unterhalb der Badoberfläche der Schmelze
im Reaktionsgefäß zu steigern.
Der Erfindung liegt ferner die Erkenntnis zugrunde, die Stoffumsätze
in metallurgischen Reaktionsgefäßen dadurch zu steigern, daß über
die eingeleitete Gasmenge durch die Unterbaddüsen Anteile der Schmelze
fontänenartig aus dem Bad herausgeschleudert werden und sich diese
Anteile der Schmelze in Form von Tröpfchen, Spritzern und größeren
Teilchen der Schmelze im Gasraum auf ballistischen Flugbahnen bewegen,
die erst durch das Auftreffen auf die Gefäßwand oder die Schmelze selbst,
durch Kollision mit anderen Schmelzanteilen oder durch Ansaugen der in
Form von Freistrahlen auf das Bad geblasenen oxidierenden Gase, abgebrochen
werden.
Das Verfahren gemäß der Erfindung hat in nicht vorhersehbarer Weise
zu einer deutlichen Verstärkung der Stoffumsätze in den metallurgischen
Reaktionsgefäßen bei gleichzeitig hoher Nachverbrennungsrate von größer
30% und einer hervorragenden Wärmerückübertragung mit einem Wirkungsgrad
von größer 70% an die Metallschmelze geführt. Das erfindungsgemäße Verfahren
erlaubt es, bereits bei einer Badtiefe von ca. 0,5 m über den Unterbaddüsen
Gasmengen von 0,2 Nm³/min bis 30 Nm³/min, bezogen auf 1 t Metallschmelze,
einzuleiten und dadurch fontänenartig Anteile der Schmelze
in Form von Tröpfchen, Spritzern und größeren Teilchen der Schmelze, in
den schaumschlackefreien Gasraum des metallurgischen Reaktors zu schleudern.
In diesem Gasraum bewegen sich die Schmelzanteile auf ballistischen
Flugbahnen und tragen mit ihrer großen Oberfläche zu einer gesteigerten
Rückübertragung der Wärme aus dem Gasraum an die Schmelze bei. Dieser gesteigerte
Energietransport ist ein bedeutendes Merkmal der Erfindung und
die Grundlage für die hohen Einleitraten von Gasen und Feststoffen oberhalb
und unterhalb der Badoberfläche und die daraus resultierenden verstärkten
Stoffumsätze in den metallurgischen Reaktionsgefäßen.
Die Vorstellungen und Überlegungen, wie der erfindungsgemäße Prozeß
im metallurgischen Reaktor abläuft, lassen sich nach dem heutigen Kenntnisstand
folgendermaßen darstellen. Durch die unterhalb der Badoberfläche
eingeblasenen oder erzeugten Gase werden fontänenartig Anteile der
Schmelze aus Metall und Schlacke mit nach oben gerichteter Geschwindigkeit
aus der Schmelze bzw. der Übergangszone (transition zone) in den
Gasraum der Gefäße geschleudert. Diese Tropfen oder ähnliche Konfigurationen
der Schmelze bewegen sich auf ballistischen Flugbahnen gemäß den
Newtonschen Axiomen. Die Schmelzanteile können auf andere Tropfen auftreffen,
dabei zerplatzen oder verschmelzen und demgemäß ihre Flugbahn
ändern, bis sie schließlich auf die feuerfeste Ausmauerung im Gasraum der
Gefäße auftreffen oder in der Schmelze landen. In diesem
Hochtemperaturgasraum werden die Bewegungen der Tropfen hauptsächlich
durch ihre Austrittsgeschwindigkeit und den Einfluß der Schwerkraft bestimmt,
da keine wesentlichen Strömungswiderstände zu überwinden sind und
Schaumschlacke oder ähnliche Hindernisse in dieser Umgebung nicht existieren.
Nur im Bereich der mit hoher Geschwindigkeit aufgeblasenen Nachverbrennungsgasstrahlen
können die Tropfen ab Gasgeschwindigkeiten von
größer ca. 50 m/sek, abhängig von ihrer Größe, mitgerissen bzw. die Flugbahnen
der Tropfen beeinflußt werden. Dabei ist es auch möglich, daß die
Tropfen in kleinere Partikel zerfallen, und durch die Vergrößerung der
spezifischen Oberfläche trägt dies zum gesteigerten Wärme- und
Stofftransport bei.
Die unterhalb der Badoberfläche eingeleiteten Reaktionspartner bewirken,
daß kontinuierlich Tröpfchen und Spritzer der Schmelze wie aus
einer Quelle fontänenartig in den Gasraum eingeblasen werden und eine Art
disperser Metalltropfen-Phase erzeugen. Diese disperse Metalltröpfchen-
Phase weist eine enorm vergrößerte Oberfläche auf und kann damit zu einem
gesteigerten, direkten Energietransport der Nachverbrennungswärme an das
Metallbad beitragen. Um die Verstärkung der Stoffumsätze nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren zu erreichen, ist diese Vergrößerung der Oberfläche
durch die Vielzahl der Tropfen im Gasraum erwünscht, denn damit kommt
es zu dem hohen Wärmeaustausch zwischen Gasraum und Schmelze, der wiederum
die hohen Einblasraten oberhalb und unterhalb der Badoberfläche erlaubt.
Grobe Abschätzungen über die Menge der Metalltropfen, die sich im
Gasraum befinden, haben Anhaltswerte von mindestens 10 kg pro 1 t
Schmelze bei Tropfendurchmessern von ca. 0,1 bis ca. 25 mm ergeben. Es
liegt in der Natur derartiger Abschätzungen, daß sich diese Werte um
ganzzahlige Faktoren je nach Betriebsbedingungen ändern können.
Als weiteres, vorteilhaftes Merkmal dieser relativ hohen Gaseinblasraten
unterhalb der Metallbadoberfläche und den dadurch erzeugten
Strömungsbildern in der Schmelze, ist die Badoberfläche über dem Einblaskegel
jeder einzelnen Bodendüse nahezu schlackenfrei, und daher werden
bevorzugt Metalltropfen in den Gasraum eingeblasen. Darüber hinaus bewirkt
die annähernd schlackenfreie Zone eine höhere Rückübertragung der
Wärme aus der Reaktionsgasnachverbrennung an die Metallschmelze. Wahrscheinlich
ist damit auch der geringe Einfluß der Schlackenmenge bei der
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zu erklären. Es läßt sich
der Prozeß auch ohne Schlacke auf der Metallbadoberfläche ohne erkennbaren
Nachteil durchführen.
Als ein besonders bedeutungsvolles Merkmal der Erfindung ist die
disperse Verteilung der Metalltröpfchen im Gasraum der Reaktorgefäße zu
sehen, um damit eine erheblich vergrößerte Metallbadoberfläche zu bewirken,
die für den verstärkten Energie- und Stofftransport durch die gesteigerten
Einblasraten unterhalb und oberhalb der Badoberfläche benötigt
wird.
Gegenüber diesen vorteilhaften Merkmalen der hohen Gaseinblasraten
unterhalb der Badoberfläche bei dem erfindungsgemäßen Verfahren, wirken
sich bei den bekannten Prozessen, die mit einer Schaumschlacke oberhalb
der Metallschmelze arbeiten, den sogenannten Deep-Slag-Processes, die hohen
Rührgasmengen, die unterhalb der Metallbadoberfläche zuzuführen sind,
nachteilig für das Verfahren aus. Da die Nachverbrennung der Reaktionsgase
aus der Metallschmelze in einer Schaumschlackenschicht stattfindet,
ist eine intensive Mischung von Schlacke und Metallbad erforderlich, um
die Nachverbrennungsenergie aus der Schaumschlackenschicht an die Metallschmelze
zu übertragen. Andernfalls kommt es zu einer sehr starken Überhitzung
der Schaumschlacke, verbunden mit einer Reoxidation der Schlacke,
und beides führt u. a. zu einem erhöhten Verschleiß der Konverterausmauerung.
Die Bewegung der Metalltröpfchen in der Schaumschlacke, und damit
der Stoffumsatz und der Wärmeaustausch, sind begrenzt durch die
turbulente Strömung, die Schlackendichte und ihre Viskosität. Somit
lassen sich bei diesen bekannten Deep-Slag-Processes die Lehren des
erfindungsgemäßen Verfahrens zur Verstärkung der Stoffumsätze,
einschließlich Nachverbrennung der Reaktionsgase und der hohen Wärmerückübertragung
an die Metallschmelze, nicht anwenden.
Gemäß der Erfindung werden unter dem Begriff Reaktionsgase alle
Gase verstanden, die sich im Reaktionsgefäß an den dort ablaufenden Reaktionen
zwischen den Gasen, der Metall- und Schlackenschmelze, sowie den
Feststoffen beteiligen oder aus den Feststoffen bei der Badtemperatur
freigesetzt werden, einschließlich der sich bildenden Crackprodukte. Es
sind normalerweise damit alle zugeführten Gase gemeint, außer den inert
wirkenden bzw. Inertgasen, wie Stickstoff und Argon, die hauptsächlich
als Fördergase für die Feststoffe zum Einsatz kommen. Die Gruppe der Reaktionsgase
umfaßt beispielsweise Sauerstoff. Luft, mit Sauerstoff angereichterte
Luft, Kohlendioxid, Kohlenwasserstoffe, wie Methan, Erdgas,
Propan, Butan. Selbstverständlich können diese genannten Gase auch in beliebigen
Mischungen oder es können vorhandene Produktgase bzw. gereinigte
Abgase aus dem erfindungsgemäßen Verfahren oder anderen metallurgischen
Prozessen durch die Unterbaddüsen in die Schmelze geleitet werden.
Die angegebenen Badhöhen über den Unterbaddüsen beziehen sich auf
die theoretisch angenommene ruhende Badoberfläche. Im Betriebszustand des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Metallbadoberfläche natürlich nicht
als eine Ebene vorhanden, sondern es besteht eine Übergangszone
(transition zone), die sich aus einer Mischung von Metall-, Schlackenschmelze
und Gasblasen, bis hin zu großen Gastrichtern, zusammensetzt,
und in dieser Zone hat die Metall/Schlackenschmelze sich praktisch in
Tropfen, Spritzern und eruptionsartig aufsteigenden und herausgeschleuderten
Anteilen der Schmelze aufgelöst. Überlagerungen durch Wellen- und
schwappende Bewegungen der Schmelze können ebenfalls auftreten. Diese
Misch- oder Übergangszone stellt sich als Übergangsschicht zwischen dem
Metall/Schlackenbad über den Unterbaddüsen und dem eigentlichen Gasraum
oberhalb der Mischzone ein.
Ein wesentliches Merkmal der Erfindung besteht darin, die Gasdurchflußraten
durch die Unterbaddüsen auf Werte zu steigern, daß die Schmelze
fontänenartig in den Gasraum und von dort teilweise bis an die Ausmauerungsoberfläche
des Reaktionsgefäßes geschleudert wird. Diesen erfindungsgemäßen
Bewegungszustand in der Schmelze, in der Mischzone und im
darüberliegenden Gasraum, führt man durch die über die Unterbaddüsen in
die Schmelze geleitete Gasmenge herbei. Hier haben sich Durchflußraten
zwischen 0,2 Nm³/min bis 30 Nm³/min pro t Metallschmelze als günstiger
Bereich ergeben. Besonders vorteilhaft läuft jedoch das erfindungsgemäße
Verfahren insbesondere bei Eisenschmelzen im Bereich von 0,5 Nm³/min · t
bis zu 10 Nm³/min · t Metallschmelze ab. Dabei ergibt sich die untere
Grenze der Reaktionsgasdurchflußraten durch eine zu geringe Badbewegung
der Schmelze, bei der die hohen Stoffumsätze, verbunden mit einer hohen
Energieübertragungsdichte, gemäß der Erfindung nicht mehr möglich sind.
Das Maximum der Reaktionsgasdurchflußrate wird im wesentlichen dadurch
begrenzt, daß bei dem erfindungsgemäßen Verfahren keine sogenannten
Durchbläser auftreten dürfen. Mit Durchbläsern charakterisiert man einen
Betriebszustand, bei dem Gas und/oder Feststoffe, die man der Schmelze
durch Bodendüsen zuführt ohne vollständig reagiert zu haben, aus dem Bad
wieder austreten. Diese Durchbläser können durch eine Mindestbadhöhe und
kleinere Düsendurchmesser vermieden werden.
Erfindungsgemäß hat es sich als ausreichend erwiesen, wenn die
Badtiefe oberhalb der Düsen dividiert durch den inneren Durchmesser der
Unterbaddüsen, wobei Badtiefe und Durchmesser selbstverständlich die
gleiche Dimension haben, beispielsweise [m], Werte von gleich oder größer
20 erreichen. Aus dieser Beziehung folgt, daß bei gleicher Badhöhe viele
Düsen mit kleinem Durchmesser weniger zu Durchbläsern neigen als eine geringere
Anzahl von Düsen mit größerem Durchmesser. Gemäß der Erfindung
ist eine Mindestbadhöhe von ca. 0,5 m über den Mündungen der Unterbaddüsen
aufrechtzuerhalten, um bei den zuvor definierten hohen Gaseinblasraten
den beschriebenen, erfindungsgemäßen Betriebszustand der Schmelze
mit Mischzone und daraus fontänenartig aufsteigenden Teilmengen im metallurgischen
Reaktionsgefäß einzustellen.
Gemäß der Erfindung ist beim Einregeln der Reaktionsgasgesamtmenge,
die man der Metallschmelze unterhalb der Badoberfläche zuführt, auch der
in den Feststoffen chemisch gebundene Gasanteil, der bei der Temperatur
der Schmelze freigesetzt wird, zu berücksichtigen. Es können bei den unterhalb
der Badoberfläche eingeblasenen Feststoffen, beispielsweise bei
den verwendeten Kohlesorten, sehr unterschiedliche Gasmengen auftreten,
wie beispielsweise die Analysen von Gasflammkohle und Anthrazit zeigen.
Weiterhin ist der Sauerstoffgehalt des unterhalb der Badoberfläche
zugeführten Erzes in die Reaktionsgasmenge mit einzubeziehen.
Ein weiteres vorteilhaftes Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist seine hohe Rührleistung im Vergleich zu den bekannten Prozessen.
Diese Rührleistung wird im wesentlichen von den Reaktionsgasdurchflußraten
bestimmt. Die hohe Misch- oder Rührleistung ist eine weitere Voraussetzung
für die verstärkten Stoffumsätze bei diesem Prozeß. Die
Mischleistung E in [W] ist nach einer, gegenüber der in der EP
04 18 627 A genannten weiterentwickelten Formel berechnet.
Q = Gasdurchflußrate [Nm³/s]
R = Gaskonstante
T₁ = Badtemperatur [°K]
ρ₁ = Dichte der Schmelze [kg/m³]
g = Erdbeschleunigung [m/s²]
hb = Badtiefe [m]
P₂ = Druck an der Badoberfläche [Pa]
R = Gaskonstante
T₁ = Badtemperatur [°K]
ρ₁ = Dichte der Schmelze [kg/m³]
g = Erdbeschleunigung [m/s²]
hb = Badtiefe [m]
P₂ = Druck an der Badoberfläche [Pa]
Die nach dieser Formel ermittelte und auf die Tonne Metallschmelze
bezogene Rührleistung sollte für den erfindungsgemäßen Prozeß
über 6 kW/t betragen. Insgesamt liegt die Rührleistung für das erfindungsgemäße
Verfahren im Bereich von 6 kW/t bis 40 kW/t, und der bevorzugte
Bereich stellt sich etwa zwischen 10 kW/t bis 25 kW/t ein.
Bei der Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfindung in modernen
metallurgischen Reaktionsgefäßen, beispielsweise in einem Konverter zur
Stahlherstellung, der über Sauerstoffeinleitungsdüsen im Boden und Sauerstoffaufblasvorrichtungen
verfügt, sowie die Zufuhr von Feststoffen über
die Bodendüsen erlaubt, können die Stoffumsätze gegenüber den bekannten
Verfahren deutlich verstärkt werden. Die Durchflußraten für die Reaktionsgase
liegen zwischen 1 bis 8 Nm³/min · t Roheisen. Dabei führt man der
Eisenschmelze über die Bodendüsen im Konverter als Reaktionsgas hauptsächlich
Sauerstoff, Erdgas als Düsenschutzmedium und die in der eingeleiteten
Anthrazit-Kohle chemisch gebundenen Gase, insbesondere O₂ und H₂
zu. Die aus der Schmelze entweichenden Gase, vorzugsweise CO und H₂, werden
im Gasraum des Konverters durch den aufgeblasenen Sauerstoff zu CO₂
und H₂O nachverbrannt. Dabei betragen die Nachverbrennungsraten ca. 32%
und liegen somit deutlich über den ca. 20%, die sich mit den bekannten
Stahlfrischverfahren erreichen lassen. Der Wirkungsgrad für die Rückübertragung
der bei der Nachverbrennung erzeugten Wärme an die Schmelze
beträgt 85% und wird wesentlich durch die fontänenartig aus der Schmelze
austretenden Spritzer und Tropfen, die sich auf ballistischen Flugbahnen
im Konvertergasraum bewegen, gefördert. Bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren strebt man, im Gegensatz zum Anschwellen und Aufschäumen des
Bades bei den bekannten Prozessen, die turbulente, spritzende, mit
fontänenartig austretenden Schmelzanteilen gekennzeichnete Misch- und
Übergangszone an. Falls sich in dem Strahlerzeugungskonverter Anzeichen
für eine Schaumschlackenbildung ergeben, kann diese unerwünschte Schaumschlacke
durch Zugabe von feinkörnigen, kohlenstoffenthaltenden, festen
Brennstoffen und/oder Schlackenbildnern, beispielsweise Kohle und CaO,
über die Bodendüsen, sofort ausgeschaltet werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens bei der Strahlerzeugung und der Herstellung von Ferrolegierungen,
hat man Heißwind mit einer Temperatur von ca. 1300°C zur Nachverbrennung
der Reaktionsgase im Konvertergasraum eingesetzt. Es ließen sich
damit hohe Nachverbrennungsraten von ca. 50% und bei der Anwendung von
speziell entwickelten Aufblasdüsen, wie beispielsweise in der deutschen
Patentschrift 39 03 705 beschrieben, von über 60% erreichen. Dieses hohe
Nachverbrennungsniveau kann betriebssicher und reproduzierbar eingestellt
werden, und durch die gute Wärmerückübertragung an das Metallbad von mindestens
80% eröffnen sich neue Möglichkeiten bei der wirtschaftlichen
Herstellung von Stahl und Ferrolegierungen. Es können beispielsweise
Schrott unterschiedlicher Qualität und Stückigkeit, vorreduzierte Erze
mit geringem Metallisierungsgrad von nur ca. 30% oder insbesondere mit
hohem Metallisierungsgrad von 90 bis 100% und Festroheisen unterschiedlicher
Zusammensetzung kostengünstig mit geringem Fremdenergieeinsatz,
beispielsweise kohlenstoffenthaltenden Brennstoffen, eingeschmolzen
werden. Es lassen sich, abhängig von der eingesetzten Kohlesorte, Verbrauchswerte
von größenordnungsmäßig unter 100 kg pro t Einsatzstoff verwirklichen.
Die Einsatzstoffe lassen sich in den Konverter wie üblich
portionsweise chargieren, oder man kann sie kontinuierlich unterhalb
und/oder oberhalb der Badoberfläche der Metallschmelze zuführen. Beispielsweise
kann man granuliertes Festroheisen unterhalb der Badoberfläche
kontinuierlich einblasen und Schrott entsprechender Größe, wie beispielsweise
Schredder-Schrott, über entsprechende Aufgabevorrichtungen
kontinuierlich von oben der Schmelze im Konverter zuführen.
Eine besonders vorteilhafte Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ergibt sich bei der Schmelzreduktion von Metallerzen, insbesondere
Eisen- und eisenenthaltenden Erzen, zur Erzeugung von Roheisen und
Ferrolegierungen. Es hat sich für diese Anwendung beispielsweise ein liegendes
zylindrisches Reaktionsgefäß als vorteilhaft erwiesen. Bei dieser
Gefäßform können einige wichtige Merkmale des erfindungsgemäßen Verfahrens
in sehr günstiger Weise realisiert werden. Die angestrebte starke
Turbulenz der Übergangs- und Mischzone und die fontänenartig austretenden
Spritzer und Schmelzanteile, die sich auf ballistischen Flugbahnen im
Gasraum bewegen, lassen sich durch eine Vielzahl von Einblastrichtern,
gebildet vom Einblasfreistrahl über der Düsenmündung, verwirklichen. Dieser
Betriebszustand kann durch eine Vielzahl von Düsen mit kleinem Durchmesser
und bei relativ geringer Badtiefe, jedoch größer als 0,5 m, über
den Düsen herbeigeführt werden. Auch die Gefäßhöhe von ca. 1,5 m in
diesem Schmelzreduktionsgefäß trägt zur gewünschten und für das erfindungsgemäße
Verfahren günstigen Gefäßgeometrie bei. In diesem
Reaktionsgefäß ließen sich Durchflußraten für die Reaktionsgase von 1 bis
10 Nm³/min · t Metallschmelze problemlos einstellen. Als Reaktionsgas hat
man hauptsächlich Sauerstoff, das Düsenschutzmedium Methan und die chemisch
gebundenen Gase im Eisenerz und der zugeführten Kohle mit hohen
flüchtigen Anteilen in die Metallschmelze geleitet. Der Schmelzreduktionsprozeß
beginnt ohne Schlackenschicht auf dem Metallbad, und im Laufe
der Prozeßzeit baut sich eine Schlackenschmelze auf, deren Basizität in
diesem Fall durch Zugabe von Kalk über die Bodendüsen bei ca. 1,4 liegt.
Das Verfahren nach der Erfindung kann mit Erfolg in den Schmelzreduktionsgefäßen
der in jüngster Zeit angemeldeten
weiterentwickelten Prozesse gemäß DE 42 06 828 A1 ebenso
angewendet werden, wie bei den Verfahren auf diesem Gebiet, die in den
Patenten DE 36 07 774 und DE 36 07 776 beschrieben sind. Das erfindungsgemäße
Verfahren führt bei diesen genannten Schmelzreduktionsprozessen zu
einer weiteren Intensivierung der Stoffumsätze und damit zu höheren Einblasraten
unterhalb und oberhalb der Metallbadoberfläche, die sich in einer
weiteren Steigerung der Produktivität dieser Verfahren zeigen.
Diese vorteilhaften Wirkungen ergeben sich selbstverständlich genau
bei ähnlichen und hier nicht besonders genannten Schmelzreduktionsverfahren,
die ohne Schaumschlacke im Gasraum arbeiten, und es liegt im Sinne
der Erfindung, ihre Lehren auch zur Verbesserung bekannter Prozesse zu
nutzen und ggf. entsprechend anzupassen. Es hat sich insbesondere gezeigt,
daß bei jeder beliebigen Vorreduktionsstufe der für die Schmelzreduktion
eingesetzten Metallerze bis hin zu vollmetallisierten Erzen, beispielsweise
Eisenschwamm oder Eisenpellets, sich das erfindungsgemäße
Verfahren erfolgreich zur Verstärkung der Stoffumsätze und damit zur Produktionserhöhung
anwenden läßt. So können beispielsweise Metallerze ohne
Vorreduktion oder mit geringer Vorreduktion bis etwa zur Wüstitstufe bei
Eisenerzen, oder Metallerze mit gesteigerter Metallisierung von z. B. 30%
bis 50% aufwärts bis hin zu den hochmetallisierten Produkten mit 90%
bis 100% Metallisierung zum Einsatz kommen.
Die Erfindung wird anschließend an einer Zeichnung und einem Beispiel
näher erläutert.
Die Fig. 1 zeigt den Längsschnitt durch ein trommelförmiges
Reaktionsgefäß für die Schmelzreduktion von Eisen- und eisenenthaltenden
Erzen zur Erzeugung von Roheisen und Ferrolegierungen.
Das zylindrische Reaktionsgefäß besteht aus einem Blechmantel 1,
der mit einer feuerfesten Ausmauerung 2 ausgekleidet ist. In dieser feuerfesten
Ausmauerung 2 ist ein auswechselbarer Bodenteil 3 eingebaut, der
über Flansche 4 mit dem Reaktionsgefäß verbunden ist. Im Bodenteil 3 sind
die Unterbaddüsen 5 mit ihren Versorgungsanschlüssen 6 eingebaut. In dem
Reaktionsgefäß befindet sich die Metallschmelze 7 mit der Schlackenschicht
8. Über den Mündungen der Düsen 5 sind die Einblastrichter 9 zu
erkennen. Die Schmelze oberhalb der Düsen ist in die Übergangs-/Mischzone
10 und den darüberliegenden Gasraum 11 aufgelöst, in den sich
fontänenartig 12 und in Form von Tropfen und Spritzern 13 Schmelze ergießt.
Über die Heißwindleitung 14 wird die Heißwinddüse 15 mit vorgewärmter
Luft im Temperaturbereich zwischen 1100 bis 1500°C versorgt, und
der Nachverbrennungsjet 16 verbrennt die aus der Schmelze austretenden
Gase CO und H₂ zu CO₂ und H₂O. Die dabei entstehende Wärme wird unter Mitwirkung
der fontänenartig herausgeschleuderten Schmelzteile 12 und der
Tropfen und Spritzer 13 an die Schmelze 7 rückübertragen. Das nachverbrannte
Abgas, beladen mit Staub, verläßt das Reaktionsgefäß durch die
Abgasöffnung 17, wie durch die Pfeile 18 angedeutet. Weiterhin ist in der
Darstellung noch die Gefäßöffnung 19, durch die heißes, vorreduziertes
Erz in das Reaktionsgefäß gelangt, zu erkennen. Das Abstichloch 20 dient
dazu, Metall und Schlacke aus dem Schmelzreduktionsgefäß abzustechen. Der
Pfeil 21 deutet die Benetzung der feuerfesten Mauerungsoberfläche durch
Schmelze an.
In einem nichteinschränkenden Beispiel wird das Verfahren zur Verstärkung
der Stoffumsätze in metallurgischen Reaktionsgefäßen für die
Schmelzreduktion von Eisenerz in einem liegenden Trommelkonverter, ähnlich
dem in Fig. 1 dargestellten, näher erläutert.
In einem Pilot-Konverter, entsprechend Abb. 1 befindet sich
eine Eisenschmelze von 8 t Gewicht, mit einem Kohlenstoffgehalt von 3%.
Bei dem Prozeß gemäß der Erfindung mit hoher Intensität der Stoffumsätze
bläst man ca. 98 kg/min Hamersley-Feinerz und 46 kg/min Braunkohlenkoks,
sowie ca. 60 Nm³/h Methan zum Düsenschutz über die Unterbaddüsen in die
Schmelze ein. Es ergibt sich aus diesen Werten eine
Reaktionsgaseinblasrate von ca. 8 Nm³/min und t Metallschmelze.
Zu Beginn der Schmelzreduktion befindet sich keine Schlacke auf dem
Eisenbad. Aufgrund der sauren Kohleaschen leitet man zur Verbesserung der
Schlackenbasizität Kalk mit einer Blasrate von ca. 3,5 kg/min ebenfalls
über die Bodendüsen in die Schmelze und stellt damit ungefähr eine
Schlackenbasizität von 1,4 ein. Die Badhöhe hb über den Düsenmündungen
beträgt 0,47 m, bezogen auf die ruhende Badoberfläche, und die Gefäßhöhe
hr, von der gleichen Ebene aus gemessen, ergibt sich zu 1,4 m. Die
Unterbaddüsen weisen einen inneren Durchmesser von 12 mm auf, und davon
sind fünf Düsen in diesem Pilot-Konverter angeordnet.
Die Rührleistung errechnet sich zu 23 kW/t Metallschmelze. Über
eine Aufblasdüse oberhalb des Bodendüsenbereiches wird zur
Nachverbrennung der Reaktionsgase aus der Schmelze Heißwind mit einer
Temperatur von ca. 1200°C in einer Menge von 6000 Nm³/h plus 1200 Nm³/h
O₂-Anreicherung mit einem Drall auf die Schmelze geblasen. Der erzielte
Nachverbrennungsgrad beträgt 58% bei einer hohen Wärmerückübertragung
mit einem Wirkungsgrad von 85% an die Metallschmelze.
Nach einer Betriebszeit dieser Pilot-Anlage zur Schmelzreduktion
von ca. zwei Stunden konnte man 7,2 t Roheisen mit einem
Kohlenstoffgehalt von 3% und einer Temperatur von 1450°C abstechen. Die
anschließend abgestochene Schlackenmenge beträgt 1600 kg.
Das Verfahren gemäß der Erfindung hat sich bei der Stahlerzeugung
sowie bei der Herstellung von Ferrolegierungen im kombiniert blasenden
Sauerstoffkonverter, bei der Kohlevergasung im Eisenbad und bei der
Schmelzreduktion von eisenhaltigen Erzen ebenso bewährt wie für die Erzeugung
und Raffinierung von nichteisenhaltigen Metallen, insbesondere
bei der Kupfer- und Bleiproduktion.
Claims (13)
1. Verfahren zur Verstärkung der Stoffumsätze in metallurgischen
Reaktionsgefäßen, in denen sich eine Metallschmelze befindet, der
die Reaktionspartner unterhalb und oberhalb der Badoberfläche zugeführt
und die aus dem Metallbad austretenden Gase im Raum über der Schmelze
durch in diesen Gasraum eingeblasene oxidierende Gase nachverbrannt werden
und die dabei entstehende Wärme an die Metallschmelze übertragen
wird, dadurch gekennzeichnet, daß sich im Gasraum dieser metallurgischen
Reaktionsgefäße auf ballistischen Flugbahnen Anteile der Schmelze in Form
von Tröpfchen, Spritzern und größeren Teilchen der Schmelze bewegen, die
fontänenartig durch die über Unterbaddüsen eingeleitete Gasmenge aus der
Schmelze herausgeschleudert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die ballistischen Flugbahnen der Schmelzanteile im Gasraum der metallurgischen
Reaktionsgefäße durch Auftreffen auf die Gefäßwand oder auf die
Schmelze selbst, Kollision mit anderen Schmelzanteilen und Ansaugen durch
die auf das Bad geblasenen oxidierenden Gase geändert oder abgebrochen
werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Unterbaddüsen Reaktionsgase und/oder Intergase in
die Schmelze eingeleitet werden.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß zu den durch die Unterbaddüsen eingeleiteten
Gasmengen auch die in den eingeblasenen Feststoffen chemisch gebundenen
und bei der Badtemperatur freiwerdenden Gase mitgerechnet werden.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die über die Unterbaddüsen zugeführten Gasmengen
unabhängig von einer vorhandenen Schlackenschicht und der
Schlackenmenge auf der Metallschmelze eingeleitet werden.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß beim Einleiten der Gasmenge unterhalb der Badoberfläche
eine unerwünschte Schaumschlackenbildung auf dem Metallbad
durch das Einblasen unterhalb der Badoberfläche von feinkörnigen
Schlackenbildnern und/oder festen kohlenstoffenthaltenden Brennstoffen
vermieden wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die durch die Unterbaddüsen eingeleitete Gasmenge
mit Durchflußraten zwischen 0,2 Nm³/min bis 30 Nm³/min,
bezogen auf 1 t Metallschmelze,
dieser Metallschmelze im Reaktionsgefäß zugeführt wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Durchflußrate der über die Unterbaddüsen
eingeleiteten Gasmenge in Relation zu der Badtiefe der Metallschmelze
oberhalb dieser Düsen eingestellt wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß mit zunehmender Badtiefe über den Unterbaddüsen
die Durchflußrate der eingeleiteten Gase vergrößert wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Unterbaddüsen, durch die die Gase in die
Metallschmelze eingeblasen werden, einen Innendurchmesser d aufweisen und
in bezug auf die Badtiefe hb gemäß der Beziehung hb/d auf Werte größer 20
ausgelegt werden.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
10, dadurch gekennzeichnet, daß die Rührleistung E [W/t] auf Werte zwischen
6 kW/t bis 40 kW/t eingestellt wird.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
11, dadurch gekennzeichnet, daß die Rührleistung E auf Werte
zwischen 10 kW/t bis 25 kW/t eingestellt wird.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
12, dadurch gekennzeichnet, daß der Metallschmelze zur Metallerzeugung im
metallurgischen Reaktionsgefäß portionsweise und/oder kontinuierlich entsprechende
Rohstoffe oberhalb und/oder unterhalb der Metallbadoberfläche
zugeführt wird.
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