[go: up one dir, main page]

DE3337973A1 - Verfahren zur thermischen behandlung von abfallstoffen unter zugabe basisch wirkender stoffe - Google Patents

Verfahren zur thermischen behandlung von abfallstoffen unter zugabe basisch wirkender stoffe

Info

Publication number
DE3337973A1
DE3337973A1 DE19833337973 DE3337973A DE3337973A1 DE 3337973 A1 DE3337973 A1 DE 3337973A1 DE 19833337973 DE19833337973 DE 19833337973 DE 3337973 A DE3337973 A DE 3337973A DE 3337973 A1 DE3337973 A1 DE 3337973A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
dust
reaction chamber
basic
process gas
substances
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Granted
Application number
DE19833337973
Other languages
English (en)
Other versions
DE3337973C3 (de
DE3337973C2 (de
Inventor
Klaus Dr. 8000 München Hillekamp
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Deutsche Kommunal Anlagen Miete GmbH
Original Assignee
Deutsche Kommunal Anlagen Miete GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Deutsche Kommunal Anlagen Miete GmbH filed Critical Deutsche Kommunal Anlagen Miete GmbH
Priority to DE19833337973 priority Critical patent/DE3337973C3/de
Publication of DE3337973A1 publication Critical patent/DE3337973A1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE3337973C2 publication Critical patent/DE3337973C2/de
Publication of DE3337973C3 publication Critical patent/DE3337973C3/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10LFUELS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; NATURAL GAS; SYNTHETIC NATURAL GAS OBTAINED BY PROCESSES NOT COVERED BY SUBCLASSES C10G OR C10K; LIQUIFIED PETROLEUM GAS; USE OF ADDITIVES TO FUELS OR FIRES; FIRE-LIGHTERS
    • C10L10/00Use of additives to fuels or fires for particular purposes

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

  • Verfahren zur thermischen Behandlung von Abfallstoffen unter
  • Zugabe basisch wirkender Stoffe Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur thermischen Behandlung von Abfallstoffen unter Zugabe basisch wirkender Stoffe in den Reaktionsraum des thermischen Prozesses.
  • Es ist bereits bekannt, Abfälle durch thermische Behandlung, insbesondere durch Entgasung und/oder Vergasung, unter erheblicher Volumenreduzierung und Hygienisierung zu behandeln.
  • Bei diesem Verfahren entstehen Brenngase als Prozeßgas und ein kohlenstoffhaltiger Rückstand. Die Brenngase enthalten neben brennbaren Stoffen und Wasserdampf auch noch saure Schadstoffe in Form von Chlorwasserstoff, Fluorwasserstoff, Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid. Es handelt sich bei diesen Verbindungen um Substanzen, die die nachfolgenden Reinigungs- und Verwertungsmaßnahmen stören. Außerdem dürfen nur bestimmte Mindestmengen aus einer Anlage emittiert werden.
  • In der DE-OS 30 142 382 ist bereits vorgeschlagen worden, durch Zugabe von feinpulvrigen basischen Stoffen, wie Calciumhydroxyd oder Calciumcarbonat, diese sauren Schadstoffe in den entstehenden Rückstand einzubinden. Eine weitestgehende Reinigung des Prozeßgases von diesen sauren Schadstoffen und die Einbindung der entstehenden Neutralsalze in den Rückstand ist möglich. Allerdings ist hierzu ein hoher Bedarf an Calciumhydroxyd erforderlich. Werden beim Hausmülll zur Neutralisation und Einbindung von 4 kg Chlorwasserstoff/t Müll rein stöchiometrisch rd. 4 kg Calciumhydroxyd benötigt, so ist der tatsächliche Bedarf deutlich höher. Er beträgt 15-20 kg/t Hausmüll. Trotz dieses hohen Überschusses an Calciumhydroxyd ist die Sicherheit der Einhaltung des Grenzwertes für Chlorwasserstoff bei der Verbrennung des Pyrolysegases nicht gegeben. Außerdem führt die stark überstöchiometrische Zugabe von Calciumhydroxid zu einer Belastung des Rückstandes mit einer stark alkalisch wirkenden Verbindung.
  • Hinzu kommt noch, daß es trotz des stark überstöchiometrischen Verhältnisses von Calciumhydroxyd zu ChlorWasserstoff nicht möglich ist, auftretende Spitzen der Chlorwasserstoffkonzentration, verursacht durch stark chlorhaltige Abfälle, abzufangen.
  • Aufgabe der vorliegenden Verbindung ist es deshalb, ein wirksames Verfahren zur Reduzierung des Gehaltes an sauren Schadstoffen in den Prozeßgasen aus der thermischen Behandlung von Abfällen vorzuschlagen.
  • Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemäße Verfahren zur thermischen Behandlung von Abfallstoffen unter Zugabe basisch wirkender Stoffe in den Reaktionsraum des thermischen Prozesses dadurch gelöst, daß der aus dem Reaktionsraum ausgetragene, basisch wirkende Staub wieder in den Reaktionsraum zurückgeführt wird.
  • In der Technik werden als basische Substanzen in feinpulvriger Form vorwiegend die wirtschaftlichen Calciumverbindungen wie Kalkhydrat, Branntkalk und etwas seltener, Calciumcarbonat, eingesetzt. Sie finden als sehr feinteilige, oberflächenreiche Substanzen Verwendung, da eine große Oberfläche die Reaktion der gasförmigen Schadstoffe mit den Festkörpern begünstigt.
  • Auch wenn die basischen Verbindungen als Dispersionen eingedüst werden, entstehen feinste Teilchen mit niederen spezifischem Gewicht. Dieses Feinpulver wird infolge der Gasströmung im Reaktionsraum bevorzugt ausgetragen. Es gelangt in den Entstauber und wird dort abgeschieden oder passiert in der feinsten Verteilung den Entstauber und gelangt bei der Verbrennung des Prozeßgases schließlich in die Verbrennungsgase.
  • Nach den Verfahren des Standes der Technik wird versucht, den Staubaustrag aus dem Reaktionsraum zu verhindern. Dies geschieh dadurch, daß die Gasgeschwindigkeiten im Reaktionsraum niedrig gehalten werden und die Verwirbelung der kohlenstoffhaltigen Rückstände plus basische Substanzen mit dem Prozeßgas ebenfalls gering gehalten wird.
  • Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren besteht jedoch das Bestreben, den Staubaustrag zu erhöhen, enthält er doch einen erheblichen Anteil an basisch wirkenden Substanzen. Die Verfahrensführung hat also so zu erfolgen, daß aus dem kohlenstoffhaltigen Rückstand, der das nicht umgesetzte feinteilige basische Material enthält, die Feinanteile ausgetragen und einem Abscheider zugeführt werden.
  • Das im Abscheider angefallene Feingut wird dann zur weiteren Ausnutzung der nicht umgesetzten basischen Anteile in den Reaktionsraum zurückgeführt.
  • Ein Teil des im Abscheider angefallenen Gutes wird nicht mehr in den Prozeß zurückgeführt und ausgeschleust.
  • Eine günstige Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß der immer vorhandene Austrag an basisch wirkendem Staubsaus dem Reaktionsraum durch Einbauten in den Reaktionsraum nocht erhöht wird.
  • Es handelt sich hierbei um mechanische Hilfen, den kohlenstoffhaltigen Rückstand, der die basischen Stoffe enthält, mit dem bei der thermischen Behandlung der Abfälle entstehenden Prozeßgas zu verwirbeln. Eine Verwirbelung des Rückstandes mit dem Prozeßgas, das die sauren Schadstoffe enthält, erhöht die Umsetzung dieser sauren Stoffe mit den basisch wirkenden Substanzen. Gleichzeitig steigt damit die Menge an Feinanteil an, der mit dem Prozeßgas ausgetragen wird.
  • Besonders günstig ist es, wenn bei dem erfindungsgemäßen Verfahren in den Reaktionsraum Vorrichtungen zum Aufwirbeln des Rückstandes z.B. Hubschaufeln oder Rührer, eingebaut sind.
  • Da bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorwiegend ein außenbeheiztes Drehrohr zur Anwendung kommt, sind Einbauten wie Hubschaufeln oder Rührer besonders günstig.
  • Die Hubschaufeln heben den kohlenstoffhaltigen Rückstand und die basischen Stoffe hoch und werfen sie in den Gasraum ab. Durch das hohe Angebot von basischen Substanzen im Gasraum wird die Reaktion zwischen den basischen Stoffen und den sauren Schadstoffen begünstigt. Cleichzeitig wird der Austrag der Feinteile, die basisch wirken, gesteigert.
  • Der gleiche Effekt kann durch Einbauten von Rührern zum Auswirbeln des kohlenstoffhaltigen Rückstandes bewerkstelligt werden. Die Rührer erstrecken sich hierbei bei Drehrohren nur über den letzten Teil des Drehrohres, vorzugsweise das letzte Drittel. 8ei feststehenden Rohren mit Innenrührung kann der Rührer so gestaltet werden, daß die Verwirbelung von Rückstand und Prozeßgas im letzten Drittel besonders stark ist, z.B. durch Erhöhung der Rührerfläche.
  • Eine weitere, vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäusen Verfahrens besteht darin, daß der Austrag des basisch wirkenden Staubes aus dem Reaktionsraum durch Erhöhung der Prozeßgasgeschwindigkeit im Reaktionsraum verstärkt wird.
  • Mit Vorteil läßt sich dies dadurch ausführen, daß zur Erhöhung der Prozeßgasgeschwindigkeit im Reaktionsraum das Prozeßgas im Umwälzverfahren durch den Reaktionsraum geleitet wird. Zweckmäßigerweise wird entstaubtes Prozeßgas eingesetzt.
  • Eine weitere Ausführungsform des Verfahrens besteht darin, die Erhöhung der Prozeßgasgeschwindigkeit durch Verengung des Querschnittes des Reaktionsraumes zu bewerkstelligen.
  • Die Verengung setzt in dem Teil des Reaktors ein, in dem bereits weitgehend entgaster Abfall vorliegt.
  • Die Erhöhung der Prozeßgasgeschwindigkeit läßt sich daher vorteilhaft durch Verengung des Querschnittes des Reaktionsraumes im Austragsbereich, vorzugsweise im letzten Drittel, b ewerk stelligen.
  • Durch die Erhöhung der Prozeßgasgeschwindigkeit läßt sich insgesamt mehr Staub und damit auch mehr basisch wirkende Substanz austragen.
  • Gleichzeitig können die bereits beschriebenen Maßnahmen, die die Durchwirbelung des Rückstandes mit dem Prozeßgas fördern, nämlich Hubschaufeln und Rührer, angewandt werden.
  • Eine vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ergibt sich auch dadurch, daß im Reaktionsraum durch Einbauten Turbulenzen in der Gasströmung zur Verwirbelung von Prozeßgas und aufgewirbeltem Rückstand erzeugt werden.
  • t Der Vorteil dieser Ausführungsform ergibt sich dadurch, daß das durch Hubschaufeln hochgehobene und in den Gasraum abgeworfene Gut durch den Gasstrom, dessen Richtung geändert wird, besonders günstig durchmischt wird. Damit ergeben sich verstärkte Reaktionsmöglichkeiten zwischen den sauren und basischen Stoffen und auch erhöhter Austrag.
  • Eine weitere, technisch günstig zu realisierende Ausführungs form des Verfahrens besteht darin, das Prozeßgas getrennt vom festen Rückstand des thermischen Prozesses abzuführen und dann zur verstärkten Abtrennung des basisch wirkenden Staubes quer oder entgegengesetzt zum freifallenden Rückstand zu führen. Dies wird technisch derart realisiert, daß der aus dem Reaktionsraum ausgetragene Rückstand in einen Austragsschacht abgeworfen wird. Aus dem freifallenden Rückstand kann nunmehr mit Hilfe des Prozeßgases nach den Prinzipien der Windsichtung feinpulvriges Material, das einen besonders hohen Anteil an basisch reagierenden Stoffen enthält, abgetrennt werden.
  • Weiterhin hat es sich als vorteilhaft erwiesen, aus dem Prozeßgas, das vom festen Rückstand des thermischen Prozesses abgebrannt wurde, den inerten Staub abzubrennen, ohne den basisch wirkenden Feinstaub zu erfassen. Technisch kann diese Aufgabe so gelöst werden, daß mit Hilfe eines Zyklons der inerte, d.h. nicht basisch reagierende Staub, der ein gröberes Korn als die zugesetzte basische Substanz hat, abgeschieden wird. Durch diese Maßnahme werden die nachgeschalteten Abscheidevorrichtungen entlastet und der Feinstaub, der wieder in den Reaktionsraum zurückgeführt wird, von Ballaststoffen befreit.
  • Eine günstige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens läßt sich auch dadurch erzielen, daß dem staubbeladenen Promeßgas vor der Abscheidung des Staubes basisch wirkende Stoffe zugesetzt werden.
  • Der aus dem Reaktionsraum ausgetragene Staub, kann an entsprechenden Abscheidern abgeschieden werden. Sollte die Umsetzung zwischen den basischen Stoffen und den sauren Schadstoffen noch nicht im erwünschten Maße erfolgt sein, so ist es auch möglich, durch Zusatz von basischen Stoffen zum Prozeßgas vor der Abscheidung diese weitere Umsetzung zu erzwingen. Die hierbei gebildeten Neutralsalze können an den Abscheidern abgeschieden werden. Durch Rückführung des abgeschiedenen Staubes in den Reaktionsraum läßt sich dann eine weitere Ausnützung der basischen Stoffe erzielen.
  • Als basisch wirkende Stoffe kommen vorwiegend feinpulvrige Substanzen in Frage, wie Calciumhydroxyd, Branntkalk und Calciumcarbonat. Andererseits ist es auch möglich diese Stoffe in wässriger Suspension einzubringen. Als basische Stoffe sind ferner auch basisch wirkende Alkaliverbindungen, wie Natriumcarbonat oder Natriumhydroxyd, zu verwenden. Ebenfalls einsetzbar sind auch Substanzen, die bei Normaltemperatur als Neutralsalze reagieren und sich dann erst bei erhöhter Temperatur durch Zersetzung in basische Stoffe umbilden. Es sei hierbei auf Natriumformiat und die Salze organischer Säuren verwiesen. Eine Aufzählung geeigneter Verbindungen enthält die DE-OS 30 25 263 Weiterhin ist es auch möglich, das erfindungsgemäße Verfahren in der Ausührungsform anzuwenden, daß dem abgeschiedenen Staub vor der Rückführung in den Reaktor basisch wirkende Substanzen zugesetzt werden. Es kann die gesamte Menge oder nur ein Teil der frisch einzubringenden, basisch reagierenden Substanz zugesetzt werden. Die zuzusetzenden basischen Substanzen entsprechen den oben aufgezählten.
  • Die Zugabe von basisch wirkenden Substanzen zum staubbeladenen Prozeßgas findet vor allen Dingen dann Anwendung, wenn die Bildung saurer Stoffe während der thermischen Behandlung sehr ungleichförmig ist, d.h. wenn Konzentrationsspitzen an sauren Stoffen, insbesondere an Chlorwasserstoff, auftreten. Diese Spitzen können dann ohne Schwierigkeiten abgefangen werden, wenn dem staubbeladenen Prozeßgas nach Maßgabe der Konzentrationserhöhung noch zusätzlich basische Substanzen zugesetzt werden, die auf dem Wege zum Abscheider und dann auch noch im Abscheider mit den sauren Stoffen reagieren.
  • Als geeignete Abscheider zur Durchführung des Verfahrens haben sich insbesondere Gewebefilter und Schüttbettreaktoren erwiesen.
  • Am Gewebefilter baut sich eine Schicht aus ausgetragenem Staub auf, der vom Prozeßgas durchströmt werden muß. Hierbei tritt eine wesentliche Nachreaktion zwischen den basischen Substanzen und den sauren Schadstoffen auf. Das gleiche ist der Fall, wenn Schüttbettreaktoren eingesetzt werden. Diese sind mit körnigen Inertstoffen, eventuell beladen mit basischen Substanzen, gefüllt. Andererseits ist es möglich, körniges basisches Material z B. Calciumcarbonat einzusetzen.
  • An diesem Material scheidet sich der Staub ab, der vom ProzeB-gas passiert werden muß, oder der mit dem Prozeßgas in Berührung kommt. Beim weiteren Weg des Prozeßgases durch die feste Masse tritt eine zusätzliche Reaktion zwischen den sauren Schadstoffen und den basischen Substanzen der Schüttung auf, wenn die Schüttung basisch gemacht wurde. Das aus der Schüttung ausgetragene Material kann vom anhaftenden Staub befreit werden, der dann wieder zum Reaktionsraum zurückgeführt wird.
  • Andererseits ist es jedoch auch möglich, das ausgetragene Material des Schüttbettreaktors ohne weitere Behandlung in den Reaktionsraum einzuführen. Restbestände an basischem Material und dem abgeschiedenen Staub, der basischen Substanzen enthält, können dann im Reaktor mit den sauren Schadstoffen weiter reagieren.
  • Falls erforderlich, kann das ausgetragene Material des Schüttbettreaktors vom basisch reagierendem Staub, der nur leicht am körnigen Material haftet, befreit werden. Fester haftendes Material, z.B. Fure, kann mechanisch durch Abrieb oder Abschälen oder auch chemisch entfernt werden. Dann kann es wieder in die Schüttung eingebracht werden.
  • Die Rückführung des abgeschiedenen, basisch wirkenden Staubes erfolgt nach einer Ausführungsform des Verfahrens derart, daß er mit Hilfe von Prozeßgas in den Reaktionsraum eingeblasen wird. Die Verwendung von Prozeßgas hat den Vorteil, daß kein Fremdgas in das System eingebracht wird, das unter Umständen zu Problemen und Störungen Anlaß gibt. Es bietet sich an, den rückgeführten Staub am Eingansteil des Reaktionsraumes einzublasen. Der Staub schlägt sich weitestgehend am Abfall nieder und gelangt im Verlauf der weiteren thermischen Behandlung zur Umsetzung mit den entstehenden sauren Schadstoffen.
  • Eine vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens ergibt sich daraus, daß der abgeschiedene, basisch wirkende Staub außerhalb oder auch innerhalb des Reaktionsraumes mit dem thermisch zu behandelnden Gut vermischt wird. Die Vermischung fördert die gleichmäßige Verteilung von Staub und Abfall und damit die Umsetzung der basischen Substanzen und der entstehenden sauren Schadstoffe.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren findet vorzugsweise bei der Entgasung oder Vergasung von Abfällen in Drehrohren oder in feststehenden Rohren mit Innentransporteinrichtung Anwendung.
  • Es ist nicht nur für Hausmüll, sondern auch für alle Sonderabfälle, die organische Stoffe enthalten qeeiqnet.
  • Im einzelnen seien Klärschlamm, Altreifen, Altgummi, Shredder-Abfälle, Kunststoffe, insbesondere PVC, Lacke, Altöle, Destillationsrückstände und Textilien aufgeführt. Diese Abfälle können für sich allein oder in Mischung miteinander eingesetzt werden.
  • Die Entgasung oder Vergasung kann hierbei sowohl kontinuierlich als auch diskontinuierlich betrieben werden.
  • Haupteinsatzgebiet des erfindungsgemäßen Verfahrens ist jedoch die Entgasung oder Vergasung von Hausmüll und von schwefel-, fluor- und/oder chlorhaltigen Abfällen.

Claims (16)

  1. ANSPRÜCHE 1. Verfahren zur thermischen Behandlung von Abfallstoffen unter Zugabe basisch wirkender Stoffe in den Reaktionsraum des thermischen Prozesses, dadurch gekennzeichnet, daß der aus dem Reaktionsraum ausgetragene, basisch wirkende Staub wieder in den Reaktionsraum zurückgeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der aus dem Reaktionsraum ausgetragene, basisch wirkende Staub aus dem Prozeßgas abgeschieden und wieder in den Reaktionsraum zurückgeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Austrag des basisch wirkenden Staubes aus dem Reaktionsraum durch Einbauten in den Reaktionsraum erhöht wird.
  4. 4. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der Austrag des basisch wirkenden Staubes aus dem Reaktionsraum durch Vorrichtungen zum Aufwirbeln des Rückstandes der thermischen Behandlung, wie Hubschaufeln, Rührer und dgl., erhöht wird.
  5. 5. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der Austrag des basisch wirkenden Staubes aus dem Reaktionsraum durch Erhöhung der Prozeßgasgeschwindigkeit im Reaktionsraum verstärkt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erhöhung der Prozeßgeschwindigkeit im Reaktionsraum Prozeßgas im Umwälzverfahren durch den Reaktionsraum geleitet wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhöhung der Prozeßgeschwindigkeit durch Verengung des Querschnittes des Reaktionsraumes bewerkstelligt wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhöhung der Prozeßgasgeschwindigkeit durch Verengung des Querschnittes des Reaktionsraumes im Austragsbereich, vorzugsweise im letzten Drittel, bewerkstelligt wird.
  9. 9. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß im Reaktionsraum durch Einbauten Turbulenzen in der Gasströmung zur Verwirbelung von Prozeßgas und aufgewirbeltem Rückstand erzeugt werden.
  10. 10. Verfahren den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß das Prozeßgas getrennt vom festem Rückstand des thermischen Prozesses abgezogen und dann zur verstärkten Abtrennung des basisch wirkenden Staubes quer oder entgegengesetzt zum frei fallenden Rückstand geführt wird.
  11. 11. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem vom festen Rückstand des thermischen Prozesses abgetrennten Prozeßgas der Staub abgeschieden wird, der ein gröberes Korn als die zugesetzte basische Substanz hat.
  12. 12. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß dem staubbeladenen Prozeßgas vor der Abscheidung des Staubes basisch wirkende Stoffe zugesetzt werden.
  13. 13. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß dem abgeschiedenen, basisch wirkenden Staub vor der Rückführung in den Reaktionsraum basisch wirkende Substanzen zugesetzt werden.
  14. 14. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der abgeschiedene, basisch wirkende Staub mit Hilfe von Prozeßgas in den Reaktionsraum eingeblasen wird.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 1-13, dadurch gekennzeichnet, daß der abgeschiedene, basisch wirkende Staub außerhalb und/oder innerhalb des Reaktionsraumes mit dem thermisch zu behandelnden Gut vermischt wird.
  16. 16. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische Behandlung als Entgasung und/oder Vergasung durchgeführt wird.
DE19833337973 1983-10-19 1983-10-19 Verfahren und vorrichtungen zur pyrolytischen behandlung von abfallstoffen unter zugabe basisch wirkender stoffe Expired - Lifetime DE3337973C3 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19833337973 DE3337973C3 (de) 1983-10-19 1983-10-19 Verfahren und vorrichtungen zur pyrolytischen behandlung von abfallstoffen unter zugabe basisch wirkender stoffe

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19833337973 DE3337973C3 (de) 1983-10-19 1983-10-19 Verfahren und vorrichtungen zur pyrolytischen behandlung von abfallstoffen unter zugabe basisch wirkender stoffe

Publications (3)

Publication Number Publication Date
DE3337973A1 true DE3337973A1 (de) 1985-05-09
DE3337973C2 DE3337973C2 (de) 1985-10-17
DE3337973C3 DE3337973C3 (de) 1990-11-15

Family

ID=6212215

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19833337973 Expired - Lifetime DE3337973C3 (de) 1983-10-19 1983-10-19 Verfahren und vorrichtungen zur pyrolytischen behandlung von abfallstoffen unter zugabe basisch wirkender stoffe

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE3337973C3 (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1998047984A1 (en) * 1997-03-21 1998-10-29 Montevenda S.R.L. Thermochemical process for converting urban and special refuse into basic chemical products, and plant for implementing the process

Citations (15)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2056746A (en) * 1931-12-19 1936-10-06 Strupp Ernst Method for carbonization of all kinds of pulp waste lyes
DE881188C (de) * 1943-03-19 1953-06-29 Kloeckner Humboldt Deutz Ag Verfahren und Vorrichtung zum Schwelen von stueckigen Brennstoffen
DE937080C (de) * 1952-03-16 1955-12-29 Hoechst Ag Schaufelwender
DE2520754A1 (de) * 1975-05-09 1976-11-18 Lampl Helma Verfahren und vorrichtung zur pyrolyse von abfallprodukten
DE2614417A1 (de) * 1976-04-02 1977-10-13 Lampl Helma Vorrichtung zur durchfuehrung einer pyrolyse von abfallprodukten
DE2735436A1 (de) * 1977-08-05 1979-02-22 Rohrbach Gerhard Verfahren zur entfernung der bei der verbrennung fossiler brennstoffe entstehenden schwefeloxide aus rauchgasen
DE2924585A1 (de) * 1978-07-13 1980-01-24 Grillo Werke Ag Feste absorptionsmasse fuer die trockene enthalogenierung von gasstroemen, verfahren zu ihrer herstellung und ihre verwendung
DE2842126A1 (de) * 1978-09-28 1980-04-10 Anlagen Leasing Service Pyrolyse-reaktor zur umsetzung von abfall
EP0022214A1 (de) * 1979-06-25 1981-01-14 BKMI Industrieanlagen GmbH Verfahren und Anlage zur Pyrolyse von Abfallstoffen
DE2925620A1 (de) * 1979-06-25 1981-01-15 Babcock Krauss Maffei Ind Verfahren zur pyrolyse von abfallstoffen
DE2709671B2 (de) * 1977-03-05 1981-03-19 Chadwell Newport Beach Calif. O'Connor Drehrohrofen zur pyrolythischen Zersetzung von Stoffen
DE2944989A1 (de) * 1979-11-07 1981-05-21 Deutsche Kommunal-Anlagen Miete GmbH, 8000 München Verfahren zum reinigen von pyrolysegasen
DE2951478A1 (de) * 1979-12-20 1981-07-09 Babcock Krauss Maffei Ind Verfahren zur pyrolyse von abfallstoffen
DE3025263A1 (de) * 1980-07-03 1982-03-04 Deutsche Kommunal-Anlagen Miete GmbH, 8000 München Verfahren zur einbindung saeurebildender substanzen, die bei der thermischen behandlung, insbes. pyrolyse von organischen stoffen entstehen, in den bei der thermischen behandlung entstehenden rueckstand
JPS5861181A (ja) * 1981-10-08 1983-04-12 Agency Of Ind Science & Technol 廃棄物の熱的処理における有害成分処理方法及びその装置

Patent Citations (15)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2056746A (en) * 1931-12-19 1936-10-06 Strupp Ernst Method for carbonization of all kinds of pulp waste lyes
DE881188C (de) * 1943-03-19 1953-06-29 Kloeckner Humboldt Deutz Ag Verfahren und Vorrichtung zum Schwelen von stueckigen Brennstoffen
DE937080C (de) * 1952-03-16 1955-12-29 Hoechst Ag Schaufelwender
DE2520754A1 (de) * 1975-05-09 1976-11-18 Lampl Helma Verfahren und vorrichtung zur pyrolyse von abfallprodukten
DE2614417A1 (de) * 1976-04-02 1977-10-13 Lampl Helma Vorrichtung zur durchfuehrung einer pyrolyse von abfallprodukten
DE2709671B2 (de) * 1977-03-05 1981-03-19 Chadwell Newport Beach Calif. O'Connor Drehrohrofen zur pyrolythischen Zersetzung von Stoffen
DE2735436A1 (de) * 1977-08-05 1979-02-22 Rohrbach Gerhard Verfahren zur entfernung der bei der verbrennung fossiler brennstoffe entstehenden schwefeloxide aus rauchgasen
DE2924585A1 (de) * 1978-07-13 1980-01-24 Grillo Werke Ag Feste absorptionsmasse fuer die trockene enthalogenierung von gasstroemen, verfahren zu ihrer herstellung und ihre verwendung
DE2842126A1 (de) * 1978-09-28 1980-04-10 Anlagen Leasing Service Pyrolyse-reaktor zur umsetzung von abfall
EP0022214A1 (de) * 1979-06-25 1981-01-14 BKMI Industrieanlagen GmbH Verfahren und Anlage zur Pyrolyse von Abfallstoffen
DE2925620A1 (de) * 1979-06-25 1981-01-15 Babcock Krauss Maffei Ind Verfahren zur pyrolyse von abfallstoffen
DE2944989A1 (de) * 1979-11-07 1981-05-21 Deutsche Kommunal-Anlagen Miete GmbH, 8000 München Verfahren zum reinigen von pyrolysegasen
DE2951478A1 (de) * 1979-12-20 1981-07-09 Babcock Krauss Maffei Ind Verfahren zur pyrolyse von abfallstoffen
DE3025263A1 (de) * 1980-07-03 1982-03-04 Deutsche Kommunal-Anlagen Miete GmbH, 8000 München Verfahren zur einbindung saeurebildender substanzen, die bei der thermischen behandlung, insbes. pyrolyse von organischen stoffen entstehen, in den bei der thermischen behandlung entstehenden rueckstand
JPS5861181A (ja) * 1981-10-08 1983-04-12 Agency Of Ind Science & Technol 廃棄物の熱的処理における有害成分処理方法及びその装置

Non-Patent Citations (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Title
Bergbau, Rohstoffe, Energie Bd.22, Kohlevergasung Verl. Glückauf, Essen 1981 *
Chemical Abstracts 99, Okt. 1983, 16, S. 327 *
Chemie-Ing.-Techn. 35, 1963, 1, S. 48-54 *
DE-Z: Müll und Abfall, 1982, 4, S. 86, 88 *
ULLMANN: Enzyclopädie der techn. Chemie, Bd. 6, 1981, S. 600, 601 *

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1998047984A1 (en) * 1997-03-21 1998-10-29 Montevenda S.R.L. Thermochemical process for converting urban and special refuse into basic chemical products, and plant for implementing the process

Also Published As

Publication number Publication date
DE3337973C3 (de) 1990-11-15
DE3337973C2 (de) 1985-10-17

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0563777B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Synthesegas durch thermische Behandlung von metallische und organische Bestandteile enthaltenden Reststoffen
DE3347554C2 (de) Verfahren zur Gewinnung von verwertbarem Gas aus Müll durch Pyrolyse und Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens
DE2242012A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur gemeinsamen entsorgung von industrie- haushaltsmuell und klaerschlamm
DE2162436A1 (de) Verfahren zur Umwandlung organischer Materialien durch Pyrolyse oder Hydrierung
DE3322159A1 (de) Verfahren zur abtrennung von schadstoffen aus abgasen
DE69414373T2 (de) Verfahren und anlage zur entfernung und/oder wiederverwendung von materialien
DE60221549T2 (de) Verfahren und vorrichtung zur vergasung von brennstoff in einem wirbelschichtreaktor
EP1078698B1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur thermolytischen Aufarbeitung von polymer- und zellulosehaltigen Stoffen, insbesondere Shredderleichtgut
EP0185648A2 (de) Verfahren zur Entsorgung von Klärschlamm aus einer biologischen Abwasserreinigungsanlage
DE2944989C3 (de)
DE2834718C2 (de) Verfahren zur kombinierten Müllverwertung/Abwasseraufbereitung und Mehrstufen-Filtrationsvorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
DE69808259T2 (de) Verfahren zum behandeln eines metall und organische stoffe enthaltenden materials, mittels metallseparation
DE3023670C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Schwelen von Ölschiefer
EP1537905B1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Sorption von Schadstoffen aus Verbrennungsabgasen mittels einer fluidisierenden Wirbelschicht
EP0465620B1 (de) Verfahren zur entölung von kleinteiligem feststoffgut, insbesondere metallhaltigen produktionsrückständen und verunreinigten böden
DE3337973A1 (de) Verfahren zur thermischen behandlung von abfallstoffen unter zugabe basisch wirkender stoffe
DE4442100A1 (de) Verfahren und Anlage zur Aufbereitung von Klärschlamm zu einer Rohmehlkomponente für die Zementherstellung
DE19612240A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Abscheidung von Schadstoffen, insbesondere von Stickoxiden, aus Rauchgas
DE3632364C2 (de) Verfahren zur Gewinnung von Sekundärrohstoffen
DE2910537A1 (de) Verfahren zur regenerierung von trockenen und feinkoernigen rueckstaenden aus abgasreinigungssystemen
DE2952642C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur trockenen Heißreinigung von schadstoffhaltigen Gasen
DE3130031A1 (de) Verfahren zur vergasung von kohle
DD282023A5 (de) Verfahren und anlage zur rueckgewinnung von verwertbarem gas aus muell durch pyrolyse
DE69407605T2 (de) Poröses körniges material aus waschwassern von wolle verfahren zur herstellung und verwendungen
DE3809938A1 (de) Verfahren zum erzeugen von flugasche enthaltenden formkoerpern

Legal Events

Date Code Title Description
OP8 Request for examination as to paragraph 44 patent law
D2 Grant after examination
8364 No opposition during term of opposition
8363 Opposition against the patent
8366 Restricted maintained after opposition proceedings
8305 Restricted maintenance of patent after opposition
D4 Patent maintained restricted