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Verfahren und Vorrichtung zur Einstellung des Verzugsver-
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hältnisses eines Streckwerks einer Spinnmaschine Die Erfindung betrifft
ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens gemäß dern Oberbegriff des Patentanspruchs 3.
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Die Erfindung ist insbesondere bei einem Dreiwalzenstreckwerk einer
Spinnmaschine anwendbar. Bei Streckwerken von Fadenspinnmaschinen, in die ein Faserstrang
ohile Durchlaufen einer Vorgarnstufe direkt zugeführt wird, ergibt das Gesarntverzugsverhältnis
zwischen dem Hinterwalzenpaar und dem Vorderwalzenpaar eine hohe Zahl. Diese Zahl
liegt im Bereich von 100 bis 400, wenn ein keine Drehungen aufweisender Faserstrang
ein mit einem Paar Hinterwalzen, einem Paar Mittelwalzen mit Laufriemchen und einem
Paar Vorderwalzen verschenes Streckwerk durchläuft. Das Gesamtverzugsverhältnis
ist aufteilbar in zwei Teile: Einem Vorverzugsverhältnis zwischen den Hinterwalzen
und den Mittelwalzen und einem Hauptverzugsverhältnis zwischen den Mittelwalzen
und den Vorderwalzen.
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Diese Verzugsverhältnisse verhalten sich zueinander wie folgt:
(LJesalntverzugsverhältnis)
= (Vorverzugsverhäl tnis x Hauptverzugsverhäl tni s), wobei das Vorverzugsverhältnis
viel kleiner als das Hauptverzugsverhältnis ist.
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Der dem Verzug unterzogene Faserstrang besteht aus einer ungedrehten
Faserrnasse, in der die Parallelität der Faserausrichtung nicht nur von der Art
der Fasern und deren Mischverhältnis, sondern auch von den Bedingungen der Vorbehandlung
vur dem Verstrecken und der Bildung des Faserstrangs abhängt.
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Der den Bereich der Spironbarkeit der Fasern bestimmende Grenzwert
des Gesamtverzugsverhältnisses und das Verhältnis von Vorverzugsverhältnis zu Hauptverzugsverhältnis
ändern sich mit jeder Änderung der Erfordernisse des Spinnvorgangs (z. B. mit der
Nurnerierung und der Drehung des zu spinnenden Fadens usw.). Folgl ich muß vor Durchführung
eines regulären Spinnverfahrens ein Versuchsspinnen bei vielen Werten des Verzugsverhältnisses
und bei vielen Betriebsbedingungen erfolgen, um lSezugsdaten zu ergeben. Das Ansamneln
dieser Bezugsdaten ist schr zeitraubend und dem Einfluß menschlicher Irrtümer $ausgesetzt.
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Es ist bekannt, daß eine bestimnte Beziehung zwischen der scheinbaren
Dicke eines Faserstrangs und der Spinnbarkeit eines Fadens besteht. Die Spinnbarkeit
ist im di lgemeinen bei dünnen Fasersträngen am besten und vermindert sich mit zunehmend
auftretenden Schwierigkeiten rnit Erhöhung der Faserd icke.
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Aufgabe der Erfindung ist es demgemäß, ein Verfahren zur Einstellung
des Verzugsverhältnisses eines Streckwerkes einer Spinnmaschine sowie eine Vorrichtung
zu deren Durchführung vorzusehen, bei dem die Anzahl zeitraubender empirischer Vorversuche
verringert und eine zuvcrlässige Einstellung des Verzugsverhältnisses planmäßig
erzielbar ist.
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Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den Patentansprüchen.
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Bei der Erfindung wird die Querschnittsfläche des zu verspinnenden
Faserstrangs oder ein dieser Querschnittsfläche proportionaler Meßwert (Querschnittsmeßwert)
und die Gewichtsnugenerierung des Faserstrangs in einer Weise in Rechnung gestellt,
daß die Rohdichte des Faserstrangs mitberücksichtigt wird. Hieraus läßt sich anhand
von für Probeiaserstränge ermittelten Daten bei konstant gehaltenem Hauptverzugsverhältnis
das Vorverzugsverhältnis auf einen Wert einstellen, der
das Gesamtverzugsverhältnis
bestimnt und bei dessen Einhaltung der Faserstrang zu Fäden mit gewünschten Eigenschaften
verspinnbar ist.
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Anhand der Figuren soll die Erfindung näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine Perspektivansicht einer erfindungsgemä-Ben Vorrichtung, mit der eine
der Querschnittsfläche eines zu verspinnenden Faserstrangs proportionale Meßgröße
bestimmbar ist; Fig. 2 eine graphische Darstellung der Änderung der von der in der
Fig. 1 dargestellten Vorrichtung angezeigten Querschnittsmeßwerte eines Faserstrangs
unter Druckbelastung in Richtung senkrecht zur Faserlaufrichtung; Fig. 3 eine graphische
Darstellung von Eigenschaften probeweise gesponnener Fäden in Abhängigkeit des Produkts
aus den gewichtskorrigierten Querschnittswerten der Faserstränge und dem jeweiligen
Vorverzugsverhältnis des Streckwerks bei Einhaltung eines konstanten Hauptverzugsverhältnisses;
Fig.
4 eine Seitenansicht einer zur Errnittlun der in der Fig. 3 gezeigten Daten eingesetzten
Spinnrnasch i ne; Fig. 5 eine Seitenansicht eines Senkrechtquerschnitts durch das
Streckwerk der in der Fig. 4 gezeigten Spinnmaschine; Fig. 6 eine schematische Darstellung
des Antriebs des in der Fig. 5 gezeigten Streckwerks und Fig. 7 eine Seitenansicht
eines Querschnitts durch die Luftdralldüsenspinnvorrichtung der in der Fig. 4 gezeigten
Spinnmaschine.
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Die in der Fig. 1 dargestellte Vorrichtung zum Bestirmnen eines zu
Vergleichszwecken geeigneten repräsentativen, der Querschnittsfläche eines Faserstrangs
proportionalen Meßwerts (Querschnittsmeßwert) umfaßt einen Körper 1, eine Platte
2 und Gewichte 3. Der Körper 1 bildet eine oben und an beiden Enden offene Klammer
4 zur Aufnahme eines laserstrangs S, die einen konstanten rechteckigen Senkrechtquerschnitt
und einen konstanten rechteckigen Waagrechtqerschnitt aufweist. Es lassen sich Faserstränge
in bestimmter Anzahl (z. B. 10) parallel zueinander in bündelartiger Form in die
Kammer 4 einlegen. Als
Meßeinrichtung 5 sind an den Enden der Kammer
4 zu beiden Seiten Längenmeßskalen vorgesehen, die die Höhe vom Boden der Kamner
4 anzeigen. Die Oberflächen der Innenwände der Seitenplatten der Kammer sind glatt.
Bei der gezeigten und verwendeten Ausführungsform der Kamner beträgt deren Länge
ungefähr 10 crn, deren Breite 2 cm und deren Höhe 8 cm.
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ie Platte 2 ist an ihrer Unterseite mit einer Andrückplatte 6 versehen,
die in waagrechter Lage gleitend in die Kamner 4 einpaßbar ist. Die Länge und Breite
der Andrückplatte 6 entspricht der Länge bzw. der Breite der Kamner 4.
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An der Oberseite der Platte 2 sind zwei senkrecht stehende Führungsplatten
7, 7 vorgesehen, deren Breite derjenigen der Kammer 4 entspricht. Bei dieser Ausführungsform
bestehen die Gewichte 3 aus Mctallplatten, deren Längen fast dem Abstand zwischen
den Platten 7, 7 gleich sind. Bei der gezeigten bevorzugten Ausführungsform haben
die einzelnen Gewichtsplatten Gewichte von 50 g, 100 g usw.. Die zwischen die Führungsplatten
7, 7 eingelegten Gewichte üben über die Platten 2 und 6 eine gleichmäßige Druckbelastung
auf den Faserstrang S aus.
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Zur Durchführung der Messung an dem in die Kamner 4 eingelegten Faserstrang
S oder an einem Bündel derartiger Faserstränge wird durch Auflegen verschiedener
Gewichte 3 die Druckbelastung
auf den Faserstrang S stufenweise
erhöht, wobei bei jeder Belastungsstufe die Höhe des Faserstrangs au den Meßskalen
abgelesen wird. Durch Extrapolieren dieser Meßwerte, wobei das Gewicht der Platten
2, 6 und 7 in Rechnung stellbar ist, läßt sich ein Wert der Höhe des Faserstrangs
bei Nullbelastung als der gesuchte Querschnittsmeßwert ermitteln.
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Die Fig. 2 zeigt z. B. eine graphische Darstellung der abgelesenen
Querschnittswerte bei verschiedenen Druckbelastungen des Faserstrangs S. Mittels
einer durch die Meßpunkte gelegten Verbindungskurve lassen sich die Meßwerte auf
den Wert bei Nullbelastung des Faserstrangs S extrapolieren. ( ln diesem Fall entspricht
gemäß der Fig. 2 der extrapolierte Meßwert a einer Faserstranghöhe von 50 mm.) Der
auf diese Weise ermittelte Meßwert bei Nullbelastung stellt ein Maß für die Querschnittsfläche
des Faserstrangs S oder mehrerer in die Meßvorrichtung eingelegter Faserstränge
dar.
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Die zu verstreckenden Faserstränge unterscheiden sich im allgemeinen
voneinander bezüglich ihrer Gewichtsnumerierung, d. h. ihres Gewichts pro Längeneinheit.
Werden z. B. mehrere annähernd gleiche Faserstränge nebeneinander in die in der
Fig. 1 gezeigte Vorrichtung eingelegt, dann ergibt sich ein anderer Querschnittsmeßwert
als bei einem einzigen Faserstrang, wobei jedoch die Gewichtsnumerierung des gesamten
Faseistrangbündels
ein Mehrfaches derjenigen eines (inzigen Faserstrangs
beträgt. Außerdem unterscheiden sich die jeweils gemessenen Faserstränge voneinander
bezüglich ihrer Rohdichte. Ein einfacher Vergleich der mit der erfindungsgentsißen
Vorrichtung an verschiedenen Fasersträngen ermittelter Querschnittsmeßwerte bei
Nullbelastung ist somit unzuldssig. Die ermittelten Querschnittsmeßwerte bei Nullbelastrang
werden somit gemäß der nachstehend angegebenen Formel gewichtskorrigiert: (Gewichtskorrigierter
Querschnittswert) = (durchschnittlicher Querschnittsmeßwert bei Nullbelastung)x(Gewichtsnumerierung
eines Bezugsfaserstrangs)/(Gewichtsnumerierung des zu verarbeitenden Faserstrangs).
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Zwecks Anwendung der vorstehenden Formel ist die Gewichtsnurrerierung
des zu verarbeitenden Faserstrangs, dessen Querschnittsmeßwert bei Nul Ibelastung
bestimmt worden ist, jeweils zu ermitteln. Die Gewichtsnumerierung eines Bezugsfaserstrangs
ist als rechnerische Bezugsgröße eingeführt worden und dient dem Vergleich von Fasersträngen
der gleichen Art oder Fasermischung, jedoch verschiedener Querschnitte und lohdichten.
Die Gewichtsnumerierung eines Bezugsfaserstrangs
ist ein Festwert
für jede Faserart oder Fasermischung und stellt die Gewichtsnumerierung eines theoretisch
zugrundegelegten Bezugsfaserstrangs dar, deren Messung jedoch nicht erforderlich
ist. Wie bereits erwähnt, ist unter dem Begriff Gewichtsnumerierung das Gewicht
eines Faserstrangs pro Längeneinheit zu verstehen. Der in der vorstehenden Formel
angegebene durchschnittliche Querschnittsrneßwert bei Nullbelastung stellt einen
nach wiederholten Messungen bestimmten Durchschnittswert dar. Der auf diese Weise
erhaltene gewichtskorrigierte Querschnittswert berücksichtigt sornit die unterschiedlichen
Rohdichten der zu vergleichenden Faserstränge und berücksichtigt verschiedene Faktoren
wie die Parallelität und Kräuselung der Fasern. Der gewichtsbezogene Querschnittswert
ist ein Maß für die verschiedenen zu verarbei tenden Fasermassen.
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In der Tabelle sind für Faserstränge verschiedener l:aserart und Fasermischungen
die bestimnten gewichtskorrigierten Querschnittswerte und die nach dem Verstrecken
und Versuchsspinnen dieser Faserstränge ermittelten Fadeneigenschaften angegeben.
In dieser Tabelle bezeichnet "GQ" den gewichtskorrigierten Querschnittswert, "VV"
das Vorverzugsverhältnis, "U %" die Uster-Ungleichmäßigkeitszahl, "dünn" die Anzahl
von Dünnstellen pro 25 m des gesponnenen Fadens, "Dick" die Anzahl von Dickstellen
pro 25 m des gesponnenen Fadens und "Nissen"
die Anzahl kleiner
Dickstellen pro 25 m des gesponnenen Fadens. Es bezeichnen Albis A4 100 %ige Polyesterfasern,
Bl bis B4 Polyester/Baumwollfasern, Cl bis C8 Acryl- oder Acryl-Baumwollfasern und
D1 bis D3 100 %ige Polyvinylalkoho basisfasern.
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Tabelle Faser GQ VV GQxVV U % Dünn Dick Nissen A1 27,2 8,8 239 12,8
4,0 6,0 3,0 A2 37,5 6,8 255 12,9 9,0 5,0 1,0 A3 45 3 610 271 1117 2 7 2,2 2,1 A4
46,5 7,3 339 13,8 8,2 6,3 6,7 B1 51,8 7,0 363 14,6 15,0 15,0 46,0 B2 4618 8,6 400
15,8 3810 20,0 33t0 B3 44,8 6,8 305 14,0 20,0 8,0 26,0 B4 33,0 7,4 244 13,0 8,5
3,5 10,6 C1 58,0 2,0 116 9,9 0,05 0,4 4,3 C2 58,0 4,0 232 14,1 11,0 17,0 57,0 C3
57,0 3,8 217 13,2 6,0 6,4 3,0 C4 57,0 4,5 256 13,6 12,0 8,0 4,0 C5 57,0 5,7 325
14,9 39,0 14,0 3,0 C6 48,0 4,0 192 1217 610 5,0 016 C7 48,0 5,8 278 13,2 11,0 5,0
1,2 C8 48,0 7,3 350 15,5 34,0 20,0 3,1 D1 2318 3Z7 88 1014 0 2 0,3 013 D2 23,8 5,5
130 11,8 0,4 2,0 0,9 D3 23,8 5,9 140 11,9 0,8 2,3 0,5
Die Versuche
wurden auf einem Dreiwalzenstreckwerk unter Konstanthaltung eines Hauptverzugsverhältnisses
von 30 durchgeführt. Die Tabelle gibt die ermittelten Werte von Fadeneigenschaften
bei dem jeweiligen Produkt aus dem gewichtskorrigierten Querschnittswert und dem
Vorverzugsverhältnis an (vierte Spalte). In der Fig. 3 sind die verschiedenen Meßwerte
eingetragen. Die Linien, ob gerade oder gekrümmt verlaufend, zeigen das Vorliegen
von Beziehungen zwischen den Meßpunkten und den Versuchspararnetern auf. Durch Erhöhung
der Anzahl der Proben könnte die Aussagekraft der Beziehungen gesteigert werden.
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l)ic Spinnmaschine und deren bestandteile, rnit denen die in der Tabelle
angegebenen Werte erhalten wurden, sind in den Figuren 4, 5, 6 und 7 dargestellt.
Die Erfindung ist jedoch niCht nur bei der nachstehend beschriebenen Maschine und
den nachstehend beschriebenen Vorrichtungen anwendbar, sondern auh bei anderen Spinnmaschinen
und Vorrichtungen, wie sie z. B. in den US-Patentschriften 4 112 658, 4 169 350,
4 183 202 und 4 142 353, die Luftdralldüsenspinnsysteme betrgffen, und in den US-Pateritschriften
3 079 746, 3 978 648 und 4 003 194, die Spinnsysteme zum Herstellen umwickelter
Fäden betreffen, beschrieben sind. Darüber hinaus ist die Erfindung auch bei üblichen
Ringspinnsysternen und Offenendspinnsystemen anwendbar.
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In der in der Fig. 4 dargestellten Spinnmaschine wird ein aus einer
Spinnkanne 8 herausgezogener Faserstrang S in einem Streckwerk 12, das ein Paar
Hinterwalzen 9, ein Paar Mittelwalzen 10 und ein Paar Vorderwalzen II umfaßt, verzogen
und in einer Dralidüsenspinnbvorrichtung 13 zu einem Faden Y gesponnen. Der Faden
Y wird über einem Paar Lieferwalzen 14 und 14-1 abgezogen und nach dem Durchlaufen
eines Dickstellenfängers 15 auf einer Aufwickelspule p aufgenommen, die sich in
einem Aufwickelmechanismus 19 befindet, der eine Reibwalze 16 und einen urn eine
Welle 17 schwenkbaren Tragarm umfaßt. Die Aufwickelspule P wird vom Tragarm 18 getragen.
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Ein an Schienen 22 und 23 innerhalb eines Maschinenrahmens 21 fahrbar
vorgesehener, mit einer Knüpf- oder Spleißeinrichtung 24 versehener Wartungswagen
20 hält an einer Spinnstelle an, an der der Faden Y nach einem Fadenbruch oder aufgrund
des Feststellens einer Dickstelle durchgeschnittn worden ist. Ein Saugrohr 25 erfaßt
das von der Dralldüsenspinnvorrichtung 13 komnende Ende des Fadens Y und ein anderes
Saugrohr 26 erfaßt das mit der Spule P verbundene Ende des Fadens Y. Danach werden
die beiden Fadenenden in die nüpf- oder Spleißeinrichtung 24 eingeführt und miteinander
verbunden. Ein Absaugrohr SP ist zum Absaugen von Faden- und Faserabfällen vorgesehen.
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in der Fig. 5 ist das Streckwerk 12 dargestellt. Der Faserstrang S
wird in eine rohrförmige Faserstrangführung 27 eingeführt, deren Faserstrangkanal
sich in Faserstranglaufrich.-tung verengt, so daß das Auslaufende konusförmig ausgebildet
sein kann, wonach der Faserstrang S von den Hinterwalzen 9 und 9-1 aus der Führung
27 herausgezogen wird. Der Faserstrang S wird zwischen den Hinterwalzen 9 und 9-1
und den Mittelwalzen 10 und 10-1 vorverzogen. Zwischen den Hinterwalzen 9 und 9-1
und den Mittelwalzen 10 und 10-1 ist eine Führung 28 vorgesehen, die ein übermäßiges
Ausbreiten des Faserstrangs S verhindert. Danach unterliegt der Faserstrang S einem
Hauptverzug zwischen den Mittelwalzen 10 und 10-1 und den Vorderwalzen II und 11-1.
Nachfolgend wird der Faserstrang S in der Dralldüsenspinnvorrichtung 13 zu dem Faden
Y gesponnen.
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Die obere Hinterwalze 9, die obere Mittelwalze 10 und die obere Vorderwalze
11 sind an der Seite eines Traggestells 29 derart angeordnet, daß sie unabhängig
voneinander umlaufen können. Die untere Hinterwalze 9-1, die untere Mittelwalze
10-1 und die untere Vorderwalze 11-1 sind jeweils an einer von drei durch die Spinnmasclline
durchgeführten Walzen befestigt. Es lassen sich derngemäß die Verzugsverhältnisse
zwischen den Hinterwalzen, den Mittelwalzen und den Vorderwalzen mittels eines an
der Seite der Spinnmaschine vorgesehenen Getriebes
verändern.
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In der Fig. 6, die den Antrieb der Walzen des Streckwerks 12 darstellt,
werden die untere Hinterwalze 9-1, die untere Vorderwalze 11-1, die Lieferwalze
14 und die Reibwalze 16 von einem Motor M1 über Reduktionsgetriebe und andere Getriebe
angetrieben. Ein Motor M2 treibt die untere Mittelwalze 10-1 an. Demgemäß wird das
Gesamtverzugsverhältnis zwischen dem Paar Hinterwalzen 9,9-1 und dem Paar Vorderwalzen
11, 11-1 durch Schalten von Getriebezahnrädern 30, 31 und 32 eingestellt. Das Vorverzugsverhältnis
wird durch Schalten eines die Umdrehungen des Motors M2 übertragenden Getriebezahnrads
33 eingestellt. Einzelheiten des in der Fig. 6 dargestellten Antriebs sind in der
US-Patentanmeldung 257 510 vom 4. April 1981 beschrieben worden.
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In der Figur 7 sind Einzelheiten der Dralldüsenspinnvorrichtung 13
dargestellt. Diese Vorrichtung enthält zwei Dralldüsen 34 und 35, in denen die Drehrichtungen
der eingestrahlten Druckluft einander entgegengesetzt sind. Die erste Dual düse
34 ist mit Lufteinstrahlkanälen 36 versehen, die schräg in einen Fadenkanal 38 einmünden.
Die Dralldüse 35 ist mit Lufteinstrahlkanälen 37 versehen, die senkrecht zur Achse
eines Fadenkanals 39 einmünden. Die Dralldüse 34 weist zwei Drosselkanäle 40 und
41 und die Dralldüse 35 einen Drosselkanal
42 auf.
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Aus der vorstehenden Tabelle ist entnehrnbar, daß bei Werten des Produkts
aus den gewichtskorrigierrten Querschnittswerten und den Verzugsverhältnissen, die
300 überschreiten, die Qualität des gesponnenen Fadens in beträchtlicher Weise beeinträchtigt
wird. Keine Schwierigkeiten treten bei einem Wert von etwa 250 auf, obwohl dieser
von den Anforderungen an die Qualität des zu spinnenden Fadens abhängt. Dieser Wert
von 250 stellt einen kritischen Wert des Produkts (GQ x yv) dar.
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Ein derartiger kritischer Wert des angegebenen Produkts, der im nachstehenden
als "kritischer Wert" bezeichnet wird, stellt einen Richtwert dar, der bei Fasern
verschiedener Art zum Einstellen eines Bereiches der Spinnbarkeit beim Streckwerk
allgemein anwendbar ist. Der kritische Wert wird beispielsweise wie nachstehend
angegeben verwendet.
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Unter der Voraussetzung, daß das Hauptverzugsverhältnis bei 30 festgelegt
ist und der gewichtskorrigierte Querschnittswert des zu spinnenden Faserstrangs
empirisch als 40 mn bestimnt worden ist, ergibt sich folgendes:
Vorverzugsverhältnis
= kritischer Wert/gewichtskorrigierter QuerscIoi i ttswert = 250/40 = 6,25 Gesamtverzugsverhältnis
= Hauptverzugsverhältnis x Vorverzugsverhältnis = 30 x 6,25 = 197,5.
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Somit läßt sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren nach dem Ermitteln
eines kritischen Werts fiir eine faserart, der für jede der verschiedenen Faserarten
spezifisch ist, ein Grenzwert des Verzugsverhältnisses für das Verstrecken eines
zu verspinnenden Faserstrangs der einen Art lediglich anhand einer Messung des Querschnittsmeßwertes
und einer Bestimmung der Gewichtsnumerierung des Faserstrangs ermitteln.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindunsgemäßen Verfahrens
unter Verwendung eines Dreiwaizenstreckwerks beträgt der theoretische Bereich des
Vorverzugsverhältnisses 3 bis 10, des Hauptverzugsverhältnisses 15 bis 40 und des
Gesamtverzugsverhältnisses 100 bis 300. In der Praxis beträgt das Vorverzugsverhältnis
4 bis 6, das Hauptverzugsverhältnis 25 bis 30 und das Gesamtverzugsverhältnis @
J>0 b i s 200.
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bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist die Anzahl der als eine Einheit
zu messenden oder Versuchen zu unterziehenden Faserstränge nicht begrenzt, jedoch
muß sie selbstverständlich für jede Faserart festgelegt werden. Bezüglich der Verwendung
des Querschnittsmeßwerts oder des gewichtskorrigierten Querschnittswerts eines Faserstrangs
kann statt dessen auch die Querschnittsfläche des Faserstrangs im ursprünglichen
Zustand oder im unter der Last eines bestimmten festgelegten Gewichts gepreßten
Zustand in die Rechnung eingesetzt werden. Zuverlässigere Werte werden jedoch mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung unter Extrapolation der Meßwerte erhalten.
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ei den vorstehend beschriebenen Spinnversuchen wurde das Vorverzugsverhältnis
variiert, während das Hauptverzugsverhältnis bei einem bestimmten Wert konstant
gehalten wurde.
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Es ist jedoch auch möglich, bei anderen Werten des Hauptverzugsverhältnisses,
des Vorverzugsverhältnisses und des Gessaiootverzugsverhältnisses zu arbeiten.
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Wie vorstehend beschrieben, läßt sich mit dem erfindungsgernäßen Verfahren
anhand einer Bestimmung des Querschnittsmeßwerts eines Fascrstrangs und dessen Gewichtsnumerierung
das Verzugsverhäi tnis des Streckwerks auf einfache Weise und unter Verbesserung
der Betricbseffizienz einstellen.