DE3015275A1 - Verfahren zum selbsttaetigen fuehren der spannung eines elektrofilters an der durchschlagsgrenze - Google Patents
Verfahren zum selbsttaetigen fuehren der spannung eines elektrofilters an der durchschlagsgrenzeInfo
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Description
METALLGESELLSCHAFT AKTIENGESELLSCHAFT Unser Zeichen
Frankfurt/Main VPA 80 P 8 5 2 3 DE
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
Berlin und München
5
Berlin und München
5
Verfahren zum selbsttätigen Führen der Spannung eines Elektrofilter an der Durchschlagsgrenze
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum selbsttätigen
Führen der Spannung eines Elektrofilter an der Durchschlagsgrenze durch zeitabhängige Steigerung der
Filterspannung bis zum Durchschlag und anschließende durchschlagsabhängige Absenkung um einen vorgegebenen
Betrag auf einen neuen Wert.
Der Abscheidegrad eines elektrostatischen Abscheiders ist um so höher, je näher die Betriebsspannung an der
Überschlagsgrenze liegt. Da sich die Überschlagsgrenze während des Betriebs in Abhängigkeit von mehreren Einflußgrößen,
wie z.B. Gaszusammensetzung, Staubgehalt und Temperatur ändert, muß die Spannung des elektrostatischen
Abscheiders in Abhängigkeit von der Höhe der Überschlagsgrenze geregelt werden.
Es sind Einrichtungen zur Spannungsregelung bekannt, bei denen die Spannung bis an die Überschlagsgrenze zeitabhängig
erhöht wird. Kommen ein oder mehrere Überschläge, so wird die Spannung um einen bestimmten, fest vorgegebenen
Betrag unter die Überschlagsgrenze abgesenkt und anschließend wieder bis zur Überschlagsgrenze erhöht.
30
Bei einem aus der DAS 11 48 977 bekanntgewordenen Verfahren wird über einen Widerstand ein Regelkondensator
filterstromabhängig aufgeladen. Als Entladewiderstand
ist diesem Regelkondensator eine stetig steuerbare Röhre parallelgeschaltet, die ihrerseits wieder von einem
Kondensator
Ch 2 Sie / 28.03.1980
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angesteuert wird. Dieser Kondensator wird durchschlagsabhängig
aufgeladen und fortlaufend über einen Parallelwiderstand entladen. Die Spannung am Regelkondensator dient
als Steuerspannung für ein primärseitlges Stellglied.
Steuerverfahren und deren schaltungstechnische Realisierung sind ferner auch in der Siemens Zeitschrift 1971,
Seiten 567 - 572 näher beschrieben.
Es kommt nun vor, daß nach einem Durchschlag sofort ein oder mehrere weitere Durchschläge folgen. Dies ist im Regelfall
unerwünscht, da während der Durchschlagszeit die eigentliche Abscheidewirkung entfällt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, das Verfahren der eingangs genannten Art so auszugestalten,
daß Folgedurchschläge möglichst vermieden werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bei einem innerhalb einer vorgegebenen Zeitdauer, der sog.
Durchbruchsfolgezeit auf einen Durchschlag folgenden weiteren Durchschlag, dem sog. Folgedurchschlag die Filterspannung
auf Null verringert und nach einer vorgegebenen Pause innerhalb einer vorgegebenen Hochlaufdauer auf den
neuen Wert hochgeführt wird, wobei die Durchbruchsfolgezeit etwas größer als die Summe aus Pausen- und Hochlaufzeit
gewählt ist. Auf diese Weise liegt ein Kriterium vor, mit dem zwischen Normaldurchschlagen und Folgedurchschlägen
unterschieden werden kann. Bei den Folgedurchschlägen wird dann die Steuerspannung für ein Stellglied so geführt,
daß ihre Zahl möglichst gering bleibt.
Zur besseren Adaptierung an die tatsächlichen Filterverhältnisse werden vorteilhafterweise auch Pausen-und Hochlaufzeit
von der Zahl der Folgedurchschläge in einer vorhergehenden, vorgegebenen Suchperiode abhängig gemacht;
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d.h. waren in der vorhergehenden Suchperiode viele Folgedurchschläge
zu verzeichnen, so wird die Pausendauer und die Hochlaufzeit relativ groß gewählt und umgekehrt. Damit
folgen sowohl das Erfassungskriterium für Folgedurchschläge als auch deren Behandlung dem Parameter Folgedurchschlag
selbst. Weitergehend kann auch noch die Suchperiode von der Zahl der Durchschläge abhängig gemacht werden.
Wie bereits einleitend bemerkt, wird nach jedem Durchschlag
die Spannung bzw. auch der Strom abgesenkt. Vorteilhafterweise wird für die Absenkung jeweils ein prozentualer
Betrag der gerade vorliegenden Durchbruchsspannung bzw. des Stromes gewählt, wobei der Prozentsatz von der Durchschlagshäufigkeit
in einer vorhergehenden festgelegten Zeitperiode abhängig sein kann.
Die Stromversorgung eines Elektrofilter besteht normalerweise
aus einem Thyristorsteilglied, das zwischen Netz
und einem Hochspannungstransformator angeordnet ist und einem nachgeschalteten Gleichrichter. Zur Vorgabe der
Steuerspannung für das Stellglied wird vorteilhafterweise im Rahmen der hier vorliegenden Erfindung ein Mikrocomputersystem
benutzt, das aus den vorhandenen Werten und gespeicherten Betriebsparametern die erforderliche Steuerspannung
berechnet.
Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
sei die Erfindung näher beschrieben; es zeigen:
Figur 1 eine schematische Skizze zur Verdeutlichung des Begriffes des Folgedurchschlags,
Figur 2 einen beispielsweisen Verlauf von Filterspannung, Filterstrom und Steuerspannung des Stellgliedes aufgetragen
über der Zeit und
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Figur 3 die Spannungsversorgung eines Elektrofilters mit
dazugehöriger Regelung nach dem erfindungsgemäßen Steuerverfahren.
Nach einem Durchschlag wird zunächst unterschieden, ob es sich um einen einfachen Durchschlag D oder einen Folgedurchschlag
Dp handelt.
Zum Zeitpunkt Tq möge sich ein Durchschlag D ereignen.
Liegt der nächste Durchschlag innerhalb der sog. Durchbruchsfolgezeit tp z.B. bei T1 so wird dieser Durchschlag
als Folgedurchschlag Dp behandelt. Würde sich der Durchschlag
außerhalb der Folgedurchschlagszeit Dp zum Zeitpunkt
TJj ereignen, würde es sich wieder um einen normalen Durchschlag handeln.
Die Durchbruchsfolgezeit tp ist definiert als
20
Als Pausenzeit tp ist die Pause bzw. die Entionisierungszeit
zu verstehen, die vergehen sollte, bis nach dem Ab- J sinken der Steuerspannung auf Null wieder die Spannung erneut
gesteigert wird. Diese Zelt wird mit Vorteil von der Häufigkeit der Folgedurchschläge in einer vorhergehenden
Suchperiode selbsttätig abhängig gemacht, d.h. lagen viele Folgedurchschläge vor, wird diese Pausenzeit tp erhöht
und umgekehrt.
Als Hochlaufzeit t^ wird diejenige Zeit definiert, die vergeht,
bis die Spannung auf den neuen Wert hochgeführt ist. Auch diese Zeit wird mit Vorteil von der Zahl der Folgedurchschlage
einer vorgegebenen Suchperiode abhängig gemacht und zwar in gleicher Weise wie die Pausenzeit, d.h.
mit zunehmender Durchschlagshäufigkeit wird der Anstieg verlangsamt, d.h. die Hochlaufzeit vergrößert und umge-
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kehrt. Zur Sicherheit ist dann fernerhin noch die Zeit T/2 bei der Berechnung der Durchbruchsfolgezeit zu berücksichtigen,
wobei unter T die Netzperiode mit 20 ms bzw. 16 2/3 ms verstanden wird.
Wie aus Figur 2 ersichtlich, ereignet sich zum Zeitpunkt Tq ein Durchschlag D, wie aus dem entsprechenden Zusammenbruch
der Filterspannung Up bzw. dem Anstieg des Filterstroms Ip ersichtlich ist. Als Reaktion auf diesen
normalen Durchschlag wird die Steuerspannung U . für das
Stellglied um den Betrag <Δ U + verringert, so daß sich
bei der nachfolgenden Halbwelle eine Filterspannung ergeben würde, die um den Wert α Up niedriger als die vorhergehende
Spannung ist. Diese Spannungsabsenkung Λ Up kann
dabei zu einem prozentualen Wert der gerade vorliegenden pulsierenden Filtergleichspannung gewählt werden.
Wie ferner aus Figur 2 ersichtlich, ereignet sich zum Zeitpunkt TJ| also innerhalb der nach dem Durchschlag D
zu definierenden Durchbruchsfolgezeit ein neuer Durchschlag, so daß dieser Durchschlag als Folgedurchschlag
Dp zu betrachten ist. Als Reaktion auf diesen Folgedurchschlag
Dp wird die Steuerspannung Ust für das Stellglied
auf Null gesetzt und damit die Filterspannung ebenfalls entsprechend herabgesetzt. Da es sich um den ersten Folgedurchschlag
handelt, wird eine Pausenzeit, d.h. eine Entionisierungszeit nicht berücksichtigt und die Filterspannung
innerhalb des Zeitraumes tjj schrittweise wieder
bis zum neuen Wert Up« der Filterspannung mit dem Stromwert Ip« gesteigert. Von diesem Wert aus wird dann in an
sich bekannter Weise durch zeitabhängige Erhöhung der Spannung wieder die Durchschlagsgrenze gesucht.
Figur 3 zeigt die schaltungsmäßige Realisierung der Anordnung. Wie ersichtlich, speist ein Wechselspannungsnetz
1 über ein Thyristorstellglied 2 die Primärseite eines
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Hochspannungstransformators 3. An die Sekundärseite des Mochspannungstransformators 3 ist ein Gleichrichter 4 ahgeschlossen,
der die Filtergleichspannung für das Elektrofilter 5 liefert. Die Führung der Steuerspannung ü*st für
den Steuersatz 21 des Thyristorstellgliedes 2 wird von einem Digitalregler 6 vorgenommen, der - wie durch das
Gleichheitszeichen angedeutet -, heute im Regelfall aus einem Mikrocomputersystem 7 besteht. Dieses System hat
als wesentliche Komponenten die Zentraleinheit 71, den Speicher 72 und die Ein- und Ausgabegeräte 73. Der leichteren
Verständlichkeit halber sind jedoch die einzelnen Funktionen dieses Mikrocomputersystems als Funktionsbausteine
im Regler 6 dargestellt.
Wie ersichtlich, ist eine Durchschlagserfassung 62 vorgesehen, die aus Primärstrom und/oder Filterspannung das
Kriterium für den Durchschlag ableitet, z.B. in der Weise, daß geprüft wird, ob die Spannung in der gerade vorliegenden
Halbwelle der Filtergleichspannung die entsprechenden
Werte gleicher Phasenlage in der vorhergehenden Halbwelle der Filtergleichspannung unterschreitet.
Ereignet sich ein Durchschlag, so wird durch das Spannungsabsenkungsglied 63 über den Spannungsregler 61 eine
entsprechend verringerte Steuer spannung U^ erzeugt und
damit die FiIterspannung um den Wert Δ Up abgesenkt. Nach
Ablauf einer bestimmten Zeitdauer wird diese Spannung wieder mit einem vorgegebenen Gradienten - Gradientenwähler
64 - wieder bis zur Durchschlagsgrenze angehoben, worauf sich dann das vorstehend beschriebene Spiel wiederholt.
Zusätzlich zu den Durchschlägen D werden auch die Folgedurchschläge
Dp erfaßt. Hierzu ist mit der Durchschlagserfassung 62 eine Folgedurchschlagserfassung 66 über eine
Prüfstufe 65 verbunden; diese meldet Durchschläge, die innerhalb
der sog. Durchbruchsfolgezeit tpliegen als Folgedurchschläge an das Folgedurchschlagserfassungsglied 66.
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Dieses bewirkt dann über das SpannungsabSenkungsglied 68
die Herabsetzung der Filterspannung bzw. der Steuerspannung auf Null und deren langsamen Anstieg bis zum vorgegebenen
neuen Spannungswert. Da Pausenzeit tp und Zeit t™
des Anstieges ebenso wie die Durchbruchsfolgezeit als Funktion der Zahl der Folgedurchschläge Dp innerhalb einer
vorgegebenen Suchperiode angesehen werden, wird in einem Folgedurchschlagspeicher 67 auch noch ein der Zahl h der
Folgedurchschläge innerhalb einer vorgegebenen Suchperiode proportionaler Wert gespeichert und als entsprechende Größe
zur Festlegung der Durchbruchsfolgezeit und der anderen Zeiten verwendet.
3 Figuren
5 Ansprüche
5 Ansprüche
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Claims (5)
1. Verfahren zum selbsttätigen Führen der Spannung eines
Elektrofilter an der Durchschlagsgrenze durch zeitabhängige
Steigerung der Filterspannung bis zum Durchschlag und anschließende durchschlagsabhängige Absenkung um
einen vorgegebenen Betrag auf einen neuen Wert, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem
innerhalb einer vorgegebenen Zeitdauer, der sog. Durchbruchsfolgezeit
(tp) auf einen Durchschlag (D) folgenden weiteren Durchschlag, dem sog. Folgedurchschlag (Dp) die
Filterspannung (Up) auf Null abgesenkt und nach einer vorgebbaren
Pause (tp) innerhalb einer vorgegebenen Hochlaufzeit (tH) auf den neuen Wert hochgeführt wird, wobei die
Durchbruchsfolgezeit (tp) etwas größer als die Summe aus Pausen- und Hochlaufzeit gewählt ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß Pausen und Hochlaufzeit
(tp, tjj) von der Zahl (h) der Folgedurchschläge (Dp) in
einer vorgegebenen Suchperiode abhängig gemacht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch ge- *
kennzeichnet , daß die Dauer der Suchperiode von der Zahl (h) der Durchschläge abhängig gemacht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß nach jedem Durchschlag (D)
die Spannung (Up) um einen prozentualen Betrag (^Up) abgesenkt
wird, der von der Durchschlagshäufigkeit in einer vorhergehend festgelegten Zeitperiode abhängig ist.
5. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4 bei einem Elektrofilter, das über
einen Gleichrichter, einen Transformator und ein Stellglied aus einem Wechselspannungsnetz gespeist ist, d a -
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ORIGINAL INSPECTED
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durch gekennzeichnet , daß ein Mikrocomputersystem
(7) vorgesehen ist, das aus gemessenen Werten und gespeicherten Betriebsparametern die erforderliche
Steuerspannung (U ^) für das Stellglied (2) errechnet.
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