DE2918129A1 - Diskusfoermiges geschoss - Google Patents
Diskusfoermiges geschossInfo
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Description
RHEINMETALL GMBH Düsseldorf, den 3.5.197 9
Be/gro
Akte R 700
Diskusförmiges Geschoß
Die Erfindung betrifft ein diskusförmiges Geschoß nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Ein derartiges Geschoß ist bekannt durch die US-PS 3 64 6 888. Es wird aus einem aufsteckbaren Magazin einer Abwurfeinrichtung
mit einem schnell anlaufenden Gleichstrommotor zugeführt und in dieser zur Bewegung auf einer - trotz vergleichsweise geringer Geschwindigkeit - im wesentlichen Teil flachen
bzw- gestreckten Flugbahn beschleunigt. Nachteilig ist jedoch eine vornehmlich durch die bekannte Abwurfeinrichtung
bedingte erhebliche Trefferablage zwischen zwei aufeinanderfolgenden "Schüssen". Auch ist die Abwurfeinrichtung auf
einen Netzanschluß, beispielsweise auf einem Fahrzeug, angewiesen. Sind, wie in der US-PS 3 64 6 888 beschrieben und
dargestellt, mehrere Abwurfeinrichtungen auf einem Motorfahrzeug installiert, so können in kurzer Zeit über einem
nahegelegenen Zielgebiet zahlreiche Geschosse mit flächendeckender Splitterbildung, auch hinter Deckungen, wirksam
werden.
7Q1Ö10Q . t^ TkKI hZllß ^ A ι
£. Ό IO I Z. 5 ,iTe χ/ zu TGbNr.v%J||T . s/. Aus!,
'/um gezielten Bekämpfen vergleichsweise kleinflächiger Objekte, beispLelswoiso Panzern, ist die bekannte Anordnung
aus dem bereits erwähn hen Grund ungeeignet. Ferner ist die Abwurfeinrichtung angesichts der geringen Kampfentfernung,
welche mit dem Geschoß zu überbrücken ist, zu unhandlich; die Anordnung sollte statt dessen von einer einzelnen
Person im Gelände ohne weitere Hilfsmittel sowohl mitzuführen wie auch einzusetzen sein. Die betreffende Person
soll sich dabei möglichst wenig der Gefahr seitens des zu bekämpfenden Zieles auszusetzen brauchen.
Der Erfindung liegt mithin die Aufgabe zugrunde, die bekannte Anordnung mit einem Diskusgeschoß derart zu verbessern,
daß .es, vorzugsweise! im Infanterieeinsatz, mit hoher Treffwahrseheinlichkeü;. gegen kleinflächige Ziele
einsetzbar ist.
Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 angegebene Erfindung gelöst.
20
Die Vorteile der Erfindung werden aus der nachfolgenden, ausführlichen Beschreibung eines in der Zeichnung dargestellten
bevorzugten Ausführvmgsbeispiels augenfM
Es zeigt jeweils in schematischer und vereinfachter Darstellung unter weitgehendem Verzicht auf erfindungsunwesentliche
Einzelheiten
Figur 1 ein diskusförmiges Geschoß nach der Erfindung in Draufsicht, wobei zum besseren Verständnis
Teile weggebrochen sind und
Figur 2 den Gegenstand nach Figur 1 in Schnitt nach
der Linie II - II.
35
35
Ein Geschoß G weist einen Diskuskörper 1 mit einem Zentral körper 13, ein Gabelstück 3 und einen Leitwerksträger 17
auf. Der Zentralkörper 13 mit einer zentralen Achse A ist im wesentlichen kreiszylindrisch gestaltet und oberseitig
'Seile V) zu Tgb Nr.
in einem Auge 9 eines Oberteils 5 und unterseitig in einem Auge 11 eines Unterteils 7 des Gabelstücks 3 befestigt. Er
enthält; einen Wirkheil W. Tn einem nicht näher dargestellten Lagerbereich 15 ist der Diskuskörper 1 um den Zentralkörper
13 drehbar gelagert. In einem Übergangsbereich 27 ist der Leitwerks träger 17 mit dem Gabelstück 3 verbunden.
Zwischen eincxnder benachbarten Enden des Ober- und Unterteils 5 und 7 ist ein Gasleitstück 29 mit Schrauben 28 befestigt.
Das Gasleitsück 29 endet in einem dem Gabelstück 3 abgewandten Bereich in einem Ansatz 30, welcher umfangsseitig
einem Rohr 19 des Leitwerksträgers 17 zur festen Aufnahme dient. Der Ansatz 30 ist konisch ausgedreht und
v/eist eine Zentralbohrung 31 auf, an welche sich eine erste Abzweigung 33 und eine zweite Abzweigung 37 anschließen,
Die Abzweigungen 33 und 37 münden bei 3 5 bzw. 41 in einen noch zu erörternden Reaktionabereich 32« Ein Innenraum 23
des Rohres 19 verbindet eine heckseitige öffnung 25 durchgängig mit der Zentralbohrung 31. Im Bereich der Öffnung
25 weist das Rohr 19 ausklappbare Stabilisierungsflügel 21 auf, welche das Leitwerk bilden.
Der Diskuskörper 1 weist in seinem Umfancjsbereich 43 in der Figur 1 nur teilweise angedeutete Ausnehmungen 45 auf. Jeder
dieser Ausnehmungen 45 ist eine jeweilige Schaufelfläche zugeordnet·. Im Reaktionsberexch 32 sind die Mündungen 35
und 41 senkrecht auf die betreffende, nächst!iegende Schaufelfläche 47 gerichtet. Dabei verläuft die Z^bzweigunq
33 entlang einer Geraden, während die Ab?weigung 37 bei 39 umgelenkt wird. Der Wirkteil W enthält neben einer vollständigen
Hohlladung 51 mit einer stachelbildenden. Einlage 53 einen nicht dargestellten Uberflugzünder. Die zentrale
Acnse A des Zentralkörper 13 ist sowohl Rotationssymmetrieachse der Hohlladung 51 und der Einlage 53 wie
auch polare Achse des Diskuskörpers 1. Der Diskuskörper 1 enthält nicht dargestellte Einrichtungen, unter anderem
einen bekannten t.'berfluqzünder mit einer zugehörigen Energiequelle.
Seite_£_zu Tgb Nr.
Wie bereits in dor Einleitung erwähnt, wird das vorstehend beschriebene Geschoß aus einem rückstoßfreien Abschußrohr
verschossen, welches, beispielsweise in Verbindung mit der Panzerfaust, hinlänglich bekannt ist und deshalb weder der
zeichnerischen Darstellung noch der Beschreibung bedarf.
Zum Abschuß wird das Geschoß G..mit dem Leitwerksträger 17 in das erwähnte rückstoßfreie Abschußrohr eingeführt,, Die
Stabilisierungsflügel 21 sind auf nicht dargestellte Weise eingeklappt. Nach dem BeLaI:Igen einer Treibladung geschieht
folgendes:
Die entstehenden Treibgase erfüllen den Innenraum 23 des Rohres I9 und üben einen beschleunigenden Schub auf die
Fläche 34 im Ansatz 30 derj Ganleitstücks 29 aus. Ein. geringer Treibgasanteil strömt in die Zentralbohrung 31 und
durch eine verjüngte gerade Fortsetzung 36» Er wirkt als Gaslager und entlastet das Gabelstück 3 von einem Teil der
auftretenden Beschleunigungskräfte. Geringe Treibgasanteile strömen auch durch die Abzweigungen 33 und 37 und
treffen nach Verlassen der zugehörigen Mündungen 35 und 41 im Reaktionsbereich auf jeweilige Schaufelflächen 47.
Hierdurch wird der Diskuskörper 1 in Richtung eines Pfeils 49 in Rotation um die Achse Λ versetzt, wodurch das sich
von dem Abschußrohr entfernende Geschoß G auf seiner Bahn eine gute Flug- und Lagestabilität erhält. Das Leitwejrk
mit den nach Verlassen des Abschußrohres in eine dargestellte Position ausgeklappten Stabilisxerungsflügein 21
sorgt für ausreichende Richtungsstabilität»
Zum Abschuß wird die Anordnung so gehalten, daß der Diskuskörper 1 waagerecht liegt und die Achse A folglich senkrecht
gerichtet ist. Am Abschußrohr kann ein Element angeordnet sein, welches eine LagebeStimmung in Verbindung mit einer
senkrechten oder waagerechten Bezugskante oder dergleichen ermöglicht. Auch kann eine visierähnliche Einrichtung vorhanden
sein, um das Geschoß auf seiner Bahn anzustellen oder auf unmittelbare Sicht abschließen zu können.
Tgb
Da die äußere RaumCorm der Oberseite des Geschosses derjenigen der Unterseite gleicht, kann das Geschoß bei
waagerecht liegendem Diskuskörper 1 mit einem Wirkrichtungspfeil 7, der Hohlladung 51 entweder nach unten oder nach oben
zeigen; hierdurch wird das aerodynamische Verhalten nur bezüglich der Drehrichtung des Diskuskörpers 1 beeinflußt.
Hieraus resultiert beim Einsatz des Geschosses gegen Panzer vorteilhafterweuse, daß es sowohl gegen die Turmoder
Trieb'v/erk.sabdeckung (Z nach unten gerichtet) wie auch gegen die Bodenwanne (Z nach oben gerichtet) wirksam werden
kann. In beiden Fällen richtet sich die Wirkung des Geschosses G gegen einen Bereich, in welchem der Panzer
wegen geringer Stärke der Panzerung besonders gefährdet ist. Ob der Einsatz von oben oder von unten gewählt wird,
hängt weitgehend von dor Entfernung vom oder der Position zum Ziel und dessen Beschaffenheit ab. Um auch unter erschwerenden
Bedingungen, beispielsweise bei Dunkelheit, die Lage des Wirkrichtungspfeils Z erkennen und auswählen zu
können, ist das Geschoß G mit einer, vorteilhafterweise auch ertastbaren, Markierung versehen, welche so gestaltet ist,
daß sie nicht das Flugverhalten beeinträchtigt.
RHEINMETALL GMBH Akte R 700
Düsseldorf, den 3.5.1979 Be/gro
Seife ι zu Tgb
Bezugszeichen!iste
| 1 | üiskuskörper |
| 3 | Gabelstück |
| 5 | Oberteil |
| 7 | Unterteil |
| 9 | Auge oben |
| 11 | Auge unten |
| 13 | Zentralkörper |
| 15 | Lagerbereich |
| 17 | Leitwerksträger |
| 19 | Rohr |
| 21 | . Stabilisierungsflügel |
| ausklappbar | |
| 23 | Innenraum |
| 25 | heckseitige öffnung |
| 27 | Übergangsbereich |
| 28 | Schraube |
| 29 | Gasleitstück |
| 30 | Ansatz |
| 31 | Zentralbohrung |
| 32 | Reaktionsbereich |
| 33 | Abzweigung 1 |
| 34 | Äusdrehung |
| 35 | Mündung von 33 |
| 36 | gerade Fortsetzung von 31 |
| 37 | Abzweigung 2 |
| 39 | Umlenkung |
| 41 | Mündung von 39 |
| 43 | Umfangsbereich von 1 |
| 45 | Ausnehmung |
| 47 | Schaufelflache |
| 49 | Drehrichtungspfeil |
51 Hohlladung
G Geschoß
A polare Achse
W Wirkteil
Z Wirkrichtungspfeil
53 Einlage
L Längsachse von
Claims (8)
1. Diskusförmiges Geschoß, welches in einer Abwurfeinrich-τ tung zur Rotation um die polare Achse wie auch quer zu
dieser beschleunigt und nach Zurücklegen einer Flugbahn in Richtung seiner polaren Achse, wirksam v/ird,
g e k e η η ?. ο .1 c h u e I; d u r c h folgende Merkmale:
a) ein Diskuskörpei" (1) des Geschosses ist in einem Gabelstück (3) um die polare Achse (A) drehbar angeordnet
und
b) in einem t?bergangsbereich (27) schließt sich an das Gabelstück (3) ein zur polaren Achse (A) senkrechter
Leitwerksträger (17) für Stabilisierungsflügei (21)
an.
2. Geschoß nach Anspruch 1, dadurch g e k e η η ■ zeichnet, daß der Leitwerksir.räger (17) zuj: /aufnähme
in die Abwurfeinrichtung dient*
3. Geschoß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abwurfeinrichtung
als rückstoßfreies Abschußrohr ausgebildet ist.
4. Geschoß nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
:u TgbNr. JO/Π ,J-AmL
a) der Diskuskörper (I) weist über seinen Umfang (43) verteilte Schaufelflächen (47) auf und ΛΛ-Α
b) der Leitwerksträger (17) besteht aus einem Rohr (19) mit einer heckse.itigen öffnung (25) und einem vorderendigen
Gasdurchlaß für einen Teil der beim Abschuß gebildeten Treibgase, welcher auf die
Schaufelflächen (47) geleitet wird.
5. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 4f gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) das Geschoß weist außer dem Diskuskörper (1) einen Zentralkörper (13) auf und
b) der Zentralkörper (13) ist mit dem Gabelstück (3) fest verbunden, umschließt einen Wirkteil (W) und
weist einen Lagerbereich (15) für den Diskuskörper
(1) auf,
20
20
6. Geschoß nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Gasdurchlaß in einem
Gasleitstück (29) angeordnet ist und sich in einen Einlaßbereich (31) und wenigstens einen Auslaß (33) gliedert.
7. Geschoß nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) das Gasleitstück (29) ist im Bereich des Gabel-Stücks (3) zwischen einem Oberteil (5) und einem
Unterteil (7) angeordnet und
b) der Gasdurchlaß ist mündungsseitig (35; 41) senkrecht gegen die jeweilige Schaufelfläche (47) gerichtet.
8. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stabilisierungsflügel (21) ausklappbar angeordnet sind»
ζ y ι ο ι
O, Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß seine, äußere Raumform
bezüglich einer durch eine Längsachse (L)des Rohres (19) gegebenen Ebene, auf welcher die polare Achse (A) senkrecht
steht, im wesentlichen symmetrisch ausgebildet ist.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2918129A DE2918129C2 (de) | 1979-05-07 | 1979-05-07 | Diskusförmiges Geschoß |
| GB08008748A GB2148461B (en) | 1979-05-07 | 1980-03-21 | Hollow charge projectile |
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| FR8010180A FR2555730A1 (fr) | 1979-05-07 | 1980-05-07 | Projectile discoidal |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2918129A DE2918129C2 (de) | 1979-05-07 | 1979-05-07 | Diskusförmiges Geschoß |
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| DE2918129C2 DE2918129C2 (de) | 1987-01-15 |
Family
ID=6069993
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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| DE (1) | DE2918129C2 (de) |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
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| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |