DE2806737C2 - Ventil, insbesondere für Hochdruckdampf - Google Patents
Ventil, insbesondere für HochdruckdampfInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Ventil, insbesondere für Hochdruckdampf, mit einem zwei Anschlußkanäle aufweisenden
Gehäuse, mit einem Absperrteil zum Absperren der beiden Anschlußkanäle und mit einem in
dem Absperrteil angeordneten Entlastungsventil, das durch eine zylindrische Bohrung, einen Ventilsitz und
ein Schließteil gebildet ist, das aus der einen Richtung nur mit Betriebsdruck und aus der entgegengesetzten
Richtung teils mit Betriebsdruck und teils mit Gehäusedruck beaufschlagt ist.
Ein derartiges Ventil ist aus der US-PS 23 51 775 bekannt, und zwar für einen zwischen einem Tank und
einem Tankwagen verlaufende Rohrleitung. Ein Überdruck der entweder in dem dem Tankwagen zugeordneten
Rohrleitungsende oder aber im Gehäuse des Ventils selbst entsteht, wird in Richtung auf den Tank abgebaut.
Um den entweder aus dem Tankwagen oder aus dem Ventilgehäuse kommenden Überdruck jeweils abbauen
zu können, ist das Entlastungsventil als Doppelventil ausgebildet derart, daß jeweils eine Kugel eines Ventils
zusammen mit dem zugeordneten Ventilsitz innerhalb einer Bohrung angeordnet sind und die Kugeln durch
eine gemeinsame Feder in unterschiedliche Richtungen jeweils gegen ihren Ventilsitz gedruckt werden. Die die
Kugeln und die Feder aufnehmende Bohrung verläuft schräg durch den Randbereich des Absperrteils. Diese
Bohrung ist zwischen den Ventilsitzen mittels einer Querbohrung im Absperrteil mit der zum Tank führenden
Anschlußleitung verbunden und steht über jenseits der Ventilsitze anschließende weitere Bohrungen einerseits
mit dem Gehäuse und andererseits mit demjenigen
to Teil der Anschlußleitung in Verbindung, der auf der dem Tank abgewandten Seite des Absperrteils liegt. Das
Herstellen dieser Bohrungen ist technisch schwierig und erhöht den Aufwand in sehr nachteiliger Weise ebenso
wie die Verwendung eines aus zwei Kugeln und zwei Ventilsitzen bestehenden Absperrteils.
Während das bekannte Ventil so ausgebildet ist, daß die Entlastung eines Überdrucks in Richtung auf die
drucklose Seite erfolgt, ist es für Ventile, die mit unter hohem Druck stehenden Medien, wie beispielsweise
Dampf, beaufschlagt werden sollen, im allgemeinen erforderlich, die Druckentlastung zu der jeweils den Betriebsdruck
führenden Seite zu bewirken. Bei im Hochdruckbereich arbeitenden Ventilen jedoch ist es sehr
schwierig, ein ausreichend genaues Ansprechen des Entlastungsventils zu gewährleisten, wenn das Ansprechen
von einer Federkraft abhängig ist. Somit ist es bei den bekannten Ventilen nachteilig, daß das Ansprechen der
Entlastungsventile von der Schließkraft einer Feder in einer solchen Weise abhängig ist, daß die Kugeln durch
die Feder ständig in Richtung gegen den anstehenden Druck beaufschlagt werden und erst nach Überschreiten
des Ansprechdrucks vom jeweiligen Ventilsitz abgehoben werden. Es kommt als Nachteil hinzu, daß für
unterschiedliche Betriebsdruckwerte auch die Entlastungsventile unterschiedlich dimensioniert sein müssen.
Es ist ferner aus der DE-OS 14 50 521 ein Ventil bekannt, bei dem Hilfsventile ebenfalls unmittelbar im Absperrteil
angeordnet und dabei in Bohrungen eingesetzt sind, die angenähert in Strömungsrichtung verlaufen.
Diese Hilfsventile haben den Zweck, von der einen oder der anderen Seite her Betriebsdruck abnehmen zu können,
der zur Beaufschlagung eines das Absperrventil betätigenden Stellkolbens dient. Die Hilfsventile arbeiten
hierbei als einfache Rückschlagventile.
Aus der DE-AS 20 41 722 ist ein Entlastungsventil bekannt, das so betrieben werden kann, daß eine Druckentlastung
jeweils in die mit Betriebsdruck beaufschlagte Rohrleitung erfolgt. Das Entlastungsventil ist so aufgebaut,
daß es nach dem Prinzip der Differenzdruckmessung arbeitet. Da das Ventil jedoch den Überdruck
wahlweise in zwei unterschiedliche Richtungen abbauen kann, sind zu diesem Zweck zwei Schließteile erforderlich.
Es war Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Ventil der eingangs genannten Art so auszubilden, daß es
sich bei möglichst geringem Platzbedarf in einfacher Weise innerhalb des Absperrteils anordnen läßt und
gleichzeitig derart ausgelegt ist, daß es bereits bei einer verhältnismäßig geringen Differenz zwischen dem Gehäusedruck
und dem Betriebsdruck anspricht und einen im Gehäuse vorhandenen Überdruck zur Betriebsdruckseite hin ableitet.
Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichniingsteil
b5 des Anspruchs 1 enthaltenen Merkmale gelöst. Das Absperrteil hat eine sich zur Strömungsrichtung parallel
erstreckende Bohrung, die einen als Schließteil dienenden Kolben aufnimmt. Als Anschlag für den Kolben an
der dem Ventilsitz gegenüberliegenden Seite dient ein zum Kolben koaxialer Anschlagring, der in das Absperrteil
eingesetzt ist. Der außerhalb des Ventilsitzes liegende
äußere Querschnittsbereich der dem Ventilsitz zugewandten Kolbenseite begrenzt einen Ringraum, der
durch den Kolben durchsetzende, in Richtung auf die dem Ventilsitz abgewandte Kolbenseite zur Kolbenachse
hin geneigt verlaufende und in die Öffnung des Anschlagringes mündende Entlastungskanäle mit dem Jen
Betriebsdruck führenden Anschlußkanal verbunden ist Der Anschiagring und der äußere Querschnittsbereich
des Kolbens begrenzen einen zur Aufnahme einer Federgeeigneten Raum.
Der zur Herstellung des Entlastungsventils erforderliche technische Aufwand ist verhältnismäßig gering,
denn es brauchen im Absperrteil nur entsprechende koaxiale Bohrungen vorgesehen zu werden. Auch wird für
die Anordnung des Entlastungsventils ein nur geringer Konstruktionsraum beansprucht. Ferner kann das Entlastungsventil
in vorteilhafter Weise nach dem Differenz'Jruckprinzip arbeiten. Dies gewährleistet ein sehr
genaues Ansprechen des Entlastungsventils bereits bei Druckdifferenzen in der Größenordnung von wenigen
Bar unabhängig von der Wirkung einer Federkraft. Der zur Aufnahme einer Feder geeignete Raum dient nur
dem Zweck, im Bedarfsfall eine Feder von verhältnismäßig geringer Kraft einzusetzen, falls es erforderlich sein
sollte, beispielsweise bei schräger Einbaulage des Ventils, den Schließteil des Entlastungsventils in unbeaufschlagtem
Zustand in einer definierten Endstellung zu halten.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann der Außendurchmesser des Anschlagringes
größer s :in als der Durchmesser der den Kolben aufnehmenden Bohrung. Aufgrund dieser Durchmesserdifferenz
entsteht im Absperrteil eine Ringschulter, die als Anlage für den Anschlagring dienen kann.
Weiterhin wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß der Kolben an seiner dem Ventilsitz abgewandten Seite
einen inneren Ringansatz aufweist, an dem sich eine vorzugsweise als Tellerfeder ausgebildete Feder in radialer
Richtung zentrierend abstützt und an dessen Stirnseite die Entlastungskanäle münden. Diese Ausbildung
erleichtert somit das Einsetzen einer Feder der obengenannten Art im Bedarfsfall.
Nachfolgend wird eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung anhand einer Zeichnung
näher beschrieben. Im einzelnen zeigt
F i g. 1 einen Schnitt durch das Absperrteil eines Ventils mit eingebautem Entlastungsventil;
Fig. 2 einen Schnitt durch das Absperrteil entlang der Linie H-II in Fig. 1.
Das Ventil hat ein Gehäuse 10, das hier nur teilweise schematisch angedeutet ist und in das zwei Rohr leitungsenden
11 und 12 münden. Es fehlt der obere Teil des Gehäuses 10 mit dem Antrieb für eine Spindel 13,
die das Absperrteil 14 trägt. Letzteres ist aus zwei Schließplatten 15 und 16 gebildet, die mittels dreier über
den Umfang gleichmäßig verteilt angeordneter Federn 17 gegeneinander abgestützt sind und dadurch mit ihren eo
Sitzflächen 18 an entsprechende Sitzflächen 19 der beiden
Rohrleitungsenden 11 und 12 angedrückt werden. Zwischen den in die Schließplatten 15 und 16 eingreifenden
Teilen der Spindel 13 ist ein ausreichend großes Spiel vorhanden, um den Schließplatten 15 und 16 die b5
erforderliche Bewegungsmöglichkeit zu geben und gleichzeitig auch eine Verbindung zwischen dem Innenraum
des Gehäuses 10 und einer in der SDindel 13 vorhandenen mittleren Aussparung 20 herzustellen. Wie im
übrigen auch F i g. 2 erkennen läßt, sind die Schließplatten 15 und 16 über einen Teil ihres Umfanges hin mit
den in sie eingreifenden Teilen der Spindel 13 formschlüssig
verhakt, so daß sie durch die Spindel 13 durch eine zur Achse der Rohrleitungsenden 11 und 12 radiale
Bewegung aus der hier gezeigten Schließstellung entfernt werden können.
Das Rohrleitungsende 11 ist mit Betriebsdruck beaufschlagt,
während das Rohrleitungsende 12 drucklos ist. Bei Öffnung des Absperrschiebers ergibt sich also eine
in der Zeichnung von rechts nach links verlaufende Strömungsrichtung. Das vorzusehende Entlastungsventil
befindet sich deshalb in der dem Rohrleitungsende 11
zugeordneten Schließplatte 16. Es hat im einzelnen folgenden Aufbau:
Durch eine Bohrung entsprechenden Durchmessers ist ein Zylinderraum 21 gebildet, in den ein scheibenförmiger
Kolben 22 eingesetzt ist. Eine in Verlängerung des Zylinderraumes 21 bis zur Aussparung 20 verlaufende
Bohrung bildet einen Druckraum 23, der über die Aussparung 20 und durch Spalte 25 zwischen den
Schließplatten 15 und 16 und der Spindel 13 mit dem Innenraum des Gehäuses 10 in Verbindung steht. Zwischen
dem Druckraum 23 und dem Kolben 22 befindet sich ein Ventilsitz 26, der durch eine entsprechende
Ringfläche am Ende des Zylinderraumes 21 gebildet ist. A η dieser Seite hat der Kolben 22 eine dem Ventilsitz 26
entsprechende Ringfläche. Nach außen hin schließt sich ein durch entsprechende Ausdrehungen teils in der Seitenfläche
des Kolbens 22 und teils in der Schließplatte 16 gebildeter und den Ventilsitz 26 umgebender Ringraum
27 an. Von diesem gehen über den Umfang gleichmäßig verteilt angeordnete und zur Mittelachse geneigte
Entlastungskanäle 28 aus. Diese münden auf der anderen Kolbenseite im Bereich der Stirnfläche eines inneren
Ringansatzes 29 am Kolben 22.
Eine ebenfalls von dem betriebsdruckseitigen Rohrende 11 ausgehende größere Bohrung bietet Raum zum
Einsetzen eines Anschlagrings 30, der mit der Außenseite der Schließplatte 16 bündig abschließt und auf dem
sich eine als Tellerfeder ausgeführte Feder 31 abstützt. Diese umfaßt den Ringansatz 29 und drückt den Kolben
22 auf den Ventilsitz 26. Der Anschlagring 30 hat eine Durchgangsbohrung 24.
In der hier dargestellten Schließstellung des Absperrschiebers setzt sich der Betriebsdruck durch die Entlastungskanäle
28 in den Ringraum 27 fort. Für den entsprechenden Flächenbereich ist also der Betriebsdruck
bereits kompensiert. Wenn sich jetzt aus dem Innenraum des Gehäuses 10 ein höherer Druck aufbaut, so
kann dieser vom Druckraum 23 her den Kolben 22 zum Abheben bringen, sobald ein bestimmter Druckwert erreicht
ist. Die druckbeaufschlagten Flächen des Kolbens 22 sind entsprechend bemessen. Der aus dem Gehäuse
10 kommende Überdruck wird nach Abheben des Kolbens 22 vom Ventilsitz 26 über den Ringraum 27 und die
Entlastungskanäle 28 zum Rohrleitungsende U hin abgebaut. Wenn dieser Druck einen zulässigen Wert erreicht
hat, kann der Betriebsdruck, unterstützt von der Feder 31, den Kolben 22 dichtend an den Ventilsitz 26
andrücken.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Ventil, insbesondere für Hochdruckdampf, mit einem zwei Anschlußkanäle aufweisenden Gehäuse,
mit einem Absperrteil zum Absperren der beiden Anschlußkanäle und mit einem in dem Absperrteil
angeordneten Entlastungsventil, das durch eine zylindrische Bohrung, einen Ventilsitz und ein Schließteil
gebildet ist, das aus der einen Richtung nur mit Betriebsdruck und aus der entgegengesetzten Richtung
teils mit Betriebsdruck und teils mit Gehäusedruck beaufschlagt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Bohrung (21) im Absperrteil (16) zur Strömungsrichtung parallel erstreckt,
daß das Schließteil ein Kolben (22) ist, daß ab Anschlig
für den Kolben (22) an der dem Ventilsitz (26) gegenüberliegenden Seite ein zum Kolben (22) koaxialer
Anschlagring (30) in das Absperrteil eingesetzt ist, daß der außerhalb des Ventilsitzes (26) liegende
äußere Querschnittsbereich der dem Ventilsitz (26) zugewandten Kolbenseite einen Ringraum
(27) begrenzt, der durch den Kolben (22) durchsetzende, in Richtung auf die dem Ventilsitz (26) abgewandte
Kolbenseite zur Kolbenachse hin geneigt verlaufende und in die öffnung des Anschlagringes
mündende Entlastungskanäle (28) mit dem den Betriebsdruck führenden Anschlußkanal (11) verbunden
ist und daß der Anschlagring (30) und der äußere Querschnittsbereich des Kolbens (22) einen zur Aufnahme
einer Feder geeigneten Raum begrenzen.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Außendurchmesser des Anschlagringes
(30) größer ist als der Durchmesser der Bohrung (21).
3. Ventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (22) an seiner dem Ventilsitz
(26) abgewandten Seite einen inneren Ringansatz (29) aufweist, an dem sich eine vorzugsweise als
Tellerfeder ausgebildete Feder (31) in radialer Richtung zentrierend abstützt und an dessen Stirnseite
die F.ntlastungskanäle(28) münden.
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