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DE2747662A1 - Poliomyelitis-vaccine - Google Patents

Poliomyelitis-vaccine

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Publication number
DE2747662A1
DE2747662A1 DE19772747662 DE2747662A DE2747662A1 DE 2747662 A1 DE2747662 A1 DE 2747662A1 DE 19772747662 DE19772747662 DE 19772747662 DE 2747662 A DE2747662 A DE 2747662A DE 2747662 A1 DE2747662 A1 DE 2747662A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cystine
poliomyelitis
stabilizing
medium
vaccines
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19772747662
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English (en)
Inventor
Spaeter Genannt Werden Wird
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Sanofi Pasteur Ltd
Original Assignee
Connaught Laboratories Ltd
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Filing date
Publication date
Application filed by Connaught Laboratories Ltd filed Critical Connaught Laboratories Ltd
Publication of DE2747662A1 publication Critical patent/DE2747662A1/de
Pending legal-status Critical Current

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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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    • A61K39/00Medicinal preparations containing antigens or antibodies
    • A61K39/12Viral antigens
    • A61K39/125Picornaviridae, e.g. calicivirus
    • A61K39/13Poliovirus
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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    • A61K39/12Viral antigens
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N2770/00MICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA ssRNA viruses positive-sense
    • C12N2770/00011Details
    • C12N2770/32011Picornaviridae
    • C12N2770/32611Poliovirus
    • C12N2770/32634Use of virus or viral component as vaccine, e.g. live-attenuated or inactivated virus, VLP, viral protein
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02ATECHNOLOGIES FOR ADAPTATION TO CLIMATE CHANGE
    • Y02A50/00TECHNOLOGIES FOR ADAPTATION TO CLIMATE CHANGE in human health protection, e.g. against extreme weather
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Description

.-■ 3 -
BESCHREIBUNG
Poliomyelitis-Vaccine
Die Erfindung betrifft eine neue Stabilisierungsflüssigkeit, die insbesondere zur Stabilisierung von Poliovirus-Vaccinen zur Verbesserung ihrer Lebensfähigkeit und Stabilität während der Verarbeitung und Lagerung geeignet ist, sowie eine weitere Flüssigkeit, die sich zur Konservierung von Proben eignet, die für die Analyse auf Polioviren vorgesehen sind.
Der Schutz von Menschen und Tieren gegen Viruserkrankungen wird häufig durch Impfung mit inaktivierten Antigenen oder lebenden, abgeschwächten Virusstämmen erreicht. In beiden Fällen muß die Unversehrtheit des Virusantigens in den Vaccinen erhalten bleiben. Bei Verwendung von lebenden abgeschwächten Virusstämmen hängt jedoch die Wirksamkeit der Vaccine vollständig von der Lebensfähigkeit der Viren nach Verarbeitung, Transport und Lagerung ab.
Um eine gewisse Stabilität zu erreichen, müssen einige Vaccinen in gefrorenem Zustand, z.B. gefriergetrocknet, zum Versand kommen, oder man arbeitet mit bestimmten Zusätzen, um die Empfindlichkeit des Vaccinevirus zu erniedrigen oder zu beseitigen. Beispiele für solchen Zusätze sind Calciumlactobionat, wie in der US-PS 3 186 9O8 beschrieben, Dextran, wie in der CA-PS 943 461 beschrieben, Phosphatpuffer, wie in der CA-PS 952 429 beschrieben oder MgCl2, wie in der US-PS 3 128 229 beschrieben. Manchmal finden auch Kohlenhydrate, wie Sorbit oder Mannit, Verwendung, insbesondere als Gefrierschutzmittel während des Einfrierens und Trocknens. Als Stabilisatoren finden Saccharose oder Magnesiumchlorid Verwendung, insbesondere für Lebendvaccinen für die Poliomyelitis-Schluckimpfung nach Sabin. Ihre Verwendung ist jedoch mit verschiedenen Nachteilen behaftet. Die hohe Viskosität der Saccharose-Lösungen erschwert die Handhabung und die Dosierung. Magnesiumchlorid besitzt einen unangenehmen Geschmack und verursacht Schwierigkeiten bei der Impfung von Kindern.
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Es ist bekannt, daß L-Cystin einen stabilisierenden Effekt auf die thermische Inaktivierung von Poliomyelitis-Viren besitzt. Pohjanpelto konnte 1961 zeigen, daß die Geschwindigkeit der Cystin-Reaktion, d.h. die Zeit, die das Cystin braucht, um sich mit dem Virus zum Schutz vor dessen thermischer Inaktivierung zu verbinden, von den unterschiedlichen Enterovirenarten und -stammen abhängt. Weiterhin wurde gefunden (Ikegami et al., Jap. J. M. Sc. & Biol. J^, 325 - 342, 1963; Jap. J. M.Sc. & Biol. 17, 13-22, 1964), daß dieser Effekt eine genetisch stabile Eigenschaft und die Reaktion des Cystins eine Funktion der Stabilisierung der Proteinstruktur des Virus darstellt. Der Zweck dieser früheren Untersuchungen bestand nicht in der Entwicklung eines Stabilisierungsmediums für diese Viren, sondern im Studium genetischer Markierungen. Hierzu verwendeten die genannten Autoren in 1 η HCl gelöstes L-Cystin. Ikegami (1963) (1964) stellte seine Cystin-Vdrratslösung mit 0,05molarem Tris-(hydroxymethyl)-aminomethan-Puffer (im folgenden TRIS-Puffer) als Lösungsmittel her. TRIS-Puffer findet als Verdünnungsmittel allgemein in der Biochemie Anwendung. Versuche haben jedoch gezeigt, daß bei dieser niedrigen Konzentration TRIS keine ausreichende Stabilisierungswirkung auf Poliomyelitis-Viren hat. Pohjanpelto (Virology J_5» 225-230, 1961) neutralisierte seine L-Cystin-Vorratslösung mit Natriumhydroxid. Es hat sich gezeigt, daß die Anwesenheit von Natriumionen die Stabilität von Poliomyelitis-Viren während der Lagerung bei 25°C und darunter unabsichtlich beeinträchtigt.
Angesichts der Tatsache, daß gegenwärtig auf dem Markt befindliche Poliovirus-Vaccinen eine Halbwertszeit von nur 7 Tagen bei 25°C besitzen, besteht somit ein großes Bedürfnis nach einer Vergrößerung der Lagerdauer, insbesondere in solchen Ländern, wo die Gesundheitsbestimmungen bei einem Abfall des Titers von über 50 Prozent die Entfernung des Produktes vom Markt vorschreiben.
Es wurde nun gefunden, daß ein wäßriges Medium, das 0,3 bis 1,0-molares TRIS in Kombination mit 1OO ^q L-Cystin pro ml Medium enthält, hervorragend geeignet zur Stabilisierung oder Konservie-
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rung von Proben bei Raumtemperatur ist, die auf die Anwesenheit oder Abwesenheit von Polioviren untersucht werden sollen.
Weiter wurde gefunden,daß das stabilisierende wäßrige Medium, das aus 0,3 bis 1,Omolarem TRIS und etwa 1OO ng L-Cystin pro ml Medium hergestellt worden ist, hervorragend zur Stabilisierung von Poliomyelitis-Vaccinen für die Schluckimpfung für einen Zeitraum von bis zu 4 Wochen bei Raumtemperatur, d.h. 25°C, geeignet ist. Hierdurch wird es entbehrlich, daß man die gesamte in einer Ampulle enthaltene Vaccine verbrauchen muß, wenn man bei Raumtemperatur arbeitet, oder die Restmenge verwerfen muß, wenn man nur einen Teil der Vaccine verwendet.
Weiterhin wurde erfindungsgemäß gefunden, daß die Stabilität von Poliovirus-Vaccinen bei der Lagerung bei Temperaturen von -70 bis 40C in überraschendem Maß verbessert werden kann, wenn man die Vaccinen mit einem wäßrigen Stabilisierungsmedium verwendet, das aus etwa 0,3 bis 1,0molarem TRIS, etwa 1OO μg L-Cystin und etwa 0,08 »ig sauer hydrolysierter Gelatine pro ml Vaccine hergestellt worden ist.
Die in überraschendem Umfang verbesserte Stabilität geht auf die Tatsache zurück, daß im Gegensatz zum Stand der Technik die Solubilisierung des L-Cystins nicht mittels Salzsäure und nachfolgende r Neutralisierung mit Natriumhydroxid erfolgt, da sich herausgestellt hat, daß dieses Medium zu relativ großen Aktivitätsverlusten führt, insbesondere bei der Lagerung bei 250C und darunter. Das L-Cystin muß deshalb in destilliertem Wasser solubilisiert werden, wobei man unter leichtem Druck erhitzt, um eine Temperatur von 105°C zu erreichen. Nachdem das L-Cystin gelöst ist, wird die Lösung auf 60°C abgekühlt und mit gepulvertem TRIS-Puffer und sauer hydrolysierter Gelatine (10-prozentige Lösung) versetzt. Diese Lösung wird abgekühlt und sterilisiert durch Filtration durch ein 0,22 um-Membranfilter.
Es ist bekannt, daß L-Cystin in Wasser praktisch unlöslich, jedoch in wäßrigen Lösungen unterhalb von pH 2 oder in alkalischen Lösungen oberhalb von pH 8 relativ löslich ist. Diese extremen
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pH-Werte sind jedoch für Virusproben, die der Analyse unterzogen werden sollen, oder für Poliovirus-Vaccinen nicht geeignet. Das Stabilisierungsmedium wird deshalb wie vorstehend beschrieben, hergestellt und der pH-Wert wird mit einem organischen, nicht toxischen Puffer, wie TRIS-Puffer, hergestellt. Die Proben oder Vaccinen können dann erforderlichenfalls bei Raumtemperatur gelagert werden. Innerhalb eines Zeitraums von 14 bis 21 Tagen gehen nicht mehr als 50 Prozent der ursprünglichen Viren verloren. Wenn es andererseits erwünscht ist, die Vaccinen für längere Zeiträume bei Temperaturen von -70 bis etwa 40C zu lagern, wird sauer hydrolysierte Gelatine zu einem Suspendiermedium aus L-Cystin und TRIS hinzugefügt. Der stabilisierende, suspendieiende Effekt des neuen Mediums wird erreicht bei einer Konzentration von etwa 100 ug/ml L-Cystm in etwa 0,8 ug/ml sauer hydrolysierter Gelatine und 0,3 bis 1,0molarem TRIS. Das stabilisierende Suspendiermedium wird auf einen pH-Wert von 6,5 bis 8,5 eingestellt, wobei der bevorzugte pH-Bereich 7,0 bis 7,5 beträgt.
Als Beispiel für Poliovirus-Vaccinen, die erfindungsgemäß stabilisiert werden können, werden lebende abgeschwächte Sabin-Poliovirus-Vaccinen aus folgenden Stämmen hergestellt: LSc, 2 ab (Typ 1), P 712, CH, 2 ab (Typ 2) und Leon a2b (Typ 3). Die Herstellung der Zellkulturen und der Virusvaccineflüssigkeiten erfolgt nach bekannten Methoden, die sich kurz wie folgt beschreiben lassen: Affennierenzellenkulturen oder diploide Zellkulturen des Menschen (WI-38) werden in einem Zellkulturmedium (CMRL-1969), das mit Rinderserum ergänzt ist, gezüchtet. Das Kulturmedium wird entfernt bei optimalem Wachstum (Monoschichten) und ersetzt durch das Virusimpfmaterial und Earles Lactalbumin-Hydrolysatmedium, das zur Aufrechterhaltung der Gewebekultur zugesetzt wird. Die infizierten Gewebekulturen werden so lange bebrütet, bis etwa 50 Prozent der Zellen virale cytopatische Effekte zeigen. Die Virusflüssigkeiten werden dann geerntet, durch ein 0,45 μπι Membranfilter filtriert. Nach Versetzen mit dem erfindungsgemäßen Stabilisierungsmedium erfolgt Verdünnung. Nach Abfüllung der Suspension in Glasampullen kann gelagert werden. Bei sämtlichen Stufen der Vaccine-Herstellung ist auf Abwesenheit von Neben-
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produkten und toxischen Stoffen zu achten. Die Virusflüssigkeiten werden in verschiedenen Stufen der Herstellung auf Sicherheit, Potenz und Wirksamkeit untersucht.
Die Beispiele erläutern die Erfindung.
Beispiel
Sabin-Poliovirus-Flüssigkeiten werden in einem Verhältnis von 1 : 10 in 1molarem TRIS-Puffer verdünnt. Hierauf wird der Einfluß der Zugabe von 1OO pg/ml L-Cystin auf die Virusstabilität bestimmt. Die Virusgehalte der verschiedenen Suspensionen jeder der drei Poliovirus-Typen werden anfänglich und nach vier wöchentlichen Intervallen bei einerLagerung bei 25°C bestimmt. Die Ergebnisse zeigen, daß bei allen drei Sabin-Polioviren durch Zugabe des L-Cystins eine erhöhte Lebensfähigkeit festgestellt werden kann. In einem ähnlichen Versuch wurde gefunden, daß auch L-Cystein die Stabilität erhöht. Diese Verbindung besitzt jedoch einen unangenehmen Geruch und ist als Zusatz für Schluckimpfstoffe nicht geeignet. Die Ergebnisse sind in Tabelle I zusammengestellt.
Tabelle I
1) 2)
Stabilisierungswirkung von Cystin auf Sabin-Polioviren
bei Lagerung bei 250C
Poliovirus- L-Cystin Uberlebensrate (%)
nach χ Wochen
χ = 2 X bei 25°C I Halb- 3)
wertszeit i
ryp zugesetzt x = 0 19 = 4 (Tage)
1 _ 1OO 59 5 10
2 + 1OO 2O 25 17
3 - 100 55 5 10
+ 1OO 45 17 16 :
j
1OO 72 6 11
100 16 19
100 pg/ml L-Cystin;
2)
Verdünnungsmittel 1,Omolarer TRIS-Puffer
Anzahl der Tage« bis 5O Prozent der Viren inaktiviert sind.
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Beispiel 2
Virusflüssigkeit (Sabin-Poliovirus Typ 1) wird in Imolarem TRIS-Puffer plus 100 μ9/πι1 L-Cystin suspendiert. Nach Einstellungen auf pH 6,4 , 7,4 und 8,5 werden die Virusstabilitäten bei den drei pH-Werten bei 40C über einen Zeitraum von 4 Monaten bestimmt. Das Experiment bestätigt die früheren Ergebnisse, daß die Geschwindigkeit der Inaktivierung für Sabin-Polioviren über einen pH-Bereich von 6,8 bis 8,5 nicht durch den pH beeinträchtigt wird. Die Ergebnisse sind in Tabelle II zusammengestellt.
Tabelle II
Einfluß des pH-Wertes auf die Stabilität von Sabin-Polioviren (Typ 1) während Lagerung bei 40C unter Verwendung von Imolarem TRIS-Puffer plus 100 ug/ml L-Cystin als Stabilisator
Verdünnungs
mittel-pH
Uberlebensrate (%) bei 40C nach χ Monaten χ = 1 χ = 2 χ = 4
6,4 x = 0 79
89
83
74 47
7,4
8,5
100
100
100
- 66
74 25
Beispiel 3
Es wird ein Lagerungsversuch bei 25°C mit allen drei Poliomyelitis-Viren, suspendiert in TRIS-Puffer unterschiedlicher Konzentration plus 100 μg/ml L-Cystin, über einen 4 Wochen-Zeitraum durchgeführt. Hierbei zeigt sich, daß 0,1molarer TRIS-Puffer keine ausreichend hohe Konzentration besitzt, jedoch ausreichende Virusstabilitäten bei TRIS-Puffer-Konzentrationen von 0,3 bis 1,Omolar erreicht weiden können. Eine Imolare TRIS-Pufferlösung ist leicht bitter; die niedrigere Konzentration wurde für die Standardherstellung des Stabilisatorpräparats ausgewählt. Unter bestimmten Bedingungen mag es jedoch vorteilhaft sein, die höhere TRIS-Puffer-Konzentration anzuwenden. Die Ergebnisse sind in Tabelle III zusammengestellt.
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Tabelle III
Einfluß der unterschiedlichen Konzentrationen von TRIS-Puffer plus 1OO ug/ml L-Cystin auf die Stabilität von Sabin-Polioviren bei der Lagerung bei 25°C
Poliovirus, !
i
3 Molari-
tät des
χ = Überlebensrate
nach χ Wochen
χ = 2 in % bei 25°C
I
Typ TRIS-Puffers 1OO O 40 χ = 4
1 0,1 100 32 3
0,3 1OO 40 16 I
2 1,0 1OO 36 23
0,1 100 58 6
0,3 100 40 45
1/0 1OO 70 32
' 0,1 1OO 100 7
0,3 1OO 79 56
1/0 50
Beispiel 4
Die drei Sabin-Poliovirus-Proben (oral) werden in einem Stabilisierungsmedium aus 0,3molarem TRIS-Puffer und 100 ug/ml L-Cystin suspendiert. Eine Hälfte dieser Präparate wird dann mit 0,08 mg/ml sauer hydrolysierter (stabilisierter) Gelatine versetzt. Beide Proben werden bei -20°C gelagert, und die Virusstabilität wird nach 4 und 6 Monaten bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle IV zusammengestellt. Man sieht, daß nach 6-monatiger Lagerung die Uberlebensrate der Vaccinen, die TRIS-Puffer, L-Cystin und sauer hydrolysierte Gelatine enthalten, 100 Prozent beträgt.
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Tabelle IV
Einfluß des Gelatine-Zusatzes auf die Stabilität von Sabin-Polioviren in TRIS-Puffer und Cystin bei Lagerung bei -20°C
Poliovirus,
Typ
Zugabe
von 0,08 %
Gelatine
Uberlebensrate (%) bei -20°C
nach χ Monaten
χ = 4 χ = 6
1 - x = 0 56 89
2 + 1OO - 100
3 - 100 56 63
+ 1OO - 100
- 100 40 40
+ 100 - 100
100
Verdünnungsmittel: 0,3molarer TRIS-Puffer + 100 ug/ml L-Cystin
Beispiel 5
Jede der drei Sabin-Poliovirus-Proben (oral) wird in einem Stabilisierungsmedium suspendiert, das aus 0,3molarem TRIS-Puffer, 100 ug/ml L-Cystin und 0,08 ug/ml sauer hydrolysierter Gelatine hergestellt werden ist. Gleiche Mengen der drei Sabin-Poliovirus-Proben (oral) werden in destilliertem Wasser suspendiert. Die unterschiedlichen Proben werden bei 25°C gelagert, und es werden jede Woche Stabilitätsprüfungen über einen Zeitraum von 4 Wochen durchgeführt. Die in Tabelle V zusanunengestellten Ergebnisse zeigen die große Stabilität des erfindungsgemäßen Stabilisierungsmediums.
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Tabelle V
Vergleich von Stabilisator und destilliertem Wasser auf die Uberlebensrate von Polioviren bei Lagerung bei 25"C
Poliovirus,
Typ
Verdünnungs
mittel
Überlebensrate (%) bei 250C
in χ Wochen
x = 1 χ = 2 χ = 3 χ = 4
1 Wasser X = O 71 24 17 5
2 Stabilisator 1OO 69 47 20 13
3 Wasser 1OO 54 37 13 10
Stabilisator 1OO 72 72 36 23
Wasser 100 74 30 22 7
Stabilisator 100 100 69 32 44
100
Stabilisator = 1OO ug/ml L-Cystin, 0,08 % Gelatine, 0,3molarer TRIS-Puffer, pH 7,4
Beispiel 6
Jede der drei Sabin-Poliovirus-Proben (oral) wird in einem Stabilisierungsmedium suspendiert, das aus 0,3molarem TRIS-Puffer, 1OO ug/ml L-Cystin und 0,08 Mg/ml sauer hydrolysierter Gelatine hergestellt worden ist. Die stabilisierten Poliovirus-Vaccinen werden bei 40C gelagert. Für einen Zeitrajm von 6 Monaten werden jeden Monat gleiche Teilproben untersucht. Die in Tabelle VI zusammengestellten Ergebnisse zeigen, daß die Verlustquote unter 50 Prozent liegt.
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' Tabelle VI
Einfluß des Stabilisators auf die Uberlebensrate von Sabin-Polioviren während der Lagerung bei 40C
Poliovirus, 1 Uberlebensrate χ = 1 (%) bei 40C nach χ Monaten χ = 4 χ = 6
Typ 2 x = 0 100 χ = 2 74 53
3 100 100 100 83 74
100 1OO 100 100 50
100 -
Beispiel 7
Mehrere Proben von Poliovirus-Schluckimpfstoffen, hergestellt gemäß Beispiel 6, werden Gefrier-Auftau-Zyklen unterworfen, und zwar 5 Zyklen und 10 Zyklen. Die in Tabelle VII zusammengestellten Ergebnisse zeigen, daß kein Titerverlust auftritt.
Tabelle VII
Einfluß des Stabilisators auf die Uberlebensrate von Polioviren nach Gefrieren und Auftauen
Poliovirus,
Typ
Uberlebensrate (%) nach χ Zyklen χ = 5 χ = 10
1 x = 0 100 100
2 100 100 1OO
3 100 100 100
100
Anzahl der Zyklen (Einfrieren und Auftauen) unter Verwendung von Trockeneis/Aceton und eines Wasserbades von 250C.
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■- 13 -
Beispiel
Eine Probe Sabin-Poliovirus-Vaccine Typ 1 wird mit einem Medium stabilisiert, das 1OO μς/ιηΐ L-Cystin, gelöst in der erforderlichen Menge NaOH und HCl enthält. Eine andere Probe mit 100 ug/ml L-Cystin wird in siedendem Wasser gelöst. Beide Proben werden bei 25°C gelagert; nach zwei und vier Wochen wird der Titer bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle VIII zusammengestellt.
Tabelle VIII
Einfluß von Natriumhydroxid auf die Stabilität von Sabin-Polioviren vom Typ 1
Cystin, gelöst
in
Überlebensrate |%) bei 25°C nach χ Wochen χ β 2 χ = 4
HCl und NaOH
siedendem Wasser
x = O 13
59
3
25
1OO
1OO
§09822/0587

Claims (7)

PATENTANWALT DIPL.-PHYS. LUTZ H. PRÜFER · D-8000 MÜNCHEN 9O GM 5-812 CONNAOGHT LABORATORIES LIMITED, Willowdale, Prov. Ontario, Kanada Patentansprüche
1. Poliomyelitis-Vaccine, enthaltend einen Virus von einem lebenden, abgeschwächten Poliomyelitis-Virus vom Typ 1, 2 und/oder 3, suspendiert in einem wäßrigen Stabilisierungsmedium aus etwa 0,3 bis 1,0molarem Tris-(hydroxymethyl)-aminomethan und etwa 100 ug/ml L-Cystin.
2. Poliomyelitis-Vaccine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch den zusätzlichen Gehalt an 0,8 ug/ml sauer hydrolysierter Gelatine.
3. Poliomyelitis-Vaccine nach mindestens einem der Ansprüche
1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert des stabilisierenden Suspendiermediums 6,5 bis 8,5 beträgt.
4. Poliomyelitis-Vaccine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert des stabilisierenden Suspendiermediums 7,0 bis 7,5 beträgt.
PATENTANWALT OIPL.-PHVS. LUTZ M. PRÜFER · O-8O0O MÜNCHEN 0O . WILLROIOERSTR. β - TEL. (Οββ) 04ΟΟ4Ο
809822/0587
5. Suspendiermedium für die Stabilisierung von abgeschwächten Poliomyelitis-Lebendvaccinen vom Typ 1, 2 und/oder 3, gekennzeichnet durch den Gehalt an 0,3 bis 1,Omolarem Tris-(hydroxyme thy 1) -aminome than, 100 μg/ml L-Cystin und 0,8 pg sauer hydrolysierter Gelatine pro ml.
6. Verfahren zur Herstellung eines Mediums zur Stabilisierung von Poliomyelitis-Vaccine 1, 2 und/oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß man etwa 100 mg L-Cystin pro ml destilliertes Wasser
durch Erhitzen auf etwa 10 5°C unter leichtem Druck löst, und
etwa 0,3 bis 1,0molares Tris-(hydroxymethyl)-aminomethan zusetzt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,daß man
zusätzlich etwa 0,8 mg/ml sauer hydrolysierte Gelatine zusetzt.
809822/0587
DE19772747662 1976-11-29 1977-10-24 Poliomyelitis-vaccine Pending DE2747662A1 (de)

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Application Number Priority Date Filing Date Title
CA266,768A CA1067406A (en) 1976-11-29 1976-11-29 Stabilized oral poliovaccine and stabilizing medium therefor

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Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19772747662 Pending DE2747662A1 (de) 1976-11-29 1977-10-24 Poliomyelitis-vaccine
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