DE2541610C2 - Verfahren zum Betreiben eines Winderhitzers - Google Patents
Verfahren zum Betreiben eines WinderhitzersInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Winderhitzers für Schachtofen nach
dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Bekanntlich wird bei Hochöfen eine Heißwindringleitung um den Hochofen gelegt, und der Heißwind wird
durch diese Heißwindringleitung den Düsenstöcken zugeführt, welche den Heißwind in den Hochofen einbla-
sen. Der Heißwind wird in Winderhitzern erzeugt, welche den Hochofenwind auf die erforderte Temperatur
erhitzen. Zwischen dem Winderhitzer und der Heißwindringleitung ist eine Mischstufe eingebaut, welche
den im Winderhitzer aufgeheizten Wind mit Kaltwind vermischen, zwecks Regulierung der Heißwindtemperatur, so daß die Temperatur des in den Hochofen einzublasenden Heißwinds, konstant gehalten werden kann.
Die modernen Hochöfen werden mit einer geregelten Windtemperatur bis zu 1350° C betrieben.
Winderhitzer sind im allgemeinen Wärmeaustauscher, welche nach dem Regenerativverfahren arbeiten.
Sie bestehen aus einem Brennschacht und einem Gitterwerk aus feuerfesten Steinen. Ein Gemisch von Brennluft und Heizgas, welches aus angereichertem Gichtgas
bestehen kann, wird an der Unterseite des Brennschachtes eingespritzt und dort entzündet. Das durch die Verbrennung entstehende Rauchgas wird vom Brennschacht in den Schacht des Gitterwerks geleitet, wodurch dessen feuerfeste Steine aufgeheizt werden. An-
schließend wird der Kaltwind in entgegengesetzter Richtung durch den Winderhitzer geblasen. Dabei erwärmt sich die Luft durch Aufnahme der im Gitterwerk
gespeicherten Hitze und tritt als Heißwind aus dem Winderhitzer aus, wodurch die im Gitterwerk gespei- b5
cherte Energie wieder langsam abgebaut wird.
Die Arbeitsweise eines Winderhitzers besteht demgemäß aus zwei Phasen. Während einer ersten Phase, der
sogenannten »Heizperiode«, wird der Winderhitzer
durch die durch die Verbrennung der Brenngase entstehenden Rauchgase aufgeheizt und während einer zweiten Periode, der sogenannten »Blasperiode«, wird Kaltwind mit einem Druck von 4 bis 6 atü durch den Winderhitzer geleitet zur Aufnahme der von den Rauchgasen
im Gitterwerk abgegebenen Wärme.
Zur kontinuierlichen Heißwindlieferung sind daher mindestens zwei, im Takt arbeitende Winderhitzer erfordert Während der eine Winderhitzer in der Blasperiode ist, wird der andere aufgeheizt
Es bestehen gegenwärtig zwei verschiedene Typen von Winderhitzern. Gemäß einem ersten Typ ist der
Brennschacht zusammen mit dem Gitterwerk in einem gemeinsamen Turm untergebracht Der Brennschacht
ist dabei direkt neben dem Gitterwerk angeordnet und ist von diesem lediglich durch eine feuerfeste Trennwand getrennt
Beim zweiten Typ ist der Brennschacht vollständig vom Gitterwerk getrennt, ist jedoch mit diesem über
eine Kuppel verbunden zur Zirkulation der Rauchgase und des Heißwinds. Obschon Winderhitzer mit getrenntem Bremischacht, hinsichtlich der Leistung, einen Fortschritt gegenüber Winderhitzern mit eingebautem
Brennschacht darstellen, da sie es erlauben, die für die geregelte Heißwindtemperatur von 1350°C notwendigen Kuppsltemperaturen von 1500 bis 1550°C zu erreichen, so sind neuerdings sowohl bei Winderhitzern mit
getrenntem wie auch bei Winderhitzern mit eingebautem Brennschacht, trotz dem Einsatz modernster Baumaterialien, durch das Auftreten eines neuen, bis dahin
unbekanntem Effekt, neue Grenzen für den Hochtemperaturbetrieb eines Winderhitzers festgelegt worden.
Dieser neue Effekt, welcher jetzt allgemein als »interkristalline Spannungsrißkorrosion« bekannt ist, führt zu
Zerstörungen des Mantels eines Winderhitzers und vor allem der Winderhitzerkuppel, wenn der Winderhitzer
mit hoher Temperatur und hohem Druck betrieben wird. Untersuchungen haben ergeben, daß für das Auftreten der interkristallinen Spannungsrißkorrosion drei
Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein müssen, nämlich eine hohe Temperatur, hohe Spannungen und das Vorhandensein von korrosiven Produkten, wie NO»-, ClundS-- Ionen.
Die ΝΟ,-Ionen entstehen einerseits bei der Verbrennung der Brenngase bei einer Temperavur von über
13000C und andererseits bei der Wirderhitzung über
14000C beim Kontakt mit der auf 1500 bis 1550° C geheizten Silikatauskleidung des Winderhitzers. Die Cl-
und S--Ionen werden durch ungenügend gereinigtes Brenngas mitgebracht Die wiederholten Druckbeaufschlagungen während der Blasperiode erzeugen an den
bereits durch die während der Fertigung entstandenen Zugeigenspannungen beanspruchten Schweißnähte,
nach einer gewissen Zeit kapillare, längs den Korngrenzen des Blechmantels verlaufende Haarrisse. Diese
Haarrisse selbst bedeuten keine Schädigung des Blechmantels, welche einer Reparatur oder Erneuerung bedingen. Erst die Einwirkung von korrosiven Kondensaten in die Haarrisse löst die interkristalline Spannungsrißkorrosion aus.
Damit die interkristalline Spannungsrißkorrosion auftreten kann, ist es unbedingt notwendig, daß die drei
beschriebenen Parameter gleichzeitig auftreten. Es müssen nämlich die durch Spannungen hervorgerufene
Haarrisse vorhanden sein. Es muß eine hohe Temperatur im Innern des Winderhitzers herrschen, damit die
aus den Rauchgasen und Hochofenwind anfallenden
Kondensate an der Blechwand gebildet werden können. Schließlich müssen die, die interkristalline Spannungskorrosion einleitenden Korrosionsmittel vorhanden
sein. Außer dem notwendigen Zusammen« effen dieser drei Bedingungen müssen die Temperatur und der
Druck bestimmte Grenzwerte überschreiten, damit die interkristalline Spannungsrißkorrosion zerstörende
Ausmaße annimmt All diese Bedingungen sind bei dem modernen Hochofenbetrieb erfüllt
Beim Feb'sn einer der Voraussetzungen können <iie
interkristallinen Spannungsrißkorrosionen vermieden werden. Dies ist auch der Grund dafür, daß dieser Effekt
nicht bei älteren Anlagen aufgetreten ist da entweder der Druck, oder die Temperatur, oder beide, den zur
Auslösung der interkristallinen Spannungsrißkorrosion erforderten Wert nicht erreichten, und demgemäß nicht
sämtliche Bedingungen gleichzeitig erfüllt waren. Es ist auch der Grund dafür, daß die interkristalline Spannungsrißkorrosion
zuerst in der Kuppel de;. Winderhitzers auftritt da dort die Temperatur und der Druck am
größten sind. Auf Grund der beschriebenen Gegebenheiten, wäre es naheliegend, wenn man zur Vermeidung
der interkristallinen Spannungsrißkorrosion einen der sie bewirkenden Parameter ausschalten würde. Diese
Lösung ist jedoch kaum zu verwirklichen, da einerseits die korrosiven Produkte immer vorhanden sind und da
andererseits eine Erniedrigung der Temperatur oder des Druckes einen negativen Fortschritt bedeuten würde,
weil der Trend des modernen Hochofenbetriebes durch hohe Windtemperaturen und, durch den Ofenbetrieb
bedingte, hohe Winddrücke verwirklicht wird.
Zur Vermeidung der Gefahr von interkristallinen Spannungsrißkorrosionen ist bereits vorgeschlagen
worden, Gassperren in Form von Folien an der Innenseite des Winderhitzers vorzusehen, damit die Rauchgase
und der Hochofenwind nicht bis an die Innenfläche des Blechmantels gelangen und keine Kondensate ausfallen
können. Diese Maßnahme hat jedoch keinen Erfolg gezeigt da die Folien durch Wärmedehnungen mechanisch
zerstört werden.
Es ist weiterhin bekannt, siehe US-PS 32 41 823, mit zwei übereinander angeordneten Kuppeln zu arbeiten,
wobei in den Zwischenraum Luft zur Kühlung der inneren Kuppel geleitet wird. Diese Maßnahme kann jedoch
nicht mit Sicherheit eine interkristalline Spannungskorrosion vermeiden, insbesondere ist es nicht möglich,
Druck und/oder Temperatur weiter zu erhöhen.
Der vorliegenden Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, neue Maßnahmen zu schaffen, welche
die interkristalline Spannungsrißkorrosion, sowohl bei Winderhitzern mit eingebautem Brennschacht wie auch
bei Winderhitzern mit getrennten Brennschacht, verhindern.
Die gestellte Aufgabe wird gelöst mit einen Verfahren
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 teilweise im Schnitt, eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Winderhitzers;
F i g. 2 teilweise im Schnitt, eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Winderhitzers.
In Fig. 1 ist schematisch ein Winderhitzer mit getrenntem
Brennschacht gezeigt. Dieser Winderhitzer besteht hauptsächlich aus einem Brennschacht 2 und
einem Schacht 3 mit einem feuerfesten Gitterwerk. Der Brennschacht 2 und der Schacht 3 des Gitterwerkes sind
durch eine gemeinsame Kuppel 4 abgedeckt welche gleichzeitig die beiden Schächte miteinander verbindet
Ein Brenner 6 durchstößt die Wand des Winderhitzers am Fuß des Brennschachtes 2, Mit Koks oder Erdgas
angereichertes Gichtgas wird durch eine Düse 8 in den Brenner 6 eingespritzt Dem Brenner 6 wird ebenfalls
durch einen Rohrstutzen 10 Brennluft zugeführt Bevor diese Brennluft durch den Rohrstutzen 10 in den
Brenner 6 gelangt wird sie in einem Wärmeaustauscher vorgehitzt Wie bereits oben erläutert wurde, besteht
das Gitterwerk im Schacht 3 aus einer feuerfesten Silikatauskleidung.
Durch die Verbrennung des Gemisches Brennluft-Brenngas entstehen Rauchgase, welche über die Kuppel 4 in den Schacht 3 gelangen und dort ihre Wärme an das Gitterwerk abgeben. Die stärkste Aufwärmung erfolgt im oberen Teil des Gitterwerkes im Bereich der Kuppel 4. Nachdem die Rauchgase den größten Teil des Winderhitzers und vor allem des Gitterwerkes im Schacht 3 durchströmt haben, werden sie via eine nicht gezeigte Auslaßöffnung am Fuß des Schachtes 3 in einen Rauchabzug geleitet Während dieser Heizperiode, d. h. der Wärmespeicherung in der Silikatauskleidung des Gitterwerkes, liegt der Druck im Innern des Winderhitzers etwas über Atmosphärendruck.
Durch die Verbrennung des Gemisches Brennluft-Brenngas entstehen Rauchgase, welche über die Kuppel 4 in den Schacht 3 gelangen und dort ihre Wärme an das Gitterwerk abgeben. Die stärkste Aufwärmung erfolgt im oberen Teil des Gitterwerkes im Bereich der Kuppel 4. Nachdem die Rauchgase den größten Teil des Winderhitzers und vor allem des Gitterwerkes im Schacht 3 durchströmt haben, werden sie via eine nicht gezeigte Auslaßöffnung am Fuß des Schachtes 3 in einen Rauchabzug geleitet Während dieser Heizperiode, d. h. der Wärmespeicherung in der Silikatauskleidung des Gitterwerkes, liegt der Druck im Innern des Winderhitzers etwas über Atmosphärendruck.
Wenn das Gitterwerk im Schacht 3 die notwendige Temperatur erreicht hat, wird die Verbrennung stillgesetzt
und der Winderhitzer wird von der Heizperiode auf die Blasperiode umgeschaltet. Während der Blasperiode
wird Kaltwind durch eine Einlaßöffnung 14 am Fuß des Schachtes 3 eingelassen und strömt in entgegengesetzter
Richtung wie die Rauchgase durch den Winderhitzer. Der Wind wird durch die Berührung mit
der feuerfesten Auskleidung im Gitterwerk erwärmt und wird durch die Kuppel 4 in den Brennschacht 2
geleitet, welchen er durch eine Austrittsöffnung 16 verläßt. Diese öffnung 16 wird natürlich während der Heizperiode
mittels eines nicht gezeigten Schiebers geschlossen.
Der Druck im Winderhitzer beträgt im modernen Hochofenbetrieb während der Blasperiode 4 bis 5 mit
einem Maximum von 6 atü. Die Temperatur im Bereich der Kuppel 4 kann bis auf 155O0C steigen.
Wie bereits erläutert, tritt ein als interkristalline Spannungsrißkorrosion bezeichneter Effekt auf, wenn
die Temperatur und der Druck einen bestimmten Schwellwert erreichen. Dieser, bei den älteren Anlagen
unbekannte Effekt verursacht eine rasche Zerstörung des um die Kuppel eines Winderhitzers angeordneten
Blechmantel. Wie bereits erläutert sind für das Auftreten interkristalliner Spannungskorrosionen eine hohe
Temperatur, ein hoher Druck und korrosive Stoffe gleichzeitig erfordert.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird, ohne den Druck oder die Temperatur während des Betriebs des
Winderhitzers zu verringern, der Einfluß von wenigstens einem dieser beiden Parameter größtenteils ausgeschaltet.
Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß eine zweite Wand um den Stahlblechmantel der Kuppel angeordnet,
wodurch zwischen dieser zweiten Wand und dem Stahlblechmantel ein Raum begrenzt wird, in welchem
ein Fluidum unter Druck eingeführt wird. Hierdurch werden die differcntiellen Spannungen über dem
b5 Blechmantel, welche wegen der Druckbeaufschlagung
der Innenseite des Blechmantels hervorgerufen werden, aufgelöst. Die besten Resultate werden offenbar dann
erreicht, wenn der Druck auf den beiden Seiten des
Stahlblechmantels der Kuppel gleich ist, d. h. wenn der Druck des in dem um die Kuppel angeordneten Raum
befindlichen Fluidum, dem Druck im Innnern des Winderhitzers gleich ist.
Gemäß F i g. 1 ist um die Kuppel 4 des Winderhitzers eine zweite Wand 20 angeordnet. Diese Wand 20 liegt
hermetisch um die Kuppel 4 und bestimmt mit dem Blechmantel der gewölbten Decke 22 und 24 des Brennschachtes 2 bzw. des Schachtes 3 einen Raum 26, welcher zum Druckausgleich dient. Ein Gas wird unter to
Druck in diesen Raum 26 eingeschleust, und zwar so, daß der Differentialdruck über dem Blechmantel der
ganzen Kuppel 4 annähernd null wird.
Die Gaszirkulation im Raum 26 erfolgt durch zwei öffnungen 28, 30, weiche jeweils auf der Seite des is
Brennschachtes 2 bzw. des Schachtes 3 angebracht sind. Die beiden öffnungen 28 und 30 sind abwechselnd Eintritts- bzw. Austrittsöffnungen je nach der Betriebsperiode des Winderhitzers.
Die öffnung 28 steht in Verbindung mit den Leitungen 32 und 34, welche mit den Schiebern 36 bzw. 38
versehen sind. Die Leitung 32 und der Schieber 36 verbinden die öffnung 28 über ein Gebläse 37 und den
Wärmeaustauscher 12 mit dem Brenner 6. Die Leitung 34 und der Schieber 38 hingegen verbinden die öffnung
28 mit der Kaltwindleitung 40. Es ist hervorzuheben, daß die Bezeichnung »Kaltwind« lediglich ein Temperaturverhältnis in Bezug auf den Heißwind ausdrückt.
Obschon Rede von Kaliwind ist, so beträgt die Temperatur des dem Winderhitzer zugeführten Windes et-
wa 15O0C. Der Kaltwind erfährt diese Erwärmung in
nicht gezeigten Kompressoren, welche den Kaltwind auf den Betriebsdruck von 4 bis 5 atü verdichten.
Die öffnung 30 führt zu den Leitungen 42 und 44, welche die Schieber 46 bzw. 48 aufweisen. Die Leitung
42 verbindet den Raum 26 über den Schieber 46 mit der Kaltwindzufuhröffnung 14 am Fuß des Gitterwerkschachtes 3. Die Leitung 44 spielt, bei geöffnetem Schieber 48, die Rolle einer Brennluftansaugleitung, weiche
den Raum 26 mit einem verstellbaren Einlaßventil 50. zwecks Zufuhr von Brennluft verbindet.
Während der Heizperiode sind die Schieber 36 und 48 geöffnet, während die Schieber 38 und 46 geschlossen
sind. Bei Einschaltung des Gebläses 37 wird Brennluft durch das Einlaßventil 50 und den Raum 26 angesaugt
und an den Brenner 6 zur Unterhaltung der Verbrennung der durch die Düse 8 eingespritzten Brenngase
weitergeleitet. Der Druck der durch die Verbrennung entstehenden Rauchgase ist dem Druck der Brennluft
im Raum 26 ungefähr gleich. Demgemäß sind während der Heizperiode die differentiellen Spannungen über
dem Blechmantel der Kuppel 4 ausgeglichen.
Während der Blasperiode wird das Gebläse 37 ausgeschaltet und die Schieber 36 und 48 werden geschlossen,
während die Schieber 38 und 46 geöffnet werden. Diese Schieberstellungen gewährleisten eine Verbindung der
Kaltwindleitung 40 durch den Raum 26 zu der Kaltwindzufuhröffnung 14 am Fuße des Gitterwerkschachtes 3. Während der Blaszeit wird Kaltwind durch die
Kaltwindleitung 40 unter einem Druck bis zu 7 atü durch den Raum 26 in den Winderhitzer geleitet. Auch
während dieser Periode ist der Druck im Innern des Winderhitzers ungefähr gleich dem Druck im Raum 26,
so daß auch während der Blaszeit keine diffcrentielle Spannungen an der Blcchwand der Kuppel 4 auftreten.
Aufgrund der beschriebenen Maßnahmen, wird der Blechmantel der Kuppel eines erfindungsgcmäßcn
Winderhitzers nicht mehr durch differentiellc Druckspannungen beansprucht.
Der um die Kuppel 4 angeordnete Raum 26 gehört integral zur Kaltwindzufuhr und zur Brennluftzufuhr, so
daß zusätzlich zum Druckausgleich eine Vorerwärmung der Kaltluft und der Brennluft gewährleistet ist.
Dadurch, daß die Spannungen über dem Blechmantel weitgehend ausgeglichen werden, wird das Auftreten
von Haarrissen verhindert und demgemäß eine der notwendigen Bedingungen für das Entstehen der interkristallinen Spannungsrißkorrosion ausgeschaltet.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann zusätzlich der Einfluß einer zweiten Bedingung für das Entstehen der interkristallinen Spannungsrißkorrosion vermieden werden. Es ist nämlich möglich, mit den oben
beschriebenen Maßnahmen zum Druckausgleich über dem Blechmantel, gleichzeitig den Temperatureinfluß
auf die Entwicklung der interkristallinen Spannungsrißkorrosion zu verringern.
Testversuche haben gezeigt, daß das Anfallen von Kondensaten aus dem Rauchgas und/oder Hochofenwind bedeutend vermindert werden kann, wenn die
Temperatur an der Innenseite des Blechmantels etwa 150° C nicht unterschreitet. Da aber, wie bereits oben
erläutert wurde, die Temperatur des Kaltwindes um den Wert von etwa 15O0C schwankt, ist die Temperatur des
Kaltwindes an sich ausreichend um die Temperatur des Blechmantels der Kuppel 4 über dem Taupunkt der
Korrosionsstoffe zu halten.
Es ist offenbar auch möglich, in die Kaltwindleitung 40, einen nicht gezeigten Wärmeaustauscher einzubauen, so daß die Temperatur des Kaltwindes dadurch regelbar wird, und die Taupunkttemperatur an der Innenseite des Biechmantels mit Sicherheit nicht mehr unterschritten wird. Durch die Möglichkeit der Temperaturregelung des zugeführten Kaltwindes, kann die Kaltwindtemperatur den Ansprüchen und Eigenschaften des
Winderhitzerbetriebs angepaßt werden.
Die Ausführung gemäß F i g. 2 unterscheidet sich von derjenigen aus F i g. 1 dadurch, daß der Raum 26 um die
Winderhitzerkuppel 4 in einen geschlossenen Kreislauf einbezogen ist. In F i g. 2 sind die gleichen Bezugziffern
wie in F i g. 1 verwendet worden um die gleichen Bauteile zu bezeichnen.
Der um die Kuppel 4 angeordnete Raum 26 weist eine Einlaßöffnung 60 und zwei Auslaßöffnungen 62 und 62'
auf, welche jeweils an dem höchsten Punkt über dem Brennschacht 2 bzw. dem Gitterwerkschacht 3 vorgesehen sind. Dadurch daß die Auslaßöffnungen 62 und 62'
jeweils am höchsten Punkt des Raumes 26 vorgesehen sind, wird verhindert daß das im Raum 26 erhitzte Fluidum sich an diesen höchsten Punkten ansammelt Die
Auslaßöffnungen 62 bzw. 62' sind durch eine Leitung 64, welche einen Wärmeaustauscher 66 und eine Umwälzpumpe 68 aufweist mit der Einlaßöffnung 60 verbunden.
Der aus dem Raum 26 und der Leitung 64 bestehende geschlossene Kreis ist mit einer Flüssigkeit vorzugsweise öl gefüllt
Die Aufnahme von Kaltwind in den Winderhitzer erfolgt durch eine Leitung 70, welche mit einem Schieber
72 versehen ist Der Raum.26 ist über eine Druckausgleichsvorrichtung 74 und eine Zwischenleitung 76 mit
der Kaltwindleitung 70 stromabwärts des Schiebers 72 verbunden. Der Raum 26 ist demgemäß durch die
Druckausgleichsvorrichtung 74 mit dem Innern des Winderhitzers verbunden, wobei die Druckausgleichsvorrichtung 74 dafür sorgt, daß der Druck im Raum 26
dem Druck im Innern des Winderhitzers angepaßt wird. Die Druckausgleichsvorrichtung 74 funktioniert dem-
entsprechend bei einer Druckveränderung im Innern des Winderhitzers, d. h. wenn der Winderhitzer von Gas
auf Wind und umgekehrt geschaltet wird. Da der Druck im Raum 26 über die Druckausgleichsvorrichtung 74
jederzeit dem Druck im Innern des Winderhitzers angeglichen wird, sei es während der Heizperiode, oder während
der Blasperiode, werden die differentiellen Spannungen über dem Blechmantel der Kuppel 4 verhindert,
wodurch, genau wie bei der Ausführung gemäß Fig. 1,
das Auftreten von Haarrissen im Blechmantel vermieden werden kann.
Da die Flüssigkeit im Raum 26 in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert, ist sie einer ständigen Erwärmung
vom Innern des Winderhitzers ausgesetzt. Es ist dadurch notwendig, einen Wärmeaustauscher 66 vorzusehen,
damit die Flüssigkeit, wenn nötig, abgekühlt werden kann. Erfindungsgemäß kann dieser Wärmeaustauscher
66 aber auch dazu benutzt werden, die Temperatur der Flüssigkeit zu regeln, und zwar so, daß die Temperatur
an der Innenseite des Blechmantels der Kuppel 4, über der Taupunkttemperatur der Korrosionsstoffe
gehalten wird. Es kann dafür zweckmäßig sein, einen nicht gezeigten, einstellbaren Thermostat in dem geschlossenen
Kreislauf vorzusehen, welcher den Wärmeaustauscher, in Abhängigkeit der geschwünschten bzw.
gemessenen Temperatur, betätigt.
Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß der Einfluß wenigstens eines
und vorzugsweise von zwei für die interkristalline Spannungsrißkorrosion
notwendigen Parametern ausgeschaltet werden, ohne daß es notwendig ist, den Absolutwert
dieser Parameter zu begrenzen.
Die vorliegende Erfindung wurde illustrationshalber in Bezug auf einen Winderhitzer mit getrenntem Brennschacht
beschrieben. Die Erfindung kann jedoch offenbar auch, ohne erfinderisches Zutun, bei einem Winderhitzer
mit eingebautem Brennschacht Verwendung finden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
45
50
55
60
65
Claims (5)
1. Verfahren zum Betreiben eines Winderhitzers für Schachtofen, der einen um den Blechmantel der s
Kuppel gebildeten Raum aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl während der ersten
Phase wie auch während der zweiten Phase dieser Raum mit einem Fluidum beaufschlagt wird, dessen
Druck etwa gleich ist dem Druck im inneren des Winderhitzers.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der Innenseite des
Blechmantels der Kuppel über dem Taupunkt der die interkristalline Spannungsrißkorrosion bewir- is
kenden Stoffe der Rauchgase und des Heißwindes gehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur des Fluidums auf
einen Wert gehalten wird, welcher ausreichend ist, um die Temperatur des Blechmantels über 150 Grad
Celsius an der Innenseite zu halten.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Fluidum abwechselnd aus Brennluft oder Kaltwind besteht
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Fluidum aus Ol besteht.
30
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