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Auslegerkran mit Gegengewicht Auslegerkrane werden im allgemeinen
mit Gegengewichten von solcher Größe und in solcher Anordnung ausgerüstet, daß bei
allen in Betracht kommenden Betriebs fällen der Gesamtschwerpunkt des Kranes mit
oder ohne angehängte(r) Last innerhalb der Stützbasis des Kranes mit hinreichendem
Mindestabstand von den Begrenzungslinien der Stützbasis bleibt, so daß der Kran
die erforderliche Standsicherheit aufweist. Doch läßt sich das bei Auslegerkranen
mit großer Tragkraft, z.B. von 1000 Mp, und mit in weiten Grenzen veränderbarer
Ausladung des Auslegers vielfach kaum verwirklichen. Denn wenn eine Last abgesetzt
wird, deren Anteil am Lastmoment bis dahin durch das Gegengewicht ausgeglichen war,
besteht die Gefahr, daß das Gegengewicht ein negatives Lastmoment bewirkt und den
Kran zum Umkippen bringt.
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Dem gegenüber liegt der in den Ansprüchen gekennzeichneten Erfindung
die Aufgabe zugrunde, auch in solchen Fällen zu gewährleisten, daß ein entsprechender
Auslegerkran bei allen Betriebsbedingungen die erforderliche Standfestigkeit hat.
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Die Erfindung bringt den Fortschritt, daß der Bau on ungewöhnlich
großen Auslegerkranen der genannten Art, wie sie in zunehmendem Maß für morderne
Ingenieurbauten benötigt werden, auch im Hinblick auf das Problem der Standsicherheit
ermöglicht wird.
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Auf der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
ein Turmkran in Seitenansicht dargestellt.
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Der IJnterbau des Kranes hat ein Mittelstück 1 mit vier Stützarmen
2, die an ihren Enden mit auf dem Boden aufliegenden Tellern 3 versehen sind.
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Die Stützbasis des Kranes ist ein Viereck, dessen Eckpunkte 4 in den
lotrechten Mittellinien der Teller 3 liegen.
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Auf dem Mittelstück 1 ist mittels eines Drehkranzes 5, der sowohl
nach unten als auch nach oben wirkende Kräfte zu übertragen vermag, eine Plattform
6 um eine lotrechte Achse 7 drehbar gelagert.Auf der Plattform 6 sitzt der Mast
8, der aus mehreren Schüssen in Gitterbauweise zusammengesetzt ist.
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An einem Kopfstück 9, das am oberen Ende des Mastes 8 sitzt, ist der
Kran-Ausleger 10 in einem Gelenk mit waagerechter Achse 11 wippbar gelagert. Ferner
trägt das Kopfstück 9 in Gelenken mit zur Achse 11 parallelen Achsen 12, 13 zwei
Stützen, von denen die eine, 14, etwa lotrecht nach oben ragt und die andere, 15,
sich auf der dem Ausleger 10 gegenüberliegenden Seite etwa in waagerechter Richtung
erstreckt. Der Ausleger 10 und die Stützen 14, 15
sind ebenfalls
aus Schüssen in Giterbauweise zusammengesetzt.
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Der Ausleger 10 und die Stütze 14 sind an ihren äußeren Enden durch
ein Seil 16 miteinander verbunden. Zwischen den äußeren Enden der beiden Stützen
14 und 15 ist ein Flaschenzug 17 geführt, der sich von der Stütze 15 aus in einem
Seilstrang 18 nach unten fortsetzt. Von der Plattform 6 aus erstreckt sich in waagerechter
Richtung auf der dem Ausleger 10 gegenüberliegenden Seite des Mastes ein Arm 20.
Nahe an dem Ende dieses Armes ist eine den Seilstrang 18 aufnehmende Trommel 19
einer Winde gelagert, mittels welcher der Ausleger 10 zusammen mit der Stütze 14
ein-und ausgewippt werden kann.
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Der Mast 8 ist gegenüber der Plattform 6 und dem Arm 20 verspannt.
Zu diesem Zweck ist ein Spannseil 21 einerseits an dem Kopfstück 9 und andererseits
am Ende eines Hebels 22 befestigt, der an der Plattform 6 in einem Gelenk mit einer
zur Achse 11 parallelen Achse 23 gelagert ist. Zwischen dem Ende des Hebels 22 und
dem Ende des Armes 20 ist ein Flaschenzug 24 geführt. Dieser setzt sich in einen
Seilstrang fort, der um eine an dem Arm 20 gelagerten Trommel 25 einer weiteren
Winde gewickelt ist.
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Das Hubwerk weist eine Winden-Trommel 26 auf, die an dem Arm 20 nahe
der Plattform 6 gelagert ist.
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Das Hubwerk-Seil 27 ist von der Windentrommel 26 nach oben über Umlenkrollen
28, 29 an den Stützen 15 bzw. 14 zu Umlenkrollen 30 an der Spitze des Auslegers
10 geführt, von wo es sich in einen den Kranhaken 31 tragenden Flaschenzug fortsetzt.
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Das Gegengewicht 32 sitzt auf einem Schlitten 33, der unter Vermittelung
von Schienen auf dem Arm 20 in Richtung auf den Mast 8 und von diesem weg fahrbar
ist.
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Das Gegengewicht 32 befindet sich gemäß der Darstellung in beträchtlicher
Entfernung von der lotrechten Drehachse 7. Das entspricht der Belastung des Kranes
durch einen Lastkörper 34, der an dem Kranhaken 31 hängt. Der sich hierbei ergebende
Gesamtschwerpunkt liegt so, daß seine Projektion auf den Boden innerhalb der durch
die Eckpunkte 4 bestimmten Stützbasis des Kranes liegt, und zwar mit hinreichendem
Abstand von den Begrenzungslinien der Stützbasis.
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Wenn bei unveränderter Stellung des Gegengewichtes 32 der Lastkörper
34 abgesetzt würde, würde das Gegengewicht 32 ein solches negatives Lastmoment erzeugen,
daß die Projektion des nunmehrigen Gesamtschwerpunktes so nahe an die Begrenzung
der Stützbasis gelangen würde, daß nicht mehr die erforderliche Standsicherheit
gegeben wäre. Deshalb wird das Gegengewicht 32, wenn der Lastkörper abgesetzt wird,
auf dem Schlitten 32 so weit in Richtung nach dem Mast 8 hin gefahren, daß der Gesamtschwerpunkt
des Kranes innerhalb der Stützbasis mit einem ausreichenden Abstand von dessen Begrenzungslinien
liegt.
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Zweckmäßig erfolgt die Einstellung des Gegengewichtes 32 selbsttätig
in Abhängigkeit von Änderungen des Lastmomentes. Zu diesem Zweck kann man sich den
Umstand zunutze machen, daß infolge der Elastizität des Hubwerkseiles 27, des Auslegers
10 und des Mastes 8 mit den zum Abspannen
dienenden Seilen 21, 24
beim Einschalten des Hubwerk-Antriebsmotors der Lastkorper mit einer gewissen Verzögerung
angehoben wird. Eine solche elastische Verformung kann als Impuls für die Steuerung
eines zum Antrieb des Schlittens 33 dienenden Motors ausgenutzt werden.
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Eine Einstellbewegung des Gegengewichtes 32 kommt nicht nur beim Übergang
von völliger Entlastung des Kranhakens zur Belastung durch Anhängen eines bestimmten
Lastkörpers in Betracht, sondern auch für den übergang zwischen Belastungen des
Kranes durch unterschiedliche Lastkörper.
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Es ist auch möglich, daß die Einstellbewegung nur für ein zusätzliches
Gegengewicht vorgesehen ist, während ein anderes Gegengewicht unbeweglich am Krangerüst
sitzt.