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Adsorptionsmittel zum Extrahieren von Metallen bzw. Metallionen aus
Lösunren. Verfahren zu seiner Herstellung und Venrendun desselben Die Erfindung
betrifft ein Adsorptionsmittel und Verfahren sum Extrahieren und Rückgewinnen von
Metallen bzw. Metallionen aus Lösungen. Insbesondere betrifft die Erfindung die
Extraktion von Metallen bzw. Metallionen aus Lösungen, wie sie bei metallurgischen
Extraktionsverfahren oder als mit Metallen bzw. Metallionen verunreinigtes Wasser
auftreten. Die Erfindung ist ganz speziell mit einem Adsorptlonsverfahren befaßt,
bei welchem Braunkohle, Lignit, Torf und verwandte kohlenstoffhaltige Materialien
als Adsorptionsmittel für Metalle oder metallhaltige Ionen verwendet werden, wobei
insbesondere der Wirkungsgrad solcher Adsorptionsverfahren verbessert werden soll.
Schließlich erstreckt sich die Erfindung noch auf Verfahren zur -Rückgewinnung von
Metallen aus den geschilderten Adsorptionsmitteln und andere verwandte Metallgewinnungsverfahren.
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Daruber hinaus betrifft die Erfindung noch die Verwendung ma-türlich
vorkommender Cellulosematerialien, z .3. von-Holz, insbesondere in Form von Sägespänen,
als Adsorptionsmittel.
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"Lignit'l und "Braunkohle" werden gemeinsam zur Benennung bzw. Bezeichnung
von Kohlen, die sowohl hinsichtlich ihres biologischen Alters als auch hinsichtlich
ihrer allgemeinen Eigenschaften zwischen Torf und Steinkohle liegen, verwendet.
Braunkohle und Lignite werden willkürlich als diejenigen Kohlen definiert, die,
bezogen auf feuchte, aschefreie Basis, einen Heizwert von weniger als 5704,5 kcal/
kg aufweisen.
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Die Ausdrücke 'tLignit't und "Braunkohle" werden nicht überall im
gleichen Sinne verwendet. In der ASTM-Einteilung wird die gesamte Kategorie als
"lignitische.Gruppebezeichnet, wobei die verdichteten Kohlen als Lignite und die
nicht-verdichteten Kohlen als Braunkohle bezeichnet werden. Diese Bezeichnungen
werden auch in einigen anderen Ländern, jedoch nicht in Deutschland und einigen
anderen europäischen Ländern, verwendet. In Australien bildet die Bezeichnung t'Braunkohle"
die Gattungsbezeichnung für die gesamte Klasse, wobei Lignit für die stärkere, faserige,
holzartige Abart steht (vgl. "Encyclopedia of Chemical Technology'!, Ausgabe Kirk-Othmer,
Interscience Publishers 1967). Hier und im folgenden soll der Ausdruck "Braunkohle"
in dem zuletzt genannten allgemeinen Sinne verstanden werden, sofern nicht eine
engere Definition, beispielsweise durch Verweisung auf spezielle Kohlesorten, geboten
ist.
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In der australischen Patentanmeldung 29377/71 ist die Adsorption zahlreicher
Metalle aus ammoniakalischen Lösungen an Braunkohle und verwandte kohlenstoffhaltige
Materialien beschrieben. Obwohl bei diesem Verfahren sehr gute Ergebnisse erhalten
werden, bereitet die Notwendigkeit, Ammoniak verwenden zu müssen, unter bestimmten
Umständen
Schwierigkeiten, und dies insbesondere-bei der Entfernung
sehr geringer Metallmengen, wie sie beispielsweise in mit Metallen oder Metallionen
verunreinigten wäßrigen Lösungen enthalten sind. Ferner ist das in der genannten
australischen Patentanmeldung beschriebene Verfahren auf solche Metalle beschränkt,
die in Gegenwart von Ammoniak oder einem Derivat hiervon stabile Komplexe bilden.
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Der Erfindung lag'nun die Aufgabe zugrunde, die Extraktionsfähigkeit
bzw. -kapazität von Braunkohle für Metalle, insbesondere Zink, Blei, Kupfer, Nickel,
Eisen, Kobalt, Silber, Aluminium, Mangan, Quecksilber und Antimon, zu verbessern,
ohne daß Ammoniak mit verwendet werden muß.
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Ferner sollte hierdurch die Extraktion von Metallen bzw.
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Metallionen aus ihren Lösungen verbessert werden.
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Der Erfindung lag die Erkenntnis zugrunde, daß sich Braunkohle und
bestimmte andere kohlenstoffhaltige Materialien, wie Torf und (Holz-) Sägespäne,
beim Inberührungbringen mit einer Calciumhydroxidlösung mit Calcium beladen lassen
und daß beim Inberührungbringen solcher mit Calcium beladenen Materialien mit andere
Metalle enthaltenden Lösungen das Calcium durch die betreffenden anderen Metalle
ersetzt wird, wobei die Braunkohle, der Torf, die Sägespäne oder die anderen kohlenstoffhaltigen
Materialien mit den ursprünglich in Lösung befindlichen Metallen bzw.
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Metallionen beladen werden.
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Es hat sich ferner gezeigt, daß auch bei der Behandlung von Braunkohle
m'it anderen Basen, wie Ammoniumhydroxid, Natriumhydroxid, Natriumbicarbonat und
Natriumcarbonat, Materialien entstehen, die mit Metallen aus Lösungen beladen werden
können. In der Regel kommt es jedoch bei der
Behandlung der Kohle
mit der Base zu einer merklichen Verfärbung der Lösungen, so daß vorzugsweise von
mit Calcium beladener Braunkohle, mit Calcium beladenem Torf oder mit Calcium beladenen
Sägespänen ausgegangen wird.
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Gegenstand der Erfindung-ist nun ein Adsorptionsmittel zum Extrahieren
von Metallen bzw. Metallionen aus Lösungen, welches dadurch gekennzeichnet ist,
daß es aus Braunkohle, Torf oder (Holz-) Sägespänen besteht und, in chemisch gebundener
Form, Ammoniak oder mindestens ein Alkali- oder Erdalkalimetall oder ein anderes
Nicht-Eisenmetall mit basebildendem(n) Oxid(en) enthält.
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Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Herstellung
eines solchen Adsorptionsmittels, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man Braunkohle,
Torf oder (Holz-) Sägespäne mit einer ein Oxid, Hydroxid, Carbonat, Bicarbonat oder
basisches Salz von Ammoniak oder eines der genannten Metalle enthaltenden Lösung
oder Suspension in Berührung bringt.
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Gegenstand der ErSindung ist ferner noch ein Verfahren zum Extrahieren
von Metallen bzw. Metallionen aus Lösungen derselben, welches dadurch gekennzeichnet
ist, daß man die Lösung mit Braunkohle, Torf oder (Holz-) Sägespänen, die durch
Inberührungbringen mit einer ein Oxid, Hydroxid, Carbonat, Bicarbonat oder basisches
Salz von Ammoniak oder eines der genannten Metalle enthaltenden Lösung oder Suspension
mit Ammoniak oder mindestens einem Metall, bestehend aus einem Alkali- oder Erdalkalimetall
oder einem Nicht-Eisenmetall mit basebildendem(n) Oxid(en) beladen worden war, in
Berührung bringt.
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Das erfindungsgemäße Extraktionsverfahren unterscheidet sich von entsprechenden
anderen Extraktiönsverfahren dadurch, daß in der Regel in ammoniakfreien, neutralen
oder sauren Lösungen gearbeitet wird.
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Das erfindungsgemäß bevorzugte kohlenstoffhaltige Material besteht
aus Braunkohle. Wie in der australischen Patentanmeldung 29377/71 beschrieben ist,
können, auch Torf, Holz, Sägespäne und verwandte Cellulosematerialien als Adsorptionsmittel
für Metalle aus ammoniakalischen Lösungen verwendet werden. In gleicher Weise können
diese Materialien auch erfindungsgemäß zum Einsatz gelangen.
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Wie bereits ausgeführt, stellt das bevorzugte Erdalkalimetall Calcium
dar. Dieses wird vorzugsweise aus einer Lösung bzw. Suspension des Hydroxids an
die Braunkohle und dergleichen adsorbiert. Magnesium kann zwar ebenfalls aus einer
Lösung bzw. Suspension von Magnes°umhydroxid an die Braunkohle und dergleichen adsorbiert
werden, das Magnesiumhydroxid ist jedoch so wenig löslich, daß selbst bei langen
Berührungszeiten nur niedrige Adsorptionswerte erreicht werden0 In gleicher Weise
können auch Strontium und Barium aus Lösungen bzw. Suspensionen- ihrer Hydrooxide
an die Braunkohle und dergleichen adsorbiert werden. -Beide Metalle sind jedoch
in Abwässern unerwünscht, weswegen ihre Verwendung bei der Entfernung anderer Metallverunreinigungen
außer in Spezialfällen bedenklich ist.
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Der genaue Mechanismus, nach welchem das betreffende Verfahren arbeitet,
ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich werden die zunächst auf das betreffende
Material applizierten bzw. adsorbierten Calcium- oder andere Metallionen daran vornehmlich
chemisch gebunden, indem die in diesen Materialien vorhandenen Wasserstoffatome
von
Hydroxyl und/oder Carboxylgruppen ersetzt werden. Bei der Berührung
mit andere Metalle enthaltenden Lösungen werden die zunächst adsorbierten bzw. chemisch
gebundenen Metalle ersetzt. Nach der Beladung des betreffenden Materials mit dem
Alkali- oder Erdalkalimetall oder dem anderen Nicht-Eisenmetall kann es zweckmäßigerweise
von Anionen freigewaschen und gegebenenfalls getrocknet werden. Der im Rahmen des
Verfahrens gemäß der Erfindung ablaufende Mechanismus besteht somit offensichtlich
nicht in einer bloßen Ausfällung von unlöslichen Netallverbindungen innerhalb der
Materialmatrix, obwohl solche Erscheinungen zur Extraktion beitragen können.
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Erfindungsgemäß lassen sich die verschiedensten Metalle und nicht
nur die speziell genannten Metalle extrahieren.
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Erfindungsgemäß werden ferner Verfahren zur Rückgewinnung von Metallen
aus den bei der Durchführung des geschilderten Adsorptionsverfahrens angefallenen,
mit Metall beladenen Adsorptionsmitteln geschaffen. Die Rückgewinnung läßt sich
durch Extraktion des beladenen Adsorptionsmittels mit irgendeinem geeigneten Löstmgsmittel
für das jeweilige Metall, z.B. einer Säure, durchführen, worauf aus den hierbei
enthaltenen konzentrierten Metalllösungen das betreffende Metall durch bekannte
Rückgewinnungsverfahren, z.B, durch elektrolytische Raffination, abgeschieden werden
kann. Bei einem anderen Rückgewinnungsverfahren wird das mit Metall beladene Material
unter gesteuerten Bedingungen oxidiert, wobei das kohlenstoffhaltige Material in
hauptsächlich gasförmige Produkte, z.B.
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Kohlenoxide und Wasser, überführt und das Metall in metallischem Zustand,
oder in einigen Fällen als Verbindung, z.B. als Oxid, zurückbleibt.
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Unter gewis.sen Bedingungen können jedoch bestimmte Metalle entweder
als solche oder in Form flüchtiger Verbindungen, z.B. als Carbonyle, verflüchtigt
werden. Aus solchen Cä'bonylen können die Metalle nach an sich bekannten Verfahren
zurückgewonnen werden. Dieses Verhalten kann auch als Grundlage für ein elegantes
Verfahren zur Wiedergewinnung und Abtrennung von Nickel und Kupfer aus Nickel- und
Kupfersalze enthaltenden Lösungen dienen. Nach der erfindungsgemäßen Extraktion
der beiden Metalle aus der-betreffenden Lösung mit Hilfe von Braunkohle kann das
mit den Metallen beladene Material oxidiert oder verkokt werden, wobei Kupfer und
Nickel in metallischer Form im Rückstand dispergiert bleiben. Bei der anschließenden
Behandlung des Kupfer und Nickel- enthaltenden Rückstands mit Kohlenmonoxid unter
geeigneten Bedingungen bildet sich flüchtiges Nickel carbonyl, aus dem das Nickel
wiedergewonnen werden kann.
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Der hierbei verbliebene Rückstand wird dann zur Rückgewinnung des
Kupfers weiterbehandelt.
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Die mit Metall beladenen Materialien können in nicht-oxidierter oder
teilweise oxidierter-Form als Ausgangsmaterial für andere Rückgewinnungsverfahren
für Metalle oder Metallverbindungen verwendet werden. Beispielsweise können sie
sowohl als Heizmittel als auch als Reduktionsmittel und Metallieferant dienen.
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Wie bereits erwähnt, läßt sich das Verfahren gemäß der Erfindung auch
mit natürlich vorkommenden Cellulosematerialien, insbesondere (Holz-) Sägespänen,
durchführen. Bei Verwendung von Cellulosematerialien ist es höchstens erforderlich,
die im Zusammenhang mit Braunkohle geschilderten Bedingungen für die Metallextraktion
und Rückgewinnung der Metalle geringfügig zu ändern.
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Im folgenden werden die zu einer erfolgreichen Durchführung des Verfahrens
gemäß der Erfindung erforderlichen Maßnahmen näher erläutert: 1. Herstellung von
mit Calcium beladener Braunkohle, mit Calcium beladenem Torf oder mit Calcium beladenen
(olz-) Sägespänen: In eine Lösung von Calciumhydroxid in Wasser wurde Braunkohle
eingetragen, worauf das erhaltene Gemisch 30, 100 bzw. 1000 min lang gerührt wurde.
Die hierbei erhaltene, mit Calcium beladene Braunkohle wurde filtriert und für eine
spätere Verwendung gelagert.
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Die Calciumbeladung der Braunkohle wurde durch Analyse der Lösung
vor und nach dem Kontakt mit der Braunkohle bestimmt. Die Ergebnisse dieser Analyse
wurden in einigen Fällen dadurch bestätigt, daß bei einigen Proben der Braunkohle
das Calcium mit Chlorwasserstoffsäure entzogen und die hierbei erhaltene Lösung
auf ihren Calciumgehalt hin analysiert wurde.
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Entsprechende oder höhere Calciumbeladungswerte erhielt man durch
Inberührungbringen der Braunkohle mit einer sowohl gelöstes als auch ungelöstes
Calciumhydroxid enthaltenden Aufschlämmung.
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Eine Beladung von Lignit, Torf und (Holz-) Sägespänen erhielt man'ion
entsprechender Weise.
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Beispiele für die erreichten Calciumbeladungswerte und den Einfluß
der Berührungszeit und des Feststoff/Flüssigkeits-Verhältnisses auf die Beladungswerte
sind in der folgenden Tabelle I zusammengestellt:
Tabelle I - Calciumbeladung
von Braunkohle, Lignit. Torf und (Holz-) Sägespänen Absorptions- Feststoff- BerUh-
Calcium in Lösung %-uale mittel zu-Flüssig- rungs- Vor der Nach der Calciumkeit-Ver-
zeit Bela- Beladung beladung hältnis (min) dung (g/l) des Ad-(g/l) sorptionsmittels
Braunkohle 1 : 100 1000 0,746 0,035 7,11 1 1 r 125 1000 0,746 0,040 8,83 1 1 : 175
1000 0,746 0,084 11,60 1I 1 : 200 1000 0,746 0,126 12,40 " 1 : 200 100 0,945 0,309
12,70 " 1 : 200 30 0,945 6,402 10,90 " 1 : 400 1000 0,746 0,376 15,15 " 1 : 1000
4000 0,746 0,571 17,55 Norddakotalignit 1 : 500 1000 0,945 0,726 10,90 Kanadischer
Torf 1 : 500 1000 O, 945 0,697 12,40 Sägespäne von Pinus radiata 1 : 500 1000 O,
945 0,903 2,10 Sägespäne des Eukalyptusbaums 1 : 500 1000 0,945 0,772 3,60 2. Inberührungbringen
von metallhaltigen Lösungen mit den mit Calcium beladenen Materialien: Die mit Calcium-beladene
Braunkohle bzw. das mit Calcium beladene andere Material wurde in zu extrahierende
Metalle enthaltende Lösungen eingetragen, worauf das jeweilige Gemisch 30 bzw. 1000
min lang gerührt und dann das mit den aus der Lösung extrahierten Metallen beladene
Material abfiltriert
wurde. Die relativen Mengen an mit Calcium
beladenem Material und Lösung, d.h. das Feststoff/Flüssigkeits Verhältnis, die Berührungszeit
und die Konzentration des Metalls in der Lösung wurden den Erfordernissen entsprechend
variiert.
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Die im Zusammenhang mit den später folgenden Beispielen erwähnten
Tabellen II bis . enthalten Einzelheiten über die eingehaltenen Bedingungen beim
Inberührungbringen der Adsorptionsmittel mit den Lösungen und der hierbei erhaltenen
Ergebnisse.
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3. Rückgewinnung der Metalle nach der Extraktion: Von der erhaltenen,
mit Metall beladenen Braunkohle oder dem anderen mit Metall beladenen Mater können
die betreffenden Metalle entweder durch Ausziehen mit geeigneten chemischen Reagentien
unter Bildung von Metalllösungen zur Rückgewinnung der Metalle durch geeignete hydrometallurgische
Verfahren oder durch Verbrennung der Braunkohle oder des anderen Materials unter
Bildung eines Metallrückstands oder metallhaltigen Materials zur lsleiterverarbeitung
rückgewonnen werden.
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Wenn das Metall durch Ausziehen rückgewonnen wird, können die Braunkohle
oder das andere Material zur weiteren Extraktion von Metallen nach einer erneuten
Beladung mit Calcium wiederverwendet werden.
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4. Definitionen und Berechnungen: Unter ''Feststoff-zu-Flüssigkeit-Verhältnisl'
ist das Verhältnis des Gewichts in g der Braunkohle oder des anderen Materials zu
ml Lösung zu verstehen.
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Der Wert für die aus der Lösung entfernten Metalle berechnet sich
aus dem tinterschied- zwiscllen dem in die Lö-SWlg eingeführten Metall (g Metallsalz)
und dem auf analytischem Wege ermittelten Metallrestgehalt der Lösung nach dem Inberührungbringen
der Lösung mit einer mit Calcium beladenen Braunkohle oder einem mit Calcium beladenen
anderen Material und Abfiltrieren des mit dem Metall beladenen Materials.
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Die Metallbeladung des Materials errechnet sich auf der Grundlage
des aus der Lösung entfernten Metalls in Gew,-56 (Trockengewicht) des Materials,
das mit dem Metall beladen ist.
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Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher veranschaulichen.
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Beispiel 1 Die folgende Tabelle II enthält die Ergebnisse einer Extraktion
von Kupfer, Nickel und Zink mit vorher niit verschiedenen Basen vorbehandelter Braunkohle,
Hierbei wurden Metallkonzentrationen der Lösung von 16 bis 20 g/l eingehalten. Bei
der mit Ammoniak behandelten Braunkohle wurden stärker verdünnte Lösungen verwendet,
bei Kupfer und Nickel betrug die Berührungszeit 28 Tage.
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Tabelle II Extraktion von Metallen aus neutralen Lösungen durch Inberührungbringen
der Lösungen mit behandelter Braunkohle (1000 min Berührungszeit) Braunkohle Feststoff-
Metall in der Lösung %-uale yÓ-uale behandelt zu-Flüssig- Metall vor der nach Menge
Belamit keit-Ver- Bela- der Be- des dung hältnis dung ladung aus der der (g/l) (g/l)
Lösung Braunent- kohle fernten mit Metalls Metall NaHC03 1 : 20 Kupfer 19,41 18,15
7 2,6 1 : 6,7 Nickel 18,31 16,56 10 1,3 1 : 20 Zink 19,45 18,53 5 1,9 Na2CO3 1 :
20 Kupfer 17,65 14,25 19 7,7 1 : 13,3 Nickel 16,67 15,-26 9 2,3 1 : 13,3 Zink 16,69
12,62 24 6,5 NaOH 1 : 20 Kupfer 17,42 13,16 25 11,0 1 : 20 Nickel 17,42 14,33 18
8,0 1 : 20 Zink 17,45 13,85 21 9,3 Ca(OH)2 1 : 20 Kupfer 18,31 10,63 42 14,9 1 :
20 Nickel 18,31 13,52 26 9,3 1 : 20 Zink 18,34 8,76 52 18,4 NH4OH 1 : 6 Kupfer 4,35
0,0 100 2,6 1 : 6 Nickel 4,36 0,44 99 2,6 1 :100 Zink 2,061 0,034 98,3 20,3 Beispiel
2 Die Tabelle III enthält die Ergebnisse einer Extraktion von Kupfer mit+verschiedenen
Basen vorbehandelter Braunkohle, wobei verschiedene Feststoff-zu-Flüssigkeit-Verhältnisse
und Kupferkonzentrationen der Lösung gewählt wurden.
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@mit
Tabelle III - Extraktion von Kupfer aus neutralen
Lösungen durch Inberührungbringen der Lösung mit behandelter Braunkohle (30 min
Berührungszeit) Braunkohle Feststoff- Kupfer in Lösung yo-uale %-uale behandelt
zu Flüs- vor der nach der Menge Beladung mit sigkeit- Beladung Beladung des aus
der Braun-Verhältnis (g/l) (g/l) der Lö- kohle mit sung ent- Kupfer fernten Kupfers
NaHCO3 1 : 200 0,988 0,794 19,6 3,9 1 : 100 0,198 0,030 98,5 1,95 Na2C°2 1 : 200
0,986 0,540 45,3 9s0 1 : 100 0,198 0,003 98,5 1,95 NaOH 1 : 200 0,986 0,471 52,3
10,4 1 : 100 0,198 0,001 99,3 1,97 Ca(OH)2 1 : 200 0,985 0,385 61,0 12y1 1 : 100
0,198 0,003 98,5 1,95 1 : 1000 0,200 0,096 52,0 10,4 Beispiel 3 Die Tabelle IV zeigt
den Einfluß des Feststoff-zu-Flüssigkeit-Verhältsnisses auf die Extraktion von Kupfer
durch mit Calcium beladene Braunkohle, wobei die Metallkonzentration in der Lösung
etwa 1 g/l betrug.
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Tabelle IV - Extraktion von Irxupfer aus einer Lösung durch Inberührungbringen
der Lösung mit mit Calcium beladener Braunkohle (1000 min Berührungszeit.
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11,6'0,aige Beladung der Braunkohle mit Calcium) Feststoff-zu- Kupfer
in Lösung ,4-uale Menge ,ö-uale Flüssigkeit- vor dem In- nach dem In- des aus der
Beladung Verhältnis berührung- berührung- Lösung ent- der Braunbringen bringen fernten
Kup- kohle mit (g/l) (gel) fers Kupfer 1 : 200 1,007 0,127 87 17,5 1 : 275 1,007
0,330 67 18,4 1 : 350 1,007 0,459 54 19,0 1 : 500 1,007 0,609 39 19,6 Beispiel 4
Die folgende Tabelle V zeigt den Einfluß der Berührungszeit auf die Extraktion von
Kupfer und Quecksilber mit mit Calcium beladener Braunkohle.
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Tabelle V - Einfluß der Berührungsdauer auf die Extraktion von Kupfer
und Quecksilber mit mit Calcium beladener Braunkohle (Feststoff-zu-Flüssigkeit-Verhältnis
1 : 500, 13%ige Beladung der Braunkohle mit Calcium) Metall Berüh- Metall in Lösung
%-uale Menge %-uale rungs- vor dem nach dem des aus der Beladung dauer Inberüh-
Inberüh- Lösung ent- der Braun-(min) rungbrin- rungbrin- fernten Me- kohle mit gen
(g/l) gen (g/l) talls dem Metall Kupfer 30 0,999 0,808 19 9,6 Kupfer 100 0,999 0,720
28 14,0 Quecksilber 30 1,003 0,644 36 18,0 Quecksilber 100 1,003 0,471 53 26,6
Beispiel
5 Die folgende Tabelle VI zeigt den Einfluß des pH-Wertes auf die Extraktion von
Kupfer und Zink durch mit Calcium beladene Braunkohle, wobei bei einer Metallkonzentration
von etwa 1 g/l Lösung gearbeitet wurde.
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Tabelle VE Einfluß des pH-Werts auf die Extraktion von Metallen aus
Lösungen durch Inberührungbringen der betreffenden Lösung mit mit Calcium beladener
Braunkohle (13%ige Beladung der Braunkohle mit Calcium; 1000 min Berührungsdauer)
Metall pH-Wert Fest- Metall in der Lösung -uale °,'-uale in Lö- der L§- stoff- vor
dem nach dem Menge Beladung sung sung zu- Inberüh- Inberüh- des aus der Flüs- rungbrin-
rungbrin- der Lö- Braunkohsigkeit- gen gen (g/l) sung le mit Verhält- (gel) -entfern-
dem-Menis ten Me- tall talls Kupfer 5,0 1 s 500 1,00 0,606 39,4 19,7 4,1 1 : 500
0,996 0,610 38,7 19,3 3,0 1 : 500 0,996 0,700 29,7 14,8 2,0 1 : 500 0,996 0,969
2,7-1,1 1 : 500 0,996 0,985 1,1 0,5 Zink 6,0 1 : 500 1,00 0,715 28,5 14,3 4,0 1
: 500 1,00 0,729 27,0 13,5 3,0 1 : 500 1,00 0,781 21,9 11,0 2,0 1-: 500 1,00 0,991
0,9 0,5 1,0 1 s 500 1,00 0,996 0,4 0,2 Beispiel 6 Die folgende Tabelle VII zeigt
die Ergebnisse einer Extraktion
einer Reihe von Metallen bei verschiedenen
Feststoffzu-Flüssigkeit-Verhältnissen, wobei bei Metallkonzentrationen von etwa
1 g/l Lösung gearbeitet wurde.
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Tabelle VII - Extraktion einer Reihe von Metallen aus Lösunren durch
Inberührungbringen der betreffenden Lösungen mit mit Calcium beladener Braunkohle
(1000 min Berührungsdauer; neutrale Lösungen) Metall ,°g-uale Fest- Metall in Lösung
,ó-uale %-uale Bela- stoff- vor dem nach dem Menge Beladung dung zu- Inberüh- Inberüh-
des der der Flüs- rungbrin- rungbrin- aus Braun-Braun- sig- gen gen (g/l) der Lö-
kohle kohle keit- (g/l) (ppm) sung mit dem mit Mer- entfern M6tall Calcium hältnis
ten Metalls Zink 13 1:500 1,001 0,715 g/l 29 14,3 Zink 13 1:10 1,001 <0,1 ppm
>99,9 1,0 Cadmium 13 1:500 1,020 0,56 g/l 45 23,0 Cadmium 13 1:10 1,020 0,9 ppm
99,9 1,0 Blei 13 1:500 1,010 0,08 g/l 92 46,5 Blei 13 1:10 1,010 <0,1 ppm >99,9
1o Kupfer 13 1:500 1,000 0,606 g/l 39 19,7 Kupfer 13 1s10 1,000 <0,1 ppm >99,99
1,0 Nickel 13 1:500 1,003 0,764 g/l 24 11,8 Nickel 13 1:10 1,003 2,5 ppm 99,75 1,0
Eisen 13 1:500 1,000 0,624 g/l 38 18,8 Eisen 13 1:10 1,000 0,25 ppm 99,97 1,0 Kobalt
13 1:500 1,002 0,764 g/l 24 11,8 Kobalt 13 1:10 1,002 0,004 g/l 99,7 1,0 Silber
13 1:500 1,000 0,344 g/l 66 32,8 Silber. 13 1z10 1,000 0,002 g/l 99,8 1,0 Slumdnsum
13 1s500 1,000 0,840 g/l 16 8,0 Aluminium 13 1:10 1,000 0,1 ppm 99,99 1,0
Fortsetzung
Tabelle VII Metall fO-uale Fest- Metall in Lösung °S-uale %-uale Bela- stoff- vor
dem nach dem enge Beladung dung zu- Inberüh- Inberüh- des der der Flüs- rungbrin-
rungbrin- aus Braun-Braun- sig- gen gen (g/i) der Lö- kohle kohle keit- (g/l) (ppm)
sung mit dem mit Ver- entfern- Metall Calcium hältnis ten Metalls Mangan 13 1s500
1,021 0,765 g/l 25 12,8 Mangan 13 1:10 1,021 0,012 g/l 98,8 1,0 Quecksilber. 9,8
1:100 1,994 0,0025 g/l 99,9 19,9 Quecksilber 9,8 1:200 1,994 0,1496 g/l 92,5 36,9
Quecksilber 9,8 1:500 1,994 1,021 g/l 48,8 48,7 Quecksilber 11,6 1:100 1,994 0,0015
g/l 99,9 19,9 Quecksilber 11,6 1:200 1,994 0,0832 g/l 95,8 38,2 Quecksilber 11,6
1:500 1,994 0,943 g/l 52,7 5 2,6 Vanadium 13,0 1:500 1,160 1,050 g/l 10 5,5 Vanadlum
13,0 1:10 1,160 0,097 g/l 92 1,1 Gallium 13,0 1:500 0,380 0,160 g/l 58 11,0 Gallium
13,0 1:10 0,380 0,005 g/l 98,7 0,4 Antimon 13,0 1:10 0,920 0,022 g/l 97,6 0,9 Beispiel
7 Die folgende Tabelle VIII enthält die Ergebnisse von Extraktionen von Metallen
aus sehr verdünnten Lösungen, von denen einige im Labor aus analysenreinen Chemikalien
zubereitet wurden und einige aus Abwässern aus einer metallurgischen Anlage bestanden.
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Tabelle VIII - Extraktion von Metallen aus verdünnten Lösungen durch
Inberührungbringen der betreffenden Lösungen mit mit Calcium beladener Braunkohle
(1000 min Berührungsdauer; neutrale Lösungen) Metall °'»uale Fest- Metall in der
Lösung %-uale %-uale Bela- stoff- vor dem nach dem Menge Beladung zu- Inberüh- Inberüh-
des dung der der Fiüs- rungbrin- rungbrin- aus Braun-Braun- sig- gen (ppm) gen (ppm)
der Lö- kohle kohle keit- sung mit dem mit Ver- ent-Calcium hältnis fernten Metalls
Im Laboratorium hergestellte Lösungen Zink 13,0 1:500 5 <0,01 >99,8 0,25 Zink
13,0 1:1500 5 0,01 99,8 o,75 Cadmium 13,0 1:500 2 t0,02 >99,0 0,10 Cadmium 13,-0
zu :? 1:1500 2 <0,02 >99,0 0,30 Blei 13,0 1:500 2 <0,05 >97,5 0,10 Blei
13,0 1:1500 2 <0,05 >97,5 0,30 Germanium 13,0 1:500 5 0,07 84 0,21 Quecksilber
9,8 1 ? 500 120 0,05 99,6 18,1 Abwasser aus einer pyrometallurgischen Zink/Blei-Anlage
Zink 13,0 1:500 1,3 0,06 95 0,06 Zink 13,0 1:1500 1,3 0,08 94 0,18 Cadmium 13,0
1:500 1,3 0,10 92 0,06 Cadmium 13,0 1:1500 1,3 0,32 75 0,15 Blei 13,0 1:500 0,4
0,20 50 0,01 Blei 13,0 1:1500 0,4 0,10 75 0,05 Beispiel 8 Die folgende Tabelle IX
enthält Ergebnisse einer Extraktion
von Kupfer aus einer Lösung
durch Inberührungbringen derselben mit mit Calcium beladenem Lignit, Torf und mit
mit Calcium beladenen (Holz-) Sägespänen.
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Tabelle IX - Extraktion von Kupfer aus kunferhaltigen Lösungen durch
Inberührungbringen der betreffenden Lösungen mit mit Calcium beladenem Lignit. Torf
und mit mit Calcium beladenen (Holz-) Sägespänen (1000 min Berührungsdauer; neutrale
Lösungen) der Mit Calcium Feststoff- Metall Lösung /0,o-uale %-uale beladenes zu-Flüs-
vor dem nach dem Menge Beladung Material sigkeit- Inberüh- Inberüh- des aus des
Ma-Verhältnis rungbrin- rungbrin- der Lö- terials gen (g/l) gen (g/l) sung mit Kupentfern-
fer ten Metalls Norddakotalignit 1 : 500 0,933 0'595 36 16,9 " 1 : 10 0,933 0,0003
99,97 0,93 Kanadischer Torf 1 : 500 0,933 0,508 46 21,3 Vf 1 : 10 0,933 0,007 99,26
0,93 Sägespäne von Pinus radiata 1 : 500 0,933 0,844 10 4,5 " 1 : 10 0,933 0,002
99,8 0,93 Sägespäne des Eukalyptusbaums 1 : 500 0,933 0,651 30 14,1 II 1 s 10 0,933
0,001 99,9 0,93 Beispiel 9 Die folgende Tabelle X zeigt den Einfluß der Berfihrungsdauer
auf die Extraktion von Kupfer aus relativ stark konzentrierten Lösungen mit mit
Calcium beladener Braunkohle.
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Tabelle X - Extraktion von Kupfer aus konzentrierten Lösungen durch
Inberührungbringen derselben mit mit Calcium beladener Braunkohle (130%ige Beladung
der Braunkohle mit Calcium. neutrale Lösungen) der Berüh- Fest- Kupfer in/Lösung
%-uale Ent- %-uale Berungs- stoff- vor dem nach dem fernung des ladung der dauer
zu-Flüs- Inberuh- Inberüh- Kupfers aus Braunkohle (min) sigkeit- rungbrin- rungbrin-
der Lösung mit Kup-Verhältnis gen (g/l) gen (g/l) fer 30 1 : 10 25,24 4,31 83 20,9
1000 1 t 10 25;24 2,58 90 22,7 Beispiel 10 Die Rückgewinnung von Metallen aus mit
Metall beladene'n Materialien läßt sich wie folgt durchführen: a) 5 g von mit Calcium
beladener Braunkohle wurde 1000 min lang bei einem Feststoff-zu-Flüssigkeit-Verhältnis
von 1 : 200 mit einer 1 g/l Kupfer enthaltenden Lösung in Berührung gebracht. Eine
Analyse der Lösung nach der Filtration zeigte, daß aus der Lösung 0,85 g Kupfer
entfernt worden waren. Die mit Kupfer beladene, Braunkohle wurde mit einer 1 vol.-%igen
Schwefelsäure extrahiert, worauf der erhaltene Extrakt auf seinen Kupfergehalt analysiert
wurde. Hierbei zeigte es sich, daß der Extrakt 0,84 g Kupfer enthielt, was einer
98,5%igen Rückgewinnung des ursprünglich aus der Lösung extrahierten Kupfers entsprach.
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b) Es wurde eine entsprechende Extraktion durchgeführt, woraf die
mit Kupfer beladene Braunkohle getrocknet und etwa 30 min lang in Luft auf eine
Temperatur von etwa 6000C
erhitzt wurde. Hierbei wurde die Braunkohle
vollständig verbrannt. Der Rückstand wurde in einem Graphit-Schmelztiegel durch
Induktionsheizung erhitzt, wobei ein 0,72 g schwerer Kupferklumpen erhalten wurde.
Dies zeigt, daß 84,5° des ursprünglich an die Braunkohle adsorbierten Kupfers wiedergewonnen
wurden.
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Die vorherigen Beispiele waren sämtliche mit einem chargenweise arbeitenden
YLontaktverfahren befaßt. Selbstverstandlich können auch insbesondere in großtechnischem
Maßstab kontinuierliche oder-halbkontinuierliche Verfahren zum Inberührungbringen
des "Adsorptionsmittels" mit der metall- -haltigen Lösung angewandt werden. Hierbei
können Betten oder Säulen der MaterialÄen, Mischer und Absetzgefäße und dergleichen
verwendet werden.