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Die
Erfindung bezieht sich auf eine Gestängevorrichtung für Verteilerfahrzeuge
zum umweltschonenden verteilen organischer Suspensionen (z. B. Gülle) auf
landwirtschaftlichen Nutzflächen,
mit mindestens einem Ausleger mit daran schwenkbar befestigtem Gestängearm,
mit einem am Gestängearm
befestigten Balken, an dem die Endstücke von Schläuchen für die Verteilung
der Suspension mit Abstand zueinander befestigt sind.
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Zur
umweltschonenden Verteilung organischer Suspensionen (z. B. Gülle) auf
landwirtschaftlichen Nutzflächen
wird eine bodennahe Applikation bevorzugt, um die mit der Verteilung
verbundene Ammoniakemission zu minimieren. Auf bewachsenem Boden
hat sich die Applikation mittels Schleppschläuchen bewährt.
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Schleppschlauchverteiler
arbeiten mit einem Zentralverteiler oder mit zwei dezentral positionierten Verteilorganen,
denen die Suspension aus dem Tank eines Tankfahrzeuges mittels Pumpen
oder mittels eines durch Luftkompressoren im Tank erzeugten Überdrucks
zugeführt
wird. Die Verteilorgane verteilen die Suspensionen gleichmäßig in eine
Anzahl angeschlossener Schläuche,
deren Enden von einem klappbaren Gestänge gehaltert werden. Während des
Verteilens der Suspension hat dieses Gestänge die Aufgabe, mittels daran
befestigten Schlauchhaltern die Schläuche so zu positionieren, dass
deren Enden im gleichen Abstand voneinander über den Boden geführt werden.
Durch die Vorwärtsbewegung des
Tankfahrzeuges wird die gleichmäßig aus
allen Schläuchen
austretende Suspension wie gewünscht streifenförmig auf
dem Boden abgelegt.
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Für den Anwender
ist es vorteilhaft, wenn bei der Überfahrt über das Feld eine möglichst
große Fläche gleichzeitig
gedüngt
wird, d. h. dass das Gestänge
eine möglichst
große
Arbeitsbreite aufweist. Zum Teil ist der Anwender auch an Fahrgassen
gebunden, die einen Abstand von bis zu 24 m haben können.
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Es
gehört
zum Ablauf eines Düngezyklus, dass
nach Entleeren eines Tankfahrzeuges dieses zum Auftanken über Wirtschaftswege
und öffentliche Straßen zum
Lagerbehälter
fahren muss. Dazu muss das Gestänge
in eine Transportstellung gebracht werden. In der Regel werden dabei
die Gestängeausleger
eingeklappt und längs
des Tanks angelegt. Dabei darf die Fahrzeugbreite einen von Behörden festgelegten
Wert nicht überschreiten.
Bei großen
Gestängelängen und
kleinen Tanklängen
der Gestängeausleger
nach dem Einklappen so lang sein, dass die Auslegerenden bei Kurvenfahrt
das Zugfahrzeug berühren.
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Es
geht also um große
Verteilbreiten bei der Ausbringung von Suspensionen, wobei die Schleppschlauchgestänge dafür immer
länger
geworden sind. Zum Transport müssen
diese längs
des Tankwagens eingeklappt werden, d. h. es soll eine 90° Horizontal-Bewegung
um eine Vertikalachse links und rechts hinten am Tank mit einem
Klappvorgang durchgeführt
werden.
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Um
in der Transportposition das Gestänge zu verkürzen, wird bisher ein Teleskopverfahren
eingesetzt (GM 200 04 150.9). Dabei werden z. B. 6×25 cm =
1,50 m auf etwa 30 cm zusammen geschoben. Die Schläuche, die
im Betrieb einen Abstand von je 25 cm haben, liegen dann dicht an
dicht. Ein weiterer Vorteil ist: Die Ausbringungsbreite kann z.
B. von 24 m auf 21 m verringert werden, wenn dabei die äußeren Schläuche abgestellt
werden (Teilbreitenschaltung).
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Das
Gestänge
beim Teleskopsystem ragt links und rechts um etwa 30 cm über die
Düngefläche hinaus.
Das hat bei Fahrten am Feldrand Nachteile (Anfahren an Bäume und
Knicks) Deshalb suchte man nach Möglichkeiten, durch doppeltes
Einklappen der Gestänge-Enden
um 180° das Überstehen zu
vermeiden. Dazu wurden meist zusätzliche
vertikale Gelenke am Ende der Klapp-Arme eingebaut, die ein horizontales
Einklappen der Enden um 180° erlauben.
Dies erforderte jedoch eine sehr stabile und besonders verwindungssteife
Bauweise der Klapp-Arme, denn während
des Einklappens der Enden leiten diese ein Torsionsmoment in die
Klapp-Arme ein. Außerdem
würden
die Schläuche
infolge des geringen zur Verfügung
stehenden Platzes sehr eng um 180° gebogen.
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Durch
die vorliegende Erfindung soll eine Gestängevorrichtung geschaffen werden,
bei der sichergestellt ist, dass in Transportlage des Gestänges keine
Suspension austreten kann und dennoch ein geringer Platzbedarf für das Gestänge erforderlich ist.
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Erreicht
wird dies bei einer Gestängevorrichtung
der eingangs genannten Art dadurch dass, der Balken am Gestängearm in
Suspensions-Verteilungslage mittels einer nur Zugkraft aufnehmenden Einrichtung
(Seile, Ketten) verbunden ist und dass der Balken am Gestängearm in
eingeklappter Lage, in Transportlage, mittels einer Druckkräfte ausübenden Einrichtung
(Druckschlauchverbindung zwischen Balken und Gestängearm)
verbunden ist.
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Durch
die Seile oder Ketten wird erreicht, dass die Schläuche bzw.
der Gestängearm
ohne Gefahr von Zerstörung
eingesetzt werden können. Durch
die Druckschlauchverbindung zwischen Gestängearm und Balken wird erreicht,
dass in der Transportlage keine Suspensionen aus den Schläuchen austreten
kann.
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Bei
einer anderen Ausführungsform
der Erfindung ist eine Gestängevorrichtung
der eingangs genannten Art dadurch geprägt, dass der Balken am Gestängearm in
Suspensions-Verteilungslage
mittels einer nur Zugkraft aufnehmenden Einrichtung (Seile, Ketten)
verbunden ist und dass der Balken mit dem Gestängearm über Ketten verbunden ist, deren
Kettenglieder in gegenseitiger formschlüssiger Eingreifslage mit geringstem
Abstand voneinander bringbar sind, wenn sich der Gestängearm in
Transportlage befindet.
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Durch
die Verbindung von Balken und Gestängearm über eine Kette aus einzelnen
Formkörpern
kann einerseits erreicht werden, dass der Gestängearm in seiner Einsatzlage
zerstörungsfrei
gehaltert ist, während
in der Transportlage sichergestellt wird, dass eine verringerte
Höhe des
Fahrzeuges bzw. der oberen Erstreckung der Schlauchenden eingehalten
werden kann. Die Formkörper
sind im wesentlichen so ausgestaltet, dass sie jeweils einen vorspringenden
Teil und einen entsprechend ausgebildeten aufnehmenden Teil aufweisen,
so dass sie über
Zugseilverbindungen in diese beiden Lagen zueinander gebracht werden
können.
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Die
vorliegende Erfindung vermeidet mechanische Probleme, indem die
Gestänge-Enden
um eine horizontale Achse in Fahrtrichtung geklappt werden. Hier
ist genügend
Platz zum Schwenken vorhanden. dabei ergibt sich allerdings das
folgende Problem, das jedoch durch einen weiteren Erfindungsschritt
gelöst
wird.
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Das
bevorzugte SwingUp-DropStop-System ist ein Verfahren zur Vermeindung
des Nachkleckerns (GM 296 07 633.3), wobei die Schlauchenden an
einem frei pendelnden Balken befestigt sind, der mittels Ketten
an dem jeweiligen Schwenk-Arm befestigt ist. Beim Anstoßen an ein
Hindernis oder bei Berührung
der Schlauchenden mit dem Boden kann das gesamte Schlauchgebilde
ausweichen. Auch abruptes Bremsen und Beschleunigen des Fahrzeuges wirkt
sich nur mäßig auf
die Tragarme aus. Die Rahmenkonstruktion kann daher leichter ausfallen.
Dadurch kann Gewicht eingespart werden. Die Schlauchenden können durch
Anheben des Befestigungsbalkens in eine senkrechte Ausrichtung (Enden
nach oben) gebracht werden, wodurch das Nachtropfen verhindert (SwingUp-DropStop)
wird.
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Die
Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnungen beispielsweise
erläutert.
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Die 1 bis 3 zeigen
Teilvorderansichten des Gestänges
einer Gestängevorrichtung
gemäß der Erfindung
in unterschiedlichen Betriebslagen.
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Die 4 bis 6 zeigen
entsprechende Vorderansichten.
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7 zeigt
im Teilschnitt Einzelheiten der StandUp-Einrichtung.
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Die 8 bis 10 zeigen
Vorderansichten einer weiteren Ausführungsform der Gestängevorrichtung
gemäß der Erfindung
in unterschiedlichen Betriebslagen.
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Die 11 und 12 zeigen
die den Balken und den Gestängearm
verbindenden Ketten in den beiden Betriebslagen einer ersten Ausführungsform.
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Die 13 und 14 sind
entsprechende Darstellungen einer zweiten Ausführungsform.
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Die
Erfindung beschreibt, wie eine Nachtropfsperre auch bei den Gestänge-Enden
ermöglicht
wird.
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1 und 4 zeigt
einen Gestängearm 11 mit
einem mittels eines horizontalen Gelenkes verbundenen Gestänge-Ende
in Betriebsposition. Ein DropStop-Balken 10 des Gestänge-Endes
ist mittels Ketten am Tragarm des Gestänge-Endes befestigt. Außerdem befinden
sich dazwischen aufblasbare Schläuche 12 in
Form von oben und unten verschlossenen Feuerwehrschläuchen (StandUp-Einrichtung) in
nicht aufblasbarem Zustand, d. h. sie sind so flexibel, dass sie
Pendelbewegungen nicht behindern.
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2 und 5 zeigen
die 90° Stellung
der Schwenkbewegung. Die Flachschläuche 12 sind jetzt mittels
der Druckluft aus der Bremseinrichtung des Schleppers aufgeblasen.
Dadurch werden diese so steif, dass der DropStop-Balken 10 des
Gestänge-Endes 11 ohne
zusätzliche
Konstruktionsmittel in der gezeichneten Stellung verbleibt.
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3 und 6 zeigen
die 180° Endstellung
der Schwenkbewegung. Die aufgeblasenen Flachschläuche 12 ermöglichen
sogar, dass ohne zusätzliche
Konstruktionsmittel die Schlauchenden in der gezeichneten Stellung
verbleiben (Schlauchenden nach oben). Der DropStop-Balken kann dann
in eine nicht gezeigte Fangeinrichtung einrasten, so dass der Luftdruck
aus der StandUp-Einrichtung abgelassen werden kann.
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7 zeigt
schematisch die Einzelheiten der StandUp-Einrichtung im Halbschnitt.
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Eine
weitere Möglichkeit,
wie eine Nachtropfsperre durch Hochstellen der Schleppschläuche bei Gestänge-Enden
unter Vermeidung einer Gestängeverbreiterung
ermöglicht
wird, wird im Folgenden erläutert.
Bei dieser Ausführungsform
der Erfindung wird der Nachteil der oben beschriebenen Methode vermieden,
dass nämlich
die Schlauchenden in der Transportposition zu weit in die Höhe ragen
und möglicherweise
die zulässige
Fahrzeughöhe
von 4m überschreiten.
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Bei
der im Folgenden beschriebenen Ausführungsform wird vor dem Hochklappen
des Gestänge-Endes
zunächst
der Abstand zwischen Tragarm 11 und DropStop-Balken 10 verkürzt.
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8 zeigt
einen Gestängearm 9 mit
einem mittels eines horizontalen Gelenkes verbunden Gestänge-Ende 11 in
Betriebsposition. Der DropStop-Balken 10 ist an Ketten
bzw. Seilen 15 aufgehängt
und kann deshalb in Fahrtrichtung pendeln. Pendelbewegungen des
DropStop-Balkens werden durch die entriegelten Formkörper 14 nicht
behindert.
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9 zeigt
den Gestängearm 9 mit
einem mittels eines horizontalen Gelenkes verbunden Gestänge-Ende,
nachdem der DropStop-Balken 10 um einen gewissen Betrag
angehoben wurde. In dieser Stellung ist der DropStop-Balken 10 formschlüssig mit
dem Gestängearm 11 verbunden
und kann hochgeklappt werden.
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10 zeigt
die Endposition des Gestänge-Endes 9 nach
der Klappung um 180°.
Die formschlüssige
Verbindung des DropStop-Balkens 10 mit dem
Tragarm 11 bewirkt, dass die Schlauchenden senkrecht stehen
bleiben.
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11 und 12 bzw. 13 und 14 zeigen
wie der Formschluss erreicht wird. Dazu sind zwischen Tragarm 11 und
DropStop-Balken 10 Formkörper 14 befestigt,
die sich beim Zusammenziehen mittels eines Zugseiles 16 miteinander
verhaken und eine starre Brücke
bilden. Die Verbindung bleibt bestehen, solange die Zugspannung
aufrechterhalten wird und löst
sich, wenn die Seilspannung nachlässt. Der Abstand der Formkörper 14 untereinander
wird vermittels von seilförmigen
Abstandselementen 15 gewährleistet. Anzahl und Größe der Formkörper 14 bestimmt,
wieweit der Abstand zwischen Tragarm 11 und DropStop-Balken 10 verkürzt wird,
d.h. wie weit sich die Höhe
der Schleppschlauchenden in Transportposition reduziert. Die Zugspannung
kann beispielsweise mittels eines Hydraulikzylinders aufgebracht
werden.
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Bei
den in den 13 und 14 gezeigten Formkörpern handelt
es sich um zylindrische durchbohrte Kunststoffzylinder, die über einen
Gummiband 16 zusammengehalten werden, und zwar in der Art, wie
bei einem Kinder-Spielzeug die Beine eines Hundes durch einen Gummiband
steif gehalten werden können.