DE2059299A1 - Verfahren zum Entfernen von Antimon aus Kupfer oder Kupfersulfid - Google Patents
Verfahren zum Entfernen von Antimon aus Kupfer oder KupfersulfidInfo
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- C22B—PRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
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Description
tockholm / Schweden
Verfahren zürn Entfernen von Antimon aus Kupfer oder
Kupfersulfid
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen
von Antimon aus Kupfer oder Kupfersulfid bzw. Kupfer
oder Kupfersulfid enthaltenden Materialien,
iiei der Herstellung von Kupfer hoher Qualität, z.B. Kupfer
für elektrische Zwecke, muß man eine elektrolytische Raffinationsstufe
verwenden, um den notwendigen Reinheitsgrad zu erhalten. Bei dieser Elektrolyse verwendet man Anoden mit
einem Kupfergehalt von 9a,0 bis 93,5^ Gu bei 2,0 bia 0,5$
verschiedenen Verunreinigungen, Ue zum größten l'eil bei
der Elektrolyse selbst isoliert bsw. beseitigt werden, Lfm
eine otrörungafreie Elektrolyse durchführen zu können, ist
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es nicht ohne Bedeutung, welche Verunreinigungen im Anodenkupfer
enthalten sind oder in welcher Menge sie vorliegen. Für gewisse Verunreinigungen sind die Begrenzungen sehr eng,
für andere dagegen ist die Toleranz größer.
Es ist daher notwendig, das Anodenkupfer in einer solchen V/eise vorzubehandeln, daß erlaubte G-renzgehalte nicht überschritten
werden.
Antimon ist ein Metall, das auf die Qualität des Elektrolytkupfers
besonders nachteilig einwirkt, und man strebt danach, auf einen Gehalt von höchstens 1 g/t hinunter zukommen, ii'alls
das Anodenkupfer zu hohe Cfehalte an Antimon, z.B. mehr als
350 g/t, enthält, so entsteht bei der Elektrolyse ein schwimmender
bzw. treibender Schlamm aus Antimon, Arsen und in gewissen i'ällen aus Wismut, der die Kupferkathode derart
verunreinigen kann, daß die Üoleranzgrenzen für Antimon im Elektrolytkupfer überschritten werden, wodurch die Kupferqualität
gefährdet wird. Weiterhin kann dieser treibende Schlamm an der Kathode Anwüchse verursachen, welche zwischen
Anode und Kathode zu Kurzschlüssen führen und damit eine herabgesetzte Stromausbeute ergeben können.
Antimon kann gewöhnlich nicht durch Anreicherung aus dem Antimon enthaltenden Kupferrohmaterial entfernt werden, da die
meisten Antimon enthaltenden Kupferlagerstätten chemisch an Kupfer gebundenes Antimon enthalten. Eine übermäßige Antimonabaoheidung
mittels Anreicherungsverfahren hat zu große Kupferverluflte zur Folge, um wirtschaftlich durchgeführt werden
zu können. Um den Antimongehalt in dem Kupferprodukt
herabzusetzen, ist man z.Zt. auf die Auswahl von Rohmaterial mit geringem Antimongehalt oder auf verschiedene niet
Prozesse angewiesen, die nur eine begrenzte iYnfcim
gea batten. Eine große Anzahl von Erzlagers til bten, die vorläufig wirtschaft] loh nicht bearbeitet werden kütirum, würde
zur Herstellung von Qualifcätskupfer zur Verfügung ntehen,
109827/0922 BAD original
_ 3 —
■λ υ im wirksamere Antimonbeseitigungsmethoden entwickelt werden
könnten.
Gemäß der. jetzt üblicherweise angewandten !Technik wird das kupfer vor der elektrolytischen Raffination einer Yorraffinatioti
einschließlich einer Mehrzahl metallurgis eher Behandlungsstufen,
wie ^östen, Stein- oder Rohschmelzen und Konvertierung,
unterworfen. Jede Stufe kann zu einem gewissen G-rad zur Antimonbeseitigung ausgenutzt werden. '.Beim Rösten erfolgt
sie durch Verflüchtigung von Antimon, wobei die Austreibung jedoch Gelten etwa 2O?j des G-esamtgehaIts an Antimon überntei.ru.
Das iiöstgut wird unter Zusatz von Schlackenbildern, gewöhnlich
-ilisiuiioxyd, geschmolzen, wobei eine Schlacke und sog. Rohstein
entstehen, die praktisch die ganze eingehende Kupfermenge
enthalten.
Jeim Schmelzen des Kupferröstgutes, gewöhnlich Stein- oder
llohschmelzen genannt", wird der Antimoninhalt zwischen Schlacke und den Rohsteinphasen verteilt. Diese Yerteilung nennenswert
zu beeinflussen, beispielsweise durch Änderung der Schlackenzusammensetzung
oder der Schlackemnenge, ist ökonomisch nicht möglich.
nachdem die Sohlackenphase abgeschieden worden ist, wird der
Rohstein in geschmolzener !form in einen Konverter überführt, wo er mit Luft oder mit Sauerstoff angereicherter Luft unter
Bildung von im wesentlichen Kupfermetall, Schwefeldioxyd und Kioenoxyden oxydiert wird. Die Eisenoxyde werden gleichzeitig
durch Zusatz von Quarzsand verschlackt.
Die relativ langwierige Oxydationsbehandlung im Konverter ist eine an sich effektive Kupfer-Raffinationsraethode, aber bezüglich
der Antimonbeseitigung ist sie" in vielen Fällen nicht ausreichend.
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Es sind mehrere Vorschläge zur Reduzierung des Antimongehalts in dem durch die Konverterbehandlung erhaltenen Produkt
(Rohkupfer bzw. Blasenkupfer) gemacht worden, einschließlich
Behandlungsmethoden mit einer festen oder flüssigen Schlacke. Es wurde beispielsweise Alkali (Soda) als Hauptbestandteil in
einer Raffinationsschlacke vorgeschlagen, wodurch sich Antimonoxyde
leichter in der Schlacke lösen, was zu einem etwas verbesserten Raffinationseffekt führt. Die Behandlung mit
Alkali ist wohlbekannt und wird allgemein angewandt. Auch die Behandlung von Rohkupfer bzw. Blasenkupfer mit OaO wurde vorgeschlagen,
wie es beispielsweise in der deutschen Patentschrift 1 137 223 beschrieben wird. Die erwähnten Raffinationsmethoden haben den Nachteil, daß der ijffekt primär von einem
direkten Kontakt zwischen den Phasenflächen Uetallbad-Schlakkenbad
und/oder fester Schlacke abhängig ist. Auch wenn bei dem bekannten Verfahren dan metallurgische Gleichgewicht einen
guten Raffinations effekt anzeigt, liegen große praktische
Schwierigkeiten vor, die erforderliche Reaktionsgeschwindigkeit zu erreichen.
Diese Schwierigkeiten werden erfindun^sgernaß dadurch beseitigt,
daß das geschmolzene Kupiersulfid oder das Ijipfer mit oxydierbarem
Eisen oder oxydierbaren Eisenverbindungen versetzt wird,
welche in geschmolzenem Kupfer oder Kapfersulfid löslich sind
™ und einen niedrigen Gehalt an Antimon besitzen, und daß anschließend
das aufgelöste Eisen durch eine partielle Oxydation, vorzugsweise unter Verwendung von Luft oder mit Sauerstoff
angereichterter luft, in üblicher '"ietae aus der Schmelze
entfernt bzw. isoliert wird. Beispiele geeigneter oxydierbarer Eisenverbindungen sind Magnetkies aal Pyrit. Diese
werden zweckmäßig in pelletisierter .Forts zugesetzt.
Versuche un^ T!n~ T'"'ionunfpi 4φ Ζ'όο^τ -it" »r, "-it der Kupferkonvertier
-C4: f -. oigebsu, «ai3 Hi \ . ..^ug von Antimon
eua Kupferi ~ ■"' <. . ipfer^ ('ir" ~^ * - >
"T^uall in die
\ % : · -.4, " ::ydation von
*' Q U g 7 , 'CL-.'
jiisen in der Rohstein- und Metallschmelze hat. Bei der Konvertierung
von Kupferrohstein, der Antimon enthält, verläßt der größte Teil des Antimongehaltes das Kupfer und ist in der
Konverterschlacke wiederzufinden. Durch Phasenstudien der erstarrenden Konverterschlacke, u.a. in Mikrosonden, wurde
festgestellt, daß Antimon in oxydierter Form vorliegt und
zusammen mit anderen Bestandteilen Mineralien mit Spinellstruktur bildet. Diese Mineralien sind im wesentlichen Eisenoxyde,
wie Magnetit, wobei dreiwertiges Eisen teilweise durch dreiwertiges Antimon substituiert worden ist. Eine allgemeine
formel der Konverterschlacke (Magnetitspinell) ist:
(i'e (II), Zn, Ou) 0 '· (Ee (III), Al, 3b)2O7)J
wobei sowohl Kupfer als auch Antimon in geringeren Konzentrationen
vorhanden sind.
In Proben von Konverterschlacken mit variierenden Magnetitgehalten wurde der Antiraongehalt bestimmt und einige Ergebnisse
werden in nachstehender iabelle angegeben:
11.2 0,10
21.3 0,19 46,7 0,55
Dies bestätigt die Annahme, daß eine starke chemisohe Bindung
zwischen Eisen und Antimon in oxydierter Porm vorliegt. Wenn man den Verlauf der Kupferkonvertierung genau studiert, ergibt
sich, daß die Geschwindigkeit der Antiraonüberführung von
s Kupferrohstein bzw, Kupfermetall in die Sohlaoke funktionell
einen direkten Zusammenhang mit der Eioenoxydation im Rohstein
oder Kupfer hat.
Wenn die Schmelze oxydiert wird, so wird der Eisenaatell
praktisch vollständig oxydiert, ehe nennenswerte Mengen an ι Kupfer oxydiert werden. In schwefelhaltigen Milieus, d.h. wenn
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die Haffinatioti Ια llohsteinschmelzen durchgeführt werden :nl ι.,
wird Sulfidschwefel gleichzeitig mit dem Eisen oxydiert und
setzt die Schlackenbildungsgeschwindigkeit "bei konstanter Zufuhr von Oxydationsmittel herab. Das oxydierte Eisen kommt
nach der Oxydation an die Oberfläche und enthält auch dar;
wegraffinierte Antimon. Das Eisenoxyd wird entweder durch
mechanisches Abkratzen von der Kupferschmelzfläche oder nach
Schlackenbildung mit Kieselsäure durch Dekantierung in flüssiger
l'Orm entfernt.
Das beschriebene iiaffinationsverfahren, bei dem Eisen oder
Eisenverbindungen mit niedrigem Antimongehalt dem Raffinationssystem
zugeführt werden, wird zweckmäßig im Zusammenhang mit der Kupferkonvertierung und in einem Kupferkonverter durchgeführt,
es kann selbstverständlich auch in anderen Ofentypen, z.B. Flammofen oder Drehofen, durchgeführt werden. Als antimonfreier
oder im wesentlichen antimonfreier Eisenzusatz können zweckmäßig Eisenschrott, Eisen-Kupfer-Schrott, Eisensulfide
oder Kupferkies in Betracht kommen. Am wirkungsvollsten ist jedoch Eisenschrott, während Kupferkies weniger wirkungsvoll
ist. Bei der Verwendung von Eisensohrott und Eisensulfid wird die Konvertierungsdauer verlängert, ohne daß die Kupferproduktion
erhöht wird.
Als Oxydationsmittel wird zweckmäßig Luftsauerstoff oder mit
Sauerstoff angereicherte Luft verwendet. Der Sauerstoff wird vorzugsweise unter der Badoberfläobe entweder mit Hilfe von
Blas öffnungen, oder mit einer Lanze zugeführt.
Die Erfindung wird anhand des folgenden Beispieles näher erläutert.
In einem Kupferkoaverter, der mit Robstein, enthaltend 35$
Kupfer uad 0,14# Antimon, besobiokt worden ist, entbleit das
Kupfersulfid naota dem Robsteinblasen 0,04$ Antimon. Um den
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AntiMJongehalt. weiterhin herabzusetzen, wurde granuliertes
I''eS in. einer Menge von 6$ der Kupfermenge zugesetzt, und nach
der Oxydation, der zugesetzten FeS-Meng.e zu FeO und Fe,O. war
der Antimongehalt des fertig geblasenen Kupfers auf 0,02$ gesunken. Andere Chargen mit demselben eingehenden Material,
die derselben Behandlungsweise aber ohne l?e.S-Zusätze ausgesetzt
wurden, enthielten nach tfertigblasen 0,055 - 0,040$ Sb.
In einem anderen Versuch wurde Kupfersulfid mit einem Rohstein
von niedrigem Kupfergehalt und niedrigem Antimongehalt in
demselben konverter behandelt. Die Kupfersulfidcharge, etwa
150 t, wurde mit 10 t Rohstein behandelt, Der Antimongehalt wurde dabei in dem fertig geblasenen Kupfer von 0,06$ auf
0,03/'' herabgesetzt. Ohne Zusatz von Rohstein mit niedrigem
Kupfergehalt wurde der Antimongehalt nach Pertigblasen 0,045$.
Aus dem Beispiel geht hervor, daß das erfindungsgemäße Verfahren
eine bedeutende Herabsetzung des Antimongehaltes in dem hergestellten Kupfer ermöglicht, und daß eine solche Herabsetzung
es gestattet, daß wesentlich antimonreicheres Material ohne Gefahr einer Verschlechterung der Qualität des Produkts
durch den Antimongehalt aufgearbeitet werden kann.
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Claims (1)
- Patentansprüche1. Verfahren sau Entfernen von Antimon aus Kupfer oder Kupfersulfid, dadurch gekennzeichnet, daß geschmolzenes tupfer π ulf id. oder Kupfer mit oxydierbarem Eisen oder oxydierbaren Eisenverbindungen versetzt wird, welche in geschmolzenem tupfer oder kupfersulfid löslich sind und einen niedrigen G-ehalt an Antimon besitzen, und daß anschließend das aufgelöste Eisen durch eine partielle Oxydation aus der Schmelze isoliert wird, derart, daß Antimon gleichzeitig oxydiert und an das Eisenoxyd gebunden wird, das eine getrennte in der Schmelze unlösliche Phase darstellt.2. Verfahren na oh Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Eisen in der Eorm von metallischem Eisen, z. B. Eisenschrott, zugesetzt wird.3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Eisen in eier i'Orm von Eisen-Kupfer-Jchrott zugesetzt wird.4. /erfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß.li-'ion in der i'or'Ji von Eisensulfiden, z.'ß. Pyrit, Jiagnet- ψ kies, zugesetzt wird.'■':■. verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ■.'jisen in. c'nr ^o rm von Kupferkies, vorzugsv.'eise Kupferkon-3cnt;."it, r;uL.(„octzh v;ird.C, Ζ ei: :"'■. ijrr.ii nrr,oh Anspruch 4 oder _~, dadurch gekennzeichnet, daß die Sulfide vor dem >iusatz pelletisiert werden.7. '/erfr,Uren nach einem der Ansprüche 1 bis G5 dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren in einem kupfe!"konverter durch' ο i.'i-''nrt wird.109827/0922B ORIGINAL:J. Verfahren nach Anspruch I, da'I uran gekennzeichnet, daß die Oxydation unter Verwendung von Luftsauerstoff oder mit Sauerstoff angereicherter Luft erfolgt.BAD ORIGINAL109827/0922
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