DE19934411C1 - Verfahren zur Trennung und Reinigung einew wäßrigen Gemisches aus den Hauptkomponenten Essigsäure und Ameisensäure - Google Patents
Verfahren zur Trennung und Reinigung einew wäßrigen Gemisches aus den Hauptkomponenten Essigsäure und AmeisensäureInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trennung und Reinigung eines wäßrigen Gemisches aus den Hauptkomponenten Essigsäure, Ameisensäure und Schwersiedern durch Extraktion, mittels eines Lösungsmittels in einem Kreisverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß der Raffinatstrom mit einem Großteil des Wassers einer Lösungsmittelstripperkolonne (11) zur Auskreisung des Wassers zugeführt wird und der Extraktstrom in eine Lösungsmitteldestillationskolonne (8) geleitet wird, aus der in einem ersten Schritt über Kopf eine Mischung (A) mit einem Großteil des Lösungsmittels, aus einem Seitenabzug eine Mischung (B), bestehend aus Ameisensäure, Wasser und Lösungsmittel und über den Sumpf eine Mischung (C), bestehend aus Essigsäure und Hochsiedern abgetrennt werden, und zur weiteren Verarbeitung die Mischung (B) in eine Ameisensäuredestillationskolonne (4) überführt wird, und die Mischung (C) in eine Essigsäuredestillationskolonne (5) überführt wird, anschließend in der Essigsäuredestillationskolonne (5) über Kopf die reine Essigsäure isoliert wird, in der Ameisensäuredestillationskolonne (4) am Sumpf die reine Ameisensäure isoliert wird und über Kopf ein Gemisch aus Lösungsmittel und Wasser abgezogen wird, welches zusammen mit der Mischung (A) nach Abtrennung des Wasseranteils, in den Extraktor (7) zurückgeführt wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trennung und Reinigung
eines wäßrigen Reaktionsgemisches aus den Hauptkomponenten
Essigsäure und Ameisensäure.
Bei der Herstellung von Essigsäure durch katalytische
Oxidationsreaktionen von gesättigten und/oder ungesättigten
Kohlenwasserstoffen wie beispielsweise der Gasphasenoxidation
von C4-Kohlenwasserstoffen, fallen Produktströme an, die als
Hauptkomponenten Essigsäure, Ameisensäure und Wasser in
unterschiedlichen Zusammensetzungen enthalten.
Zur weiteren Aufarbeitung müssen diese Produktströme in ihre
Einzelkomponenten getrennt werden. Eine destillative Trennung
eines ternären Säure-Wasser Gemisches aus Essigsäure,
Ameisensäure und Wasser in seine Reinkomponenten bereitet
beispielsweise erhebliche Probleme, da das System neben dem
binären Wasser-Ameisensäure-Maximumazeotrop zusätzlich ein
ternäres Wasser-Ameisensäure-Essigsäure-Sattelazeotrop enthält.
Enthält ein derartiges Gemisch eine hohe Wasserkonzentration,
so ergibt sich bei der destillativen Trennung ein enormer
zusätzlicher Energiebedarf, da das gesamte Wasser als
niedrigstsiedende Komponente über den Kopf einer Kolonne
destilliert werden muß.
Hunsmann und Simmrock (Chemie-Ing.-Tech., 38, 1966) empfehlen
zur Trennung von wäßrigen Gemischen mit einem Essigsäuregehalt
von größer 60 Gew.-% und einem Ameisensäuregehalt von 5 Gew.-%
die Anwendung der Azeotropdestillation zur Erleichterung der
Trennung und zur Reduzierung der dabei benötigten Energie. Als
Azeotropschleppmittel für die Entwässerung wird Ethyl-n-
butylether vorgeschlagen. Das Azeotrop aus Wasser und
Schleppmittel siedet bei ca. 91°C und enthält etwa 10 Gew.-%
Wasser. Das Schleppmittel Ethyl-n-butylether bildet dabei kein
Azeotrop mit Ameisensäure und Essigsäure.
In DE-A 12 04 214 wird zur Abtrennung von Ameisensäure die
Azeotroprektifikation mit n-Butylchlorid als Schleppmittel
empfohlen. Nachteilig an diesem Verfahren ist die Verwendung
von chlorierten Kohlenwasserstoffen als Schleppmittel.
Aus US-A 5633402 ist ein Verfahren zur Trennung von binären
Gemischen aus Ameisensäure und Essigsäure mittels
Azeotropdestillation bekannt. Als Schleppmittel für die
Ameisensäure wird dabei Methylformat verwendet. Eine Abtrennung
von Wasser wird in diesem Verfahren nicht beschrieben.
Aus DE-A 44 26 132, EP-A 0635474, DE-A 196 10 356 (US-A 5662780),
sind verschiedene Verfahren zur Reinigung und zur Entwässerung
von Essigsäure mittels Azeotropen mit unterschiedlichen
Schleppmitteln bekannt. Keines dieser Verfahren beschreibt
jedoch die Entwässerung eines Gemisches aus Essigsäure und
Ameisensäure.
Aus US-A 5173156, US-A 5006205, US-A 4877490 und US-A 4935100
sind Verfahren zur Entwässerung von Ameisensäure mittels
Extraktivrektifikation bekannt. Dabei werden als Schleppmittel
beispielsweise Cyclohexanon, Oxalsäure, Decansäure und
Methylsalicylat genannt.
EP-A 156309 (CA-A 1238919) und EP-A 12321 (US-A 4262140)
beschreiben die Entwässerung von Ameisensäure über
Extraktivrektifikation mit Carboxamiden als Hilfsstoffe.
Keines dieser Verfahren beschreibt jedoch die Entwässerung
eines Gemisches aus Essigsäure und Ameisensäure.
Aus dem "Process Economics Program" Report No. 37A (1973) des
Stanford Research Institute ist ein Verfahren zur Trennung
eines wäßrigen Gemisches aus etwa 42 Gew.-% Essigsäure und 2
Gew.-% Ameisensäure bekannt. Das wäßrige Gemisch wird dabei
durch Gegenstromextraktion mit Diisopropylether
aufkonzentriert. In der Entwässerungs- und Lösungsmittel
rückgewinnungskolonne wird das Wasser als Azeotrop aus Wasser
und Diisopropylether über Kopf abdestilliert. Das Sumpfprodukt,
ein Gemisch aus Essigsäure und Ameisensäure mit ca. 0,12 Gew.-%
Wasser wird durch Azeotroprektifikation weiter aufgetrennt. Als
Schleppmittel für die Ameisensäure wird Benzol verwendet. Von
großem Nachteil an diesem Verfahren ist die geringe Qualität
der abgetrennten Ameisensäure, die noch ca. 1 Gew.-%
Essigsäure, ca. 2 Gew.-% Wasser und ca. 7 Gew.-% Benzol
enthält. Die Verwendung von Benzol in diesem Verfahren und der
Restgehalt an Benzol in der Ameisensäure machen dieses
Verfahren jedoch unattraktiv.
Alle im Stand der Technik bekannten Verfahren sind entweder nur
dazu geeignet binäre Mischungen wie Essigsäure/Wasser,
Ameisensäure/Wasser, und Essigsäure/Ameisensäure
zufriedenstellend zu trennen, oder nur für wäßrige
Säuregemische wirtschaftlich anwendbar, in denen eine hohe
Konzentration an Säure (< 60 Gew.-%) vorliegt. Weiterhin sind
einige der bekannten Verfahren durch Ihren Einsatz von Benzol
oder chlorierten Kohlenwasserstoffen nach heutigen Sicherheits-
und Umweltgesichtspunkten nicht mehr akzeptabel.
Es bestand daher die Aufgabe ein Verfahren zur Trennung eines
ternären, wäßrigen Gemisches aus Säuren in seine
Reinkomponenten bereitzustellen, daß die im Stand der Technik
genannten Nachteile nicht besitzt.
Es wurde nun gefunden, daß die Trennung und Reinigung eines
Gemisches aus den Hauptkomponenten Essigsäure, Ameisensäure,
Wasser und Hochsiedern (im weiteren Rohsäure genannt) besonders
gut durchführbar ist, wenn in einem ersten Schritt mittels
eines Lösungsmittels in einem Kreisverfahren extrahiert wird
und anschließend der Extraktstrom, überwiegend bestehend aus
Lösungsmittel, Essigsäure, Ameisensäure, Hochsiedern und
Wasser, in einer Folge von Destillationsschritten in die
Bestandteile Lösungsmittel, das zur Extraktion zurückgeführt
wird, Wasser, Ameisensäure, Essigsäure und Hochsieder
aufgetrennt wird, und der Raffinatstrom in einem weiteren
Destillationsschritt mittels einer Lösungsmittelstripperkolonne
vom Lösungsmittel befreit wird.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Trennung und
Reinigung eines wäßrigen Gemisches aus den Hauptkomponenten
Essigsäure, Ameisensäure Hochsiedern (Schwersiedern) durch
Extraktion in einem Extraktor (7), mittels eines Lösungsmittels
aus der Gruppe umfassend Ether, Ester, Ketone und Alkohole in
einem Kreisverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß der
Raffinatstrom aus dem Extraktor (7) mit einem Großteil des
Wassers einer Lösungsmittelstripperkolonne (11) zur Auskreisung
des Wassers zugeführt wird und der Extraktstrom in eine
Lösungsmitteldestillationskolonne (8) geleitet wird, aus der in
einem ersten Schritt über Kopf eine Mischung (A) mit einem
Großteil des Lösungsmittels, aus einem Seitenabzug eine
Mischung (B) bestehend aus Ameisensäure, Wasser und
Lösungsmittel und über den Sumpf eine Mischung (C) bestehend
aus Essigsäure und Hochsiedern (Schwersiedern) abgetrennt
werden, und zur weiteren Verarbeitung die Mischung (B) in eine
Ameisensäuredestillationskolonne (4) übergeführt wird, und die
Mischung (C) in eine Essigsäuredestillationskolonne (5)
übergeführt wird, anschließend in der
Essigsäuredestillationskolonne (5) über Kopf die reine
Essigsäure isoliert wird, in der
Ameisensäuredestillationskolonne (4) am Sumpf die reine
Ameisensäure isoliert wird und über Kopf ein Gemisch aus
Lösungsmittel und Wasser abgezogen wird, welches zusammen mit
der Mischung (A) nach Abtrennung des Wasseranteils, in den
Extraktor (7) zurückgeführt wird.
In der ersten Stufe (Extraktion) des erfindungsgemäßen
Verfahrens (Fig. 1) wird die eingesetzte Rohsäure, bestehend
aus wechselnden Anteilen von Essigsäure, Ameisensäure, Wasser
und Schwersiedern einem Extraktor (7) zugeführt und mit einem
Lösungsmittel kontaktiert. Der Extraktor (7) kann dabei
einstufig oder bevorzugt mehrstufig aufgebaut sein. Der
Lösungsmittelstrom kann in diesem Verfahren in Richtung des
Stroms der Rohsäure gerichtet sein oder bevorzugt im Gegenstrom
zur Rohsäure ausgelegt sein. Als Lösungsmittel können dabei
Ether, Ester, Ketone, Alkohole, bevorzugt Ether und Ester mit 4
bis 7 Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt
Methyltertiärbutylether, Diisopropylether, Ethylbutylether,
Ethylacetat und Isopropylacetat, in einem Mischungsverhältnis
zur Rohsäure zwischem dem 0,5 bis 20 fachen, bevorzugt 1 bis 5
fachen, besonders bevorzugt 1,5 bis 3,5 fachen (Verhältnis
Volumen/Volumen) verwendet werden.
Das aus dem Extraktor (7) erhaltene Raffinat wird über Leitung
(15) der Lösungsmittelstripperkolonne (11) zugeführt, wo über
den Sumpf reines Wasser entnommen wird. Das Kopfprodukt der
Lösungsmittelstripperkolonne wird einem Phasentrenner (9)
zugeführt. Die dort anfallende wäßrige Phase geht über Leitung
(10) in den Kopf der Lösungsmittelstripperkolonne (11) zurück,
die organische Phase wird über Leitung (14) zum Extraktor (7)
zurückgeführt.
Das aus dem Extraktor (7) abgezogene Extrakt, enthaltend
Lösungsmittel, Essigsäure, Ameisensäure, Wasser und
Schwersieder wird vom Extraktor (7) in eine
Lösungsmitteldestillationskolonne (8) eingeleitet. In dieser
Kolonne wird das Extrakt durch Destillation in drei Teilströme
aufgeteilt.
Ein Teilstrom (Mischung (A)), bestehend aus einem Großteil des
Lösungsmittels und Resten an Säure und Wasser wird dabei über
Kopf der Kolonne entnommen und dem Phasentrenner (9) der
Lösungsmittelstripperkolonne (11) eingeleitet. Alternativ kann
dieser Teilstrom auch unter Umgehung des Phasentrenners direkt
in den Extraktor (7) zurückgeleitet werden.
Ein weiterer Teilstrom (Mischung (B)), bestehend aus den
Komponenten Wasser, Lösungsmittel und Ameisensäure, wird der
Lösungsmitteldestillationskolonne (8) über einen Seitenabzug
dampfförmig entnommen und einer Ameisensäuredestillations
kolonne (4) zugeführt aus deren Sumpf über Leitung (19) reine
Ameisensäure abgetrennt wird. Über Kopf wird der Kolonne (4)
ein Gemisch aus Lösungsmittel und Wasser entnommen und über
Leitung (16) dem Phasentrenner (9) zugeführt. Die organische
Phase wird dort vom Wasser getrennt und über Leitung (14) in
den Extraktor (7) zurückgeführt.
Der verbliebene Teilstrom (Mischung (C)), bestehend aus
Essigsäure und Schwersiedern, wird über den Sumpf der
Lösungsmitteldestillationskolonne (8) abgetrennt und einer
Essigsäuredestillationskolonne (5) zur Auftrennung in reine
Essigsäure und Schwersiedern zugeführt. Die Essigsäure wird
über Kopf durch die Leitung (17) entnommen und die Schwersieder
am Kolonnensumpf über Leitung (18) abgetrennt.
Bei der beschriebenen Ausführungsform kommt es durch die
dampfförmige Entnahme des Feeds mittels eines Seitenabzugs an
der Lösungsmittelkolonne (8) und der dampfförmigen Einspeisung
desselben in die Ameisensäuredestillationskolonne zu einer
Energieeinsparung gegenüber Systemen ohne eine derartige
Ausführung.
In einer besonderen Ausführungsform (Fig. 2) des oben
beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens besitzt die
Ameisensäuredestillationskolonne (4) einen zusätzlichen
Seitenabzug. Aus diesem wird zur Erleichterung der Trennung ein
kleiner Teilstron eines Gemisches enthaltend Wasser,
Ameisensäure und Lösungsmittel entnommen und getrennt gesammelt
oder über Leitung (23) zum Rohsäureeingang (6) oder eine andere
Stelle des Extraktors (7) zurückgeführt. Am Sumpf der Kolonne
(4) wird reine Ameisensäure über Leitung (19) entnommen. Das am
Kopf der Ameisensäuredestillationskolonne (4) anfallende
Gemisch, enthaltend Lösungsmittel, Wasser und Säurespuren wird
über Leitung (16) in den Extraktor (7) zurückgeführt.
Ein besonderer Vorteil dieser Ausführungsform ist es, daß durch
die Anbringung des Seitenabzugs an die Kolonne der
Energiebedarf bei der Ameisensäuredestillation reduziert wird.
In einer weiteren besonderen Ausführungsform (Fig. 3) des
erfindungsgemäßen Verfahrens wird der über einen Seitenabzug
aus der Lösungsmittelkolonne (8) gasförmig entnommene Teilstrom
(Mischung (B)), bestehend aus einem Gemisch aus Wasser,
Lösungsmittel und Ameisensäure, vor der Einleitung in die
Ameisensäuredestillationskolonne (4) kondensiert und dem
Phasentrenner (20) zugeführt. Die abgetrennte organische Phase
wird über Leitung (22) in die unter einem erhöhtem Druck von
1 . 105 bis 10 . 105 Pa arbeitende Ameisensäuredestillationskolonne
(4) gepumpt. Am Sumpf dieser Kolonne wird über Leitung (19)
reine Ameisensäure entnommen. Das am Kopf dieser Kolonne
anfallende Gemisch enthaltend Lösungsmittel, Wasser und
Säurespuren wird über Leitung (16) dem Phasentrenner (9) der
Lösungsmittelstripperkolonne (11) zugeführt. Alternativ kann
dieser Teilstrom auch unter Umgehung des Phasentrenners direkt
in den Extraktor (7) zurückgeleitet werden. Die wäßrige Phase
aus dem Phasentrenner (20) wird getrennt gesammelt oder über
Leitung (21) zum Rohsäureeingang (6) oder eine andere Stelle
des Extraktors (7) zurückgeführt.
Ein besonderer Vorteil dieser Ausführungsform liegt in einer
weiteren Energieeinsparung. Durch die Kondensation des
entnommenen Teilstroms (Mischung (B)) aus dem Seitenabzug der
Lösungsmitteldestillationskolonne (8) und die anschließende
Phasentrennung, kann ein Großteil des Wassers ohne
energieaufwendige Destillation abgetrennt werden. Zusätzlich
erleichtert ein höherer Betriebsdruck und ein geringerer
Wassergehalt im Feed der Ameisensäuredestillationskolonne (4)
die Abtrennung der reinen Ameisensäure.
In einer weiteren besonderen Ausführungsform (Fig. 4) des
erfindungsgemäßen Verfahrens wird der über einen Seitenabzug
aus der Lösungsmittelkolonne (8) gasförmig entnommene Teilstrom
(Mischung (B)), bestehend aus einem Gemisch aus Wasser,
Lösungsmittel und Ameisensäure, vor der Einleitung in die
Ameisensäuredestillationskolonne (4) kondensiert (analog Fig.
3) und dem Phasentrenner (20) zugeführt. Die entstehende
organische Phase wird über Leitung (22) in die unter erhöhtem
Druck bei 1 . 105 bis 10 . 105 Pa arbeitende Ameisensäure
destillationskolonne (4) gepumpt. Am Sumpf dieser Kolonne wird
über Leitung (19) reine Ameisensäure entnommen. Das am Kopf
dieser Kolonne anfallende Gemisch aus Lösungsmittel, Wasser und
Säurespuren wird direkt über Leitung (16) zum Extraktor (7)
zurückgeführt. Die Ameisensäuredestillationskolonne (4) besitzt
in dieser Ausführungsform zusätzlich einen Seitenabzug (23).
Dort wird zur Erleichterung der Trennung ein kleiner Teilstrom
eines Gemisches enthaltend Wasser, Ameisensäure und
Lösungsmittel entnommen und gesammelt oder zum Rohsäureeingang
(6) oder eine andere Stelle des Extraktors (7) zurückgeführt.
Die wäßrige Phase aus dem Phasentrenner (20) wird über Leitung
(21) ebenfalls gesammelt oder zum Rohsäureeingang (6) oder eine
andere Stelle des Extraktors (7) zurückgeführt.
Ein besonderer Vorteil dieser Ausführungsform ist es, daß durch
die Anbringung des Seitenabzugs an die Kolonne (4) der
Energiebedarf bei der Ameisensäuredestillation zusätzlich
reduziert wird. Gleichzeitig wird durch die Kondensation des
entnommenen Teilstroms (Mischung (B)) aus dem Seitenabzug der
Lösungsmitteldestillationskolonne (8) und die anschließende
Phasentrennung, ein Großteil des Wassers ohne energieaufwendige
Destillation abgetrennt. Der geringere Wassergehalt im Feed der
Ameisensäuredestillationskolonne (4) erleichtert die Abtrennung
der reinen Ameisensäure zusätzlich.
In den folgenden Beispielen wird das erfindungsgemäße Verfahren
unter Bezug auf die Abbildungen näher erläutert:
In einer erfindungsgemäßen Vorrichtung nach Fig. 1 wurde dem
Extraktor (7) (Gegenstromextraktionskolonne mit stationärer
Edelstahlpackung, organische Phase dispergiert) über Leitung
(6) ein Rohsäurestrom aus 12,7 kg/h Essigsäure, 2,9 kg/h
Ameisensäure, 49,7 kg/h Wasser und 0,2 kg/h Hochsieder
zugeführt. Im stationären Zustand wurde der
Lösungsmittelrückstrom über Leitung (14) zum Extraktor (7) so
eingestellt, daß dieser 150 kg/h Methyltertiärbutylether
(MTBE), 6 kg/h Wasser und 0,02 kg/h Ameisensäure enthielt. Der
den Extraktor (7) verlassende Extraktstrom setzte sich aus 150
kg/h MTBE, 12,7 kg/h Essigsäure, 6,0 kg/h Wasser, 2,9 kg/h
Ameisensäure und 0,2 kg/h Hochsieder zusammen.
Die Lösungsmitteldestillationskolonne (8) und die
Essigsäurereinkolonne (5) wurden bei einem Druck von ca. 1 . 105
Pa betrieben. Die Ameisensäurereinkolonne (4) wurden bei einem
Druck von ca. 5 . 105 Pa betrieben.
Am Sumpf der Lösungsmittelkolonne (8) wurde bei einer
Temperatur von 121°C ein Teilstrom (Mischung (C)) über Leitung
(3) abgeführt, der 12,7 kg/h Essigsäure und 0,2 kg/h Hochsieder
enthielt. Aus dem Seitenabzug dieser Kolonne wurde ein
Teilstrom (Mischung (B)) mit einer Temperatur von 84°C
abgeführt, der aus 18,4 kg/h MTBE, 0,02 kg/h Essigsäure, 2,9
kg/h Ameisensäure und 3,0 kg/h Wasser bestand. Am Kopf dieser
Kolonne wurde bei einer Temperatur von 56°C ein Teilstrom
(Mischung (A)) abgeführt, der 131,6 kg/h MTBE, 3,0 kg/h Wasser
und 0,01 kg/h Ameisensäure enthielt.
Am Sumpf der Essigsäurekolonne (5) wurde bei einer Temperatur
von 181,7°C über Leitung (18) 0,2 kg/h Hochsieder entnommen.
Am Kopf der Essigsäurekolonne (5) wurden bei einer Temperatur
von 117,6°C über Leitung (17) 12,7 kg/h Essigsäure entnommen.
Am Kopf der Ameisensäurereinkolonne (4) wurde bei einer
Temperatur von 117°C ein Strom aus 18,4 kg/h MTBE, 0,01 kg/h
Ameisensäure und 3,0 kg/h Wasser entnommen. Am Sumpf der
Ameisensäurekolonne (4) wurde bei einer Temperatur von 164°C
über Leitung (19) 0,02 kg/h Essigsäure und 2,9 kg/h
Ameisensäure entnommen.
Um die Rohsäuremischung in 2,9 kg/h an 99,28 Gew.-%iger
Ameisensäure und 12,7 kg/h an 99,99 Gew.-%iger Essigsäure,
aufzutrennen wurde ohne Feedvorwärmung vor den
Destillationskolonnen folgender Energieeinsatz benötigt:
Sumpfheizung Lösungsmitteldestillationskolonne (8): 35 kW
Sumpfheizung Ameisensäurekolonne (4): 15 kW
Sumpfheizung Essigsäurereinkolonne (5): 4,5 kW
Summe: 54,5 kW entspricht 3,5 kW pro kg Säure.
Sumpfheizung Lösungsmitteldestillationskolonne (8): 35 kW
Sumpfheizung Ameisensäurekolonne (4): 15 kW
Sumpfheizung Essigsäurereinkolonne (5): 4,5 kW
Summe: 54,5 kW entspricht 3,5 kW pro kg Säure.
In einer Vorrichtung nach Ausführungsform Fig. 3 wurde dem
Extraktor (7) (Gegenstromextraktionskolonne mit stationärer
Edelstahlpackung, organische Phase dispergiert) über Leitung
(6) ein Rohsäurestrom enthaltend 12,7 kg/h Essigsäure, 2,9 kg/h
Ameisensäure, 47,8 kg/h Wasser und 0,2 kg/h Hochsieder
zugeführt. Im stationären Zustand wurde der
Lösungsmittelrückstrom über Leitung (14) zum Extraktor (7) so
eingestellt, daß dieser 150,0 kg/h Methyltertiärbutylether
(MTBE), 4,0 kg/h Wasser und 0,03 kg/h Ameisensäure enthielt.
Der den Extraktor (7) verlassende Extraktstrom setzte sich aus
150,0 kg/h MTBE, 12,7 kg/h Essigsäure, 6,0 kg/h Wasser, 2,9
kg/h Ameisensäure und 0,2 kg/h Hochsieder zusammen.
Die Lösungsmitteldestillationskolonne (8) und die
Essigsäurereinkolonne (5) wurden bei einem Druck von ca. 1 . 105
Pa betrieben. Die Ameisensäurereinkolonne (4) wurde bei einem
Druck von ca. 5 . 105 Pa betrieben.
Am Sumpf der Lösungsmittelkolonne (8) wurde bei einer
Temperatur von 121°C die Mischung (C), enthaltend 12,7 kg/h
Essigsäure und 0,2 kg/h Hochsieder über Leitung (3) abgeführt.
Aus dem Seitenabzug der Kolonne (8) wurde eine Mischung (B) bei
einer Temperatur von 84°C abgeführt, die aus 18,4 kg/h MTBE,
0,02 kg/h Essigsäure, 2,9 kg/h Ameisensäure und 3,0 kg/h Wasser
bestand. Am Kopf dieser Kolonne wurden bei einer Temperatur von
56°C eine Mischung (A) abgeführt, die aus 131,6 kg/h MTBE, 3,0
kg/h Wasser und 0,01 kg/h Ameisensäure bestand. Mischung (B)
wurde kondensiert und über Leitung (2) in den Phasentrenner
(20) geleitet. Die entstehenden Phasen wurden anschließend
getrennt. Die organische Phase, enthaltend 18,2 kg/h MTBE, 1,0
kg/h Wasser, 0,01 kg/h Essigsäure und 2,5 kg/h Ameisensäure
wurde über Leitung (22) abgeführt und als Feed in die
Ameisensäurekolonne (4) eingespeist. Die wässrige Phase,
enthaltend 2,0 kg/h Wasser, 0,01 kg/h Essigsäure und 0,4 kg/h
Ameisensäure wurde getrennt gesammelt.
Am Sumpf der Essigsäurekolonne (5) wurden bei einer Temperatur
181,7°C über Leitung (18) 0,2 kg/h Hochsieder entnommen. Am
Kopf der Essigsäurekolonne (5) wurden bei einer Temperatur von
117,6°C über Leitung (17) 12,7 kg/h Essigsäure entnommen.
Am Kopf der Ameisensäurereinkolonne (4) wurde bei einer
Temperatur von 115°C über Leitung (16) ein Strom, enthaltend
18,2 kg/h MTBE, 0,02 kg/h Ameisensäure und 1,0 kg/h Wasser
entnommen. Am Sumpf der Ameisensäurekolonne (4) wurden bei
einer Temperatur von 164°C über Leitung (19) 0,01 kg/h
Essigsäure und 2,5 kg/h Ameisensäure entnommen.
Um die Rohsäuremischung in 2,5 kg/h an 99,65 Gew.-%iger
Ameisensäure und 12,7 kg/h an 99,99 Gew.-%iger Essigsäure
aufzutrennen wurde ohne Feedvorwärmung vor den
Destillationskolonnen folgender Energieeinsatz benötigt:
Sumpfheizung Lösungsmitteldestillationskolonne (8): 35 kW
Sumpfheizung Ameisensäurekolonne (4): 7 kW
Sumpfheizung Essigsäurereinkolonne (5): 4,5 kW
Summe: 47 kW entspricht 3,1 kW pro kg Säure.
Sumpfheizung Lösungsmitteldestillationskolonne (8): 35 kW
Sumpfheizung Ameisensäurekolonne (4): 7 kW
Sumpfheizung Essigsäurereinkolonne (5): 4,5 kW
Summe: 47 kW entspricht 3,1 kW pro kg Säure.
Eine Trennung des Rohsäuregemisches nach dem Stand der Technik,
benötigt dagegen mindestens einen Energieeinsatz von 4 kW pro
kg Säure und liefert eine verunreinigte (mit Wasser,
Essigsäure, Schleppmittel z. B. Benzol oder chlorierte
Kohlenwasserstoffe) Ameisensäure.
Claims (9)
1. Verfahren zur Trennung und Reinigung eines wäßrigen
Gemisches aus den Hauptkomponenten Essigsäure, Ameisensäure
Hochliedern (Schwersiedern) durch Extraktion in einem
Extraktor (7), mittels eines Lösungsmittels aus der Gruppe
umfassend Ether, Ester, Ketone und Alkohole in einem
Kreisverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß der
Raffinatstrom aus dem Extraktor (7) mit einem Großteil des
Wassers einer Lösungsmittelstripperkolonne (11) zur
Auskreisung des Wassers zugeführt wird und der Extraktstrom
in eine Lösungsmitteldestillationskolonne (8) geleitet wird,
aus der in einem ersten Schritt über Kopf eine Mischung (A)
mit einem Großteil des Lösungsmittels, aus einem Seitenabzug
eine Mischung (B) bestehend aus Ameisensäure, Wasser und
Lösungsmittel und über den Sumpf eine Mischung (C) bestehend
aus Essigsäure und Hochsiedern (Schwersiedern) abgetrennt
werden, und zur weiteren Verarbeitung die Mischung (B) in
eine Ameisensäuredestillationskolonne (4) übergeführt wird,
und die Mischung (C) in eine Essigsäuredestillationskolonne
(5) übergeführt wird, anschließend in der
Essigsäuredestillationskolonne (5) über Kopf die reine
Essigsäure isoliert wird, in der
Ameisensäuredestillationskolonne (4) am Sumpf die reine
Ameisensäure isoliert wird und über Kopf ein Gemisch aus
Lösungsmittel und Wasser abgezogen wird, welches zusammen
mit der Mischung (A) nach Abtrennung des Wasseranteils, in
den Extraktor (7) zurückgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Extraktor (7) ein- oder mehrstufig betrieben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Lösungsmittelkreislauf im Extraktor (7) im Gegenstrom
zur Rohsäure verläuft.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
als Lösungsmittel eine oder mehrere Verbindungen aus der
Gruppe umfassend Methyltertiärbutylether, Diisopropylether,
Ethylbutylether, Ethylacetat und Isopropylacetat verwendet
werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
das Lösungsmittel in einem Mischungsverhältnis
(Volumen/Volumen) zur Rohsäure zwischen dem 0,5-fachen bis
20-fachen vorliegt.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ameisensäurekolonne (4) zusätzlich mit einem Seitenabzug
ausgerüstet ist, aus dem ein Teilstrom entnommen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Teilstrom aus dem Seitenabzug der Ameisensäurekolonne in den
Extraktor zurückgeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der über einen Seitenabzug aus der Lösungsmittelkolonne (8)
gasförmig entnommene Teilstrom (Mischung (B)), bestehend aus
einem Gemisch aus Wasser, Lösungsmittel und Ameisensäure,
vor der Einleitung in die Ameisensäuredestillationskolonne
(4) kondensiert und einem Phasentrenner (20) zugeführt wird,
die entstehende organische Phase in die unter einem erhöhtem
Druck arbeitende Ameisensäuredestillationskolonne (4)
gepumpt wird, am Sumpf dieser Kolonne (4) reine Ameisensäure
entnommen wird, das am Kopf dieser Kolonne (4) anfallende
Gemisch, enthaltend Lösungsmittel, Wasser und Säurespuren
dem Phasentrenner (9) der Lösungsmittelstripperkolonne (11)
zugeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
wäßrige Phase aus dem Phasentrenner (20) zum Extraktor (7)
zurückgeführt wird.
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