DE19830308A1 - Vorrichtung zur steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe, insbesondere Duftstoffe - Google Patents
Vorrichtung zur steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe, insbesondere DuftstoffeInfo
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Abstract
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zur steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe (1), insbesondere Duftstoffe, mit einem einen inneren Aufnahmeraum (2) für einen leichtflüchtigen Stoff (1) bildenden Schlauch (3) aus einem elastischen Kunststoffmaterial, wobei der Schlauch (3) mit einer Vielzahl kleinster Austrittsöffnungen (4) versehen ist, die eine Emission des leichtflüchtigen Stoffes (1) in die Umgebung erlauben, und wobei die Austrittsöffnungen (4) bei entspanntem Schlauch (3) geschlossen oder abgesperrt und durch eine reversible Verformung, insbesondere eine Dehnung des Schlauches (3) in Längsrichtung, entgegen der Eigenelastizität des Kunststoffmaterials öffenbar sind.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur steuerbaren Emission leichtflüchtiger
Stoffe, insbesondere Duftstoffe.
Vorrichtungen der in Rede stehenden Art bezeichnet man auch als Beduftungsvor
richtungen, ihr Grundprinzip kann aber auch für alle anderen Arten leichtflüchtiger
Stoffe eingesetzt werden.
Leichtflüchtige Stoffe sind im Verständnis der vorliegenden Patentanmeldung solche
Stoffe, die bei normaler Umgebungsatmosphäre leicht verdampfen, in einem abge
schlossenen Raum jedoch in hoher Dichte, insbesondere in flüssiger Form, aber auch
in fester oder halbfester Form vorliegen können. Insbesondere wird es sich hier um
Duftstoffe, beispielsweise ätherische Öle handeln.
Duftstoffe als besondere Form leichtflüchtiger Stoffe beeinflussen Körper und Seele,
können Wohlbefinden fördern oder behindern. Deshalb finden Vorrichtungen zur
steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe, insbesondere Duftstoffe, zunehmend
Anwendung auch in Bereichen, wo sie bislang nicht oder nicht sehr umfangreich
eingesetzt worden sind.
Vorrichtungen zur steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe, insbesondere Duft
stoffe, sind als mechanische Vorrichtungen mit Pump-Dosiersprühern bekannt, insbe
sondere dem Prinzip des Parfumzerstäubers folgend. Entsprechende mechanisierte
Vorrichtungen findet man beispielsweise auch in öffentlichen oder halböffentlichen
Sanitäreinrichtungen. Diese Vorrichtungen sind vergleichsweise teuer und daher
nicht als wirkliches Massenprodukt anzusehen.
Eine als Massenprodukt zu sehr günstigen Preisen herstellbare Vorrichtung zur steu
erbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe ist bislang nicht bekannt, die Schaffung einer
solchen Vorrichtung ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung.
Die zuvor aufgezeigte Aufgabe ist gelöst durch eine Vorrichtung zur steuerbaren
Emission leichtflüchtiger Stoffe, insbesondere Duftstoffe, mit einem einen inneren
Aufnahmeraum für einen leichtflüchtigen Stoff bildenden Schlauch aus einem
elastischen Kunststoffmaterial, wobei der Schlauch mit einer Vielzahl kleinster
Austrittsöffnungen versehen ist, die eine Emission des leichtflüchtigen Stoffes in die
Umgebung erlauben, und wobei die Austrittsöffnungen bei entspanntem Schlauch
geschlossen oder abgesperrt und durch eine reversible Verformung, insbesondere
eine Dehnung des Schlauches in Längsrichtung, entgegen der Eigenelastizität des
Kunststoffmaterials öffenbar sind.
Das Prinzip des Schlauches als Behältnis für leichtflüssige Stoffe schafft das außeror
dentlich preisgünstige, in großen Mengen herstellbare Grundmedium für die erfin
dungsgemäße Vorrichtung. Dieses wäre aber nutzlos, wenn der Schlauch in klassi
scher Weise verwendet würde. Dies ist nicht der Fall, der Schlauch wird vielmehr er
findungsgemäß mit den zuvor beschriebenen Austrittsöffnungen versehen, die durch
reversible Verformung des Schlauches gezielt öffenbar sind und dann den leicht
flüchtigen Stoff in die Umgebungsatmosphäre verdampfen lassen. Dabei kommt der
Gestaltung der Austrittsöffnungen im Schlauch im Zusammenhang mit dessen elasti
schen Eigenschaften entscheidende Bedeutung zu.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist besonders zweckmäßig zu realisieren, indem
der Schlauch als Endlosprodukt eingesetzt wird und jeweils auf eine gewünschte
Länge abgelängt und ggf. endseitig oder abschnittsweise verschlossen wird.
Bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der grundlegend neuen Lehre
der vorliegenden Patentanmeldung sind Gegenstand der Unteransprüche. Im übrigen
werden Ausgestaltungen und Weiterbildungen auch bei der Erläuterung von Aus
führungsbeispielen anhand der Zeichnung beschrieben.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit
noch nicht verformtem Schlauch,
Fig. 2 die Vorrichtung aus Fig. 1 mit reversibel verformtem, nämlich in Längs
richtung geringfügig gedehntem Schlauch und spaltweise geöffneten
Austrittsöffnungen,
Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
im Schnitt mit einer etwas komplizierteren Schlauchstruktur,
Fig. 4 ausschnittweise den Bereich zweier Ausstülpungen des Schlauches aus
Fig. 3 in entspanntem Zustand,
Fig. 5 den Ausschnitt aus Fig. 4 bei noch relativ geringer Längsdehnung,
Fig. 6 den Ausschnitt aus Fig. 4 bei stärkerer Längsdehnung des Schlauches,
Fig. 7 in schematischer Darstellung im Längsschnitt einen Abschnitt einer Vor
richtung gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 8 einen Ausschnitt aus Fig. 7.
Das Grundprinzip und der Anwendungsbereich der erfindungsgemäßen Vorrichtung
im allgemeinen ist bereits im allgemeinen Teil der Beschreibung angesprochen und
erläutert worden.
Fig. 1 und 2 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrich
tung zur steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe 1, insbesondere Duftstoffe, in
Fig. 2 angedeutet durch punktierte Pfeile.
Die Vorrichtung ist außerordentlich einfach aufgebaut und daher auch als Massen
produkt einsetzbar. Dazu ist ein einen inneren Aufnahmeraum 2 für den leichtflüchti
gen Stoff 1 bildender Schlauch 3 aus elastischem Kunststoffmaterial vorgesehen. Die
ser Schlauch 3 ist mit einer Vielzahl kleinster Austrittsöffnungen 4 versehen, die,
wenn sie denn geöffnet sind, eine Emission des leichtflüchtigen Stoffes 1 in die Um
gebung erlauben. Diese Austrittsöffnungen 4 sind jedoch bei entspanntem Schlauch
3 geschlossen oder abgesperrt, aber durch eine reversible Verformung, insbesondere
eine Dehnung des Schlauches 3 in Längsrichtung, entgegen der Eigenelastizität sei
nes Kunststoffmaterials öffenbar.
Fig. 1 zeigt den entspannten Schlauch 3, die Austrittsöffnungen 4 sind als feine Quer
schlitze in der Wandung des Schlauches ausgebildet, die natürlich nicht umlaufend,
sondern beispielsweise nur in einem vorderen Bereich des Schlauchmantels oder ge
genüberliegend angebracht sein können. Diese Austrittsöffnungen 4 sind in Fig. 1
geschlossen, die Schlitzränder liegen abdichtend aneinander an, der leichtflüchtige
Stoff 1 kann nicht nach außen in die Umgebungsatmosphäre verdunsten.
Fig. 2 zeigt, daß der Schlauch 3 einer Längsdehnung unterworfen worden ist, er ist
etwas länger geworden. Die dabei aufgebrachte Kraft hat die Austrittsöffnungen 4
leicht geöffnet, d. h. die Ränder der Schlitze sind minimal voneinander entfernt wor
den (Fig. 2 zeigt das zur Verdeutlichung ganz übertrieben). Dadurch kann der im
Aufnahmeraum 2 befindliche leichtflüchtige Stoff 1 durch die Austrittsöffnungen 4,
hier also die Schlitze, in die Umgebungsatmosphäre entweichen.
Man erkennt, daß der Schlauch 3 hier endseitig bzw. abschnittsweise verschlossen
bzw. verschließbar ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind dazu Verschluß-Ein
schnürungen 5 angedeutet, die den Schlauch 3 einfach so weit einschnüren, daß der
leichtflüchtige Stoff 1 im Aufnahmeraum 2 diese Abschnitte nicht passieren kann.
Diese Verschluß-Einschnürungen 5 können Ringe, Klebestreifen, Kabelbinder etc.
sein, hier kann man auf eine Vielzahl von Möglichkeiten stoßen. Es ist auch möglich,
das Kunststoffmaterial des Schlauches 3 selbst wärmeaktivierbar oder auf andere
Weise modifizierbar auszurüsten, so daß dann das Verschließen an den entsprechen
den Stellen durch Wärmeaktivierung des Schlauches oder Modifikation auf andere
Weise realisiert werden kann.
Wesentlich für die Lehre der Erfindung ist die Möglichkeit, daß der Schlauch 3 als
Endlosprodukt vorliegen kann, das jeweils auf eine gewünschte Länge abgelängt
wird. So kann man einen Schlauch 3 von der Rolle ziehen, in gewünschten Abstän
den abschnittsweise verschließen, beispielsweise mit Verschluß-Einschnürungen 5
und vorher oder nachher mit dem leichtflüchtigen Stoff 1 befüllen. Ein solcher
Schlauch kann dann beispielsweise als eine Art "Girlande" umlaufend einen Messe
stand komplettieren, von Zeit zu Zeit durch mechanische Einwirkung einer Dehnung
unterworfen werden und so den Aufenthalt auf dem Messestand zu einem "Dufter
lebnis" werden lassen.
Eine Vielzahl anderer Anwendungsfälle sind vorstellbar, je nach eingesetztem leicht
flüchtigem Stoff, räumlichen Möglichkeiten, Einsatzzweck etc.
Ein weiteres Beispiel ganz anderer Art ist der Einsatz in einem Schwamm zur häusli
chen Hygiene. Durch Drücken des Schwamms wird der Schlauch 3, der im Inneren
des Schwammes verborgen ist, der reversiblen Verformung unterworfen und der
leichtflüchtige Stoff, hier also insbesondere der Duftstoff, wird freigesetzt.
Für das Kunststoffmaterial des Schlauches existiert eine breite Auswahl, die ebenfalls
von den Randbedingungen der Anwendung der Vorrichtung bestimmt wird. Beson
ders bevorzugt ist es, daß das Kunststoffmaterial des Schlauches 3 im wesentlichen
lebensmittelecht, geschmacks- und geruchsneutral sowie wärmebeständig ist. Ganz
besonders bevorzugt ist die Herstellung des Schlauches 3 aus einem Silikonkunst
stoff.
Fig. 1 und 2 zeigen ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Austrittsöffnungen 4, die ja
hier als quer zur Längsachse des Schlauches 3 verlaufende Schlitze ausgeführt sind,
im wesentlichen gleichmäßig über die Länge dieses Abschnittes des Schlauches 3,
insbesondere über die Gesamtlänge des Schlauches 3 verteilt angeordnet sind. Ent
sprechendes könnte für andere Lagen der Schlitze, beispielsweise windschief ange
ordnete Schlitze, oder für andere Anordnungen von Austrittsöffnungen 4, beispiels
weise Lochanordnungen, gelten. Die Schlitzanordnung hat sich allerdings für dieses
Ausführungsbeispiel als besonders zweckmäßig erwiesen.
Als Alternative könnte man sich auch vorstellen, daß man die Austrittsöffnungen 4
gruppenweise zu einzelnen Austrittsbereichen 6 zusammenfaßt und vorsieht, daß je
der Austrittsbereich 6, d. h. die Austrittsöffnungen 4 in einem Austrittsbereich 6, als
solche insgesamt geöffnet werden, ohne die Austrittsöffnungen 4 in anderen Aus
trittsbereichen 6 zwingend ebenfalls zu beeinflussen. Das wird später noch im einzel
nen erläutert.
Den leichtflüchtigen Stoff 1 kann man ohne besondere Vorkehrungen im Inneren des
Schlauches 3, also im Aufnahmeraum 2, vorsehen. Insbesondere bei einem zunächst
in flüssiger Form vorliegenden leichtflüchtigen Stoff 1 kann es sich aber besonders
empfehlen, den Aufnahmeraum 2 des Schlauches 3 mit einem Trägermedium 7 für den
leichtflüchtigen Stoff 1 ganz oder teilweise zu füllen. Als solches Trägermedium 7
kommen Schaumkunststoffe, Watte, Zellstoffmaterialien anderer Art, aber auch natür
liche Materialien wie getrocknete Pflanzenblättchen, Faserstoffe etc. in Frage. Wich
tig ist, daß das Trägermaterial 7 für den leichtflüchtigen Stoff 1 ein solches ist, das die
Leichtflüchtigkeit des Stoffes 1 nicht oder nur in begrenztem Maße behindert. Eine
gewisse Behinderung des Verdampfens des leichtflüchtigen Stoffes 1 bei Öffnung der
Austrittsöffnungen 4 kann durchaus gewünscht sein, um eine möglichst langsame
und gleichmäßige Abgabe des leichtflüchtigen Stoffes 1 in die Umgebungsatmosphä
re zu gewährleisten. Das führt dann zu einem entsprechend langanhaltenden Spei
chereffekt für den leichtflüchtigen Stoff 1 im Aufnahmeraum 2, man muß nicht so oft
"nachfüllen". Man erkennt das Trägermedium 7 angedeutet in Fig. 1 im aufgeschnit
tenen Bereich.
Im übrigen kann anstelle geometrisch erkennbarer Austrittsöffnungen 4 in einzelnen
Austrittsbereichen 6 auch vorgesehen sein, daß die Austrittsöffnungen 4 im jeweili
gen Austrittsbereich 6 in Form einer permeablen oder semipermeablen Membran aus
gebildet sind. Die Gestaltung einer solchen permeablen oder semipermeablen Mem
bran ist natürlich sehr wesentlich vom Typ des leichtflüchtigen Stoffes 1 abhängig
und kann auch nur dann realisiert werden, wenn die Absperrung des Austrittsberei
ches 6 von innen her auf andere Weise erfolgen kann.
Fig. 7 und 8 zeigen eine besonders interessante Ausführungsform, bei der Verschluß-
Einschnürungen 5 für den Schlauch 3 nicht vorgesehen sind. Hier ist der Schlauch
hingegen zum endseitigen oder abschnittsweisen Verschließen mit Ausformungen 8
versehen, die aus einer inneren, den Schlauch 3 verschließenden Position in eine
äußere, den Schlauch 3 öffnende Position verlagerbar sind. Im dargestellten Ausfüh
rungsbeispiel erfolgt die Verlagerung der Ausformungen 8 durch elastisches Umstül
pen des Kunststoffmaterials des Schlauches 3, wozu im dargestellten Ausführungs
beispiel wulstartige Übergangsbereiche 9 ausgeformt sind. Diese Art Ausformungen 8
im Schlauch 3 kann man herstellungstechnisch durch mechanisch/pneumatische
Verfahren realisieren.
Die Ausführungsbeispiele ab Fig. 3 der Zeichnung zeigen eine Nutzung von Ausfor
mungen 10 im Schlauch 3 zur Realisierung der Austrittsöffnungen 4. In diesen Aus
führungsbeispielen ist vorgesehen, daß im Schlauch 3 Ausformungen 10, insbesonde
re in Form von ballonartigen oder wulstartigen Ausblühungen ausgebildet sind und
daß die Austrittsöffnungen 4 in den Ausformungen 10, nicht zwingend in allen Aus
formungen, angebracht sind.
Das Ausführungsbeispiel der Fig. 3 bis 6 zeigt die Ausformungen 10 in der Form, daß
sich die Austrittsöffnungen 4 an den einander zugewandten Wandungen zweier ne
beneinander liegenden Ausformungen 10 befinden. Fig. 3 zeigt dabei einen Aus
schnitt des Schlauches 3 in entspanntem Zustand. Fig. 4 zeigt nebeneinander lie
gende Ausformungen 10 mit den hier geschlossenen Austrittsöffnungen 4 beim Zu
stand des Schlauches 3 gemäß Fig. 3. Wird nun der Schlauch in Längsrichtung etwas
gezogen, so werden die Austrittsöffnungen 4 partiell geöffnet, das zeigt Fig. 5. Bei
stärkerem Ziehen werden die Austrittsöffnungen 4 weiter geöffnet, insbesondere weil
die Ausformungen 10 mit ihren einander zugewandten Wandungen dann nicht mehr
aneinander anliegen. In Fig. 6 ist zu erkennen, wie der leichtflüchtige Stoff 1 sich hier
aus dem inneren Aufnahmeraum 2 des Schlauches 3 nach außen auszutreten vermag.
Eine weitere Gestaltung zeigt das Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vor
richtung gemäß den Fig. 7 und 8. Dieses schließt an das Ausführungsbeispiel der Fig.
3 bis 6 an, hat aber noch kompliziertere Formen für die Ausformungen 10. Hier ist im
übrigen vorgesehen, daß den Ausformungen 10 für die Austrittsöffnungen 4 elastisch
verlagerbare Ausformungen 8 zu Verschlußzwecken zugeordnet sind. Ganz links in
Fig. 7 erkennt man eine in Verschlußstellung befindliche Ausformung 8, die also nach
innen eingestülpt ist und den vorliegenden Abschnitt des Schlauches 3 links schließt.
Am rechten Ende dieses Abschnittes erkennt man ebenfalls entsprechende Ausfor
mungen 8, die in Verschlußstellung eingestülpt sind.
Fig. 7 ist eine zeichnerische Darstellung in vereinfachter Weise, weil die Material
stärke der Wandung des Schlauches 3 nicht eingezeichnet ist. Fig. 8 zeigt einen Aus
schnitt, und zwar den in Fig. 7 rechts dargestellten Bereich der Ausformungen 10, aus
dieser Darstellung ergibt sich die Wandstärken-Situation deutlicher.
Der in Fig. 7 dargestellte Abschnitt eines Schlauches 3 befindet sich in Dehnstellung,
also der Schlauch 3 ist bereits elastisch verformt, so daß Austrittsöffnungen 4 be
reichsweise geöffnet sind. Es gibt auf diesem hier dargestellten Abschnitt des
Schlauches 3 vier Ausformungs-Anordnungen mit jeweils zwei Ausformungen 10
und zwei zu Verschlußzwecken dienenden Ausformungen 8.
Die Fig. 3 bis 6 einerseits und 7, 8 andererseits machen deutlich, daß in den dargestell
ten Ausführungsbeispielen die Absperrung der Austrittsöffnungen 4 eines Austritts
bereiches 6 (auch) durch Aneinanderliegen von Ausformungen 4 erfolgt. Das erkennt
man in Fig. 3 überzeugend, das ist aber auch beim Ausführungsbeispiel in Fig. 7 re
alisiert. Dort allerdings ist der Schlauch 3 eben schon in seine gestrecktere Lage re
versibel verformt worden, so daß insoweit die Austrittsöffnungen 4 bereits geöffnet
sind.
Das Ausführungsbeispiel der Fig. 7 und 8 hat aber eine weitere Modifikationsmög
lichkeit, nämlich dergestalt, daß die Absperrung der Austrittsöffnungen 4 eines Aus
trittsbereiches 6 durch elastische Absperrung eines kleinen Teilvolumens des Auf
nahmeraums 2 hinter den Austrittsöffnungen 4 erfolgt. Dazu dienen die weiter oben
bereits angesprochenen speziellen Verschluß-Ausformungen 8, deren Verlagerung
zwischen Öffnungs- und Schließstellung durch elastisches Umstülpen erfolgen kann.
Fig. 8 macht deutlich, welche Funktionsstellungen insoweit eingenommen werden
können. Man erkennt in Fig. 8 links die Ausformung 10 mit den Austrittsöffnungen 4,
wobei nicht nur das Volumen in der Ausformung 10 selbst zur Verfügung steht, son
dern der Innenbereich der Ausformung 10 mit dem Aufnahmeraum 2 insgesamt ver
bunden ist, weil die entsprechende Verschluß-Ausformung 8 nach außen gestülpt ist.
In Fig. 8 erkennt man rechts den Zustand, bei der die entsprechende Verschluß-Aus
formung 8 nach innen gestülpt ist und so die Austrittsöffnungen 4 dieses Austrittsbe
reiches 6 intern absperrt. Hier steht nur das Teilvolumen innerhalb der Ausformung 10
als Speichervolumen des leichtflüchtigen Stoffes 1 zur Verfügung.
Man hat also für dieses "Mikroelement" insgesamt vier Funktionsstellungen, nämlich
beide Seiten geöffnet, beide Seiten geschlossen, linke Seite geöffnet oder rechte Seite
geöffnet.
Fig. 7 und Fig. 8 zeigen im übrigen noch eine besondere Ausgestaltung, die dadurch
gekennzeichnet ist, daß auf der Ausformungen 10 gegenüberliegenden Seite des
Schlauches 8 Versteifungsausformungen 11 ausgebildet sind, die dem System Stabili
tät verschaffen und die Betätigung der Verschluß-Ausformungen 8 ermöglichen oder
erleichtern.
Für die Aufbringung der Kraft, die zur reversiblen Verformung des Schlauches 3 führt,
stehen alle denkbaren Möglichkeiten zur Verfügung. Die Darstellungen in der Zeich
nung basieren auf einer Zugkraft in horizontaler Richtung. Hängt man eine entspre
chende Vorrichtung bzw. einen entsprechenden Abschnitt des Schlauches 3 vertikal
auf, so wird sich das System insgesamt unter der elastischen Rückstellkraft des
Schlauches 3 möglicherweise in der einen oder anderen Richtung biegen oder einrol
len, wobei hier letztlich das Eigengewicht und dessen Verteilung die entscheidende
Rolle spielt. Kraftaufbringung durch Fliehkraft, Druckkraft, Knickkraft etc. ist in ent
sprechender Weise möglich, das hängt vom jeweiligen Einsatzfall ab.
Kann man einen Abschnitt des Schlauches 3 in einem Bogen verlegen und mit unter
schiedlichen Bogenradien krümmen, so kann man eine gezielte unterschiedliche Öff
nung der Austrittsöffnungen 4 erreichen und damit eine interessant gestaltete Duf
tentwicklung etc. realisieren.
Die Erfindung bietet auch die Möglichkeit, jedenfalls bei gegeneinander abgeschotte
ten Abschnitten des Schlauches 3, eine Art Duftpanorama aus verschiedenen Düften,
die dann auch in zeitlich gestaffelter Folge auftreten können, zu entwickeln. Hierzu
gibt es eine Vielzahl von denkbaren Möglichkeiten, die nicht im einzelnen erläutert
werden müssen.
Die Einbringung des leichtflüchtigen Stoffes 1 in den inneren Aufnahmeraum 2 des
Schlauches 3 kann auf verschiedene Arten erfolgen. Beispielsweise könnte man vor
sehen, das Trägermedium 7 extern mit dem leichtflüchtigen Stoff 1 zu tränken, bei
spielsweise unter einer besonderen Umgebungsatmosphäre, und dann das Trägerme
dium 7 in den inneren Aufnahmeraum 2 des Schlauches 3 einzubringen. Man kann
aber auch eine Injektionslösung wählen, also mit einer Art "Spritze" extern durch eine
Austrittsöffnung 4 das Innere des Schlauches 3 mit leichtflüchtigem Stoff 1 befüllen.
Hier gibt es auch noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten.
Claims (15)
1. Vorrichtung zur steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe (1), insbesondere
Duftstoffe,
mit einem einen inneren Aufnahmeraum (2) für einen leichtflüchtigen Stoff (1) bilden den Schlauch (3) aus einem elastischen Kunststoffmaterial,
wobei der Schlauch (3) mit einer Vielzahl kleinster Austrittsöffnungen (4) versehen ist, die eine Emission des leichtflüchtigen Stoffes (1) in die Umgebung erlauben, und
wobei die Austrittsöffnungen (4) bei entspanntem Schlauch (3) geschlossen oder ab gesperrt und durch eine reversible Verformung, insbesondere eine Dehnung des Schlauches (3) in Längsrichtung, entgegen der Eigenelastizität des Kunststoffmate rials öffenbar sind.
mit einem einen inneren Aufnahmeraum (2) für einen leichtflüchtigen Stoff (1) bilden den Schlauch (3) aus einem elastischen Kunststoffmaterial,
wobei der Schlauch (3) mit einer Vielzahl kleinster Austrittsöffnungen (4) versehen ist, die eine Emission des leichtflüchtigen Stoffes (1) in die Umgebung erlauben, und
wobei die Austrittsöffnungen (4) bei entspanntem Schlauch (3) geschlossen oder ab gesperrt und durch eine reversible Verformung, insbesondere eine Dehnung des Schlauches (3) in Längsrichtung, entgegen der Eigenelastizität des Kunststoffmate rials öffenbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (3) end
seitig und/oder abschnittsweise verschlossen oder verschließbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch
(3) als Endlosprodukt vorliegt und jeweils auf eine gewünschte Länge abgelängt
wird.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kunststoffmaterial des Schlauches (3) im wesentlichen lebensmittelecht, geschmacks- und
geruchsneutral, sowie wärmebeständig ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffmate
rial des Schlauches (3) Silikonkunststoff ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Austrittsöffnungen (4) gruppenweise in einzelnen Austrittsbereichen (6) angeordnet
sind und jeder Austrittsbereich (6) als solcher öffenbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnun
gen (4) im jeweiligen Austrittsbereich (6) in Form einer permeablen oder semiper
meablen Membran ausgebildet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
Aufnahmeraum (2) des Schlauches (3) mit einem Trägermedium (7) für den leicht
flüchtigen Stoff (1) ganz oder teilweise gefüllt ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Austrittsöffnungen (4) als vorzugsweise quer oder windschief zur Längsachse ver
laufende Schlitze oder als Lochanordnungen im Schlauch (3) ausgebildet sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schlauch (3) zum endseitigen oder abschnittsweisen Verschließen mit Ausformungen
(8) versehen ist, die aus einer inneren, den Schlauch (3) verschließenden Position in
eine äußere, den Schlauch (3) öffnende Position verlagerbar sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlagerung der
Ausformungen (8) durch elastisches Umstülpen erfolgt.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß im
Schlauch (3) Ausformungen (10), insbesondere in Form von ballonartigen oder
wulstartigen Ausblühungen ausgebildet sind und daß die Austrittsöffnungen (4) in
den Ausformungen (10) angeordnet sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Absperrung der
Austrittsöffnungen (4) eines Austrittsbereiches (6) durch Aneinanderliegen von Aus
formungen (10) erfolgt.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Absper
rung der Austrittsöffnungen (4) eines Austrittsbereiches (6) durch elastische Absper
rung eines kleinen Teilvolumens des Aufnahmeraumes (2) hinter den Austrittsöffnun
gen (4) erfolgt.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß
auf der Ausformungen (10) gegenüberliegenden Seite des Schlauches (8) Verstei
fungsausformungen (11) ausgebildet sind.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998130308 DE19830308A1 (de) | 1998-07-04 | 1998-07-04 | Vorrichtung zur steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe, insbesondere Duftstoffe |
| DE29911268U DE29911268U1 (de) | 1998-07-04 | 1999-06-30 | Vorrichtung zu steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998130308 DE19830308A1 (de) | 1998-07-04 | 1998-07-04 | Vorrichtung zur steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe, insbesondere Duftstoffe |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19830308A1 true DE19830308A1 (de) | 2000-01-05 |
Family
ID=7873227
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998130308 Withdrawn DE19830308A1 (de) | 1998-07-04 | 1998-07-04 | Vorrichtung zur steuerbaren Emission leichtflüchtiger Stoffe, insbesondere Duftstoffe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19830308A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19941200A1 (de) * | 1999-08-30 | 2001-03-15 | Mutschlechner Ilona | Anordnung zur Luftverbesserung |
| EP1522319A1 (de) * | 2003-10-10 | 2005-04-13 | Bolton Manitoba SpA | Hygienevorrichtung mit Duftelement für Sanitäranlagen |
| US7879747B2 (en) * | 2007-03-30 | 2011-02-01 | Kimberly-Clark Worldwide, Inc. | Elastic laminates having fragrance releasing properties and methods of making the same |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB2110524A (en) * | 1981-12-05 | 1983-06-22 | Ronald Poppleton Hill | Apparatus for dispensing a volatile material |
| WO1994027646A1 (en) * | 1993-05-24 | 1994-12-08 | Minnesota Mining And Manufacturing Company | Repositionable device for delivery of volatile materials |
| GB2313060A (en) * | 1996-05-14 | 1997-11-19 | Inhouse Products Close Corp | Disinfectant dispenser |
-
1998
- 1998-07-04 DE DE1998130308 patent/DE19830308A1/de not_active Withdrawn
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