[go: up one dir, main page]

DE19635306A1 - Katheder zur Bestimmung des Kohlendioxid-Partialdrucks - Google Patents

Katheder zur Bestimmung des Kohlendioxid-Partialdrucks

Info

Publication number
DE19635306A1
DE19635306A1 DE1996135306 DE19635306A DE19635306A1 DE 19635306 A1 DE19635306 A1 DE 19635306A1 DE 1996135306 DE1996135306 DE 1996135306 DE 19635306 A DE19635306 A DE 19635306A DE 19635306 A1 DE19635306 A1 DE 19635306A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
tonometer
chamber
tube
catheter
partial pressure
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE1996135306
Other languages
English (en)
Inventor
Dieter Dr Goehmann
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DE1996135306 priority Critical patent/DE19635306A1/de
Publication of DE19635306A1 publication Critical patent/DE19635306A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61BDIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
    • A61B5/00Measuring for diagnostic purposes; Identification of persons
    • A61B5/145Measuring characteristics of blood in vivo, e.g. gas concentration or pH-value ; Measuring characteristics of body fluids or tissues, e.g. interstitial fluid or cerebral tissue

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Heart & Thoracic Surgery (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Pathology (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Biomedical Technology (AREA)
  • Optics & Photonics (AREA)
  • Medical Informatics (AREA)
  • Biophysics (AREA)
  • Surgery (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Measuring And Recording Apparatus For Diagnosis (AREA)
  • Measurement Of The Respiration, Hearing Ability, Form, And Blood Characteristics Of Living Organisms (AREA)
  • Media Introduction/Drainage Providing Device (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft einen Katheter zur Bestimmung des Kohlendioxid-Partialdrucks (pCO₂) in einem körperinneren Organ mit einem Katheterschlauch, der wenigstens einen Tonometerschlauch aus flüssigkeitsdichtem, CO₂-undurchlässigem Material umfaßt, und mit einer als Tonometerkammer ausgebildeten Katheterkammer zur Probenentnahme, deren Wände zumindest bereichsweise aus flüssigkeitsundurchlässigem, CO₂- durchlässigem Material bestehen und deren Hohlvolumen mit dem Hohlvolumen des Tonometerschlauchs in direkter Verbindung steht.
Wenn sich eine Mensch bzw. ein menschliches Organ im Schockzustand befindet, wird das betreffende Organ mit Sauerstoff unterversorgt, wodurch es zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren kommt, die letztendlich zu einem Multiorganversagen führen können. Ein solcher Schockzustand stellt sich nicht unbedingt von einem Moment zum nächsten ein, sondern beginnt häufig mit einer Anfangsphase, dem kompensierten Schock, der dann, wenn er nicht behandelt wird, in den vollen Schockzustand übergeht. Im Zustand des kompensierten Schocks versucht der Körper selbst die Auswirkungen der Sauerstoffunterversorgung dadurch aufzufangen bzw. zu mildern, daß eine Blutumverteilung im Blutkreislauf stattfindet und bestimmte, weniger lebenswichtige Organe kaum oder gar nicht mehr durchblutet werden, um die Versorgung lebenswichtiger Organe wie Herz und Gehirn möglichst lange aufrechtzuerhalten. Wenn der kompensierte Schock rechtzeitig erkannt wird, können therapeutische Maßnahmen ergriffen werden, die den Eintritt des vollen Schockzustands verhindern.
Ein Organ, das bekanntermaßen bereits sehr frühzeitig eine Schockreaktion zeigt, ist die Schleimhaut von Magen, Dünn- und Dickdarm. Sie reagiert bereits zu einem Zeitpunkt mit einer Minderdurchblutung, bei dem alle übrigen klinischen Parameter wie z. B. Blutdruck, Herzfrequenz, Hautdurchblutung und Hautschweiß noch keine auffälligen Veränderungen zeigen. Diese Minderdurchblutung der Magen-Darm-Schleimhaut hat unter anderem zur Folge, daß zum einen weniger CO₂ aus der Region der Magen-Darm-Schleimhaut abtransportiert wird und daß zum anderen verstärkt anaerober Stoffwechsel stattfindet, wobei Lactat gebildet wird, das dann mit HCO₃ unter Freisetzung von CO₂ reagiert. Als Konsequenz dieser beiden Folgereaktionen steigt der CO₂-Partialdruck (pCO₂) in dieser Region an. Dieser Anstieg des pCO₂ kann gemessen werden und zur Diagnose des aktuellen Schockzustands des betroffenen Organs herangezogen werden. Nach dem Stand der Technik, wie er beispielsweise aus der US-PS 4 643 192 bekannt ist, wird dazu ein Katheter der eingangs genannten Art verwendet. Der Katheter wird so in den Magen-Darm-Trakt eingeführt, daß die mit Flüssigkeit oder Luft gefüllte Tonometerkammer im Magen zu liegen kommt. Das dort vorhandene CO₂ diffundiert gemäß seinem Konzentrationsgefälle in die Flüssigkeit oder die Luft in der Tonometerkammer, um einen Konzentrationsausgleich herbeizuführen (Equilibrierung). Nach einer von der Art der Flüssigkeit oder dem Luftgemisch abhängigen Zeit zur Herbeiführung des Konzentrationsgleichgewichts (Equilibrierungszeit) wird der Inhalt der Tonometerkammer abgesaugt und der darin vorhandene Gehalt an (eindiffundiertem) CO₂ bestimmt. Anhand dieses Wertes und eines CO₂-Referenzwertes, wird der Grad der Veränderung des CO₂-Gehalts im Bereich der Magen-Darm-Schleimhaut bestimmt und daraus auf den Grad der Minderdurchblutung der Magen-Darm-Schleimhaut und damit letztendlich auf den Grad des Schockzustands rückgeschlossen.
Eine kontinuierliche Bestimmung des pCO₂ im Bereich der Magen-Darm-Schleimhaut ist mit dem bekannten Katheter nicht möglich.
Als Referenzwert wird nach dem Stand der Technik üblicherweise der CO₂-Partialdruck des arteriellen Blutes oder der diesem Wert weitgehend entsprechende letzte (endtidale) Anteil der Ausatmungsluft herangezogen.
Die Verwendung des arteriellen pCO₂ hat den Nachteil, daß dem betroffenen Patienten arterielles Blut entnommen werden muß und solche arteriellen Blutentnahmen mengenmäßig begrenzt sind, schmerzhaft sind und mit Komplikationen verbunden sein können. Eine kontinuierliche Blutentnahme und ständige Bestimmung des arteriellen pCO₂ ist praktisch unmöglich.
Die Verwendung des pCO₂ der Ausatemluft hat den Nachteil, daß der pCO₂ in der ausgeatmeten Luft - besonders im Schockzustand - nicht sehr eng mit dem arteriellen pCO₂ korreliert. Der pCO₂ der Ausatemluft ist grundsätzlich kleiner als der arterielle pCO₂, und im Schockzustand vergrößert sich diese Differenz infolge einer schockbedingten Zunahme des Totraumvolumens der Lunge noch mehr.
Für eine kontinuierliche Bestimmung des pCO₂ muß der Patient intubiert sein oder eine Atemmaske bzw. eine Atemsonde tragen. Eine Intubation des Patienten ist bestimmten Indikationen vorbehalten und bedarf einer Narkose bzw. einer starken Sedierung. Die Masken bzw. Sonden haben den Nachteil leicht zu verrutschen und dadurch zu falschen Meßergebnissen zu führen. Desweiteren ergeben sich durch flache und/oder schnelle Atmung, wie in verschiedenen Schockzuständen häufig anzutreffen, falsch niedrige endtidale pCO₂-Werte.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine Vorrichtung zur Bestimmung des pCO₂ in einem körperinneren Organ, insbesondere der Magen-Darm-Schleimhaut, und ein Verfahren zum Nachweis einer Veränderung des pCO₂ in dem betreffenden Organ bereitzustellen, mit der bzw. dem die genannten Nachteile des Stands der Technik vermieden sind und mit dem insbesondere eine kontinuierliche Bestimmung von fraglichem Wert und Referenzwert möglich ist.
Eine Lösung dieser Aufgabe besteht in der Bereitstellung eines Katheters der eingangs genannten Art, bei dem
  • (a) die Tonometerkammer derart an dem Tonometerschlauch angeordnet ist, daß der Tonometerschlauch an ihrem einen Ende in die Tonometerkammer hineinführt und an dem im wesentlichen gegenüberliegenden Ende von ihr abführt,
  • (b) der abführende Schlauchabschnitt im wesentlichen parallel zu dem zuführenden Schlauchabschnitt von der Tonometerkammer geführt ist, und
  • (c) die beiden offenen, proximalen Enden von zuführendem und abführendem Schlauchabschnitt außerhalb des Patientenkörpers an eine Pumpvorrichtung (z. B. Rollerpumpe oder Spritzenperfusionspumpe) angeschlossen werden können, mit der ein in dem Schlauchsystem befindliches flüssiges und/oder gasförmiges Medium für die Probenentnahme kontinuierlich in Umlauf gehalten bzw. in die jeweilige Tonometerkammer ein- und wieder ausgeleitet werden kann.
Mit dem erfindungsgemäßen Katheter kann der CO₂-Gehalt in der Magen-Darm-Region kontinuierlich gemessen werden, und der Patient muß nur einmal, beim ersten Legen des Katheters, die Prozedur des Einführens, Orientierens und Justieren über sich ergehen lassen. Auch über einen längeren Zeitraum hinweg können immer wieder Meßwerte periodisch oder kontinuierlich (z. B. mittels einer temperaturregulierten pCO₂- Meßelektrode wie der sog Severinghauselektrode) abgerufen werden und direkt miteinander verglichen werden. Dadurch ist eine optimale Überwachung des Schockverlaufs möglich.
Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Katheters sind wenigstens zwei Tonometerschläuche mit Tonometerkammern ausgebildet, wobei die Tonometerkammern der verschiedenen Tonometerschläuche derart voneinander beabstandet sind, daß wenigstens eine Tonometerkammer im Bereich des Ösophagus positioniert ist, während eine andere im Magen- bzw. Darmbereich liegt.
Es wurde nämlich überraschenderweise gefunden, daß die Schleimhaut des Ösophagus im kompensierten Schock keine der bekannten Schockreaktionen zeigt und insbesondere die CO₂-Freisetzung in dieser Region unverändert bleibt.
Es besteht die Möglichkeit, daß die (jede) Tonometerkammer schlauchförmig ausgebildet und vorzugsweise spiralig aufgewickelt ist. Diese Ausführung hat den Vorteil, daß die für den Diffusionsprozeß zur Verfügung stehende Oberfläche verhältnismäßig groß ist im Vergleich zu dem Volumen, dessen CO₂-Konzentration per Diffusion angeglichen werden soll. Außerdem ist durch die schlauchförmige Ausbildung der Tonometerkammer(n) gewährleistet, daß es bei der kontinuierlichen Durchströmung des Lumens mit Gas oder Flüssigkeit zu keiner Durchmischung mit dem nachströmenden Medium kommt. Eine solche Durchmischung würde eine vollständige Äquilibrierung verhindern.
Um zu verhindern, daß CO₂ aus dem abführenden Schlauch zur CO₂-Meßelektrode diffundiert, sollten zumindest die Wände des von der Meßkammer abführenden Tonometerschlauchs aus CO₂-undurchlässigem Material bestehen.
Außerdem ist es von Vorteil, wenn alle zuführenden und abführenden Schlauchabschnitte proximal der Tonometerkammern von einer gemeinsamen Katheterschlauchwand umfaßt sind. Diese Katheterschlauchwand kann insbesondere noch eine weiteres Lumen einschließen und somit als Magenschlauch zum Ableiten von Magensekreten dienen, da es ohnehin üblich ist, bei schockgefährdeten Patienten Magenschläuche zu legen.
Die Pumpvorrichtung ist vorzugsweise eine Rollerpumpe, beispielsweise ein Infusomat oder eine Spritzen-Perfusionspumpe. Derartige Pumpen gehören zur Grundausstattung eines jeden Krankenhauses oder Labors, sie sind einfach in Handhabung und Wartung und vergleichsweise kostengünstig in der Anschaffung.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Nachweis einer Veränderung des Kohlendioxid-Partialdrucks (pCO₂) in der Magenschleimhaut, bei dem man eine Meßkammer, deren Wände aus im wesentlichen flüssigkeitsdichtem, CO₂-durchlässigem Material bestehen und die mit einem CO₂-freien Medium gefüllt ist, in den Magen einführt und nach Ablauf eines Zeitraum, der ausreicht, um einen CO₂- Konzentrationsausgleich zwischen Mageninhalt und Kammermedium zu gewährleisten, Proben des Kammermediums entnimmt, den CO₂-Gehalt der Proben bestimmt und mit einem Referenzwert vergleicht, der aus einem Organ bzw. dessen Schleimhaut (z. B. Mundschleimhaut) mit vergleichsweise konstantem CO₂-Partialdruck erhalten ist. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß
  • (a) die Meßkammer mittels eines Zu- und eines Ablaufs kontinuierlich mit dem Meßmedium durchströmt wird,
  • (b) im Bereich des Ablaufs außerhalb des Patientenkörpers beliebig oft Proben entnommen und einer Bestimmung des CO₂-Partialdrucks zugeführt werden,
  • (c) gleichzeitig eine zweite Meßkammer, die in Aufbau und Funktion mit der ersten im wesentlichen übereinstimmt, im Bereich des Ösophagus eingeführt und zur Gewinnung von CO₂-Partialdruckwerten eingesetzt ist, und
  • (d) als Referenzwert zum Nachweis eines abgesunkenen CO₂-Partialdrucks in der Magenschleimhaut der mittels der zweiten Meßkammer erhaltene CO₂-Partialdruck aus der Ösophagusregion herangezogen wird.
Die Geschwindigkeit, mit der das Meßmedium über Zu- und Ablauf durch die Meßkammer strömt, ist so zu wählen, daß eine vollständige Äquilibrierung des Meßmediums mit dem CO₂ der Magenschleimhaut gewährleistet ist.
Die Probenentnahme zur Messung des CO₂-Gehalts kann in Form von periodisch durchzuführenden Einzelentnahme erfolgen oder aber kontinuierlich, z. B. mittels einer Severinghauselektrode.
Dieses Verfahren hat den Vorteil, daß mit der gleichen Meßvorrichtung einerseits die Veränderung des CO₂-Gehalts in der Magen-Darm-Region als Indikator für eine schockbedingte Reaktion der Magen-Darm-Schleimhaut und andererseits Referenzwerte aus der Schleimhaut eines weitgehend schockresistenten Organs, wie z. B. des Ösophagus, gemessen werden können, daß beide Messungen kontinuierlich und simultan erfolgen können, und daß damit eine optimale Gegenüberstellung von schockinduziertem Parameter zu normalem (Referenz-)Parameter möglich ist. Aus diesem Verhältnis der unmittelbar gewonnenen CO₂-Partialdrucke kann direkt auf den Zustand bzw. die Zustandsveränderung der Magen-Darm-Schleimhaut rückgeschlossen werden damit letztendlich sehr genau beobachtet werden, ob eine Schockreaktion eintritt bzw. schon eingetreten ist und wie der Schockverlaufs ist.
Im Zuge der Erfindung wurde überraschenderweise gefunden, daß der Ösophagus ein ausgesprochen gut geeignetes Organ zur Gewinnung von Referenzwerten bei einer CO₂- Partialdruckmessung ist, da es praktisch keine Veränderungen während einer kompensierten Schockreaktion zeigt.
Umständliche Umrechnungen bzw. Hochrechnungen, wie sie im Stand der Technik noch vielfach durchgeführt werden (z. B. die Berechnung des intramukosalen pH-Werts), und wodurch zusätzliche Fehlerquellen gegeben sind, werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren vermieden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Figuren und Ausführungs- bzw. Anwendungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 die perspektivische Ansicht einer bevorzugten Ausführungsvariante des erfindungsgemaßen Katheters;
Fig. 2 den Längsschnitt durch einen Katheter gemäß Fig. 1, im Bereich einer Tonometerkammer entlang der Schnittlinien II-II in Fig. 2, Fig. 3 und Fig. 4,
Fig. 3 einen Querschnitt von III nach III gemäß Fig. 2;
Fig. 4 einen Querschnitt von IV nach IV gemäß Fig. 2;
Fig. 5 einen Querschnitt von V nach V gemäß Fig. 2; und
Fig. 6 die schematisierte Darstellung eines erfindungsgemäßen Katheters im praktischen Einsatz.
Der in Fig. 1 dargestellte Katheter weist einen Katheterschlauch 1 auf, der die zuführenden 4, 8 und abführenden 2, 6 Schlauchabschnitte von zwei Tonometerschläuchen aus flüssigkeitsdichtem, CO₂-undurchlässigem Material umfaßt. An jedem Tonometerschlauch ist eine Tonometerkammer 10, 12 in Form eines spiralig aufgewickelten Schlauchs 10,12 aus flüssigkeitsundurchlässigem, CO₂-durchlässigem Material ausgebildet.
Anstelle des spiralig aufgewickelten Schlauchs 10, 12 kann ebensogut ein gestreckter Membranschlauch mit spiralförmig gerillter oder geriefter Schlauchwand oder andersartig vergrößerter Oberfläche verwendet werden. Dieser Membranschlauch ist hülsenförmig über den Kathederschlauch 10 gestülpt und an seinen beiden Enden sowie an den ausgebildeten Rillen mit dem Kathederschlauch 10 dicht verbunden. Dadurch entsteht eine spiralig gewickeltes Schlauchlumen als Innenraum der Tonometerkammer 14. Jede Tonometerkammer 10, 12 mündet an ihrem der Mundöffnung zugewandten, proximalen (kranialem) Ende in den zuführenden Schlauchabschnitt 4, 8 und an ihrem der Mundöffnung abgewandten, distalen (caudalen) Ende in den abführenden Schlauchabschnitt 2, 6 des dazugehörigen Tonometerschlauch 2, 4. Dadurch steht der Innenraum 14, 16 der jeweiligen Tonometerkammern 10, 12 in direkter Verbindung mit den Innenräumen 18, 20 bzw. 22, 24 der dazugehörigen Tonometerschlauchabschnitte 2, 4 bzw. 6, 8.
Die offenen, außerhalb des Patientenkörpers befindlichen Enden 30, 32, 34, 36 der zuführenden 4, 8 und abführenden 2, 6 Schlauchabschnitte werden außerhalb des Patientenkörpers an eine nicht näher dargestellte Pumpvorrichtung angeschlossen, die ein in dem Schlauchsystem befindliches flüssiges und/oder gasförmiges Medium für die Probenentnahme kontinuierlich in Umlauf hält.
Im Bedarfsfall wird der Katheter so in den Magen-Darm-Trakt des Patienten eingeführt, daß die eine Tonometerkammer 10 im Bereich des Ösophaguslumens liegt und die andere Tonometerkammer 12 im Bereich der Magen-Darm-Schleimhaut. Beide Tonometerkammern 10, 12 und Tonometerschläuche werden mit einem Medium für die Probenentnahme gefüllt, beispielsweise Luft oder flüssige Kochsalzlösung, und an die Pumpvorrichtung angeschlossen. Nach einer Mindestreaktionszeit für den CO₂- Konzentrationsausgleich, die von der Art des Mediums und vom Volumen und der Größe der Oberfläche der Tonometerkammern 10, 12 abhängt, können die ersten Proben entnommen und einer CO₂-Bestimmung zugeführt werden. Um eine vorteilhaft kurze Mindestreaktionszeit (Equilibrierungszeit) zu ermöglichen, sollte der Innenraum 14, 16 der jeweiligen Tonometerkammern 10, 12 relativ eng und lang sein und die Kammeroberfläche möglichst groß, beispielsweise engspiralig strukturiert sein. Dadurch wird ein besonders günstiges Verhältnis zwischen Kammeroberfläche und Kammervolumen geschaffen, d. h. es wird eine relative große Diffusionsfläche zur Verfügung gestellt, um in ein relativ kleines Volumen zu diffundieren. Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel weist der Kammerschlauch einen Durchmesser von 1 mm und eine Länge von 0,6 m auf und ist mit etwa 32 Windungen auf einem Membranschlauch mit etwa 6 mm Durchmesser aufgewickelt (in der Zeichnung verkürzt dargestellt!). Bei diesem Schlauch beträgt die Mindestreaktionszeit (Equilibrierungszeit) für Kochsalzlösung als Medium nur etwa 10 Minuten.
Die Bestimmung des CO₂-Partialdrucks in der Probe erfolgt entweder mit einer im Stand der Technik allgemein bekannten Severinghauselektrode oder einem handelsüblichen Blutgasanalysators. Mit Hilfe einer Severinghauselektrode kann der CO₂-Partialdruck in Gasen und Flüssigkeiten bestimmt werden, mit Hilfe der bekannten Blutgasanalysatoren nur in Gasen. Im Fall der Verwendung einer Severinghauselektrode kann die Bestimmung durch kontinuierliches Vorbeileiten des Mediums an der Elektrode erfolgen.
Die Pumpvorrichtung ist in Abhängigkeit von der Mindestreaktionszeit (Equilibrierungszeit) und von Länge und Durchmesser der beiden Tonometerkammern 10, 12 justiert, so daß sie jeweils das gesamte Fassungsvolumen der beiden Tonometerkammern 10, 12 pro Mindestreaktionszeit einmal austauscht.
Durch ununterbrochene Beschickung der Tonometerkammern 10, 12 mit Medium besteht nach dem ersten Legen des Katheters keine Gefahr mehr, daß Luft in das System eindringt, wie das beim Absaugen und neu Füllen mit den herkömmlichen, bekannten Kathetern der Fall ist.
Da die Kathetermessung des CO₂-Gehalts im Bereich der Magen-Darm-Schleimhaut von Anfang an von einer Kathetermessung des CO₂-Gehalts im Bereich des Ösophagus begleitet ist, kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt bzw. kontinuierlich ein CO₂-Meßwert aus dem Tonometersystem des Magendarmbereichsund ein CO₂-Referenzwert aus dem Tonometersystem des Ösophagus herangezogen und das Verhältnis bestimmt werden. Für die Meßwertbestimmung und die Referenzwertbestimmung sind die gleichen Handgriffe und Instrumentarien notwendig, so daß das gesamte Verfahren ausgesprochen zeit- und kostenökonomisch durchgeführt werden kann.
Bezugszeichenliste
1 Katheterschlauch
2 abführender Tonometerschlauchabschnitt
4 zuführender Tonometerschlauchabschnitt
6 abführender Tonometerschlauchabschnitt
8 zuführender Tonometerschlauchabschnitt
10 Tonometerkammer
12 Tonometerkammer
14 Innenraum der Tonometerkammer 10
16 Innenraum der Tonometerkammer 12
18 Innenraum des abführenden Tonometerschlauchabschnitts 2
20 Innenraum des zuführenden Tonometerschlauchabschnitts 4
22 Innenraum des abführenden Tonometerschlauchabschnitts 6
24 Innenraum des zuführenden Tonometerschlauchabschnitts 8
26
28
30 offenes Ende des abführenden Tonometerschlauchabschnitts 2
32 offenes Ende des zuführenden Tonometerschlauchabschnitts 4
34 offenes Ende des abführenden Tonometerschlauchabschnitts 6
36 offenes Ende des zuführenden Tonometerschlauchabschnitts 8

Claims (10)

1. Katheter zur Bestimmung des Kohlendioxid-Partialdrucks (pCO₂) in einem körperinneren Organ
mit einem Katheterschlauch, der wenigstens einen Tonometerschlauch aus flüssigkeitsdichtem und zumindest abschnittsweise CO₂-undurchlässigem Material umfaßt, und
mit einer als Tonometerkammer ausgebildeten Katheterkammer zur Probenentnahme, deren Wände zumindest bereichsweise aus flüssigkeitsundurchlässigem, CO₂-durchlässigem Material bestehen und deren Hohlvolumen mit dem Hohlvolumen des Tonometerschlauchs in direkter Verbindung steht und,
dadurch gekennzeichnet,
daß (a) die Tonometerkammer (10 bzw. 12) derart an dem Tonometerschlauch angeordnet ist, daß der Tonometerschlauch an ihrem einen Ende in die Tonometerkammer (10 bzw. 12) hineinführt und an dem im wesentlichen gegenüberliegenden Ende von ihr abführt,
daß (b) der abführende Schlauchabschnitt (2 bzw. 6) im wesentlichen parallel zu dem zuführenden Schlauchabschnitt (4 bzw. 8) geführt ist, und
daß (c) die beiden offenen, proximalen Enden von zuführendem (4 bzw. 8) und abführendem (2 bzw. 6) Schlauchabschnitt außerhalb des Patientenkörpers an eine Pumpvorrichtung anschließbar sind, die dazu geeignet ist, ein in dem Schlauchsystem befindliches flüssiges und/oder gasförmiges Medium für die Probenentnahme kontinuierlich in Umlauf zu halten.
2. Katheter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei Tonometerschläuche mit Tonometerkammern (10, 12) ausgebildet sind, wobei die Tonometerkammern (10, 12) der verschiedenen Tonometerschläuche derart voneinander beabstandet sind, daß die Tonometerkammer(n) (10) wenigstens eines Tonometerschlauchs im Bereich des Ösophagus positioniert ist (sind), während die Tonometerkammer(n) (12) des (der) anderen Tonometerschlauchs (-schläuche) im Magen- oder Darmbereich liegt (liegen).
3. Katheter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die (jede) Tonometerkammer (10, 12) als vorzugsweise spiralig aufgewickelter Schlauch ausgebildet ist.
4. Katheter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wände der Tonometerkammer (10 bzw. 12) zumindest bereichsweise aus Latex bestehen.
5. Katheter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens die Wände des (jedes) abführenden Tonometerschlauchabschnitts (2 bzw. 6) aus CO₂-undurchlässigem Material bestehen.
6. Katheter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß alle zuführenden (4, 8) und abführenden (2, 6) Schlauchabschnitte proximal der Tonometerkammern (10, 12) gemeinsam von der Schlauchwand eines Katheters (1) umfaßt sind.
7. Katheter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlauchwand des Katheters (1) mindestens ein weiteres Lumen umschließt, daß als Ableitung für Magensaft geeignet ist.
8. Katheter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpvorrichtung eine Perisaltikpumpe, beispielsweise eines Infusomaten ist.
9. Katheter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpvorrichtung eine Rollerpumpe ist.
10. Verfahren zum Nachweis einer Veränderung des Kohlendioxid-Partialdrucks (pCO₂) in der Magenschleimhaut, bei dem man eine Meßkammer, deren Wände aus im wesentlichen flüssigkeitsdichtem, CO₂-durchlässigem Material bestehen und die mit einem CO₂-freien Medium gefüllt ist, in den Magen einführt und nach Ablauf eines Zeitraum, der ausreicht, um einen CO₂-Konzentrationsausgleich zwischen Mageninhalt und Kammermedium zu gewährleisten, eine Probe des Kammermediums entnimmt, den CO₂-Gehalt der Probe bestimmt und mit einem Referenzwert vergleicht, der aus einem Organ mit vergleichsweise konstantem CO₂-Partialdruck erhalten ist, dadurch gekennzeichnet,
daß (a) die Meßkammer mittels eines Zu- und eines Ablaufs kontinuierlich mit dem Meßmedium durchströmt wird,
daß (b) im Bereich des Ablaufs außerhalb des Patientenkörpers beliebig oft Proben entnommen und einer Bestimmung des CO₂-Partialdrucks zugeführt werden,
daß (c) gleichzeitig eine zweite Meßkammer, die in Aufbau und Funktion mit der ersten im wesentlichen übereinstimmt, im Bereich des Ösophagus eingeführt und zur Gewinnung von CO₂-Partialdruckwerten eingesetzt ist,
und daß (d) als Referenzwert zum Nachweis eines abgesunkenen CO₂-Partialdrucks in der Magenschleimhaut der mittels der zweiten Meßkammer erhaltene CO₂- Partialdruck aus der Ösophagusregion herangezogen wird.
DE1996135306 1996-09-01 1996-09-01 Katheder zur Bestimmung des Kohlendioxid-Partialdrucks Withdrawn DE19635306A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE1996135306 DE19635306A1 (de) 1996-09-01 1996-09-01 Katheder zur Bestimmung des Kohlendioxid-Partialdrucks

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE1996135306 DE19635306A1 (de) 1996-09-01 1996-09-01 Katheder zur Bestimmung des Kohlendioxid-Partialdrucks

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE19635306A1 true DE19635306A1 (de) 1998-03-12

Family

ID=7804240

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1996135306 Withdrawn DE19635306A1 (de) 1996-09-01 1996-09-01 Katheder zur Bestimmung des Kohlendioxid-Partialdrucks

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE19635306A1 (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0941693A1 (de) * 1998-03-13 1999-09-15 Instrumentarium Corporation Tonometrischer Messkopf
DE19954724A1 (de) * 1999-11-12 2001-06-28 Map Gmbh Atemgasschlauch, insbesondere für ein CPAP-Gerät

Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4643192A (en) * 1982-03-22 1987-02-17 Regents Of The University Of Michigan Hollow viscus tonometry
US5415165A (en) * 1986-02-27 1995-05-16 Mountpelier Investments Tonometric catheter combination
US5479923A (en) * 1992-10-16 1996-01-02 Instrumentarium Corporation Method and apparatus for analyzing a sample
WO1996025090A1 (en) * 1995-02-16 1996-08-22 Wayne State University APPARATUS AND METHOD FOR CONTINUOUS MONITORING OF TISSUE CARBON DIOXIDE AND pH USING CAPNOMETRIC RECIRCULATING GAS TONOMETRY

Patent Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4643192A (en) * 1982-03-22 1987-02-17 Regents Of The University Of Michigan Hollow viscus tonometry
US5415165A (en) * 1986-02-27 1995-05-16 Mountpelier Investments Tonometric catheter combination
US5479923A (en) * 1992-10-16 1996-01-02 Instrumentarium Corporation Method and apparatus for analyzing a sample
WO1996025090A1 (en) * 1995-02-16 1996-08-22 Wayne State University APPARATUS AND METHOD FOR CONTINUOUS MONITORING OF TISSUE CARBON DIOXIDE AND pH USING CAPNOMETRIC RECIRCULATING GAS TONOMETRY

Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0941693A1 (de) * 1998-03-13 1999-09-15 Instrumentarium Corporation Tonometrischer Messkopf
US6432051B1 (en) 1998-03-13 2002-08-13 Instrumentarium Corp. Tonometric measuring head and measuring method
DE19954724A1 (de) * 1999-11-12 2001-06-28 Map Gmbh Atemgasschlauch, insbesondere für ein CPAP-Gerät
DE19954724C2 (de) * 1999-11-12 2001-10-11 Map Gmbh Atemgasschlauch, insbesondere für ein CPAP-Gerät

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69737110T2 (de) Verfahren und vorrichtung zur messung der pulmonaren blutstromung im zuge des austauschs von sauerstoff und einem inerten gas im pulmonaren blut
DE10049900C1 (de) Verfahren zur Bestimmung des Intraperitonealvolumens und Vorrichtung zur Peritonealdialyse
EP1177759B1 (de) Mikrodialyseanordnung
DE3781567T2 (de) Instrumente zum plazieren von und in kombination mit einem biegsamen katheter.
DE69730540T2 (de) Beatmungssystem mit eingliedrigem Beatmungsrohr
DE19734220C2 (de) Kathetersystem mit einem Einführungsdraht
AT408182B (de) Einrichtung zur in vivo-messung von grössen in lebenden organismen
DE69725759T2 (de) Vorrichtung zur entfernung von narkosemitteldampf aus einem patienten nach einem chirurgischen eingriff
DE68924121T2 (de) Verfahren und vorrichtung zur inhalation von therapeutischen gasen und zur probeentnahme ausgeatmeter gase zum zwecke der quantitativen analyse.
DE3620873C2 (de)
DE60017748T2 (de) Luftwegeadaptor für neugeborene
DE69428696T2 (de) Extrakorporal-anwendbare einmalleitung zur überwachung von blut-bestandteilen
DE3780061T2 (de) System zur ueberwachung von blutbestandteilen.
DE69421768T2 (de) Gasmischung und Vorrichtung zur Zuführung der Gasmischung zu den Lungen eines Lebewesens
DE1598079B2 (de) Verfahren zum messen der glukose-konzentration im blut
DE3850552T2 (de) Verfahren zum Einführen und Binden eines Gases im Wasser, Apparat zum Ausführen dieses Verfahrens und so bekommenes Wasser.
EP0790499A2 (de) Verfahren zur Eichung von Gasmesssensoren für gelöste Gase und Verfahren zur Konzentrationsmessung von CO2 in Blut mit Hilfe eines solchen Eichverfahrens
DE4424267C2 (de) Vorrichtung zur kontinuierlichen Erfassung von Blutparametern
DE3342170A1 (de) Dialysesonde
DE69838059T2 (de) Monitor für lösliche chemische Substanzen
DE10046465B4 (de) Verwendung von Fluorpropan als Spurengas zur Bestimmung der funktionellen Lungenresidualkapazität
DE69433134T2 (de) Vorrichtung zur fernmessung mittels eines druckmess-katheters
EP0973573A1 (de) Katheter zur messung chemischer parameter, insbesondere zum einführen in biologisches gewebe, flüssigkeiten oder dergleichen
EP3998941B1 (de) Beatmungsvorrichtung zur ausführung eines verfahrens zur ermittlung einer funktionalen restkapazität einer patientenlunge
DE19635306A1 (de) Katheder zur Bestimmung des Kohlendioxid-Partialdrucks

Legal Events

Date Code Title Description
OP8 Request for examination as to paragraph 44 patent law
8130 Withdrawal