DE19530793A1 - Repetiervorrichtung für Gewehre mit Geradezugverschluß - Google Patents
Repetiervorrichtung für Gewehre mit GeradezugverschlußInfo
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Description
Die Erfindung gehört zum Sachgebiet der Waffentechnik. Sie betrifft eine manuell bedienbare
Repetiervorrichtung für alle Gewehre mit Geradezugverschluß (axial verriegelbar). Nach
Abgabe des Schusses wird durch axiales Zurückziehen und anschließendem Zurückdrücken der
Abzugsgruppe 2, des Pistolengriffs 3 und des Schaftteleskops 4 mit der Schießhand eine Hin-
und Rückbewegung des Verschlußes ausgeführt, bei der in herkömmlicher Weise die leere
Hülse ausgeworfen und eine neue Patrone in das Patronenlager eingeführt wird.
Bisher sind überwiegend Handrepetierwaffen mit axial geführten Zylinderverschlüssen bekannt,
die durch einen am Zylinderverschluß befestigten Kammerstengel bedient werden. Dabei sind
allerdings zahlreiche Handbewegungen zum Ent- und Verriegeln des Zylinderverschlusses
erforderlich. Die Schießhand (i.d.R. rechte Hand) muß nach oben zum Kammerstengel geführt
werden. Dies bringt eine zeitliche Verzögerung mit sich. Auch wird die stabile Schulteranlage
gestört, was den Schießrhythmus beeinträchtigt und z. B. den Jagdschützen beim Schießen auf
flüchtiges Wild zur erneuten Zielerfassung zwingt.
Vornehmlich in Amerika werden sogenannte Pumpactionsysteme verwendet. Es handelt sich
dabei um Repetiersysteme, bei denen durch eine Zurück- und Vorwärtsbewegung des
Vorderschaftes der Verschluß gesteuert wird. Diese Systeme haben den Nachteil, daß beim
präzisionsfördernden Schießen von festen Gewehrauflagen (z. B. Hochsitzbrüstungen,
Sandsäcken) ein Repetieren ohne Hochheben der Waffe nicht möglich ist.
Bei den ebenfalls vorhandenen Leveraction-Repetiersystemen wird durch eine Ab- und
Aufwärtsbewegung des nach hinten verlängerten Abzugsbügels repetiert.
Weiterhin gibt es technische Lösungen, deren Einsatzbereich auf die Verwendung von
Kleinkalibermunition (geringer Gasdruck, geringe Baulänge) beschränkt ist.
Hier gibt es Handrepetierwaffen, deren Repetiervorgang von einem beweglichen Pistolengriff
am Kolbenhals durch Schwenkung in der Waffenvertikalen aus erfolgt. Hierbei wird das zum
sicheren Schießen erforderliche Stützdreieck (Schulteranlage, Ellenbogen, Hand am
Waffenschaft) durch die erheblichen Handgelenkbewegung beeinträchtigt.
Im Biathlonsport finden außerdem auch Repetiersysteme Verwendung, bei denen mit dem
Daumen der Verschluß ent- bzw. verriegelt wird.
Eine weitere Lösungsvariante findet sich im Gebrauchsmuster G 90.04.261. 1. Der
Repetiervorgang wird durch das Zurückziehen des Abzuges ("Abzughahnes") bewerkstelligt.
Die Anwendbarkeit beschränkt sich jedoch ebenfalls auf die Verwendung von
Kleinkalibermunition.
Das Ziel der Erfindung besteht in einem zeitlich so gering wie möglich gehaltenen
Ladevorgang. Dabei soll die Waffenhaltung stabil bleiben und die Schießhand den Pistolengriff
während des ganzen Repetiervorgangs fest umfassen.
Die Erfindung wird diesen Zielen durch ein Zurückziehen der Repetiereinheit (Verschluß 1,
Abzugsgruppe 2, Pistolengriff 3 und Schaftteleskop 4) gerecht. Bei jedem Repetiervorgang
erfolgt durch die enge Verbindung zwischen der Schußabgabe und dem Patronenwechsel eine
hohe Zeiteinsparung. Weder die stabile Schulteranlage noch das erwähnte Stützdreieck
werden geschwächt.
Erfindungsgemäß soll eine axial geführte Repetiervorrichtung geschaffen werden, die dem
Schützen im jagdlichen, schießsportlichen und Scharfschützeneinsatzbereich erheblich
erleichtert. Ferner ist eine schnellere Schußfolge und die Beibehaltung einer zielgerechten
Schulteranlage zu erreichen. Der Erfindung entsprechend wird die Aufgabe gelöst indem eine
Verbindung zwischen Verschluß 1, Abzugsgruppe 2, Pistolengriff 3 und Schaftteleskop 4
geschaffen wird. Als Hinterschaft 8 wird ein als Hohlkörper ausgebildeter Lochschaft
verwendet, in dem das aus Kunststoff bestehende Schaftteleskop 4 geführt ist.
Als Nebeneffekt bieten sich durch auf den jeweils verwendeten Verschluß abgestimmte
Arretiervorrichtungen eine Vielzahl technisch einfach realisierbarer Sicherungseinrichtungen.
Die Erfindung soll nachstehend durch die Beschreibung eines Repetierablaufes exemplarisch
erläutert werden.
Hypothetisch wird die Verwendung eines modifizierten Geradezugverschlußes des
Militärkarabiners Steyr-Mannlicher Modell 95 angenommen. Es handelt sich dabei in idealer
Weise um einen Drehwarzenverschluß, dessen Schlagbolzenfeder sich erst beim Schließen
spannt. Der Verschluß wird so umgestaltet, daß er sich bei der Aufhebung der Kammersperre
selbsttätig entspannt.
Der Zustand der Waffe ist geladen, verriegelt und gespannt (also schußbereit). Er entspricht
der Fig. 1. Die Kammer ist mittels eines selbsttätig in das Verschlußgehäuse 5 eingreifenden
Arretierbolzens 6a des Kammersperrhebels 6, der durch den Anpreßdruck einer im
Pistolengriff 3 geführten Spiralfeder 6b gesteuert wird, gegen unbeabsichtigtes Aufziehen nach
hinten gesperrt.
Durch Betätigen des Abzugs bricht der Schuß.
Zum Repetieren wird der Kammersperrhebel kurz nach unten gedrückt und durch
Zurückziehen des Pistolengriffs die Repetiereinheit bestehend aus Verschluß 1, Abzugsgruppe
2, Pistolengriff 3 und Schaftteleskop 4 nach hinten bewegt. Das Schaftteleskop 4 fährt dabei in
den im unteren Bereich als Hohlkörper ausgebildeten Hinterschaft 8 ein. Die Einheit wird dabei
mittels zweier im Verschlußgehäuse 5 geführten oberen und unteren Gleitschienen gesteuert.
In der hinteren Stellung - Fig. 2 - wird die leere Hülse ausgeworfen und beim Vordrücken der
Repetiereinheit gleitet der Verschluß über die Lippen des Einsteckmagazins und führt eine
neue Patrone in das Patronenlager ein. Die Verriegelungswarzen drehen sich zum Verriegeln
im Lauf ein.
Durch weiteres Vordrücken des Verschlusses wird die Schlagbolzenfeder gespannt und der
Arretierbolzen 6a des Kammersperrhebels 6 rastet in dieser vorderen Verschlußstellung
selbsttätig ein. Kommt der Schütze nicht zu Schuß, so wird durch kurzes Herunterdrücken des
Kammersperrhebels 6 ein selbsttätiges Entspannen der Waffe bewirkt. Der hintere
Verschlußteil und damit die gesamte restliche Repetiereinheit (2, 3, 4) gleiten um das Maß der
Schlagbolzenfederkomprimierung zurück.
Durch Herunterdrücken der Drehsicherung 7 in die Position S wird die Repetiereinheit in
dieser Sicherheitsstellung arretiert. Die Kammer ist damit sowohl gegen ein unbeabsichtigtes
Aufziehen als auch Vordrücken und damit Spannen gesichert.
Die Schießhand hat zu keinem Zeitpunkt die ursprüngliche Schießposition verlassen.
Das geschilderte Funktionsbeispiel verdeutlicht die Vorteile der Erfindung:
· Schnelles Repetieren durch eine rein axiale Rück- und Vorwärtsbewegung der Repetiereinheit
· Repetieren unter Beibehaltung der Schießhaltung ohne Schwächung des Stützdreiecks (Schulteranlage, Ellenbogen, Hand am Waffenschaft).
· Schnelles Repetieren durch eine rein axiale Rück- und Vorwärtsbewegung der Repetiereinheit
· Repetieren unter Beibehaltung der Schießhaltung ohne Schwächung des Stützdreiecks (Schulteranlage, Ellenbogen, Hand am Waffenschaft).
Bezugszeichenliste
1 Verschluß
2 Abzugsgruppe
3 Pistolengriff
4 Schaftteleskop
5 Verschlußgehäuse
6 Kammersperrhebel
6a Arretierbolzen
6b Spiralfeder
7 Drehsicherung
8 Hinterschaft.
2 Abzugsgruppe
3 Pistolengriff
4 Schaftteleskop
5 Verschlußgehäuse
6 Kammersperrhebel
6a Arretierbolzen
6b Spiralfeder
7 Drehsicherung
8 Hinterschaft.
Claims (1)
- Repetiervorrichtung für Gewehre mit Geradezugverschluß, die ein Repetieren unter Verwendung eines als Hohlkörper ausgebildeten Lochschaftes ohne Verändern des Anschlages realisierbar macht und die dadurch gekennzeichnet ist, daß die fest zu einer Repetiereinheit verbundenen Komponenten Verschluß 1, Abzugsgruppe 2, Pistolengriff 3 und Schaftteleskop 4 rein axial geführt sind.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19530793A DE19530793C2 (de) | 1995-08-22 | 1995-08-22 | Repetiervorrichtung für Gewehre mit Geradezugverschluß |
| US08/874,513 US5819460A (en) | 1995-08-22 | 1997-06-13 | Repeater mechanism for rifles having a straight breech |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19530793A DE19530793C2 (de) | 1995-08-22 | 1995-08-22 | Repetiervorrichtung für Gewehre mit Geradezugverschluß |
| US08/874,513 US5819460A (en) | 1995-08-22 | 1997-06-13 | Repeater mechanism for rifles having a straight breech |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19530793A1 true DE19530793A1 (de) | 1997-02-27 |
| DE19530793C2 DE19530793C2 (de) | 1999-12-09 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US5819460A (de) |
| DE (1) | DE19530793C2 (de) |
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- 1995-08-22 DE DE19530793A patent/DE19530793C2/de not_active Expired - Fee Related
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- 1997-06-13 US US08/874,513 patent/US5819460A/en not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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Effective date: 20120301 |