DE19529483C1 - Selbstladegewehr mit Schwenklauf - Google Patents
Selbstladegewehr mit SchwenklaufInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Selbstladegewehr, mit einem zum
Verfeuern von Normalkaliber-Büchsenpatronen eingerichteten
Selbstladesystem, vorzugsweise einem Sturmgewehrsystem, dem
ein entsprechender Normalkaliber-Büchsenlauf und eine Vi
siereinrichtung zugeordnet sind, und mit einem zweiten, für
ein größeres Kaliber eingerichteten Lauf, gemäß dem Oberbe
griff des Anspruchs 1.
Kombinierte Waffen, bei denen mehrere Läufe für jeweils
unterschiedliche Kaliber als Kipplaufbündel angeordnet
sind, haben sich als Jagdgewehre seit langem durchgesetzt,
da sie dem Jäger die Möglichkeit bieten, für unterschiedli
ches Wild die jeweils geeignete Patrone zu verwenden.
Allerdings sind den Läufen solcher Gewehre keine Mehrlade
einrichtungen zugeordnet.
Aus diesem Grund wurde schon häufig versucht, einem etwa
für eine Büchsenpatrone eingerichteten Mehrlader einen wei
teren, beispielsweise für eine Schrotpatrone eingerichteten
Lauf zuzuordnen. Solche Waffen sind allerdings unhandlich,
in der Bedienung umständlich und teuer, so daß sie sich
nicht durchgesetzt haben und nur vereinzelt bei Sammlern zu
finden sind. Das wohl einzige Waffenprinzip dieser Art, das
größere Verbreitung gefunden hat, besteht in der Anordnung
eines Granatwerferlaufes an einem serienmäßigen Sturmge
wehr (DE 32 02 806 C2). Hierbei bleibt das Sturmgewehr in seiner Benutzung
uneingeschränkt; es ist jedoch meist vor dem Vorderschaft
ein kurzer Granatwerferlauf angebracht, der mit einem eige
nen Verschluß und einer eigenen Abzugseinrichtung versehen
ist. Eine spezielle Visiereinrichtung für den Granatwerfer
lauf ist zusätzlich neben der üblichen Visiereinrichtung
des Sturmgewehres angebracht.
Auch diese Gewehre sind im Prinzip unhandlich; der Granat
werferlauf muß beträchtlich kürzer sein als der vorhandene
Gewehrlauf; das Nachladen des Granatwerfers ist umständ
lich.
Wenn man außerdem davon ausgeht, daß die Lage das Normalka
liber-Büchsenlaufes für das Sturmgewehr so angeordnet ist,
daß der Rückstoß auf eine besonders günstige Weise in die
Schulter des Schützen eingeleitet wird, dann wird ersicht
lich, daß der dem Granatwerferlauf zugeordnete Rückstoß
besonders ungünstig in die Schulter des Schützen eingelei
tet werden muß, weil der Abstand zwischen dem Normalkali
ber-Büchsenlauf und dem Granatwerferlauf besonders groß
ist. Neben dem hohen Gewicht und der unbequemen Handhabung
liegt hierin der Hauptgrund, daß ein solches bekanntes,
kombiniertes Gewehr, wie es auch eingangs erwähnt wurde,
bei Soldaten unbeliebt ist und deshalb nur ungern benutzt
wird.
Inzwischen wurden großkalibrige Büchsenpatronen entwickelt,
die eine sog. "intelligente Munition" verschießen, d. h.
eine Munition, die, gegebenenfalls in Zusammenwirkung mit
einem an der Waffe selbst angebrachten Leitsystem, die
Wirkung im Ziel dadurch ganz erheblich steigert, daß die
Munition selbständig auf ein Ziel anspricht. Es ist auch
möglich, solche großkalibrigen Büchsenpatronen mit Spreng
geschossen auszustatten, die naturgemäß eine hohe Wirkung im
Ziel haben.
Ausgehend von dieser Problemlage liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, die diese bekannten Lösungen inhärenten
Nachteile zu vermeiden und eine Schußwaffe zu schaffen, die
zum Verschießen der erwähnten Großkaliber-Büchsenpatronen
eingerichtet ist, dem Schützen aber größere Möglichkeiten
der Selbstverteidigung einräumt, als dies bisher der Fall
war.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein kombiniertes
Gewehr der eingangs genannten Art gelöst, bei dem der zwei
te Lauf mit größerem Kaliber als Großkaliber-Büchsenlauf
ausgebildet ist, und beide Büchsenläufe jeweils eine Ge
brauchslage aufweisen, mit welcher mit dem entsprechenden
Büchsenlauf geschossen werden kann, und eine Ruhelage, in
welcher dieser Büchsenlauf nicht benutzt werden kann.
Zwar ist es bekannt, generell eine Handfeuerwaffe (im Aus
führungsbeispiel ist ein Repetiergewehr gezeigt) mit einem
zusätzlichen, gegen den vorhandenen austauschbaren Lauf zu
versehen (DE 93 17 310.5 U1), doch dieser Austauschlauf
muß gesondert von der Waffe verwahrt und gegebenenfalls
mitgeführt werden.
Es ist grundsätzlich möglich, beide Läufe nebenein
anderliegend anzuordnen, wobei etwa nach Art eines Wenders
dann, wenn der eine Lauf in seine Gebrauchslage bewegt
wird, der andere Lauf automatisch in seine Ruhelage ge
langt.
Gemäß Anspruch 2 ist es aber besonders vorteilhaft, daß
beide Läufe im wesentlichen koaxial angeordnet und endsei
tig miteinander verbunden sind, wobei sich dann, wenn der
eine Lauf die Gebrauchslage einnimmt, der andere Lauf in
der Schulterstütze ruht oder diese bildet.
Hierbei sind die beiden Läufe zu einer baulich selbständi
gen Laufgruppe verbunden, wobei ihre einander zugewandten
Lageenden einen Abstand zueinander aufweisen, der minde
stens der Rücklaufstrecke eines für beide Läufe eingerich
teten Verschlusses entspricht. Hierbei ist in dieser Rück
laufstrecke die Länge des Verschlusses mit enthalten.
Die Laufgruppe ist dem Hauptteil der Waffe entnehmbar und
in umgekehrter Ausrichtung wieder in die Waffe einlegbar.
Hierdurch wird eine baulich besonders einfache Ausgestal
tung erreicht, die auf komplizierte Lauf-Auswechselmecha
nismen, wie Schwenkverbindungen und dergleichen, völlig
verzichten kann. Mit nur einem Systemgehäuse, einem
einzigen Verschluß und jeweils nur einem einzigen Magazin
wurde ein Selbstladegewehr bzw. Repetiergewehr geschaffen;
das imstande ist, zwei gänzlich unterschiedliche Patronen
zu verschießen; eine solche Waffe ist kaum schwerer als ein
herkömmliches Sturmgewehr.
Das Entnehmen der Laufgruppe aus dem Hauptteil der Waffe,
das Umdrehen der Laufgruppe und deren erneutes Einsetzen
bedarf lediglich das Lösen einer einfachen Entriegelung,
die beim Einsetzen der Laufgruppe selbsttätig wieder ein
schnappt und diese Laufgruppe fest mit dem Hauptteil der
Waffe verbunden hält.
Ein besonderer Vorteil dieser Ausgestaltung liegt darin,
daß ein einziger Verschluß für jeden der Läufe verwendet
werden kann.
Dieser Verschluß kann am Hauptteil der Waffe verbleiben,
während die Laufgruppe entnommen und umgedreht wird.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung (Anspruch
3) ist der Verschluß jedoch der Hauptgruppe zugeordnet und
weist somit an seinen beiden Stirnenden jeweils einen Ver
schlußkopf auf, der an den jeweiligen Lauf baulich und
funktionell angepaßt ist.
Die Abzugseinrichtung weist lediglich einen einzigen Hahn
auf und verbleibt am Hauptteil der Waffe.
Gemäß Anspruch 4 ist es besonders von Vorteil, daß ein Gas
zylinder vorgesehen ist, der mit einer Gasentnahmebohrung
im Normallauf verbunden ist und auf den Normalkaliber-Ver
schlußkopf zu dessen Verriegelung einwirkt. Der Verschluß
ist hierbei in entsprechender Richtung durch eine Schließ
feder an der Laufgruppe abgestützt. Der Vorteil dieser
Ausgestaltung liegt darin, daß der gasgesteuerte Entriege
lungsmechanismus, was die Ausbildung des Verschlusses selbst
angeht, besonders einfach ist und einen kurz bauenden Ver
schluß gestattet.
Die Entriegelung des Großkaliber-Verschlußkopfes findet
dagegen gemäß Anspruch 5 bevorzugt mittels einer Handhabe
statt, die auch zum Bewegen des Verschlusses ausgebildet
sein kann. Der Verschluß wirkt somit zusammen mit dem Groß
kaliber-Lauf als handbetätigter Zylinderverschluß bzw.
Repetierverschluß, was angesichts des hohen Rückstoßes der
Großkaliberpatronen vorteilhaft ist, da ein entsprechender
Mehrlademechanismus, der zur Aufnahme entsprechend hoher
Rückstoßkräfte eingerichtet wäre, aufwendig und schwer
wäre.
Gemäß Anspruch 6 weist das erfindungsgemäße Selbstladege
wehr einen Magazinschacht auf, der zur Aufnahme sowohl
eines Normalpatronen-Magazins als auch eines Großkaliberpa
tronen-Magazins eingerichtet ist.
Hierbei können entsprechende Vorsprünge, Anschläge oder
dergleichen dafür sorgen, daß die Laufgruppe nicht mit dem
Normalkaliber-Lauf in der Gebrauchslage in den Hauptteil
der Waffe einsetzbar ist, solange sich ein Großkalibermaga
zin im Magazinschacht befindet, und umgekehrt.
Ebenso kann ein Magazin, das nicht zu dem in der Gebrauchs
lage befindlichen Lauf paßt, nicht soweit in den Magazin
schacht eingeführt werden, daß es darin festrastet. Die
versehentliche Benutzung des Gewehres mit dem falschen
Magazin ist dadurch ausgeschlossen.
Als Normalpatrone kann grundsätzlich jede für Sturmgewehre
verwendbare Patrone verwendet werden, beispielsweise die
Patrone .308 Winchester oder 7,62 mm Kalaschnikov.
Gemäß Anspruch 7 wird jedoch als Normalkaliber-Büchsenpa
trone die Patrone .223 oder eine ähnliche, ggf. auch
kleinere Patrone, beispielsweise 5,45 mm Kalaschnikov oder
4,6 × 36 mm, wegen ihres insgesamt geringen Durchmessers
und des leichteren Gewichtes von Lauf und System bevorzugt.
Der Großkaliber-Büchsenlauf ist bevorzugt für eine Patrone
mit einem Kaliber in der Größenordnung von 20 bis 25 mm
eingerichtet.
Unter "Büchsenlauf" wird hier ein Lauf verstanden, der zum
richtungsstabilen Verschießen eines Geschoßes und nicht
etwa einer Schrotgarbe eingerichtet ist, wobei der Großka
liber-Büchsenlauf bevorzugt auch höheren Gasdrücken stand
halten soll, als sie bei Schrotpatronen üblicherweise auf
treten.
Bevorzugt weist der Großkaliber-Büchsenlauf in seiner Boh
rung wendelförmige Züge und Felder auf; die Erfindung um
faßt aber auch Läufe mit glatter Bohrung oder mit achspar
allelen geraden Zügen.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung (An
spruch 8) ist nur eine einzige Visiereinrichtung
vorgesehen, die am Waffengehäuse angebracht ist.
Zusätzlich kann gemäß Anspruch 9 eine Entfernungsmeßein
richtung vorgesehen sein, vorzugsweise ein Laser-Entfer
nungsmesser, da die verhältnismäßig stark gekrümmte Flug
bahn der Großkalibergeschoße, die auch noch auf verhältnis
mäßig hohe Entfernung wirksam sind, eine präzise Entfer
nungsbestimmung zweckmäßig macht.
Diese Entfernungsmeßeinrichtung kann gemäß Anspruch 10 an
den jeweils in der Gebrauchslage befindlichen Büchsenlauf
selbsttätig angepaßt werden, indem ein Meßfühler ein Signal
abgibt, das für die Art des in der Gebrauchslage befindli
chen Büchsenlaufes repräsentativ ist. Diese Gebrauchslage
ist dabei ein auf den jeweiligen Lauf geeignet ansprechen
der Signalgeber zuzuordnen. Hierbei ist eine bevorzugt
verwendete, optische Visiereinrichtung so eingestellt, daß
sie die ermittelte Entfernung und den in Gebrauchslage
befindlichen Büchsenlauf selbsttätig berücksichtigt und
einen dazu passenden, einzigen und verbindlichen Haltepunkt
anzeigt.
Der Gegenstand der Erfindung wird anhand der beigefügten,
schematischen Zeichnung beispielsweise noch näher erläu
tert; in dieser zeigt
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Selbstladegewehrs, in Seitenansicht,
Fig. 2 das Gewehr der Fig. 1 in Draufsicht, und
Fig. 3 eine Laufgruppe für das Gewehr der Fig. 1 und 2,
in Seitenansicht.
Das gezeigte Selbstladegewehr weist ein Gehäuse mit einem
Handschutz 1 und einer Schulterstütze 15 auf. Am Gehäuse
ist eine Abzugseinrichtung 11 mit einem Abzug 12 ange
bracht. Mündungsseitig vor dem Abzug 11 ist ein Magazin
schacht angeordnet, der zur Aufnahme eines leicht gekrümm
ten Stangenmagazins 8 für Normalpatronen oder eines größe
ren, ebenfalls leicht gekrümmten Stangenmagazins 7 (gestri
chelter Umriß) für Großkaliberpatronen eingerichtet ist. An
der Oberseite des Gehäuses ist eine Visiereinrichtung 10
angebracht.
In das Gehäuse ist eine Laufgruppe eingesetzt, die in Fig.
3 gezeigt ist. Diese Laufgruppe besteht aus einem längli
chen Verschluß-Führungsteil mit einer Mittelachse, an des
sen einem Ende koaxial ein Normalkaliber-Lauf 2 mittels
einer Überwurfmutter befestigt ist und an dessen anderem
Ende ein Großkaliber-Lauf 3 koaxial befestigt ist. Die
beiden Läufe 2 und 3 sind mit ihrem jeweiligen Lager ein
ander zugewandt.
Im Verschluß-Führungsteil ist ein Verschluß 4 in Achsrich
tung beweglich angebracht, der an seinem dem Großkaliber-
Lauf 3 zugewandten Ende einen Großkaliber-Verschlußkopf 6
und an seinem dem Normalkaliberlauf 2 zugewandten Ende
einen Normalkaliber-Verschlußkopf 5 aufweist.
Durch eine Feder 13 ist der Verschluß 4 gegen die Lagersei
te des Normalkaliber-Laufes 2 angedrückt.
Der Normalkaliber-Lauf 2 weist in an sich bekannter Weise
eine Gasentnahmebohrung auf, die mit einem Gaszylinder 9 in
Verbindung steht. Eine sich achsparallel erstreckende, ge
kröpfte Betätigungsstange 14 bildet mit ihrem einen, im
Gaszylinder 9 sitzenden Ende einen Gaskolben und sitzt mit
ihrem anderen Ende verschieblich im Verschluß-Führungsteil
und wirkt dort auf den Normalkaliber-Verschlußkopf 5 in an
sich bekannter Weise so ein, daß dieser dann, wenn im Gas
zylinder 9 durch den Abschuß einer Normalpatrone ein aus
reichender Gasdruck erzeugt wird, der Normalkaliber-Ver
schlußkopf 5 entriegelt wird und der Verschluß 4 eine Öff
nungsbewegung gegen die Kraft der Feder 13 in Richtung zum
Großkaliber-Lauf 3 durchführt.
Der Großkaliber-Verschlußkopf 6 weist eine nicht gezeigte
Handhabe auf, mittels deren er im Lagerende des Großkali
ber-Laufes 3 verriegelbar bzw. entriegelbar ist. Ferner ist
mit dieser Handhabe der Verschluß 4 in Richtung zum Großka
liber-Lauf 3 beweglich.
Im Verschluß 4 ist ein durchgehender Schlagbolzen gelagert.
Wird die in Fig. 3 gezeigte Laufgruppe so in den Hauptteil
der Waffe eingelegt, wie dies in Fig. 1 und 2 ersichtlich
ist, dann befindet sich der Normalkaliber-Lauf 2 in der
Gebrauchslage, während der Großkaliber-Lauf 3 innerhalb der
Schulterstütze 15 aufgenommen ist. Die zum Magazinschacht
weisende Seite des Verschlusses 4 ist passend zu den beiden
Magazinen 7, 8 so ausgebildet, daß sich nur das Normalkali
ber-Magazin 8 soweit in den Magazinschacht einführen läßt,
daß es festrastet. Das Großkaliber-Magazin 7 dagegen weist
Ausbildungen auf, die sein vollständiges Einführen in den
Magazinschacht verhindern, wenn sich die Laufgruppe in der
in Fig. 1 und 2 gezeigten Lage befindet.
Gleichzeitig wird ein Signalgeber betätigt, der mit der
Visiereinrichtung 10 in Verbindung steht und diese auf die
zum Normalkaliber-Lauf 2 passende Betriebsart umschaltet.
Wenn der Verschluß 4 geschlossen und verriegelt ist, wie in
Fig. 1 gezeigt, dann steht aus seiner Rückseite, in diesem
Fall aus dem Großkaliber-Verschlußkopf 6, der Schlagbolzen
ein wenig heraus, so daß er vom Schlagstück bzw. Hahn der
Abzugseinrichtung 11 nach vorne getrieben werden kann, um
die Normalpatrone zu zünden. Nun findet ein gasunterstütz
ter Selbstladevorgang in an sich bekannter Weise statt. Das
Griffstück 11 kann mit einer Umschalteinrichtung ausgestat
tet sein, die die Abgabe von Einzelfeuer, begrenztem Feuer
stoß und/oder Dauerfeuer gestattet.
Wenn nun die taktische Lage den Einsatz von Großkaliber-
Patronen erfordert, dann wird die Laufgruppe aus dem Haupt
teil der Waffe entnommen und umgedreht, so daß sie relativ
zu der in Fig. 1 gezeigten Waffe die in Fig. 3 gezeigte
Lage einnimmt, und wird wieder in das Hauptteil der Waffe
eingesetzt. Nun weist der Großkaliberlauf 3 nach vorne.
Dieses Einsetzen ist allerdings nur dann möglich, wenn
vorher das Normalkaliber-Magazin 8 aus dem Magazinschacht
entfernt wurde. In diesen kann nun das Großkaliber-Magazin
7 eingeführt und dort verrastet werden, was mit dem Normal
patronen-Magazin 8 nicht möglich ist. Gleichzeitig stellt
der der Laufgruppe zugeordnete Signalgeber die Visierein
richtung 10 auf eine für den Großkaliber-Lauf 3 geeignete
Betriebsart um.
Wird nun das Großkaliber-Magazin 7 eingeführt, dann wird
der Verschluß 4 gegen die Kraft der Feder 13 nach vorne
geschoben, also gegen das Patronenlager des Großkaliber-
Laufes 3. Wenn der Verschluß 4 seine Endlage erreicht hat,
wird mittels der oben genannten Handhabe der Großkaliber-
Verschlußkopf 6 verriegelt.
Nun weist der Normalkaliber-Verschlußkopf 5 nach hinten und
aus ihm ragt der Schlagbolzen heraus, gegen den dann das
Schlagstück der Abzugseinrichtung 11 zum Zünden aufschlagen
kann.
Zum Entfernen der abgeschossenen Patrone oder zum Entladen
genügt es, den Verschlußkopf 6 mittels der genannten Hand
habe zu entriegeln; der Verschluß 4 wird dann von der
Schließfeder 13 aufgeschoben, so daß ein einwandfreies
Auswerfen der leeren Patronenhülse gewährleistet ist.
Der Lauf 2, 3, der sich jeweils in der Schulterstütze 15 in
Ruhelage befindet, ist an einer Aufnahme der Schaftkappe
abgestützt und dient als das die Rückstoßkräfte in die
Schulter des Schützens einleitende Teil. Die Schulterstütze
15 kann somit sehr leicht ausgebildet sein, da ihre gefor
derte Festigkeit alleine von dem in ihr sitzenden Lauf 2,
3 sichergestellt ist. Das gezeigte Selbstladegewehr unter
scheidet sich daher dem Gewicht nach nur geringfügig von
einem herkömmlichen Sturmgewehr.
Als Normalpatrone ist die Patrone .223 vorgesehen, als
Großkaliber-Patrone eine Patrone mit einem Kaliber von 20
bis 25 mm.
Claims (10)
1. Selbstladegewehr, mit einem zum Verfeuern von Normalka
liber-Büchsenpatronen eingerichteten Selbstladesystem
(4), vorzugsweise einem Sturmgewehrsystem, dem ein
entsprechender Normalkaliber-Büchsenlauf (2) und eine
Visiereinrichtung (10) zugeordnet sind, und mit einem
zweiten, für ein größeres Kaliber eingerichteten Lauf
(3), dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Lauf als
Großkaliber-Büchsenlauf (3) ausgebildet ist, und daß
der Normalkaliber-Büchsenlauf (2) aus einer Ge
brauchslage lösbar ausgebildet ist und daß der Groß
kaliber-Büchsenlauf (3) in einer Ruhelage lösbar am
Gewehr angebracht ist und gegen den Normalkaliber-Büch
senlauf (2) austauschbar in die Gebrauchslage verbring
bar ist.
2. Selbstladegewehr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die beiden Läufe (2, 3) im wesentlichen koaxi
al und mit den Mündungen voneinander wegweisend mitein
ander zu einer Laufgruppe verbunden sind und zwischen
ihren Lagerenden einen Abstand aufweisen, der der Rück
laufstrecke eines für beide Läufe (2, 3) eingerichteten
Verschlusses (4) entspricht, und daß die Laufgruppe dem
Hauptteil der Waffe entnehmbar und in umgekehrter Aus
richtung wieder in die Waffe einlegbar ist.
3. Selbstladegewehr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß der Verschluß (4) in der Laufgruppe geführt
ist, zusammen mit dieser dem Hauptteil der Waffe ent
nehmbar ist und jedem Lagerende zugewandt jeweils einen
Verschlußkopf (5, 6) aufweist.
4. Selbstladegewehr nach Anspruch 3, dadurch gekennzeich
net, daß an der Laufgruppe eine Gaszylinderanordnung
(9) angeordnet ist, die mit einer Gasentnahmebohrung
des Normalkaliber-Laufes verbunden ist und zum Entrie
geln des Normalkaliber-Verschlußkopfes (5) eingerichtet
ist, und daß der Verschluß (4) über eine Schließfeder
(13) an der Laufgruppe abgestützt ist.
5. Selbstladegewehr nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß der Großkaliber-Verschlußkopf (6) zu seiner
Entriegelung mit einer Handhabe versehen ist, mittels
deren der Verschluß auch längs seiner Führung in der
Laufgruppe beweglich ist.
6. Selbstladegewehr nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
gekennzeichnet durch einen Magazinschacht, der zur
Aufnahme sowohl eines Normalpatronen-Magazins als auch
eines Großkaliber-Magazins eingerichtet ist.
7. Selbstladegewehr nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Normalkaliber-Büchsen
lauf (2) für die Büchsenpatrone .233 oder eine Patrone
mit ähnlichen Abmessungen eingerichtet ist, und daß der
Großkaliber-Büchsenlauf (3) für eine Patrone mit einem
Kaliber in der Größenordnung von 20-25 mm eingerichtet
ist.
8. Selbstladegewehr nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß am Waffengehäuse (1) eine
einzige Visiereinrichtung (10) angeordnet ist.
9. Selbstladegewehr nach einem der Ansprüche 1 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß es mit einer Entfernungsmeß
einrichtung versehen ist.
10. Selbstladegewehr nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich
net, daß die Entfernungsmeßeinrichtung mit der als
optisches Visiersystem ausgebildeten Visiereinrichtung
(10) und einem Signalgeber gekoppelt ist, der ein Si
gnal abgibt, das repräsentativ ist für den gerade in
der Gebrauchslage befindlichen Lauf (2, 3).
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