DE19520399A1 - Verfahren und Einrichtung zur Aufbereitung von Abwässern aus Naßentstaubungen von Shredderanlagen - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Aufbereitung von Abwässern aus Naßentstaubungen von ShredderanlagenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Aufbereitung von Abwässern
aus Naßentstaubungen von Shredderanlagen zur Entsorgung der in den Abwässern enthalte
nen Fremdstoffe.
Bekannt sind derartige Verfahren und Einrichtungen, bei denen die nassen Fremdstoffe direkt
nach ihrem Anfallen gesondert von den übrigen Shredderfraktionen ausgetragen werden. Die
Fremdstoffe werden als Schlamm in einem Behälter gesammelt, gegebenenfalls einer
Trocknungsstrecke zugeführt und als getrocknetes Material entsorgt.
In der Praxis hat sich als nachteilig herausgestellt, daß nach diesen Verfahrensschritten das in
der Anlage verbleibende Wasser noch hohe Fremdstoffbelastungen aufweist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Einrichtung zu schaffen,
die mittels einer qualitativ verbesserten Aufbereitung in einem zusammenhängenden Kreislauf
des Abwassers eine umweltgerechte Entsorgung der Fremdstoffe gewährleisten.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Verfahrensschritte des Anspruchs 1 mit den
Ansprüchen 2 bis 5 und durch die Einrichtungsmerkmale des Anspruches 6 mit den Ansprü
chen 7 bis 12 gelöst.
Damit gestattet die Erfindung vorteilhaft eine energie- und umweltbewußte Behandlung der
artiger Abwässer mit Entsorgung der Fremdstoffe, die kostengünstig einsetzbar ist.
Die Erfindung wird nachstehend anhand einer Zeichnung mit schematisch dargestellter Ein
richtungskonfiguration erläutert.
Die Einrichtung besteht im wesentlichen aus einem einer Naßentstaubungsanlage 1 nachge
ordneten Sieb 2, einem Hydrozyklon 3, einer Flotationsanlage 4 und einer Entwässerungsvor
richtung 7. Dem Sieb 2 ist ein Sammelbehälter 5 zugeordnet. Bei entsprechender Zusammen
setzung des Abwassers kann es zweckdienlich sein, auch eine nicht dargestellte Leitung vom
Sieb 2 für die Abführung von Fremdstoffen zum Sammelbehälter 6 vorzusehen.
Der Hydrozyklon 3 und die Flotationsanlage 4 stehen mit einem weiteren Sammelbehälter 6
in Verbindung. Dem Sammelbehälter 6 ist die Entwässerungsvorrichtung 7 zugeordnet, die
vorzugsweise als Presse ausgeführt ist.
Zwischen der Naßentstaubungsanlage 1 über das Sieb 2 und dem Hydrozyklon 3 sowie der
Flotationsanlage 4 ist erfindungsgemäß ein Hauptkreislauf 8 für das Abwasser gebildet.
Der Hydrozyklon 3, die Flotationsanlage 4 und der Sammelbehälter 6 weisen eine für die Er
findung wesentliche Verbindung zu der Entwässerungsvorrichtung 7 auf. Ein zweiter Kreis
lauf 9 zwischen der Entwässerungsvorrichtung 7 und der Naßentstaubungsanlage 1 stellt das
dritte erfindungsrelevante Merkmal dar, wobei der Hauptkreislauf 8 und der zweite Kreislauf
9 eine funktionelle Einheit für einen im wesentlichen zusammenhängenden, geschlossenen
Kreislauf für das Abwasser darstellen.
Der erfindungsgemäße Verfahrensablauf sieht vor, daß zunächst das in der Naßentstaubungs
anlage 1 anfallende Abwasser in dem Sieb 2 zum Abscheiden von relativ groben Bestandtei
len, wie z. B. Fasern und Flusen, beaufschlagt und danach die abgeschiedenen Bestandteile
dem Sammelbehälter 5 zugeführt werden. Hier wird schon zu Beginn des Ablaufes der Ver
fahrensschritte das Sieb 2 als ein dynamisches Entwässerungs- und Klassiersieb ohne mecha
nisch bewegte Teile für einen verfahrensbeeinflussenden Starteffekt ausgenutzt, um die Effi
zienz des gesamten Verfahrens von vornherein zu bestimmen. Aus einem nicht dargestellten
Wasseraustrag des Siebes 2 wird das so behandelte Abwasser zu dem Hydrozyklon 3 zur Ab
scheidung von feinen, sedimentierfähigen Fremdstoffen geführt, während dabei die Fremd
stofffracht um bis zu 60% der enthaltenen Fremdstoffe verringert wird.
Anschließend gelangen die abgeschiedenen Bestandteile als Trübe in den Sammelbehälter 6.
Dieser Effekt der Verringerung der Fremdstofffracht um bis zu 60% kombiniert vorteilhaft die
Wirkung des ersten, vorbeschriebenen Verfahrensschrittes im Sieb 2, wo schon die faser-/flusenartigen
Bestandteile entfernt wurden.
Nach dem dritten erfindungsgemäßen Verfahrensschritt wird das soweit von Fremdstoffen
befreite Abwasser der Flotationsanlage 4 zugeleitet. In dieser erfolgt die Abscheidung von
weiteren Fremdstoffen, wonach die Fremdstofffracht vollständig minimiert wird. Dabei wer
den Teile der Fremdstoffe durch die Flotation an die Oberfläche des Abwasserpegels getragen
und von dort dem Sammelbehälter 6 als Schaum zugeführt. Es sinken die nicht flotierfähigen
Bestandteile ab, werden abgezogen und dem Sammelbehälter 6 als Schlamm zugeführt, wo
bei das gereinigte Abwasser mit einem Trockensubstanzgehalt von weniger als 1 g/l zur
Naßentstaubungsanlage 1 in den Hauptkreislauf 8 rückgeführt wird. Dieses Ergebnis resultiert
überraschend aus dem vorbeschriebenen Kombinationseffekt, da durch eine übliche Flotation
aufgrund der chemisch und physikalisch unterschiedlichen Fremdstoffe im Abwasser dieser
Wert nicht erreichbar ist. Somit kulminieren die drei Verfahrensschritte zu einem neuen
Effekt, nämlich die Reduzierung des Trockensubstanzgehaltes im Abwasser auf weniger als
1 g/l.
Erst durch diese Behandlung bedingt ermöglicht der abschließende vierte Verfahrensschritt
die ebenfalls abgeschiedenen und im Sammelbehälter 6 befindlichen Fremdstoffe in der z. B.
Presse 7 so zu entwässern, daß ein entwässertes Material 10 mit relativ hohem Trockensub
stanzgehalt von <55% TS, ja sogar in Versuchen nachgewiesen bis nahezu 80% TS herstellbar
ist. Derartige Produkte sind direkt ohne weitere Nachbehandlung entsorgbar und genügen den
gesetzlichen Vorschriften. Das erfindungsgemäße Verfahren schließt sich damit, indem das
aus der z. B. Presse 7 anfallende Abwasser dem zweiten Kreislauf 9 und wiederum der
Naßentstaubungsanlage 1 zugeführt wird.
Praktisch hat sich gezeigt, daß in dem Ablauf dieser Verfahrensschritte der Hydrozyklon 3
besonders effizient ist, wenn eine hohe Beladung von relativ leichten, jedoch sedimentierfähi
gen Fremdstoffen im Abwasser enthalten ist. Das bedeutet, daß je nach Fremdstoffbelastung
des Abwassers auf die Zwischenschaltung eines Hydrozyklons 3 verzichtet werden kann und
im Sinne des Anspruchs 2 verfahren wird.
Möglich ist es auch, nach der Flotation weitere Fremdstoffe abzuscheiden.
Darüber hinaus können unter gegebenen Umständen zur Erhöhung des Aufbereitungsgrades
mindestens einem der Verfahrensschritte Sedimentations- und/oder Flockungsmittel zugege
ben werden.
Die funktionelle Einheit der im wesentlichen zusammenhängenden, relativ abgeschlossenen
Kreisläufe 8, 9 gestatten so eine energiesparende, umweltgerechte Abwasserbehandlung von
gattungsgemäßen Verfahren bei Erzeugung eines Produktes, welches hinsichtlich seines
Trockensubstanzgehaltes eine Entsorgung im Sinne der gesetzlichen Vorschriften ermöglicht
und ggf. auch eine thermische Verwertung gestattet.
Bezugszeichenliste
1 Naßentstaubungsanlage
2 Sieb
3 Hydrozyklon
4 Flotationsanlage
5 Sammelbehälter
6 Sammelbehälter
7 Vorrichtung zur Entwässerung
8 Hauptkreislauf
9 zweiter Kreislauf
10 entwässertes Material
2 Sieb
3 Hydrozyklon
4 Flotationsanlage
5 Sammelbehälter
6 Sammelbehälter
7 Vorrichtung zur Entwässerung
8 Hauptkreislauf
9 zweiter Kreislauf
10 entwässertes Material
Claims (12)
1. Verfahren zur Aufbereitung von Abwässern aus Naßentstaubungen von Shredderanla
gen mittels Abscheidung und Entwässerung der Fremdstoffe in einem im wesentlichen
zusammenhängenden Kreislauf des Abwassers, gekennzeichnet durch die Verfah
rensschritte
- a) Beaufschlagung des in einer Naßentstaubungsanlage (1) anfallenden Abwassers in einem Sieb (2) zum Abscheiden von groben Bestandtei len, wie z. B. Fasern und Flusen, und Zuführung der abgeschiedenen Fremdstoffbe standteile zu einem Sammelbehälter (5),
- b) Weiterführung des so bereinigten Abwassers ggf. zu einem Hydrozyklon (3) zur Abscheidung von feinen, sedimentierfähigen Fremdstoffen und Verringerung der Fremdstofffracht um bis zu 60% der enthaltenen Fremdstoffe sowie Zuführung der abgeschiedenen Fremdstoffbestandteile als Trübe zu einem weiteren Sammelbehäl ter (6),
- c) Weiterleitung des so behandelten Abwassers ggf. zu einer Flotationsanlage (4) zur Abscheidung von weiteren Fremdstoffen, wobei
- - die Fremdstofffracht vollständig minimiert wird,
- - Teile der Fremdstoffe durch Flotation an die Oberfläche des Abwasserpegels getragen und von dort als Schaum dem Sammelbehälter (6) zugeführt werden,
- - die nicht flotierfähigen Fremdstoffe absinken, abgezogen und dem Sammelbehälter (6) als Schlamm zugeführt werden und
- - das gereinigte Abwasser mit einem Trockensubstanzgehalt von weniger als 1 g/l zur Naßentstaubungsanlage (I) in einen Hauptkreislauf (8) rückgeführt wird,
- d) Entwässerung der jeweils aus den Verfahrensschritten a) b) und c) abgeschiedenen und dem Sammelbehälter (6) zugeführten Fremdstoffe in einer Vorrichtung (7) und Erzeugung eines entwässerten Materials (10) mit relativ hohem Trockensubstanz gehalt von <55% TS, der direkt ohne weitere Nachbehandlung entsorgbar oder verwertbar ist,
- e) Zuführung des Abwassers von der Vorrichtung (7) in einem zweiten Kreislauf (9) zur Naßentstaubungsanlage (1).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfahrensschritte b)
und c) in einer einheitlichen Abscheideanlage wie Flotationsanlage (4)
zusammengefaßt sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein entwässer
tes Material (10) mit einem Trockensubstanzgehalt von nahezu 80% TS erzeugt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach Flotation
weitere Fremdstoffe abgeschieden werden.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1, 2 und 4, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Erhöhung des Aufbereitungsgrades mindestens einem der
Verfahrensschritte Sedimentations- und/oder Flockungsmittel zugegeben werden.
6. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens, die einem Wäscher einer
Naßentstaubungsanlage von Shredderanlagen nachgeschaltet ist, bestehend aus einem
Sieb, ggf. einem Hydrozyklon, einer Flotationsanlage und einer
Entwässerungsvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß
- a) zwischen der Naßentstaubungsanlage (1) über ein Sieb (2), ggf. einem Hy drozyklon (3) und einer Flotationsanlage (4) der Hauptkreislauf (8) für das verfahrensgemäß gereinigte Abwasser gebildet ist,
- b) zwischen ggf. dem Hydrozyklon (3), der Flotationsanlage (4) und dem Sammelbe hälter (8) eine Verbindung zu einer Entwässerungsvorrichtung (7) besteht,
- c) ein zweiter Kreislauf (9) nach der Entwässerungsvorrichtung (7) zur Naßentstau bungsanlage (1) für das Abwasser nach der Erzeugung des entwässerten Materials (10) besteht und
- d) Hauptkreislauf (8) und zweiter Kreislauf (9) eine funktionelle Einheit für den Ab lauf der Verfahrensschritte bilden.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptkreislauf (8)
ohne den Hydrozyklon (3) gebildet ist.
8. Einrichtung nach Anspruch 6 und/oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß dem Bogen
sieb (2) der Sammelbehälter (5) für die abgeschiedenen groben Fremdstoffbestandtei
le, wie z. B. Fasern und Flusen zugeordnet ist.
9. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Bogensieb (2) eine Leitung für die Abführung von
Fremdstoffen zum Sammelbehälter (6) aufweist.
10. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Entwässerungsvorrichtung (7) dem Sammelbehälter (6)
zugeordnet ist.
11. Einrichtung nach Anspruch 6 und/oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Entwässerungsvorrichtung (7) eine Presse ist.
12. Einrichtung nach Anspruch 6, 8 und/oder 9, gekennzeichnet durch die Verwendung
eines Siebes (2) im wesentlichen bestehend aus einer Aufgabevorrichtung, einem
bogenförmig darunter angeordnetem Siebbelag zum seitlichen Austrag der Feststoffe
und einem in der Aufgaberichtung fortgeführten Wasseraustrag.
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- 1996-05-23 WO PCT/DE1996/000894 patent/WO1996041682A1/de not_active Ceased
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